{"id":123396,"date":"2008-03-01T12:00:00","date_gmt":"2008-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/03\/eichler-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:41:57","modified_gmt":"2023-08-23T21:41:57","slug":"eichler-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/03\/eichler-5\/","title":{"rendered":"Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Regionen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVon Wettbewerbsf\u00e4higkeit ist vor allem im Zusammenhang mit Unternehmen die Rede. Wie gut kann sich ein Unternehmen am Markt durchsetzen, nicht zuletzt auch im Vergleich mit (potenziellen) Konkurrenten? Hohe Wettbewerbsf\u00e4higkeit ist gegeben, wenn ein Unternehmen entweder im Vergleich zu anderen Anbietern vergleichbarer Produkte besonders g\u00fcnstig produzieren kann (Wettbewerbsvorteile durch Effizienz und Produktivit\u00e4t) oder wenn das Unternehmen in der Lage ist, am Markt besonders nachgefragte Produkte anzubieten (Wettbewerbsf\u00e4higkeit durch Innovation). Damit ist Wettbewerbsf\u00e4higkeit ein Attribut der Angebotseite, wobei der Erfolg am Markt erst durch die Nachfrage realisiert wird. Wettbewerbsf\u00e4higkeit ist jedoch kein Selbstzweck. Vielmehr stellt sie heute einen wichtigen Indikator f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen \u00dcberlebens-, Wachstums- und Gewinnaussichten eines Unternehmens dar. Sie ist explizit oder implizit ein wichtiges Kriterium bei individuellen Investitions- und Arbeitsplatzentscheidungen.\u00a0Angesichts der hohen Bedeutung des Konzepts \u00fcberrascht es nicht, dass der Begriff l\u00e4ngst auch in anderem Kontext verwendet wird, so z.B. f\u00fcr ganze Branchen oder L\u00e4nder. H\u00e4ufig wird auch von der Wettbewerbsf\u00e4higkeit in Zusammenhang mit Regionen gesprochen. Dabei steht immer die Zukunftsf\u00e4higkeit der Region (Staat, Branche) im Mittel-punkt des Interesses. Die Wettbewerbsf\u00e4higkeit dient als Konzept, um eine Vielzahl verschiedener Einflussfaktoren zusammenzufassen, welche die Wahrscheinlichkeit des zuk\u00fcnftigen Erfolgs umschreiben.&#13;<\/p>\n<h2>Warum ist Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Regionen ein Thema?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer tats\u00e4chliche Erfolg &#8211; sprich: wirtschaftliche Prosperit\u00e4t und Wachstum &#8211; wird letztendlich von der Summe der individuellen Unternehmen einer Region bestimmt. Dies f\u00fchrt zu regional sehr unterschiedlichen Ergebnissen (siehe Grafik 1). Gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf der Bev\u00f6lkerung unterscheidet sich die Wirtschaftskraft der Regionen massiv. Dasselbe gilt auch bez\u00fcglich Wirtschaftswachstum. Eine k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrte Untersuchung Vgl. Eichler\/Kyed\/Schriber 2007. hat f\u00fcr die Periode 1996-2005 aufgezeigt, dass die Varianzen der Wachstumsraten des Bruttoinlandprodukts (BIP) pro Jahr von Regionen innerhalb eines Landes etwa gleich gross sind wie diejenigen von ganzen L\u00e4ndern in Europa. Dies bedeutet, dass die regionalen Unterschiede im Wirtschaftswachstum nicht prim\u00e4r gesamtstaatlich bedingt sind, sondern mindestens ebenso stark durch regionale Gegebenheiten gepr\u00e4gt werden. Beschr\u00e4nkt man sich bei der Analyse des Wachstums auf die Ebene des Staates, ignoriert man einen erheblichen Teil der Wachstumsvariation und damit der Ursachen f\u00fcr die unterschiedliche Dynamik und Wettbewerbsf\u00e4higkeit.&#13;<\/p>\n<h2>Branchencluster als Ursache f\u00fcr regionale Wachstumsdifferenzen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWoher stammt die unterschiedliche Performance der Regionen? Eine m\u00f6gliche Ursache liegt in der Zusammensetzung der regionalen Wirtschaft. Da sich Branchen untereinander in ihrer Wettbewerbsf\u00e4higkeit unterscheiden, f\u00fchrt der spezifische Branchenmix einer Region auch zu einer regionsspezifischen Wettbewerbsf\u00e4higkeit. \u00a0Grafik 2 illustriert die regional unterschiedliche Branchenstruktur auf Basis der MS-Regionen f\u00fcr die vier Schl\u00fcsselbranchen der Schweiz. Diese Branchen steuern mehr als 80% der Schweizer Exporte bei und sind somit entscheidend f\u00fcr unsere Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Das Verteilungsmuster sieht f\u00fcr jede Branche anderes aus. Die Branchenstruktur unterscheidet sich deutlich zwischen den Regionen, was entsprechende R\u00fcckwirkungen auf die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Regionen hat. \u00a0Daneben spielen verschiedene gebietsspezifische Rahmenbedingungen eine Rolle. Viele wichtige Rahmenbedingungen werden zwar auf Ebene des Staates festgelegt. Doch auch die Regionen &#8211; in der Schweiz prim\u00e4r die Kantone &#8211; haben erhebliche Kompeten-zen und \u00fcben damit Einfluss auf die relevanten Rahmenbedingungen aus. Wie weit gesamtstaatliche Faktoren, der Branchenmix einer Region und die regionsspezifischen Rahmenbedingungen die unterschiedlichen Wachstumsraten der regionalen Volkswirtschaften erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, l\u00e4sst sich mit dem Konzept der Shift-Share-Analyse auf einfache Art und Weise absch\u00e4tzen (siehe Kasten 2 Bei der Shift-Share-Analyse (SSA) handelt es sich um ein Konzept, mit dessen Hilfe sich eine Kennzahl f\u00fcr eine Region &#8211; beispielsweise das Wirtschaftswachstum &#8211; deterministisch in verschiedene (Wachstums-)Beitr\u00e4ge zerlegen l\u00e4sst. In der Grundform der SSA werden dabei drei Effekte unterschieden:- Globaleffekt: unterliegender Trend, in der Regel gemessen an der Entwicklung einer \u00fcbergeordneten geografischen Einheit (z.B. Staat oder Welt);- Struktureffekt: Branchenmix der Region. Es wird ermittelt, wie stark die regionale Kennzahl vom unterliegenden Trend allein aufgrund des spezifischen Branchenmixes abweicht;- Regionaleffekt: Er gibt an, wie stark die regionale Kennzahl von rein regionsspezifischen Faktoren beeinflusst wird. Die SSA wurde erstmals von Dunn (1960) angewandt und fand seitdem vielf\u00e4ltige Anwendung. F\u00fcr eine Diskussion, eine Reihe von Erweiterungen des Konzepts und eine Anwendung auf die Schweiz siehe Eichler\/Grass (2004). Auch wenn es sich bei der SSA um ein deterministisches Konzept handelt und der verwendete Branchenmix bei einer Diskussion der Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Regionen &#8211; zumindest mittelbis langfristig &#8211; nicht als exogen gegeben unterstellt werden kann, so kann eine SSA doch zeigen, ob bzw. in etwa in welchem Umfang strukturelle und regionalspezifische Effekte f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Wirtschaftswachstum &#8211; und damit der Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Regionen &#8211; ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen.).\u00a0F\u00fcr den Zeitraum 2000-2006 war die Region Nordwestschweiz die wachstumsst\u00e4rkste Region der Schweiz. Die Shift-Share-Analyse zeigt, dass die \u00fcberdurchschnittliche Performance vollst\u00e4ndig auf den Branchenmix in der Region zur\u00fcckzuf\u00fchren ist (siehe Grafik 3). Der hohe Anteil der wachstumsstarken Branche Chemie\/Pharma ist hier ausschlaggebend. Ganz anders in der Zentralschweiz. Hier ist der Branchenmix im Vergleich zur Schweiz sogar nachteilig, wie der negative Struktureffekt zeigt. Dennoch erreicht die Region aufgrund besonders g\u00fcnstiger regionenspezifischer Entwicklungen das zweith\u00f6chste Wachstum der Schweiz. \u00a0Regionen unterscheiden sich also in ihrem Branchenmix, was die unterschiedliche wirtschaftliche Performance der Regionen teilweise erkl\u00e4ren kann. Es verbleibt jedoch eine erhebliche Variation der Wettbewerbsf\u00e4higkeit zwischen den Regionen, die dadurch nicht erkl\u00e4rt wird und zu einem grossen Teil auf unterschiedliche Standortfaktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren sein d\u00fcrfte. Diese &#8211; seien diese nun durch die Politik beeinflussbar oder nicht &#8211; bestimmen die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der jeweils ans\u00e4ssigen Betriebe und damit den wirtschaftlichen Erfolg einer Region offenbar wesentlich.&#13;<\/p>\n<h2>Regional spezifische Faktoren der Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf L\u00e4nderbasis existiert eine grosse Zahl von theoretischen und empirischen Studien, die sich mit der Frage von Wirtschaftswachstum, Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Einflussfaktoren auseinandersetzen. Auf regionaler Ebene gibt es bisher jedoch nur wenige Studien. Zwar kann bis zu einem gewissen Mass aus den nationalen Studien auch auf die regionale Ebene geschlossen werden; allerdings sind selbst auf nationaler Ebene nur wenige Einfl\u00fcsse statistisch gesichert. Im Folgenden soll auf einige Themenfelder eingegangen werden, die f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit von (Schweizer) Regionen von erheblicher Bedeutung sind.&#13;<\/p>\n<h3>Wissen und Innovation<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nKontinuierliche Innovation stellt den Motor einer Entwicklung hin zu einer wissensbasierten und nachhaltig wettbewerbsf\u00e4higen Wirtschaft f\u00fcr Hochlohnstandorte dar. Damit das hohe Lohn- und Wohlstandsniveau der westeurop\u00e4ischen Regionen mittelfristig gehalten werden kann, muss der Produktivit\u00e4tsvorsprung gegen\u00fcber dem Grossteil der Welt aufrechterhalten und ausgebaut werden. Regionen sp\u00fcren diesen Innovationsdruck besonders. Eine regionale Wirtschaft ist nicht nur dem (Kosten-)Wettbewerb durch die Globalisierung ausgesetzt, sondern steht auch innerhalb der industrialisierten Welt im Innovationswettbewerb. Hinzu kommt, dass Innovation in vielen Aspekten an eine funktionale Region gebunden ist. Zwar nehmen die Vernetzung von Innovationsaktivit\u00e4ten und die Verbreitung von Wissen im globalen Massstab zu. Dennoch kommt der regionalen Ebene eine hohe Bedeutung zu.\u00a0Als vielschichtiger und -stufiger Prozess kann Innovation in unterschiedlichen Formen ablaufen. Von besonderer regionaler Bedeutung ist dabei das pers\u00f6nliche Know-how. Die Entscheidungen \u00fcber Wohn- und Arbeitsort der entsprechenden Personen beeinflussen also immer auch die Innovationskraft einer Region. Neben eigenen Anstrengungen zur Ausbildung in einer Region kommt als wichtiger Faktor die Attraktivit\u00e4t der Region als Lebensstandort hinzu. Der zweite, regional relevante Aspekt im Innovationsprozess ist die Bildung von Clustern. Die Vernetzung verschiedener Institutionen, die an gleichen oder \u00e4hnlichen Themen arbeiten, ist f\u00fcr den Erfolg und die Effizienz des regionalen Innovationsprozesses entscheidend, zumal Cluster r\u00e4umlich gebunden sind.&#13;<\/p>\n<h3>Steuerbelastung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Belastung mit Steuern und Abgaben ist ein Faktor, der vor allem auf nationaler Ebene als Einflussfaktor auf die Wettbewerbsf\u00e4higkeit wahrgenommen wird. Angesichts der weltweiten Konkurrenz um Kapital und Arbeitspl\u00e4tze denkt man hierbei zuerst an die Besteuerung von Unternehmen. In vielen L\u00e4ndern sind die Unterschiede zwischen den einzelnen funktionalen Regionen jedoch so gering, dass dies f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit nur zwischen Staaten und allenfalls auf lokaler Ebene eine Rolle spielt. In der Schweiz hingegen unterscheiden sich auch die Regionen untereinander so erheblich, dass die Steuerbelastung zu einem wichtigen Faktor der regionalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit wird. \u00a0Neben den Unternehmenssteuern r\u00fcckt auch die Steuerbelastung von nat\u00fcrlichen Personen immer mehr ins Rampenlicht, insbesondere von hoch qualifizierten Personen mit entsprechend hohem Einkommen. Dieser besonders mobile Personenkreis wird f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit einer Region immer bedeutender. Wie oben dargelegt, sind gut qualifizierte Personen ein wesentlicher Faktor f\u00fcr die Innovationsf\u00e4higkeit einer Region. Die H\u00f6he der Steuerbelastung von nat\u00fcrlichen Personen kann aber auch die Standortentscheidung von Unternehmen beeinflussen, weil Unternehmen mobile Mitarbeitende bei einer h\u00f6heren Steuerlast mit einem h\u00f6heren Bruttolohn entsch\u00e4digen m\u00fcssen, wenn sie im internationalen Konkurrenzkampf die besten K\u00f6pfe anziehen wollen. Dies erh\u00f6ht die Kosten eines Unternehmens, womit Regionen mit einer hohen Einkommenssteuerbelastung f\u00fcr Unternehmen unattraktiver werden.&#13;<\/p>\n<h3>Attraktivit\u00e4t und Lebensqualit\u00e4t<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nOb eine Region f\u00e4hig ist, mobile Produktionsfaktoren anzuziehen, h\u00e4ngt daneben von vielen weiteren Faktoren ab. Zu nennen ist die Regulierungsdichte und Qualit\u00e4t der Institutionen, wie z.B. die Bestimmungen \u00fcber den Arbeitsmarkt oder verschiedene Produktm\u00e4rkte. Die Erreichbarkeit von aussen und die Verkehrsbedingungen innerhalb einer Region sind ebenso relevant wie die Qualit\u00e4t des \u00f6ffentlichen und privaten Leistungsangebotes. F\u00fcr potenzielle Zuz\u00fcger ist die Verf\u00fcgbarkeit von gut bezahlten Stellen, f\u00fcr ansiedlungswillige Unternehmen die Verf\u00fcgbarkeit von gut Qualifizierten von h\u00f6chster Bedeutung. Hinzu kommen Elemente der Lebensqualit\u00e4t, wie beispielsweise das kulturelle Angebot oder Naherholungsgebiete, die auch f\u00fcr das Verbleiben von bereits in einer Region wohnhaften Leuten relevant sind.&#13;<\/p>\n<h2>Verbesserung der regionalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAus wirtschaftspolitischer Sicht w\u00e4re es nat\u00fcrlich w\u00fcnschenswert, \u00fcber eine Liste mit allen relevanten Einflussfaktoren &#8211; sortiert nach ihrer Bedeutung &#8211; zu verf\u00fcgen. Damit k\u00f6nnten die effektive Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Regionen bestimmt und die Priorit\u00e4ten f\u00fcr Massnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit auf einer fundierten Basis festgelegt werden. Dies ist jedoch kaum m\u00f6glich, denn eine f\u00fcr alle Regionen g\u00fcltige, optimale Kombination an Rahmenbedingungen gibt es nicht. Vielmehr muss die Politik bei der Festlegung der beeinflussbaren Standortfaktoren die nicht ver\u00e4nderbaren Faktoren (z.B. Lage, Klima) und die vorhandene Branchenstruktur ber\u00fccksichtigen. So sind f\u00fcr eine Tourismusregion andere Faktoren relevant als f\u00fcr einen Finanzplatz oder einen Pharmastandort. Eine verst\u00e4rkte Ausrichtung auf die Bed\u00fcrfnisse der Exportbranchen ist aber in jedem Fall angezeigt.\u00a0Die wohl effektivste Standortf\u00f6rderung besteht in der St\u00e4rkung der regionalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Damit die Politik diese Rolle wahrnehmen kann, muss sie die vorhandene Qualit\u00e4t der Standortfaktoren im Vergleich mit relevanten Konkurrenzregionen im In- und Ausland sowie die spezifischen Bed\u00fcrfnisse der f\u00fcr die Region besonders wichtigen Branchen kennen. Danach kann sie aufgrund einer St\u00e4rken-Schw\u00e4chen-Analyse gezielt einzelne Bereiche angehen und an besonders wirksamen Verbesserungen arbeiten. Nur so kann die Wettbewerbsf\u00e4higkeit einer Region erhalten und im internationalen Vergleich gesteigert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abBruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf in den Schweizer MS-Regionen, 2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abAnteil der vier Schl\u00fcsselbranchen im Vergleich zum gesamtschweizerischen Durchschnitt in den Schweizer MS-Regionen, 2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abWachstumszerlegung: Reale Wertsch\u00f6pfung, 2000-2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Region: Definition und Abgrenzungen Der Begriff \u00abRegion\u00bb ist &#8211; anders als z.B. Staat &#8211; ein nicht eindeutig definierter Begriff. F\u00fcr die Analyse der Wettbewerbsf\u00e4higkeit und des Wirtschaftswachstums soll unter Region dasjenige geografische Gebiet verstanden werden, innerhalb dessen die Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital, Boden und Wissen in enger Verflechtung einen gemeinsamen Wirtschaftsraum bilden: die so genannte funktionale Wirtschaftsregion. Zur Bestimmung der Grenzen eines solchen funktionalen Raumes werden h\u00e4ufig Pendlerverflechtungen herangezogen. Je gr\u00f6sser der t\u00e4gliche Fluss von Arbeitskr\u00e4ften zwischen zwei Teilgebieten ist, desto eher bilden diese eine gemeinsame funktionale Region. H\u00e4ufig werden jedoch zus\u00e4tzlich politisch-administrative Grenzen bei der Definition ber\u00fccksichtigt, die nicht unbedingt den funktionalen Verflechtungen entsprechen. Dies ist einerseits aus politischen Gr\u00fcnden und andererseits wegen der Verf\u00fcgbarkeit statistischen Datenmaterials angezeigt. F\u00fcr eine ausf\u00fchrlichere Diskussion des Konzepts und m\u00f6glicher Grenzwerte siehe beispielsweise M\u00fcller\/Haisch (2006) und Bl\u00f6chliger (2005), in dem auch eine Anwendung f\u00fcr die Schweiz enthalten ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Shift-Share-Analyse Bei der Shift-Share-Analyse (SSA) handelt es sich um ein Konzept, mit dessen Hilfe sich eine Kennzahl f\u00fcr eine Region &#8211; beispielsweise das Wirtschaftswachstum &#8211; deterministisch in verschiedene (Wachstums-)Beitr\u00e4ge zerlegen l\u00e4sst. In der Grundform der SSA werden dabei drei Effekte unterschieden:- Globaleffekt: unterliegender Trend, in der Regel gemessen an der Entwicklung einer \u00fcbergeordneten geografischen Einheit (z.B. Staat oder Welt);- Struktureffekt: Branchenmix der Region. Es wird ermittelt, wie stark die regionale Kennzahl vom unterliegenden Trend allein aufgrund des spezifischen Branchenmixes abweicht;- Regionaleffekt: Er gibt an, wie stark die regionale Kennzahl von rein regionsspezifischen Faktoren beeinflusst wird. Die SSA wurde erstmals von Dunn (1960) angewandt und fand seitdem vielf\u00e4ltige Anwendung. F\u00fcr eine Diskussion, eine Reihe von Erweiterungen des Konzepts und eine Anwendung auf die Schweiz siehe Eichler\/Grass (2004). Auch wenn es sich bei der SSA um ein deterministisches Konzept handelt und der verwendete Branchenmix bei einer Diskussion der Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Regionen &#8211; zumindest mittelbis langfristig &#8211; nicht als exogen gegeben unterstellt werden kann, so kann eine SSA doch zeigen, ob bzw. in etwa in welchem Umfang strukturelle und regionalspezifische Effekte f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Wirtschaftswachstum &#8211; und damit der Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Regionen &#8211; ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 3: Literatur &#8211; Bl\u00f6chliger (2005): Baustelle F\u00f6deralismus. Hrsg.: Avenir Suisse, Z\u00fcrich: Verlag Neue Z\u00fcrcher Zeitung.- Dunn, E.S. (1960): A statistical and analytical technique for regional analysis. Papers of the Regional Science Association, Volume 6, S. 97-112.- Eichler\/Grass (2004): Regional Growth Factors: Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus Schweizer Sicht, Basel: BAK Basel Economics.- Eichler\/Kyed\/Schriber (2007): Dansk regional udvikling. Studie von Copenhagen Economics und BAK Basel Economics zuhanden Indenrigsog Sundhedsministeriet, Kopenhagen.- M\u00fcller\/Haisch 2006: The importance of defining and measuring urban regions in the right way &#8211; a sensitivity analysis. Arbeitspapier zuhanden des OECD-Workshops \u00abDefining and Measuring Metropolitan Regions\u00bb vom 27. November 2006.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;&#13; &#13; Von Wettbewerbsf\u00e4higkeit ist vor allem im Zusammenhang mit Unternehmen die Rede. Wie gut kann sich ein Unternehmen am Markt durchsetzen, nicht zuletzt auch im Vergleich mit (potenziellen) Konkurrenten? Hohe Wettbewerbsf\u00e4higkeit ist gegeben, wenn ein Unternehmen entweder im Vergleich zu anderen Anbietern vergleichbarer Produkte besonders g\u00fcnstig produzieren kann (Wettbewerbsvorteile durch Effizienz und Produktivit\u00e4t) oder [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3117,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[154],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3117,"seco_co_author":[3116,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Chef\u00f6konom, BAK Economics, Basel","seco_author_post_occupation_fr":"\u00c9conomiste en chef, BAK Economics, B\u00e2le","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":3116,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Direktor und Chef\u00f6konom, BAK Basel Economics","seco_co_author_post_occupation_fr":"Directeur et \u00e9conomiste en chef, BAK Basel Economics"}],"short_title":"","post_lead":"Der Begriff \u00abWettbewerbsf\u00e4higkeit\u00bb wird in der wirtschaftspolitischen Diskussion h\u00e4ufig im Zusammenhang mit Regionen verwendet. Dabei ist Wettbewerbsf\u00e4higkeit kein Selbstzweck, sondern dient vielmehr als Konzept, um eine Vielzahl verschiedener Einflussfaktoren zusammenzufassen, welche die Wahrscheinlichkeit des zuk\u00fcnftigen wirtschaftlichen Erfolgs einer Region umschreiben. Wie gross sind die Unterschiede in der Wettbewerbsf\u00e4higkeit zwischen den Regionen? Sind es prim\u00e4r gesamtstaatliche Einfl\u00fcsse, der spezifische Branchenmix oder regionale Standortfaktoren, welche die regionale Wettbewerbsf\u00e4higkeit bestimmen?","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":123399,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"8707","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55b873efa1a9b"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123396"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3117"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=123396"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123396\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128136,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123396\/revisions\/128136"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3116"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3117"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=123396"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=123396"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=123396"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=123396"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=123396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}