{"id":123982,"date":"2007-06-01T12:00:00","date_gmt":"2007-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/06\/felder-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:44:20","modified_gmt":"2023-08-23T21:44:20","slug":"felder-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/06\/felder-3\/","title":{"rendered":"Die nationale Schl\u00fcsselinfrastruktur Flughafen Z\u00fcrich"},"content":{"rendered":"<p>Die internationale Arbeitsteilung und die damit einhergehende Spezialisierung ist die entscheidende Voraussetzung f\u00fcr Produktivit\u00e4tsfortschritte und die Steigerung des Wohlstandes. Dementsprechend geht die wirtschaftliche Entwicklung immer von Standorten aus, die \u00fcber eine g\u00fcnstige Verkehrsinfrastruktur verf\u00fcgen. W\u00e4hrend dies fr\u00fcher Siedlungen an Flussl\u00e4ufen oder Karawanenwegen waren, sind es heute unter anderem Standorte mit Flugh\u00e4fen, die eine gute Einbindung in das internationale Luftverkehrsnetz gew\u00e4hrleisten. Die Schweiz profitiert in hohem Masse von ihrer engen Auslandsverflechtung und ist zur Sicherung ihres Wohlstandes auch darauf angewiesen. Der Flughafen Z\u00fcrich stellt als nationale Schl\u00fcsselinfrastruktur einen wichtigen Teil des Verkehrssystems der Schweiz und des umliegenden Auslands.&#13;<\/p>\n<h2>Mobilit\u00e4tsbed\u00fcrfnisse von Wirtschaft und Gesellschaft steigen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZwischen 1950 und 2003 hat der internationale Handel j\u00e4hrlich um 6% zugenommen. Er w\u00e4chst also anderthalbmal so schnell wie das globale Bruttoinlandprodukt (BIP). Der Transport von G\u00fctern via Luftfracht spielt dabei eine immer bedeutendere Rolle, insbesondere f\u00fcr kurzlebige, temperatursensible oder wertvolle Waren wie die klassischen Schweizer Exportg\u00fcter Uhren, Maschinen oder chemische Erzeugnisse. Die Luftfracht weist eine hohe Wertedichte auf: Obwohl der Anteil des Luftverkehrs gewichtsm\u00e4ssig relativ unbedeutend ist, werden 30% des Wertes der Exporte per Luftfracht transportiert. Ein wesentlicher Teil des Schweizer Wohlstandes basiert auf Gewinnen aus Kapitalexporten. Die wachsenden Volkswirtschaften, die insbesondere auch f\u00fcr das Kapital der Altersvorsorge geeignete Anlagem\u00f6glichkeiten bieten, befinden sich heute mehrheitlich ausserhalb Mitteleuropas. Der Zusammenhang zwischen dem Investitionsvolumen und der Nachfrage nach Luftverkehrsleistungen am Flughafen Z\u00fcrich best\u00e4tigt die Notwendigkeit entsprechender direkter Flugverbindungen. \u00a0Zahlreiche Studien belegen, dass die internationale Personenerreichbarkeit bei der Standortwahl insbesondere f\u00fcr wertsch\u00f6pfungsintensive, global t\u00e4tige Unternehmen einen grossen Stellenwert hat. Mehr als 6500 ausl\u00e4ndische Unternehmen sind in der Schweiz mit eigenen Niederlassungen pr\u00e4sent und generieren 10% des BIP. Umfragen ergeben, dass sich ausl\u00e4ndische Unternehmen einen Ausbau der internationalen Flugverbindungen w\u00fcnschen. Auch in Bezug auf den Schweizer Tourismus, der als drittwichtigstes Exportgut der Schweiz direkt 166000 Stellen generiert, sind gute Direktverbindungen von wesentlicher Bedeutung. 35% der Ferieng\u00e4ste, welche unser Land besuchen, reisen mit dem Flugzeug an. Die Wertsch\u00f6pfung durch die Ausgaben von Touristen, die den Flughafen Z\u00fcrich nutzen, bel\u00e4uft sich auf 2,6 Mrd. Franken. \u00a0Gerade am Beispiel der Tourismusbranche ist erkennbar, dass sich der volkswirtschaftliche Nutzen der Verkehrsinfrastruktur Flughafen \u00fcber die ganze Schweiz erstreckt und auch Randregionen davon profitieren. In Anerkennung der nationalen Bedeutung spricht sich denn auch der Bundesrat in seinem luftfahrtpolitischen Bericht grunds\u00e4tzlich f\u00fcr eine nachfrageorientierte Entwicklung der Schweizer Luftverkehrszentren aus.&#13;<\/p>\n<h2>Gef\u00e4hrliche Einschr\u00e4nkungen des Entwicklungsspielraums<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nTrotz des zwar oft untersch\u00e4tzten, im Grundsatz aber unbestrittenen Beitrags des Flughafens Z\u00fcrich zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum der Schweiz stehen grosse politische Herausforderungen an. Im Kanton Z\u00fcrich sind ungeachtet der bereits strengen Umweltregulierungen verschiedene Initiativen h\u00e4ngig, die darauf abzielen, den Entwicklungsspielraum des Schweizer Tors zur Welt einzuschr\u00e4nken. Als Extremfall ist dabei die Plafonierungsinitiative, \u00fcber welche im November abgestimmt wird, zu nennen. W\u00fcrde diese umgesetzt, k\u00f6nnte die Drehkreuzfunktion des Flughafens nicht aufrechterhalten werden. Dies wiederum w\u00fcrde den Hub Carrier Swiss ernsthaft gef\u00e4hrden. Aber auch moderatere Vorschl\u00e4ge wirken beschr\u00e4nkend und f\u00fchren dazu, dass mittelbis langfristig die Nachfrage nach Luftverkehr nicht mehr befriedigt werden k\u00f6nnte. \u00a0Die Kosten solcher Wettbewerbsbeschr\u00e4nkungen h\u00e4tten nicht nur die direkt betroffene Flughafenbetreiberin, die Fluggesellschaften und die Passagiere, sondern vor allem die im internationalen Wettbewerb stehenden Unternehmen zu tragen. Eine Beeintr\u00e4chtigung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit der in der Schweiz ans\u00e4ssigen Unternehmen und der Handlungsf\u00e4higkeit der Investoren w\u00fcrde fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zu Einbussen bei der Aussch\u00f6pfung des Wachstumspotenzials und dementsprechend zu Wohlstandsverlusten f\u00fcr die gesamte Schweiz f\u00fchren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die internationale Arbeitsteilung und die damit einhergehende Spezialisierung ist die entscheidende Voraussetzung f\u00fcr Produktivit\u00e4tsfortschritte und die Steigerung des Wohlstandes. Dementsprechend geht die wirtschaftliche Entwicklung immer von Standorten aus, die \u00fcber eine g\u00fcnstige Verkehrsinfrastruktur verf\u00fcgen. 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