{"id":123932,"date":"2007-07-01T12:00:00","date_gmt":"2007-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/07\/doytchinov-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:44:22","modified_gmt":"2023-08-23T21:44:22","slug":"doytchinov-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/07\/doytchinov-3\/","title":{"rendered":"Schweizer Warenexporte im Hoch &#8211; eine Ursachenanalyse"},"content":{"rendered":"<p>2006 war das dritte Jahr in Folge, in dem der Schweizer Aussenhandel mit zweistelligen Wachstumsraten und hohen Handelsbilanz\u00fcbersch\u00fcssen ein Rekordergebnis auswies. Eine vertiefte Analyse zeigt, dass die gute Exportentwicklung der letzten Jahre zwar haupts\u00e4chlich der lebhaften Weltkonjunktur zu verdanken ist. Doch auch &#8211; weit gehend konjunkturunabh\u00e4ngige &#8211; Branchenfaktoren spielten eine erhebliche Rolle, namentlich das ausgepr\u00e4gte Wachstum der Chemie- und Pharmaexporte. Zudem wirkt sich die seit Mitte der Neunzigerjahre feststellbare Verbesserung der preislichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit tendenziell g\u00fcnstig aus.&#13;<\/p>\n<h2>Ein Rekordjahr jagt das andere<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\n2006 war f\u00fcr den schweizerischen Aussenhandel mit Waren ein \u00abJahr der Superlative\u00bb, wie es die Oberzolldirektion (OZD) in ihrer Pressemitteilung zum Jahresergebnis ausdr\u00fcckte. Die Warenexporte nahmen preisbereinigt um 11,1% zu; das Wachstum der Importe betrug 9%. Gem\u00e4ss provisorischen Ergebnissen der Quartalssch\u00e4tzung und gem\u00e4ss Total 1. Mit seinen zweistelligen Wachstumsraten, die zu den h\u00f6chsten je erreichten geh\u00f6ren, und mit seinem betr\u00e4chtlichen Handelsbilanz\u00fcberschuss f\u00fcgte sich das Jahr 2006 nahtlos in die Reihe von Rekordjahren ein (siehe Grafik 1). Bereits 2004 und 2005 hatten sich durch hohe Zunahmen und ausserordentliche Handelsbilanz\u00fcbersch\u00fcsse ausgezeichnet. \u00dcber die letzten drei Jahre verzeichneten die schweizerischen Warenexporte ein kumuliertes reales Wachstum von rund 25%. Im laufenden Jahr scheint sich die ausserordentliche Aussenhandelsdynamik fortzusetzen, wie zumindest die bislang verf\u00fcgbaren Zahlen des ersten Quartals 2007 nahelegen.\u00a0Einmal mehr haben somit die Exporte ihre gewohnte Rolle als Lokomotive f\u00fcr den Konjunkturaufschwung in der Schweiz gespielt. Angesichts ihrer herausragenden Bedeutung f\u00fcr die Wirtschaftsentwicklung stellt sich die Frage nach den Determinanten und den Besonderheiten der Entwicklung der Schweizer Warenexporte.&#13;<\/p>\n<h2>Bestimmungsfaktorender Schweizer Warenexporte<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie \u00fcblicherweise in der volkswirtschaftlichen Literatur behandelten makro\u00f6konomischen Einflussfaktoren der Warenexporte sind zum einen die Nachfrage auf den ausl\u00e4ndischen Absatzm\u00e4rkten und zum andern die relative preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Exportunternehmen. Je st\u00e4rker das Wirtschaftswachstum im Ausland ist, desto h\u00f6her f\u00e4llt tendenziell die ausl\u00e4ndische Nachfrage nach Importen aus. In welchem Ausmass die Nachfrage nach Schweizer Produkten im Ausland zunimmt, h\u00e4ngt wesentlich von ihrer preislichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen Konkurrenten ab. F\u00fcr diese spielt neben dem Preissetzungsverhalten der Unternehmen insbesondere die Wechselkursentwicklung eine zentrale Rolle: Eine H\u00f6herbewertung des Frankens gegen\u00fcber den W\u00e4hrungen der Handelspartner f\u00fchrt zu einer relativen Verteuerung von Schweizer Exportprodukten f\u00fcr die ausl\u00e4ndischen Abnehmer und d\u00e4mpft den Export. \u00a0Neben diesen beiden Hauptdeterminanten k\u00f6nnen sich diverse weitere Einflussfaktoren auf die Exportperformance auswirken, so etwa Brancheneinfl\u00fcsse (z.B. Sonderentwicklungen einzelner Branchen, Verschiebungen der Branchenstruktur) und Aspekte der nicht-preislichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit (z.B. Qualit\u00e4t, Technologie, Innovation). Mit Hilfe \u00f6konometrischer Methoden wurde untersucht, wie sich die Entwicklung der Schweizer Warenexporte \u00fcber die vergangenen 25 Jahre auf die verschiedenen Bestimmungsfaktoren zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst. Zur Erl\u00e4uterung des Modells siehe Konjunkturtendenzen Fr\u00fchjahr 2007, S. 38-39. Grafik 2 zeigt die jeweiligen Beitr\u00e4ge (in Prozentpunkten) der drei Faktoren \u00abausl\u00e4ndische Nachfrage\u00bb, \u00abpreisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit\u00bb und \u00abrestliche Faktoren\u00bb zum Wachstum der Warenexporte f\u00fcr die Jahre 1983 bis 2006.&#13;<\/p>\n<h2>Entscheidende Rolle der Weltkonjunktur<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nKlar ersichtlich ist die entscheidende Rolle der (nach Schweizer Exportanteilen gewichteten) Weltnachfrage f\u00fcr die Entwicklung der Ausfuhren. Ihr Beitrag dominiert \u00fcber den gesamten Betrachtungszeitraum, wenn auch nicht jedes Jahr im gleichen Ausmass. Das ausl\u00e4ndische Wirtschaftswachstum spielt offenbar die entscheidende Rolle f\u00fcr die Schweizer Warenexporte. Gem\u00e4ss des in unserer Analyse verwendeten Modells liegt die langfristige Elastizit\u00e4t der Schweizer Exporte auf das gewichtete ausl\u00e4ndische BIP-Wachstum im Bereich von 2; d.h., eine um einen Prozentpunkt st\u00e4rker wachsende Weltwirtschaft erh\u00f6ht die Schweizer Exporte um zwei Prozentpunkte. In der kurzen Frist (auf etwa ein Jahr) reagieren die Exporte sogar noch st\u00e4rker. Das Auf und Ab der Weltkonjunktur in den letzten zehn Jahren schlug sich im schweizerischen Exportwachstum stark nieder: das weltwirtschaftliche Boomjahr 2000 ebenso wie die anschliessenden drei mageren Jahre. In der Folge sp\u00fcrte die Schweizer Exportwirtschaft dann wieder zunehmenden weltwirtschaftlichen R\u00fcckenwind. So trug die weltweit lebhafte Konjunkturentwicklung 2004 bis 2006 mehr als zwei Drittel zur Entwicklung der Schweizer Exporte bei. \u00a0Dabei wirkte sich im vergangenen Jahr besonders g\u00fcnstig aus, dass der internationale Konjunkturaufschwung endlich auch die Europ\u00e4ische Union (EU) voll erfasste. Da \u00fcber 60% der Schweizer Warenexporte in den EU-Raum gehen, schlagen positive Impulse von dort naturgem\u00e4ss stark auf die Schweizer Exporte durch. Im abgelaufenen Jahr stiegen die Ausfuhren in die EU um \u00fcber 11%; eine \u00e4hnlich hohe Zunahme war zuletzt 1997 verzeichnet worden. Damit waren die Ausfuhren in die EU 2006 f\u00fcr gut die H\u00e4lfte des gesamten Wachstums der Warenexporte verantwortlich. Besonders stachen dabei die Exporte nach Deutschland hervor, die 2006 um fast 15% zulegen konnten, worin sich die unerwartet kr\u00e4ftige Erholung der zuvor jahrelang schw\u00e4chelnden deutschen Wirtschaft widerspiegelt. Abgesehen von der dominierenden Rolle der Ausfuhren in die EU war es vor allem der Export in die USA (+17%) und die Bric-L\u00e4nder Brasilien, Russland, Indien und China. (+29%), der entscheidend dazu beitrug. Sp\u00fcrbar positive Exportimpulse kamen aber auch aus dem \u00abRest der Welt\u00bb. Darin verdeutlicht sich sowohl die breite geografische Abst\u00fctzung des weltwirtschaftlichen Aufschwungs, als auch die regional gut diversifizierte Schweizer Exportstruktur.&#13;<\/p>\n<h2>Bessere preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit seit Mitte der Neunzigerjahre<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nW\u00e4hrend die Beitr\u00e4ge der Weltkonjunktur \u00fcber den gesamten Betrachtungszeitraum stets im positiven Bereich schwanken, ist der Einfluss der preislichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit durch st\u00e4rkere Ausschl\u00e4ge gekennzeichnet. Das Ausmass ihrer Beitr\u00e4ge ist dabei zwar im Allgemeinen deutlich geringer als die Beitr\u00e4ge der Weltnachfrage. F\u00fcr einzelne Jahre resultieren jedoch erhebliche &#8211; sowohl positive als auch negative &#8211; Einfl\u00fcsse. Dabei f\u00e4llt auf, dass die preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit in den Achtzigerjahren sowie in der ersten H\u00e4lfte der Neunzigerjahre \u00fcberwiegend negative Einfl\u00fcsse auf die Exporte aus\u00fcbte, was mit den h\u00e4ufigen Phasen starker Aufwertungen des Frankens zusammenfiel. Die Jahre 1986, 1987, 1990 und 1994 scheinen die Jahre mit dem gr\u00f6ssten negativen Einfluss der Einbusse an preislicher Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu sein. Seit Mitte der Neunzigerjahre hingegen waren die Beitr\u00e4ge der preislichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit mehrheitlich positiv und unterst\u00fctzten folglich die Entwicklung der Exporte. Eine massgebliche Rolle spielte hierbei, dass der \u00fcber Jahrzehnte anhaltende (nominelle und reale) Aufwertungstrend des Schweizer Frankens an den Devisenm\u00e4rkten seit dieser Zeit &#8211; von Ausnahmen wie der Periode 2001-2003 abgesehen &#8211; nicht mehr festzustellen ist. \u00a0Wichtig ist jedoch zu betonen, dass die relative preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit nicht nur durch die Wechselkursentwicklung bestimmt ist, sondern die jeweilige Preispolitik der Schweizer wie der ausl\u00e4ndischen Exportunternehmen ebenfalls eine wichtige und durchaus eigenst\u00e4ndige Rolle spielen kann. Dies k\u00f6nnte etwa erkl\u00e4ren, warum gem\u00e4ss unseren Berechnungen die preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit im Jahr 2006 trotz Tieferbewertung des Frankens nur schwach positiv gewirkt hat. Gemessen an der relativen Entwicklung der Exportpreise hat sich die preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweizer Firmen insbesondere im letzten Jahr, aber teilweise auch schon in den vorangegangenen Jahren, nicht in dem Ausmass verbessert, wie es der Wechselkursverlauf nahelegen w\u00fcrde, weil die Exporteure im Ausland &#8211; offenbar erfolgreich &#8211; bestrebt waren, ihre Exportpreise zu begrenzen.&#13;<\/p>\n<h2>Branchenspezifische Einfl\u00fcsse<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAus Grafik 2 wird leicht ersichtlich, dass die so genannten \u00abrestlichen Faktoren\u00bb (also weder die Weltnachfrage noch die preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit) in vielen Jahren die Exporte erheblich beeinflusst haben &#8211; und zwar sowohl positiv als auch negativ. In den letzten 10 Jahren waren die Einfl\u00fcsse mehrheitlich positiv, wobei die Jahre 1997 und 2006 besonders hervorstechen. Da diese Faktoren im Modell nicht explizit definiert und erkl\u00e4rt sind, sondern gerade den unerkl\u00e4rten Rest darstellen, ist es nicht m\u00f6glich, ihre Entwicklung einem bestimmten Einflussfaktor pr\u00e4zis zuzuordnen. \u00a0Allerdings gibt es gewisse Indizien, dass spezifische Branchenentwicklungen eine wesentliche Rolle f\u00fcr das Gesamtaggregat der Warenexporte spielen k\u00f6nnen. In diesem Kontext gilt es namentlich auf die besondere Rolle der Chemie- und Pharmaexporte zu verweisen, die mit rund einem Drittel einen erheblichen Anteil der gesamten Warenexporte ausmachen. Die Chemie- und Pharmaexporte zeichneten sich seit Mitte der Neunzigerjahre durch meist stark \u00fcberdurchschnittliche Wachstumsraten &#8211; gemessen an den \u00fcbrigen Warenkategorien &#8211; aus, mit ausgepr\u00e4gten Spitzen in den Jahren 1997, 2001 und 2006 (siehe Grafik 3). Allerdings scheint die allgemeine Weltkonjunktur f\u00fcr diese Rubrik eine eher untergeordnete Rolle zu spielen, Die Korrelation der j\u00e4hrlichen Wachstumsraten zwischen Chemieexporten und dem Indikator zur ausl\u00e4ndischen Nachfrage war \u00fcber die letzten 25 Jahre praktisch null, wogegen sie f\u00fcr die \u00fcbrigen Exporte gut 0.75 betrug. womit sich ihr Beitrag zum Exportwachstum weit gehend im Wachstumsbeitrag \u00abrestliche Faktoren\u00bb widerspiegeln d\u00fcrfte.&#13;<\/p>\n<h2>Verschiebungen zwischen den Exportkernbranchen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas \u00fcberdurchschnittliche Wachstum der Chemie- und Pharmaexporte ist ein Ausdruck f\u00fcr anhaltende strukturelle Verschiebungen zwischen den Schweizer Exportbranchen. Die schweizerischen Warenexporte insgesamt werden in hohem Masse durch drei Bereiche dominiert, auf die zusammen fast drei Viertel der gesamten Warenexporte entfallen: Chemie\/Pharma (davon rund 75% pharmazeutische Produkte), Maschinen\/Elektronik sowie Pr\u00e4zisionsinstrumente (u.a. Medizinaltechnik) und Uhren. Zwischen diesen drei Exportkernbranchen haben sich in den vergangenen Jahren sp\u00fcrbare Verschiebungen ergeben. So ist infolge ihres hohen Wachstums der Anteil der Chemie- und Pharmaexporte an den Gesamtexporten zwischen 1995 und 2006 von einem Viertel auf ein Drittel gestiegen. Der entsprechende Anteil der Pr\u00e4zisionsinstrumente und Uhren blieb bei gut 15% nahezu stabil, wogegen die Exportanteile der Maschinenindustrie von fast 30% (1995) auf gut 20% (2006) deutlich gesunken sind. \u00a0An diesen Tendenzen \u00e4ndert sich auch dann nichts Grundlegendes, wenn man zus\u00e4tzlich zu den Exporten die Importe der jeweiligen Sektoren in die Analyse einbezieht, also auf die sektoralen Handelsbilanzen abstellt. Da die Exporte in erheblichem Ausmass aus Produkten bestehen, die vorg\u00e4ngig importiert wurden und hier einen Teil des Produktionsprozesses durchlaufen haben, w\u00fcrde eine wichtige Phase des Spezialisierungsprozesses im Aussenhandel vernachl\u00e4ssigt, falls nur die Exporte betrachtet und die Importe ausgeklammert w\u00fcrden. Basierend auf den sektoralen Handelsbilanzen (Exporte minus Importe) l\u00e4sst sich ein sogenannter \u00abIndikator der ausgewiesenen komparativen Vorteile\u00bb f\u00fcr die verschiedenen Branchen berechnen. Der sogenannte RCA-Indikator (Revealed Comparative Advantage) ist eine Messziffer f\u00fcr die offenbarten relativen Vorteile eines Landes in einer bestimmten Produktgruppe sowohl auf der Ausfuhrals auch auf der Einfuhrseite. Der RCA zeigt, inwieweit die Ausfuhr-Einfuhr-Relation eines Landes bei einer betrachteten Produktgruppe von seiner Ausfuhr-Einfuhr-Relation insgesamt abweicht. Zur Konstruktion des Indikators siehe Konjunkturtendenzen Fr\u00fchjahr 2007, S. 41. Hinter der Konstruktion dieses Indikators steht die Idee, dass sich eine Volkswirtschaft in denjenigen Branchen spezialisiert, in denen sie komparative Vorteile aufweist, und dass die Dynamik dieser Spezialisierung beziffert werden kann.\u00a0In Grafik 4 ist dieser Indikator f\u00fcr die drei Kernexportbranchen seit Anfang der Achtzigerjahre dargestellt. Ein Anstieg des Indikators bedeutet eine Verbesserung der komparativen Vorteile der Branche, ein R\u00fcckgang eine Verschlechterung. Daraus ergibt sich, dass die komparativen Vorteile der Chemie- und Pharmaindustrie in den letzten 25 Jahren stetig, in den letzten f\u00fcnf Jahren noch besonders stark zugenommen haben. Hingegen hat bei der Maschinenindustrie eine andauernde Abnahme der so gemessenen komparativen Vorteile stattgefunden. Dies widerspiegelt den seit l\u00e4ngerer Zeit andauernden Strukturwandel in dieser Branche. Viele Betriebe verlagerten Teile der Produktion ins Ausland, womit innerhalb der Schweiz eine Verschiebung hin zu wertsch\u00f6pfungsintensiveren Produkten m\u00f6glich wurde.&#13;<\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZwischen 2004 und 2006 zeichnete sich der Schweizer Aussenhandel durch herausragendes Wachstum aus. Massgeblich zum Exportboom trugen die lebhafte Weltkonjunktur &#8211; namentlich die konjunkturelle Belebung in der EU &#8211; sowie das weit gehend konjunkturunabh\u00e4ngige starke Wachstum der Chemie- und Pharmaexporte bei. Hingegen scheint gem\u00e4ss unserer Analyse die preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit 2006 nur geringf\u00fcgig positiv zum guten Exportergebnis beigetragen zu haben. Dies mag vor dem Hintergrund der deutlichen Tieferbewertung des Frankens (insbesondere gegen\u00fcber dem Euro) auf den ersten Blick \u00fcberraschen, erkl\u00e4rt sich jedoch durch die offenbar erfolgreichen Bestrebungen in vielen L\u00e4ndern, den Anstieg ihrer Exportpreise zu d\u00e4mpfen, wodurch die g\u00fcnstigen Effekte der Abwertung des Frankens auf die preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweizer Unternehmen begrenzt wurden. \u00a0Hiervon abgesehen ist seit Mitte der Neunzigerjahre tendenziell eine Verbesserung der preislichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit festzustellen, welche sowohl durch den beschr\u00e4nkten Anstieg der Schweizer Exportpreise als auch die tiefere Wechselkursentwicklung bedingt war; der stetige Aufw\u00e4rtstrend des Frankens seit Anfang der Achtzigerjahre scheint seit Mitte der Neunzigerjahre gebremst. Das Zusammenspiel von g\u00fcnstiger Entwicklung des Wechselkurses und relativen Exportpreisen hat seit Mitte der Neunzigerjahre positiv zum Exportwachstum beigetragen. \u00a0Ein weiterer langfristiger Prozess ist die Integration neuer L\u00e4nder in den internationalen Handel, was sich etwa am steigenden Stellenwert der Bric-L\u00e4nder zeigt, deren Anteil an den Schweizer Gesamtexporten stetig zunimmt. Dar\u00fcber hinaus ist die h\u00f6here sektorale Spezialisierung des Schweizer Aussenhandels zu nennen. Die Branchen Chemie, Pharma, Pr\u00e4zisionsinstrumente und Uhren konnten ihre Position als Exportst\u00fctzen ausbauen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abSchweizer Aussenhandel, 1995-2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abGesch\u00e4tzte Beitr\u00e4ge verschiedener Faktoren zum Exportwachstum, 1983-2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abWarenexporte mit und ohne Rubrik \u00abChemie\/Pharma\u00bb\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 4 \u00abKomparative Vor- und Nachteile von Schweizer Exportbranchen, 1980-2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Literatur<\/b>&#13;<br \/>\n&#8211; EZB (2006): Monatsbericht Juli 2006, S. 75-86. Internet: <a href=\"http:\/\/www.bundesbank.de\">www.bundesbank.de<\/a> , Rubriken \u00abEZB-Informationen\u00bb, \u00abMonatsbericht\u00bb.- Artus P. und Fontagn\u00e9 L. (2006): Bericht des Rates f\u00fcr Wirtschaftsanalysen, \u00ab\u00c9volution r\u00e9cente du commerce ext\u00e9rieur fran\u00e7ais\u00bb. Internet: <a href=\"http:\/\/www.cae.gouv.fr\/rapports\/064.htm\">www.cae.gouv.fr\/rapports\/064.htm<\/a> .- Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (2007): Wichtige Bestimmungsfaktoren des schweizerischen Aussenhandels, in: Konjunkturtendenzen Fr\u00fchjahr 2007, S. 37-46. Internet: <a href=\"http:\/\/www.seco.admin.ch\">www.seco.admin.ch<\/a> , Rubriken \u00abThemen\u00bb, \u00abWirtschaftsentwicklung\u00bb, \u00abKonjunkturtendenzen\u00bb.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2006 war das dritte Jahr in Folge, in dem der Schweizer Aussenhandel mit zweistelligen Wachstumsraten und hohen Handelsbilanz\u00fcbersch\u00fcssen ein Rekordergebnis auswies. Eine vertiefte Analyse zeigt, dass die gute Exportentwicklung der letzten Jahre zwar haupts\u00e4chlich der lebhaften Weltkonjunktur zu verdanken ist. 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