{"id":123281,"date":"2008-05-01T12:00:00","date_gmt":"2008-05-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/05\/plaz-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:41:42","modified_gmt":"2023-08-23T21:41:42","slug":"plaz-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/05\/plaz-3\/","title":{"rendered":"Wertsch\u00f6pfungsorientierte Zweitwohnungspolitik: Anreize und Leitplanken"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200805_18_Plaz_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"250\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTourismusexponenten sind sich heute einig, dass die touristischen Destinationen eine zukunftsgerichtete Zweitwohnungspolitik umsetzen m\u00fcssen, wenn sie nicht riskieren wollen, dass das Zweitwohnungsgesch\u00e4ft l\u00e4ngerfristig den kommerziellen Kern der Destination &#8211; und somit deren Wirtschaftsmotor &#8211; abw\u00fcrgt. Viele Tourismusorte stehen an einem Scheidepunkt: Entweder sie \u00fcberlassen die Destination den Marktkr\u00e4ften mit all ihren Konsequenzen, oder aber sie f\u00f6rdern gezielt die nachhaltige Entwicklung der Destination. Unserer Meinung nach sollen die zu ergreifenden Massnahmen dem vorrangigen Ziel ausgerichtet sein, global konkurrenzf\u00e4hige Tourismusdestinationen zu gestalten.&#13;<\/p>\n<h2>Vielf\u00e4ltige Herausforderungen erfordern Instrumenten-Mix<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEs gibt kein Instrument, das alle Probleme des Zweitwohnungsbaus alleine l\u00f6sen kann. Die Kantone als verantwortliche Instanz f\u00fcr die Richtplanung sind gefordert, einerseits von den Tourismusgemeinden eine explizite Zweitwohnungspolitik zu verlangen, andererseits ihnen eine Auswahl an n\u00fctzlichen Instrumenten zur Verf\u00fcgung zu stellen, sodass die Gemeinden aus diesem Werkzeugkasten der Destinationsentwicklungspolitik die f\u00fcr ihre individuellen Bed\u00fcrfnisse am besten geeigneten Instrumente ausw\u00e4hlen k\u00f6nnen. \u00a0Dieser Werkzeugkasten der Zweitwohnungspolitik baut auf folgende Ansatzpunkte auf:\u00a0&#8211; Definition von f\u00f6rderungsw\u00fcrdigen und zu beschr\u00e4nkenden Wohnungstypen;\u00a0&#8211; Einschr\u00e4nkung der Zweitwohnungen durch j\u00e4hrliche Kontingentierung als Sofortmassnahme;\u00a0&#8211; \u00dcberpr\u00fcfung der Ortsplanung hinsichtlich des angestrebten Endprodukts;\u00a0&#8211; Aktive Ansiedlung von kommerziellen Beherbergungssystemen;\u00a0&#8211; Belastung des Zweitwohnungsbestandes mit einer Lenkungsabgabe;\u00a0&#8211; Abl\u00f6sung der Lex Koller durch die oben erw\u00e4hnten Massnahmen.\u00a0\u00a0Bei der Auswahl und beim Design der hier vorgestellten Schl\u00fcsselmassnahmen haben wir uns nebst dem \u00fcbergeordneten Ziel der F\u00f6rderung von attraktiven Tourismusdestinationen von folgenden Grunds\u00e4tzen leiten lassen:\u00a0&#8211; Es sollen nicht nur unerw\u00fcnschte Entwicklungen (Bau von kalten Zweitwohnungen) eingeschr\u00e4nkt werden, sondern gleichzeitig erw\u00fcnschte Entwicklungen (St\u00e4rkung der Kernwirtschaft) gef\u00f6rdert werden.\u00a0&#8211; Die Massnahmen m\u00fcssen mit dem bestehenden marktwirtschaftlichen System kompatibel sein und d\u00fcrfen die Strukturentwicklung nicht behindern. Im Idealfall k\u00f6nnen die bestehenden Marktkr\u00e4fte genutzt werden, um die angestrebte Entwicklung zu f\u00f6rdern.\u00a0&#8211; Die Instrumente d\u00fcrfen keine vollst\u00e4ndige Trennung der verschiedenen Immobilienm\u00e4rkte (kommerzielle Beherbergung, Zweit- und Erstwohnungen) herbei-f\u00fchren.\u00a0\u00a0Bevor wir uns nun dem Inhalt des Werkzeugkastens zuwenden, gilt es zun\u00e4chst den Umgang mit den betreffenden Wohnungstypen festzulegen. Dies ist notwendig, damit die einzelnen Instrumente zielorientiert eingesetzt werden k\u00f6nnen. Folgende Richtlinien k\u00f6nnen dabei verwendet werden: \u00a0&#8211; Reine Zweitwohnungen sind in der Tendenz einzuschr\u00e4nken bzw. zu verteuern, damit pro verkauftem Quadratmeter Bodenoder Wohnfl\u00e4che eine m\u00f6glichst hohe Wertsch\u00f6pfung resultiert.\u00a0&#8211; Zu f\u00f6rdern sind kommerzielle Beherbergungssysteme, die mit ihrem jeweiligen Vermietungssystem eine nachhaltige Wertsch\u00f6pfung im Ort erm\u00f6glichen. Dazu geh\u00f6ren insbesondere Hotels, Jugendherbergen sowie neue Systeme wie Resorts oder Tourismusresidenzen.\u00a0&#8211; Ob Erstwohnungen staatlich gef\u00f6rdert werden sollen oder nicht, ist unseres Erachtens prim\u00e4r eine sozialpolitische Frage.&#13;<\/p>\n<h2>Sofortmassnahme: J\u00e4hrliche Kontingentierung der Zweitwohnungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn den letzten Jahren sind verschiedene Gemeinden dazu \u00fcbergegangen, den Zweitwohnungsbau auf eine gewisse Anzahl Quadratmeter pro Jahr zu beschr\u00e4nken. Diese Massnahme reduziert zwar die Zahl der neu gebauten Zweitwohnungen, l\u00f6st aber keine der langfristigen Probleme. Trotzdem kann eine j\u00e4hrliche Kontingentierung sinnvoll sein, da sie in Boomzeiten als Bremse wirkt: Sie tr\u00e4gt einerseits dazu bei, dass das Bauvolumen eher in der Region abgearbeitet werden kann und die Wertsch\u00f6pfung in der Region verbleibt. Andererseits verschafft sie der Gemeinde Zeit, um ihre Zweitwohnungspolitik zu \u00fcberpr\u00fcfen. \u00a0Wird die j\u00e4hrliche Kontingentierung geschickt eingesetzt, kann sie zudem die Aktivit\u00e4ten zur Standortf\u00f6rderung unterst\u00fctzen. Denn bei gleichbleibender Nachfrage steigen mit einer Kontingentierung die Quadratmeterpreise f\u00fcr Zweitwohnungen, und es entsteht eine Monopolrente auf den Kontingenten (siehe Grafik 1). Dieser Nebeneffekt erm\u00f6glicht es der Gemeinde, die Kontingente als Belohnung f\u00fcr erw\u00fcnschtes Verhalten einzusetzen. So kann sie beispielsweise bei der Kontingentsvergabe Investoren bevorzugen, die in die kommerzielle Beherbergungswirtschaft investieren. Dagegen ist von einer Gratisabgabe der Kontingente nach dem System \u00abfirst come &#8211; first served\u00bb dringend abzuraten, da dadurch die jeweils aggressivsten Zweitwohnungsspekulanten in den Genuss der Monopolrente kommen w\u00fcrden. \u00a0Pr\u00fcfenswert ist hingegen ein System der qualifizierten Vergabe, bei dem die Gemeinde einmal pro Jahr Kontingente mit einer G\u00fcltigkeit von beispielsweise zwei Jahren nach folgendem Muster vergibt:\u00a0&#8211; Gratisabgabe von Kontingenten f\u00fcr Projekte, die kommerzielle Beherbergungskapazit\u00e4ten schaffen (Anreiz f\u00fcr erw\u00fcnschte Projekte);\u00a0&#8211; Begrenzte Gratisabgabe von Kontingenten an Ortsans\u00e4ssige zur Umnutzung ihrer Erstwohnung (Flexibilit\u00e4t f\u00fcr Ortsans\u00e4ssige erhalten);\u00a0&#8211; Versteigerung von 50% der \u00fcbrig bleibenden Kontingente in der regionalen Wirtschaft an den Meistbietenden (Bevorzugung der ans\u00e4ssigen Wirtschaft als Garantin f\u00fcr regionale Arbeitspl\u00e4tze);\u00a0&#8211; Versteigerung von 50% der \u00fcbrig bleibenden Kontingente weltweit an den Meistbietenden (Maximierung der Kontingentseinnahmen).\u00a0\u00a0Ersteigerte Kontingente k\u00f6nnen &#8211; mit Ausnahme der Gratiskontingente f\u00fcr umzunutzende Erstwohnungen &#8211; w\u00e4hrend der G\u00fcltigkeitsdauer frei gehandelt werden. Mit diesem System wird sowohl der Zweitwohnungsbau eingeschr\u00e4nkt als auch die Destinationsentwicklung gef\u00f6rdert, indem Anreize f\u00fcr die Schaffung von warmen Betten gesetzt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Masterplan: Potenzial- und zielorientierte Ortsplanung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn den 1940er-Jahren wurde in vielen Gemeinden eine \u00ablandwirtschaftliche Melioration\u00bb durchgef\u00fchrt, weil die Eigentumsverh\u00e4ltnisse der Fl\u00e4chen eine effiziente Bewirtschaftung zunehmend erschwerten. Gleiches gilt heute f\u00fcr die Tourismuswirtschaft. In vielen Orten w\u00e4re eine \u00abtouristische Melioration\u00bb notwendig, welche die verf\u00fcgbaren Fl\u00e4chen f\u00fcr Hotelansiedlungen, Gewerbe, Golfpl\u00e4tze, Wohnungen usw., aber auch Freihalte- und Schutzfl\u00e4chen neu ordnet. Diese Art der Masterplanung ist vom Ziel geleitet, den Herausforderungen der Zersiedelung und Attraktivit\u00e4tsminderung zu begegnen, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Destination langfristig zu f\u00f6rdern. Im Rahmen der Masterplanung gilt es zu \u00fcberlegen, wie die Destination in 20 oder 30 Jahren aussehen soll, damit sie ein attraktives touristisches Produkt darstellt. Ausgehend von dieser Vision ist zu \u00fcberpr\u00fcfen, wo die bestehende Zonen- und Ortsplanung sowie die Eigent\u00fcmerstrukturen anzupassen sind. \u00a0Es ist davon auszugehen, dass die meisten daf\u00fcr erforderlichen raum- und ortsplanerischen Instrumente heute bereits vorhanden sind. Die Herausforderung liegt also darin, diese den Potenzialen der Destination entsprechend einzusetzen.&#13;<\/p>\n<h2>Aktive Ansiedlung von kommerziellen Beherbergungssystemen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf den ersten Blick erscheint die Situation grotesk: Baukr\u00e4ne in den Tourismusdestinationen zeugen von einer anhaltend guten Konjunktur; gleichzeitig droht vielen Gemeinden der Verlust von kommerziellen Beherbergungskapazit\u00e4ten. Damit eine Tourismusdestination langfristig international wettbewerbsf\u00e4hig bleiben kann, sind betriebswirtschaftlich funktionsf\u00e4hige Beherbergungskonzepte zu realisieren. W\u00e4hrend im Ausland viele solcher Projekte &#8211; oft unter Beteiligung internationaler Hotelketten &#8211; entstehen, ist deren Umsetzung in der Schweiz \u00e4usserst schwierig. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass an geeigneten Lagen aufgrund von Zonenbeschr\u00e4nkungen oder der Eigentumssituation keine Baufl\u00e4chen verf\u00fcgbar sind. Zudem kann die Lex Koller bei der Ansiedlung von neuartigen kommerziellen Beherbergungssystemen hinderlich sein.\u00a0Wenn sich die Tourismusorte weiterentwickeln m\u00f6chten, sind gleichzeitig mit der Beschr\u00e4nkung des lukrativen Zweitwohnungsgesch\u00e4fts Alternativen in Form von kommerziellen Beherbergungskapazit\u00e4ten zu schaffen. Hier kann die Gemeinde eine wesentliche Rolle spielen, indem sie eine konsequente Ansiedlungspolitik betreibt, die prim\u00e4r darauf abzielt, geeignete Fl\u00e4chen f\u00fcr Hotelansiedlungen verf\u00fcgbar zu machen und Ansiedlungsprojekte professionell zu begleiten. Bund und Kanton k\u00f6nnen die Gemeinden unterst\u00fctzen, etwa indem sie die Umsetzung\/Ausgestaltung der Lex Koller \u00fcberpr\u00fcfen und wo notwendig anpassen. Gleichzeitig muss auch bestehenden kommerziellen Beherbergungssystemen die M\u00f6glichkeit verschafft werden, sich weiter zu entfalten. Als wirksame Instrumente der Hotelf\u00f6rderung stehen beispielsweise die Erh\u00f6hung der Ausn\u00fctzungsziffer oder die Bereitstellung von angrenzenden Grundst\u00fccken zur Verf\u00fcgung. Gemeinden mit Kontingentierung k\u00f6nnen Vorzugskontingente gew\u00e4hren, um Baufl\u00e4chen zu verg\u00fcnstigen, die sonst f\u00fcr kommerzielle Beherbergungsprojekte zu teuer w\u00e4ren. Je konsequenter eine Gemeinde zudem die Philosophie der Masterplanung umsetzt, desto einfacher d\u00fcrfte es sein, \u00fcberhaupt zu geeigneten Ansiedlungsfl\u00e4chen zu kommen. Das Zusammenwirken von Kontingentierung und Masterplanung kommt in der Ansiedlungsaktivit\u00e4t besonders deutlich zum Ausdruck.&#13;<\/p>\n<h2>Belastung des Zweitwohnungsbestandes mit einer Lenkungsabgabe<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Gegensatz zu Verboten, welche die Marktkr\u00e4fte ausschalten und in letzter Konsequenz zum wirtschaftlichen Kollaps eines Tourismusortes f\u00fchren k\u00f6nnen, hat die Einf\u00fchrung von Lenkungsabgaben verschiedene erw\u00fcnschte Effekte: Das Produkt Zweitwohnungen kann verteuert werden, was die Nachfrage in bestimmten Kundensegmenten etwas d\u00e4mpfen sollte. Gleichzeitig profitieren die Gemeinden von Mehreinnahmen, die beispielsweise f\u00fcr die Weiterentwicklung der Destination (Infrastrukturen, Beschaffung von Ansiedlungsfl\u00e4chen) eingesetzt werden k\u00f6nnen. Untersuchungen zeigen zudem, dass Zweitwohnungen heute &#8211; zumindest in einem Teil der Gemeinden &#8211; zu betr\u00e4chtlichen ungedeckten Kosten f\u00fcr den Gemeindehaushalt f\u00fchren (vgl. Tabelle 1). Mit einer Lenkungsabgabe k\u00f6nnten diese Kosten gedeckt werden.\u00a0Durch die permanente finanzielle Belastung des Zweitwohnungsbestandes mit einer Lenkungsabgabe werden zudem die Stillstandskosten erh\u00f6ht. Es ist zu erwarten, dass dadurch die Eigent\u00fcmer eher \u00fcberlegen, ob sie ihre wenig genutzte Zweitwohnung vermieten oder verkaufen sollen. Dies gilt zwar nicht f\u00fcr die Villen des obersten Segments, hat jedoch G\u00fcltigkeit f\u00fcr eine breite Masse der in den Siebzigerjahren gebauten Zweitwohnungen. Dadurch w\u00fcrde die alte Substanz vermehrt in den Nutzungskreislauf zur\u00fcckgelangen und einen Teil der Nachfrage nach neuen Zweitwohnungen absorbieren.\u00a0Gemeinden, die als Wohnort f\u00fcr Arbeitspendler oder als Alterswohnsitz in Frage kommen, k\u00f6nnen die Ertr\u00e4ge aus der Lenkungsabgabe beispielsweise f\u00fcr Steuersenkungen verwenden, um ihre Attraktivit\u00e4t als Wohnort zu steigern. Dies er\u00f6ffnet diesen Gemeinden ein zus\u00e4tzliches Wachstumsfeld neben dem klassischen Tourismus.&#13;<\/p>\n<h2>Abl\u00f6sung der Lex Koller durch die vorgeschlagenen Massnahmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBisher konnte sich das Parlament nicht dazu durchringen, die Lex Koller aufzuheben. Den Tourismusorten ist die Lex Koller ein Dorn im Auge, weil diese den Bau von neuartigen, professionell vermieteten Beherbergungssystemen (Tourismusresidenzen) behindert. Derzeit bekunden verschiedene international t\u00e4tige Investoren Interesse, in der Schweiz Tourismusresidenzen zu erstellen. Diese lassen sich erfahrungsgem\u00e4ss gut vermieten und w\u00e4ren f\u00fcr die schweizerischen Tourismusorte nicht nur willkommene G\u00e4stebringer, sondern aufgrund der normalerweise professionellen und internationalen Managementstrukturen auch eine Chance, vermehrt auf internationalen M\u00e4rkten Fuss zu fassen. Damit diese Projekte realisiert werden k\u00f6nnen, w\u00fcrde es eigentlich gen\u00fcgen, im Rahmen der Lex Koller die Definition der Betriebsst\u00e4tte neu auszulegen. \u00a0Eine andere M\u00f6glichkeit, mit der Lex Koller das Optimum zu erreichen, w\u00e4re die oben beschriebene j\u00e4hrliche Kontingentierung: Die kantonalen Kontingente der Lex Koller k\u00f6nnten ebenfalls nach einem qualifizierten Vergabesystem bestimmten, zu bevorzugenden Projekten zugewiesen und die verbleibenden Kontingente meistbietend versteigert werden. Werden die in diesem Beitrag vorgestellten Instrumente umgesetzt, w\u00fcrde die Lex Koller in den Tourismusorten letztlich jedoch hinf\u00e4llig.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Gegensatz zur bisherigen, eher auf Schadensbegrenzung ausgerichteten Zweitwohnungspolitik schlagen wir eine wertsch\u00f6pfungsorientierte, auf die Nutzung der vorhandenen Chancen ausgerichtete Zweitwohnungspolitik vor. Die Instrumente aus dem hier vorgestellten Werkzeugkasten versprechen diesbez\u00fcglich neue Perspektiven. Denn grunds\u00e4tzlich sollten die Marktkr\u00e4fte nicht behindert werden. Vielmehr sind ihnen bei der Entfaltung Anreize und Leitplanken zugleich zu setzen. Strukturentwicklung statt Strukturerhaltung ist das Credo.\u00a0Den Gemeinden f\u00e4llt bei der Weiterentwicklung des lokalen Zweitwohnungsmarktes die gr\u00f6sste Verantwortung zu. Sie stossen dabei jedoch teilweise an ihre gesetzgeberischen Grenzen und sind auf kantonale und teilweise nationale Unterst\u00fctzung angewiesen. Das Ziel muss letztlich sein, wettbewerbsf\u00e4hige und attraktive Arbeits- und Wohnorte zu schaffen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abEffekte der j\u00e4hrlichen Kontingentierung von Zweitwohnungen\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abKosten pro Zweitwohnung f\u00fcr den Gemeindehaushalt in ausgew\u00e4hlten Gemeinden (Basisjahr 2005)\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Weiterf\u00fchrende Literatur<\/b>&#13;<br \/>\n&#8211; Wirtschaftsforum Graub\u00fcnden (2006): Neue Wege in der Zweitwohnungspolitik, Chur.- Plaz, P. (2007): Die Kosten der Zweitwohnungen, Chur.- Plaz, P. (2007). Auslegeordnung der Ideen f\u00fcr eine hotelfreundliche Zweitwohnungspolitik, Referat anl\u00e4sslich des Workshops des Hoteliervereins Graub\u00fcnden, Davos.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; Tourismusexponenten sind sich heute einig, dass die touristischen Destinationen eine zukunftsgerichtete Zweitwohnungspolitik umsetzen m\u00fcssen, wenn sie nicht riskieren wollen, dass das Zweitwohnungsgesch\u00e4ft l\u00e4ngerfristig den kommerziellen Kern der Destination &#8211; und somit deren Wirtschaftsmotor &#8211; abw\u00fcrgt. 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Trotz dieser Probleme stellen Zweitwohnungen f\u00fcr die betroffenen Regionen eine wichtige Wertsch\u00f6pfungsquelle dar. In diesem Beitrag werden verschiedene Ans\u00e4tze vorgestellt, mit denen die unerw\u00fcnschten Nebeneffekte des Zweitwohnungsbaus kontrolliert und die Nachfrage nach Zweitwohnungen so gelenkt werden k\u00f6nnen, dass auf lange Sicht attraktive und wirtschaftlich starke Tourismusdestinationen entstehen.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":123284,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8785","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55b721f933e70"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123281"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3154"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=123281"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123281\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128114,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123281\/revisions\/128114"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3154"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123281"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=123281"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=123281"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=123281"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=123281"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=123281"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}