{"id":123486,"date":"2008-01-01T12:00:00","date_gmt":"2008-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/01\/andrist-piot-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:42:13","modified_gmt":"2023-08-23T21:42:13","slug":"andrist-piot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/01\/andrist-piot\/","title":{"rendered":"Energieperspektiven 2035 &#8211; Ver\u00e4nderung der Priorit\u00e4ten in der Energiepolitik notwendig"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200801_04_Andrist-Piot_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVon 2004 bis 2007 befasste sich das Bundesamt f\u00fcr Energie (BFE) eingehend mit Energieszenarien mit dem Zeithorizont 2035. Im Vordergrund standen grundlegende Wirkungszusammenh\u00e4nge: Wie wirken sich Energiepreise, die wirtschaftliche Rahmenentwicklung (Wirtschafts- und Bev\u00f6lkerungswachstum), Vorschriften, preisliche Instrumente oder F\u00f6rderinstrumente auf das Energiesystem der Schweiz aus? \u00a0Diese fundamentalen Zusammenh\u00e4nge wurden mit Hilfe von quantitativen Modellen sichtbar gemacht. Im Wesentlichen kamen zwei Modelltypen zur Anwendung (siehe Grafik 1): \u00a0&#8211; Zur Darstellung von Energienachfrage und -angebot wurden Bottom-up-Energiemodelle eingesetzt. Diese berechnen, ausgehend von Anzahl, Gr\u00f6sse und Alter der Bauten, Ger\u00e4te, Fahrzeuge und Anlagen, den Energieverbrauch f\u00fcr jeden Wirtschaftssektor, gegliedert nach Strom, W\u00e4rme und Treibstoff. Der Nachfrageentwicklung wurden verschiedene Stromangebotsvarianten gegen\u00fcbergestellt. \u00a0&#8211; Ein dynamisches Gleichgewichtsmodell stellte die globalen und nationalen CO2-Reduktionsziele ins Zentrum. Unter Ber\u00fccksichtigung der internationalen Verflechtung der Schweiz mit dem Ausland sind Auswirkungen von globalen und schweizerischen Energie- und Klimapolitiken auf die Wirtschaft und den Konsum untersucht worden. \u00a0\u00a0Die Arbeiten wurden von einer Arbeitsgruppe mit Fachleuten aus der Wissenschaft, der Energiewirtschaft und ihren Fachverb\u00e4nden sowie der Verwaltung begleitet. Alle Grundlagenarbeiten, Schlussberichte und Resultate sind auf www.energie-perspektiven.ch verf\u00fcgbar.&#13;<\/p>\n<h2>Politikvarianten der Szenarien<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Energieperspektiven umfassen vier energiepolitische Szenarien: \u00a0&#8211; Im Szenario I \u00abWeiter wie bisher\u00bb wird die Wirkung beschlossener und in Kraft gesetzter Instrumente dargestellt. Die Zulassungsvorschriften im Bereiche Energietechnik sowie Zielvereinbarungen gem\u00e4ss Energiegesetz des Bundes werden weitergef\u00fchrt und dem technischen Fortschritt angepasst.\u00a0&#8211; Szenario II zeichnet sich durch eine \u00abVerst\u00e4rkte Zusammenarbeit\u00bb zwischen Staat und Wirtschaft aus, mit einer moderaten Versch\u00e4rfung von Vorschriften und der Einf\u00fchrung einer CO2-Abgabe auf Brennstoffen, welche einen Anreiz f\u00fcr Zielvereinbarungen zwischen Staat und Wirtschaft schafft. Mit der Weiterf\u00fchrung des Klimarappens bis 2035 und der Einf\u00fchrung eines Stromrappens werden finanzielle F\u00f6rderprogramme verst\u00e4rkt. Sie werden f\u00fcr Effizienzmassnahmen im W\u00e4rme-, Treibstoff- und Strombereich sowie zur F\u00f6rderung der erneuerbaren Stromerzeugung verwendet.\u00a0&#8211; Szenario III \u00abNeue Priorit\u00e4ten\u00bb untersucht die M\u00f6glichkeit einer deutlichen CO2-Reduktion und einer wesentlichen Steigerung der Energieeffizienz durch konsequente Anwendung bester vorhandener Technologien. Zudem sollen die Anteile der erneuerbaren Energien in der Strom- und W\u00e4rmeproduktion und im Treibstoffbereich erh\u00f6ht werden. Zentrales Instrument ist die Verteuerung der nicht erneuerbaren Energien und der Elektrizit\u00e4t mit einer Lenkungsabgabe ab 2011, welche der Wirtschaft und den Haushalten vollumf\u00e4nglich zur\u00fcckbezahlt wird. Ausgehend von der realen Preisentwicklung von Szenario I bedeutet dies f\u00fcr Heiz\u00f6l und Benzin ungef\u00e4hr eine Verdoppelung der Preise und f\u00fcr Elektrizit\u00e4t eine Erh\u00f6hung um rund 50%. Es wird zudem von einer internationalen Harmonisierung der energiepolitischen Ziele und Instrumente ausgegangen. Ein Alleingang der Schweiz wird ausgeschlossen. \u00a0&#8211; Szenario IV bildet den \u00dcbergang zur \u00ab2000-Watt-Gesellschaft\u00bb, welche bis 2100 erreicht werden soll. Daf\u00fcr erforderlich sind &#8211; neben einer Verst\u00e4rkung der Massnahmen und Instrumente von Szenario III &#8211; die Marktdurchdringung von neuen Schl\u00fcsseltechnologien, Produkten und Produktionsverfahren der Industrie sowie Struktur\u00e4nderungen bei den Wohn-\/Energiebezugsfl\u00e4chen und im Verkehrsverhalten. Wiederum wird vorausgesetzt, dass diese Ziele international abgestimmt sind. Das zentrale Instrument einer Lenkungsabgabe bewirkt gegen\u00fcber den Preisen in Szenario III nochmals einen Aufschlag um 11% beim Benzin und bis zu 37% bei der Elektrizit\u00e4t. \u00a0\u00a0Es gilt zu beachten, dass Szenarien keine Prognosen liefern, sondern Entwicklungen verschiedener Politikvarianten aufzeigen und Antworten auf die Frage \u00abWas w\u00e4re wenn?\u00bb suchen.&#13;<\/p>\n<h2>Energie- und Elektrizit\u00e4tsnachfrage<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAus den vier untersuchten Szenarien ergeben sich stark unterschiedliche Energie- und Stromverbrauchsentwicklungen. Die Energienachfrage in Szenario I nimmt bis 2035 leicht zu. Mit Politikinstrumenten l\u00e4sst sich die Gesamtnachfrage in Szenario II gegen\u00fcber 2000 leicht verringern. Erst in den Szenarien III und IV ist ab 2012 mit einer Nachfragereduktion zu rechnen, welche einen deutlichen R\u00fcckgang der Gesamtnachfrage im Jahr 2035 im Vergleich zu 2000 mit sich bringt (siehe Grafik 2).\u00a0Der Stromverbrauch weist &#8211; mit Ausnahme von Szenario IV &#8211; einen deutlichen Zuwachs aus. Obschon angenommen wird, dass neue Stromanwendungen eine h\u00f6here Effizienz aufweisen, steigt in Szenario I die Endnachfrage nach Strom bis 2035 um rund einen Viertel. Die angenommenen Politikinstrumente in Szenario II verm\u00f6gen den Zuwachs der Endnachfrage nach Strom leicht zu d\u00e4mpfen. In Szenario III steigt sie bis 2020 deutlich, sinkt danach leicht ab. Sie liegt aber im Jahr 2035 immer noch \u00fcber dem Verbrauch von 2000. Unter den Voraussetzungen des Szenarios IV geht die Elektrizit\u00e4tsnachfrage schon ab 2012 zur\u00fcck und liegt im Jahr 2035 leicht unter dem Niveau des Jahres 2000.&#13;<\/p>\n<h2>Elektrizit\u00e4tsangebot, Stroml\u00fccke und Kosten der L\u00fcckenschliessung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nErfolgt zwischen 2005 und 2035 kein Kapazit\u00e4tsersatz im schweizerischen Kraftwerkpark, \u00f6ffnet sich in den Jahren 2018 bis 2020 eine Stroml\u00fccke. Der Zeitpunkt des Eintritts der L\u00fccke variiert zwischen den Szenarien kaum, da die Elektrizit\u00e4tsnachfrage in allen Szenarien bis mindestens 2012 noch ansteigt. Hingegen ist der Bedarf an neuen Produktionskapazit\u00e4ten oder einer Erh\u00f6hung der Importe bis 2035 in Szenario I wesentlich gr\u00f6sser als in Szenario IV (siehe Tabelle 1). \u00a0F\u00fcr die Deckung der Stroml\u00fccke werden sieben Angebotsvarianten untersucht:\u00a0A Nuklear: Der Ausbaubedarf wird ab 2030 durch neue Kernkraftwerke (KKW) gedeckt. Als \u00dcbergangsl\u00f6sung sind von 2020 bis 2030 zus\u00e4tzlich neue Stromimporte n\u00f6tig.\u00a0B Nuklear und fossil-zentral: Um Stromimporte bis zur Inbetriebnahme eines neuen Kernkraftwerks zu vermeiden, werden vorerst Gaskombikraftwerke zugebaut.\u00a0C Fossil-zentral: Bis 2035 wird die L\u00fccke durch Gaskombikraftwerke geschlossen.\u00a0D Fossil-dezentral: Der Ausbaubedarf wird durch fossil befeuerte W\u00e4rme-Kraft-Kopplungsanlagen (WKK) gedeckt.\u00a0E Erneuerbare Energien: Die L\u00fccke wird ausschliesslich mit erneuerbaren Energien geschlossen.\u00a0F Ver\u00e4nderte Laufzeit: Es wird eine Verk\u00fcrzung der Laufzeit der bestehenden Kernkraftwerke auf 40 Jahre unterstellt. Als Alternative wird eine Verl\u00e4ngerung der Laufzeiten der Anlagen Beznau und M\u00fchleberg auf 60 Jahre untersucht.\u00a0G Import: Die L\u00fccke wird vorwiegend mit Stromimporten geschlossen.\u00a0\u00a0Alle m\u00f6glichen Varianten zur Deckung des Strombedarfs weisen Vor- und Nachteile auf. Kernenergie ist zwar CO2-frei und im Vergleich zu andern Produktionstechnologien kosteng\u00fcnstig; daf\u00fcr ist die Frage der Entsorgung nicht gekl\u00e4rt und die soziale Akzeptanz nicht gew\u00e4hrleistet. Gaskombikraftwerke sind rasch und kosteng\u00fcnstig gebaut, belasten jedoch die CO2-Bilanz und erh\u00f6hen die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energietr\u00e4gern. Erneuerbare Energietr\u00e4ger sind nachhaltig, aber teuer, und sie beeintr\u00e4chtigen zum Teil das Landschaftsbild. Die Importvariante ist grunds\u00e4tzlich kosteng\u00fcnstig, doch k\u00f6nnen zum Beispiel bei K\u00e4ltewellen physische Engp\u00e4sse auftreten, die sowohl die Versorgungssicherheit beeintr\u00e4chtigen als auch hohe finanzielle Risiken bergen.\u00a0Es werden nicht alle Angebotsvarianten in allen Szenarien gerechnet (siehe Tabelle 2). Beispielsweise ist Szenario I \u00abWeiter wie bisher\u00bb nicht mit einer Angebotsvariante E \u00abErneuerbare Energien\u00bb vereinbar, da als Folge fehlender F\u00f6rderinstrumente die aussch\u00f6pfbaren Potenziale f\u00fcr die Deckung der grossen Nachfrage zu klein sind. Die Varianten D und E sind erst in den Szenarien III und IV machbar, aber Variante D st\u00f6sst an die Grenzen der m\u00f6glichen Produktionspotenziale, und Variante E ist insbesondere bei der Geothermie mit Unsicherheiten \u00fcber die Technologieentwicklungen verbunden. Deshalb ist in den Szenarien III und IV eine Kombination der Angebotsvarianten D&amp;E sinnvoll. Eine weitere sinnvolle Mixvariante besteht in Szenario III aus der Kombination von Gaskombikraftwerken und erneuerbaren Energien (Variante C&amp;E). Dabei werden f\u00fcr die Stromerzeugung neben dem Gaskombikraftwerk-Projekt Chavalon noch zwei weitere Gaskombikraftwerke ben\u00f6tigt, f\u00fcr welche eine Zufeuerung von 20% Holzgas unterstellt wird. In der Variante G erfolgt die L\u00fcckenschliessung durch Stromimporte. Grunds\u00e4tzlich besteht die M\u00f6glichkeit, dass sich schweizerische Akteure an ausl\u00e4ndischen Kraftwerken (Kernkraftwerke, fossil-thermische Kraftwerke) beteiligen, da langfristige Bezugsvertr\u00e4ge auch in einem ge\u00f6ffneten Markt zu Grenzkostenpreisen m\u00f6glich sein sollten. Falls Gr\u00fcnstrom importiert wird, ist davon auszugehen, dass einerseits die im Vergleich zum Marktpreis noch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit h\u00f6heren Gestehungskosten und andererseits die bei stochastischer Einspeisung (Wind- und Solarenergie) erforderliche Ausregulierung (durch Kraftwerke im Ursprungsland oder durch schweizerische Speicherkraftwerke) mitfinanziert werden m\u00fcssen.\u00a0Um die Kosten der Angebotsvarianten miteinander vergleichen zu k\u00f6nnen, werden die f\u00fcr den Ausbau auf die Gegenwart diskontierten direkten Gesamtkosten ermittelt. Bei den Kernkraftwerken sind alle Kosten (inklusive Entsorgung) ber\u00fccksichtigt, nicht aber subjektive Risikozuschl\u00e4ge. Bei den Gaskombikraftwerken sind die Kosten der CO2-Kompensation enthalten. Auswirkungen der verschiedenen Angebotsvarianten auf die Netzkosten sind umstritten, d\u00fcrften sich jedoch im betrachteten Zeitraum wenig voneinander unterscheiden, da alle Szenarien von den gleichen Wirtschaftsstrukturen, Infrastrukturen und Geb\u00e4udeparks ausgehen. Bilden die diskontierten Gesamtkosten der L\u00fcckenschliessung Grundlage des Vergleiches, so ist Szenario IV als Folge des geringeren Stromverbrauches am g\u00fcnstigsten. Interessant ist das Ergebnis, dass die Gesamtkosten der dezentralen Varianten des Szenarios IV in der Gr\u00f6ssenordnung der zentralen Varianten der Szenarien I und II liegen. Die h\u00f6chsten Gesamtkosten weist das Szenario III in Kombination mit dezentralen Angebotsvarianten auf. Dies liegt daran, dass sowohl in Variante D als auch E als Folge des nach wie vor zunehmenden Stromverbrauchs grosse Potenziale erschlossen werden m\u00fcssen, die teilweise sehr teuer sind.&#13;<\/p>\n<h2>Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm verwendeten dynamischen allgemeinen Gleichgewichtsmodell werden alle relevanten inl\u00e4ndischen und ausl\u00e4ndischen Wirtschaftsverflechtungen erfasst. Es erm\u00f6glicht, die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von politischen Massnahmen abzusch\u00e4tzen. Die Bewertung wirtschaftlicher Auswirkungen unterschiedlicher CO2-Ziele auf die Volkswirtschaft bedingt explizite Annahmen zu energie- und umweltpolitischen Zielen der Weltwirtschaft. Sowohl die aufgrund einer Expertenbefragung angenommene internationale Harmonisierung der CO2-Ziele als auch das Instrument \u00abLenkungsabgabe\u00bb bewirken geringe, allerdings moderat negative volkswirtschaftliche Auswirkungen der untersuchten Politikvarianten. Es sind begrenzte Konsumverluste und geringe Besch\u00e4ftigungseinbussen zu erwarten. Die Kosten der CO2-Reduktion der Schweiz werden deutlich verringert, wenn eine Kompensation im Ausland zugelassen wird. So sind die spezifischen Kosten der CO2-Reduktion in der Schweiz zwar um rund einen Faktor zehn h\u00f6her als im Ausland, daf\u00fcr zielen die inl\u00e4ndischen Instrumente und Massnahmen auch auf die Gew\u00e4hrleistung der Versorgungssicherheit, welche durch die CO2-Minderung im Ausland Abstriche erf\u00e4hrt. Mit energetischer Effizienzsteigerung im Inland sind zudem technische Fortschritte und Komfortgewinne (insbesondere im Geb\u00e4udebereich) verbunden, die bei verst\u00e4rktem internationalem CO2-Handel nicht genutzt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Zusammenfassung und Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\n&#8211; In einer Welt \u00abWeiter wie bisher\u00bb (Szenario I) kompensiert der autonome technische Fortschritt die von der Wirtschafts- und Demografieentwicklung ausgel\u00f6ste Zunahme der Nachfrage nach Energie, sodass bis 2035 mit einer Energienachfrage auf dem heutigen Niveau gerechnet werden kann. Das Szenario II \u00abVerst\u00e4rkte Zusammenarbeit\u00bb bewirkt eine Reduktion der Energienachfrage im Vergleich zu Szenario I, bedeutet jedoch keine Trendwende. Das gesamte schweizerische Energiesystem reagiert tr\u00e4ge auf Preisver\u00e4nderungen. Um die Energienachfrage und damit die energetischen CO2-Emissionen und die Energieverbrauchsentwicklung gegen\u00fcber dem heutigen Niveau deutlich zu senken, ist eine national und international koordinierte Ver\u00e4nderung der Priorit\u00e4ten in der Energie- und Umweltpolitik notwendig, wie sie in den Szenarien III und IV unterstellt wird. Ein Alleingang der Schweiz wird dabei ausgeschlossen. Als Umsetzungsinstrument wird eine Lenkungsabgabe auf alle Energietr\u00e4ger auf der Stufe Endverbrauch eingesetzt, welche die Energiepreise deutlich ansteigen l\u00e4sst. F\u00fcr Szenario IV wird zudem davon ausgegangen, dass Potenziale neuer Schl\u00fcsseltechnologien unter Effizienzgesichtspunkten erschlossen werden. Zudem wird angenommen, dass bei gleicher Wirtschaftsentwicklung weniger Fl\u00e4chen und weniger Verkehrsleistungen in Anspruch genommen werden.\u00a0&#8211; Die international abgestimmte Neuorientierung der Energie- und Umweltpolitik wirkt sich in geringem Ausmass negativ auf Konsum und Besch\u00e4ftigung in der Schweiz aus. \u00a0&#8211; Die Umsetzungsinstrumente erfordern je nach Eingriffstiefe Beschl\u00fcsse und Vereinbarungen, Verordnungs\u00e4nderungen, neue Gesetze oder Verfassungs\u00e4nderungen. \u00a0&#8211; Auch in den Szenarien III und IV bleibt ein erheblicher Einsatz fossiler Energietr\u00e4ger bestehen. Allerdings reduziert sich der Anteil in Szenario III um einen Drittel und in Szenario IV um 50% im Vergleich zu Szenario I.\u00a0&#8211; Die Einsparungen an Treibstoff bewirken Mineral\u00f6lsteuerausf\u00e4lle in Milliardenh\u00f6he. Es wird notwendig, nach alternativen Finanzierungen der Infrastrukturausgaben zu suchen.\u00a0\u00a0Das Finden von L\u00f6sungen und die Umsetzung erfordern in jedem Fall von allen beteiligten Gruppen eine erhebliche Kompromissbereitschaft. Die Energieperspektiven bilden eine umfassende und wissenschaftlich abgest\u00fctzte Grundlage, um die Folgen einzelner diskutierter und notwendiger Schritte qualitativ beurteilen und quantitativ absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abMethodisches Vorgehen\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abEndenergie- und Elektrizit\u00e4tsverbrauch: Entwicklung 1950-2004 und Prognosen bis 2035 gem\u00e4ss Szenarien\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abVarianten der L\u00fcckenschliessung: Ben\u00f6tigter Zubau und diskontierte Gesamtkosten\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 2 \u00abVer\u00e4nderungen zwischen 2000 und 2035 In&nbsp;%\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; Von 2004 bis 2007 befasste sich das Bundesamt f\u00fcr Energie (BFE) eingehend mit Energieszenarien mit dem Zeithorizont 2035. 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