{"id":123957,"date":"2007-07-01T12:00:00","date_gmt":"2007-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/07\/nell-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:44:06","modified_gmt":"2023-08-23T21:44:06","slug":"nell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/07\/nell\/","title":{"rendered":"Wege zur Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen Schweiz-USA"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Aussenwirtschaftsbericht 2004 hat der Bundesrat die strategische Orientierung der schweizerischen Aussenwirtschaftspolitik vorgestellt. Diese sieht unter anderem den Ausbau des Vertragsnetzes zu ausgew\u00e4hlten Handelspartnern vor. In Umsetzung dieser Strategie haben die Schweiz und die USA im Herbst 2005 exploratorische Gespr\u00e4che \u00fcber ein m\u00f6gliches Freihandelsabkommen (FHA) gef\u00fchrt. Die wirtschaftlichen Aspekte eines solchen Abkommens wurden in einer Studie von Gary C. Hufbauer und Richard E. Baldwin des renommierten Peter G. Peterson Institute for International Economics (IIE) in Washington untersucht. Vornehmlich aufgrund der unterschiedlichen Ans\u00e4tze im Agrarbereich wurde von der Aufnahme eigentlicher Verhandlungen abgesehen. Allerdings wurde ein Kooperationsforum f\u00fcr Handel und Investitionen errichtet, um die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zu f\u00f6rdern.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200707_13_Nell_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"278\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Aussenwirtschaftspolitik der Schweiz, die seit Beginn der Sechzigerjahre auf Westeuropa und die Markt\u00f6ffnung im multilateralen Rahmen ausgerichtet war, hat sich im Laufe der Neunzigerjahre an die tief greifenden weltwirtschaftlichen Ver\u00e4nderungen angepasst. Parallel zur raschen Expansion schweize-rischer Unternehmen in mittel- und osteurop\u00e4ische sowie in aussereurop\u00e4ische M\u00e4rkte intensivierte die Politik ihre Anstrengungen, engere Beziehungen mit diesen L\u00e4ndern durch Freihandelsabkommen zu f\u00f6rdern. \u00a0Der vorliegende Artikel befasst sich mit den Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und den USA. Diskutiert werden die Grundlagen der amerikanischen Freihandelspolitik, die Intensit\u00e4t der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen, die Grundz\u00fcge eines m\u00f6glichen FHA, wie sie vom IIE skizziert wurden, sowie die Stossrichtung des neu geschaffenen Kooperationsforums f\u00fcr Handel und Investitionen zwischen der Schweiz und den USA.&#13;<\/p>\n<h2>Die neue Aussenwirtschaftspolitik der USA<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Bewusstsein ihrer politischen, milit\u00e4rischen und wirtschaftlichen Vorrangstellung haben die USA ihre Aussenwirtschaftspolitik im Jahre 2002 neu ausgerichtet und eng an ihre Aussenpolitik angelehnt. In der Grundphilosophie der Bush-Administration stellt der Handel nicht nur einen wichtigen Faktor f\u00fcr das wirtschaftliche Wachstum, sondern auch eine Grundlage der F\u00fchrungsrolle der USA in der Welt dar. Im Rahmen dieses neuen Ansatzes erf\u00fcllen Handelsabkommen eine \u00e4hnliche Funktion wie die Sicherheitspakte aus der Zeit des Kalten Krieges, welche die L\u00e4nder durch gegenseitige Rechte und Pflichten aneinanderbanden.\u00a0Zur Umsetzung dieser Politik hat Pr\u00e4sident Bush im Jahr 2002 dem Kongress einen Gesetzesvorschlag &#8211; die Erm\u00e4chtigung zu F\u00f6rderung des Handels, Trade Promotion Authority (TPA) &#8211; unterbreitet. Diese gesetzliche Grundlage erm\u00e4chtigt die US-Administration, Handelsabkommen auf der multilateralen, regionalen und bilateralen Ebene auszuhandeln und diese anschliessend dem Kongress zur Genehmigung im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens Fr\u00fcher war diese gesetzliche Erm\u00e4chtigung als \u00abFast Track\u00bb bekannt. Trotz mehrerer Versuche gelang es dem damaligen Pr\u00e4sidenten Clinton nicht, eine solche Erm\u00e4chtigung vom Kongress zu erhalten. Pr\u00e4sident Bush erhielt sie mit nur einer Stimme Mehrheit. Diese gesetzliche Grundlage umfasst die allgemeinen Verhandlungsleitlinien. Bevor die Administration mit einem Land in Verhandlungen treten darf, muss der Kongress konsultiert werden. W\u00e4hrend der Verhandlungen wird er auch regelm\u00e4ssig informiert. Ein unter der TPA ausgehandeltes Abkommen kann vom Kongress nur angenommen oder abgelehnt, jedoch nicht ver\u00e4ndert werden. zu unterbreiten. Diese Erm\u00e4chtigung wurde urspr\u00fcnglich f\u00fcr drei Jahre gew\u00e4hrt und anschliessend um zwei Jahre bis Ende Juni 2007 verl\u00e4ngert. Da die Doha-Runde noch nicht abgeschlossen ist, hat der Pr\u00e4sident eine weitere Verl\u00e4ngerung dieser Erm\u00e4chtigung beantragt. \u00a0Auf Grundlage der TPA haben die USA mit zahlreichen L\u00e4ndern und L\u00e4ndergruppen, darunter auch mit der Europ\u00e4ischen Freihandelsassoziation (Efta), Kontakt aufgenommen, um eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen zu pr\u00fcfen. Auf Grundlage der TPA wurden FHA mit Australien, Bahrain, Chile, den Mitgliedstaaten des Zentralamerikanischen Gemeinsamen Marktes Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua. sowie der Dominikanischen Republik, Oman, Marokko und Singapur abgeschlossen und in Kraft gesetzt. Weitere Abkommen mit S\u00fcdkorea, Kolumbien, Peru und Panama wurden unterzeichnet. Verhandlungen sind derzeit mit Malaysia im Gange.&#13;<\/p>\n<h2>Exploratorische Gespr\u00e4che im Hinblick auf ein FHA<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Interesse der USA an einer weiteren Intensivierung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen mit der Schweiz d\u00fcrfte angesichts der Schweizer Neutralit\u00e4tspolitik weniger auf politisch-strategische \u00dcberlegungen als vielmehr auf die bereits bestehende, starke wirtschaftliche Verflechtung zur\u00fcckzuf\u00fchren sein: Bei den Direktinvestitionen und im Dienstleistungshandel geh\u00f6rt die Schweiz zu den zehn wichtigsten Partnern der USA. F\u00fcr die Schweiz stellen die USA den zweitwichtigsten Exportmarkt nach Deutschland dar. Daneben sind sie eine wichtige Bezugsquelle f\u00fcr Importe (vgl. Tabelle 1). \u00a0Die Schweiz Die Efta-Partner Norwegen und Island haben sich nicht dem Schweizer Vorgehen angeschlossen. Angesichts der bestehenden Zollunion mit der Schweiz h\u00e4tte Liechtenstein in den von der Zollunion mit der Schweiz abgedeckten Regelungsbereichen am FHA mit den USA teilgenommen. hat daher den USA im Juli 2005 die Aufnahme von exploratorischen Gespr\u00e4chen im Hinblick auf ein m\u00f6gliches FHA vorgeschlagen. Diese Gespr\u00e4che wurden zwischen September 2005 und Januar 2006 durchgef\u00fchrt. 15 Arbeitsgruppen besch\u00e4ftigten sich in diesem Rahmen mit den Kernpunkten eines FHA, um gemeinsame und divergierende Interessen zu eruieren und nach L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr letztere zu suchen. \u00a0Im Januar 2006 hat der Bundesrat beschlossen, von der Aufnahme eigentlicher Verhandlungen abzusehen, da er die Bedingungen f\u00fcr einen erfolgreichen Abschluss nicht als gegeben ansah. Betr\u00e4chtliche Unterschiede bestanden vor allem zwischen den Ans\u00e4tzen im Landwirtschaftsdossier, wo die Strukturen des Aussenschutzes und der internen St\u00fctzung in den beiden L\u00e4ndern stark voneinander abweichen. Zudem w\u00e4re f\u00fcr die USA &#8211; im Gegensatz zu den anderen Freihandelspartnern der Schweiz &#8211; nur ein FHA in Frage gekommen, welches die Landwirtschaft umfassend einbezogen h\u00e4tte.&#13;<\/p>\n<h2>Volkswirtschaftliche Bewertung eines FHA Schweiz-USA: Ergebnisse der IIE-Studie<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Exploration wurde durch eine Studie des IIE unter dem Titel \u00abThe Shape of a Swiss-US Free Trade Agreement\u00bb begleitet. Das IIE unter der Leitung von C. Fred Bergsten wurde im Jahr 1981 gegr\u00fcndet. Im Oktober 2006 wurde es im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25-j\u00e4hrigen Bestehen in \u00abPeter G. Peterson Institute for International Economics\u00bb umbenannt ( Motion 06.3007. Der Bundesrat hat am 29. M\u00e4rz 2006 dazu Stellung genommen und beantragt, die Motion anzunehmen. Sie wurde vom Nationalrat am 15.06.2006 und vom St\u00e4nderat am 5.06.2007 angenommen (http:\/\/search.pd.intra.admin.ch\/homepage\/cv-geschaefte.htm?gesch_id=20063007).&#13;<\/p>\n<h3>Grosses \u00d6ffnungspotenzial in vielen Bereichen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWie die Studie aufzeigt, erheben die USA im Industrieg\u00fcterhandel nach wie vor teilweise hohe Z\u00f6lle auf Schweizer Exporte von Uhren, chemischen Produkten und einigen anderen Erzeugnissen. Ein FHA k\u00f6nnte die sofortige Beseitigung der Z\u00f6lle auf nahezu allen Industrieg\u00fcterexporten bringen. Nur bei einigen wenigen sensiblen Produkten sollten \u00dcbergangsfristen bis zu maximal zehn Jahren zum Einsatz kommen. Ein FHA Schweiz-USA m\u00fcsste liberale Ursprungsregeln vorsehen, damit die Zollpr\u00e4ferenzen auch genutzt werden k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnte ein FHA Fortschritte bei der gegenseitigen Anerkennung von technischen Normen und Konformit\u00e4tspr\u00fcfungsstellen sowie bei der Zul\u00e4ssigkeit der Selbstzertifizierung bringen. \u00a0Der Landwirtschaft &#8211; dem schwierigsten Dossier &#8211; wird in der Studie breiter Raum gewidmet. Ausgehend vom sehr hohen Aussenschutz der Schweiz und dem hohen Aussenschutz der USA empfehlen die Autoren eine Beseitigung aller Z\u00f6lle und Zollquoten binnen 20 Jahren, wobei den Schweizer Exportprodukten (K\u00e4se und Milchspezialit\u00e4ten, Schokolade, S\u00fcssigkeiten) besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Bei weniger sensiblen Produkten k\u00f6nnten die USA ihre Z\u00f6lle bereits binnen f\u00fcnf Jahren linear abbauen. Auch der Schweiz schlagen die Autoren eine grundlegende \u00d6ffnung des Agrarmarktes vor. Ein FHA mit den USA w\u00fcrde, so die Autoren, langfristig Freihandel im Agrarbereich mit einigen wenigen Ausnahmen mit sich bringen. Zeitlich unbeschr\u00e4nkte Protektion d\u00fcrfte von den USA nur f\u00fcr eine sehr beschr\u00e4nkte Anzahl von Produkten zugestanden (und selbst gefordert) werden. Um den Strukturwandel innerhalb geordneter Bahnen zu halten, k\u00f6nnte die Markt\u00f6ffnung durch Sonderschutzklauseln flankiert werden. Daneben st\u00fcnden auch k\u00fcnftig WTO-Schutzklauseln zur Verf\u00fcgung. Die Wahrung der Ern\u00e4hrungssicherheit k\u00f6nnte als Grund f\u00fcr die Anrufung der Schutzklausel anerkannt werden. Zur Herstellung eines effektiven Marktzugangs im Bereich landwirtschaftlicher Produkte w\u00e4re auch eine Disziplinierung von gesundheitspolizeilichen und pflanzenschutzrechtlichen Massnahmen (so genannten SPS-Massnahmen) sowie die gegenseitige Anerkennung der Biozertifizierung erforderlich. Die Autoren des IIE empfehlen den USA weiter, Schweizer Produkten mit geografischen Herkunftsbezeichnungen besonderen Schutz zu gew\u00e4hren &#8211; nicht zuletzt um die polit\u00f6konomische Balance des Abkommens zu wahren. Im Gegenzug solle auch die Schweiz mehrere geografische Herkunftsangaben der USA anerkennen. \u00a0Im Dienstleistungshandel haben die Autoren H\u00fcrden bei Finanzdienstleistungen, in den Netzwerkindustrien, im audiovisuellen Bereich sowie bei den professionellen Dienstleistungen geortet. In einem FHA sollten beide L\u00e4nder die unbedingte Meistbeg\u00fcnstigung vereinbaren und sich auf die gegenseitige Anerkennung von Bildungs- und Ausbildungsabschl\u00fcssen einigen. Versicherungsgesellschaften des jeweils anderen Staates sollten nach gleichen Regeln wie inl\u00e4ndische Gesellschaften behandelt werden. Zugleich sollte Freiz\u00fcgigkeit f\u00fcr hoch qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte und leitendes Personal angestrebt werden. Schliesslich k\u00f6nnte ein FHA Fortschritte in den Bereichen Informationsdienstleistungen, Telekommunikation und \u00f6ffentliche Dienste bringen. \u00a0Im \u00f6ffentlichen Beschaffungswesen empfiehlt das IIE der Schweiz und den USA die gegenseitige und bedingungslose Einr\u00e4umung der Meistbeg\u00fcnstigung &#8211; auf Bundesebene ebenso wie auf einzelstaatlicher bzw. kantonaler Ebene. Die USA sollten \u00fcberdies Forschung und Entwicklung, Transportdienste und Versorgungsdienstleistungen dem FHA unterstellen sowie weitere Bundesstaaten und Metropolitanregionen (insbesondere an der Ostk\u00fcste) zur Unterstellung ihrer Beschaffungen unter das Abkommen bewegen. Die Autoren halten fest, dass sich eine \u00d6ffnung des \u00f6ffentlichen Beschaffungswesens positiv auf die Effizienz \u00f6ffentlicher Ausgaben auswirken und einen wertvollen Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr die WTO-Verhandlungen darstellen k\u00f6nnte. Das plurilaterale Abkommen \u00fcber das \u00f6ffentliche Beschaffungswesen unter dem Dach der WTO ist Gegenstand einer Totalrevision. Derzeit wird \u00fcber eine Ausweitung seines Anwendungsbereichs verhandelt. \u00a0Das IIE sieht auch bei den Investitionen noch Raum f\u00fcr Liberalisierungsschritte. Beschr\u00e4nkungen bestehen derzeit bei \u00f6ffentlichen Monopolen, ausl\u00e4ndischen Beteiligungen, im Rahmen von Lizenzvorschriften sowie bei vor\u00fcbergehenden T\u00e4tigkeiten und bei der Berufsaus\u00fcbung. Die Investitionsbestimmungen in einem FHA sollten Inl\u00e4nderbehandlung f\u00fcr Privatinvestoren vorsehen und Entsch\u00e4digung bei Enteignung sicherstellen. Ein FHA k\u00f6nnte \u00fcberdies ein Schiedsverfahren f\u00fcr Rechtsstreitigkeiten zwischen ausl\u00e4ndischen Investoren und dem jeweiligen Gaststaat beinhalten.&#13;<\/p>\n<h3>Wirtschaftliche Auswirkungen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Studie analysiert die wirtschaftlichen Auswirkungen eines allf\u00e4lligen Freihandelsabkommens Schweiz-USA. Abh\u00e4ngig von der Untersuchungsmethode prognostizieren die Autoren eine Zunahme des bilateralen Handels zwischen 20% (CGE Berechenbares allgemeines Gleichgewichtsmodell. Das CGE-Modell des \u00abGlobal Trade Analysis Project\u00bb (GTAP) wurde f\u00fcr die Berechnungen herangezogen. Weitere Informationen zum GTAP sind verf\u00fcgbar unter www.gtap.agecon.purdue.edu\/about\/center.asp. ) und gut 100% (Gravitationsmodell Mit Hilfe des Gravitationsmodells wird untersucht, wie sich ein FHA Schweiz-USA auf den Handel auswirken k\u00f6nnte. Grundlage sind Erfahrungen mit bestehenden Freihandelsabkommen und Zollunionen. ). Berechnungen auf Basis des Gravitationsmodells lassen ausserdem einen Anstieg des Bestandes US-amerikanischer Investitionen in der Schweiz um rund 40% erwarten. Der Dienstleistungshandel d\u00fcrfte gem\u00e4ss den Berechnungen des CGE-Modells um 12% wachsen. Dieser verh\u00e4ltnism\u00e4ssig geringe Zuwachs ist nach Ansicht der Autoren vor allem auf Modellierungsprobleme zur\u00fcckzuf\u00fchren. \u00a0W\u00e4hrend sich aus dem CGE-Modell aufgrund von dessen statischer Orientierung nur vernachl\u00e4ssigbare direkte Effekte auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Schweiz und der USA ableiten lassen, gehen die Autoren aufgrund alternativer Berechnungsmethoden von einem BIP-Zuwachs f\u00fcr jeden Partner von rund 1,1 Mrd. US-$ aus. Im Falle der Schweiz entspr\u00e4che dies einem permanenten BIP-Anstieg von rund 0,5%.&#13;<\/p>\n<h3>Keine Auswirkungen auf die Beziehungen Schweiz-EU<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Autoren rechnen nicht mit negativen R\u00fcckwirkungen eines FHA auf die Beziehungen der Schweiz zur EU, da diese die Autonomie der Schweiz in aussenhandelspolitischen Fragen stets respektiert habe. Im \u00dcbrigen h\u00e4tten EU-Produzenten &#8211; ausser in der Landwirtschaft &#8211; bereits einen weit gehend freien Zugang zum Schweizer Markt erhalten.&#13;<\/p>\n<h2>Das Kooperationsforum f\u00fcr Handel und Investitionen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nObwohl die Bedingungen f\u00fcr den erfolgreichen Abschluss eines Freihandelsabkommens derzeit nicht erf\u00fcllt sind, sollen die Dynamik und die Kontakte, die sich aus den exploratorischen Gespr\u00e4chen ergeben haben, f\u00fcr eine Intensivierung der bilateralen Wirtschaftszusammenarbeit genutzt werden. \u00a0Zu diesem Zweck haben der damalige Vorsteher des Eidgen\u00f6ssischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD), Joseph Deiss, und der damalige US-Handelsbeauftragte (USTR), Robert Portman, anl\u00e4sslich ihrer Beurteilung der FHA-Exploration die Schaffung eines Kooperationsforums f\u00fcr Handel und Investitionen Schweiz-USA vereinbart (siehe&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1<\/b>&#13;<br \/>\nF\u00f6rderung des Handels und der Investitionen durch:- Initiativen zu spezifischen Fragen des Handels und der Investitionen im Hinblick auf den Abschluss von Abkommen oder anderen Vereinbarungen; &#8211; die Identifizierung von Fragestellungen, die sich f\u00fcr Verhandlungen oder gemeinsame Aktionen in multilateralen Foren eignen; &#8211; die F\u00f6rderung der Zusammenarbeit zwischen den Parteien; &#8211; die Untersuchung von Fragestellungen, die von den Parteien eingebracht werden; &#8211; die Pr\u00fcfung der Wiederaufnahme exploratorischer Gespr\u00e4che im Hinblick auf ein allf\u00e4lliges Freihandelsabkommen.). Das Forum entspricht der Stossrichtung der erw\u00e4hnten Motion der WAK-N, die den Bundesrat dazu auffordert, die Gespr\u00e4che mit den USA \u00fcber ein Wirtschaftsabkommen mit Schwergewicht allgemeine Kooperation, Handelsliberalisierung, Dienstleistungen und Investitionen fortzuf\u00fchren. \u00a0Das am 25. Mai 2006 in Washington unterzeichnete Abkommen sieht unter anderem den Abschluss von Abkommen oder Vereinbarungen vor, welche den Handel und die Investitionen zwischen der Schweiz und den USA erleichtern. Weiter sollen Handels- und Investitionsfragen identifiziert werden, die sich f\u00fcr Verhandlungen oder gemeinsame Aktionen in bilateralen oder multilateralen Foren eignen. Zudem bem\u00fchen sich die Parteien gem\u00e4ss den Vorgaben des Forums um Konsultation, bevor Massnahmen getroffen werden, welche negative Auswirkungen auf die Handels- und Investitionsinteresssen der jeweils anderen Partei haben k\u00f6nnten. Schliesslich kann das Forum auch als Gef\u00e4ss f\u00fcr die Wiederaufnahme exploratorischer Gespr\u00e4che im Hinblick auf FHA-Verhandlungen dienen. \u00a0In organisatorischer Hinsicht steht das Forum unter der Leitung des Die \u00abSwiss-American Chamber of Commerce\u00bb hat ihren Sitz in Z\u00fcrich. Ihr geh\u00f6ren \u00fcber 2500 Mitglieder an ( <a href=\"http:\/\/www.amcham.ch\">www.amcham.ch<\/a> ). hat im November 2006 im Beisein von Staatssekret\u00e4r Jean-Daniel Gerber eine Reihe von Lunchvortr\u00e4gen unter dem Dach des Forums ins Leben gerufen. An diesen Anl\u00e4ssen werden die US-Aktivit\u00e4ten von Schweizer Klein- und Mittelunternehmen vorgestellt und Fragen diskutiert, die f\u00fcr diese Unternehmen von Interesse sind. \u00a0Nach einj\u00e4hrigem Bestehen des Forums konnten das <a href=\"http:\/\/www.evd.admin.ch\/\">EVD<\/a> und das USTR am 14. Juni 2007 in Washington eine positive Bilanz ziehen. In verschiedenen Bereichen sind vom Forum neue Impulse ausgegangen. Behandelt wurden Themen wie der elektronische Handel, Handelserleichterungen, gemeinsame Aktionen zur Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern, Regulierungen im Telekommunikationssektor oder der Handel mit diversen landwirtschaftlichen Erzeugnissen.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn Abwesenheit eines FHA bietet das Abkommen vom 25. Mai 2006 \u00fcber das Kooperationsforum einen flexiblen Rahmen f\u00fcr gezielte Verbesserungen der Rahmenbedingungen im Handels- und Investitionsverkehr Schweiz-USA und f\u00fcr einen dauerhaften Dialog. Wie die IIE-Studie gezeigt hat, bestehen betr\u00e4chtliche M\u00f6glichkeiten, den Wirtschaftsverkehr zwischen den beiden L\u00e4ndern zu verbessern.\u00a0Damit die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der wirtschaftlichen Akteure gesteigert werden kann, ben\u00f6tigt das Forum ein Arbeitsprogramm mit Substanz. Hierzu m\u00fcssen die Verwaltungen in enger Zusammenarbeit mit dem Privatsektor die wichtigsten tarif\u00e4ren und nicht-tarif\u00e4ren Hindernisse im Handels- und Investitionsverkehr zwischen der Schweiz und den USA identifizieren und beseitigen. In diesem Zusammenhang verfolgt die Schweiz aufmerksam die Arbeiten im Rahmen des \u00abTransatlantic Framework\u00bb, Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.eurunion.org\/partner\/summit\/20070430sum.htm\">www.eurunion.org\/partner\/summit\/20070430sum.htm<\/a> . welches die USA und die EU am 30. April 2007 vereinbart haben. Die Schweiz wird versuchen, mit Hilfe des Forums die in diesem Rahmen erzielten Ergebnisse auf die schweizerisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen auszudehnen und dadurch neue Br\u00fccken zu diesem wichtigen Partner zu bauen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abBilaterale Wirtschaftsbeziehungen Schweiz-USA\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Hauptziele des Forums<\/b>&#13;<br \/>\nF\u00f6rderung des Handels und der Investitionen durch:- Initiativen zu spezifischen Fragen des Handels und der Investitionen im Hinblick auf den Abschluss von Abkommen oder anderen Vereinbarungen; &#8211; die Identifizierung von Fragestellungen, die sich f\u00fcr Verhandlungen oder gemeinsame Aktionen in multilateralen Foren eignen; &#8211; die F\u00f6rderung der Zusammenarbeit zwischen den Parteien; &#8211; die Untersuchung von Fragestellungen, die von den Parteien eingebracht werden; &#8211; die Pr\u00fcfung der Wiederaufnahme exploratorischer Gespr\u00e4che im Hinblick auf ein allf\u00e4lliges Freihandelsabkommen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 2: Literatur<\/b>&#13;<br \/>\n&#8211; Hufbauer, Gary C. und Richard E. Baldwin (2006): The Shape of a Swiss-US Free Trade Agreement, Washington, D.C., The Peter G. Peterson Institute for International Economics (IIE). Internet: http:\/\/bookstore.petersoninstitute.org\/book-store\/3853.html.- Abkommen zur Einrichtung eines Kooperationsforums f\u00fcr Handel und Investitionen zwischen der Schweiz und den USA vom 25. Mai 2006. Internet: <a href=\"http:\/\/www.seco.admin.ch\">www.seco.admin.ch<\/a> , Rubriken \u00abThemen\u00bb, \u00abAussenwirtschaft\u00bb, \u00abL\u00e4nderinformationen\u00bb, \u00abNordamerika\u00bb.- Schweizerischer Bundesrat (2005): Bericht zur Aussenwirtschaftspolitik 2004 sowie Botschaften zu Wirtschaftsvereinbarungen (\u00abAussenwirtschaftsbericht\u00bb), Bern. Internet: <a href=\"http:\/\/www.admin.ch\/ch\/d\/ff\/2005\/1089\">www.admin.ch\/ch\/d\/ff\/2005\/1089<\/a> .pdf.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Aussenwirtschaftsbericht 2004 hat der Bundesrat die strategische Orientierung der schweizerischen Aussenwirtschaftspolitik vorgestellt. Diese sieht unter anderem den Ausbau des Vertragsnetzes zu ausgew\u00e4hlten Handelspartnern vor. In Umsetzung dieser Strategie haben die Schweiz und die USA im Herbst 2005 exploratorische Gespr\u00e4che \u00fcber ein m\u00f6gliches Freihandelsabkommen (FHA) gef\u00fchrt. 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