{"id":123586,"date":"2007-12-01T12:00:00","date_gmt":"2007-12-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/12\/crettaz-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:42:46","modified_gmt":"2023-08-23T21:42:46","slug":"crettaz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/12\/crettaz\/","title":{"rendered":"Armut von Personen im Erwerbsalter in der Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Jede 12. Person im Alter von 20 bis 59 Jahren war 2005 in der Schweiz von Armut betroffen. Im selben Jahr galten 4,2% der Erwerbst\u00e4tigen, die in einem Haushalt leben, dessen Mitglieder zusammen mindestens 36 Stunden pro Woche arbeiten, als Working Poor. Das Ph\u00e4nomen der Armut folgte von 2000 bis 2005 im Grossen und Ganzen der Konjunkturentwicklung, wobei einige Gruppen von Erwerbst\u00e4tigen \u00fcberdurchschnittlich betroffen sind. Dazu geh\u00f6ren insbesondere Selbstst\u00e4ndige, allein erziehende Erwerbst\u00e4tige, Erwerbst\u00e4tige in kinderreichen Familien, unqualifizierte Erwerbst\u00e4tige und Personen ausl\u00e4ndischer Nationalit\u00e4t. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200712_08_Crettaz_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"245\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie \u00abwestlichen\u00bb L\u00e4nder haben in der Nachkriegszeit einen Wirtschaftsboom erlebt, der einen starken Effekt auf die L\u00f6hne hatte: Der Reallohnindex der Schweiz erh\u00f6hte sich in der Nachkriegszeit und den Jahren des Wirtschaftswunders 1945-1975 um das 2,4-fache. Selbst wenig qualifizierte Erwerbst\u00e4tige konnten dank bedeutenden Produktivit\u00e4tsgewinnen einen relativ guten Lohn erzielen. Vgl. Esping-Andersen (1999); Krugman (1990). Der technische Fortschritt sowie der Ausbau des Sozialstaates haben die Zunahme der Reall\u00f6hne noch verst\u00e4rkt. Dies erlaubte es, die schlimmsten Formen von Armut &#8211; wie Fehlern\u00e4hrung und leicht behandelbare Krankheiten &#8211; praktisch auszumerzen. Zur Bestimmung von Armut in einer modernen, stark monetarisierten Wirtschaft ist deshalb die Frage zu beantworten, welches Einkommen ben\u00f6tigt wird, um ein menschenw\u00fcrdiges und sozial integriertes Leben zu f\u00fchren. \u00a0Verschiedene Umst\u00e4nde erschweren die Beantwortung dieser Frage, so unter anderem die Einkommensverteilung. In der Schweiz &#8211; wie auch in vielen anderen hoch entwickelten L\u00e4ndern &#8211; ist die Einkommensverteilung sehr dicht bei den unterdurchschnittlichen Einkommen, w\u00e4hrend sie im Bereich der hohen Einkommen sehr d\u00fcnn ist. Viele Haushaltseinkommen liegen innerhalb einer Bandbreite von wenigen hundert Franken pro Jahr. In der Mehrheit der OECD-L\u00e4nder &#8211; auch in der Schweiz &#8211; liegt der Anteil Haushalte, deren Einkommen zwischen 50% und 60% des Median\u00e4quivalenzeinkommens Das Medianeinkommen bezeichnet ein Einkommen, bei dem die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung dar\u00fcber und die andere H\u00e4lfte darunter liegt. Um die Einkommen von Haushalten verschiedener Gr\u00f6sse untereinander verlgeichen zu k\u00f6nnen, werden die Einnahmen eines Mehrpersonen-Haushalts auf den Betrag umgerechnet, \u00fcber den eine allein stehende Person verf\u00fcgen m\u00fcsste, um das gleiche materielle Wohlstandsniveau zu erlangen. ausmacht, \u00fcber 5%. Vgl. F\u00f6rster und Mira d&#8217;Ercole (2005). Eine leichte Verschiebung der Armutsschwelle kann daher zu Schwankungen in der Armutsquote f\u00fchren.&#13;<\/p>\n<h2>Bestimmung der Armutsgrenze<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Definition einer Armutsschwelle in der Schweiz ist also aus den genannten Gr\u00fcnden schwierig. Will man die Armutsgrenze nicht willk\u00fcrlich festlegen, braucht es einen breit akzeptierten Referenzwert. Als eine der wenigen Grundlagen, die f\u00fcr diese Problematik relevant sind, k\u00f6nnen die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz f\u00fcr Sozialhilfe (Skos) gelten. Dieses Gremium erl\u00e4sst Referenzwerte f\u00fcr die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe in den Kantonen und Gemeinden. Diese Richtlinien geniessen eine breite Akzeptanz und legen fest, welche Geldbetr\u00e4ge und Leistungen (Nahrung, Kleidung, Wohnen, Gesundheitsversorgung, Kommunikation, Mobilit\u00e4t etc.) in der Schweiz f\u00fcr ein menschenw\u00fcrdiges und sozial integriertes Leben ausserhalb von Armut ben\u00f6tigt werden. Anhand dieser Referenzgr\u00f6sse l\u00e4sst sich f\u00fcr die statistische Bestimmung der Armutsgrenze ein Schwellenwert ableiten. Da es nicht das eigentliche Ziel der Skos-Richtlinien ist, Armut zu messen, m\u00fcssen Annahmen formuliert werden, um diese Richtlinien zu operationalisieren und daraus einen statistischen Wert abzuleiten. Ausgehend davon wird eine so genannte absolute Armutsgrenze definiert, die ein fixes Minimaleinkommen (auf einem preisbereinigten Niveau, wie nachstehend noch erkl\u00e4rt wird) darstellt. \u00a0Zur L\u00f6sung dieser komplexen Aufgabe werden bisweilen auch relative Schwellen vorgeschlagen, die das Armutsrisiko &#8211; gem\u00e4ss Terminologie des Statistikamtes der EU (Eurostat) Vgl. Eurostat (2005). &#8211; messen. Ob der Haushalt effektiv arm ist, bleibt in dieser Definition offen. Vgl. Atkinson et al. (2002). Oft wird 60% des Medianeinkommens als Referenzwert vorgeschlagen (gem\u00e4ss EU-Vorschriften). Dieser Indikator wird in naher Zukunft vom Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) ver\u00f6ffentlicht. F\u00fcr einen besseren \u00dcberblick sollte indes nicht nur das Armutsrisiko (relative Schwelle), sondern auch die effektive Armut (absolute Schwelle) ber\u00fccksichtigt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Berechnungsmethode in der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZum Existenzminimum geh\u00f6ren mehrere Komponenten, insbesondere: \u00a0&#8211; die Wohnkosten (namentlich die Miete), die im markt\u00fcblichen lokalen Rahmen liegen m\u00fcssen;\u00a0&#8211; ein Grundbedarf f\u00fcr die wichtigsten Ausgabenposten wie Nahrung, Getr\u00e4nke, Kleider, Schuhe, Gesundheitskosten, Energieverbrauch, Produkte f\u00fcr Reinigung und Unterhalt, Fahrkosten, Kommunikationsmittel, K\u00f6rperpflege, Bildung, Freizeit usw.;\u00a0&#8211; die Kosten der medizinischen Grundversorgung, insbesondere die Pr\u00e4mien f\u00fcr die obligatorische Krankenversicherung.&#13;<\/p>\n<h3>Wohnkosten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nUnter Einbezug der Lage auf dem Wohnungsmarkt sowie der Angaben der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung (Sake) werden die Durchschnittsmietpreise (mit Nebenkosten) berechnet. Vorg\u00e4ngig werden die \u00abLuxusmieten\u00bb (die teuersten 10%) und die kaum oder gar nicht auf dem Markt verf\u00fcgbaren Mieten (die billigsten 10%) abgezogen. Um den grossen kantonalen Unterschieden Rechnung zu tragen, werden diese Werte mit einem kantonalen Index multipliziert, der zwischen 0,73 und 1,33 liegt (gem\u00e4ss Daten der bei 320000 Haushalten durchgef\u00fchrten Mietpreisstrukturerhebung 2003). Die Preisentwicklung wird anhand des BFS-Mietpreisindexes des entsprechenden Jahres abgebildet.&#13;<\/p>\n<h3>Grundbedarf f\u00fcr den Lebensunterhalt<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Grundbedarf wird nach der Haushaltsgr\u00f6sse abgestuft. Auch hier wird der Preisentwicklung Rechnung getragen, indem ein Subindex des Landesindexes der Konsumentenpreise (LIK) verwendet wird, der die von der Skos ber\u00fccksichtigten G\u00fcter und Dienstleistungen beinhaltet.&#13;<\/p>\n<h3>Pr\u00e4mien f\u00fcr die obligatorische Krankenversicherung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nGrundlage hierf\u00fcr sind die Statistiken des Bundesamtes f\u00fcr Gesundheit (BAG), das pro Kanton durchschnittliche Grundversicherungspr\u00e4mien (bei einer Franchise von 300 Franken, einschliesslich Leistungen bei Unfall) berechnet. Diese Betr\u00e4ge werden nach Alter angegeben: Erwachsene, junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren und Kinder. Die Franchise ist bei der Armutsgrenze nicht inbegriffen. \u00a0Wie oben angedeutet, ist die Konzentration der Einkommen im hier interessierenden Bereich besonders hoch. Um dieser Schwierigkeit zu begegnen, definieren wir einen Armutsbereich. Die Untergrenze des Spektrums bildet die Summe des Grundbedarfs, der Mietkosten und der Pr\u00e4mien f\u00fcr die obligatorische Krankenversicherung und wird als Grenze harter finanzieller Entbehrung bezeichnet. Die Obergrenze des Spektrums &#8211; die so genannte Armutsgrenze &#8211; wird ermittelt, indem ein Betrag von 100 Fr. pro Haushaltsmitglied \u00fcber 16 Jahren zur Bestreitung weiterer notwendiger Ausgaben (z.B. andere oben nicht erw\u00e4hnte Versicherungspr\u00e4mien) addiert wird. Um Preisschwankungen mit einzubeziehen, wird dieser Betrag noch mit dem Landesindex der Konsumentenpreise deflationiert.&#13;<\/p>\n<h2>Ergebnisse<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGrafik 1 zeigt die Entwicklung der Armutsquote unter den Personen im Erwerbsalter sowie der Working-Poor-Quote (d.h. Armut unter Erwerbst\u00e4tigen, die in einem Haushalt mit einem Erwerbsumfang von mindestens 36 Stunden pro Woche leben). Die Armutsquote der 20- bis 59-j\u00e4hrigen Bev\u00f6lkerung schwankte in der ersten H\u00e4lfte dieses Jahrzehnts zwischen 7,2% und 9,1%. Die Working-Poor-Quote lag im gleichen Zeitraum zwischen 3,9% und 5,0%. Nach einem haupts\u00e4chlich durch die g\u00fcnstige Konjunktur bedingten deutlichen R\u00fcckgang zwischen 2000 und 2002 hat sich die Armutsquote der Personen im Erwerbsalter bei rund 8,5%-9% und die Working-Poor-Quote bei rund 4%-4,5% stabilisiert.\u00a0Eine Armutsquote von 8,5% (ca. jede 12. Person) im Jahr 2005 entspricht 360000 Personen im Alter von 20 bis 59 Jahren. Eine Working-Poor-Quote von 4,2% (ca. jeder 24. Erwerbst\u00e4tige) entspricht rund 125000 Erwerbst\u00e4tigen, die in einem Haushalt mit mindestens einem vollen Erwerbspensum leben. Somit sind 35% der von Armut betroffenen Personen im Alter von 20-59 Jahren Working Poor. Daraus geht hervor, dass ein h\u00f6heres Erwerbsvolumen innerhalb des Haushalts die Armutsbetroffenheit stark verringern kann. Bei einer Minderheit der Haushalte sch\u00fctzt aber auch (mindestens) eine Vollzeiterwerbst\u00e4tigkeit nicht vor Armut.&#13;<\/p>\n<h2>Hauptrisikogruppen der Working Poor<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNachdem das Ausmass des Ph\u00e4nomens der Working Poor quantifiziert und dessen Entwicklung in den Jahren 2000-2005 beschrieben wurde, gilt es nun noch die Risikogruppen zu identifizieren &#8211; also das soziodemografische und -professionelle Profil der Personen zu erstellen, die am st\u00e4rksten von Arbeitsarmut betroffen sind. Die Ergebnisse sind in der Grafik 2 dargestellt.\u00a0Zun\u00e4chst ist festzustellen, dass M\u00e4nner h\u00e4ufiger Working Poor sind als Frauen &#8211; dies, obschon Frauen im Alter von 20-59 Jahren im Vergleich s\u00e4mtlichen armer Erwerbst\u00e4tiger und Nichterwerbspersonen in h\u00f6herem Masse von Armut betroffen sind, n\u00e4mlich zu 10,0% gegen\u00fcber 7,2% der M\u00e4nner. Dieses unlogisch scheinende Ergebnis erkl\u00e4rt sich wie folgt: Bei Paaren, wo Frauen erwerbst\u00e4tig sind, ist in der Regel auch ein beruflich aktiver Partner zu finden, was bei den M\u00e4nnern weniger der Fall ist. Dies deckt sich mit der bereits in anderen L\u00e4ndern gemachten Feststellung, wonach das Erwerbseinkommen der Frauen viel h\u00e4ufiger einen \u00abZusatzverdienst\u00bb des Haushaltes darstellt als jenes der M\u00e4nner, was wiederum die Frage nach der wirtschaftlichen Unabh\u00e4ngigkeit der Frauen &#8211; insbesondere im Falle einer Trennung &#8211; aufwirft.\u00a0Mit Kindern erh\u00f6ht sich das Risiko: Alleinerziehende Erwerbst\u00e4tige sind viel h\u00e4ufiger Working Poor als Alleinstehende. Und erwerbst\u00e4tige Paare ohne Kinder weisen ein deutlich geringeres Risiko auf als Paare mit Kindern. Besonders augenf\u00e4llig ist die sprunghaft ansteigende Gef\u00e4hrdung ab dem dritten Kind. Scheidung und ein drittes Kind stellen somit zwei wesentliche Risikofaktoren dar.\u00a0Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder sind ebenfalls \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig Working Poor; ihr Anteil betr\u00e4gt das 2,9-fache der Schweizer Bev\u00f6lkerung. Ausl\u00e4ndische Staatsangeh\u00f6rige haben im Vergleich zu den Schweizerinnen und Schweizern viel h\u00e4ufiger keine nachobligatorische Ausbildung absolviert und sind \u00f6fter in Tieflohnbranchen t\u00e4tig. Allerdings sind die Unterschiede innerhalb der ausl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung enorm: Die Nord- und Westeurop\u00e4er sind weniger h\u00e4ufig Working Poor (1,9%) als die Schweizer (2,9%), w\u00e4hrend besonders Nichteurop\u00e4er viel \u00f6fter betroffen sind (15%).\u00a0Bestimmte arbeitsmarktliche Merkmale k\u00f6nnen die individuelle Wahrscheinlichkeit, Working Poor zu werden, deutlich erh\u00f6hen. Unterbr\u00fcche in der Berufslaufbahn (7,5%) &#8211; d.h. eine weniger als ein Jahr zur\u00fcckliegende Wiederaufnahme der Erwerbsarbeit &#8211; und die Tatsache, seit weniger als einem Jahr im Betrieb angestellt zu sein (5,5%), erh\u00f6hen dieses Risiko. Erwerbst\u00e4tige mit nicht dauerhaften Arbeitsvertr\u00e4gen sind mit einem Anteil von 8,4% deutlich h\u00e4ufiger Working Poor als die Arbeitnehmenden insgesamt (3,4%). Stark \u00fcberdurchschnittlich von Armut betroffen sind auch Selbstst\u00e4ndige (9,2%) und insbesondere Selbstst\u00e4ndige ohne Angestellte (12,8%). \u00a0Auch die berufliche Qualifikation spielt eine wichtige Rolle. Die Working-Poor-Quote der Erwerbst\u00e4tigen ohne nachobligatorische Ausbildung ist 2,7-mal h\u00f6her als der Durchschnitt (11,4%). Demgegen\u00fcber weisen Personen mit einem Eidgen\u00f6ssischen F\u00e4higkeitszeugnis (Berufslehre) eine durchschnittliche (4,2%), Akademikerinnen und Akademiker eine sehr niedrige Working-Poor-Quote auf (1,6%). \u00a0Schliesslich erscheinen zwei Branchen besonders stark betroffen: Erwerbst\u00e4tige in Hotellerie und Gastgewerbe sowie vor allem Personen, die f\u00fcr private Haushalte arbeiten, verzeichnen eine weit \u00fcberdurchschnittliche Working-Poor-Quote (10,5% bzw. 14,9%). Eher \u00fcberraschend ist die ebenfalls erh\u00f6hte Gef\u00e4hrdung im Baugewerbe (7,6%), einem Sektor, der f\u00fcr seinen vergleichsweise geringen Anteil an Arbeitsstellen im Tieflohnbereich bekannt ist. Daraus geht hervor, dass die betreffenden Erwerbst\u00e4tigen zwar einen einigermassen guten Lohn erzielen, dieser jedoch nicht ausreicht, um den Haushaltsbedarf zu decken. Dies d\u00fcrfte auf den sehr hohen Anteil M\u00e4nner in dieser Branche zur\u00fcckzuf\u00fchren sein (89,2% gem\u00e4ss BFS-Besch\u00e4ftigungsstatistik), welche eine h\u00f6here Working-Poor-Quote aufweisen als die Frauen, deren Einkommen (sofern sie arbeiten) in Paarhaushalten h\u00e4ufiger als jenes der M\u00e4nner lediglich einen Zusatzverdienst darstellt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abEntwicklung der Armutsquote unter den Personen im Erwerbsalter, der Working-Poor-Quote und der Arbeitslosenquote (registrierte Arbeitslose), 2000-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a class=\"graphic-link\" title=\"\">Grafik 2 \u00abWorking-Poor-Quote der wichtigsten soziodemografischen und sozioprofessionellen Risikogruppen, 2005\u00bb<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Definitionen, Armutsschwelle und Datenbasis Die Armutsgrenze wird durch die folgende Summe determiniert: Grundbedarf + Wohnkosten + Krankenkassenpr\u00e4mien + 100.- Franken pro Haushaltsmitglied ab 16 Jahren (wenn letztere Komponente gestrichen wird, erh\u00e4lt man die Grenze harter finanzieller Entbehrung). Im schweizerischen Mittel (theoretische Werte, tats\u00e4chlich werden kantonsspezifische Grenzen berechnet) ergibt sich f\u00fcr 2005 eine Armutsgrenze von 2200 Franken f\u00fcr eine alleinstehende Person und 4600 Franken f\u00fcr ein Ehepaar mit zwei Kindern.aAlle Personen im Alter von 20 bis 59 Jahren, die in einem Haushalt leben, dessen Einkommen, nach Abzug der Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge (AHV, IV, Arbeitslosenversicherung, 2. S\u00e4ule, EO usw.) und der Steuern unter der Armutsgrenze liegt, gelten als arm. Erwerbst\u00e4tige, die in einem Haushalt leben, dessen kumulierter Erwerbsumfang seiner Mitglieder mindestens 36 Stunden pro Woche betr\u00e4gt, gelten als Working Poor. Wichtiger Hinweis: Der prim\u00e4re Sektor &#8211; d.h. die Landwirtschaft &#8211; wird hier aus methodischen Gr\u00fcnden bewusst ausgeklammert, weil die verwendeten Indikatoren den Lebendstandard dieses Sektors nicht korrekt widerspiegeln, verf\u00fcgt dieser doch \u00fcber eine ganz andere Ausgabenstruktur. Die verwendeten Daten sind diejenigen der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung (Sake). Diese Erhebung wird seit 1991 jedes Jahr bei einer repr\u00e4sentativen Stichprobe der st\u00e4ndigen Wohnbev\u00f6lkerung durchgef\u00fchrt. Im Jahr 2005 zum Beispiel wurden im Rahmen der Sake 51791 Personen befragt; 17330 konnten ber\u00fccksichtigt werden, da sie die erforderlichen Kriterien erf\u00fcllten (Erwerbst\u00e4tige im Alter von 20-59 Jahren, die ihr Haushaltseinkommen angegeben haben).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Literaturhinweise &#8211; Atkinson Tony, Cantillon Bea, Marlier Eric, Nolan Brian (2002): Social Indicators. The EU and Social Inclusion. Oxford: Oxford University Press. &#8211; Esping-Andersen, Gosta (1999): Social Foundations of Postindustrial Economies. Oxford: Oxford University Press.- Eurostat (2005): Income Poverty and Social Exclusion in the EU25. Statistics in Focus, Issue 13\/2005, Luxemburg: European Communities. &#8211; F\u00f6rster Michael und Mira d&#8217;Ercole Marco (2005): Income Distribution and Poverty in OECD Countries in the Second Half of the 1990s. OECD Social, Employment and Migration Working Papers Nr. 22, Paris: OECD.- Krugman Paul (1990): The Age of Diminished Expectations: US Economic Policy in the 1990s. Cambridge Mass.; London: The MIT Press. &#8211; Bundesamt f\u00fcr Statistik (2007), Armut von Personen im Erwerbsalter. Armutsquote und Working-Poor-Quote der 20- bis 59-j\u00e4hrigen Bev\u00f6lkerung in der Schweiz zwischen 2000 und 2005. Neuenburg: BFS.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jede 12. 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