{"id":123426,"date":"2008-03-01T12:00:00","date_gmt":"2008-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/03\/jaeger-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:41:59","modified_gmt":"2023-08-23T21:41:59","slug":"jaeger-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/03\/jaeger-3\/","title":{"rendered":"Die Attraktivit\u00e4t und Wettbewerbsf\u00e4higkeit des KMU-Standortes Schweiz: Ergebnisse 2007"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200803_09_Jaeger_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBereits zum zehnten Mal in Folge wurde die Befragung bei den Kursteilnehmern, jeweils zwischen 30 und 40 KMU-Eigent\u00fcmern bzw. F\u00fchrungskr\u00e4ften, durchgef\u00fchrt. Aufgrund der periodischen Untersuchung k\u00f6nnen &#8211; neben einer aktuellen Niveaubetrachtung &#8211; auch dynamische Aspekte bei der Auswertung ber\u00fccksichtigt werden. Da die Teilnehmerstruktur positiv selektioniert ist und infolgedessen die Aussagen von \u00fcberdurchschnittlich erfolgreichen Unternehmern bzw. F\u00fchrungskr\u00e4ften stammen, ist eine gewisse Verzerrung einzelner Untersuchungsresultate nicht auszuschliessen. Hingegen sind im Zeitvergleich (1998-2007) keine Verzerrungen zu erwarten. Dennoch k\u00f6nnen einige wesentliche Tendenzaussagen \u00fcber die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des schweizerischen KMU-Standortes auf Plausibilit\u00e4tsbasis formuliert werden. Siehe dazu \u00abKMU-Landschaft im Wandel\u00bb, Hrsg. Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS), M\u00e4rz 2008.&#13;<\/p>\n<h2>Strukturelle Merkmale der befragten Unternehmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm ein Strukturbild der beteiligten Unternehmen zu vermitteln, werden die Unternehmen anhand der folgenden Merkmale sortiert: Branche, Gr\u00f6sse, Exportanteil sowie Umsatzwachstum im Vergleich zum Branchendurchschnitt. Die nachstehenden Zahlenwerte beziehen sich auf die aktuellste Umfrage vom Fr\u00fchling 2007. \u00a0Aufgrund ihrer Branchenzugeh\u00f6rigkeit Branchen-Einteilung gem\u00e4ss Noga-2002-Umsteigeschl\u00fcssel, BFS, Sektion Unternehmensstruktur und Besch\u00e4ftigung. k\u00f6nnen 53% der Unternehmen dem Industrie- und Gewerbesektor zugerechnet werden. Davon z\u00e4hlen \u00fcber 30% zur verarbeitenden Industrie. Dem Dienstleistungssektor sind 44% zuzuordnen und 3% dem Land- und Forstwirtschaftssektor. Diese Aufteilung kontrastiert deutlich mit dem gesamtschweizerischen Dienstleistungsanteil, wo 76% im Terti\u00e4rsektor Gem\u00e4ss der Betriebsz\u00e4hlung 2005, BFS. t\u00e4tig sind.\u00a0Hinsichtlich der Gr\u00f6sse der befragten Unternehmen wurde die gesamte Mitarbeiterzahl sowohl im Inland als auch im Ausland erfasst. \u00dcber 43% der Unternehmen besch\u00e4ftigen 10 bis 49 Mitarbeitende. In der Gr\u00f6ssenklasse 50 bis 249 sind es 37%. Lediglich 3% sind Kleinunternehmen mit 1 bis 9 Angestellten. Die verbleibenden 17% der Unternehmen besch\u00e4ftigen 250 und mehr Personen.\u00a0Etwas mehr als 28% der Unternehmen t\u00e4tigen \u00fcberhaupt keine Exporte. Bei 41% der Unternehmen betr\u00e4gt der Umsatzanteil der Exporte weniger als ein Viertel. Weitere 25% der Unternehmen erwirtschaften mehr als die H\u00e4lfte ihres Umsatzes im Ausland, sodass der Grad der Exportorientiertheit dieser KMU-Gruppe recht hoch ist. Da exportierende Unternehmen einem st\u00e4rkeren Wettbewerb ausgesetzt sind, ist davon auszugehen, dass es sich bei den befragten Unternehmen um vergleichsweise erfolgreiche KMU handelt, was das Sample wirtschaftspolitisch hochrelevant macht. Ein weiteres Indiz der positiven Selektion wird durch den Fakt best\u00e4tigt, dass 50% der befragten Unternehmen ihre Umsatzentwicklung im Vergleich zum Branchendurchschnitt als \u00fcberdurchschnittlich beurteilen.&#13;<\/p>\n<h2>St\u00e4rke-\/Schw\u00e4cheprofil &#8211; Methodik<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Umfrage beurteilten die Teilnehmenden verschiedene Standortfaktoren mit Hilfe einer Matrix nach zwei Dimensionen. Einerseits konnte das Angebot bzw. der Ist-Zustand eines Standortfaktors als schlecht, ausreichend oder gut bewertet werden. Andererseits wurde nach der Bedeutung desselben Faktors f\u00fcr das Unternehmen gefragt (unwichtig, wichtig oder sehr wichtig). Die m\u00f6glichen neun Antwortkombinationen sind in Tabelle 1 ersichtlich. Der untersuchte Standortfaktor erscheint in der Darstellung in jenem Feld, wo die h\u00e4ufigste Nennung verzeichnet wurde. Daneben steht die Prozent-zahl, die besagt, wie viele der Befragten (die eine Zuordnung vorgenommen haben) den Faktor diesem Feld zugeordnet haben. So beurteilten zum Beispiel 41% die Verf\u00fcgbarkeit von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften als schlecht\/sehr wichtig. Keine andere der neun Antwortkombinationen wurde bei diesem Faktor mit einer h\u00f6heren Prozentzahl genannt. Die Faktoren Lohnnebenkosten und Arbeitsfriede finden sich in zwei Feldern der Matrix wieder. Bei ihnen wurden zwei Antwortkombinationen genau gleich oft genannt, wobei keine andere Antwortkombination \u00f6fter genannt wurde.\u00a0Zur Interpretation der neun Felder in der Profilmatrix Die Standortfaktoren werden auf folgende Weise den Feldern zugeordnet: Von jedem Standortfaktor wird prozentual berechnet, wie viele Teilnehmer ihn in ein bestimmtes Feld eingeordnet haben. Dabei wird die Stichprobe um diejenigen Teilnehmer bereinigt, die gar keine M\u00f6glichkeit gew\u00e4hlt haben. Der Standortfaktor erscheint in dem Feld, das am h\u00e4ufigsten genannt wurde. ist Folgendes zu bemerken: Wird ein Standortfaktor als schlecht\/sehr wichtig (Feld 3) eingestuft, so ist drin-gendster standortpolitischer Handlungsbedarf geboten. Hier werden hoch akute Problemfelder sichtbar. Die Antwortkombinationen schlecht\/wichtig (Feld 2) und ausreichend\/sehr wichtig (Feld 6) weisen auf einen dringlichen standortpolitischen Handlungsbedarf in akuten, ernst zu nehmenden Problemfeldern hin. Standortbedingungen, die als ausreichend\/wichtig (Feld 5) beurteilt werden, stellen weniger akute Probleme dar. Es besteht allerdings auch hier standortpolitischer Handlungsbedarf. Standortbedingungen, die durch die restlichen Felder evaluiert werden, stellen keine Problemfelder dar. Standortpolitischer Handlungsbedarf besteht insofern, als daf\u00fcr zu sorgen ist, dass die betreffenden Standortvorteile erhalten bleiben oder weiter verbessert werden.&#13;<\/p>\n<h2>Mangelnde Verf\u00fcgbarkeit von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Matrix zeigt sich, dass das akute Problemfeld \u00abVerf\u00fcgbarkeit von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften\u00bb mit 41% die deutlichste Zuordnung erh\u00e4lt. Dieser Standortfaktor wurde zudem von \u00fcber 81% der befragten Unternehmen in der Kolonne \u00absehr wichtig\u00bb (Felder 3, 6 und 9) eingestuft. Die Bedeutung der Problematik wird dadurch unterstrichen, dass derselbe Standortfaktor in der Matrix bereits seit 1999 als schlecht bzw. ausreichend, aber sehr wichtig (Felder 3 oder 6) eingeordnet wurde. Daraus kann der Schluss gezogen werden, dass standortpolitische Massnahmen zur Verbesserung der Verf\u00fcgbarkeit von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften entweder ausgeblieben sind oder aber erfolglos waren. Allerdings trifft f\u00fcr diese Angebotsl\u00fccke als Begr\u00fcndung wohl eher zu, dass die weltweit gute Konjunkturlage die Schweizer Wirtschaft insbesondere in den letzten 4 Jahren angetrieben hat (das reale BIP wuchs von 2004 bis 2007 um durchschnittlich 2,7% pro Jahr), derweil die fast vollen Auftragsb\u00fccher (93%) in der schweizerischen Maschinen-, Metall- und Elektroindustrie zu Engp\u00e4ssen bei der Produktion und auf den Arbeitsm\u00e4rkten f\u00fcr Hochqualifizierte beigetragen haben. Siehe dazu Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco), Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) und Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem). Auf (standort-)politischer Ebene setzen die Schweiz und die EU die Personenfreiz\u00fcgigkeit seit 2002 schrittweise um. Mit der Ausdehnung des Abkommens auf die mittel- und osteurop\u00e4ischen Staaten wurde dieser wirtschaftspolitische Offenheit sogar noch intensiviert. Offenbar konnten trotz all diesen freiz\u00fcgigen Arbeitsmarktmassnahmen die Engp\u00e4sse &#8211; insbesondere bei den Hochqualifizierten &#8211; nicht beseitigt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Wechselkurs: Starker Euro f\u00fcr Importeure kritisch<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin ebenso akutes Problemfeld bildet der Wechselkurs des Schweizer Frankens gegen\u00fcber dem Euro und dem US-Dollar (siehe Grafik 1). Als problematisch sehen dies vor allem jene Unternehmen (21%), die bei ausl\u00e4ndischen Zulieferern in der Eurozone einkaufen oder von dort Vorprodukte beziehen. Bei einem weiterhin starken Euro haben die inl\u00e4ndischen Produzenten bzw. Importeure h\u00f6here Preise zu bezahlen und bekommen somit weniger f\u00fcr ihr Geld. Allerdings profitieren andere Unternehmen, wenn der Wechselkurs hoch ist. So ist es f\u00fcr die in den Euroraum exportierenden Unternehmen und f\u00fcr Zulieferer solcher Exporteure von Vorteil, wenn der Frankenwechselkurs zum Euro tief ist bzw. zur Abwertung tendiert. Zudem profitieren speziell die Tourismusbetriebe, wenn die ausl\u00e4ndischen G\u00e4ste aus dem Euro-Raum mit einer starken einheimischen W\u00e4hrung (gegen\u00fcber dem Schweizer Franken) anreisen. Diese Argumentation wird bei einer genaueren Betrachtung gest\u00fctzt, da jeweils 17% &#8211; also nur 4% weniger als beim meistgenannten Feld &#8211; der Befragten die Wechselkurse als ausreichend\/unwichtig (nur im Binnenmarkt t\u00e4tig) und ausreichend\/sehr wichtig (Exporteure) eingetragen haben. Doch auch hier zeigt sich einmal mehr: KMU ist nicht gleich KMU. Durch die oben beschriebenen Implikationen (Exportanteil, Branchenzugeh\u00f6rigkeit, Sektoreinteilung, ausl\u00e4ndische Zulieferer) ist eine Eindordnung \u00fcber eine l\u00e4ngere Zeitspanne wegen der jeweils sich \u00e4ndernden Zusammensetzung des Unternehmenssamples (bei der allj\u00e4hrlichen Umfrage) besonders schwierig. Dazu kommt, dass es sich beim Wechselkurs um einen exogenen Faktor handelt, der innert kurzer Zeit erheblichen Schwankungen unterworfen sein kann. Dennoch ist es in der vorliegenden Befragung seit 1998 das erste Mal, dass die Wechselkurssituation am h\u00e4ufigsten &#8211; n\u00e4mlich von 21% der befragten Unternehmern &#8211; als schlecht\/sehr wichtig taxiert wurde. \u00a0Beim US-Dollar verh\u00e4lt es sich umgekehrt, da dieser im Verh\u00e4ltnis zum Schweizer Franken eher zur Schw\u00e4che tendiert: Unternehmen, die in den Dollar-Raum exportieren, geben an, unter dem schwachen bzw. abwertenden Dollar zu leiden. Unternehmen jedoch, die aus dollarfakturierten Auslandm\u00e4rkten (z.B. Mineral\u00f6lprodukte) importieren, profitieren vom schwachen US-Dollar bzw. von der relativ hohen und aufwertenden Franken-Dollar-Relation.&#13;<\/p>\n<h2>Positiv bewertete Standortfaktoren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEs gibt auch Standortfaktoren, die sehr positiv (gut\/sehr wichtig) beurteilt werden. So besteht nur insofern Handlungsbedarf, als sichergestellt werden muss, dass sich die Situation nicht verschlechtert, da die Konkurrenz nicht schl\u00e4ft. Kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht also gem\u00e4ss der Befragung von 2007 bei der Flexibilit\u00e4t der Arbeitszeit, beim Arbeitsfrieden und beim Zugang zu den Auslandm\u00e4rkten. Zu Letzterem gilt es anzuf\u00fcgen, dass diesen Faktor gleichzeitig 16% als ausreichend\/unwichtig beurteilen. Dies ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass 28% der befragten Unternehmen gar keine Exporte t\u00e4tigen und entsprechend keinen Zugang zu den ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkten ben\u00f6tigen. Im Gegensatz zur Umfrage Vergleiche dazu \u00abDie Klein- und Mittelunternehmen &#8211; R\u00fcckgrat der Schweizer Volkswirtschaft\u00bb, Hrsg. BFS, 2003. vor f\u00fcnf Jahren: Damals w\u00fcnschten 44% der befragten Unternehmen beim Zugang zu den ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkten unmittelbaren staatlichen Beistand. Somit scheint der Eintritt in Auslandm\u00e4rkte f\u00fcr die exportorientierten KMU eher eine Chance denn ein gravierendes Problem darzustellen. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr d\u00fcrften unter anderem in den zahlreichen abgeschlossenen Freihandelsabkommen, den abgebauten Handelsschranken und den bilateralen Abkommen mit der EU zu suchen sein.\u00a0Interessant ist, dass \u00fcber die Zeit hinweg und generell die Faktoren Lohnniveau, Kundenmarktmacht, fiskalisches Umfeld und Bauvorschriften zwar nicht besonders positiv, aber auch nicht als dramatisch negativ beurteilt worden sind. Dennoch ist gerade hier standortpolitischer Handlungsbedarf angesagt, weil auch in diesen Bereichen seit langer Zeit erhebliches Potenzial brach liegt. \u00dcberraschenderweise stellt der Standortfaktor Zugang zu den Kapital- und Kreditm\u00e4rkten heute &#8211; im Gegensatz zu fr\u00fcheren Jahren &#8211; kein prek\u00e4res Problemfeld dar. Als immer noch relevant, aber ebenfalls zur\u00fcckgestuft, wird von 45% der befragten Unternehmen die Marktmacht der Kunden beurteilt.&#13;<\/p>\n<h2>Ausbildungsqualit\u00e4t und Rekrutierungsprobleme in der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie befragten KMU-Vertreter attestieren dem schweizerischen Bildungsstandort bei ausbildungsspezifischen Themen &#8211; wie zum Beispiel der Praxisrelevanz der Ausbildung &#8211; mehrheitlich gute Noten. Bei einer differenzierten Betrachtung der Ausbildungsqualit\u00e4t zeigt sich, dass diese bei den Akademikern h\u00f6her eingesch\u00e4tzt wird als bei den Facharbeitern. Diese Tendenz ist seit Beginn der Umfrage unver\u00e4ndert geblieben. Erw\u00e4hnenswert ist die Tatsache, dass \u00fcber den gesamten Beobachtungszeitraum die Ausbildungsqualit\u00e4t der Akademiker wie auch der Facharbeiter kaum als ungen\u00fcgend beurteilt wurde. \u00a0Bei der Analyse der verschiedenen Qualifikationssegmente des Arbeitsmarktes f\u00e4llt auf, dass 67% der KMU-Vertreter Rekrutierungsprobleme beim mittleren Management beklagen. Als Gr\u00fcnde geben die Befragten an, dass sie nicht mit dem Lohnniveau von Konzernen mithalten k\u00f6nnen und ihnen von diesen zudem oft f\u00e4hige Mitarbeiter abgeworben werden. Beim h\u00f6heren Management sehen aufgrund der (internen) Nachfolgeregelung der Familienunternehmen nur 13% der befragten Unternehmen Rekrutierungsprobleme. Ein Rekrutierungsproblem auf Ebene der Facharbeiter erkennen demgegen\u00fcber immerhin 54% der KMU. Die fehlende fachliche Ausbildung wird am h\u00e4ufigsten bem\u00e4ngelt, was wohl darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass f\u00fcr die Unternehmen der Zeithorizont oftmals zu lang ist, um selbst Facharbeiter auszubilden. Zudem besteht das hohe Risiko einer Abwerbung von fertig ausgebildeten Fachkr\u00e4ften und damit eines Know-how-Transfers zur Konkurrenz sowie einer vorzeitigen Abschreibung von eigenfinanzierten Humankapital-Investitionen.&#13;<\/p>\n<h2>Ausmass und Motive der Standortverlagerung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZum Schluss er\u00f6rtert die j\u00e4hrliche KMU-Umfrage jeweils die Gr\u00fcnde bzw. Motive, weshalb die Unternehmen allenfalls in Betracht ziehen, ihren Standort zu verlagern (siehe Grafik 2). Gem\u00e4ss der letztj\u00e4hrigen Umfrage haben grunds\u00e4tzlich 78% der KMU die M\u00f6glichkeit, den Standort zu verlagern. Dabei ist ein Standortwechsel f\u00fcr 52% nur innerhalb der Schweiz m\u00f6glich; 48% k\u00f6nnen sich vorstellen, international zu dislozieren. Verlagerungen des ganzen Unternehmens kommen f\u00fcr 42% in Frage, Teilverlagerungen hingegen f\u00fcr 72% der befragten KMU. Im Vergleich mit den Vorjahresergebnissen sind das die zweith\u00f6chsten Angaben seit 1998. Nur im Jahr 2000 (auf dem H\u00f6hepunkt der IT-Welle) waren etwas mehr KMU bereit, sowohl Teile als auch das ganze Unternehmen an einen anderen Standort zu verlagern. \u00a0Bei der Er\u00f6rterung der Gr\u00fcnde, die eine KMU-F\u00fchrung veranlassen k\u00f6nnen, den r\u00e4umlichen Standort des Unternehmens oder Teile davon zu verlagern, gibt es sowohl offensive als auch defensive Motive. Siehe dazu u.a. Jaeger, F., Bechtold, B. (2005), Eine freiz\u00fcgige Schweiz &#8211; Chim\u00e4re oder Chance?, S. 71ff. Das am h\u00e4ufigsten genannte (offensive) Motiv ist die Marktn\u00e4he (31%). Darauf folgt u.a. ein defensives Motiv, der Kostenfaktor (17%); als potenzielle Konkurrenz-Standorte stehen die neuen osteurop\u00e4ischen EU-Mitgliedsl\u00e4nder im Vordergrund. Beim Transport-Motiv (ebenfalls 17%) ist die Verkehrserschliessung am aktuellen Standort nicht befriedigend. So kann es f\u00fcr ein KMU von Bedeutung sein, ob es in einem Industriequartier oder in der N\u00e4he eines Flughafens angesiedelt ist oder ob der Standort mit dem \u00f6ffentlichen Verkehr gut erreichbar ist. Mit den EU-Richtlinien (3%) sind die zur Schweiz unterschiedlichen Normen und Vorschriften f\u00fcr Produkte gemeint. \u00a0Im Kontext der fortschreitenden Globalisierung, der hervorragenden Konjunktur und der \u00fcberwiegenden offensiven Motive (Marktn\u00e4he) zeigt sich, dass die Unterneh-men wirtschaftlich florieren und somit eine Verlagerung nicht aus der Not bzw. unter Kostendruck t\u00e4tigen m\u00fcssen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abEntwicklung der Wechselkurse Schweizer Franken zu US-Dollar und Euro, 2003-2008\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abMotive f\u00fcr Standortverlagerung\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abBewertung der Standortfaktoren von Schweizer KMU, 2007\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; Bereits zum zehnten Mal in Folge wurde die Befragung bei den Kursteilnehmern, jeweils zwischen 30 und 40 KMU-Eigent\u00fcmern bzw. F\u00fchrungskr\u00e4ften, durchgef\u00fchrt. 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Zu diesem Thema werden seit 1998 die Kursteilnehmer des Intensivstudiums f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen an der Universit\u00e4t St. Gallen befragt. Den dringendsten standortpolitischen Handlungsbedarf weist die Schweiz im Jahr 2007 zum wiederholten Mal im Bereich der Verf\u00fcgbarkeit von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften sowie zum ersten Mal beim Standortfaktor Wechselkurs auf. 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