{"id":123341,"date":"2008-04-01T12:00:00","date_gmt":"2008-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/04\/grob-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:42:04","modified_gmt":"2023-08-23T21:42:04","slug":"grob","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/04\/grob\/","title":{"rendered":"Das Bassin L\u00e9manique &#8211; Finanzzentrum, Uhrenhochburg und Eldorado f\u00fcr Firmenhauptsitze"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200804_15_Grob_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"246\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>\u00dcberdurchschnittliches BIP pro Kopf<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZun\u00e4chst richtet sich der Analysefokus auf die drei zentralen volkswirtschaftlichen Indikatoren Bruttoinlandprodukt (BIP), Erwerbst\u00e4tige und Bev\u00f6lkerung. Im Bassin L\u00e9manique werden rund 15% des nationalen BIP erwirtschaftet. Bei den Erwerbst\u00e4tigen und der Bev\u00f6lkerung liegen die Anteile am landesweiten Total leicht unter 15%. Daraus l\u00e4sst sich ableiten, dass sowohl das BIP pro Kopf als auch die Arbeitsproduktivit\u00e4t im Bassin L\u00e9manique leicht \u00fcber dem Schweizer Durchschnitt liegen (siehe Tabelle 1).\u00a0Diesem positiven Befund steht die Wachstumsdynamik des BIP gegen\u00fcber, welche im Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2007 mit 1,2% nicht ganz mit dem landesweiten Wachstum von 1,4% mithalten konnte (vgl. Grafik 1). Der Grund daf\u00fcr liegt in der Rezession zu Beginn der Neunzigerjahre, von welcher die Wirtschaft des Bassin L\u00e9manique \u00fcberdurchschnittlich stark betroffen war. Im Anschluss an die Rezession fasste die Wirtschaft allerdings z\u00fcgig wieder Tritt; das BIP-Wachstum lag zwischen 1997 und 2007 leicht \u00fcber dem Schweizer Mittel.\u00a0Die Entwicklung der Erwerbst\u00e4tigenzahlen folgte zu Beginn der Neunzigerjahre zeitverz\u00f6gert dem Muster des BIP. Durch die Rezession gingen Stellen verloren &#8211; im Bassin L\u00e9manique prozentual mehr als in der Schweiz. Ab Ende der Neunzigerjahre entwickelte sich der Arbeitsmarkt des Bassin L\u00e9manique jedoch deutlich \u00fcberdurchschnittlich. W\u00e4hrend die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen in der Schweiz zwischen 1997 und 2007 um 1,1% anstieg, wurde im selben Zeitraum im Bassin L\u00e9manique ein Wachstum von 1,4% erzielt. \u00a0Interessantes offenbart auch der Blick auf die Demografie. In den Neunzigerjahren stiegen die Bev\u00f6lkerungszahlen zun\u00e4chst im Gleichschritt zur Schweiz an (vgl. Grafik 2). Seit dem Ende der Neunzigerjahre hat sich das Wachstum deutlich vom nationalen Trend entkoppelt. \u00a0Die Wachstumsraten des BIP, der Erwerbst\u00e4tigen und der Bev\u00f6lkerung zeigen, dass im Bassin L\u00e9manique am Ende der Neunzigerjahre ein Wandel stattgefunden hat, der eine deutliche Beschleunigung des Wachstumsrhythmus eingeleitet und das Bassin L\u00e9manique im Vergleich zur Schweiz auf einen dynamischeren Expansionspfad gef\u00fchrt hat.&#13;<\/p>\n<h2>Dienstleistungssektor als Dreh- und Angelpunkt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie folgende Auseinandersetzung mit der regionalen Branchenstruktur dient der Vertiefung der Analyse des volkswirtschaftlichen Charakters und der Leistungs- und Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Bassin L\u00e9manique. Dabei sticht zun\u00e4chst ins Auge, dass das Branchenportefeuille des Bassin L\u00e9manique eindeutig vom Dienstleistungssektor dominiert wird (vgl. Grafik 3). Das anteilsm\u00e4ssig bedeutendste Branchenaggregat ist der \u00f6ffentliche Sektor, welcher sowohl die \u00f6ffentliche Verwaltung als auch das Gesundheitswesen und die Schulen umfasst. Ebenfalls von zentraler Bedeutung sind der Finanzsektor sowie der Handel. Zusammen generieren diese drei Branchenaggregate rund 50% der regionalen Wertsch\u00f6pfung. \u00a0Eng verbunden mit der absoluten Gr\u00f6sse der einzelnen Branchen und f\u00fcr die Pr\u00e4gung des volkswirtschaftlichen Charakters einer Region letztlich entscheidend, ist der branchenseitige Spezialisierungsgrad, welcher sich aus der Differenz zwischen dem regionalen und nationalen Branchenanteil an der Gesamtwirtschaft ableiten l\u00e4sst.&#13;<\/p>\n<h2>Finanzzentrum, Uhrenhochburg und Eldorado f\u00fcr Firmenhauptsitze<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Analyse des branchenseitigen Spezialisierungsgrades verdeutlicht die ausgepr\u00e4gte Fokussierung des Bassin L\u00e9manique auf den terti\u00e4ren Sektor. Insbesondere der Finanzsektor, der Handel und die unternehmensbezogenen Dienstleistungen sind im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt st\u00e4rker vertreten. Der \u00dcberhang in diesen Branchen widerspiegelt die Position des Bassin L\u00e9manique als global bedeutender Finanzplatz und wichtige Drehscheibe im Warenhandel. Er ist ferner ein Beleg f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t der Achse Genf-Lausanne-Vevey\/Montreux f\u00fcr Hauptsitze oder sonstige zentrale Dienste internationaler Grosskonzerne wie beispielsweise Nestl\u00e9, Phillip Morris oder Procter&amp;Gamble (multinationale Organisationen &#8211; wie die UNO oder das IKRK &#8211; werden aus dieser Diskussion bewusst ausgeklammert; vgl.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 2<\/b>&#13;<br \/>\nDie Erwerbst\u00e4tigen der in Genf ans\u00e4ssigen multinationalen Organisationen (UNO, IKRK, WTO usw.) werden in den offiziellen Statistiken des Bundesamts f\u00fcr Statistik (BFS) in der Noga-Kategorie \u00abExtraterritoriale Organisationen und K\u00f6rperschaften\u00bb erfasst. Da diese Organisationen definitionsgem\u00e4ss nicht zum Schweizer Wirtschaftsgebiet z\u00e4hlen, existiert f\u00fcr die von ihnen erbrachte Wertsch\u00f6pfung keine offizielle Sch\u00e4tzung. Aus diesem Grund finden auch die Erwerbst\u00e4tigen dieser Noga-Kategorie keinen Eingang in die Berechnungen von BAK Basel Economics.Gem\u00e4ss BFS besch\u00e4ftigten die multinationalen Organisationen im Kanton Genf im Jahr 2005 mehr als 23000 Personen. Dies entspricht einem Anteil von rund 8,7% der gesamten kantonalen Erwerbst\u00e4tigen. Da es sich dabei gr\u00f6sstenteils um hoch qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte mit hohen L\u00f6hnen handelt, erh\u00e4lt der Wirtschaftsstandort Bassin L\u00e9manique aus der Pr\u00e4senz der multinationalen Organisationen erhebliche positive Impulse.). \u00a0Seine Gravitationswirkung verdankt das Bassin L\u00e9manique einem umfangreichen Strauss g\u00fcnstiger Standortfaktoren. Dazu z\u00e4hlen die im internationalen Vergleich niedrige Steuerbelastung, die Verf\u00fcgbarkeit von hoch qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften, die N\u00e4he zu Spitzenuniversit\u00e4ten und Forschungsinstituten, die hohe Lebensqualit\u00e4t, die hervorragende Erreichbarkeit und das bestehende Netzwerk von global agierenden politischen und wirtschaftlichen Entscheidungstr\u00e4gern. \u00a0Das Bild der dienstleistungsorientierten Region wird durch die \u00fcberdurchschnittliche Pr\u00e4senz der Uhrenindustrie erg\u00e4nzt. Dies begr\u00fcndet sich anhand der Stadt Genf und deren Status als globale Uhrenhauptstadt. Hierf\u00fcr spielt die lokale Uhrenfabrikation zwar eine wichtige Rolle; entscheidender &#8211; auch f\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft &#8211; ist jedoch die Funktion der Rhonestadt als Schaufenster helvetischer Uhrmacherkunst f\u00fcr eine zahlungskr\u00e4ftige internationale Klientel. Von besonderer Bedeutung f\u00fcr die exportorientierte Uhrenbranche &#8211; und gleichzeitig wichtige Triebfeder der lokalen Handelsbranche &#8211; ist zudem die Funktion Genfs als Br\u00fcckenkopf zu den ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkten. Mehr als 36% der landesweiten Uhrenexporte werden \u00fcber Genf abgewickelt. Dies widerspiegelt sich auch in der Exportstruktur des Bassin L\u00e9manique, welche deutlich vom Uhrenaussenhandel dominiert wird. \u00a0Neben dem besonderen Status Genfs sind aber auch die zahlreichen Manufakturen von Luxusuhren im Waadtl\u00e4nder Jura &#8211; haupts\u00e4chlich im Vall\u00e9e de Joux (Audemars Piguet, Br\u00e9guet, Jaeger-LeCoultre) &#8211; ein zentraler Grund f\u00fcr den \u00fcberdurchschnittlichen Anteil der Uhrenindustrie am gesamtwirtschaftlichen Output des Bassin L\u00e9manique.&#13;<\/p>\n<h2>Finanzsektor mit Wachstumsr\u00fcckstand im Vergleich zur Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNeben der Branchenstruktur bildet die Wachstumsperformance der Branchen ein entscheidendes Element der Leistungs- und Wettbewerbsf\u00e4higkeit einer Region. Zudem kann anhand der branchenspezifischen Wachstumsdifferenzen zur nationalen Ebene eruiert werden, weshalb die gesamtwirtschaftliche Wachstumsperformance des Bassin L\u00e9manique zwischen 1990 und 2007 leicht unterdurchschnittlich war.\u00a0Das Ranking der Branchenwachstumsraten f\u00fcr die Jahre 1990 bis 2007 (vgl. Grafik 4) zeigt, dass die Wachstumschampions im Bassin L\u00e9manique aus dem sekund\u00e4ren Sektor stammen: Chemie\/Pharma (+9,0%) und die Uhrenindustrie (+5,4%). Im Anschluss folgen &#8211; hinsichtlich der Wachstumsdynamik mit einigem Abstand &#8211; der Finanzsektor und die Verkehrs- und Kommunikationsbranche. \u00a0Der Vergleich mit dem Branchenwachstum auf nationaler Ebene zeigt, dass sowohl Chemie\/Pharma als auch die Uhrenindustrie im Bassin L\u00e9manique wesentlich besser abschnitten (Wachstumsdifferenzen von +1,8 und +2,2 Prozentpunkten), w\u00e4hrend insbesondere f\u00fcr den Finanzsektor und die Nachrichten- und Verkehrsbranche das Gegenteil zutrifft (Wachstumsdifferenzen von -0,5 und -0,4 Prozentpunkten). Aufgrund der hohen Bedeutung des Finanzsektors f\u00fcr den Wirtschaftsstandort Bassin L\u00e9manique liegt in dessen unterdurchschnittlichem Wachstum zwischen 1990 und 2007 ein wesentlicher Grund f\u00fcr den gesamtwirtschaftlichen Wachstums-Lag gegen\u00fcber der Schweiz.&#13;<\/p>\n<h2>BIP pro Kopf zeigt gute Positionierung im internationalen Vergleich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie vorangegangene Analyse lieferte zahlreiche Informationen \u00fcber die Branchenstruktur des Bassin L\u00e9manique und dessen Positionierung gegen\u00fcber der Schweiz. Zur ad\u00e4quaten Beurteilung der Leistungs- und Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Bassin L\u00e9manique wird der F\u00e4cher weiter ge\u00f6ffnet und der Performancevergleich auf eine breitere Basis gestellt. Zu diesem Zweck wird ein Set von internationalen Vergleichsregionen ausgew\u00e4hlt, welche hinsichtlich Branchenstruktur \u00e4hnlich aufgestellt sind wie das Bassin L\u00e9manique und sich daher bestens f\u00fcr einen Performancevergleich eignen. \u00a0Der Vergleich des BIP pro Kopf zeigt, dass das Bassin L\u00e9manique gut positioniert ist und in einer Auswahl von prosperierenden europ\u00e4ischen Regionen einen Platz im Mittelfeld belegt (vgl. Grafik 5). Das Bassin L\u00e9manique rangiert dabei einerseits eindeutig vor der Schweiz, andererseits auch vor anderen dynamischen Regionen wie der Lombardei (Milano) und der d\u00e4nisch-schwedischen Grenzregion \u00d6resund. Das Niveau der Finanzzentren London, Z\u00fcrich und Br\u00fcssel wird allerdings nicht erreicht. \u00a0Im Gegensatz zum Niveau der wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit schneidet das Bassin L\u00e9manique beim Vergleich der langfristigen Wachstumsdynamik (1990-2006) schlechter ab und befindet sich am unteren Ende einer Regionengruppe, welche sich im Betrachtungszeitraum mit Wachstumsraten zwischen 1% und 1,5% nur auf einem moderaten Expansionspfad befanden. Somit fiel die Dynamik im Bassin L\u00e9manique nicht nur bedeutend schw\u00e4cher aus als in den Finanzzentren London und Br\u00fcssel, sondern auch deutlich bescheidener als im westeurop\u00e4ischen Durchschnitt.&#13;<\/p>\n<h2>Pulsierender Metropolitanraum Genf-Lausanne-Vevey\/Montreux<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAnhand von BIP- und Bev\u00f6lkerungsdaten auf Gemeindeebene wird die Regionalanalyse um eine Dimension erweitert und damit abgerundet. Obwohl praktisch alle Subregionen des Bassin L\u00e9manique dynamische Gemeinden mit durchschnittlichen BIP-Wachstumsraten \u00fcber die letzten gut 15 Jahre von deutlich \u00fcber 2% aufweisen, kommt die Funktion des Metropolitanraums Genf-Lausanne-Vevey\/Montreux als regionaler Wachstumspol deutlich zum Vorschein (vgl. Grafik 6). \u00a0Dabei zeigt sich, dass die Wachstumsimpulse nicht von den Kerngemeinden der drei Agglomerationen Genf, Lausanne und Vevey\/Montreux, sondern von den sie umgebenden Agglomerationsgemeinden kommen. Im Fall von Genf begr\u00fcndet sich dies unter anderem mit der Immobilienknappheit und den hohen Mietpreisen in der Kerngemeinde, welche viele wertsch\u00f6pfungsintensive Dienstleister zum Umzug in die Agglomerationsgemeinden bewegt haben. \u00a0Weitere wachstumsstarke Subregionen ausserhalb des Metropolitanraums sind das Vall\u00e9e de Joux und Teile des Waadtl\u00e4nder Mittellandes zwischen Lausanne und Yverdon. \u00a0Im Gegenzug verdeutlichen die hellen Flecken auf der Karte, dass auch die Gemeinden, in denen das reale BIP zwischen 1990 und 2007 schrumpfte, breit gestreut sind. Als wachstumsschw\u00e4chste Subregionen des Bassin L\u00e9manique k\u00f6nnen weite Teile des Jurabogens, der Alpen sowie des an den Kanton Fribourg angrenzenden Bezirks Broye identifiziert werden. \u00a0Grunds\u00e4tzlich widerspiegeln sich in diesen schwachen Performancedaten die strukturellen Defizite von Randregionen. Die negative Entwicklung im Gros der Gemeinden der Waadtl\u00e4nder Alpen deckt sich zudem mit den seit 1990 anhaltend r\u00fcckl\u00e4ufigen \u00dcbernachtungszahlen in der Hotellerie, was auf Strukturdefizite in der Tourismusbranche zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die Wachstumsschw\u00e4che zahlreicher Agglomerationsgemeinden begr\u00fcndet sich dagegen eher mit deren Status als Wohn- und Auspendlergemeinden. \u00a0Bei der Diskussion \u00fcber kommunale Wachstumsdisparit\u00e4ten darf allerdings die hohe gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit zwischen den Gemeinden nicht vergessen gehen. Denn was w\u00fcrden die Uhrenhersteller aus dem Vall\u00e9e de Joux ohne den Exporthub Genf machen? Und woher w\u00fcrden die Edelboutiquen in Genf ihre Luxusuhren beziehen?\u00a0Die Analyse des Bev\u00f6lkerungswachstums auf Gemeindeebene zeigt die Dynamik in den Agglomerationen Genf und Lausanne sowie die eher unterdurchschnittliche Entwicklung in den jeweiligen Kerngemeinden (vgl. Grafik 7). Ein im regionalen Vergleich unterdurchschnittliches und teilweise sogar negatives Bev\u00f6lkerungswachstum weisen ferner die peripheren Subregionen sowohl des Juras, der Alpen als auch des Mittellandes (Bezirk Broye) aus.&#13;<\/p>\n<h2>Wirtschaftliche Leistungs- und Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie verschiedenen Analysestr\u00e4nge portr\u00e4tieren das Bassin L\u00e9manique als facettenreichen und wohlhabenden Wirtschaftsstandort. W\u00e4hrend der Metropolitanraum Genf-Lausanne-Vevey\/Montreux das wirtschaftliche Nervenzentrum des Bassin L\u00e9manique bildet, leisten die verschiedenen \u00fcbrigen Subregionen dank ihrer branchenseitigen Spezialisierungen einen bedeutenden Beitrag zur Pr\u00e4gung des volkswirtschaftlichen Charakters dieser Region. \u00a0Aufgrund zahlreicher vorteilhafter Standortfaktoren, des relativ dynamischen Bev\u00f6lkerungswachstums und der diversifizierten Palette innovativer Wirtschaftsbranchen expandierte die Wirtschaft des Bassin L\u00e9manique in j\u00fcngster Vergangenheit deutlich kr\u00e4ftiger als auf nationaler Ebene. Vor diesem Hintergrund sind die Leistungs- und Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Bassin L\u00e9manique und damit auch dessen Entwicklungsperspektiven positiv zu bewerten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abEntwicklung des realen Bruttoinlandprodukts und der Erwerbst\u00e4tigen des Bassin L\u00e9manique,1990-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abEntwicklung der Bev\u00f6lkerung und des Volkseinkommens des Bassin L\u00e9manique, 1990-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abRegionale Branchenstruktur des Bassin L\u00e9manique, 2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 4 \u00abRegionales Branchenwachstum im Bassin L\u00e9manique, 1990-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 5 \u00abBassin L\u00e9manique im Vergleich mit europ\u00e4ischen Regionen\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 6 \u00abReales BIP-Wachstum im Bassin L\u00e9manique nach Gemeinden, 1990-2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 7 \u00abBev\u00f6lkerungswachstum im Bassin L\u00e9manique, 1990-2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abBassin L\u00e9manique &#8211; Kennzahlen 2007\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Online-Datenportal<\/b>&#13;<br \/>\nDie wichtigsten Grundlagedaten des vorliegenden Artikels sind auf der Homepage von BAK Basel Economics visualisiert aufbereitet ( <a href=\"http:\/\/www.bakbasel.com\">www.bakbasel.com<\/a> ).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 2: Erwerbst\u00e4tige in multinationalen Organisationen<\/b>&#13;<br \/>\nDie Erwerbst\u00e4tigen der in Genf ans\u00e4ssigen multinationalen Organisationen (UNO, IKRK, WTO usw.) werden in den offiziellen Statistiken des Bundesamts f\u00fcr Statistik (BFS) in der Noga-Kategorie \u00abExtraterritoriale Organisationen und K\u00f6rperschaften\u00bb erfasst. Da diese Organisationen definitionsgem\u00e4ss nicht zum Schweizer Wirtschaftsgebiet z\u00e4hlen, existiert f\u00fcr die von ihnen erbrachte Wertsch\u00f6pfung keine offizielle Sch\u00e4tzung. Aus diesem Grund finden auch die Erwerbst\u00e4tigen dieser Noga-Kategorie keinen Eingang in die Berechnungen von BAK Basel Economics.Gem\u00e4ss BFS besch\u00e4ftigten die multinationalen Organisationen im Kanton Genf im Jahr 2005 mehr als 23000 Personen. Dies entspricht einem Anteil von rund 8,7% der gesamten kantonalen Erwerbst\u00e4tigen. Da es sich dabei gr\u00f6sstenteils um hoch qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte mit hohen L\u00f6hnen handelt, erh\u00e4lt der Wirtschaftsstandort Bassin L\u00e9manique aus der Pr\u00e4senz der multinationalen Organisationen erhebliche positive Impulse.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; \u00dcberdurchschnittliches BIP pro Kopf &#13; Zun\u00e4chst richtet sich der Analysefokus auf die drei zentralen volkswirtschaftlichen Indikatoren Bruttoinlandprodukt (BIP), Erwerbst\u00e4tige und Bev\u00f6lkerung. Im Bassin L\u00e9manique werden rund 15% des nationalen BIP erwirtschaftet. Bei den Erwerbst\u00e4tigen und der Bev\u00f6lkerung liegen die Anteile am landesweiten Total leicht unter 15%. Daraus l\u00e4sst sich ableiten, dass sowohl das BIP [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":2795,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[213,154],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":2795,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Stv. Leiter Tourismuspolitik, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco), Bern","seco_author_post_occupation_fr":"Chef suppl\u00e9ant du secteur Politique du tourisme, Secr\u00e9tariat d\u2019\u00c9tat \u00e0 l\u2019\u00e9conomie (Seco), Berne","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"Die Region Bassin L\u00e9manique umfasst die beiden Kantone Genf und Waadt. Mit den drei praktisch zusammengewachsenen Agglomerationen Genf, Lausanne und Vevey\/Montreux verf\u00fcgt das Bassin L\u00e9manique \u00fcber einen im internationalen Standortwettbewerb bestens positionierten Metropolitanraum. Daneben befinden sich zwischen Alpenkamm und Jurabogen zahlreiche andere Subregionen, welche den volkswirtschaftlichen Charakter des Bassin L\u00e9manique entscheidend mitpr\u00e4gen. Das folgende Regionenportr\u00e4t verfolgt das Ziel, die zentralen Elemente dieses volkswirtschaftlichen Charakters herauszuarbeiten und die Leistungs- und Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Bassin L\u00e9manique anhand detaillierter \u00f6konomischer Indikatoren zu analysieren.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":123344,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8747","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55b74347ee47f"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123341"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2795"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=123341"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123341\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128126,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123341\/revisions\/128126"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2795"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123341"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=123341"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=123341"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=123341"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=123341"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=123341"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}