{"id":123847,"date":"2007-09-01T12:00:00","date_gmt":"2007-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/09\/gerber-20\/"},"modified":"2023-08-23T23:44:06","modified_gmt":"2023-08-23T21:44:06","slug":"gerber-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/09\/gerber-19\/","title":{"rendered":"Schweizer Finanzsektor auf dem Pr\u00fcfstand des Internationalen W\u00e4hrungsfonds"},"content":{"rendered":"<p>Der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) hat seine umfassende Evaluation des Schweizer Finanzsektors im Rahmen des sogenannten Financial Sector Assessment Program (FSAP) aus dem Jahr 2001 aktualisiert. Zu diesem Zweck f\u00fchrte eine Delegation des IWF im November 2006 und im Rahmen der j\u00e4hrlichen Artikel-IV-Konsultationen im M\u00e4rz 2007 intensive Gespr\u00e4che mit den Regulierungs- und Aufsichtsbeh\u00f6rden, der Nationalbank sowie Vertretern aller Bereiche der Finanzbranche durch. Die Ergebnisse der Beurteilung der IWF-Experten liegen nun als Bericht zur Finanzstabilit\u00e4t der Schweiz vor. Dieser ist zusammen mit dem regul\u00e4ren j\u00e4hrlichen Bericht zum L\u00e4nderexamen sowie einer Reihe von Hintergrundanalysen zum Finanzsektor ver\u00f6ffentlicht worden.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200709_18_Gerber_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"246\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit der Teilnahme am FSAP nimmt die Schweiz ihre Verantwortung als stark international vernetztes, globales Finanzzentrum wahr. Sie bekr\u00e4ftigt damit ihr Engagement zur St\u00e4rkung der Finanzstabilit\u00e4t auf nationaler und internationaler Ebene. Thematische Schwerpunkte der FSAP-Folgeevaluation (FSAP Update) in der Schweiz waren das System der Regulierung und Aufsicht, die Krisenresistenz des Finanzsektors und die Konformit\u00e4t mit ausgew\u00e4hlten, international anerkannten Finanzsektorstandards. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Aufsicht im Versicherungs- und im Pensionskassenbereich zuteil. Zur Sprache kamen ferner die aktuellen regulatorischen Reformvorhaben im Finanzbereich. Die zahlreichen Gespr\u00e4che mit den Beh\u00f6rden &#8211; Eidg. Bankenkommission (EBK), Bundesamt f\u00fcr Privatversicherungen (BPV), Bundesamt f\u00fcr Sozialversicherungen (BSV), Eidg. Finanzverwaltung (EFV), Schweizerische Nationalbank (SNB) &#8211; und der Wirtschaft waren offen und konstruktiv. Die Delegation konnte ihre Erkenntnisse aus der ersten L\u00e4nderanalyse im Jahr 2001 weiter vertiefen.&#13;<\/p>\n<h2>Makro\u00f6konomisches Umfeld und Risiken<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas gegenw\u00e4rtige makro\u00f6konomische Umfeld und die mittelfristigen Aussichten sind g\u00fcnstig. Die wirtschaftliche T\u00e4tigkeit hat sich seit 2004 erholt: Im Jahr 2006 betrug das Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) 2,7% &#8211; was deutlich \u00fcber dem langfristigen Potenzial liegt &#8211; und der Bundeshaushalt verzeichnete einen \u00dcberschuss. Die Inflation ist tief geblieben, w\u00e4hrend sich der Schweizer Franken gegen\u00fcber dem Euro abgeschw\u00e4cht hat. Die Preissteigerungen bei den Liegenschaften sind moderat geblieben; es bestehen kaum Anzeichen einer \u00dcberhitzung. Der Unternehmenssektor scheint gesund: Die Konkursrate befindet sich deutlich unter ihrem Hoch Anfang der Neunzigerjahre, und die Verschuldungsrate ist auf dem tiefsten Niveau seit 15 Jahren.&#13;<\/p>\n<h2>Bedeutender Schweizer Finanzsektor<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer schweizerische Finanzsektor nimmt sowohl in der globalen wie auch in der schweizerischen Wirtschaft eine wichtige Stellung ein. Schweizer R\u00fcckversicherer weisen \u00fcber 15% des globalen Pr\u00e4mienvolumens aus, womit sie sich weltweit nach Deutschland und den USA an dritter Stelle positionieren. Die Schweiz ist mit einem Anteil von einem Drittel an der grenz\u00fcberschreitenden privaten Verm\u00f6gensverwaltung global f\u00fchrend. Der Anteil des Finanzsektors am BIP betr\u00e4gt rund 15%, und er weist rund 5,5% an der Gesamtbesch\u00e4ftigung aus.&#13;<\/p>\n<h2>Bankensektor: Widerstandsf\u00e4hig gegen externe Schocks<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Bankensektor mit seiner dualistischen Struktur ist stark entwickelt. UBS und Credit Suisse sind sowohl in den globalen Finanzm\u00e4rkten wie auch in der Schweiz wichtige Finanzintermedi\u00e4re. Auf Grund ihrer Gr\u00f6sse und ihrer internationalen Ausrichtung sind sie systemisch relevant. Die beiden Grossbanken vereinten 2006 rund zwei Drittel der Bilanzsumme des schweizerischen Banksystems. Sie geh\u00f6ren zu den weltweit zehn gr\u00f6ssten Gesch\u00e4ftspartnern im Markt f\u00fcr Kreditderivate und sind bedeutende Finanzintermedi\u00e4re im globalen Investment-Banking. Die anderen Banken sind haupts\u00e4chlich auf dem schweizerischen Finanzmarkt t\u00e4tig und einzeln betrachtet nicht von systemischer Bedeutung. Auslands- und Privatbanken entfalten ihre T\u00e4tigkeit in erster Linie auf dem Gebiet der grenz\u00fcberschreitenden Verm\u00f6gensverwaltung, w\u00e4hrend die restlichen Banken eher im traditionellen Retailgesch\u00e4ft t\u00e4tig sind. Wie die zwei Grossbanken wird auch der Bankensektor insgesamt als krisenresistent und stabil eingesch\u00e4tzt. Finanzmarktrisiken sind vor dem Hintergrund des heutigen g\u00fcnstigen makro\u00f6konomischen Umfelds in erster Linie aufgrund externer Einfl\u00fcsse auszumachen, wie die Resultate der durchgef\u00fchrten Stresstests best\u00e4tigen. Der Bankensektor insgesamt erweist sich als widerstandsf\u00e4hig gegen\u00fcber verschiedenen makro\u00f6konomischen Schocks. Dieses Bild wird auch von entsprechenden Analysen f\u00fcr die Grossbanken bekr\u00e4ftigt. In jedem untersuchten Stressfall konnten die internationalen regulatorischen Mindestkapitalanforderungen &#8211; auch nach der strengen Leseart der Schweizer Bankenaufsicht &#8211; erf\u00fcllt werden. Die mit den Grossbanken durchgef\u00fchrten Liquidit\u00e4tsstresstests zeigen zudem auf, dass diese sehr liquid und widerstandsf\u00e4hig sind.\u00a0Das Schweizer Bankensystem hat seit den Neunzigerjahren eine substanzielle Konsolidierung erfahren. Der IWF vertritt die Auffassung, dass eine weitere Konsolidierung des Bankensektors zu Effizienzgewinnen f\u00fchren w\u00fcrde, obwohl die Produktivit\u00e4t der Banken seit 2002 kontinuierlich ansteigt. Die binnenmarktorientierten Retailsegmente weisen allerdings eine tiefere Kosteneffizienz auf. Mittelfristig k\u00f6nnte eine Abschw\u00e4chung des potenziellen Wachstums den Konsolidierungsdruck wieder ansteigen lassen. Bei den Kantonalbanken erkennt der IWF einen gewissen Handlungsbedarf in den Governance-Strukturen.&#13;<\/p>\n<h2>Versicherungen: Marktrisiken erfordern erh\u00f6hte Aufmerksamkeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Versicherungsbranche weist ebenfalls eine dualistische Struktur auf. Sie umfasst einige international t\u00e4tige Unternehmen sowie eine grosse Anzahl von kleineren Anbietern. Wie im Bankenbereich zeichnet sich der schweizerische Versicherungssektor durch ein signifikantes Segment von Firmen aus, welche international ausgerichtet sind. Dies beweist der Umstand, dass mehr als zwei Drittel des Pr\u00e4mienvolumens im Ausland gebucht werden und 95% der R\u00fcckversicherungspr\u00e4mien auslandbezogen sind. \u00a0Die finanziellen Schwierigkeiten, mit denen mehrere grosse Versicherungsgesellschaften Anfang 2003 noch zu k\u00e4mpfen hatten, traten im Zuge der erfolgten Korrekturmassnahmen und der nachfolgenden allgemeinen Wirtschaftserholung in den Hintergrund. Der IWF anerkennt insbesondere die erheblichen regulatorischen Verbesserungen im Versicherungsbereich in den letzten Jahren. So wird der eingef\u00fchrte Swiss Solvency Test (SST) vom IWF als eines der modernsten Solvenzaufsichtsregimes der Welt bezeichnet.\u00a0Die Resultate aus den durchgef\u00fchrten Felderhebungen im Rahmen des SST deuten darauf hin, dass den Marktrisiken bei einigen Versicherern erh\u00f6hte Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Insbesondere Korrekturen der Aktien- und Immobilienbewertungen sowie sinkende Zinss\u00e4tze k\u00f6nnten bei mehreren Lebens-, Sach- und Krankenversicherern, welche an der 2005 durchgef\u00fchrten SST-Felderhebung teilnahmen, zu finanziellen Belastungsproben f\u00fchren. \u00a0Der Anteil Verm\u00f6gen &#8211; d.h. Darlehen und Eigenkapital, die ein Versicherer im Rahmen von Gruppenanteilen (Intra-Group Assets) h\u00e4lt &#8211; wird vom IWF als relativ hoch eingesch\u00e4tzt. Damit wird die Ansteckungsgefahr innerhalb einer Versicherungsgruppe erh\u00f6ht. Dies k\u00f6nnte potenziellen Liquidit\u00e4ts- und Solvenzproblemen Vorschub leisten, sollte der freie Kapitalverkehr zwischen Einheiten derselben Gruppe eingeschr\u00e4nkt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Berufliche Vorsorge: Deckungsgrad ist weiter zu erh\u00f6hen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nObwohl sich die Pensionskassen weit gehend von der Unterdeckung im Nachgang zur Aktienbaisse von 2001\/2002 sowie den Auswirkungen von beharrlich tief bleibenden Zinsen erholt haben, sollte die Sicherstellung eines hinreichend hohen Deckungsgrades weiterhin Priorit\u00e4t haben. Die Stresstests mit verschiedenen Szenarien zeigen, dass der durchschnittliche Deckungsgrad per Ende 2005 f\u00fcr eine Mehrheit von Kassen noch nicht ausreichend war, um die Gefahr einer Unterdeckung zu bannen. Allerdings ist diese Gefahr im Falle der Beitragsprimatkassen weniger ausgepr\u00e4gt.&#13;<\/p>\n<h2>Aufsicht und Regulierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn den letzten Jahren hat die Schweiz die Kooperation und den Informationsaustausch mit ausl\u00e4ndischen Aufsichtsbeh\u00f6rden aktiv ausgebaut und verbessert. Dies wird vom IWF ausgesprochen positiv gew\u00fcrdigt. Das Abkommen zwischen den Bankenaufsichtsbeh\u00f6rden der Schweiz, der USA und Grossbritanniens zur \u00dcberwachung der beiden Grossbanken ist international ein Vorzeigemodell f\u00fcr die gute Zusammenarbeit unter Aufsichtsbeh\u00f6rden. Der IWF anerkennt die Fortschritte der EBK zur St\u00e4rkung des Aufsichtsrahmens f\u00fcr die Banken. Verbesserungspotenzial erkennt der IWF jedoch im wichtigen Bereich des Liquidit\u00e4tsrisikos, dessen \u00dcberwachung insbesondere mit Blick auf die Grossbanken und ihrer systemischen Bedeutung priorit\u00e4r anzugehen ist. Die Schweiz beteiligt sich regelm\u00e4ssig an den verschiedenen internationalen Initiativen, welche darauf abzielen, die Entwicklungen bei der rasch wachsenden Hedge-Funds-Industrie zu analysieren. Die EBK \u00fcberwacht regelm\u00e4ssig das Engagement der beiden Grossbanken bei den Hedge Funds und erstellt j\u00e4hrlich einen detaillierten Bericht. Die \u00dcberwachung der externen Revisoren soll ebenfalls verst\u00e4rkt werden. Die EBK wird dazu angehalten, im Rahmen der Umsetzung von Basel II die Kapitalausstattung der beiden Grossbanken vertieft und regelm\u00e4ssig zu \u00fcberpr\u00fcfen. Die EBK soll daher in diesem Bereich mehr personelle Ressourcen einsetzen.\u00a0Die seit 2003 laufenden Reformen haben im Einklang mit internationaler \u00abBest Practice\u00bb die Regulierung und Aufsicht des Versicherungssektors verbessert. Mit dem auf den 1. Januar 2006 in Kraft getretenen Versicherungsaufsichtsgesetz wurde die Regulierung auf die Gruppen- und Konglomeratsaufsicht, gute Unternehmensf\u00fchrung, Risikomanagement und Marktverhalten von Versicherungsintermedi\u00e4ren erweitert. Die aktive R\u00fccksprache mit Industrievertretern hat zu einer praktischen, proportionalen und wirksamen Regulierung beigetragen. Das BPV hat gem\u00e4ss IWF bei seinen Kontrollen den Schwerpunkt auf das Risikomanagement jener Versicherungen zu legen, die aufgrund der Erkenntnisse aus dem SST erh\u00f6hten Risiken ausgesetzt sind. Damit eine effektive \u00dcberwachung der grossen und international t\u00e4tigen Versicherer sichergestellt werden kann, muss auch das BPV mit ausreichenden Ressourcen ausgestattet sein.&#13;<\/p>\n<h2>F\u00fcr eine starke und unabh\u00e4ngige Finma<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer IWF unterst\u00fctzt eine starke und unabh\u00e4ngige Finanzmarktaufsichtsbeh\u00f6rde, was im Rahmen der Gesetzesarbeiten zur Schaffung der Finma sichergestellt werden soll. Im Unterschied zu den Schweizer Beh\u00f6rden ist der IWF der Meinung, dass der Einschluss von Prinzipien zur Verh\u00e4ltnism\u00e4ssigkeit der Regulierung im Gesetzesentwurf die F\u00e4higkeit der Finma zur effektiven Aufsichtst\u00e4tigkeit einschr\u00e4nken k\u00f6nnte. Auch h\u00e4tte der IWF bevorzugt, dass die Finma &#8211; und nicht wie im FINMAG vorgesehen das Eidg. Finanzdepartement (EFD) &#8211; die Kompetenz erh\u00e4lt, verm\u00f6gensrechtliche Sanktionen verh\u00e4ngen zu k\u00f6nnen.\u00a0Nach Ansicht des IWF ist die heutige Aufsicht in der beruflichen Vorsorge uneinheitlich und letztlich auch unzureichend. Ursache f\u00fcr die Schw\u00e4chen bei der Aufsicht ortet der IWF in der Vielzahl von kantonalen Aufsichtsbeh\u00f6rden mit oft begrenzten Ressourcen. Er pl\u00e4diert f\u00fcr eine Zentralisierung der Aufsicht und ist der Auffassung, dass die (geplante) Verst\u00e4rkung der Oberaufsicht und die Bildung von Aufsichtsregionen gegen\u00fcber dem heutigen Zustand ein Fortschritt seien. Ausserdem fordert der IWF eine standardisierte und risikobasierte Reservenbildung. Die Passiven sollten st\u00e4rker als bisher (und wie be-reits die Aktiven) zu Marktwerten bilanziert werden. \u00a0Der IWF anerkennt die signifikanten Fortschritte, welche von der SNB und der EBK in den Bereichen Lender of last Resort und Krisenbew\u00e4ltigungsmassnahmen in den letzten Jahren erreicht worden sind, und unterst\u00fctzt den Ausbau des Dialogs mit den wichtigsten Partnerbeh\u00f6rden im Ausland.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Das FSAP als Mittel zur Fr\u00fcherkennung und Krisenpr\u00e4vention Das so genannte Financial Sector Assessment Program (FSAP) wurde im Nachgang zur Asienkrise gemeinsam von IWF und Weltbank lanciert. Diese freiwillige Initiative, an welcher bisher \u00fcber 100 L\u00e4nder teilgenommen haben, zielt auf die Fr\u00fcherkennung von strukturellen und regulatorischen Schw\u00e4chen des jeweiligen Finanzsektors sowie auf die Krisenpr\u00e4vention ab. F\u00fcr L\u00e4nder, die f\u00fcr das globale Finanzsystem wichtig sind, sind etwa alle f\u00fcnf Jahre Folge-Evaluationen vorgesehen, um die Analyse mit Blick auf die Ver\u00e4nderungen des Finanzsystems und der Reformt\u00e4tigkeit des \u00fcberpr\u00fcften Landes zu aktualisieren. Bei einer Folge-Evaluation k\u00f6nnen die Ergebnisse des urspr\u00fcnglichen FSAP als Ausgangspunkt genommen werden, um gezielt auf die \u00dcberpr\u00fcfung ausgew\u00e4hlter, im Rahmen des ersten FSAP identifizierter Aspekte einzugehen. Folge-Evaluationen sind demnach weniger ressourcenintensiv als Erst-L\u00e4nderpr\u00fcfungen. Die Analysen leisten einen wichtigen Beitrag zur Stabilit\u00e4t des internationalen Finanz- und W\u00e4hrungssystems und schlagen Massnahmen zur Verringerung von Schw\u00e4chen und zur Verbesserung des Finanzsystems vor. Schon in der im Jahr 2001 durchgef\u00fchrten Evaluation attestierte der IWF der Schweiz ausgesprochene Krisenresistenz. Er best\u00e4tigte die hohe Qualit\u00e4t der Regulierung und \u00dcberwachung des Finanzsektors und beurteilte das Schweizer Finanzsystem als robust und konform mit international anerkannten Standards.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Wichtigste Empfehlungen des IWF &#8211; und die Haltung der Schweiz St\u00e4rkung der Aufsichtsbeh\u00f6rden:Laut IWF ist die Unabh\u00e4ngigkeit der neu zu schaffenden integrierten Finanzmarktaufsichtsbeh\u00f6rde (Finma) sicherzustellen. Die Beh\u00f6rde soll die Kompetenz haben, verm\u00f6gensrechtliche Sanktionen auszusprechen. EBK und BPV sollen \u00fcber ausreichende personelle Ressourcen und Fachwissen verf\u00fcgen.Die Schweiz unterst\u00fctzt eine funktionell, institutionell und finanziell unabh\u00e4ngige Finma, die f\u00fcr eine wirksame Aufsicht b\u00fcrgt. Jedoch teilt sie Vorbehalte des IWF betreffend einzelner Bestimmungen im Gesetzesentwurf nicht.Aufsicht \u00fcber die beiden Grossbanken verst\u00e4rken:Der IWF empfiehlt, die Kapitalausstattung der Grossbanken im Rahmen der Umsetzung von Basel II zu \u00fcberpr\u00fcfen. Die \u00dcberwachung der Liquidit\u00e4tsrisiken m\u00fcsse verst\u00e4rkt werden. Fokussierte Audits zu Risiken durch Hedge Funds sollen durchgef\u00fchrt werden. Die Aufsicht \u00fcber externe Revisoren ist weiter auszubauen, um das duale Aufsichtssystem zu st\u00e4rken.Die Schweiz ist bereits daran, die Liquidit\u00e4tsanforderungen f\u00fcr die Grossbanken zu \u00fcberarbeiten. Mit der neuen Revisionsaufsichtsbeh\u00f6rde wird auch das duale Aufsichtssystem gest\u00e4rkt. Die weiteren Empfehlungen werden gepr\u00fcft. Die Verletzlichkeit im (R\u00fcck-)Versicherungsbereich verringern:Laut IWF sind gezielte Inspektionen bei gegen\u00fcber Marktrisiken stark exponierten Versicherungsanbietern durchzuf\u00fchren. In Zusammenarbeit mit den Versicherern soll die Exposure innerhalb eines Konglomerats verringert werden. Die Schweiz unterstreicht, dass sie die Aufsicht dort verst\u00e4rkt, wo der Swiss Solvency Test (SST) Risiken aufgedeckt hat.Den Aufsichts- und Regulierungsrahmen im Pensionskassenbereich verbessern:Der IWF begr\u00fcsst grunds\u00e4tzlich die vorgesehene Verst\u00e4rkung der Aufsicht in der beruflichen Vorsorge; sie kann aber seiner Ansicht nach am ehesten \u00fcber die Schaffung einer zentralisierten Aufsichtsbeh\u00f6rde erreicht werden. Der Deckungsgrad ist weiter zu erh\u00f6hen und die Reserven sind risikobasiert festzulegen. Verbesserungen werden auch bei der \u00abGovernance\u00bb der Pensionskassen als notwendig erachtet.Die Schweiz erachtet eine Aufstockung der teilweise noch ungen\u00fcgenden Wertschwankungsreserven als w\u00fcnschbar. Eine Verbesserung der Aufsicht soll \u00fcber eine Verst\u00e4rkung der Oberaufsicht und eine Regionalisierung der direkten Aufsichtsstrukturen erreicht werden. Den Kantonalbanken Gewinnmaximierung als einziges \u00fcbergeordnetes Ziel vorgeben:Laut IWF sind Kantonalbanken vor politischem Einfluss im operativen Bereich zu sch\u00fctzen. Als \u00fcbergeordnete Zielvorgabe soll den Kantonalbanken ausschliesslich die Gewinnmaximierung vorgegeben werden. Ihre gesellschaftlichen Funktionen sollen sie nicht bei ihrer T\u00e4tigkeit wahrnehmen, sondern nachgelagert, etwa durch entsprechende Verteilung der Gewinne an die \u00f6ffentliche Hand als (Haupt-)Eigent\u00fcmer. Die Schweiz ist der Auffassung, dass die IWF-Empfehlungen zum Marktverhalten einer hinreichenden Grundlage entbehren, insbesondere angesichts des intensiven Wettbewerbs im Retailsegment.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 3: Stabilit\u00e4tsbericht des IWF zur Schweiz Stabilit\u00e4tsbericht des IWF zur Schweiz (Financial System Stability Assessment Update) und dazu geh\u00f6rende Hintergrundpapiere sind im Internet verf\u00fcgbar ( <a href=\"http:\/\/www.imf.org\">www.imf.org<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.efd.admin.ch\">www.efd.admin.ch<\/a> ).<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) hat seine umfassende Evaluation des Schweizer Finanzsektors im Rahmen des sogenannten Financial Sector Assessment Program (FSAP) aus dem Jahr 2001 aktualisiert. 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