{"id":123466,"date":"2008-03-01T12:00:00","date_gmt":"2008-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/03\/arvanitis-12\/"},"modified":"2023-08-23T23:42:33","modified_gmt":"2023-08-23T21:42:33","slug":"arvanitis-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/03\/arvanitis-11\/","title":{"rendered":"Internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit: Wo steht der Standort Schweiz?"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200803_05_Arvanitis_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"273\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Folgenden analysieren wir zuerst den Wandel der Produktionsstruktur der Schweizer Privatwirtschaft. Ziel ist es zu kl\u00e4ren, inwieweit die heutigen Strukturen gute Bedingungen f\u00fcr das Wirtschaftswachstum bieten. Anschliessend wird die Stellung der Schweiz hinsichtlich der wichtigsten Determinanten der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit untersucht. In einem Hochlohnland sind dies in erster Linie der Einsatz von Humankapital und die Innovationsleistung der Firmen. Diese Faktoren finden ihren Niederschlag auch in der Spezialisierung bei den Exporten von Waren und Dienstleistungen. \u00a0Zur Beurteilung der schweizerischen Position wird durchwegs die gleiche Auswahl wirtschaftlich hoch entwickelter Vergleichsl\u00e4nder verwendet: die grossen vier europ\u00e4ischen Volkswirtschaften (Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Italien), die Niederlande sowie die im letzten Jahrzehnt stark gewachsenen Volkswirtschaften Schweden, Finnland, D\u00e4nemark, Irland und \u00d6sterreich. Meistens erlaubt die Datenlage auch Vergleiche mit Japan und den USA.&#13;<\/p>\n<h2>Die Schweiz &#8211; eine wissensbasierte Volkswirtschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Faktor Wissen ist f\u00fcr die Konkurrenzf\u00e4higkeit und das Wirtschaftswachstum von zentraler Bedeutung. Deshalb stellt sich die Frage, wie weit die Schweiz auf dem Weg zu einer wissensbasierten Volkswirtschaft bereits vorangekommen ist. Tabelle 1 zeigt den Wertsch\u00f6pfungsanteil von vier Teilbereichen des privatwirtschaftlichen Sektors, die sich nach dem Kriterium Wissensintensit\u00e4t unterscheiden, f\u00fcr die Jahre 1990 und 2002. \u00a0Der gesamte wissensbasierte Sektor, der sich aus der Hightech-Industrie (Pharma, Chemie\/Kunststoffe, Maschinenbau, Elektrotechnik, Elektronik, Wissenschaftliche Instrumente) und den wissensintensiven Dienstleistungen zusammensetzt (Banken, Versicherungen, unternehmensnahe Dienstleistungen wie z.B. EDV, Beratung und Telekommunikation), besitzt in keinem der zw\u00f6lf Vergleichsl\u00e4nder ein so hohes Gewicht wie in der Schweiz. Diese Spitzenstellung ist in erster Linie auf die wissensintensiven Dienstleistungen &#8211; und dabei haupts\u00e4chlich auf den Finanzsektor &#8211; zur\u00fcckzuf\u00fchren.\u00a0Der wissensintensive Sektor ist seit 1990 auch in keinem anderen Land so stark gewachsen wie in der Schweiz. Anteile gewonnen haben insbesondere wissensintensive Dienstleistungen. Eine noch st\u00e4rkere Verschiebung in diese Richtung stellen wir nur f\u00fcr Grossbritannien und die Niederlande fest. Doch auch der Wertsch\u00f6pfungsanteil der Hightech-Industrie hat &#8211; getragen vom kr\u00e4ftigen Wachstum der Pharmabranche &#8211; im Gegensatz zu fast allen L\u00e4ndern zugenommen, wenn auch im Vergleich zu Irland, Finnland und Schweden nur leicht.\u00a0Insgesamt l\u00e4sst sich festhalten, dass sich in der Schweiz in den Jahren nach 1990, die bis zu Beginn des j\u00fcngsten Konjunkturaufschwungs durch eine Wachstumsschw\u00e4che gekennzeichnet waren, ein starker Strukturwandel hin zu einer wissensbasierten Wirtschaft vollzog. Dieser kam einer eigentlichen Strukturbereinigung gleich.&#13;<\/p>\n<h2>Nutzung von Humanressourcen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm international wettbewerbsf\u00e4hig zu sein, muss sich ein Hochlohnland wie die Schweiz auf humankapital- und innovationsintensive G\u00fcter und Dienstleistungen spezialisieren. Wie steht die Schweiz hinsichtlich der Nutzung von Humanressourcen da? Bei der Beurteilung ist zu unterscheiden zwischen Ausbildung und Besch\u00e4ftigung von hoch qualifiziertem Personal. F\u00fcr die wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit steht &#8211; zumindest unmittelbar &#8211; die Besch\u00e4ftigung dieser Kategorie von Arbeitskr\u00e4ften im Vordergrund. OECD-Statistiken zeigen, dass in der Schweiz &#8211; nach Schweden &#8211; anteilsm\u00e4ssig am meisten wissenschaftlich-technisches Personal besch\u00e4ftigt wird. Allerdings nahm die Besch\u00e4ftigung dieser Kategorie in den letzten zehn Jahren nur schwach zu, was jedoch auch mit dem geringen gesamtwirtschaftlichen Besch\u00e4ftigungswachstum zusammenh\u00e4ngt. Wird diesem Aspekt Rechnung getragen, war die Verschiebung der Qualifikationsstruktur in Richtung wissenschaftlich-technischem Personal nur in wenigen L\u00e4ndern ausgepr\u00e4gter. Diese Entwicklung entspricht dem oben dargestellten Trend bei der Wertsch\u00f6pfung in Richtung wissensintensiver Bereiche der Wirtschaft.\u00a0Die intensive Nutzung von wissenschaftlich-technologischem Personal beruht in der Schweiz in hohem Mass auf Immigration. Auf diesem Weg wird fast ein F\u00fcnftel des Bedarfs gedeckt &#8211; ein Anteil, der von keinem Vergleichsland auch nur ann\u00e4hernd erreicht wird. In den andern L\u00e4ndern mit hohem Anteil technisch-wissenschaftlichen Personals spielt die Immigration dieser Art von Besch\u00e4ftigten praktisch keine (Finnland) oder nur eine geringe (D\u00e4nemark, Deutschland, Schweden, Niederlande) Rolle. Diese L\u00e4nder decken ihren Bedarf prim\u00e4r durch die Ausbildung im Inland. In der Schweiz wird das Manko beim einheimischen Angebot von Absolventen auf der Terti\u00e4rstufe noch dadurch versch\u00e4rft, dass der Anteil der Diplome von technisch-naturwissenschaftlichen Studienrichtungen deutlich geringer ist als in den in dieser Hinsicht f\u00fchrenden L\u00e4ndern (Skandinavien, Deutschland, Frankreich).&#13;<\/p>\n<h2>Hohe Innovationsleistung auch bei der Umsetzung am Markt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNeben Humankapital sind Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&amp;E) erforderlich, um im Innovationswettbewerb bestehen zu k\u00f6nnen. Tabelle 2 zeigt, dass die Schweiz bez\u00fcglich F&amp;E-Intensit\u00e4t &#8211; F&amp;E-Ausgaben in Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) &#8211; zur Spitzengruppe geh\u00f6rt, allerdings mit betr\u00e4chtlichem R\u00fcckstand auf Schweden, Finnland und Japan. In den letzten zehn Jahren sind jedoch die F&amp;E-Ausgaben nur schwach gewachsen. In diesem Punkt nimmt die Schweiz nur einen Platz im Mittelfeld ein. Dass die F&amp;E-Intensit\u00e4t im Zeitablauf dennoch leicht zugenommen hat, ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass im gleichen Zeitraum das Wirtschaftswachstum schwach ausfiel. Unter den L\u00e4ndern mit einem hohen Zuwachs der F&amp;E-Ausgaben finden sich einzelne, die heute &#8211; auch bei starkem Wirtschaftswachstum &#8211; eine sehr hohe F&amp;E-Intensit\u00e4t aufweisen (Finnland, Schweden), w\u00e4hrend die starke Zunahme der F&amp;E-Intensit\u00e4t in anderen L\u00e4ndern einen noch nicht abgeschlossenen Aufholprozess widerspiegelt (\u00d6sterreich, D\u00e4nemark, Irland).\u00a0Ein intensiver Einsatz von Humankapital sowie F&amp;E ist noch keine Garantie f\u00fcr die erfolgreiche Einf\u00fchrung von Neuerungen am Markt. Zun\u00e4chst f\u00fchrt die Nutzung von F&amp;E und Humanressourcen in der Regel zu einem (technischen) Innovationsoutput auf einer Zwischenstufe des Innovationsprozesses, z.B. in Form von Patenten, Testversionen oder Prototypen. Indikatoren f\u00fcr diesen intermedi\u00e4ren Innovationsoutput beruhen meist auf Patentdaten. Die Schweiz meldete im Jahr 1995 am meisten, 2005 am zweitmeisten Patente an. Die Zunahme von Patentanmeldungen in diesen zehn Jahren war zwar in einigen L\u00e4ndern enorm; aber nur gerade Japan vermochte die Schweiz diesbez\u00fcglich zu \u00fcberholen, und nur die Niederlande und Deutschland konnten den R\u00fcckstand nennenswert verringern. Auf dieser Zwischenstufe des Innovationsprozesses ist also die Stellung der Schweiz hervorragend.\u00a0Aus wirtschaftlicher Perspektive ist der Markterfolg von Neuerungen ausschlaggebend. Hinsichtlich des Umsatzanteils von Produkten, die eine Marktneuheit darstellen, belegt die Schweiz &#8211; hinter den deutlich f\u00fchrenden L\u00e4ndern Finnland und Schweden &#8211; Rang 3, knapp gefolgt von Deutschland. Nach diesem marktorientierten Innovationsindikator liegen also die gleichen L\u00e4nder vorne, die das Feld bei der input- und outputseitigen Messung der Innovationst\u00e4tigkeit (F&amp;E, Patente) anf\u00fchren. Dies bedeutet, dass die Schweizer Wirtschaft &#8211; entgegen immer wieder vorgebrachter Behauptungen &#8211; auch bei der Umsetzung von Wissen in Markterfolge sehr gut abschneidet.&#13;<\/p>\n<h2>KMU nirgends so innovativ wie in der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDa die Schweiz ein Land der KMU ist, differenzierten wir den internationalen Vergleich der Innovationsleistung nach drei Gr\u00f6ssenklassen, und zwar f\u00fcr 2002 und 2005. Der Vergleich basiert auf einem Ranking von neun L\u00e4ndern, das auf Daten f\u00fcr vier Innovationsindikatoren beruht, die alle drei Phasen des Innovationsprozesses abbilden. Grafik 1 zeigt, welchen Rang ein Land im Durchschnitt der vier Indikatoren einnimmt, wobei die Ergebnisse nur f\u00fcr die sechs innovativsten L\u00e4nder abgebildet sind.\u00a0Aus der Grafik wird ersichtlich, dass die Schweiz bei den KMU &#8211; und dabei vor allem bei den Kleinfirmen &#8211; in beiden Jahren sehr gut abschneidet (tiefe Rangziffern), w\u00e4hrend sie bei den Grossunternehmen je nach Jahr mehr oder weniger weit hinten platziert ist. Im Jahr 2002 war die Innovationsleistung generell h\u00f6her als 2005, insbesondere bei den grossen Firmen, die zwischen den beiden Stichjahren einige Pl\u00e4tze einb\u00fcssten. Bei den KMU lagen beide Male die Schweiz, Deutschland und Schweden mit Abstand an der Spitze. Zum Vergleich ist in der Grafik f\u00fcr 2005 auch der Durchschnittsrang f\u00fcr die Gesamtwirtschaft ausgewiesen.\u00a0Dass die Schweiz bei KMU so gut abschneidet, stellt in doppelter Weise eine St\u00e4rke des Innovationssystems &#8211; und damit der Wettbewerbsf\u00e4higkeit &#8211; dar: \u00a0&#8211; Erstens ist angesichts der breiten Abst\u00fctzung der Innovationst\u00e4tigkeit ein Grossteil der Firmen besonders bef\u00e4higt, firmenexternes Wissen aufzunehmen und mit eigenen Innovationsaktivit\u00e4ten zu kombinieren (hohe \u00abAbsorptive Capacity\u00bb). \u00a0&#8211; Zweitens verf\u00fcgen sehr viele KMU \u00fcber die Voraussetzungen, um mit technologisch und\/oder qualitativ hochwertigen Spezialprodukten auf dem Weltmarkt erfolgreich Marktnischen zu besetzen.&#13;<\/p>\n<h2>Exporte: Spezialisierung auf Hightech und wissensintensive Dienstleistungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Exporte von Hightech-G\u00fctern und wissensintensiven Dienstleistungen sind ein weiterer marktorientierter Innovationsindikator, der den Vorteil besitzt, dass sich Wachstum und Spezialisierungsstruktur quantitativ darstellen lassen. Wir beschr\u00e4nken uns im Folgenden auf den Aspekt der Spezialisierung. Diese zeigt, inwieweit die Schweizer Wirtschaft auf wachstumstr\u00e4chtige Marktsegmente ausgerichtet ist. Dabei wird unterstellt, dass eine Spezialisierung auf Hightech-G\u00fcter bzw. wissensintensive Dienstleistungen in einem Hochlohnland wie der Schweiz eine Voraussetzung ist, um vom mittel- und l\u00e4ngerfristigen Wachstum des Welthandels profitieren zu k\u00f6nnen.\u00a0Grafik 2 zeigt den Anteil der Warenexporte, der auf Branchen entf\u00e4llt, die schwergewichtig Hightech-G\u00fcter produzieren. Dabei wird unterschieden nach spitzentechnologischen Branchen (Luft-\/Raumfahrt, Computer, Elektronik, Pharma, wissenschaftliche Instrumente) und \u00fcbrigen Hightech-Branchen (Chemie, elektrische sowie nicht-elektrische Maschinen). Die Summe der Exportanteile der beiden Kategorien von Hightech-Branchen betr\u00e4gt bei Irland und Japan \u00fcber 80%. An dritter Stelle folgt die Schweiz mit 77%, wobei auch die USA und Deutschland noch Anteile von \u00fcber 70% aufweisen. Ber\u00fccksichtigt man lediglich die spitzentechnologischen Branchen, schneidet die Schweiz noch besser ab. Nur in Irland ist der entsprechende Exportanteil h\u00f6her, w\u00e4hrend die auf die Schweiz folgende Gruppe von L\u00e4ndern (USA, Grossbritannien, Niederlande) bereits weit zur\u00fcckliegt.\u00a0Die ausgepr\u00e4gte Spezialisierung der Schweizer Industrie auf Hightech-Exporte ist vor allem auf die wachsende Bedeutung der Branchen Pharma und wissenschaft-liche Instrumente zur\u00fcckzuf\u00fchren. Ein Vergleich mit den Neunzigerjahren zeigt, dass sich die Zusammensetzung der Exporte innerhalb der chemischen Industrie sehr ausgepr\u00e4gt von Chemikalien zu hochwertigeren Pharmaprodukten verschoben hat. Zudem nahm der Anteil der Pharmabranche gegen\u00fcber allen anderen Hightech-Branchen zu. Lediglich bei den wissenschaftlichen Instrumenten und der &#8211; quantitativ unbedeuten-den &#8211; Luft-\/Raumfahrt konnten die Anteile gehalten werden. Insgesamt weist die Schweiz bei den G\u00fcterexporten heute eine sehr g\u00fcnstige Spezialisierung auf, wozu die Strukturanpassung der letzten f\u00fcnfzehn Jahre erheblich beigetragen hat. Damit ist die Schweiz f\u00fcr die k\u00fcnftige Entwicklung der Weltm\u00e4rkte gut ger\u00fcstet.\u00a0Auch bei den Dienstleistungsexporten verzeichnet die Schweiz ein sehr wachstumstr\u00e4chtiges Spezialisierungsmuster (siehe Grafik 3), ist doch der Anteil wissensintensiver Dienstleistungen im L\u00e4ndervergleich sehr hoch. Wenig \u00fcberraschend ist die Konzentration auf Banken und Versicherungen mit zusammen 32% enorm und liegt weit h\u00f6her als in allen anderen L\u00e4ndern. Da die mittel- und langfristigen Perspektiven f\u00fcr Finanzdienstleistungen (Stichwort \u00abWealth Management\u00bb) g\u00fcnstig sind, befindet sich die Schweiz auch im Dienstleistungsbereich strukturell in einer starken Position. Relativierend ist anzumerken, dass der Anteil der ebenfalls wachstumstr\u00e4chtigen unternehmensnahen Dienstleistungen an den gesamten Dienstleistungsexporten in der Schweiz unter dem OECD-Durchschnitt liegt.&#13;<\/p>\n<h2>St\u00e4rken- und Schw\u00e4chen-Profil<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Analyse erm\u00f6glicht eine Darstellung der bezogen auf die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit wichtigsten St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der Schweizer Wirtschaft. Eine erste St\u00e4rke liegt in der sehr guten Innovationsleistung der Wirtschaft insgesamt und insbesondere der KMU, die sich auf allen Stufen des Innovationsprozesses zeigt &#8211; also auch bei der Umsetzung innovatorischen Wissens in Neuerungen am Markt. Als zweiter grosser Vorteil erweist sich die weit gehend dem Konzept der \u00abFlexsecurity\u00bb entsprechende liberale Regulierung des Arbeitsmarkts, welche die Strukturbereinigung in Richtung wissensorientierter Wirtschaft wesentlich erleichterte. Ausserdem &#8211; und entgegen der h\u00e4ufi-gen Klagen &#8211; ist auch auf das nach wie vor g\u00fcnstige Steuerklima hinzuweisen, ein Aspekt, der hier nicht angesprochen wurde. Dadurch und dank des sehr guten Innovationssystems werden ausl\u00e4ndische Firmen angezogen, die zur St\u00e4rkung der einheimischen Wissensbasis beitragen.\u00a0Als erstes Problemfeld ist die starke Abh\u00e4ngigkeit von Immigration der Schweizer Wirtschaft bez\u00fcglich wissenschaftlich-technischem Personal zu nennen. Angesichts der demografischen Perspektiven in Europa, der wieder g\u00fcnstigeren Besch\u00e4ftigungssituation in den grossen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und des vermehrten Eigenbedarfs in Osteuropa im Zuge der sukzessiven Ann\u00e4herung des Wohlstandsniveaus an dasjenige Westeuropas ist es fraglich, ob die Unternehmen auch in Zukunft in diesem Umfang auf hoch qualifizierte Einwanderer zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Eine Steigerung des inl\u00e4ndischen Angebots ist deshalb unumg\u00e4nglich. Entsprechende Massnahmen m\u00fcssten ausgerichtet sein auf eine Steigerung der terti\u00e4ren Ausbildung (insbesondere naturwissenschaftlich-technischer Ausrichtung), auf Anreize zur Erh\u00f6hung der Vollzeit-Erwerbst\u00e4tigkeit von &#8211; gut qualifizierten &#8211; Frauen sowie auf die Mobilisierung des intellektuellen Potenzials von Ausl\u00e4nderkindern.\u00a0Ein zweiter Schwachpunkt ist die im internationalen Vergleich nach wie vor restriktivere Regulierung bzw. geringere Wettbewerbsintensit\u00e4t auf verschiedenen Binnenm\u00e4rkten. Die Schweiz erzielte zwar in den letzten Jahren Fortschritte, konnte aber gem\u00e4ss OECD-Daten den in den Neunzigerjahren bestehenden R\u00fcckstand nicht reduzieren. Diese Schw\u00e4che d\u00e4mpft unmittelbar das Produktivit\u00e4tswachstum und hat auch indirekt negative Folgen (Behinderung des Strukturwandels, h\u00f6here Preise von Vorprodukten usw.). Hier besteht eindeutig Handlungsbedarf.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abInnovationsleistung nach Gr\u00f6ssenklassen, 2002 und 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abAnteil der Exporte von Spitzentechnologie- und \u00fcbrigen Hochtechnologiebranchenan den gesamten Warenexporten, 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abAnteil von wissensintensiven Dienstleistungen an den gesamten Dienstleistungsexporten, 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abAnteil der nominellen Wertsch\u00f6pfung ausgew\u00e4hlter Branchengruppen des privatwirtschaftlichen Sektors, 1990 und 2002\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 2 \u00abInput-, output- und marktorientierte Innovationsindikatoren\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Literaturhinweis Eine detaillierte Analyse der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweizer Wirtschaft, die neben den hier behandelten zahlreiche andere Aspekte enth\u00e4lt, sowie eine ausf\u00fchrliche Literaturliste finden sich in folgender Publikation:Arvanitis, S., Hollenstein, H. und D. Marmet (2005): Internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit: Wo steht der Standort Schweiz? Eine Analyse auf sektoraler Ebene, Vdf Hochschulverlag an der ETH Z\u00fcrich, Z\u00fcrich 2005.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; Im Folgenden analysieren wir zuerst den Wandel der Produktionsstruktur der Schweizer Privatwirtschaft. Ziel ist es zu kl\u00e4ren, inwieweit die heutigen Strukturen gute Bedingungen f\u00fcr das Wirtschaftswachstum bieten. Anschliessend wird die Stellung der Schweiz hinsichtlich der wichtigsten Determinanten der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit untersucht. 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