{"id":123696,"date":"2007-11-01T12:00:00","date_gmt":"2007-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/11\/ruetter-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:43:28","modified_gmt":"2023-08-23T21:43:28","slug":"ruetter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/11\/ruetter\/","title":{"rendered":"Wirtschaftliche Wirkungen der Euro 2008 in der Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Die Euro 2008 ist der gr\u00f6sste je in der Schweiz durchgef\u00fchrte Sportanlass. Bund und Host Cities leisten einen namhaften finanziellen und organisatorischen Beitrag, um dieses Mega-Event zum Erfolg zu f\u00fchren. Neben vielf\u00e4ltigen intangiblen Effekten &#8211; wie z.B. Imagewirkungen &#8211; werden auch namhafte wirtschaftliche Effekte erwartet. Aktuelle Berechnungen zeigen, dass die Euro 2008 in der Schweiz eine Bruttowertsch\u00f6pfung zwischen 640 und 860 Mio. Franken generieren d\u00fcrfte. Die gr\u00f6sste Unsicherheit besteht in Bezug auf den Erfolg des Public Viewing. Mit einem Beitrag zum Bruttoinlandprodukt (BIP) von rund 0,14% bis 0,18% sind die makro\u00f6konomischen Wirkungen allerdings gering und nur punktuell nachweisbar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei der Euro 2008 ist viel Geld im Spiel. Dies weckt gleichzeitig Erwartungen an einen wirtschaftlichen Nutzen dieses einmaligen Mega-Events f\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft. Die Uefa und der Schweizer Fussballverband hatten bereits im Jahre 2004 in einer Studie die wirtschaftlichen Wirkungen der Euro 2008 f\u00fcr die Schweiz und die vier Host Cities Basel, Bern, Genf und Z\u00fcrich untersuchen lassen. Vgl. R\u00fctter, H., Stettler, J., et al. (2004). Seither hat die Euro 2008 im Vorbereitungsprozess jedoch eine Eigendynamik entwickelt, die zu wesentlich h\u00f6heren Ausgaben bei nahezu allen involvierten Hauptakteuren &#8211; und entsprechend gr\u00f6sseren Wirkungen auf die Volkswirtschaft &#8211; f\u00fchren wird (siehe Kasten 1 &#8211; Aufstockung des Budgets der Euro 2008 SA deutlich \u00fcber die urspr\u00fcngliche H\u00f6he von 167 Mio. Franken.- Direkte eigene Ausgaben der Uefa (u.a. Public Viewing in Host Cities).- Erhebliche Erh\u00f6hung des fr\u00fcheren Finanzrahmens des Bundes von 3,5 Mio. auf 82,5 Mio. Franken f\u00fcr Sicherheit, Infrastruktur\/Verkehr, Standortmarkting\/Landeswerbung, Projekte\/Anl\u00e4sse sowie die Gesamtprojektleitung.- Neue Dimension und Bedeutung des Public Viewing nach der WM 2006 sowohl in den Host Cities wie in 17 weiteren St\u00e4dten mit UBS-Arenas. Dies bedeutet h\u00f6here Besucherfrequenzen mit entsprechenden touristischen Wirkungen.- Neben Basel (Stadionerweiterung) hat auch Z\u00fcrich ein spezielles Budget von 11 Mio. Franken f\u00fcr das neue Letzigrundstadion bewilligt und Genf erh\u00e4lt Beitr\u00e4ge vom Nationalen Sportanlagenkonzept (Nasak).- Alle Host Cities haben bedeutende Budgets f\u00fcr Sicherheit, Infrastruktur\/Verkehr, Standortmarketing\/Landeswerbung und Anl\u00e4sse vorgesehen.). \u00a0Wie schon bei der Expo.02 deutet die Entwicklung im Vorbereitungsprozess der Euro 2008 darauf hin, dass einmalige Grossveranstaltungen anf\u00e4llig sind f\u00fcr eine solche Dynamik &#8211; sei es, dass man nicht bereits in der Kandidaturphase das keimende Pfl\u00e4nzchen mit Finanzierungsdiskussionen ersticken m\u00f6chte, sei es, dass im Laufe der Vorbereitung die Tragweite der Aufgaben nicht oder zu wenig erkannt wurde oder dass viele Akteure erst nach und nach die sich bietenden Chancen erkennen und deshalb entsprechend mehr investieren. Angesichts dieser erheblichen Ver\u00e4nderungen hat das Bundesamt f\u00fcr Sport (Baspo) zusammen mit dem Gesamtprojektkoordinator \u00d6ffentliche Hand Euro 2008 die Studie von 2004 aktualisieren lassen. Vgl. R\u00fctter, H., Stettler, J., M\u00fcller, H. et. al. (2007).&#13;<\/p>\n<h2>Vielf\u00e4ltige Finanzfl\u00fcsse<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Finanzfl\u00fcsse, welche die Euro 2008 ausl\u00f6st, sind komplex, da viele Akteure involviert sind, die zum Teil auch finanziell miteinander verbunden sind. In die Analyse der wirtschaftlichen Wirkungen in der Schweiz einbezogen sind die Finanzfl\u00fcsse, welche ausgehen von den Stadien, den schweizbezogenen Budgets von Euro 2008 SA, Uefa und Uefa Media Technologies SA (Umet), den Budgets von Bund und Host Cities, den Besuchern von Spielen und Public Viewing Unter Public Viewing versteht man das gemeinsame Verfolgen von Fussballspielen auf Grossleinw\u00e4nden auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen. (Tourismus) sowie von Werbe- und Medienaktivit\u00e4ten, Telekommunikation und weiteren Bereichen (siehe Grafik 1).\u00a0Von zentraler Bedeutung sind die Einnahmen der Uefa aus dem Verkauf von Fernsehrechten sowie die Sponsoringeinnahmen. Ein Teil dieser Mittel fliesst an alle Mitgliederl\u00e4nder der Uefa &#8211; vor allem f\u00fcr die F\u00f6rderung des Fussballnachwuchses &#8211; sowie speziell an die 16 an der Euro 2008 teilnehmenden L\u00e4nder. Mit einem anderen Teil wird die im Hinblick auf die Organisation und Durchf\u00fchrung des Events gegr\u00fcndete Euro 2008 SA finanziert, welche ausserdem auch die Einnahmen aus dem Verkauf von Tickets und Hospitality-Angeboten erh\u00e4lt. Ein grosser Teil der finanziellen Mittel der Euro 2008 SA stammt aus dem Ausland (Fernsehrechte, Sponsoren, Ticketeinnahmen), stellt entsprechend Exporte von Dienstleistungen dar und f\u00fchrt in der Schweiz zu wirtschaftlichen Impulsen.&#13;<\/p>\n<h2>Wichtige Unterscheidung zwischen Brutto- und Nettowirkungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der Erfassung von wirtschaftlichen Wirkungen von Sportgrossveranstaltungen ist Vorsicht geboten. Es muss zwischen zwei unterschiedlichen Sichtweisen unterschieden werden: Den Wirkungen aus der Optik des Events und jenen aus der Optik der gesamten Volkswirtschaft. Entsprechend unterscheidet die aktuelle Studie zwischen Brutto- und Nettowirkungen. Die Bruttowirkungen umfassen alle f\u00fcr die Euro 2008 ben\u00f6tigten Ressourcen bzw. die insgesamt ausgel\u00f6sten Wirkungen (aus der Sicht des Events). Die Nettowirkungen geben Auskunft \u00fcber die effektiven Wirkungen f\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft. Entsprechend werden hier Verdr\u00e4ngungen bzw. Crowding out (Hotellogiern\u00e4chte), Budgetverlagerungen und (interne) Kompensationen abgezogen. Die Ausgaben der einheimischen Public-Viewing-Besucher werden gem\u00e4ss der Methodik der Event-Scorecard Die Event-Scorecard ist eine standardisierte Methodik zur Erfassung von wirtschaftlichen, gesellschaft-lichen und \u00f6kologischen Wirkungen von Sport- und Kulturveranstaltungen. Weitere Informationen: www.event-scorecard.ch. nur in den Public-Viewing-Zonen als Teil der Nettowirkungen erfasst. Alle \u00fcbrigen Ausgaben der Einheimischen ausserhalb dieser Zone (Ausgaben in lokalen Restaurants, Transportkosten etc.) werden nicht ber\u00fccksichtigt. \u00a0Die berechneten Wirkungen beziehen sich auf die gesamte Zeitperiode von der Kandidatur bis zum Ende der Spiele. Dabei steigen die Ausgaben bis ins Jahr 2008 markant an. Da es sich um eine Perspektivstudie handelt, bestehen nach wie vor Unsicherheiten. Deshalb wird ein Minimum- und ein Maximum-Szenario ausgewiesen. \u00a0Die gr\u00f6sste Unsicherheit besteht bez\u00fcglich der Besucherfrequenzen beim Public Viewing. Diese werden namentlich durch folgende Faktoren beeinflusst:\u00a0&#8211; Ergebnisse der Qualifikation;\u00a0&#8211; Auslosung der Mannschaften (insbesondere Deutschland) und Spielorte;\u00a0&#8211; Anzahl und Attraktivit\u00e4t der Public-Viewing-Zonen;\u00a0&#8211; Performance der Schweizer Nationalmannschaft;\u00a0&#8211; Turnierverlauf generell (kritische Ereignisse, Sicherheitsprobleme etc.);\u00a0&#8211; Stimmung in Bev\u00f6lkerung und bei Besuchern;\u00a0&#8211; Wetter.&#13;<\/p>\n<h2>Bis zu 5,4 Mio. Besucher und 1,1 Mio. \u00dcbernachtungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Sch\u00e4tzung der Besucherfrequenzen geht von der erwarteten Anzahl Teams, Uefa-Offiziellen, Medienvertretern und Sponsoren\/VIP sowie Besuchern von Spielen und Public Viewings (inklusive UBS-Arenas) aus. Die Frequenzzahlen in den Stadien sind relativ genau absch\u00e4tzbar und f\u00fcr beide Szenarien gleich. In der Schweiz rechnet man mit rund 1 Mio. Besucherinnen und -besuchern aus dem Ausland. Beim Public Viewing basieren die minimalen und maximalen Frequenzen auf den Infras-Sch\u00e4tzungen. Vgl. Sutter, D., Maibach, M. (2006).\u00a0Ausgehend von diesen Zahlen wurde ein detaillierteres Mengenger\u00fcst separat f\u00fcr Tage mit Spielen, Tage vor und nach einem Spiel sowie f\u00fcr die \u00fcbrigen Tage mit Differenzierung verschiedener Besucherkategorien und entsprechend unterschiedlichen Tagesausgaben erstellt. Im Maximum werden in den Stadien sowie in den Public-Viewing-Zonen und Fan-Meilen 5,4 Mio. Besucher (Einheimische, Tages- und \u00fcbernachtende G\u00e4ste) erwartet; im Minimum wird mit 2,8 Mio. gerechnet (siehe Grafik 2 und Tabelle 1). Der Anteil der Tagesbesucher ist im Maximum-Szenario mit einem Anteil von 78% h\u00f6her als im Minimum-Szenario (72%), weil bei gutem Verlauf mit wesentlich mehr einheimischen Public-Viewing-Besuchern gerechnet wird. Die hohen Anteile der lokalen Bev\u00f6lkerung von 46% bzw. 55% zeigen, dass die Euro 2008 dank dem Public Viewing auch ein Event f\u00fcr die Schweizer Bev\u00f6lkerung wird. Sie d\u00fcrfte 800000 bis 1160000 Logiern\u00e4chte generieren &#8211; davon 500000 bis 640000 in Hotels. Dabei ist allerdings zu ber\u00fccksichtigen, dass mit einer Verdr\u00e4ngung von 25000 bis 50000 Hotellogiern\u00e4chten zu rechnen ist. Der gr\u00f6sste Teil der \u00fcbernachtenden G\u00e4ste sind Ausl\u00e4nder.&#13;<\/p>\n<h2>Gesamtwirkungen der Euro 2008<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBrutto generiert die Euro 2008 in der Schweiz Ums\u00e4tze zwischen 1,6 und 2,2 Mrd. Franken. Rund ein Drittel davon sind jedoch volkswirtschaftlich nicht relevant, da es sich um Kompensationen beziehungsweise zeitliche oder\/und ausgabenbezogene Verlagerungen der \u00f6ffentlichen Hand und von Unternehmen handelt. \u00a0Die volkswirtschaftlich relevanten Ums\u00e4tze (Nettowirkung) liegen zwischen 1,1 und 1,5 Mrd. Franken. Dabei entfallen 56% auf direkte Wirkungen. Die indirekten Ums\u00e4tze (Multiplikatorwirkung) machen 44% aus und setzen sich zusammen aus von Dritten bezogenen Vorleistungen (31%) und den durch die Lohneinkommen induzierten Konsumausgaben (13%). Diese Ums\u00e4tze l\u00f6sen eine Bruttowertsch\u00f6pfung in der Gr\u00f6ssenordnung von 640 bis 860 Mio. Franken aus. Bezogen auf ein Jahr entspricht dies einem Beitrag zum BIP von nur 0,14% bis 0,18%. Angesichts zahlreicher anderer, wichtiger Einfl\u00fcsse auf die Volkswirtschaft (Wechselkurs, Konjunktur etc.) wird deshalb diese Wirkung makro\u00f6konomisch kaum nachweisbar sein. \u00a0Die Besch\u00e4ftigungswirkung ist im Vergleich zum Umsatz und zur Wertsch\u00f6pfung unterproportional, da insbesondere im Gastgewerbe ein Teil der Mehrarbeit mit dem gleichen Personalbestand abgewickelt werden kann. Dies bedeutet, dass die Arbeitsproduktivit\u00e4t w\u00e4hrend der Euro 2008 leicht \u00fcber dem Branchendurchschnitt liegen wird. Es wird mit einem zus\u00e4tzlichen Besch\u00e4ftigungsvolumen von rund 5300 bis 7350 vollzeit\u00e4quivalenten Stellen gerechnet.&#13;<\/p>\n<h2>Gr\u00f6sste Wirkungen gehen von Besuchern aus<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVolkswirtschaftlich haben die 2,8 bis 5,4 Mio. Besucher mit Abstand die gr\u00f6sste Bedeutung. Diese werden insgesamt zwischen 250 und 400 Mio. Franken ausgeben, wovon in erster Linie die Tourismuswirtschaft profitieren wird. Die Anzahl ausl\u00e4ndischer Besucher von 1,0 bis 1,4 Mio. ist dabei volkswirtschaftlich sehr relevant: Es wird ein positiver Beitrag zur Zahlungsbilanz zwischen 175 und 230 Mio. Franken geleistet. Im Maximum-Szenario entfallen 57% der Gesamtausgaben aller Besucher auf \u00fcbernachtende G\u00e4ste (siehe Grafik 3). Die frequenzm\u00e4ssig mit Abstand wichtigste Besuchergruppe (72% bis 78%) der Tagesbesucher leistet nur einen Beitrag von 43% an die totalen Ausgaben. Der Anteil der Verpflegung an den Ausgaben betr\u00e4gt 44%, gefolgt von den Ausgaben f\u00fcr die \u00dcbernachtungen (30%) und im Detailhandel (16%). \u00a0Unter Ber\u00fccksichtigung der indirekten Wirkungen generieren die Besucher totale Ums\u00e4tze bis 740 Mio. Franken (siehe Grafik 4). Der Anteil der Besucher am totalen von der Euro 2008 ausgel\u00f6sten Umsatz von 1,5 Mrd. Franken liegt bei 49%.&#13;<\/p>\n<h2>Bedeutende Rolle der \u00f6ffentlichen Hand<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nOhne das Engagement der \u00f6ffentlichen Hand liesse sich ein solches Mega-Event nicht realisieren. Insgesamt gibt die \u00f6ffentliche Hand (Bund, Kantone, Host Cities und andere St\u00e4dte) netto rund 140 Mio. Franken f\u00fcr die Euro 2008 aus. Dabei entfallen auf den Bund rund 70 Mio. (ohne Reserve), auf die Host Cities 60 Mio. und auf die \u00fcbrigen Kantone und St\u00e4dte 10 Mio. Franken. Gleichzeitig erzielt die \u00f6ffentliche Hand gesch\u00e4tzte Steuereinnahmen zwischen 80 und 110 Mio. Franken, davon rund 40 bzw. 55 Mio. Franken Einkommenssteuern sowie 30 bis 40 Mio. Franken Mehrwertsteuern.&#13;<\/p>\n<h2>Wirtschaftliche Wirkungen f\u00fcr die Host Cities wichtiger<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAufgrund der zum aktuellen Zeitpunkt zuordnungsbaren Finanzfl\u00fcsse entfallen bereits heute mehr als ein Drittel der Umsatz- und Wertsch\u00f6pfungswirkungen auf die Host Cities. Entsprechend sind hier im Vergleich zur gesamten Schweiz die wirtschaftlichen Wirkungen der Euro 2008 gr\u00f6sser. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die Tourismusbranche. In Z\u00fcrich und Basel wird unter Einbezug der direkten und indirekten Wirkungen im Maximum mit Ums\u00e4tzen bis zu 170 Mio. Franken, einer Wertsch\u00f6pfung bis zu 90 Mio. Franken und einem induzierten Besch\u00e4ftigungsvolumen von gegen 900 vollzeit\u00e4quivalenten Stellen gerechnet. Die Wirkungen in Bern und Genf liegen infolge der geringeren Anzahl Matches bzw. des bev\u00f6lkerungsm\u00e4ssig kleineren Einzugsgebietes tiefer.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Euro 2008 hat als gr\u00f6sste je in der Schweiz durchgef\u00fchrte Sportveranstaltung kurzbis mittelfristig eindeutig positive wirtschaftliche Effekte. Die Bruttowirkungen, welche insgesamt von der Euro 2008 ausgehen, sind jedoch deutlich gr\u00f6sser als die volkswirtschaftlich relevanten Nettowirkungen, bei denen Kompensationen, Budgetverlagerungen und Verdr\u00e4ngungen (crowding out) abgezogen werden. \u00a0Von der Euro 2008 gehen auch l\u00e4ngerfristige &#8211; teils monet\u00e4re, teils nicht monet\u00e4re &#8211; Wirkungen aus, die schwierig abzusch\u00e4tzen und nachzuweisen sind. Dazu geh\u00f6ren insbesondere die beachtlichen internationalen Image- und Werbewirkungen, die einen Einfluss auf den Tourismus und die Standortattraktivit\u00e4t haben. Die Euro 2008 leistet ferner einen wichtigen Beitrag zur Zusammenarbeit zwischen Tourismus, Beh\u00f6rden und der \u00fcbrigen Wirtschaft und schafft entsprechendes Know-how, welches f\u00fcr k\u00fcnftige Veranstaltungen genutzt werden kann. Die Schweiz kann sich damit im Veranstaltungsmarkt als kompetenter Organisator profilieren.\u00a0Schliesslich ist die Euro 2008 auch f\u00fcr die Schweizer Bev\u00f6lkerung wichtig. Das \u00abFussball-Fest\u00bb schafft ein Gemeinschaftserlebnis, das verbindet, integriert und zu sportlichen Aktivit\u00e4ten animiert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abGeldfl\u00fcsse und erfasste Wirkungen der Euro 2008\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abHerkunft der Besucher der Euro 2008\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abAusgaben nach Besucher- und Ausgabekategorie\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 4 \u00abDurch die Euro 2008 ausgel\u00f6ste Ums\u00e4tze und Bruttowertsch\u00f6pfung\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abGesamtwirkungen der Euro 2008 auf die Volkswirtschaft\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Ausgabensteigernde Ver\u00e4nderungen seit 2004 &#8211; Aufstockung des Budgets der Euro 2008 SA deutlich \u00fcber die urspr\u00fcngliche H\u00f6he von 167 Mio. Franken.- Direkte eigene Ausgaben der Uefa (u.a. Public Viewing in Host Cities).- Erhebliche Erh\u00f6hung des fr\u00fcheren Finanzrahmens des Bundes von 3,5 Mio. auf 82,5 Mio. Franken f\u00fcr Sicherheit, Infrastruktur\/Verkehr, Standortmarkting\/Landeswerbung, Projekte\/Anl\u00e4sse sowie die Gesamtprojektleitung.- Neue Dimension und Bedeutung des Public Viewing nach der WM 2006 sowohl in den Host Cities wie in 17 weiteren St\u00e4dten mit UBS-Arenas. Dies bedeutet h\u00f6here Besucherfrequenzen mit entsprechenden touristischen Wirkungen.- Neben Basel (Stadionerweiterung) hat auch Z\u00fcrich ein spezielles Budget von 11 Mio. Franken f\u00fcr das neue Letzigrundstadion bewilligt und Genf erh\u00e4lt Beitr\u00e4ge vom Nationalen Sportanlagenkonzept (Nasak).- Alle Host Cities haben bedeutende Budgets f\u00fcr Sicherheit, Infrastruktur\/Verkehr, Standortmarketing\/Landeswerbung und Anl\u00e4sse vorgesehen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Literatur &#8211; R\u00fctter, H., Stettler, J., et al. (2004): Economic impact of the UEFA EURO 2008TM in Switzerland; Study on behalf of the Uefa and Swiss Football Association.- R\u00fctter, H., Stettler, J., M\u00fcller, H. et. al. (2007): Wirtschaftliche Wirkungen der UEFA EURO 2008TM in der Schweiz, Aktualisierung der Studie von 2004, Baspo.- Sutter, D., Maibach, M. (2006): Euro 2008: Public Viewing &#8211; Mengenger\u00fcst und Empfehlungen f\u00fcr den Verkehr.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Euro 2008 ist der gr\u00f6sste je in der Schweiz durchgef\u00fchrte Sportanlass. Bund und Host Cities leisten einen namhaften finanziellen und organisatorischen Beitrag, um dieses Mega-Event zum Erfolg zu f\u00fchren. Neben vielf\u00e4ltigen intangiblen Effekten &#8211; wie z.B. Imagewirkungen &#8211; werden auch namhafte wirtschaftliche Effekte erwartet. 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