{"id":123416,"date":"2008-03-01T12:00:00","date_gmt":"2008-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/03\/gysler-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:42:02","modified_gmt":"2023-08-23T21:42:02","slug":"gysler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/03\/gysler\/","title":{"rendered":"Energiezukunft Schweiz: Aktionspl\u00e4ne f\u00fcr Energieeffizienz und erneuerbare Energien"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200803_16_Gysler_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"261\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Aktionsplan zur Steigerung der Energieeffizienz beinhaltet 15 Massnahmen in den Bereichen Geb\u00e4ude, Mobilit\u00e4t, Ger\u00e4te, Aus- und Weiterbildung, Forschung und Technologietransfer. Das Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) wird bis Ende 2008 die daf\u00fcr notwendigen Anpassungen des Energiegesetzes und der Energieverordnung vorbereiten. Der Aktionsplan zur F\u00f6rderung erneuerbarer Energien enth\u00e4lt sieben Massnahmen in den Bereichen der W\u00e4rmeproduktion aus erneuerbaren Energien f\u00fcr Geb\u00e4ude, eine Strategie zur Produktion von Energie aus Biomasse sowie Massnahmen zur F\u00f6rderung der Wasserkraft, der Forschung, des Technologietransfers und der Aus- und Weiterbildung. Die n\u00f6tigen \u00c4nderungen des Energiegesetzes und des Gew\u00e4sserschutzgesetzes werden im Verlauf dieses Jahres vorbereitet.\u00a0Das Uvek strebt mit den Aktionspl\u00e4nen an, den Verbrauch fossiler Energien bis 2020 um 20% zu senken, den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch um 50% zu steigern und den Anstieg des Stromverbrauchs zwischen 2010 und 2020 auf maximal 5% zu begrenzen.&#13;<\/p>\n<h2>Orientierung an den klimapolitischen Zielen der EU<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEnergiepolitische Massnahmen stehen in engem Zusammenhang mit der Klimapolitik, da nahezu 80% der Schweizer Treibhausgasemissionen beim Verbrennen fossiler Energien entstehen. Sie beinhalten jedoch &#8211; neben dem klimapolitischen Ziel &#8211; immer auch die Ziele Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit, ist doch die Energieversorgung ein wichtiger Kostenfaktor f\u00fcr die Wirtschaft. Der Ausstoss von Treibhausgasen soll nach den Pl\u00e4nen des Bundesrates bis 2020 um mindestens 20% und bis 2050 um 50% gesenkt werden (gemessen am Stand von 1990). Diese Reduktionsleistung soll durch Massnahmen im In- und Ausland erzielt werden. Wird vermehrt auf Auslandreduktionen abgest\u00fctzt, kann die Schweiz auch h\u00f6here Reduktionsziele anstreben.\u00a0Die EU-Kommission hat ihr CO2-Ziel sowie Ziele f\u00fcr Energieeffizienz und erneuerbare Energien in ihrer Energiestrategie (\u00abEnergy for a Changing World\u00bb) definiert. Mit ihrem Aktionsplan f\u00fcr Energieeffizienz strebt die Europ\u00e4ische Kommission bis im Jahr 2020 gegen\u00fcber dem Referenzszenario Energieeinsparungen von 20% an sowie eine CO2-Reduktion von 20% bis 2020 gegen\u00fcber 1990. Falls sich alle Industrienationen im Rahmen der internationalen Verhandlungen zur Klimapolitik nach 2012 f\u00fcr weiterf\u00fchrende Ziele einsetzen, soll eine Reduktion von 30% erreicht werden. Mit der bereits 2006 verabschiedeten Richtlinie Effizienz und Energiedienstleistungen will die EU die Energieeffizienz massgeblich vorantreiben. Ein weiterer Eckpfeiler der Energiestrategie der EU-Kommission bildet die Erh\u00f6hung des Anteils der erneuerbaren Energien. Ihr Anteil am Endenergieverbrauch soll im Vergleich zu heute verdreifacht werden.&#13;<\/p>\n<h2>Instrumente und Grunds\u00e4tze<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie schweizerischen Aktionspl\u00e4ne verfolgen hinsichtlich der gew\u00e4hlten Instrumente einen pragmatischen Mix von Anreizen, F\u00f6rdermassnahmen und Verbrauchsvorschriften bzw. Minimalstandards. Dabei wurden Instrumente ausgew\u00e4hlt, welche m\u00f6glichst wenig volkswirtschaftliche Kosten verursachen, weitgehend haushaltneutral ausgestaltet werden k\u00f6nnen und einen erheblichen Einfluss auf die Senkung des Energieverbrauchs oder zur Erh\u00f6hung des Anteils erneuerbarer Energien haben. Der Fokus liegt dabei auf Instrumenten, die in der Kompetenz des Bundes liegen. Allerdings sind im Bereich Geb\u00e4ude und Bauvorschriften sowie in der Raumplanung die Kompetenzbereiche der Kantone und Gemeinden betroffen. F\u00fcr diese Bereiche hat der Bundesrat Empfehlungen ausgearbeitet; es wird ein gemeinsames Vorgehen angestrebt. Bei der Wahl der Massnahmen wurde insbesondere auf einen optimalen Instrumentenmix geachtet, der sowohl \u00f6konomische Effizienz als auch Hemmnisse in der Umsetzung ber\u00fccksichtigt und Synergieeffekte nutzt.\u00a0Die nachfolgend genannten Instrumente k\u00f6nnen ihre Wirkung nur entfalten, wenn durch Technologietransfer die Marktdurchdringung von effizienten Produkten und Dienstleistungen sichergestellt ist und die entsprechenden Zielgruppen ihr Kauf- und Benutzerverhalten durch verst\u00e4rkte Aus- und Weiterbildung sowie Information und Beratung darauf ausrichten.&#13;<\/p>\n<h3>Vorschriften und Standards<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBei Geb\u00e4uden, Ger\u00e4ten und Fahrzeugen sind Vorschriften und Standards eine wichtige Grundlage zur Erreichung der Ziele. Hier soll im Rahmen von Zielvereinbarungen und konkreten Massnahmen mit den Importeuren\/Produzenten ein neuer Ziel- und Umsetzungspfad &#8211; abgestimmt mit den Vorschriften in der EU &#8211; verfolgt werden.&#13;<\/p>\n<h3>F\u00f6rdermassnahmen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDirekte F\u00f6rdermassnahmen und finanzielle Unterst\u00fctzungen machen als befristete Anschubhilfe dort Sinn, wo die anstehenden Investitionen in neue Technologien eine kurzfristig nicht \u00fcberwindbare H\u00fcrde bedeuten. Es wird in Kauf genommen, dass F\u00f6rdermassnahmen auch Nachteile (Windfall-Profite, Mitnahmeeffekte) und &#8211; im Vergleich zu rein marktwirtschaftlichen Lenkungsabgaben &#8211; ein suboptimales Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis haben k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h3>Steuerliche Anreize und Lenkungsabgaben<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEine zunehmende Bedeutung wird in Zukunft den verursachergerechten, haushaltneutralen und marktwirtschaftlichen Lenkungsinstrumenten wie steuerlichen Anreizen oder Lenkungsabgaben zukommen. Die Einf\u00fchrung dieser Instrumente im Rahmen einer umfassenden Energielenkungsabgabe oder einer \u00f6kologischen Steuerreform bedarf jedoch mit Blick auf die Revision des CO2-Gesetzes und der k\u00fcnftigen Schweizer Klimapolitik nach 2012 weiterer Abkl\u00e4rungen.&#13;<\/p>\n<h2>Aktionsplan f\u00fcr Energieeffizienz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Definition der Ziele basiert auf den Energieperspektiven des Bundesamtes f\u00fcr Energie (BFE). Den Berechnungen wurden realistische technologische Potenziale zugrunde gelegt (siehe Kasten 1 &#8211; Heizung und Warmwasser bei Neubau und Sanierung: 70%;- K\u00fchlen\/Gefrieren: 45%;- Waschen\/Abwaschen: 50%; &#8211; Information und Kommunikation: 35% bis 70%;- Beleuchtung: 70%.). Ausserdem wurden die Ziele mit denjenigen des Aktionsplans zur F\u00f6rderung erneuerbarer Energien und mit den langfristigen klimapolitischen Zielen abgeglichen. Der Aktionsplan umfasst 15 Einzelmassnahmen in den Bereichen Geb\u00e4ude, Ger\u00e4te und Mobilit\u00e4t. Die Umsetzung der verschiedenen Massnahmen ist abh\u00e4ngig vom gesetzgeberischen Prozess (siehe Grafik 1). Weitergehende Ziele k\u00f6nnen gem\u00e4ss den Berechnungen der Energieperspektiven nur \u00fcber die Einf\u00fchrung einer umfassenden Lenkungsabgabe erreicht werden.\u00a0Im Geb\u00e4udebereich existieren zahlreiche Hemmnisse nicht monet\u00e4rer Art. Bei Mietbauten bestehen beispielsweise &#8211; trotz einer CO2-Abgabe auf Brennstoffen &#8211; kaum wirksame Mechanismen, um die Hausbesitzer zu Energiesanierungsmassnahmen zu motivieren. Ausserdem fehlt Investoren oft das n\u00f6tige Wissen \u00fcber Energiedaten, und Architekten und Planer sind noch relativ schlecht \u00fcber energieeffiziente L\u00f6sungen informiert. Die zentrale Massnahme ist ein konzertiertes nationales Sanierungsprogramm von Bund, Kantonen und Gemeinden. F\u00fcr das Programm werden verschiedene Finanzierungsm\u00f6glichkeiten gepr\u00fcft, u.a. eine Teilzweckbindung der CO2-Abgabe auf Brennstoffen. Ausserdem erwartet der Bund von den Kantonen die Umsetzung von strengeren und schweizweit harmonisierten Minimalvorschriften bei Neubauten und Sanierungen. Er will diese bei der Einf\u00fchrung eines einheitlichen, gesamtschweizerisch g\u00fcltigen Geb\u00e4ude-Energieausweises &#8211; ein Standard f\u00fcr mehr Transparenz auf dem Markt &#8211; unterst\u00fctzen.\u00a0Bei den Ger\u00e4ten wird im Rahmen eines international abgestimmten Vorgehens eine Best-Practice-Strategie verfolgt, indem die Minimalstandards laufend versch\u00e4rft und die schlechtesten Ger\u00e4te vom Markt genommen werden. Die heute auf dem Markt verf\u00fcgbaren Technologien sind effizient und \u00fcber ihre Lebensdauer wirtschaftlich; entsprechend sind Vorschriften in diesem Bereich sinnvoll.\u00a0Bei der Mobilit\u00e4t wird auf eine Strategie mit Anreizen gesetzt. Der K\u00e4ufer soll mittels eines Bonus &#8211; finanziert \u00fcber eine Erh\u00f6hung der Automobilsteuer &#8211; einen Anreiz erhalten, ein energie- und umwelteffizientes Fahrzeug zu kaufen. Unterst\u00fctzt wird diese Massnahme durch eine neue Zielvereinbarung mit den Autoimporteuren. Einer solchen Vereinbarung kommt gerade bei der Umsetzung von Anreizmassnahmen eine grosse Bedeutung zu. Ausserdem unterst\u00fctzt der Bund die Bestrebungen der Kantone zur Einf\u00fchrung von verbrauchsabh\u00e4ngigen kantonalen Motorfahrzeugsteuern und arbeitet an der Weiterentwicklung der Energieetikette zu einer praxistauglichen Umweltetikette, welche den Kantonen als Basis f\u00fcr eine einheitliche L\u00f6sung dienen soll. \u00a0Nicht zu vernachl\u00e4ssigende Massnahmen bilden auch die konkreten Beitr\u00e4ge der \u00f6ffentlichen Hand (Vorbildfunktion), eine verst\u00e4rkte, koordinierte Forschung sowie die Aus- und Weiterbildung. Letztere bilden die Grundlage f\u00fcr die mittel- und langfristige Umsetzung der erforderlichen Massnahmen.&#13;<\/p>\n<h2>Aktionsplan \u00abErneuerbare Energien\u00bb<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit dem Aktionsplan strebt das Uvek an, den Anteil der erneuerbaren Energien von heute 16% auf 24% zu erh\u00f6hen. Er st\u00fctzt sich auf die neuen gesetzlichen Grundlagen (Energiegesetz mit kostendeckenden Einspeisetarifen ab 2008; Mineral\u00f6lsteuergesetz ab 2008) und ist als Erg\u00e4nzung zu den dort bereits verankerten F\u00f6rdermassnahmen in den Bereichen Elektrizit\u00e4t und Treibstoffe zu verstehen. Der Zielwert beinhaltet die bereits beschlossenen gesetzlichen Massnahmen wie die Einspeiseverg\u00fctung f\u00fcr erneuerbaren Strom ab 2009. \u00a0Die Massnahmen konzentrieren sich deshalb auf den Bereich der W\u00e4rmeproduktion durch erneuerbare Energietr\u00e4ger. Dies gilt sowohl f\u00fcr die W\u00e4rme- und Warmwasserproduktion in Geb\u00e4uden als auch f\u00fcr die Bereitstellung von Prozessw\u00e4rme f\u00fcr die Industrie. Gerade in der Nutzung von Nah- und Fernw\u00e4rmenetzen liegen grosse Potenziale brach. Die Massnahmen des Aktionsplans erg\u00e4nzen somit die aktuelle Politik zur F\u00f6rderung der erneuerbaren Energietr\u00e4ger\u00a0Im Vordergrund steht eine Strategie f\u00fcr die Biomasse (Holz und \u00fcbrige Biomasse). Sie stellt kurz- und mittelfristig wohl die wichtigste &#8211; und auch wirtschaftlich gesehen attraktivste &#8211; erneuerbare Energiequelle dar. Diese kann gerade in W\u00e4rmeverbundnetzen sowie f\u00fcr dezentrale W\u00e4rmekraftkopplungs-Anlagen eine bedeutende Rolle spielen. Aber auch die Warmwasserproduktion mit solarthermischen Anlagen weist ein grosses und wirtschaftlich marktf\u00e4higes Potenzial auf. Beide Bereiche haben jedoch nach wie vor nur eine Chance, wenn entsprechende F\u00f6rder- und Anreizsysteme zur Verf\u00fcgung stehen. Die Aktionspl\u00e4ne schlagen deshalb eine Finanzierung mit zweckgebundenen \u00f6ffentlichen Mitteln vor. Verschiedene Abkl\u00e4rungen sollen aufzeigen, welche Finanzierungsmassnahmen sinnvoll sind (Zweckbindung CO2-Abgabe, Mehrwertsteuer, Einspeiseverg\u00fctungen f\u00fcr erneuerbare W\u00e4rme).\u00a0Auch im Bereich der erneuerbaren Energien sind flankierende Massnahmen &#8211; wie beispielsweise steuerliche Anreize, erleichterte raumplanerische Bedingungen zugunsten der Anlagen mit erneuerbaren Energien &#8211; zentral. Der Bund kann auf diesen Gebieten nur koordinierend wirken oder Empfehlungen abgeben. Es sind die Kantone und die Gemeinden, die den Massnahmen zum Durchbruch verhelfen m\u00fcssen. Der Bund will aber gemeinsam mit den Kantonen nach M\u00f6glichkeiten zur Verfahrensvereinfachung und zum Abbau von rechtlichen Hindernissen beim Einsatz erneuerbarer Energien suchen. Zur Strategie f\u00fcr die erneuerbaren Energien geh\u00f6rt jedoch auch ein deutliches Signal zugunsten der Wasserkraft. Im Gleichgewicht zwischen Nutz- und Schutzinteressen soll es m\u00f6glich werden, die Potenziale der Wasserkraft k\u00fcnftig besser auszusch\u00f6pfen.\u00a0Das im Aktionsplan f\u00fcr Energieeffizienz beschriebene Impulsprogramm soll Anschub f\u00fcr die Forschung, den Technologietransfer sowie die Aus- und Weiterbildung leisten. Die \u00f6ffentliche Hand, die \u00f6ffentliche und private Forschung sowie die Bildungsinstitutionen sind gefordert, ihre Schwerpunkte noch st\u00e4rker auf erneuerbare Energien auszurichten.&#13;<\/p>\n<h2>Volkswirtschaftliche Auswirkungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm die volkswirtschaftlichen Auswirkungen zu analysieren, wurde im Rahmen der Energieperspektiven ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewichtsmodell verwendet. Die Berechnungen gehen davon aus, dass die wichtigsten Handelspartner der Schweiz \u00e4hnlich hohe CO2-Reduktionsziele ins Auge fassen und sich damit die Terms of Trade nicht \u00e4ndern. Die Berechnungen zeigen, dass sich die wirtschaftlichen Auswirkungen bei einer weltweit koordinierten Energie- und Klimapolitik in Grenzen halten.\u00a0Die Einf\u00fchrung der vorgeschlagenen Instrumente f\u00fchrt zu einer leichten Verschie-bung hin zu weniger CO2-intensiven Branchen. Das Ausmass h\u00e4ngt jeweils von der CO2-Intensit\u00e4t der einzelnen Branchen im Vergleich zum Ausland ab. Positive Auswirkungen ergeben sich vor allem in der Baubranche. Demgegen\u00fcber ist bei den herk\u00f6mmlichen Energiebranchen Elektrizit\u00e4t und Gas sowie Brenn- und Treibstoffe mit leicht negativen Auswirkungen zu rechnen. Der Strukturwandel von der Industrie zu den Dienstleistungen wird leicht verst\u00e4rkt. Die St\u00e4rkung des Markts f\u00fcr erneuerbare Energien und Energieeffizienz in der Schweiz verbessert zudem die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit der in diesem Bereich t\u00e4tigen Schweizer Unternehmen. Angesichts der weltweit erwarteten, dynamischen Zunahme der Nachfrage nach Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien ergeben sich zus\u00e4tzliche Exportchancen. Demzufolge wird die Besch\u00e4ftigung im Dienstleistungssektor und im Baugewerbe leicht ansteigen. Bei den erneuerbaren Energien besteht ein Potenzial zur Schaffung von neuen Arbeitspl\u00e4tzen. Dem steht eine leicht sinkende Besch\u00e4ftigung in den Industriebranchen gegen\u00fcber. Die gesamtwirtschaftlichen Besch\u00e4ftigungseffekte sind leicht negativ, dies auch aufgrund der Tatsache, dass die Reall\u00f6hne in der Schweiz langfristig als flexibel angenommen werden.\u00a0Die Wohlfahrt &#8211; gemessen an der Summe der j\u00e4hrlich abdiskontierten Konsumverluste des Betrachtungszeitraums &#8211; wird j\u00e4hrlich ca. 0,6 Mrd. Franken tiefer liegen als ohne Massnahmen. Dies entspricht im Jahre 2020 einer Konsumeinbusse pro Kopf von rund 150 Franken oder 0,11% des Bruttoinlandprodukts (BIP). Dabei sind allerdings die Berechnungen der durch die globale Klimaschutzpolitik vermiedenen Schadenskosten und die Anpassungskosten zur Schadensbegrenzung nicht ber\u00fccksichtigt.\u00a0Die Schadenskosten der Klima\u00e4nderung f\u00fcr die Schweiz liegen gem\u00e4ss einer Studie im Auftrag des Bundesamtes f\u00fcr Umwelt (Bafu) und des BFE in der Gr\u00f6ssenordnung von 0,6 bis 1 Mrd. Franken pro Jahr f\u00fcr jedes Grad Erw\u00e4rmung. Ausserdem reduziert eine verst\u00e4rkte Energie- und Klimapolitik auch andere lokale Belastungen von Mensch und Umwelt. Die Modellrechnungen zeigen, dass die Wohlfahrtsverluste von durchschnittlich rund 0,6 auf 0,4 Mrd. Franken gesenkt werden, falls die externen Kosten dieser lokalen Belastungen eingerechnet werden. Falls die internationalen Verhandlungen zur Reduktion der CO2-Emissionen erfolgreich verlaufen und somit weltweit eine \u00abgemeinsame\u00bb Klimapolitik verfolgt wird, kann f\u00fcr die schweizerische Volkswirtschaft insgesamt zus\u00e4tzlicher Wohlstand generiert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abEinf\u00fchrung und Umsetzung der Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs bis 2020\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Reduktionspotenziale f\u00fcr Energie-effizienz: 30% bis 70% sind machbar Die Einsparm\u00f6glichkeiten variieren je nach Anwendungsbereich. Wird die beste verf\u00fcgbare&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTechnik und die langfristige technologische Entwicklung ber\u00fccksichtigt, sind folgende Effizienzgewinne zu erwarten:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nHaushalt&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Heizung und Warmwasser bei Neubau und Sanierung: 70%;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 K\u00fchlen\/Gefrieren: 45%;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Waschen\/Abwaschen: 50%;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Information und Kommunikation:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n35% bis 70%;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Beleuchtung: 70%.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDienstleistung und Landwirtschaft&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Heizung und Warmwasser: 70% bei Neubau, 50% bei Sanierung;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Beleuchtung und Ger\u00e4te: 30% bis 50%.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIndustrie&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Produktion: 30% bis 50%;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Heizung und Warmwasser: 80% bei Neubau, 40% bei Sanierung;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Beleuchtung: 70%;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Ger\u00e4te\/Motoren: 20% bis 50%.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVerkehr&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 PW: 45%;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 LW: 20% bis 30%;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Schienenverkehr: 20%.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Literatur &#8211; BFE (2007): Die Energieperspektiven 2035 &#8211; Band 1 Synthese.- Ecoplan (2007): V\u00f6hringer, F., M\u00fcller A., Die Energieperspektiven 2035 &#8211; Band 3 Volkswirtschaftliche Auswirkungen, im Auftrag des BFE.- Ecoplan (2007): M\u00fcller A., Roth U., V\u00f6hringer F., van Nieuwkoop R., Auswirkung der Klima\u00e4nderung auf die Schweizer Volkswirtschaft, im Auftrag des Bafu und des BFE.- Prognos (2007): Kirchner A., Die Energieperspektiven 2035 &#8211; Band 2 Szenarien I bis IV, im Auftrag des BFE.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; Der Aktionsplan zur Steigerung der Energieeffizienz beinhaltet 15 Massnahmen in den Bereichen Geb\u00e4ude, Mobilit\u00e4t, Ger\u00e4te, Aus- und Weiterbildung, Forschung und Technologietransfer. 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