{"id":123706,"date":"2007-11-01T12:00:00","date_gmt":"2007-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/11\/schmid-riemer-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:43:15","modified_gmt":"2023-08-23T21:43:15","slug":"schmid-riemer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/11\/schmid-riemer\/","title":{"rendered":"Der wirtschaftliche H\u00f6henflug der T\u00fcrkei und die Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Die T\u00fcrkei erlebt seit einigen Jahren einen ausgepr\u00e4gten Wirtschaftsaufschwung, der vorderhand anhalten d\u00fcrfte. Die ausl\u00e4ndischen Unternehmen sch\u00e4tzen es, in diesem Land zu arbeiten, auch wenn in Sachen B\u00fcrokratie und Geistiges Eigentum noch gewisse H\u00fcrden bestehen. Trotz kr\u00e4ftig wachsendem Handels- und Investitionsvolumen verliert die Schweiz jedoch &#8211; wie andere europ\u00e4ische L\u00e4nder &#8211; in der T\u00fcrkei Marktanteile. Um dem Handel neue Impulse zu verleihen, sollten die offiziellen Kontakte und die Bilaterale Wirtschaftskommission neu belebt werden. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die F\u00f6rderung der Beziehungen zwischen den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in den beiden L\u00e4ndern zu legen.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200711_15_Schmid-Riemer_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn der T\u00fcrkei vollzieht sich derzeit eine eigentliche wirtschaftliche Revolution. Das Land erfuhr in den letzten Jahrzehnten eine exponentielle Entwicklung, sowohl im Bereich der Infrastruktur mit dem Bau von grossen Zentren als auch auf kultureller Ebene. Dieser Trend d\u00fcrfte sich bis auf Weiteres fortsetzen. Die Bev\u00f6lkerung des Landes wird von heute etwas mehr als 70 Mio. Personen &#8211; mit einem hohen Anteil von Jugendlichen &#8211; bis im Jahr 2025 auf 90 Mio. anwachsen. Gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) ist die T\u00fcrkei heute die siebzehntgr\u00f6sste Volkswirtschaft der Welt, und bis 2050 k\u00f6nnte sie bis auf Rang 7 vorr\u00fccken. 2005 erreichte das BIP zum ersten Mal jenes der Schweiz. Die Kaufkraft hat sich in den vergangenen f\u00fcnf Jahren um 50% erh\u00f6ht und d\u00fcrfte in den kommenden f\u00fcnf Jahren nochmals so stark zunehmen. Die T\u00fcrkei geh\u00f6rt zur Gruppe der \u00abNext Eleven\u00bb (N-11), die gem\u00e4ss der Investmentbank Goldman Sachs nach den Bric-L\u00e4ndern (Brasilien, Russland, Indien, China) bez\u00fcglich Investitionen und Wachstum die vielversprechendsten Aussichten aufweisen. Ein weiteres Plus ist die strategisch wichtige geografische Lage der T\u00fcrkei: Sie bildet aufgrund ihrer Geschichte und ihrer heutigen Situation eine Br\u00fccke zwischen Europa und Asien.&#13;<\/p>\n<h2>Bewegte politische Entwicklung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie islamisch orientierte Partei f\u00fcr Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) des abtretenden Ministerpr\u00e4sidenten Recip Erdogan hat die vorgezogenen Parlamentswahlen vom 22.Juli 2007 gewonnen und will ihre bislang erfolgreiche Politik weiterf\u00fchren. Am 28.August 2007 wurde Abdullah G\u00fcl, der Kandidat der AKP, zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt. Die Partei wird wegen ihres wirtschaftlichen Erfolgs und der stabilen Lage des Landes in den vergangenen f\u00fcnf Jahren gesch\u00e4tzt. Im Zentrum der Regierungspolitik stand die Umsetzung wichtiger struktureller Reformen (Privatisierungen, Reform des Bankensektors usw.). Zudem wurden Beitrittsverhandlungen mit der Europ\u00e4ischen Union (EU) aufgenommen.\u00a0Die Angst vor einer Islamisierung des Landes &#8211; etwa vor der Einf\u00fchrung einer allgemeinen Pflicht zum Tragen eines Kopftuchs &#8211; pr\u00e4gten die politischen Ereignisse dieses Jahres: Annullierung der Pr\u00e4sidentschaftswahl, Demonstrationen und vorgezogene Parlamentswahlen&#8230; Zur Opposition geh\u00f6rten namentlich die \u00abS\u00e4kul\u00e4ren\u00bb, die sich auf eine laizistische Staatsdefinition st\u00fctzen, wie sie Atat\u00fcrk in den 1920er-Jahren propagiert hatte. Diese Kr\u00e4fte werden auch von der Armee unterst\u00fctzt. Die t\u00fcrkische Gesellschaft ist sehr heterogen. Hier treffen traditionelle und moderne Lebensformen aufeinander, wobei Letztere vor allem in den Grossst\u00e4dten Istanbul und Ankara dominieren.&#13;<\/p>\n<h2>Dynamische Wirtschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDurch die Liberalisierung des Landes konnte das BIP innerhalb von vier Jahren um \u00fcber 40% gesteigert und das Handelsvolumen verdreifacht werden. 2006 erreichten die t\u00fcrkischen Exporte 85 Mrd. US-$, gegen\u00fcber 36 Mrd. US-$ im Jahr 2002. Die Auslandinvestitionen explodierten geradezu: Von 1 Mrd. US-$ im Jahr 2003 kletterten sie auf 20 Mrd. US-$ 2006, und der Trend scheint auch 2007 ungebrochen. Innerhalb von vier Jahren ist die Zahl der ausl\u00e4ndischen Unternehmen betr\u00e4chtlich gewachsen. In j\u00fcngerer Zeit t\u00e4tigten vor allem die Niederlande, Belgien und Griechenland umfangreiche Investitionen.\u00a0Dem stehen allerdings erh\u00f6hte Werte in Sachen Inflation, Leistungsbilanz und Arbeitslosigkeit sowie eine defizit\u00e4re Leistungsbilanz gegen\u00fcber. Die meisten Arbeitspl\u00e4tze bietet der Dienstleistungsbereich (47%), gefolgt von der Landwirtschaft (27%) und der Industrie (20%). In den letzten Jahren hat die Landwirtschaft kontinuierlich an Bedeutung verloren.&#13;<\/p>\n<h3>Die T\u00fcrkei und der IWF<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Beziehungen zwischen dem IWF und der T\u00fcrkei haben eine lange Tradition. Das laufende Programm ist das Ergebnis des 19. Abkommens zwischen der T\u00fcrkei und dieser Institution. Experten sprechen von den Neunzigerjahren als einem verlorenen Jahrzehnt in der Wirtschaftsgeschichte des Landes. Die letzten f\u00fcnf Jahre hingegen brachten einen kr\u00e4ftigen Aufschwung.\u00a0Angesichts der finanziellen Lage des Landes ist ein neues Programm nicht mehr unbedingt notwendig. Die Analyse des IWF wird jedoch von der internationalen Finanzgemeinschaft als Garantie f\u00fcr wirtschaftliche Disziplin bez\u00fcglich Budgetdefizit, Inflation und Umsetzung der Reformen betrachtet. Eine gewisse Vorsicht ist nach Meinung von Fachleuten aufgrund der Anf\u00e4lligkeit einiger Indikatoren geboten. Das Wachstumstempo wird nur beibehalten werden k\u00f6nnen, wenn in verschiedenen Bereichen weitere Reformen durchgef\u00fchrt werden. Dazu geh\u00f6ren der Arbeitsmarkt, das Steuersystem (umfangreiche informelle Wirtschaft), die Landwirtschaft, der Finanzsektor und die Pensionskassen. Die Teuerung liegt seit drei Jahren \u00fcber dem Zielwert. Auch die Zinss\u00e4tze bleiben hoch. Die Situation bez\u00fcglich Staatsverschuldung hat sich zwar gebessert; das Niveau muss aber weiter gesenkt werden. Das Leistungsbilanzdefizit ist hingegen weniger problematisch und nicht als Ungleichgewicht zu verstehen, das es unbedingt zu beheben gilt. Im Gegenteil: Es kann auch auf umfangreiche Investitionsm\u00f6glichkeiten hinweisen.&#13;<\/p>\n<h2>EU-Beitritt als strategisches Ziel<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie T\u00fcrkei und Europa k\u00f6nnen auf eine langj\u00e4hrige Beziehung zur\u00fcckblicken. Meilensteine waren die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens 1963 und einer Zollunion 1996. Seit 1999 hat das Land den Status eines Beitrittskandidaten, und im Oktober 2005 wurden die Beitrittsverhandlungen aufgenommen. Die technischen Verhandlungen sind noch im Gange. Die \u00dcbernahme der geltenden EU-Standards wird umfangreiche Anpassungen der Wirtschaft in verschiedenen Bereichen erfordern &#8211; namentlich in der Landwirtschaft &#8211; und noch Zeit in Anspruch nehmen. W\u00e4hrend die technischen Dossiers vorankommen, sind verschiedene wichtige poli-tische Fragen h\u00e4ngig, etwa das Verbot f\u00fcr griechisch-zypriotische Flugzeuge und Schiffe, die H\u00e4fen und Flugh\u00e4fen in der T\u00fcrkei zu benutzen. Das strategische Ziel des EU-Beitritts ist integraler Bestandteil der Aussenpolitik des Landes. Als theoretisches Datum f\u00fcr einen Beitritt wird etwa 2014 genannt. Die Begeisterung der t\u00fcrkischen Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die EU hat allerdings nachgelassen, da die Haltung Europas als Ablehnung empfunden wird. Die Integration eines muslimischen Landes dieser Dimension in Europa w\u00e4re f\u00fcr das regionale und globale politische Gleichgewicht gleichzeitig eine Herausforderung und eine Chance.&#13;<\/p>\n<h2>Grosses Marktpotenzial in der T\u00fcrkei<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie T\u00fcrkei birgt f\u00fcr die europ\u00e4ischen L\u00e4nder erhebliche Marktchancen. Zur F\u00f6rderung der Beziehungen werden entsprechende Mittel bereitgestellt. Das Potenzial ist trotz latenter Risiken unbestritten. Die Wirtschaft des Landes wird heute insgesamt als stabil wahrgenommen. Die politischen Ereignisse dieses Jahres wirkten sich nur unwesentlich auf die Wirtschaft aus, und die M\u00e4rkte reagierten nach den letzten Parlamentswahlen positiv. Die Unternehmen w\u00fcnschen sich vor allem Stabilit\u00e4t und ein g\u00fcnstiges Gesch\u00e4ftsklima, wie dies in den letzten Jahren \u00fcberwiegend der Fall war.\u00a0Die ausl\u00e4ndischen Firmen sch\u00e4tzen zum Grossteil das Arbeitsklima in der T\u00fcrkei. Sie erachten das Land als dynamischen, expandierenden Markt, in dem sich selbst in Krisenzeiten Gewinn erwirtschaften l\u00e4sst. Gewisse Unternehmen decken den Markt im Nahen Osten und in Asien von der T\u00fcrkei aus ab. Besonderes Potenzial haben &#8211; gem\u00e4ss diversen Quellen &#8211; die Gebiete an der Grenze zu Irak und Iran sowie einige Zentren, die relativ gesehen kr\u00e4ftiger expandieren als der Rest des Landes.\u00a0Trotz gewisser Schwierigkeiten bewerten die Unternehmen ihre Pr\u00e4senz im Land als rentabel. Als Probleme werden folgende Aspekte genannt: Zoll, Verwaltung, Steuern, Visa, Arbeitsbewilligungen, Importlizenzen, Referenzpreissystem, Geistiges Eigentum oder die St\u00e4rke der T\u00fcrkischen Lira.&#13;<\/p>\n<h2>Schweiz-T\u00fcrkei: Wirtschaftsbeziehungen mit Ausbaupotenzial<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie T\u00fcrkei bietet einen grossen Markt. Die Schweizer Exporte in Richtung T\u00fcrkei (1,3% der schweizerischen Exporte im Jahr 2006) \u00fcbertreffen jene in Richtung vieler europ\u00e4ischer (wie Polen, Portugal, Griechenland, Skandinavien, baltische L\u00e4nder oder Osteuropa) und Schwellenl\u00e4nder (Brasilien, Russland, Indien oder Mexiko). Die Schweizer Unternehmen sind im Land gut vertreten und decken verschiedene Sektoren ab, wie Maschinenindustrie, Chemie und Pharma, Banken, Versicherungen, Verkehr, Nahrungsmittelindustrie oder Tourismus. Zudem beteiligen sie sich an Grossprojekten, namentlich im Energiebereich.\u00a0Die offiziellen Beziehungen wurden durch die politischen Folgen der Anerkennung des \u00abarmenischen V\u00f6lkermords\u00bb durch das Schweizer Parlament im Jahr 2003 und verschiedene Strafverfahren gegen t\u00fcrkische Staatsangeh\u00f6rige wegen Leugnung des Genozids auf Schweizer Staatsgebiet getr\u00fcbt. Die Schweizer Unternehmen erfuhren dadurch h\u00f6chstens punktuell oder bei der Vergabe gewisser \u00f6ffentlicher Vertr\u00e4ge Benachteiligungen im t\u00fcrkischen Markt. Zudem wurden nach dem Besuch des damaligen Vorstehers des Eidgen\u00f6ssischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD) im Jahr 2002 zwei weitere geplante Treffen verschoben. Es dr\u00e4ngen sich Initiativen von beiden Seiten zur Wiederbelebung der offiziellen bilateralen Wirtschaftsbeziehungen auf.\u00a0Die bilateralen Handelsbeziehungen haben sich im Gleichschritt mit dem Wirtschaftsaufschwung in der T\u00fcrkei sehr positiv entwickelt. Die Exporte der Schweiz in Richtung T\u00fcrkei wuchsen zwischen 2000 und 2006 um 66%. Im gleichen Zeitraum legten die t\u00fcrkischen Exporte um 67% zu. Die Bilanz f\u00e4llt jedoch weiterhin zugunsten der Schweiz aus: Mit Exporten im Wert von 2345 Mio. und Importen \u00fcber 676 Mio. Franken belief sich das Handelsvolumen 2006 insgesamt auf fast 3 Mrd. Franken. Gem\u00e4ss t\u00fcrkischen Quellen sind die Schweizer Exporte und das t\u00fcrkische Handelsbilanzdefizit der T\u00fcrkei noch gr\u00f6sser. Verantwortlich f\u00fcr diese Abweichung sind die Goldexporte, die in der Statistik der Schweiz nicht erfasst sind, sowie die in der Schweiz ans\u00e4ssigen Factoring-Unternehmen, die in den t\u00fcrkischen Statistiken ebenfalls ber\u00fccksichtigt sind. Trotz des stetig steigenden Exportvolumens ist allerdings der Marktanteil der Schweiz zur\u00fcckgegangen. 2005 lag die Schweiz mit 3,5% der Importe in die T\u00fcrkei noch auf dem 8. Rang, 2006 mit lediglich noch 2,9% auf dem 9. Rang. Die Schweiz steht mit dieser Entwicklung nicht allein da: 2006 musste Deutschland seinen Platz als wichtigster Lieferant der T\u00fcrkei an Russland abtreten, obwohl die deutschen Exporte innerhalb von f\u00fcnf Jahren um 150% zunahmen.\u00a0Bei den Investitionen zeigt sich ein \u00e4hnlicher Trend. Der Schweizer Kapitalbestand in der T\u00fcrkei stieg 2002-2005 um 100% und 2004-2005 um 48% oder in absoluten Zahlen von 1 Mrd. Franken im Jahr 2002 auf 2 Mrd. im Jahr 2005. Aus Sicht der T\u00fcrkei ist die Schweiz als Investor nicht mehr so wichtig wie fr\u00fcher, weil die Auslandinvestitionen im Land sehr stark gewachsen sind.\u00a0Ein weiterer wichtiger Aspekt in den Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und der T\u00fcrkei ist der Tourismus: 200000 bis 300000 Schweizerinnen und Schweizer besuchen pro Jahr die T\u00fcrkei. 2006 war diese Zahl allerdings r\u00fcckl\u00e4ufig.&#13;<\/p>\n<h3>Geplantes bilaterales Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nNach mehrj\u00e4hrigen Verhandlungen wurde 2006 ein Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerungen paraphiert, und die Formalit\u00e4ten zur Unterzeichnung laufen. Das Inkrafttreten dieses Abkommens wird von der Privatwirtschaft mit Ungeduld erwartet. Der Vertrag wird das seit 1990 geltende Abkommen \u00fcber die F\u00f6rderung und den Schutz von Investitionen erg\u00e4nzen.&#13;<\/p>\n<h3>Freihandelsbeziehungen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nSeit 1992 existiert zwischen den L\u00e4ndern der Efta &#8211; der die Schweiz angeh\u00f6rt &#8211; und der T\u00fcrkei ein Freihandelsabkommen, mit dem ausser f\u00fcr landwirtschaftliche Produkte s\u00e4mtliche Z\u00f6lle aufgehoben wurden. Der im Abkommen vorgesehene gemischte Ausschuss trifft sich alle zwei Jahre und fungiert als Plattform f\u00fcr Fragen im Zusammenhang mit der Anwendung des Abkommens. Dort werden verschiedenste Probleme der Unternehmen besprochen, namentlich im Zusammenhang mit der Zertifizierung. Im \u00dcbrigen laufen neue Verhandlungen \u00fcber das bilaterale Landwirtschaftsabkommen. Auf die Agrarprodukte entfallen rund 25% der Importe aus der T\u00fcrkei in die Schweiz.&#13;<\/p>\n<h2>Gezielte F\u00f6rderung der Wirtschaftsbeziehungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEs existieren verschiedene Kan\u00e4le zur F\u00f6rderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sowohl auf t\u00fcrkischer wie auch auf schweizerischer Seite. Dieses Netz soll mit der Er\u00f6ffnung des geplanten \u00abSwiss Business Hub\u00bb in Istanbul, der Wirtschaftsmetropole des Landes, noch weiter ausgebaut werden. Das Osec Business Network Switzerland erw\u00e4gt, die KMU-F\u00f6rderung in Zusammenarbeit mit dem t\u00fcrkischen Partner zu institutionalisieren, da dies einem echten Bed\u00fcrfnis entspricht. Die Erfahrung der KMU ist im \u00dcbrigen Thema des 3. Wirtschaftsforums Schweiz-T\u00fcrkei, das im November 2007 von der Handelskammer in Istanbul mit Beteiligung des Seco organisiert wird.\u00a0Veranstaltungen, die den Wirtschaftsakteuren Gesch\u00e4fts- und Investitionsm\u00f6glichkeiten in der Schweiz oder der T\u00fcrkei vor Augen f\u00fchren, bieten ebenfalls eine gute Gelegenheit zur F\u00f6rderung von Wirtschaftsbeziehungen, die von beiden Seiten f\u00fcr Interesse sind.\u00a0Die 2001 gegr\u00fcndete Bilaterale Wirtschaftskommission, der neue Impulse verliehen wurden, bietet einen offiziellen Rahmen, in dem die Handelsbeziehungen und M\u00f6glichkeiten zur Zusammenarbeit zwischen den beiden L\u00e4ndern zur Sprache kommen. Kontakte wollen gepflegt werden. Nach \u00fcber f\u00fcnf Jahre ist es Zeit f\u00fcr einen neuen bilateralen Ministerbesuch in der Schweiz und der T\u00fcrkei, an dem auch Vertreter aus der Privatwirtschaft teilnehmen, die an einer Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen interessiert sind&#8230; und zwar bevor die T\u00fcrkei endg\u00fcltig den Aufstieg in die erste Wirtschaftsliga schafft!&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abEntwicklung des Handels zwischen der Schweiz und der T\u00fcrkei, 1990-2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abSchweizer Investitionen in der T\u00fcrkei, 1997-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abWichtigste Wirtschaftsdaten zur T\u00fcrkei, 2004-2008\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die T\u00fcrkei erlebt seit einigen Jahren einen ausgepr\u00e4gten Wirtschaftsaufschwung, der vorderhand anhalten d\u00fcrfte. 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