{"id":123361,"date":"2008-04-01T12:00:00","date_gmt":"2008-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/04\/lampart-12\/"},"modified":"2023-08-23T23:41:55","modified_gmt":"2023-08-23T21:41:55","slug":"lampart-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/04\/lampart-11\/","title":{"rendered":"Arbeitskr\u00e4fte als Schl\u00fcsselfaktor der Schweizer Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13;<\/p>\n<h2>Ausbildung weiter f\u00f6rdern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweizer Wirtschaft ist insbesondere in innovativen und wertsch\u00f6pfungsintensiven Produktebereichen ausgesprochen wettbewerbsf\u00e4hig. Diese Position ist jedoch ohne eine entsprechend gute Ausbildung der Besch\u00e4ftigten unm\u00f6glich zu halten. F\u00fcr die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Schweiz sind deshalb Aus- und Weiterbildungsmassnahmen existenziell. Obwohl in der j\u00fcngeren Vergangenheit verschiedene wichtige Massnahmen umgesetzt worden sind (z.B. Berufsmaturit\u00e4t, Fachhochschulen), ist der Handlungsbedarf nach wie vor gross. Die Unternehmen beklagen vermehrt einen Mangel an qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften. Unter anderem fehlen Ingenieure und Informatiker sowie qualifiziertes Personal in den Gesundheitsberufen. 5000 Jugendliche fanden im vergangenen Jahr keine Lehrstelle, und 20000 Jugendliche sind in einer Warteschlaufe. \u00a0Von den Weiterbildungsmassnahmen in den Betrieben profitieren vor allem Personen mit h\u00f6herer Ausbildung, w\u00e4hrend bildungsfernere Schichten weitgehend ausgeschlossen sind. Auch die Weiterbildungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr \u00e4ltere Arbeitnehmende sind ungen\u00fcgend; das Bildungsgef\u00e4lle gegen\u00fcber den j\u00fcngeren hat sich in den letzten zehn Jahren sogar erh\u00f6ht. Und wer Betreuungspflichten hat, kann sich wegen des Lohnausfalls und der Kosten der Lehrg\u00e4nge oft gar keine Weiterbildung leisten.&#13;<\/p>\n<h2>Verbesserungen sind notwendig<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNach wie vor fehlen in der Schweiz 40000 bis 100000 Kinderbetreuungspl\u00e4tze. Solange diese nicht geschaffen sind, k\u00f6nnen viele Frauen und einige M\u00e4nner nicht in dem Masse berufst\u00e4tig sein, wie sie es w\u00fcnschen, und n\u00fctzen somit ihre erworbenen Qualifikationen nur ungen\u00fcgend aus. Das verst\u00e4rkt gesamtwirtschaftlich gesehen den Mangel an Arbeitskr\u00e4ften. \u00a0Trotz vier Jahre dauerndem Aufschwung herrscht in der Schweiz eine grosse Unterbesch\u00e4ftigung. Noch immer sind rund 160000 Personen erwerbslos; davon ist ein Viertel 15 bis 24 Jahre alt. Dazu kommen 260000 Teilzeitangestellte, die eine Stelle mit einem gr\u00f6sseren Pensum suchen, und viele Erwerbst\u00e4tige in prek\u00e4ren Anstellungsverh\u00e4ltnissen. Dies sind Sp\u00e4tfolgen der langen Krise der Neunzigerjahre. F\u00fcr die Betroffenen sind das harte Schicksale, f\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft ist es eine Verschwendung von Ressourcen. \u00a0Die Schweiz leidet unter Engp\u00e4ssen in der Infrastruktur. Der \u00f6ffentliche Verkehr ist in Agglomerationen w\u00e4hrend der Stoss-zeiten \u00fcberlastet. In verschiedenen Regionen (Z\u00fcrich, Genferseeregion) herrscht grosser Mangel an erschwinglichem Wohnraum &#8211; dies nicht zuletzt, weil sich die \u00f6ffentliche Hand aus dem sozialen Wohnungsbau zur\u00fcckzieht. \u00a0Um die Leistungsf\u00e4higkeit der Schweizer Wirtschaft in Zukunft zu sichern, braucht es Investitionen in Bildung, Kinderbetreuung und Infrastruktur. Auf Steuersenkungen ist zu verzichten. Diese kosten viel, bringen volkswirtschaftlich aber nichts, da die Schweiz im internationalen Vergleich bereits rekordtiefe Steuern hat. Ein Einheitssatz bei der Mehrwertsteuer ist abzulehnen: Er verteuert Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen, ohne entsprechenden Nutzen zu stiften. Gegen die Unterbesch\u00e4ftigung m\u00fcssen das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) und die Arbeitgeber eine Integrationsoffensive lancieren. Das entlastet auch die Sozialwerke.&#13;<\/p>\n<h2>Wachstum ist kein Selbstzweck<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie letzten Jahre zeigen: Ein Wachstum des Bruttoinlandproduktes bedeutet nicht zwangsl\u00e4ufig einen h\u00f6heren Wohlstand der Schweizer Bev\u00f6lkerung. Trotz Aufschwung mussten viele Arbeitnehmende mehr und h\u00e4rter arbeiten, erhielten real aber kaum mehr Lohn. Gleichzeitig nahm die Arbeitslosigkeit nur in unbefriedigendem Ausmass ab. Wirtschaftswachstum ging in der Vergangenheit zudem einher mit einem steigenden Verbrauch an nicht-erneuerbaren Ressourcen und einem zunehmenden Schadstoffausstoss. Daran scheint sich bis heute wenig ge\u00e4ndert zu haben. F\u00fcr den Wohlstand der Bev\u00f6lkerung ist es aber entscheidend, wie erstens die Fr\u00fcchte der h\u00f6heren wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit verteilt werden und ob zweitens die Lebensgrundlagen auch l\u00e4ngerfristig gesichert sind. Darum kann wirtschaftliches Wachstum per se kein politisches Ziel sein.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13; Ausbildung weiter f\u00f6rdern &#13; Die Schweizer Wirtschaft ist insbesondere in innovativen und wertsch\u00f6pfungsintensiven Produktebereichen ausgesprochen wettbewerbsf\u00e4hig. Diese Position ist jedoch ohne eine entsprechend gute Ausbildung der Besch\u00e4ftigten unm\u00f6glich zu halten. F\u00fcr die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Schweiz sind deshalb Aus- und Weiterbildungsmassnahmen existenziell. Obwohl in der j\u00fcngeren Vergangenheit verschiedene wichtige Massnahmen umgesetzt worden sind (z.B. [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3140,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[213],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3140,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Sekretariatsleiter und Chef\u00f6konom, Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB), Bern","seco_author_post_occupation_fr":"Premier secr\u00e9taire et \u00e9conomiste en chef, Union syndicale suisse (USS), Berne","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"Schl\u00fcsselfaktor der Schweizer Wirtschaft sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Von ihren F\u00e4higkeiten, ihrem Engagement und ihrer Kreativit\u00e4t h\u00e4ngt der Erfolg der Schweizer Unternehmen ab. Eine erfolgreiche Wachstumspolitik muss deshalb in erster Linie bei den Arbeitskr\u00e4ften ansetzen.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":123364,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8755","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55b7422cbf6e8"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123361"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3140"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=123361"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123361\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128129,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123361\/revisions\/128129"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3140"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123361"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=123361"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=123361"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=123361"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=123361"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=123361"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}