{"id":123566,"date":"2008-01-01T12:00:00","date_gmt":"2008-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2008\/01\/wellinger-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:42:44","modified_gmt":"2023-08-23T21:42:44","slug":"wellinger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2008\/01\/wellinger\/","title":{"rendered":"Die Markt\u00f6ffnung aus der Sicht der erneuerbaren Energien und der Stromeffizienz"},"content":{"rendered":"<p>Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist gegen eine \u00d6ffnung des Strommarkts nichts einzuwenden, sofern der Markt auch funktioniert. Vor dem Hintergrund der europ\u00e4ischen und speziell der deutschen Erfahrung ist aber nicht davon auszugehen, dass in K\u00fcrze ein wirklich liberalisierter Markt entstehen wird. Dazu sind die grossen Energieversorgungsunternehmen (EVU) als langj\u00e4hrige Monopolisten &#8211; auch nach einer \u00d6ffnung &#8211; zu dominant. Es ist deshalb zu begr\u00fcssen, dass die Kleinkonsumenten unter 100 MWh &#8211; mindestens im \u00dcbergang bis 2013 &#8211; noch einen gewissen Schutz erfahren. Denn bereits im Vorfeld zum Stromversorgungsgesetz (StromVG) wurde der Strompreis f\u00fcr die Industrie gesenkt und die Kostenb\u00fcrde auf die Kleinen verschoben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nOhne begleitende F\u00f6rdermassnahmen wird die Situation f\u00fcr die erneuerbaren Energien (EE) am Markt noch schwieriger. Bereits vor der Markt\u00f6ffnung (2005) gelangten gegen 47% des in der Schweiz produzierten Wasserstroms, der rund 99,8% der EE ausmacht, in den Export. Das zeigt eine Studie Evaluation Einf\u00fchrung der Stromkennzeichnung. Uvek, Dezember 2007. zur Stromdeklaration, welche das Bundesamt f\u00fcr Energie (BFE) im Dezember 2007 publiziert hatte. Mit dem im StromVG integrierten Herkunftsnachweis wird der Export von Wasserkraft (Zertifikate) nochmals deutlich erleichtert und vom steigenden Preis an der Leipziger B\u00f6rse (EEX) angeregt. Wir unterst\u00fctzen zwar aus volkswirtschaftlichen \u00dcberlegungen den Export von Wasserkraft; allerdings m\u00fcsste ein Teil des Gewinns (2005 mehr als 1 Mrd. Franken) in den Aufbau von neuen EE-Anlagen re-investiert werden. Das Gegenteil ist aber der Fall, wie der erw\u00e4hnte BFE-Bericht zeigt: Der Anteil von Wasserkraft betr\u00e4gt an der Steckdose nur noch 31% &#8211; bei einem Produktionsanteil von knapp 57%. Daf\u00fcr erh\u00e4lt der Konsument 41% Kernenergie und 21% aus \u00abnicht \u00fcberpr\u00fcfbaren Energietr\u00e4gern\u00bb, d.h. wohl Egalstrom aus AKW und fossil befeuerten Kraftwerken. Eine Marktbefragung im Rahmen der BFE-Studie zeigt die deutlichen Unterschiede zwischen den Kundenerwartungen an einen Schweizer Strom-Mix mit viel EE (78%) und der realen Zusammensetzung an der Steckdose.&#13;<\/p>\n<h2>Einspeiseverg\u00fctung als zentrales Instrument<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVon zentraler Bedeutung f\u00fcr die Steigerung der Stromproduktion aus EE ist die mit dem StromVG verkn\u00fcpfte Revision des Energiegesetzes (EnG) mit der kostendeckenden Einspeiseverg\u00fctung. Bis zu einem Dach von 0,6 Rp.\/kWh Endverbrauch k\u00f6nnen Wasserkraft (bis 10 MW), Biomasse-, Wind- und Sonnenstrom kostendeckend \u00fcber die nationale Netzgesellschaft verg\u00fctet werden. Ebenfalls wichtig ist die im EnG festgehaltene Steigerung der Produktion von Strom aus EE um 5400 GWh bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2000.\u00a0Allerdings reichen die rund 320 Mio. Franken auch bei einer Kostendegression neuer Anlagen nicht aus, um die zus\u00e4tzliche Menge an EE zu produzieren. Es ist daher nach wie vor wichtig, dass &#8211; neben der kostendeckenden Verg\u00fctung nach Art. 7a &#8211; auch die Produktion im freien Markt (Art. 7b) weitergef\u00fchrt wird. Die Agentur f\u00fcr erneuerbare Energien und Energieeffizienz (AEE) dokumentiert und unterst\u00fctzt den freien Markt seit 1999 mit einer Angebotsseite im Internet ( \u00d6kostrom in der Schweiz &#8211; Der Marktanteil erneuerbarer Stromprodukte im Jahr 2006. AEE, Juli 2007. zum Absatz von Stromprodukten aus EE. Wichtig ist der Markt auch f\u00fcr Private und Unternehmen, die eine anteilsm\u00e4ssige oder vollst\u00e4ndige Abdeckung des Strombedarfs mit zertifiziertem Strom anstreben, wie zum Beispiel die in EnAW-Gruppen zusammengeschlossenen Betriebe.&#13;<\/p>\n<h2>Erneuerbare Energien und rationeller Umgang mit Energie<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZu einer \u00d6kologisierung der Stromproduktion geh\u00f6rt auch der rationelle Umgang mit Elektrizit\u00e4t. Das klingt zwar banal, st\u00f6sst aber eher auf Ablehnung bei vielen EVU, die sich nicht vorstellen k\u00f6nnen, wie man mit einer Stromminderung Geld verdienen kann. Wichtig ist deshalb auch Art. 7b, Abs. 3 EnG, wo die F\u00f6rderung des rationellen Umgangs mit Strom vorgegeben ist und die entsprechenden Ausschreibungen mit Mitteln aus dem Zuschlag gem\u00e4ss Art.7a, Abs.3 auch gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen. \u00a0Die AEE betrachtet die erneuerbaren Energien und den rationellen Umgang mit Energie als siamesische Zwillinge, die nur gemeinsam zu einer nachhaltigen Energie- und Klimapolitik f\u00fchren. Wir begr\u00fcssen daher auch die vom EnG vorgesehene Einbindung der Kantone, die f\u00fcr die Effizienz im Geb\u00e4udebereich zust\u00e4ndig sind. Die im Dezember von der Kommission f\u00fcr Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK) des Nationalrates verabschiedete und in die Vernehmlassung geschickte parlamentarische Initiative zur \u00abTeilzweckbindung der CO2-Abgabe zur Schaffung von Anreizen f\u00fcr energetisch wirksame Massnahmen im Geb\u00e4udebereich\u00bb unterst\u00fctzt die entsprechenden Anstrengungen des Bundes (Aktionspl\u00e4ne) und der kantonalen Energiedirektorenkonferenz.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist gegen eine \u00d6ffnung des Strommarkts nichts einzuwenden, sofern der Markt auch funktioniert. Vor dem Hintergrund der europ\u00e4ischen und speziell der deutschen Erfahrung ist aber nicht davon auszugehen, dass in K\u00fcrze ein wirklich liberalisierter Markt entstehen wird. Dazu sind die grossen Energieversorgungsunternehmen (EVU) als langj\u00e4hrige Monopolisten &#8211; auch nach einer \u00d6ffnung &#8211; [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3111,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[],"post_content_subject":[230],"acf":{"seco_author":3111,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Co-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, AEE Agentur f\u00fcr erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Z\u00fcrich","seco_author_post_occupation_fr":"Cosecr\u00e9taire de l'Agence des \u00e9nergies renouvelables et l'efficacit\u00e9 \u00e9nerg\u00e9tique AEE, Zurich","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":123569,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"9797","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55b8973ad25bc"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123566"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3111"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=123566"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123566\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128170,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123566\/revisions\/128170"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3111"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123566"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=123566"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=123566"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=123566"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=123566"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=123566"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}