{"id":123686,"date":"2007-11-01T12:00:00","date_gmt":"2007-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/11\/koerber-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:43:02","modified_gmt":"2023-08-23T21:43:02","slug":"koerber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/11\/koerber\/","title":{"rendered":"Die Schweizer Bauwirtschaft &#8211; zyklische Branche mit strukturellen Problemen"},"content":{"rendered":"<p>Das Baugewerbe ist immer noch eine der gewichtigsten Schweizer Branchen, deren volkswirtschaftliche Bedeutung oft untersch\u00e4tzt wird. Dies d\u00fcrfte vor allem darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, dass sie seit langem nicht mehr als Wachstumslokomotive wahrgenommen wird. Aufgrund der binnenwirtschaftlichen Fokussierung sind die Wachstumsm\u00f6glichkeiten eng bemessen; hinzu kommt der extrem hohe Wettbewerbsdruck. Bezogen auf das Bauvolumen ist die Zahl der Schweizer Bauunternehmen &#8211; insbesondere der Klein- und Kleinstunternehmen &#8211; nach wie vor sehr gross. Die zu erwartende Abschw\u00e4chung der seit 2004 verzeichneten Sonderkonjunktur k\u00f6nnte somit schmerzhafte Anpassungsprozesse mit sich bringen. F\u00fcr die grossen Schweizer Bauunternehmen stellt sich zudem die Herauforderung, am Markt als international konkurrenzf\u00e4hige Dienstleister bestehen zu k\u00f6nnen. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200711_12_Koerber_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>\u00dcberdurchschnittlich hohe volkswirtschaftliche Bedeutung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie volkswirtschaftliche Bedeutung der Bauwirtschaft wird in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung zumeist untersch\u00e4tzt. Dabei stellt das Baugewerbe &#8211; trotz des in den letzten Jahrzehnten verzeichneten Anteilsverlustes &#8211; immer noch eine der gewichtigsten Schweizer Branchen dar. Fast 6% der gesamtwirtschaftlichen Wertsch\u00f6pfung werden im Bausektor erwirtschaftet. Etwa 7% aller Schweizer Erwerbst\u00e4tigen sind im Bausektor besch\u00e4ftigt. \u00a0Die effektive volkswirtschaftliche Bedeutung der Bauwirtschaft wird allerdings mittels einer solchen reinen Partialbetrachtung bei weitem nicht ausreichend gew\u00fcrdigt. Denn die Branche weist zugleich eine \u00fcberdurchschnittlich hohe indirekte Bedeutung f\u00fcr den gesamtwirtschaftlichen Produktionsprozess auf. \u00dcber den direkten Wertsch\u00f6pfungs- und Besch\u00e4ftigungseffekt hinaus profitiert eine Reihe anderer Wirtschaftssektoren von der Baubranche. Hierzu geh\u00f6ren beispielsweise bedeutsame Dienstleistungsbereiche wie der Immobiliensektor, Architekturb\u00fcros oder die Zulieferer von Baustoffen und der Handel mit Baufahrzeugen und -maschinen. \u00a0Des Weiteren nimmt die Baubranche eine Schl\u00fcsselfunktion im volkswirtschaftlichen Prozess der Kapitalakkumulation ein. In der Schweiz macht das Bauanlageverm\u00f6gen gegenw\u00e4rtig rund 70% des nicht finanziellen Kapitalstocks aus. Bauinvestitionen spielen f\u00fcr den Kapitalstock und somit f\u00fcr das Wachstumspotenzial einer Volkswirtschaft eine entscheidende Rolle.&#13;<\/p>\n<h2>Eng begrenztes Wachstumspotenzial<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie dennoch oftmals untersch\u00e4tzte volkswirtschaftliche Bedeutung d\u00fcrfte vor allem darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, dass das Baugewerbe schon seit langem nicht mehr als Wachstumslokomotive wahrgenommen wird. Im Gegensatz zu aktuellen Schweizer Starbranchen &#8211; wie der chemisch-pharmazeutischen Industrie oder den Finanzdienstleistungen &#8211; sind die Wachstumsm\u00f6glichkeiten der Schweizer Baufirmen eng bemessen. Hierbei spielt auch die stark binnenwirtschaftliche Fokussierung des Bausektors eine Rolle. Hinzu kommt die hohe Zyklizit\u00e4t der Baukonjunktur mit ihren ausgepr\u00e4gten Tiefen und in der Vergangenheit oftmals unzureichenden H\u00f6hen. Die Auswirkungen der Schweizer Baurezession w\u00e4hrend der Neunzigerjahre, als das Wertsch\u00f6pfungsniveau zwischen 1990 und 1997 um \u00fcber ein F\u00fcnftel einbrach, sind immer noch pr\u00e4sent. Selbst nach der durch niedrige Zinss\u00e4tze und beg\u00fcnstigenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingeleiteten Erholung der letzten Jahre liegt das Wertsch\u00f6pfungsniveau im Schweizer Baugewerbe immer noch deutlich unterhalb der zu Beginn der Neunzigerjahre realisierten Werte.&#13;<\/p>\n<h2>Heterogene Branchenstruktur<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Baubranche ist weit heterogener als gemeinhin angenommen. Der Oberbegriff Baugewerbe (NOGA A45) kumuliert im Wesentlichen das Bauhaupt- und das Baunebengewerbe (siehe Kasten 1 Die Branchenbezeichnung (Noga 45) besteht im Wesentlichen aus zwei Bereichen, dem Bauhaupt- und dem Baunebengewerbe. Das Bauhauptgewerbe umfasst neben den vorbereitenden Baustellenarbeiten den gesamten Hoch- und Tiefbau. Das Baunebengewerbe beinhaltet die Bereiche Bauinstallationen, welche die Versorgung der Geb\u00e4ude sicherstellen, und die sonstigen Ausbauarbeiten. Zu den beiden genannten Bereichen kommt der anteilsm\u00e4ssig marginale Bereich der Vermietung von Baumaschinen und -ger\u00e4ten mit Bedienungspersonal hinzu.). Beide Bereiche weisen unterschiedliche Wertsch\u00f6pfungsprozesse bez\u00fcglich Vorleistungsstruktur und Kapitalintensit\u00e4t auf. Zum Bauhauptgewerbe geh\u00f6ren neben den vorbereitenden Baustellenarbeiten auch der gesamte Hoch- und Tiefbau. Das Baunebengewerbe umfasst das Installations- und Ausbaugewerbe. Hierbei sollte die Bezeichnung Baunebengewerbe nicht im Sinne von klein oder geringf\u00fcgig interpretiert werden. Bezogen auf die Besch\u00e4ftigtenzahlen hat das Baunebengewerbe in etwa die gleiche Bedeutung wie das Bauhauptgewerbe.\u00a0Betrachtet man die Struktur der in der Schweiz get\u00e4tigten Bauinvestitionen etwas genauer, so zeigt sich, dass die Bauaufwendungen f\u00fcr den Hochbau etwas \u00fcber drei Viertel der gesamten Bauaufwendungen ausmachen. Hierbei wird das Hochbauvolumen klar durch den Wohnungsbau dominiert.\u00a0W\u00e4hrend sich der Anteil der einzelnen Bauarten in den letzten beiden Jahrzehnten nur unwesentlich ver\u00e4ndert hat, fand bei der Aufteilung nach Neubauten und Umbauten eine deutliche Verschiebung statt. So ist der Anteil Neubauausgaben seit Mitte der Achtzigerjahre von knapp drei Vierteln aller Ausgaben auf gut 60% gesunken. Diese Tendenz d\u00fcrfte vor allem die zunehmend veraltende Bausubstanz widerspiegeln, welche naturgem\u00e4ss erh\u00f6hte Aufwendungen f\u00fcr Umbauten und Renovationen bedingt.\u00a0Bez\u00fcglich der Entwicklung der Auftraggeberstruktur von Bauinvestitionen in den letzten 20 Jahren sind zwei Charakteristiken erw\u00e4hnenswert: Erstens lag der Anteil \u00f6ffentlicher Ausgaben im betrachteten Zeitraum relativ konstant bei rund einem Drittel aller Bauausgaben. Der oftmals attestierte Bedeutungsverlust der \u00f6ffentlichen Hand als Auftraggeber f\u00fcr das Schweizer Baugewerbe kann also anhand der offiziellen Statistiken nicht best\u00e4tigt werden. Allerdings ist innerhalb der Auftraggeberstruktur der \u00f6ffentlichen Hand eine deutliche Verschiebung von den Gemeinden zu den Kantonen und besonders zum Bund erkennbar. Lag der Auftraggeberanteil der Gemeinden bis zum Anfang der Neunzigerjahre noch bei \u00fcber 50%, betrug er im Jahr 2006 noch 38%.&#13;<\/p>\n<h2>Regional stark unterschiedliches Gewicht des Bausektors<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der regionalen Betrachtung zeigt sich, dass die direkte Bedeutung der Bauwirtschaft in der Schweiz stark unterschiedlich ausf\u00e4llt. Im Jahr 2006 schwankte der Anteil an der jeweiligen gesamtwirtschaftlichen Wertsch\u00f6pfung in den Regionen zwischen 2,6% und 17,3%, wobei das Gewicht der Baubranche im durch eher traditionelle Wirtschaftsstrukturen gepr\u00e4gten Alpenraum am gr\u00f6ssten ist. Wird jedoch nicht die anteilsm\u00e4ssige Bedeutung f\u00fcr die lokale Gesamtwirtschaft, sondern das absolute Wertsch\u00f6pfungsniveau der Regionen verglichen, ergibt sich ein anderes Bild. Die absolute Bruttowertsch\u00f6pfung der Baubranche korreliert erwartungsgem\u00e4ss stark mit der Bev\u00f6lkerungszahl der Regionen und ist in den Ballungsr\u00e4umen am gr\u00f6ssten.&#13;<\/p>\n<h2>\u00dcberdurchschnittliches Produktivit\u00e4tsniveau im internationalen Vergleich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung wird die Baubranche immer wieder als unterdurchschnittlich produktive Branche genannt. Betrachtet man die Stundenproduktivit\u00e4t im Vergleich mit anderen Schweizer Branchen, so best\u00e4tigt sich diese Vermutung.\u00a0Ein auf der Stundenproduktivit\u00e4t beruhender Leistungsvergleich des Bausektors mit anderen Branchen ist allerdings nur bedingt aussagekr\u00e4ftig, zumal die Baubranche in weiten Teilen vergleichsweise arbeitsintensiv produziert und damit gegen\u00fcber kapitalintensiven Branchen automatisch ins Hintertreffen ger\u00e4t. Gem\u00e4ss dem Benchmarking-Leitsatz \u00abVergleichbares vergleichen\u00bb ist deshalb der Vergleich mit dem Ausland zur Einordnung der wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit zweckdienlicher. Der internationale Vergleich ist zudem kein Selbstzweck, sondern auch aus wettbewerblichen Aspekten von Relevanz. Denn trotz der stark binnenwirtschaftlichen Ausrichtung befindet sich das Schweizer Baugewerbe in einem sich f\u00fcr internationale Konkurrenten \u00f6ffnenden Markt. Bezogen auf das Produktivit\u00e4tsniveau scheint das Schweizer Baugewerbe f\u00fcr den internationalen Wettbewerb gut gewappnet. Im Jahr 2006 lag die Stundenproduktivit\u00e4t klar oberhalb des westeurop\u00e4ischen Durchschnitts. Hierbei d\u00fcrfte das Schweizer Baugewerbe vor allem vom vergleichsweise gut ausgebildeten Personal profitieren.\u00a0Um die volkswirtschaftliche Bedeutung der Baubranche im internationalen Vergleich beurteilen zu k\u00f6nnen, bieten sich weitere Indikatoren an: So bewegt sich der Anteil der schweizerischen Baubranche am nationa-len Bruttoinlandprodukt leicht oberhalb des westeurop\u00e4ischen Durchschnitts. Demgegen\u00fcber fiel die Wertsch\u00f6pfungsentwicklung zwischen 1990 und 2005 klar unterdurchschnittlich aus.&#13;<\/p>\n<h2>Strukturwandel: Vom Baumeister zum Baudienstleister<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nW\u00e4hrend der Krise der Neunzigerjahre machte die Schweizer Baubranche tief greifende Ver\u00e4nderungen durch. Zwischen den Betriebsz\u00e4hlungen 1995 und 1998 ging die Zahl der Unternehmen mit mehr als 10 Besch\u00e4ftigten (hochgerechnet auf Vollzeit\u00e4quivalente) um 13,7% zur\u00fcck. Die Zahl der in Unternehmen dieser Gr\u00f6ssenklasse Besch\u00e4ftigten reduzierte sich gar um \u00fcber 20%. \u00dcber alle Unternehmensgr\u00f6ssenklassen hinweg nahm die Besch\u00e4ftigung um rund 46600 auf rund 283000 Besch\u00e4ftigte ab (-14,1%). Von diesen Entwicklungen ausgenommen war jedoch der Personalbestand in Unternehmen mit unter 10 Besch\u00e4ftigten, der um 3% ausgeweitet wurde. Die Anzahl Unternehmen in dieser Klasse stieg gar um 10%. Diese Zahlen der Betriebsz\u00e4hlung werden durch die Daten des Schweizer Baumeisterverbandes (SBV) best\u00e4tigt, nach denen die durchschnittliche Unternehmensgr\u00f6sse in der Baubranche w\u00e4hrend der Neunzigerjahre von 18 auf 12 Besch\u00e4ftigte zur\u00fcckgegangen ist.\u00a0Von 1998 bis 2005 fand jedoch eine Trendumkehr statt: Die Zahl der Besch\u00e4ftigten konnte sich erholen und steigerte sich um rund 10700 Personen. Prozentual gesehen war der Zuwachs der Besch\u00e4ftigtenzahlen in den grossen Unternehmen mit \u00fcber 250 Vollzeit\u00e4quivalenten am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt: Er betrug zwischen 1998 und 2005 \u00fcber ein Drittel. Der Personalausbau bei den grossen Unternehmen zeigt die Ver\u00e4nderungen der Branche auf. Die Gr\u00f6sse wird zunehmend wichtiger, um am hart umk\u00e4mpften Schwei-zer Baumarkt bestehen zu k\u00f6nnen. Denn um die starken zyklischen Schwankungen der Baunachfrage besser ausgleichen zu k\u00f6nnen, konzentrieren sich die grossen Unternehmen verst\u00e4rkt auch auf wertsch\u00f6pfungsintensive Dienstleistungen rund um den Bauprozess. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel die umfassende Immobilienverwaltung und -bewirtschaftung (Facility Management), die Energieoptimierung bei bestehenden Geb\u00e4uden oder das Portfoliomanagement. Der CEO von Implenia, Christian Bubb, komprimierte das ver\u00e4nderte Gesch\u00e4ftsmodell auf elegante Weise in der Aussage: \u00abVom Baumeister zum Baudienstleister\u00bb. Die hierdurch ver\u00e4nderten Anforderungsprofile widerspiegeln sich auch in der Entwicklung der Qualifikationsstruktur. Den mittel und hoch qualifizierten Segmenten kommt eine immer gr\u00f6ssere Bedeutung zu. Die Baubranche kann also durchaus als Sektor mit hohem Innovationspotenzial gesehen werden.&#13;<\/p>\n<h2>Hoher Wettbewerbsdruck bringt grosse Herausforderungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie viele andere Wirtschaftszweige stehen auch die Schweizer Bauunternehmer vor grossen Herausforderungen. Dazu geh\u00f6rt aus betriebswirtschaftlicher Sicht zuvorderst der hohe Wettbewerbsdruck. Dies gilt insbesondere f\u00fcr den nach wie vor \u00fcberdurchschnittlich stark vertretenen Bereich der Klein- und Mittelunternehmen (KMU). In Relation zum zu verteilenden Bauvolumen ist die Zahl der Schweizer Bauunternehmen mit \u00fcber 34000 Einheiten sehr gross. Fast 98% aller Unternehmen der Branche stellen Klein- und Kleinstunternehmen mit weniger als 50 Besch\u00e4ftigten dar. Die starke Konkurrenzsituation akzentuiert sich in diesem Segment durch die geringen Markteintrittsbarrieren. Die ab dem kommenden Jahr zu erwartende Abschw\u00e4chung der seit 2004 verzeichneten Sonderkonjunktur k\u00f6nnte somit schmerzhafte Anpassungsprozesse mit sich bringen.\u00a0F\u00fcr die sehr \u00fcberschaubare Zahl der grossen Schweizer Bauunternehmen stellt sich neben dem binnenwirtschaftlichen Wettbewerbsdruck die Herausforderung, am Markt als international konkurrenzf\u00e4higer Bau- und Immobiliendienstleister bestehen zu k\u00f6nnen. Denn in Folge der bereits erw\u00e4hnten Markt\u00f6ffnung bieten die grossen ausl\u00e4ndischen Baufirmen ihren umfassenden Leistungskatalog zunehmend auch in der Schweiz an. \u00a0Die genannten Herausforderungen werden zus\u00e4tzlich durch die nach aller Voraussicht nach weiterhin hohen Rohstoffpreise verst\u00e4rkt. Die markant gestiegenen Preise bei Energie- und Treibstoffen, Holz, Stahl oder Bitumen machen der Schweizer Bauwirtschaft schon seit geraumer Zeit zu schaffen. Dies gilt nicht nur f\u00fcr die extrem wettbewerbsintensiven Bereiche. Die zuletzt deutlich gestiegenen Baupreise zeigen zwar an, dass die h\u00f6heren Vorleistungskosten zu einem gewissen Teil an die Auftraggeber weitergegeben werden k\u00f6nnen. Der Spielraum f\u00fcr Preiserh\u00f6hungen zur Verbesserung der Marge ist jedoch weit gehend geschwunden. \u00a0Dass die Schweizer Baupreise im internationalen Vergleich trotz des hohen Wettbewerbsdrucks als hoch einzustufen sind, d\u00fcrfte nicht der Baubranche anzurechnen sein. Hierbei sind vielmehr die hohen Vorleistungskosten, aber auch die \u00fcberdurchschnittlichen Bodenpreise in Rechnung zu ziehen. Eine fundierte Analyse, welche die bestimmenden Faktoren der Kosten und Preise der Schweizer Baubranche im internationalen Vergleich einordnet, steht jedoch noch aus.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abAnteil der Baubranche an der Gesamtwirtschaft, 1980 und 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abEntwicklung der realen Bruttowertsch\u00f6pfung der Baubranche im Vergleich zur Gesamtwirtschaft (ohne Baubranche), 1980-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abAnteil in&nbsp;% der Bruttowertsch\u00f6pfung der Baubranche an der Gesamtwirtschaftin den Schweizer MS-Regionen, 2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 4 \u00abWachstumsbeitrag der Baubranche an die Gesamtwirtschaft pro Jahr, 1990-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 5 \u00abVerteilung der nominalen Bruttowertsch\u00f6pfung der Baubranche in den Schweizer MS-Regionen, 2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 6 \u00abNominale Stundenproduktivit\u00e4t in der Baubranche und der Gesamtwirtschaft, 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 7 \u00abAufteilung nominale Bauaufwendungen der Baubranche, 2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Baubranche Die Branchenbezeichnung (Noga 45) besteht im Wesentlichen aus zwei Bereichen, dem Bauhaupt- und dem Baunebengewerbe. Das Bauhauptgewerbe umfasst neben den vorbereitenden Baustellenarbeiten den gesamten Hoch- und Tiefbau. Das Baunebengewerbe beinhaltet die Bereiche Bauinstallationen, welche die Versorgung der Geb\u00e4ude sicherstellen, und die sonstigen Ausbauarbeiten. Zu den beiden genannten Bereichen kommt der anteilsm\u00e4ssig marginale Bereich der Vermietung von Baumaschinen und -ger\u00e4ten mit Bedienungspersonal hinzu.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Anmerkungen der PostReg zum Artikel in \u00abDie Volkswirtschaft\u00bb 07-08-2007, Seite 32 ff., \u00fcber die Branche: Nachrichten\u00fcbermittlung von Ueli Grob Sehr geehrter Herr Grob, Wir haben Ihren Artikel \u00abNachrichten\u00fcbermittlung &#8211; beeindruckende Dynamik, hohes Wachstumspotenzial\u00bb mit Interesse zur Kenntnis genommen, m\u00f6chten allerdings folgende Aussage richtigstellen:Auf Seite 34 Ihres Artikels beschreiben Sie den markanten R\u00fcckgang der von der Schweizerischen Post bearbeiteten Brief- und Paketsendungen. Gerne weisen wir darauf hin, dass sich diese Daten lediglich auf die Menge an Briefen und Paketen, die an den Poststellen abgegeben wurde, beziehen. Die Gesamtmenge an verarbeiteten Briefen und Paketen zeigt demgegen\u00fcber ein deutlich anderes Bild: In der Zeitspanne von 1998 bis 2006 ist bei den adressierten inl\u00e4ndischen Briefen ein R\u00fcckgang um lediglich 3% feststellbar. Die gesamte Menge der zugestellten adressierten und unadressierten Briefe sowie Zeitungen hat in dieser Zeitspanne sogar um knapp 5% zugelegt. Im ersten Halbjahr 2007 konnte die Schweizer Post ihre gesamte Menge an Sendungen (inkl. Pakete) erneut leicht steigern (+ 0,2%). Die Schweiz verf\u00fcgt \u00fcber das im europ\u00e4ischen Vergleich h\u00f6chste Sendungsvolumen pro Kopf. Jeder Einwohner der Schweiz erh\u00e4lt durchschnittlich \u00fcber 700 adressierte und unadressierte Sendungen pro Jahr durch die Post. Dies erm\u00f6glicht es der Post, wesentliche Skalen- und Verbundeffekte zu realisieren. Internationale Studien belegen, dass entgegen vieler Bef\u00fcrchtungen die neuen elektronischen Kommunikationskan\u00e4le auch k\u00fcnftig nicht zu erheblichen Substitutionen f\u00fchren (vgl. dazu T\u00e4tigkeitsbericht 2006). Mit freundlichen Gr\u00fcssen, Markus WeberRessortleiter, Mitglied der Gesch\u00e4ftsleitungPostregulationsbeh\u00f6rde PostReg&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 3: Quellen &#8211; BAK Basel Economics (2007): CH-PLUS &#8211; Analysen und Prognosen f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft, Basel.- BAK Basel Economics (2007): Hochbauprognose 2007-2013, Basel.- BAK Basel Economics (2007): International Benchmarking Report 2007, Basel.- Bundesamt f\u00fcr Statistik (2002): Noga, Amtliche Systematik der Wirtschaftszweige, Neuenburg.- Bundesamt f\u00fcr Statistik (2007): Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Neuenburg.- Bundesamt f\u00fcr Statistik (2007): Bau- und Wohnbaustatistik, Neuenburg.- Bundesamt f\u00fcr Statistik (2007): Betriebsz\u00e4hlung 2005: Branchenportr\u00e4t Baugewerbe, Neuenburg.- Schweizer Baumeisterverband (2006): Zahlen und Fakten 2006, Z\u00fcrich.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Baugewerbe ist immer noch eine der gewichtigsten Schweizer Branchen, deren volkswirtschaftliche Bedeutung oft untersch\u00e4tzt wird. 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