{"id":123296,"date":"2008-05-01T12:00:00","date_gmt":"2008-05-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/05\/six-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:41:58","modified_gmt":"2023-08-23T21:41:58","slug":"six","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/05\/six\/","title":{"rendered":"Die Pariser Erkl\u00e4rung und ihre Umsetzung"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200805_07_Six_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Weshalb gerade jetzt eine Wirksamkeitsdebatte?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Gr\u00fcnde, gerade zum jetzigen Zeitpunkt \u00fcber die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) nachzudenken, sind zahlreich. Nach dem Ende des Kalten Krieges kam zun\u00e4chst grosser Optimismus auf, durch den Wegfall der bipolaren Konfrontation die EZA &#8211; und damit auch die entwicklungspolitischen Zielsetzungen wie die nachhaltige Reduktion von Armut in all ihren Formen &#8211; von s\u00e4mtlichen politischen Instrumentalisierungen zu befreien. Die Chance schien gekommen, durch partnerschaftliche Prinzipien ausgewogene Entwicklungswege einzuschlagen und so zu einer nachhaltigen globalen Entwicklung beizutragen. Diese Hoffnungen haben sich aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden bislang nicht erf\u00fcllt. Die internationale Gemeinschaft arbeitet weiterhin an realpolitischen Strategien, dieses Ziel auch tats\u00e4chlich zu erreichen.\u00a0Mit dem Wegfall der ideologischen Vereinnahmung der Entwicklungspolitik durch den Kalten Krieg und die entt\u00e4uschenden bis katastrophalen Ergebnisse der Strukturanpassungen in den Neunzigerjahren wurde vor allem von Geberseite zunehmend die Sinnfrage von EZA als solche gestellt. Die historische Bilanz seit der \u00abErfindung\u00bb der EZA ist dabei durchaus ambivalent. Je nach Z\u00e4hlweise flossen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zwischen 1 und 2,3 Bio. US-$ in jene Kan\u00e4le der Entwicklungsfinanzierung, die von der OECD als Official Development Assistance (ODA) anerkannt werden. Die herausragenden \u00f6konomischen Erfolgsbeispiele seit 1945 &#8211; etwa in den Tigerstaaten der ersten und zweiten Generation oder neuerdings China und Indien &#8211; waren (gemessen in Pro-Kopf-Zuwendungen) keine \u00abDonor Darlings\u00bb. Auf der anderen Seite erhielt Sub-Sahara-Afrika mit 650 Mrd. US-$ seit 1960 einen L\u00f6wenanteil der ODA &#8211; mit bislang bescheidenen Ergebnissen. Kurz: Die Frage nach dem (positiven) Zusammenhang zwischen tats\u00e4chlicher Armutsreduktion und EZA steht im Raum. Die Verbesserung ihrer Wirksamkeit ist eine Antwort, die von der internationalen Gebergemeinschaft ebenso wie von den Empf\u00e4ngerstaaten eingemahnt wird.&#13;<\/p>\n<h2>Die Pariser Erkl\u00e4rung als politische Strategie<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Inhalte der Pariser Erkl\u00e4rung wurden w\u00e4hrend eines mehrj\u00e4hrigen Prozesses von der OECD, ihren Mitgliedstaaten, den internationalen Finanzinstitutionen (Weltbank, Internationaler W\u00e4hrungsfonds), regionalen Entwicklungsbanken und Partnerl\u00e4ndern erarbeitet. Bereits im Monterrey-Konsens (2002) war davon die Rede, mit einer Steigerung der Finanzmittel auch systemische Fragen und Widerspr\u00fcche in der internationalen Wirtschaft anzugehen. Zugleich wurden eine Harmonisierung der operativen Vorg\u00e4nge in der EZA sowie mehr Flexibilit\u00e4t (im Sinne der Kontextsensibilit\u00e4t) der Entwicklungskooperation angestrebt. Die eigentliche Qualit\u00e4t der Pariser Erkl\u00e4rung als politische Strategie besteht einerseits in einem bis dahin nicht erzielten, relativ breiten politischen Konsens \u00fcber operative Schwerpunktsetzung innerhalb der internationalen EZA und andererseits im Novum einer indikatorengeleiteten Ergebnis\u00fcberpr\u00fcfung. Zum ersten Mal einigten sich die OECD-Staaten mit (mittlerweile) etwa 75 Partnerl\u00e4ndern und einigen privaten entwicklungspolitischen Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen (NGO) auf einen Kanon von zw\u00f6lf Fortschrittsindikatoren und 21 zum Teil sehr konkreten Zielvorgaben. Damit war ein Instrumentarium geschaffen, das die Erreichung von mehr Wirksamkeit in der EZA zeitlich und operativ \u00fcberpr\u00fcfbar machen sollte.\u00a0Seit der Unterzeichnung der Erkl\u00e4rung koordiniert die OECD ihre Umsetzung im Rahmen eines aufwendigen Prozesses der Datengewinnung und Forschrittsmessung. Zus\u00e4tzlich initiierte sie einen Konsultationsprozess mit internationalen NGO, der unter anderem auch durch eine Advisory Group (AG) institutionalisiert wurde. Der erste grosse Zwischenschritt in der Umsetzung ist das im September 2008 in Accra, Ghana, stattfindende High Level Forum, auf dem die OECD, ihre Mitgliedstaaten sowie die Empf\u00e4ngerl\u00e4nder eine erste Bilanz ziehen werden.&#13;<\/p>\n<h2>Kritik von Seiten der NGO<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch die NGO haben sich zum Thema Wirksamkeit vernetzt, um Eigenpositionen sowie empirisches Material beizusteuern. Aus Perspektive der NGO ist die Agenda der Pariser Erkl\u00e4rung aus mehreren Gr\u00fcnden unzul\u00e4nglich. Zwei davon sollen hier erw\u00e4hnt werden: Der in der Erkl\u00e4rung gebrauchte Begriff Ownership &#8211; also die Vorgabe, dass Partnerl\u00e4nder selbst eine wirksame, d.h. tats\u00e4chliche F\u00fchrungsrolle bei ihren Entwicklungspolitiken und -strategien aus\u00fcben &#8211; konzentriert sich auf die Regierungen in den Empf\u00e4ngerstaaten und l\u00e4sst Fragen der Repr\u00e4sentativit\u00e4t bzw. der NGO als Sprachrohre der Betroffenen ausser Acht. NGO haben daher schon unmittelbar nach der Unterzeichnung der Erkl\u00e4rung gefordert, diesen Begriff auf Democratic Ownership zu erweitern, um NGO und andere nicht-staatliche Organisationsformen als konstitutiv f\u00fcr einen partnerschaftlichen Entwicklungsdiskurs anzuerkennen. Die OECD hat dieses Anliegen aufgenommen und spricht sich im Entwurf vom M\u00e4rz 2008 f\u00fcr den Accra-Action-Plan f\u00fcr eine verst\u00e4rkte Involvierung der B\u00fcrger, Parlamente und Organisationen der Zivilgesellschaft (CSO) von der Planung bis zur Auswertung der Entwicklungsstrategien aus.\u00a0Der zweite, nicht weniger entscheidende Kritikpunkt ist f\u00fcr die Entwicklungspraxis wesentlich schwieriger zu l\u00f6sen. Das Prinzip der gegenseitigen Rechenschaftspflicht sieht vor, dass Geber wie Empf\u00e4nger f\u00fcr das zur Verantwortung gezogen werden sollen, was sie im Hinblick auf entwicklungspolitische Zielsetzungen tun bzw. nicht tun. Wenn eine partnerschaftlich-dialogische Ausrichtung der EZA ernsthaft angestrebt wird, sind Rechenschaftsmechanismen von entscheidender Bedeutung. Zwei Dimensionen sind damit gemeint: \u00a0&#8211; die Verpflichtung derer, die mit (politischer und finanzieller) Macht ausgestattet sind, ihre Entscheidungen und Handlungen zu rechtfertigen; \u00a0&#8211; die Existenz von Mechanismen, die Machtmissbrauch oder Leistungsdefizite sanktionieren. \u00a0\u00a0Wenn man den ersten, rudiment\u00e4ren Ergebnissen zur Umsetzung der Pariser Erkl\u00e4rung Glauben schenkt, sind derartige Mechanismen noch in weiter Ferne, insbesondere weil die Geber einen Souver\u00e4nit\u00e4tsverlust akzeptieren m\u00fcssten, der es den Empf\u00e4ngerl\u00e4ndern erlauben w\u00fcrde, Einfluss auf die Geberpolitik zu nehmen.&#13;<\/p>\n<h2>Bisherige Umsetzung &#8211; Zwischenbilanz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Forschrittsbemessung bez\u00fcglich der Umsetzung der Pariser Erkl\u00e4rung erfolgt gegenw\u00e4rtig in zwei Schritten: Bereits 2007 hat die OECD einen Bericht ver\u00f6ffentlicht, der zu allen Indikatoren und Zielvorgaben der Erkl\u00e4rung Grunddaten ausarbeitete. Diese Daten dienen in Accra dazu, Defizite und bereits Erreichtes sichtbar zu machen, indem sie mit den Ergebnissen einer neuerlichen Erhebung, die gegenw\u00e4rtig durchgef\u00fchrt wird, verglichen werden. Die OECD und die anderen Unterzeichner der Erkl\u00e4rung haben sich damit einen extrem kurzen Zeitrahmen gesetzt, um sichtbare Erfolge zu erzielen. Bis 2010 sollen s\u00e4mtliche Ziele der Erkl\u00e4rung erreicht sein. \u00a0Obschon von geber- und empf\u00e4ngerstaatlicher Seite noch keine Fortschrittsberichte vorliegen, gibt es interessante Quellen aus nicht-staatlichen Bereichen, die R\u00fcckschl\u00fcsse auf das Kernproblem erlauben: \u00a0&#8211; zum einen die Erfahrungsberichte bi- und multilateraler Geber, die insbesondere in den Bereichen Harmonisierung und Anpassung seit mehreren Jahren regionalspezifische Programme durchf\u00fchren; \u00a0&#8211; zum andern ein k\u00fcrzlich erschienener NGO-Sammelbericht unter der Koordination des European Network on Debt and Development (Eurodad), der f\u00fcr alle f\u00fcnf Kernbereiche der Pariser Erkl\u00e4rung empirische Erfahrungswerte aus sieben Empf\u00e4ngerl\u00e4ndern bietet.&#13;<\/p>\n<h3>Verbesserung der Ownership<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nOwnership h\u00e4ngt eng mit der zweiten S\u00e4ule der Pariser Erkl\u00e4rung zusammen, welche die Anpassung der Hilfe an die Partnerl\u00e4nder und ihre Entwicklungspriorit\u00e4ten vorsieht. Beides sollte erm\u00f6glichen, den Empf\u00e4ngerl\u00e4ndern die Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber ihre Entwicklungswege zur\u00fcckzugeben. Das erw\u00e4hnte empirische Material zeigt, dass Geber nur langsam davon abgehen, ihre selbst formulierten Entwicklungspriorit\u00e4ten zu finanzieren. \u00a0Grunds\u00e4tzlich ist zu beobachten, dass sich die Poverty Reduction Strategy Plans (PRSP), die als nationale Entwicklungsstrategien der Verbesserung der Ownership zugrunde gelegt werden, in vielen s\u00fcdlichen L\u00e4ndern stark gleichen, was die Dominanz der Geberstaaten und -institutionen bei ihrer Formulierung widerspiegelt. Diese Institutionen \u00fcben nach wie vor eine starke Kontrolle auch bei der \u00dcberarbeitung der PRSP aus. F\u00fcnfzehn Mitarbeitende der Regierung in Niger reisten im M\u00e4rz 2007 nach Washington, um das zweite PRSP unter Aufsicht der Weltbank, von UNDP, Belgien und IWF-Vertretern auszuarbeiten. In F\u00e4llen wie Sierra Leone sind diese PRSP zu allgemein formuliert und bieten damit Gebern die M\u00f6glichkeit, ihre eigenen Priorit\u00e4ten zu verfolgen. H\u00e4ufig sind daf\u00fcr mangelnde Kapazit\u00e4ten seitens der Empf\u00e4ngerstaaten verantwortlich, wie etwa in Niger oder Honduras. Fehlende Kapazit\u00e4ten verunm\u00f6glichen es den betreffenden Regierungen, die von der Pariser Erkl\u00e4rung eingemahnte F\u00fchrungsrolle tats\u00e4chlich auszu\u00fcben. Auch das grosse (finanzielle) Machtungleichgewicht sorgt daf\u00fcr, dass es unrealistisch ist anzunehmen, Empf\u00e4ngerl\u00e4nder wie Sierra Leone k\u00f6nnten Geberaktivit\u00e4ten zur\u00fcckweisen, falls sie einen Widerspruch zu den eigenen entwicklungspolitischen Priorit\u00e4ten feststellen. \u00a0Anders stellt sich die Lage in politisch und \u00f6konomisch besser gestellten L\u00e4ndern dar. Nicaragua nutzt etwa das politische Nahverh\u00e4ltnis zu Venezuela, um eine st\u00e4rkere Position gegen\u00fcber traditionellen Gebern einzunehmen. Die Regierung von Kambodscha hat zwar keine Finanzmittel unmittelbar zur\u00fcckgewiesen, wohl aber Einzelprojekte modifiziert. Und Vietnam hat ein eigenes Hanoi Core Statement on Aid Effectiveness formuliert, das die Regierung als Massstab ihrer selektiven Kooperation nutzt. Zugute kommt solchen Bem\u00fchungen die aktuelle internationale Aufmerksamkeit gegen\u00fcber diesen Fragen, welche die Pariser Erkl\u00e4rung geschaffen hat. Die strukturellen und realpolitischen Hindernisse f\u00fcr Ownership bleiben aber betr\u00e4chtlich.&#13;<\/p>\n<h3>Die Frage der Konditionalit\u00e4ten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEin weiteres, politisch sensibles Beispiel ist die Frage der Konditionalit\u00e4ten. Die Pariser Erkl\u00e4rung verlangt lediglich kontinuierliche Fortschritte in Bezug auf den Abbau von gebundener Hilfe. In diesem Kernbereich der Geberdominanz sind Fortschritte erkennbar. Insbesondere die internationalen Finanzinstitutionen beharren aber in zahlreichen Partnerl\u00e4ndern auf umfassenden Bedingungslisten, um vor allem Risiken im Finanzmanagement zu verringern, aber auch den wirtschaftspolitischen Kurs zu bestimmen. Noch auf einem von der Islamic Development Bank organisierten Workshop 2005 zum Mittleren Osten und Nordafrika war der Tenor der teilnehmenden Staaten, dass die Koordination der Geber diesbez\u00fcglich unzureichend ist. Budgethilfe kann hier durchaus ein probates Mittel sein, um den politischen Handlungsspielraum zu vergr\u00f6ssern. Im Vietnam gelang durch die Poverty Reduction Support Credits, einer Art der Budgethilfe, die deutliche Reduktion der Konditionalit\u00e4ten. In Tansania publizierte die Regierung bereits 2002 eine Tanzania Assistance Strategy (TAS), die es der Regierung erm\u00f6glichte, eine echte F\u00fchrungs- und Koordinationsrolle in Bezug auf die sehr heterogene EZA auszu\u00fcben. Die TAS gilt als erfolgreich und wurde durch die Mkukuta-Strategie fortgesetzt, die die Geber zu besserer Absprache mit der Regierung verpflichtete. Budgethilfe f\u00fchrt aber nicht notwendigerweise zu ungebundener Hilfe. In Honduras etwa bleibt die Budgethilfe an die Konditionalit\u00e4ten des IWF und der Weltbank gebunden. Die schwedische Entwicklungsagentur Sida stellte vor kurzem fest, dass diese Konditionalit\u00e4ten in Nicaragua die Budgethilfe zu einer Art IWF-Programm machen, die den Gestaltungsspielraum seitens der Empf\u00e4ngerregierung weiter einschr\u00e4nkt. \u00a0Die Frage der Konditionalit\u00e4ten geh\u00f6rt damit zu den schwierigsten Details der Umsetzung der Pariser Erkl\u00e4rung, weil sie einerseits ein Instrumentarium darstellen, das Missbrauch verhindern kann, andererseits aber auch Machtinteressen seitens der Geber dient, die nichts mit entwicklungspolitischen Zielsetzungen zu tun haben. Ownership und Partnerausrichtung setzten aber auf jeden Fall die M\u00f6glichkeit des Empf\u00e4ngerlandes voraus, eine F\u00fchrungsrolle aktiv aus\u00fcben zu k\u00f6nnen. Die strukturellen wie realpolitischen Hindernisse daf\u00fcr sind noch recht zahlreich und werden auch einen Schwerpunkt auf dem Forum in Accra im September 2008 bilden.&#13;<\/p>\n<h3>Wechselseitige Rechenschaftspflicht<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie wechselseitige Rechenschaftspflicht, welche die Pariser Erkl\u00e4rung vorsieht, ist ein weiterer schwieriger Punkt der Umsetzung. Diese Rechenschaftspflicht, die traditionell nur auf der Empf\u00e4ngerseite besteht, wurde in Einzelf\u00e4llen bereits erfolgreich erweitert. Mozambique ist ein eindr\u00fcckliches Beispiel daf\u00fcr: Bereits 2004 wurde ein Performance Assessment Framework eingerichtet, um die Leistungen der Geber im Bereich Budgethilfe zu evaluieren. Dieses Framework funktioniert \u00fcber Gruppenzwang zwischen den Geberstaaten und erstellt ein Ranking der Geber. Von den Letztgereihten &#8211; im Jahr 2006 Deutschland und Frankreich &#8211; wird eine Verbesserung hinsichtlich der Vorhersehbarkeit der Hilfe und anderer Indikatoren erwartet. \u00a0Das Grundproblem der Machtasymmetrie &#8211; und damit der Frage, wie der schw\u00e4chere Teil in einer Kooperation den St\u00e4rkeren zur Rechenschaft ziehen kann &#8211; illustriert wiederum Sierra Leone. Der Improved Governance and Accountability Pact von 2006, unterzeichnet zwischen der Regierung und den vier Gebern von Budgethilfe, sieht seitens Sierra Leones zehn detaillierte Punkte zur Reform der Regierungsf\u00fchrung mit 35 spezifischen und zeitgebundenen Zielsetzungen vor, wiederholt aber seitens der Geber lediglich die bereits in der Pariser Erkl\u00e4rung gemachten, sehr allgemeinen Zusagen ohne konkrete Vorgaben f\u00fcr den spezifischen Fall. Auch die Transparenz und der ausreichende Zugang zu Information &#8211; eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr Rechenschaftslegung &#8211; bleiben in weiten Teilen ungen\u00fcgend.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abODA pro Kopf zugunsten von Empf\u00e4ngerl\u00e4ndern, 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abDie Prinzipien und Massnahmen der Pariser Erkl\u00e4rung im \u00dcberblick\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Literatur<\/b>&#13;<br \/>\n&#8211; De Renzio, Paulo (2006). Promoting Mutual Accountability in Aid Relationships. ODI Briefing Paper, April 2006. London. <a href=\"http:\/\/www.odi.org\">www.odi.org<\/a> .uk\/publications\/briefing\/bp_april06_mutual_accountability.pdf &#8211; Eurodad (2008). Turning the Tables. Aid and accountability under the Paris framework. A civil society report. Br\u00fcssel. <a href=\"http:\/\/www.eurodad.org\/uploadedFiles\/Whats_New\/Reports\/Turning_the_Tables\">www.eurodad.org\/uploadedFiles\/Whats_New\/Reports\/Turning_the_Tables<\/a> .pdf &#8211; Roodman, David (2007). Macro Aid Effectiveness Research. A Guide for the Perplexed. Center for Global Development, Working Paper Nr. 134, Dezember 2007. <a href=\"http:\/\/www.cgdev.org\/files\/15003_file_Guide_Perplexed\">www.cgdev.org\/files\/15003_file_Guide_Perplexed<\/a> .pdf &#8211; Six, Clemens (2006). Harmonisierung und Anpassung als Strategien f\u00fcr wirksamere Hilfe? Bisherige Erfahrungen mit bi- und multilateralen Gebern in Asien und Afrika. \u00d6FSE Working Paper Nr. 15, Dezember 2006. <a href=\"http:\/\/www.oefse.at\/Downloads\/publikationen\/Harmonisation\">www.oefse.at\/Downloads\/publikationen\/Harmonisation<\/a> .pdf &#8211; Six, Clemens\/Margarita Langthaler\/Michael Obrovsky (2007). Die Pariser Erkl\u00e4rung und ihre bisherige Umsetzung. (Irr-)Wege zu mehr Wirksamkeit in der EZA. \u00d6FSE Working Paper Nr. 17, Mai 2007. <a href=\"http:\/\/www.oefse.at\/Downloads\/publikationen\/WP_Pariser_Erklaerung\">www.oefse.at\/Downloads\/publikationen\/WP_Pariser_Erklaerung<\/a> .pdf<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; Weshalb gerade jetzt eine Wirksamkeitsdebatte? &#13; Die Gr\u00fcnde, gerade zum jetzigen Zeitpunkt \u00fcber die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) nachzudenken, sind zahlreich. 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Die Pariser Erkl\u00e4rung ist der bisherige H\u00f6hepunkt einer mehrj\u00e4hrigen Entwicklung, die das Thema Wirksamkeit der EZA schrittweise als zentralen Fokus in der internationalen Entwicklungskooperation etablierte. Sie ist ein geeigneter Anlass, das Thema der Wirksamkeit von EZA \u00fcber die OECD hinaus zu einer Kernfrage der internationalen Gemeinschaft zu machen, um Fragen der globalen nachhaltigen Entwicklung erfolgreich zu bew\u00e4ltigen. Der Gipfel in Accra im September 2008 wird zeigen, wie weit die Umsetzung der Pariser Erkl\u00e4rung seitens der Unterzeichner mittlerweile fortgeschritten ist.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":123299,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8791","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55b71e47327cb"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123296"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3156"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=123296"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123296\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128117,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123296\/revisions\/128117"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3156"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123296"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=123296"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=123296"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=123296"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=123296"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=123296"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}