{"id":123391,"date":"2008-03-01T12:00:00","date_gmt":"2008-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/03\/brugger-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:42:12","modified_gmt":"2023-08-23T21:42:12","slug":"brugger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/03\/brugger\/","title":{"rendered":"Dynamische Ver\u00e4nderungen im Standortwettbewerb"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWelche Faktoren werden im Vergleich zu fr\u00fcher wichtiger f\u00fcr ein kleines, international hoch vernetztes und rohstoffarmes Land wie die Schweiz?\u00a0&#8211; Zuerst die St\u00e4rkung von Forschung und Bildung als Fundamente der Innovationskraft. Von elementarer Bedeutung sind attraktive und gleichzeitig berechenbare Rahmenbedingungen f\u00fcr den Forschungsplatz Schweiz. Talente m\u00fcssen erkannt und gef\u00f6rdert werden: Sie sind der unerl\u00e4ssliche N\u00e4hrboden f\u00fcr ausserordentliche Leistungen von weltweiter Konkurrenzkraft. Talente aus dem Ausland sollen nicht nur ihre Ausbildung in der Schweiz absolvieren, sondern der Schweiz auf lange Frist erhalten bleiben. Konkret gefordert sind &#8211; neben der eidgen\u00f6ssischen und kantonalen Politik &#8211; die Bildungsinstitutionen selbst. Universit\u00e4ten, Fachhochschulen und Berufsschulen m\u00fcssen die Qualit\u00e4t ihrer Leistungen permanent weiterentwickeln und zur St\u00e4rkung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit auf die Anforderungen der Praxis ausrichten. Die Hochschullandschaft Schweiz braucht mehr Wettbewerb, um international bestehen zu k\u00f6nnen. Die Kooperation zwischen Bildungseinrichtungen und der Privatwirtschaft kann und muss wesentlich verbessert werden. Weniger als 8% der Extramuros-Forschung der schweizerischen Privatwirtschaft wird an schweizerische Universit\u00e4ten und Fachhochschulen vergeben &#8211; mit abnehmender Tendenz! Privatwirtschaftliche Akteure k\u00f6nnen der universit\u00e4ren Forschung wichtige Impulse verleihen. Umgekehrt kann Wissen, das an \u00f6ffentlichen Forschungseinrichtungen erarbeitet wurde, wirtschaftlich erfolgreich auf den Markt gebracht werden. Die Promotion von Spinoff-Unternehmen kann deutlich verst\u00e4rkt werden.\u00a0&#8211; Die heute bestehende Flexibilit\u00e4t auf dem Arbeitsmarkt ist von gr\u00f6sster Bedeutung f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Attraktivit\u00e4t der Schweiz. Diese umfasst auch die Personenfreiz\u00fcgigkeit im europ\u00e4ischen Kontext sowie die Rahmenbedingungen f\u00fcr internationale Talente in Forschung, Entwicklung und Bildung.\u00a0&#8211; Berechenbarkeit, Planbarkeit und Zuverl\u00e4ssigkeit sind Faktoren, die im stets h\u00e4rter und globaler werdenden Standortwettbewerb von zunehmender Bedeutung sind. Diese Faktoren basieren auf traditionellen schweizerischen Werten; sie k\u00f6nnen und m\u00fcssen f\u00fcr die Zukunft weiterentwickelt werden. Grunds\u00e4tzlich geht es um die Glaubw\u00fcrdigkeit der politischen Rahmenbedingungen, der Institutionen und der Spielregeln f\u00fcr wirtschaftliches Handeln in der Schweiz. Im Kontext des immer enger zusammenwachsenden Wirtschaftsraums Europa steht die Schweiz als Nicht-Mitglied der Europ\u00e4ischen Union diesbez\u00fcglich vor besonderen Herausforderungen.&#13;<\/p>\n<h2>Entscheidend ist die mentale Fitness<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Handlungsbedarf zur Sicherung der Attraktivit\u00e4t des Standorts Schweiz ist vielf\u00e4ltig. Ob die n\u00f6tige Weiterentwicklung gelingt, h\u00e4ngt in entscheidendem Mass von unserer mentalen Fitness ab, die Schweiz als kleines, kr\u00e4ftiges Ganzes im dynamischen weltwirtschaftlichen Prozess zu verstehen. Politische und kulturelle Vielfalt wird nur bestehen bleiben, wenn wirtschaftlich die gesamtschweizerische Karte gez\u00fcckt und kantonaler Wettbewerb als \u00abHefe im Teig\u00bb der gesamtschweizerischen Attraktivit\u00e4t gelebt wird. Einmaligkeit ergibt sich nicht aus Nachahmung, sondern aus der Kombination von innerer kultureller Vielfalt und internationaler multikultureller F\u00e4higkeit. Die so verstandene Swissness im Auftritt und die gemeinsame Verhandlungsposition im internationalen Poker sind wichtig f\u00fcr den Erfolg in der Zukunft.\u00a0Ist die Schweiz fit f\u00fcr den weltweiten Standortwettbewerb? Ja &#8211; aber nur, falls sie neben ihren Chancen im wirtschaftlichen Wettbewerb auch die entsprechenden Risiken erkennt. Die Schweiz muss deshalb ihre vielf\u00e4ltigen, jedoch zu zerstreuten Energien b\u00fcndeln &#8211; im Sinne einer echten, kr\u00e4ftigen Strategie und Positionierung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13; &#13; Welche Faktoren werden im Vergleich zu fr\u00fcher wichtiger f\u00fcr ein kleines, international hoch vernetztes und rohstoffarmes Land wie die Schweiz?\u00a0&#8211; Zuerst die St\u00e4rkung von Forschung und Bildung als Fundamente der Innovationskraft. Von elementarer Bedeutung sind attraktive und gleichzeitig berechenbare Rahmenbedingungen f\u00fcr den Forschungsplatz Schweiz. 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Wir erleben eine weltwirtschaftliche Umw\u00e4lzung, die tiefgreifender und rascher vor sich geht, als selbst die mutigsten Zukunftsforscher voraussagten. Die weltweiten Investitionsstr\u00f6me verlagern sich zugunsten der Schwellenl\u00e4nder mit den BRIC-L\u00e4ndern an der Spitze. Die Machtverh\u00e4ltnisse auf den Finanzm\u00e4rkten verschieben sich dramatisch. Der Aufbau modernster Cluster f\u00fcr Finanzdienstleistungen - beispielsweise in Dubai, Singapur und Shanghai mit Beteiligung der europ\u00e4ischen und amerikanischen Spitzeninstitute - geschieht rasch und konsequent. L\u00e4ngst bekannt ist die kontinuierliche Verlagerung industrieller Investitionen von den OECD-L\u00e4ndern in Richtung der aufstrebenden M\u00e4rkte. 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