{"id":123796,"date":"2007-10-01T12:00:00","date_gmt":"2007-10-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/10\/schlapbach-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:43:27","modified_gmt":"2023-08-23T21:43:27","slug":"schlapbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/10\/schlapbach\/","title":{"rendered":"Integrierter Wissens- und Technologietransfer an der Empa"},"content":{"rendered":"<p>Die Wettbewerbsf\u00e4higkeit eines exportorientierten und rohstoffarmen Hochtechnologielandes wie der Schweiz h\u00e4ngt in erster Linie von dessen Innovationskraft ab. Zur Sicherung unseres Wohlstands ist es daher notwendig, Forschungsergebnisse aus den Labors der Hochschulen und Forschungsinstitutionen konsequent und m\u00f6glichst rasch in die Schweizer Unternehmen zu transferieren und ihnen dadurch zu einem nachhaltigen Markterfolg zu verhelfen. Die Br\u00fccke \u00abfrom science to business and society\u00bb zu schlagen, hat sich auch die Empa als anwendungsorientierte Forschungsinstitution f\u00fcr Materialwissenschaften und Technologieentwicklung auf ihre Fahnen geschrieben &#8211; und das mit Erfolg.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer klassische Technologietransfer, dem sich eine in den letzten Jahren ausgebaute und professionalisierte Stelle annimmt, ist ein wesentliches Standbein in einer Palette von verschiedenen Kan\u00e4len des Wissens- und Technologietransfers (WTT) an der Empa (siehe Grafik 1). Die Zahl der Lizenzen, Patent\u00fcbertragungen und anderer vertraglicher Abkommen zur Kl\u00e4rung der Nutzungs- und Urheberrechte hat enorm zugenommen. 2006 initiierten Wissenschafterinnen und Wissenschafter der Empa knapp 200 neue WTT-Projekte und meldeten 20 nationale und internationale Patente an, unter anderem f\u00fcr folgende Entwicklungen:\u00a0&#8211; ultraleichte K\u00fchlbekleidung f\u00fcr Multiple-Sklerose-Patienten, die seit April von einem Schweizer Unternehmen aus der Textilbranche produziert wird; \u00a0&#8211; verschiedene, gemeinsam mit Partnern aus der Automobil- und Zulieferindustrie entwickelte Katalysatorkonzepte in Verbrennungsmotoren;\u00a0&#8211; das an der Empa erarbeitete Konzept, Kohlenstoff-Nanor\u00f6hrchen als winzige Elektronenquellen zu verwenden, das bereits in neuartigen R\u00f6ntgenr\u00f6hren eines Schweizer Unternehmens und in Flachbildschirmen zum Einsatz kommt.\u00a0\u00a0Volkswirtschaftlich nicht minder bedeutend sind Spin-offs, also Firmenneugr\u00fcndungen im Umfeld der Schweizer F&amp;E-Institutionen. Bereits seit einigen Jahren betreibt die Empa in St. Gallen das Technologiezentrum f\u00fcr die Euregio Bodensee (Tebo), das Jungunternehmen in ihrer Startphase durch Coaching, fachspezifische Beratung, administrative Dienstleistungen, Bereitstellen der notwendigen Infrastruktur usw. unterst\u00fctzt. Es beherbergt 33 Unternehmen mit insgesamt rund 90 Mitarbeitenden. Letztes Jahr musste sogar ein zweiter Standort bezogen werden, nachdem die Empa-Geb\u00e4ude keine Neumieter mehr aufnehmen konnten. In Thun ist die Empa ebenfalls am dortigen Neuunternehmen-Zentrum beteiligt.&#13;<\/p>\n<h2>Von Technologiezentren und Industriekooperationen &#8230;<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDa auch in D\u00fcbendorf erfolgreiche Spin-offs &#8211; wie die Firma Carbo-Link &#8211; bereits mehr Platz ben\u00f6tigen, plant die Empa dort einen weiteren Business-Inkubator. Die Jungfirmen werden zentral auf dem Empa-Areal angesiedelt sein. Zielgruppen sind &#8211; neben Spin-offs der Empa &#8211; externe Start-ups mit Bezug zur Empa, ausgelagerte Forschungseinheiten gr\u00f6sserer Firmen sowie \u00f6ffentlich-private Partnerschaften. Als Vorbild f\u00fcr Letztere dient etwa das \u00abCenter for Synergetic Structures\u00bb, das die Empa seit Mitte letzten Jahres gemeinsam mit der Firma Festo betreibt, um neuartige, leichtgewichtige Tragstrukturen zu entwickeln.\u00a0Auch die Anzahl der Dienstleistungs- und Kooperationsvertr\u00e4ge mit den Industriepartnern der Empa steigt stetig an. Alleine letztes Jahr wurden rund 170 derartige Vereinbarungen getroffen, sei es in Form gemeinsamer F&amp;E-Projekte, unabh\u00e4ngiger Expertisen und Untersuchungen oder durch die Nutzung der Empa-\u00abUser Labs\u00bb. Um potenziellen Kunden und Partnern den Zugang zur Empa so einfach wie m\u00f6glich zu machen und allf\u00e4llige Hemmschwellen oder Ber\u00fchrungs\u00e4ngste abzubauen, wurde vor einiger Zeit ein Portal eingerichtet. Internet: <a href=\"http:\/\/www.empa.ch\">www.empa.ch<\/a> , Rubriken \u00abDie Empa im Profil\u00bb, \u00abDas Empa-Portal\u00bb. E-Mail: portal@empa.ch. \u00dcber diese zentrale Anlaufstelle k\u00f6nnen interessierte Unternehmen ihre Anfragen und Probleme bequem platzieren, ohne vorher den richtigen Ansprechpartner ausfindig machen zu m\u00fcssen \u00a0Gleichzeitig betreiben die Portal-Mitarbeitenden Technologie-Scouting innerhalb der Empa, um gezielt potenzielle Verwertungspartner angehen zu k\u00f6nnen. Den direkten Kontakt sucht die Empa auch an Technologie- und Innovations-Messen wie dem 2. Swiss Innovation Forum Mitte Oktober in Basel, an dem sich die Empa der Schweizer Innovationsszene pr\u00e4sentiert und das sie als Knowledge-Partner unterst\u00fctzt. Oder sie geht gar \u00abon the road\u00bb, wie in den letzten beiden Jahren, als die von Industriepartnern (u.a. ABB, Ruag und Hilti) gesponserte Wanderausstellung \u00abEmpa unterwegs\u00bb an acht technisch ausgerichteten Fachhochschulen in allen drei Landesteilen zu Gast war. Dabei ging es darum, mit regionalen Hightech-Unternehmen &#8211; vor allem auch KMU &#8211; ins Gespr\u00e4ch zu kommen und M\u00f6glichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten.\u00a0Ebenfalls in diesen Bereich f\u00e4llt die so genannte Ressortforschung, beispielsweise f\u00fcr Bundes\u00e4mter und andere Beh\u00f6rden ohne eigene Laboratorien. Dabei liefern Empa-Studien h\u00e4ufig die Entscheidungsgrundlage f\u00fcr gesellschaftlich relevante Fragen, wie z.B. im Fall der \u00d6kobilanzierung von Biotreibstoffen. Oder sie helfen, die Wirksamkeit bestimmter Umweltschutzmassnahmen zu \u00fcberwachen, etwa durch das nationale Beobachtungsnetz f\u00fcr Luftfremdstoffe (Nabel), das die Empa im Auftrag des Bundesamtes f\u00fcr Umwelt (Bafu) betreibt.&#13;<\/p>\n<h2>&#8230; \u00fcber Wissensmarketing und Imagepflege&#8230;<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm Wissen und Know-how in die Praxis zu \u00fcberf\u00fchren, muss man es zuerst verbreiten, sprich: den Dialog mit den verschiedenen Zielgruppen pflegen. Dies geschieht zum einen durch Tagungen und Kongresse, an denen Empa-Wissenschafter und -Ingenieure ihre neusten Ergebnisse pr\u00e4sentieren, zum anderen durch Ver\u00f6ffentlichungen von Fachbeitr\u00e4gen in den einschl\u00e4gigen Journalen.\u00a0Daneben haben f\u00fcr die Empa in der Wissensverbreitung eine effiziente \u00d6ffentlichkeitsarbeit sowie ein zielgerichtetes Technologiemarketing einen hohen Stellenwert. Denn wenn die Empa und ihre Leistungen bei potenziellen Industrie- und Hochschulpartnern bekannt ist und als F&amp;E-Institution eine entsprechende Reputation in der Forschungs- und Innovationsszene geniesst, ist es oft nur ein kleiner Schritt zu einem gemeinsamen Projekt. Beim Anbahnen von Industriekontakten spielt wiederum das Empa-Portal eine entscheidende Rolle. Das Portal-Team organisiert regelm\u00e4ssig Treffen zwischen interessierten Unternehmen und den entsprechenden Empa-Fachleuten.&#13;<\/p>\n<h2>&#8230; bis hin zur Lehre und Aus- und Weiterbildung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZu guter Letzt wird Wissen nat\u00fcrlich auch in der traditionellen Lehre an den beiden ETH, den Schweizer Universit\u00e4ten und Fachhochschulen beziehungsweise in der Weiterbildung verbreitet. 2006 haben Empa-Wissenschafter und -Ingenieure an 33 Hochschulen im In- und Ausland unterrichtet. An der Empa-Akademie finden regelm\u00e4ssig spezielle Weiterbildungskurse und -seminare f\u00fcr die Industrie statt, etwa ein Titananwenderseminar oder ein Nanotechnologie-Seminar, welches die Empa in Zusammenarbeit mit dem Verband der Schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem) organisiert. Bereits heute besuchen jedes Jahr mehr als 4000 Teilnehmende die verschiedenen Veranstaltungen. Dieses Angebot wird in Zukunft ausgebaut. Ziel ist es, die Empa-Akademie zur ersten Adresse im Bereich Aus- und Weiterbildung f\u00fcr die Schweizer Indus-trie zu entwickeln.\u00a0Einen \u00e4usserst effizienten &#8211; obgleich h\u00e4ufig vernachl\u00e4ssigten &#8211; WTT-Kanal stellt schliesslich der Austausch von \u00abK\u00f6pfen\u00bb dar, zum Beispiel in Form von Forschungsaufenthalten (Sabbaticals) an Partnerinstitutionen aus Hochschule und Industrie. Die Empa engagiert sich ausserdem stark im Nord-S\u00fcd-Dialog, indem sie mit ausgew\u00e4hlten Partnern aus Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern so genannte \u00abCapacity Building\u00bb-Projekte betreibt &#8211; etwa auf dem Gebiet des Elektroschrott-Recyclings oder der Lebenszyklusanalysen. Forschende aus den Partnerl\u00e4ndern sind dabei regelm\u00e4ssig an der Empa zu Gast, w\u00e4hrend die Empa-Mitarbeitenden die Projekte immer wieder direkt vor Ort betreuen und so sicherstellen, dass das erlernte Know-how richtig umgesetzt wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abWissens- und Technologietransfer an der Empa\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wettbewerbsf\u00e4higkeit eines exportorientierten und rohstoffarmen Hochtechnologielandes wie der Schweiz h\u00e4ngt in erster Linie von dessen Innovationskraft ab. Zur Sicherung unseres Wohlstands ist es daher notwendig, Forschungsergebnisse aus den Labors der Hochschulen und Forschungsinstitutionen konsequent und m\u00f6glichst rasch in die Schweizer Unternehmen zu transferieren und ihnen dadurch zu einem nachhaltigen Markterfolg zu verhelfen. Die Br\u00fccke [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3063,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[],"post_content_subject":[125,230],"acf":{"seco_author":3063,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"CEO, Empa, D\u00fcbendorf","seco_author_post_occupation_fr":"CEO, Empa, D\u00fcbendorf","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":123799,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"9697","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55b9eda49a9f2"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123796"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3063"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=123796"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123796\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128214,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/123796\/revisions\/128214"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3063"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=123796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=123796"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=123796"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=123796"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=123796"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=123796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}