{"id":123917,"date":"2007-07-01T12:00:00","date_gmt":"2007-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/07\/arvanitis-18\/"},"modified":"2023-08-23T23:44:05","modified_gmt":"2023-08-23T21:44:05","slug":"arvanitis-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/07\/arvanitis-17\/","title":{"rendered":"Wo steht die Schweiz im internationalen Innovationswettbewerb?"},"content":{"rendered":"<p>Das Wachstum einer Volkswirtschaft h\u00e4ngt auf l\u00e4ngere Frist stark von der Innovationsf\u00e4higkeit der Unternehmen ab. Um diese beurteilen zu k\u00f6nnen, f\u00fchrt die Konjunkturforschungsstelle der ETH Z\u00fcrich (KOF ETH) seit 1990 regelm\u00e4ssig eine Erhebung bei \u00fcber 6000 Firmen durch. Im Folgenden pr\u00e4sentieren wir Resultate zu folgenden Fragen: Wie entwickelte sich die Innovationsleistung der Schweizer Wirtschaft in den letzten 15 Jahren? Welche Faktoren behinderten in dieser Zeit die Innovationst\u00e4tigkeit? Warum forscht und entwickelt die Wirtschaft zunehmend auch im Ausland? Wie innovativ sind Schweizer Firmen &#8211; insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen KMU &#8211; im Vergleich zum Ausland? Und wie kann die Politik die Innovationsf\u00e4higkeit der Firmen st\u00e4rken?&#13;<\/p>\n<h2>Entwicklung seit 1990<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Anteil von Firmen, die am Markt bzw. im Betrieb Innovationen (Produktbzw. Prozessneuerungen) einf\u00fchrten, nahm in der Industrie seit 1991\/1993 kontinuierlich ab. Allerdings verlangsamte sich dieser R\u00fcckgang seit 2000\/2002 (siehe Grafik 1). Bereits seit 1997\/1999 stabilisierte sich der Anteil der Firmen, die Forschung und Entwicklung (F&amp;E) betrieben und Patente angemeldet haben, wenn auch auf tiefem Niveau. Letzteres gilt auch f\u00fcr die Dienstleistungen. Hingegen nahm in diesem Sektor der in den 90er Jahren konstant hohe Anteil innovierender Firmen in j\u00fcngster Zeit markant ab.\u00a0Um die Entwicklung der Innovationsperformance beurteilen zu k\u00f6nnen, spielt neben der H\u00e4ufigkeit auch die Intensit\u00e4t, mit der die Unternehmen Innovationen vornehmen, eine Rolle. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor wurde in der Periode 2003\/2005 ein weit geringerer Anteil des Umsatzes f\u00fcr Innovationsaktivit\u00e4ten aufgewendet als in den bisher besten Jahren 1991\/1993. Der negative Trend schien zwischen 1997\/1999 und 2000\/2002 gebrochen, setzte sich aber in der Folge wieder fort.\u00a0Die Zusammensetzung der Innovationsausgaben verschob sich im Laufe der Jahre von den eher auf eine Verst\u00e4rkung der Grundlagen zielenden F&amp;E-Aktivit\u00e4ten auf die anwendungsn\u00e4heren Ausgabenkomponenten Konstruktion\/Design und innovationsorientierte Folgeinvestitionen (z.B. Marktabkl\u00e4rungen f\u00fcr ein neues Produkt). Noch g\u00fcnstiger entwickelte sich der Umsatzanteil innovativer Produkte (Angaben nur f\u00fcr die Industrie), der nach einem deutlichen R\u00fcckgang seit 2002 wieder leicht gestiegen ist (siehe Tabelle 1).&#13;<\/p>\n<h2>Innovationshemmnisse haben an Bedeutung eingeb\u00fcsst<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Periode 2003\/2005 waren in der Industrie wie auch bei den Dienstleistun-gen &#8211; in dieser Reihenfolge &#8211; vier Gruppen von Hemmnissen von Bedeutung (siehe Tabelle 2): Kosten- und Risikoaspekte, Finanzierungsschwierigkeiten sowie &#8211; mit bereits deutlichem Abstand &#8211; ein Mangel an F&amp;E- und Fachpersonal (nur Industrie) und einzelne staatliche Regulierungen (Planungs-\/Bauvorschriften, Umweltgesetzgebung, allenfalls auch noch hohe Steuern). Die Mehrzahl der staatlichen Regulierungen &#8211; Beschr\u00e4nkung des Zutritts zum EU-Markt, restriktive Arbeitsmarktregelungen f\u00fcr Ausl\u00e4nder, Regulierung von Produktm\u00e4rkten im Inland &#8211; und eine zu geringe staatliche Forschungs- und Innovationsf\u00f6rderung scheinen hingegen die Innovationst\u00e4tigkeit nur selten zu behindern. Die Desaggregation der Resultate nach Unternehmensgr\u00f6sse und Branchen liefert praktisch keine Hinweise auf zus\u00e4tzliche Hindernisse. Eine Ausnahme bilden lediglich besonders ausgepr\u00e4gte Finanzierungsengp\u00e4sse bei kleinen Firmen.\u00a0Im l\u00e4ngerfristigen Trend haben die Innovationshemmnisse &#8211; von Ausnahmen abgesehen (Innovationskosten, Finanzierungsrestriktionen) &#8211; stark an Bedeutung eingeb\u00fcsst. Angesichts des mittlerweile niedrigen Anteils von Firmen, deren Innovationsaktivit\u00e4ten substanziell gehemmt werden, kann nicht (mehr) von einer strukturell bedingten Behinderung gesprochen werden. Zudem sollten die zum Zeitpunkt der Innovationserhebung 2005 noch betr\u00e4chtlichen Finanzierungsschwierigkeiten im Laufe des gegenw\u00e4rtigen Konjunkturaufschwungs sp\u00fcrbar gemildert werden. Im Gegensatz zu fr\u00fcher ist zudem kaum damit zu rechnen, dass im Zuge des Aufschwungs die Innovationsaktivit\u00e4ten in gr\u00f6sserem Ausmass durch Engp\u00e4sse bei (hoch)qualifiziertem Personal behindert werden (freier Personenverkehr mit der EU). \u00a0Diese relativ g\u00fcnstige Einsch\u00e4tzung soll jedoch die Wirtschaftspolitik nicht davon abhalten, die staatlich bedingten Innovationshemmnisse weiter zu reduzieren und das inl\u00e4ndische Angebot von Humankapital auszudehnen.&#13;<\/p>\n<h2>Weshalb hat die Innovationsleistung im Trend abgenommen?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZur Erkl\u00e4rung des R\u00fcckgangs der Innovationsleistung seit 1991\/1993 kommen einerseits strukturelle Faktoren in Frage (staatliche Regulierungen, verst\u00e4rkter Wettbewerbsdruck im Zuge der Globalisierung usw.). Anderseits k\u00f6nnte die zwischen 1991 und 2003 \u00fcber weite Strecken ung\u00fcnstige gesamtwirtschaftliche Entwicklung eine Rolle gespielt haben. Was l\u00e4sst sich zur relativen Bedeutung dieser beiden Erkl\u00e4rungsmomente sagen?&#13;<\/p>\n<h3>Konjunkturelle Effekte<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nKonjunktur und Investitionen in Innovationsaktivit\u00e4ten scheinen recht stark zu korrelieren, wie die folgende Skizze der Entwicklung seit den fr\u00fchen 90er Jahren zeigt: Geht man von der durchaus plausiblen Annahme einer leichten Verz\u00f6gerung gegen\u00fcber der Konjunkturentwicklung aus, erfolgte der generelle R\u00fcckgang des Einsatzes von Ressourcen f\u00fcr Innovationsaktivit\u00e4ten zwischen 1991\/1993 und 1997\/1999 im Einklang mit der anhaltenden wirtschaftlichen Schw\u00e4cheperiode des Zeitraums 1991 bis 1997. Gegen\u00fcber dem bis 2000\/2001 dauernden Aufschwung erneut leicht verz\u00f6gert, stabilisierten sich zwischen 1997\/1999 und 2000\/2002 die Innovationsaufwendungen. Auch der neuerliche R\u00fcckgang der Innovationsausgaben im Zeitraum 2000\/2002 bis 2003\/2005 ist mit der konjunkturellen Entwicklung nach Beendigung des erw\u00e4hnten Aufschwungs einigermassen kompatibel. So dauerte die Rezession ab 2001 recht lange, und die konjunkturelle Erholung ab dem 2. Halbjahr 2003 wurde nochmals unterbrochen (Irakkrieg), bis sie sich dann ab Anfang 2005 endg\u00fcltig durchsetzte und in ein kr\u00e4ftiges Wachstum m\u00fcndete. Vor diesem Hintergrund ist die Schw\u00e4che der Innovationsausgaben in der Periode 2003\/2005 nicht so \u00fcberraschend.&#13;<\/p>\n<h3>Strukturelle Faktoren<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie skizzierte Entwicklung spricht f\u00fcr die konjunkturelle Bedingtheit der insgesamt negativen Entwicklung der Innovationst\u00e4tigkeit in den letzten 15 Jahren. Damit wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass auch strukturelle Faktoren eine Rolle gespielt haben. So k\u00f6nnten die in seit 1991\/1993 anhaltenden Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Innovationsprojekten auf eine strukturelle Kompression der Margen im Zuge des versch\u00e4rften internationalen Wettbewerbs (Globalisierung) &#8211; allenfalls auch der etwas geringer gewordenen Konkurrenzbeschr\u00e4nkungen im Inland &#8211; zur\u00fcckzuf\u00fchren sein. Andererseits h\u00e4tten sich gewisse strukturelle Ver\u00e4nderungen eigentlich positiv auf die Innovationst\u00e4tigkeit auswirken m\u00fcssen. Zu erw\u00e4hnen ist insbesondere die starke Lockerung der Zugangsbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr ausl\u00e4ndische (qualifizierte) Arbeitskr\u00e4fte, insbesondere mit dem Abkommen mit der EU zum freien Personenverkehr. Dass auch die \u00fcbrigen staatlichen Innovationshemmnisse &#8211; mit den erw\u00e4hnten Ausnahmen &#8211; an Bedeutung eingeb\u00fcsst haben, m\u00fcsste die Innovationsneigung ebenfalls gest\u00e4rkt haben. \u00a0Insgesamt ist es vor allem die Konjunkturentwicklung, die erheblich zum R\u00fcckgang der Innovationst\u00e4tigkeit zwischen 1991\/1993 und 2003\/2005 beigetragen hat. Strukturelle Faktoren (versch\u00e4rfter Wettbewerb) d\u00fcrften ebenfalls eine gewisse Rolle gespielt haben. Da sich der gegenw\u00e4rtige Konjunkturaufschwung noch einige Zeit fortsetzen wird, stehen die Chancen gut, dass die Innovationst\u00e4tigkeit wieder zunehmen wird.&#13;<\/p>\n<h2>F&amp;E-Aktivit\u00e4ten an ausl\u00e4ndischen Standorten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZwischen 2000\/2002 und 2003\/2005 nahm die Zahl schweizerischer Unternehmen, die auch im Ausland in F&amp;E investieren, einem l\u00e4ngerfristigen Trend folgend, von 15% auf 21% zu. Dieser Anstieg weckte die Bef\u00fcrchtung, dass F&amp;E-Kapazit\u00e4ten zunehmend ins Ausland verlagert werden (Substitutions-Hypothese). Indessen wird auch die Gegenthese vertreten, wonach F&amp;E-Aktivit\u00e4ten im Ausland dazu dienen, die ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkte besser zu erschliessen und die spezifischen Wissensvorteile ausl\u00e4ndischer Standorte zu nutzen (Komplementarit\u00e4ts-Hypothese).&#13;<\/p>\n<h3>Motive f\u00fcr eine Auslandspr\u00e4senz<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAls treibende Kraft hinter dem stark gewachsenen Auslandsengagement erweisen sich marktorientierte Motive, die darauf abzielen, die in der Schweiz entwickelten Produkte im Ausland an die lokalen M\u00e4rkte anzupassen, um diese besser erschliessen zu k\u00f6nnen. Dieses Motiv steht insbesondere bei grossen Unternehmen, die in quantitativer Hinsicht die ausl\u00e4ndischen F&amp;E-Investitionen pr\u00e4gen, mit Abstand an erster Stelle. Das marktorientierte Motiv, das f\u00fcr die Komplementarit\u00e4ts-Hypothese spricht, hat gegen\u00fcber 2000\/2002 an Bedeutung sogar noch gewonnen. Dasselbe gilt jedoch auch f\u00fcr das Motiv, durch die Auslandspr\u00e4senz die F&amp;E-Kosten zu senken, das hinter der Substitutionshypothese steht. Allerdings ist das Kostenmotiv noch immer bei weitem nicht so h\u00e4ufig wie das Marktmotiv, ist aber auch f\u00fcr die Grossunternehmen, f\u00fcr die es fr\u00fcher weit gehend bedeutungslos war, wichtiger geworden. Das Motiv, im Ausland spezifisches Wissen zu erwerben, um es zur St\u00e4rkung der einheimischen Wissensbasis zu nutzen, ist zwar etwas verbreiteter als das Kostenmotiv, aber bei weitem nicht so h\u00e4ufig wie das Marktmotiv (siehe Tabelle 3).&#13;<\/p>\n<h2>Internationaler Vergleich der Innovationsaktivit\u00e4ten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas in Grafik 2 dargestellte Gesamtbild Das internationale \u00abBenchmarking\u00bb ist auf Europa beschr\u00e4nkt, da nur in der EU Innovationsumfragen (\u00abCommunity Innovation Survey\u00bb) durchgef\u00fchrt werden, die mit unserer Erhebung vergleichbare Daten liefern. beruht auf dem Durchschnitt der R\u00e4nge, die ein Land bei den sieben in Tabelle 4 aufgef\u00fchrten Innovationsindikatoren erreichte (je tiefer die Rangziffer, umso besser die Innovationsleistung). Die ber\u00fccksichtigten Einzelindikatoren decken alle Phasen des Innovationsprozesses (input-, output- und markt-ergebnisorientierte Messgr\u00f6ssen) ab. Aus der Grafik geht hervor, dass die Schweiz &#8211; dicht gefolgt von Schweden und Deutschland &#8211; den ersten Rang einnimmt. Danach folgen Grossbritannien und D\u00e4nemark, w\u00e4hrend die nachfolgenden L\u00e4nder bereits deutlich zur\u00fcckliegen. Die Schweiz, Deutschland und Finnland schneiden in der Industrie besonders gut ab, w\u00e4hrend die Innovationsleistung in Grossbritannien, Italien und \u00d6sterreich ihren Schwerpunkt bei den Dienstleistungen hat.&#13;<\/p>\n<h3>Schweiz: Innovationen sind h\u00e4ufig, Marktorientierung ist ausgepr\u00e4gt<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie im Durchschnitt f\u00fchrende Position der Schweiz beruht in erster die Linie darauf, dass sehr viele Unternehmen Innovationen realisieren (Rang 2), firmeninterne F&amp;E betreiben und F&amp;E-Auftr\u00e4ge extern vergeben (je Rang 1). Bei den Ausgaben f\u00fcr Innovationen und F&amp;E der innovierenden Firmen liegt die Schweiz nicht ganz vorn (Rang 3 bzw. 4). Bei den beiden marktorientierten Indikatoren \u00abUmsatzanteil mit innovativen Produkten\u00bb liegt die Schweiz auf Rang 1, wenn es sich um Produkte handelt, die f\u00fcr den Betrieb neu sind. Nicht ganz so weit vorne rangiert sie bei Marktneuheiten (Rang 3).&#13;<\/p>\n<h3>Wissensnetzwerk als strukturelle St\u00e4rke des \u00abInnovationssystems Schweiz\u00bb<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie ausgezeichnete Innovationsleistung der Schweizer Wirtschaft wird durch ein im internationalen Vergleich dicht gekn\u00fcpftes Netz von F&amp;E-Kooperationen gest\u00fctzt. Die Schweizer Firmen sind &#8211; zusammen mit denjenigen Frankreichs und der Niederlande &#8211; nur wenig hinter den skandinavischen L\u00e4ndern am st\u00e4rksten in solche Kooperationen eingebunden. In Finnland und in der Schweiz ist das Wissensnetzwerk am st\u00e4rksten international orientiert, und Partnerschaften zwischen Hochschule und Privatwirtschaft sind besonders h\u00e4ufig. Diese beiden Merkmale des Wissensnetzwerks stellen eine strukturelle St\u00e4rke des \u00abInnovationssystems Schweiz\u00bb dar.&#13;<\/p>\n<h3>Ver\u00e4nderung der relativen Innovationsposition der Schweizer Wirtschaft seit 1993<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Laufe der 90er Jahre b\u00fcsste die Schweiz ihren anf\u00e4nglich grossen Vorsprung gegen\u00fcber den n\u00e4chstplatzierten L\u00e4ndern weit gehend ein. Gemessen am Anteil der Firmen mit Innovationen musste sie schliesslich sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor den ersten Platz an Deutschland abtreten (siehe Tabelle 5); sie liegt aber immer noch auf Platz zwei (gem\u00e4ss dem auf mehreren Indikatoren beruhenden Gesamtranking in Grafik 2 noch immer knapp an der Spitze). Im Dienstleistungssektor, in welchem die Schweiz seit 2000\/2002 eine stark r\u00fcckl\u00e4ufige Innovationsleistung verzeichnete, machten die EU-L\u00e4nder besonders viel Boden gut, w\u00e4hrend der Aufholprozess der anderen L\u00e4nder in der Industrie relativ schwach ausfiel. \u00a0Fasst man die Entwicklung der beiden Sektoren zusammen, so waren in den letzten zehn Jahren Deutschland und Finnland die grossen Gewinner, mit einem gewissen Abstand gefolgt von Schweden und D\u00e4nemark.&#13;<\/p>\n<h3>Innovationshemmnisse: Wenige Schweizer Besonderheiten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Innovationshemmnisse insgesamt unterscheiden sich sowohl innerhalb der EU als auch zwischen der Schweiz und der EU nur gering. Lediglich Finnland und die Niederlande profitieren von einem merklich g\u00fcnstigeren Innovationsklima. In allen L\u00e4ndern fallen als Hemmnisse insbesondere hohe Innovationskosten und ein Mangel an (internen) Finanzmitteln ins Gewicht, wobei in der Schweiz Finanzierungsprobleme &#8211; relativ gesehen &#8211; im Vordergrund stehen. Vergleichsweise g\u00fcnstig ist die Situation in der Schweiz hinsichtlich der Verf\u00fcgbarkeit von hoch qualifiziertem Personal (Immigration!).&#13;<\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen f\u00fcr die Politik<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAufgrund der Analyse kristallisieren sich die folgenden Ansatzpunkte zur Verbesserung der Innovationsf\u00e4higkeit schweizerischer Unternehmen heraus:\u00a0&#8211; In der Schweiz wird die Innovationst\u00e4tigkeit grunds\u00e4tzlich durch g\u00fcnstige Rahmenbedingungen unterst\u00fctzt. \u00a0&#8211; Ein wesentlicher Aspekt der Verbesserung der Rahmenbedingungen ist die \u00d6ffnung bisher gesch\u00fctzter M\u00e4rkte. Dadurch liessen sich Ressourcen freisetzen, die &#8211; sofern sie zur Finanzierung von \u00abZukunftsinvestitionen\u00bb verwendet werden &#8211; zur Verbesserung der Innovationsleistung der Schweizer Wirtschaft beitragen w\u00fcrden.\u00a0&#8211; Die Innovationst\u00e4tigkeit wird trotz wesentlicher Verbesserungen in Teilbereichen noch immer durch restriktive Regulierungen (z.B. Planungs- und Umweltgesetzgebung) behindert. Generell und besonders in diesen Bereichen sind Verbesserungen mit m\u00f6glichst marktkonformen Mitteln und auf administrativ einfache Weise w\u00fcnschenswert.\u00a0&#8211; Der Mangel an hoch qualifiziertem Personal scheint als Innovationshemmnis dank Immigration (freier Personenverkehr mit der EU) an Bedeutung verloren zu haben. Es w\u00e4re indes falsch, deshalb die St\u00e4rkung der einheimischen Humankapitalbasis zu vernachl\u00e4ssigen.\u00a0&#8211; Die Innovationsf\u00f6rderung sollte noch st\u00e4rker als bisher auf kleine Firmen fokussiert werden, da vor allem diese &#8211; u.a. aufgrund von Unvollkommenheiten des Kapitalmarkts &#8211; unter strukturellen Finanzierungsrestriktionen leiden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abInnovationsaktivit\u00e4ten 1988\/1990 bis 2003\/2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abDurchschnittlicher Rang aus den verf\u00fcgbaren Innovationsindikatoren\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abAnteil innovativer Produkte am Umsatz; Industrie 1994\/1996 bis 2003\/2005 (in&nbsp;%) Basis: Innovative Firmen\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 2 \u00abInnovationshemmnisse 1988-1990 bis 2003-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 3 \u00abMotive f\u00fcr F&amp;E-Aktivit\u00e4ten im Ausland, 2003-2005 Anteil der Firmen in&nbsp;%, die dem jeweiligen Motiv eine hohe Bedeutung beimessen; Werte 4, 5 auf einer f\u00fcnfstufigen Likert-Skala\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 4 \u00abInnovationsleistung im internationalen Vergleich\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 5 \u00abVer\u00e4nderung der Innovationsleistung, 1993\u20132004\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Bericht zur Innovationsumfrage Der vorliegende Beitrag basiert auf dem Bericht zur 6. Innovationsumfrage, welche die KOF ETH mit ihrem Unternehmenspanel im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) im Herbst\/Winter 2005\/06 durchf\u00fchrte. Bezugsquelle: wp-sekretariat@seco.admin.ch.Arvanitis, S., Hollenstein, H., Kubli, U., Sydow, N., und M. W\u00f6rter (2007): Innovationsaktivit\u00e4ten in der Schweizer Wirtschaft. Eine Analyse der Ergebnisse der Innovationserhebung 2005, Strukturberichterstattung Nr. 34, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco), Bern.Weiter\u00fchrende Literatur:Arvanitis, S und H. Hollenstein (2007): Determinants of Swiss Firms&#8216; R&amp;D Activities at Foreign Locations: An Empirical Analysis Based on Firm-level Data, in: G.R.G. Benito and H.R. Greve (Eds.), Progress in International Business Research, Amsterdam: Elsevier&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: In keinem Land sind die KMU so innovativ wie in der Schweiz Im internationalen Vergleich schneidet die Schweiz bez\u00fcglich Innovationsleistung bei den KMU besonders gut ab. Sowohl bei den kleinen als auch den mittelgrossen Unternehmen steht sie an der Spitze, w\u00e4hrend sie bei den gr\u00f6sseren Unternehmen im hinteren Mittelfeld platziert ist. Dieses Resultat bedeutet, dass in der Schweiz ein Grossteil der Firmen &#8211; basierend auf eigenen Innovationsaktivit\u00e4-ten &#8211; bef\u00e4higt ist, firmenexternes Wissen aufzunehmen und in ihre eigenen Neuerungen zu integrieren. Andererseits sind viele Unternehmen in der Lage, mit technologisch hochwertigen Spezialprodukten auf dem Weltmarkt erfolgreich Marktnischen zu besetzen. Die Kombination eines im internationalen Vergleich sehr innovativen KMU-Sektors und einiger grosser multinationaler Firmen ist eine strukturelle St\u00e4rke des \u00abInnovationssystems Schweiz\u00bb.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wachstum einer Volkswirtschaft h\u00e4ngt auf l\u00e4ngere Frist stark von der Innovationsf\u00e4higkeit der Unternehmen ab. Um diese beurteilen zu k\u00f6nnen, f\u00fchrt die Konjunkturforschungsstelle der ETH Z\u00fcrich (KOF ETH) seit 1990 regelm\u00e4ssig eine Erhebung bei \u00fcber 6000 Firmen durch. 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