{"id":123541,"date":"2008-01-01T12:00:00","date_gmt":"2008-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/01\/naef-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:42:50","modified_gmt":"2023-08-23T21:42:50","slug":"naef-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/01\/naef-3\/","title":{"rendered":"Die Stroml\u00fccke darf nicht zur Perspektive des Wirtschaftsstandorts Schweiz werden"},"content":{"rendered":"<p>Eine sichere Stromversorgung ist Grundlage f\u00fcr eine leistungsf\u00e4hige Wirtschaft. Der Wirtschaftsstandort Schweiz w\u00e4re durch eine mangelhafte Stromversorgung ernsthaft gef\u00e4hrdet. Der Bundesrat hat bei seinem Richtungsentscheid zur Energiepolitik der Schweiz die herausragende Bedeutung von Grosskraftwerken f\u00fcr den Ersatz der heute in Betrieb stehenden Kernkraftwerke erkannt. Energieeffizienz und erneuerbare Energien werden allenfalls einen Beitrag &#8211; vor allem im Geb\u00e4ude- und Mobilit\u00e4tsbereich &#8211; leisten k\u00f6nnen. Die aktuelle Herausforderung besteht darin, bis 2020 die sich \u00f6ffnende Stroml\u00fccke zu f\u00fcllen und die Versorgung sicherzustellen. Kernkraftwerke der neusten Generation werden dabei aus den Gr\u00fcnden des Klimaschutzes eine Schl\u00fcsselrolle einnehmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nStrom ist nicht lagerbar und muss jederzeit entsprechend der nachgefragten Leistung zur Verf\u00fcgung stehen. Das Stromangebot muss daher mit dem Verbrauch mitwachsen. Der Stromverbrauch der Schweiz hat jedoch seit 1990 um 24%, die inl\u00e4ndische Stromproduktion dagegen nur um 13% zugenommen. In den letzten Jahren hat sich die Schweiz vom Nettoexporteur zum Nettoimporteur von Strom gewandelt. \u00a0Nach wie vor kann die Schweiz auf Importe aus den Nachbarl\u00e4ndern zur\u00fcckgreifen. Allerdings verknappt sich auch in der EU das Stromangebot laufend. Zus\u00e4tzliche Stromimporte sind f\u00fcr die Schweiz daher nur in beschr\u00e4nktem Ausmasse m\u00f6glich. Technische Einschr\u00e4nkungen und Vorschriften, welche im Zuge der internationalen Strommarktliberalisierung und im Nachgang zum Blackout 2003 in Italien erlassen wurden, setzen zudem enge Grenzen. Stromimporte werden ausserdem immer kostspieliger, da im Falle von Engp\u00e4ssen nur dem Meistbietenden das Recht zum internationalen Stromtransport erteilt wird.&#13;<\/p>\n<h2>Kritischste Phase der Stromversorgung um 2020<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSchon ab 2012 k\u00f6nnte die Versorgungslage der Schweiz bei l\u00e4nger andauernden Hitzeoder K\u00e4lteperioden kritisch werden. Ab 2020 wird sich der Mangel an Elektrizit\u00e4t noch weiter akzentuieren, da ab diesem Zeitpunkt die erste Generation der inl\u00e4ndischen Kernkraftwerke das Ende der Betriebsdauer erreichen wird. Die daraus resultierende Stromversorgungsl\u00fccke w\u00fcrde zwangsl\u00e4ufig zu Netzabschaltungen f\u00fchren. Das Ausmass an drohenden volkswirtschaftlichen Sch\u00e4den l\u00e4sst sich heute nicht absch\u00e4tzen. \u00a0Der Bundesrat hat zur Abwendung dieser Gefahr eine erste wichtige Weichenstellung vorgenommen. In seinem Entscheid vom 21.Februar 2007 hat er sich f\u00fcr den Bau neuer Grosskraftwerke ausgesprochen. Im Weiteren soll die Energieeffizienz verbessert und die Nutzung der erneuerbaren Energien verst\u00e4rkt werden. Diese werden vor allem im Mobilit\u00e4ts- und Geb\u00e4udebereich wirksam sein. Die effizientere Energieverwendung in Geb\u00e4uden mittels W\u00e4rmepumpen und moderner Geb\u00e4udetechnik senkt die CO2-Emissionen der Schweiz, erh\u00f6ht jedoch den Stromverbrauch. Auch die verst\u00e4rkte Nutzung des \u00f6ffentlichen Verkehrs und der Vollausbau der Neat tragen zu vermehrtem Stromverbrauch bei. Der Einsatz von Elektrizit\u00e4t ist deshalb f\u00fcr den Gesamtenergieverbrauch und den Klimaschutz von grosser Bedeutung.&#13;<\/p>\n<h2>KKW &#8211; einzig wirtschaftliche Grosskraftwerke<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDa Bewilligungsverfahren und Bau der Anlagen viel Zeit beanspruchen, m\u00fcssen die erforderlichen Entscheide f\u00fcr den Bau neuer Grosskraftwerke m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig gef\u00e4llt werden. Die Auswahl an Technologien f\u00fcr neue Grosskraftwerke h\u00e4lt sich in engen Grenzen. Gaskombikraftwerke k\u00f6nnen unter den vom Parlament festgelegten Bedingungen zur Kompensation der entstehenden CO2-Emissionen nicht wirtschaftlich betrieben werden. Wegen der Ungewissheit \u00fcber die zuk\u00fcnftige Klimapolitik der Schweiz ist die Ausgangslage auch f\u00fcr andere, auf fossilen Energietr\u00e4gern beruhende Stromerzeugungstechnologien ung\u00fcnstig. \u00a0Will die Schweiz weiterhin zum Schutz des Klimas an der Verminderung ihrer CO2-Emissionen festhalten, bleibt einzig die Stromerzeugung aus Kernkraftwerken der neusten Generation. Mit diesen Anlagen w\u00e4re die Schweiz weiterhin in der Lage, ihre Stromversorgung sicher, umweltschonend und kosteng\u00fcnstig zu gew\u00e4hrleisten. Derzeit liegt der Ball bei den Elektrizit\u00e4tserzeugungsunternehmen, ihre Gesuche einzureichen bzw. Bewilligungen f\u00fcr den Ersatz bestehender Kernkraftwerke einzuholen. Bundesrat, Parlament und &#8211; dank dem erst seit wenigen Jahren geltenden neuen Kernenergierecht &#8211; schliesslich das Volk werden dann \u00fcber diese Bewilligungen entscheiden. Gegen\u00fcber fr\u00fcheren Volksabstimmungen zur Kernenergie wird es um ein Bekenntnis zu Wirtschaftsstandort, Versorgungssicherheit und Klimaschutz gehen. Die Wirtschaft steht hinter diesem Bekenntnis.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine sichere Stromversorgung ist Grundlage f\u00fcr eine leistungsf\u00e4hige Wirtschaft. Der Wirtschaftsstandort Schweiz w\u00e4re durch eine mangelhafte Stromversorgung ernsthaft gef\u00e4hrdet. Der Bundesrat hat bei seinem Richtungsentscheid zur Energiepolitik der Schweiz die herausragende Bedeutung von Grosskraftwerken f\u00fcr den Ersatz der heute in Betrieb stehenden Kernkraftwerke erkannt. 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