{"id":123381,"date":"2008-04-01T12:00:00","date_gmt":"2008-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/04\/zah-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:41:58","modified_gmt":"2023-08-23T21:41:58","slug":"zah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/04\/zah\/","title":{"rendered":"Handel und Umwelt: Das Potenzial von Biotreibstoffen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nK\u00fcrzlich war in den Medien vom Jungfernflug eines Jumbo-Jets mit Biotreibstoff zu lesen. Obwohl nur ein Triebwerk mit einer Beimischung von 20% Bio-Kerosen betrie-ben wurde und der Flug von London nach Amsterdam ohne Passagiere stattfand, er\u00f6ffnet sich dadurch f\u00fcr die Luftfahrtindustrie eine bislang un\u00fcbertroffene M\u00f6glichkeit, Treibhausgasemissionen einzusparen. Vgl. Atkins W., Virgin flies first commercial plane with biofuel, 2008. Internet: <a href=\"http:\/\/www.itwire.com\/content\/view\/16826\/1066\/\">www.itwire.com\/content\/view\/16826\/1066\/<\/a> . \u00c4hnliche M\u00f6glichkeiten bieten sich f\u00fcr die Automobilindustrie: Kein Auto-Salon ohne Biotreibstoff-gespiesene Autos, die sich von ihren konventionellen Br\u00fcdern nur durch geringe technische Modifikationen unterscheiden.\u00a0Einer der wesentlichen Vorteile von Biotreibstoffen gegen\u00fcber anderen alternativen Energieformen liegt in der raschen Verf\u00fcgbarkeit, ohne dass zuerst neue Technologien entwickelt werden m\u00fcssen. Beim derzeit hohen Erd\u00f6lpreis liegt die Produktion von Biotreibstoffen nahe der Gewinngrenze; f\u00fcr L\u00e4nder wie Brasilien ist der Export von Bioethanol bereits ein wichtiges Gesch\u00e4ftsfeld. Dank Bioenergie wird der Zugang zu fl\u00fcssigen Treibstoffen diversifiziert und die Abh\u00e4ngigkeit von den Erd\u00f6l produzierenden Staaten verringert. Gleichzeitig ergeben sich f\u00fcr den landwirtschaftlichen Sektor neue Absatzquellen, was insbesondere Chancen f\u00fcr die Entwicklung l\u00e4ndlicher Gebiete in Afrika und in S\u00fcdamerika bietet.&#13;<\/p>\n<h2>Vielf\u00e4ltige Umweltauswirkungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nObwohl die prim\u00e4re Motivation f\u00fcr den Einsatz von Biotreibstoffen in der Schweiz die Reduktion von Treibhausgasen (THG) ist, kann die Treibhausgasbilanz f\u00fcr die verschiedenen Biotreibstoffe sehr unterschiedlich ausfallen. Vgl. Zah R, Hischier R, Gauch M, Lehmann M, B\u00f6ni H, W\u00e4ger P., \u00d6kobilanz von Energieprodukten: \u00d6kologische Bewertung von Biotreibstoffen. Bern: BFE, BFU, BLW; 2007, S. 206. Es ist zudem zwischen den Treibhausgasemissionen und der gesamten Umweltbelastung zu differenzieren.&#13;<\/p>\n<h3>Treibhausgasemissionen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie linke Seite in Grafik 1 zeigt, dass gegenw\u00e4rtig &#8211; je nach Biotreibstoff und Produktionsweg &#8211; Einsparungen von bis zu 80% gegen\u00fcber fossilen Treibstoffen m\u00f6glich sind. Der gr\u00f6sste Anteil der THG-Emissionen stammt aus dem landwirtschaftlichen Anbau &#8211; hervorgerufen durch den Einsatz von Maschinen, D\u00fcngemitteln und Pestiziden, aber auch in Form von direkten Emissionen (z.B. Lachgas). Gleichzeitig ist dieser Anteil jedoch sehr variabel. Wichtigste Einflussfaktoren f\u00fcr die landwirtschaftlichen THG-Emissionen sind die Fl\u00e4chenertr\u00e4ge (hoch bei Schweizer Zuckerr\u00fcben oder brasilianischem Zuckerrohr, jedoch niedrig bei Schweizer Kartoffeln oder europ\u00e4ischem Roggen), die Lachgasemissionen (z.B. bei US-Mais 30%) und die Brandrodung von Regenwaldfl\u00e4chen (relevant bei malaysischem Palm\u00f6l und brasilianischem Soja\u00f6l). Die regionalen Unterschiede in der Intensit\u00e4t der Regenwaldabholzung k\u00f6nnen einen relevanten Einfluss auf die Gesamtbilanz haben. Hauptfaktor ist generell die Art und Weise, wie Energiepflanzen angebaut werden. Dies gilt nicht nur f\u00fcr die THG-Emissionen, sondern auch f\u00fcr die meisten anderen Umweltauswirkungen von Biotreibstoffen. Im Gegensatz zu landwirtschaftlichen Produkten brauchen Abfall- und Reststoffe zur Bereitstellung keinen Energieaufwand. Dies wirkt sich sehr positiv auf deren Gesamtbilanz aus. So l\u00e4sst sich die insgesamt g\u00fcnstigste Treibhausgasbilanz bei der Verwendung von Biodiesel aus Altspeise\u00f6l oder Methan aus G\u00fclle erzielen. \u00a0Die Treibstoffproduktion verursacht im Durchschnitt deutlich geringere THG-Emissionen als der landwirtschaftliche Anbau. Besonders gering sind die Emissionen bei der \u00d6lgewinnung und Veresterung zu Biodiesel. Bei der Fermentierung von Bioethanol sind die Emissionen sehr variabel, da entweder fossile Energietr\u00e4ger zum Einsatz kommen (Bioethanol aus US-Mais) oder Abf\u00e4lle aus der landwirtschaftlichen Produktion als Prozessenergie verwendet werden (Bagasse beim brasilianischen Zuckerrohr). Die h\u00f6chsten THG-Emissionen im Produktionsprozess werden bei der Gewinnung von biogenem Methan frei. Die Ursachen hierf\u00fcr sind die Methan- und Lachgasemissionen bei der Nachg\u00e4rung des G\u00e4rr\u00fcckstands sowie der Methanschlupf bei der Aufbereitung von Biogas zu 96 Volumenprozent Methan. Durch gezielte Massnahmen &#8211; wie beispielsweise die Abdeckung des Nachg\u00e4rbeh\u00e4lters bei der G\u00fclle &#8211; kann ein Grossteil dieser Emissionen reduziert werden. Diese Abdeckung entspricht dem Stand der Technik. \u00a0Aus Sicht des Handels ist bemerkenswert, dass der Treibstofftransport aus den Produktionsgegenden an die Schweizer Tankstelle in den meisten F\u00e4llen deutlich weniger als 10% der Gesamtemissionen ausmacht und aus Umweltsicht eine untergeordnete Rolle spielt. Der eigentliche Fahrzeugbetrieb ist bei den hier verglichenen, reinen Biotreibstoffen CO2-neutral, da das freigesetzte CO2 beim Pflanzenwachstum in einem kurzen Zeitraum gebunden wurde.&#13;<\/p>\n<h3>Gesamte Umweltbelastung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEin anderes Bild zeigt die gesamte Umweltbelastung auf der rechten Seite in Grafik 1. Berechnet nach der Methode der \u00f6kologischen Knappheit (UBP 06). Vgl. Frischknecht R, Steiner R, Braunschweig A, Egli N, Hildesheimer G., Swiss Ecological Scarcity Method: The New Version 2006. 2006, S. 4. Zwar sind die Umweltauswirkungen des Fahrzeugbetriebs bei der Verwendung von fossilem Treibstoff im Vergleich zu den Biotreibstoffen noch deutlich h\u00f6her. Dies wird aber durch teilweise sehr hohe Umweltbelastungen in der landwirtschaftlichen Produktion \u00fcberkompensiert. Ursachen hierf\u00fcr sind Bodenversauerung und \u00dcberd\u00fcngung bei der europ\u00e4ischen und Schweizer Landwirtschaft. Bei der tropischen Landwirtschaft sind Biodiversit\u00e4tsverlust, Luftbelastung durch Brandrodung sowie Toxizit\u00e4t von in der Schweiz teilweise verbotenen Pestiziden die wesentlichen Ursachen f\u00fcr die hohen Umweltbelastungen. Die sehr hohe Belastung bei der Nutzung von Schweizer Kartoffeln ist durch die hohe Gewichtung der N\u00e4hrstoffauswaschung zu erkl\u00e4ren. Die sehr hohen Werte f\u00fcr Roggen aus europ\u00e4ischer Produktion lassen sich dagegen durch den niedrigen Ernteertrag von Roggen im gesamteurop\u00e4ischen Schnitt erkl\u00e4ren.&#13;<\/p>\n<h3>Zielkonflikt bei \u00f6kologischer Gesamtbilanz<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWenn wir die Ergebnisse bez\u00fcglich der Treibhausgasemissionen und der gesamten Umweltbelastung miteinander vergleichen, zeigt sich, dass bei den meisten Biotreibstoffen ein Zielkonflikt zwischen der Minimierung der Treibhausgasemissionen und einer positiven \u00f6kologischen Gesamtbilanz besteht. Zwar lassen sich Treibhausgasreduktionen von mehr als 30% mit einer ganzen Reihe von Biotreibstoffen erzielen. Die meisten dieser Bereitstellungspfade weisen jedoch bei mehreren anderen Umweltindikatoren h\u00f6here Belastungen als Benzin auf. Der Transport &#8211; auch von ausl\u00e4ndischen Biotreibstoffen in die Schweiz &#8211; ist dabei von untergeordneter Bedeutung. Wesentlich wichtiger ist, wie der jeweilige Biotreibstoff hergestellt wird.\u00a0Bei diesen Auswertungen sind die m\u00f6glichen Umwelteffekte der Wassernutzung noch gar nicht ber\u00fccksichtigt. In mediterranen Klimazonen kann die Nutzung von Grundwasser langfristige und irreversible Auswirkungen auf Grundwasserstand, Vegetation und Bodenfruchtbarkeit haben.&#13;<\/p>\n<h2>Indirekte Effekte<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Anbau von Biomasse ben\u00f6tigt Land, das in der Regel bereits landwirtschaftlich genutzt wird. Um die zus\u00e4tzliche Nachfrage zu befriedigen, muss irgendwo auf der Erde bisher unkultiviertes Land in Ackerland umgewandelt werden. Wenn auf Regenwaldfl\u00e4chen Energiepflanzen angebaut werden, f\u00fchrt dies nicht nur zu einem unersetzlichen Verlust von Biodiversit\u00e4t, sondern auch zu grossen Mengen von CO2-Emissionen. Falls extensiv genutzte Fl\u00e4chen &#8211; wie Weideland &#8211; zur Biomasseproduktion genutzt werden sollen, muss genau abgekl\u00e4rt werden, ob die verdr\u00e4ngten Viehherden nicht den Rodungsdruck auf den Regenwald erh\u00f6hen. Beispielsweise f\u00fchrt die Ethanolproduktion aus Mais in den USA, die eigentlich eine Treibhausgaseinsparung von 20% erm\u00f6glicht, zu einer Verdoppelung der Treibhausgasemissionen gegen\u00fcber fossilen Treibstoffen, wenn die Verdr\u00e4ngung der Soja-Produktion in L\u00e4ndern wie Brasilien mitber\u00fccksichtigt wird. Vgl. Searchinger T. et al., Use of U.S. Croplands for Biofuels Increases Greenhouse Gases Through Emissions from Land Use Change. Science 2008; 319:1238. Falls aber in der Schweiz statt Wiesland Energieraps angebaut wird, k\u00f6nnen die totalen Treibhausgasemissionen auch abnehmen, da der zus\u00e4tzlich produzierte Rapskuchen brasilianisches Soja-Proteinfutter substituiert (siehe Grafik 2). \u00a0Beide Beispiele zeigen, wie eng die Bioenergieproduktion mit der Nahrungs- und Futtermittelproduktion verkn\u00fcpft ist, was kaum \u00fcberschaubare Konsequenzen auf die Umwelt- und Treibhausgasbilanz hat. International setzt sich daher die Erkenntnis immer mehr durch, dass die Produktion von Biotreibstoffen von der Nahrungsmittelproduktion entkoppelt werden muss und Biotreibstoffe bevorzugt aus Abfallstoffen produziert werden sollen. Es stellt sich hier-bei die Frage, ob mittelfristig \u00fcberhaupt noch ein Potenzial f\u00fcr Biotreibstoffe vorhanden ist.&#13;<\/p>\n<h2>Gibt es \u00fcberhaupt ein Potenzial f\u00fcr Biotreibstoffe?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Schweiz und andere OECD-L\u00e4nder ist die Hauptmotivation zur F\u00f6rderung von Biotreibstoffen die Minderung von Treibhausgasemissionen. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollten diese Reduktionen ohne negative Wirkungen auf andere Umweltoder Sozialfaktoren realisierbar sein. Das Biotreibstoff-Potenzial beschr\u00e4nkt sich dabei auf folgende Bereiche:\u00a0&#8211; Biogene Abfallstoffe wie G\u00fclle, Kl\u00e4rschlamm, Molke, Abf\u00e4lle aus der Lebensmittelproduktion und der Landwirtschaft: Oftmals bietet die Produktion von Biotreibstoffen Synergien mit der Vermeidung von unkontrollierten atmosph\u00e4rischen Emissionen (z.B. Methan-Bildung bei unkontrollierter Kompostierung). Das Potenzial der Abfallstoffe ist jedoch beschr\u00e4nkt, und es zeichnet sich bereits ein Wettbewerb um besonders begehrte Abfallfraktionen ab.\u00a0&#8211; Holz: Das gr\u00f6sste Bioenergie-Potenzial bietet in der Schweiz die nachhaltige Nutzung von Wald-, Rest- und Altholz. Hier ist jedoch die Nutzungskonkurrenz zwischen thermischer Verwertung und der Produktion von Methan als Treibstoff besonders gross. Die Bedeutung von Holz f\u00fcr die Treibstoffproduktion kann noch zunehmen, wenn die Biomass-to-Liquid-Technologie (BTL) marktreif wird.\u00a0&#8211; Landwirtschaftlicher Anbau von Bioenergie ohne Nahrungsmittelkonkurrenz und nach nachhaltigen Kriterien: Insbesondere in Afrika und S\u00fcdamerika finden sich in Teilregionen unternutzte landwirtschaftliche Fl\u00e4chen. Die Ursachen hierf\u00fcr k\u00f6nnen bei der niedrigen Bev\u00f6lkerungsdichte, fehlenden Absatzm\u00e4rkten oder auch bei Stammeskonflikten um Landbesitz liegen. In solchen Regionen kann der Anbau von Biotreibstoffen neue Impulse f\u00fcr die l\u00e4ndliche Entwicklung geben. Voraussetzung ist eine umfassende Beurteilung des Landnutzungsdrucks unter nachhaltigen Kriterien, wie dies der Roundtable on Sustainable Biofuels vorsieht (siehe Kasten 1 Der Roundtable on Sustainable Biofuels (RSB) ist eine Multi-Stakeholder-Initiative zur Entwicklung eines freiwilligen Standards f\u00fcr nachhaltige Biotreibstoffe. Die Initiative strebt die Ausarbeitung und Verabschiedung von Prinzipien und Kriterien an, deren Anwendung Anbau und Handel von Biotreibstoffen \u00f6kologisch und sozial vertr\u00e4glich gestalten soll. Hintergrund ist der aktuelle Boom bei der Produktion von Biotreibstoffen, der durch die j\u00fcngsten Entwicklungen in der globalen Energiepolitik ausgel\u00f6st wurde. Der RSB-Prozess wurde durch das Energy Center der EPFL gemeinsam mit einer Anzahl von prominenten Partnern aus Wirtschaft (u.a. Toyota, BP, Petrobras), Zivilgesellschaft (WWF) und Produzentenkreisen lanciert. Ziel der Initiative ist die Erarbeitung eines Standards, d.h. einer Liste von Kriterien und messbaren Indikatoren, die allesamt auf einer Reihe von strategischen Grundprinzipien beruhen. Die Erf\u00fcllung des Standards soll mit einer unabh\u00e4ngigen Kontrolle verifiziert werden. Der RSB wird vom Bundesamt f\u00fcr Energie (BFE) sowie vom Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) im Rahmen der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit unterst\u00fctzt: Dabei geht es auch darum, das Potenzial in Entwicklungsl\u00e4ndern zur F\u00f6rderung einer nachhaltigen Produktion von Biotreibstoffen abzukl\u00e4ren und f\u00fcr solche Produkte den Zugang zu M\u00e4rkten zu f\u00f6rdern. Ziel ist die Entwicklung eines ersten internationalen Standards noch in diesem Jahr.Internet: <a href=\"http:\/\/www.bioenergywiki.net\/index.php\/Roundtable_on_Sustainable_Biofuels\">www.bioenergywiki.net\/index.php\/Roundtable_on_Sustainable_Biofuels<\/a> .).\u00a0\u00a0Anders pr\u00e4sentiert sich das Bioenergie-Potenzial aus Sicht der Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4nder. Oberstes Ziel ist oftmals eine Erh\u00f6hung der Versorgungssicherheit durch eine Reduktion der Erd\u00f6limporte. Besonders relevant ist dies f\u00fcr l\u00e4ndliche, unterentwickelte Regionen. Dort ist einerseits viel Biomasse, andererseits wenig Geld f\u00fcr den Import von Diesel vorhanden. Die lokale Produktion von Biotreibstoffen erh\u00f6ht die Versorgungsautonomie, schafft Anreize f\u00fcr das lokale Kleingewerbe und diversifiziert die landwirtschaftliche Produktionspalette. Dar\u00fcber hinaus lassen sich Biotreibstoffe und Elektrizit\u00e4t aus Biomasse mit einfachen Einrichtungen (\u00d6lpresse, modifizierte Dieselgeneratoren) herstellen.&#13;<\/p>\n<h2>M\u00f6gliche regulatorische Massnahmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nHaupttreiber f\u00fcr die negativen Auswirkungen von Biotreibstoffen ist in vielen L\u00e4ndern eine Kombination unterschiedlicher regulatorischer Massnahmen, wie Beimischungspflichten, landwirtschaftliche Subventionen, verg\u00fcnstigte Kredite f\u00fcr Biotreibstoff-Raffinerien und Verg\u00fcnstigungen f\u00fcr Biotreibstoffe und Biotreibstoff-Fahrzeuge.\u00a0Diese Massnahmen verfolgen jeweils spezifische Ziele: Unterst\u00fctzung der Landwirtschaft und F\u00f6rderung der l\u00e4ndlichen Entwicklung, Energieautonomie, Wiederherstellung von Naturfl\u00e4chen und Treibhausgasreduktion. Meist werden diese unterschiedlichen Ziele nicht in einer gemeinsamen Strategie verfolgt, sondern stammen aus jeweils anderen Ministerien. Erfolgversprechend w\u00e4re daher ein integrierter Ansatz, der von allen beteiligten Partnern gemeinsam entwickelt wird und darauf ausgerichtet ist, die Zielsetzungen zu erreichen und gleichzeitig die Risiken der Biotreibstoffe zu minimieren. Industrialisierte L\u00e4nder sollten Biotreibstoffe nur f\u00f6rdern, wenn nachgewiesen werden kann, dass Treibhausgasemissionen \u00fcber den ganzen Lebenszyklus hinweg reduziert werden, ohne dass Trade-off-Effekte auf andere Umweltfaktoren stattfinden. Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder sollten Bioenergie nur f\u00f6rdern, wenn dadurch lokale Gemeinschaften besseren Zugang zu Strom und Treibstoffen erhalten, ohne dass die Verf\u00fcgbarkeit von Nahrungsmitteln gef\u00e4hrdet wird. F\u00fcr bestimmte L\u00e4nder Afrikas und S\u00fcdamerikas mit ausgewiesenen Landreserven besteht ausserdem ein gewisses Potenzial zur F\u00f6rderung des Anbaus von Biotreibstoffen aus nachhaltiger Produktion, um so die eigene Exportpalette zu diversifizieren und neue Einkommen zu generieren.\u00a0Des Weiteren sollten regulatorische Massnahmen kontinuierlich \u00fcberpr\u00fcft und an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst werden. Die interdisziplin\u00e4re Bioenergie-Forschung ist gegenw\u00e4rtig sehr dynamisch. Neue Erkenntnisse und Einsichten zu Biotreibstoffen d\u00fcrften somit nicht lange auf sich warten lassen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abVergleich der Treibhausgas-Emissionen (links) und der gesamten Umweltbelastung (rechts) von Biotreibstoffen im Vergleich mit fossilen Treibstoffen\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abIndirekte Effekte bei Verdr\u00e4ngung des Anbaus von Futtergetreide durch Energieraps-Produktion.\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Roundtable on Sustainable Biofuels Der Roundtable on Sustainable Biofuels (RSB) ist eine Multi-Stakeholder-Initiative zur Entwicklung eines freiwilligen Standards f\u00fcr nachhaltige Biotreibstoffe. Die Initiative strebt die Ausarbeitung und Verabschiedung von Prinzipien und Kriterien an, deren Anwendung Anbau und Handel von Biotreibstoffen \u00f6kologisch und sozial vertr\u00e4glich gestalten soll. Hintergrund ist der aktuelle Boom bei der Produktion von Biotreibstoffen, der durch die j\u00fcngsten Entwicklungen in der globalen Energiepolitik ausgel\u00f6st wurde. Der RSB-Prozess wurde durch das Energy Center der EPFL gemeinsam mit einer Anzahl von prominenten Partnern aus Wirtschaft (u.a. Toyota, BP, Petrobras), Zivilgesellschaft (WWF) und Produzentenkreisen lanciert. Ziel der Initiative ist die Erarbeitung eines Standards, d.h. einer Liste von Kriterien und messbaren Indikatoren, die allesamt auf einer Reihe von strategischen Grundprinzipien beruhen. Die Erf\u00fcllung des Standards soll mit einer unabh\u00e4ngigen Kontrolle verifiziert werden. Der RSB wird vom Bundesamt f\u00fcr Energie (BFE) sowie vom Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) im Rahmen der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit unterst\u00fctzt: Dabei geht es auch darum, das Potenzial in Entwicklungsl\u00e4ndern zur F\u00f6rderung einer nachhaltigen Produktion von Biotreibstoffen abzukl\u00e4ren und f\u00fcr solche Produkte den Zugang zu M\u00e4rkten zu f\u00f6rdern. Ziel ist die Entwicklung eines ersten internationalen Standards noch in diesem Jahr.Internet: <a href=\"http:\/\/www.bioenergywiki.net\/index.php\/Roundtable_on_Sustainable_Biofuels\">www.bioenergywiki.net\/index.php\/Roundtable on Sustainable Biofuels<\/a> .<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13; &#13; K\u00fcrzlich war in den Medien vom Jungfernflug eines Jumbo-Jets mit Biotreibstoff zu lesen. 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