{"id":123997,"date":"2007-06-01T12:00:00","date_gmt":"2007-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/06\/hotz-8\/"},"modified":"2023-08-23T23:44:43","modified_gmt":"2023-08-23T21:44:43","slug":"hotz-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/06\/hotz-7\/","title":{"rendered":"Was mit den bisher eingesetzten Mitteln des Bundes f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation erreicht wurde"},"content":{"rendered":"<p>Im Parlament wird in diesem Jahr \u00fcber die bundesstaatlichen Mittel f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation 2008-2011 entschieden. Als eine Entscheidungsgrundlage fordert das Parlament eine Leistungs\u00fcberpr\u00fcfung, was mit den bisher eingesetzten Mitteln erreicht wurde. Eine interdepartementale Arbeitsgruppe &#8211; eingesetzt vom Staatssekretariat f\u00fcr Bildung und Forschung (SBF) und dem Bundesamt f\u00fcr Berufsbildung und Technologie (BBT) &#8211; hat ein strategisches Controlling der BFT 2004-2007 aufgebaut und einen ersten Zwischenbericht vorgelegt. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200706_18_Hotz_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"258\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nErzielen die f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation (BFI) eingesetzten und aus Steuereinnahmen alimentierten \u00f6ffentlichen Mittel die gew\u00fcnschte Wirkung? Diese Frage wird in Zeiten knapper werdender Staatsmittel bei gleichzeitig wachsendem Primat der Wissensgesellschaft immer wichtiger.\u00a0Die Bundesverfassung verlangt in Art. 170 von der Bundesversammlung, daf\u00fcr zu sorgen, dass die Massnahmen des Bundes auf ihre Wirksamkeit \u00fcberpr\u00fcft werden. Dieser Auftrag betrifft unmittelbar das Parlament, mittelbar aber auch den Bundesrat und die Bundesverwaltung. Die konkrete Bearbeitung dieser Frage im BFI-Bereich wurde mit dem 2005 von Nationalr\u00e4tin Pascal Bruderer eingereichten Postulat \u00abLeistungs\u00fcberpr\u00fcfung im Bereich Bildung, Forschung und Technologie\u00bb ausdr\u00fccklich gefordert. In seiner zustimmenden Antwort hat der Bundesrat das Eidgen\u00f6ssische Departement des Innern (EDI) und das Eidgen\u00f6ssische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) gemeinsam damit beauftragt, ein strategisches Controlling der Botschaft \u00fcber die F\u00f6rderung von Bildung, Forschung und Technologie (BFT-Botschaft) Die Botschaften der Jahre 2000-2003 und 2004-2007 tragen noch die Bezeichnung BFT-Botschaft (Bildung, Forschung und Technologie). 2004-2007 mit dem Ziel einer Leistungs\u00fcberpr\u00fcfung aufzubauen.&#13;<\/p>\n<h2>Aufbau eines strategischen Controlling<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin strategisches Controlling f\u00fcr eine Botschaft, die ein Finanzvolumen von gut 17 Mrd. Franken und rund 190 Seiten umfasst, ist kein leichtes Unterfangen. Die zur Umsetzung des strategischen Controllings eingesetzte interdepartementale Arbeitsgruppe hat auf die zahlreich vorhandenen Materialien und Expertisen zur\u00fcckgegriffen. Dahinter stand das Bestreben, wertvolle Einzelinformationen auf der Basis von analytisch fundierter Synthese in \u00fcberschaubarer und effizienter Form f\u00fcr die Politik nutzbarer zu machen. Das strategische Controlling schafft so aus der F\u00fclle vorhandener Mosaiksteine ein aussagekr\u00e4ftiges Gesamtbild.&#13;<\/p>\n<h3>Drei zentrale Herausforderungen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Arbeitsgruppe war mit drei zentralen Herausforderungen konfrontiert:\u00a0&#8211; Erstens eignen sich viele empirische Materialien nicht f\u00fcr eine quantitativ abgest\u00fctzte Leistungs\u00fcberpr\u00fcfung. Das strategische Controlling muss daher auch dazu beitragen, eine bessere empirische Basis zu schaffen. Die Mitwirkung des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS) in der Arbeitsgruppe und die Abstimmung mit den parallel laufenden Bestrebungen zum Aufbau eines schweizerischen Bildungsmonitoring Vgl. Wolter, S., Kull, M., Bildungsbericht Schweiz &#8211; Grundlagen und Systementscheid. In: Die Volkswirtschaft 1\/2-2007, S. 15-18. sind deshalb wichtig. \u00a0&#8211; Zweitens zeigt sich, dass wichtige Teilbereiche der Botschaftsziele nur teilweise quantitativ zu beurteilen sind. Nicht jede Wirkung l\u00e4sst sich in Franken oder mit sonstigen Leistungsindikatoren ausdr\u00fccken. Genauso wichtig wie eine quantitative Analyse ist eine qualitative Beurteilung der erzielten Wirkungen. \u00a0&#8211; Drittens steht das Controlling vor dem Problem, dass der zeitliche Geltungsbereich der Botschaft 2004-2007 noch nicht abgeschlossen ist, w\u00e4hrend das Parlament bereits die Finanzierungsbeschl\u00fcsse f\u00fcr die Folgeperiode 2008-2011 ber\u00e4t. Aktuelle Auswertungen und Statistiken stehen erst teilweise zur Verf\u00fcgung, und viele der ergriffenen Massnahmen zeigen ihre Wirkung zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt. Das strategische Controlling kann daher seinen vollen Nutzen erst mittel- und langfristig \u00fcber die Wiederholung des Controllings und die daraus resultierende Kumulation der Erkenntnisse entfalten.\u00a0\u00a0In den meisten Bereichen k\u00f6nnen deshalb im Zwischenbericht noch keine abschliessenden Aussagen getroffen werden. Dennoch zeigen sich schon heute wichtige Tendenzen, die Schlussfolgerungen auch mit Blick auf die BFI-Botschaft 2008-2011 zulassen.&#13;<\/p>\n<h2>Wichtige Zwischenergebnisse<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Zwischenbericht umfasst eine Umsetzungs- und Wirkungsanalyse zu 11 \u00fcbergeordneten Botschaftszielen (siehe Tabelle 1). Im Folgenden werden einige dieser Befunde kurz vorgestellt.&#13;<\/p>\n<h3>Berufsbildung &#8211; Systematisierung durch Berufsbildungsgesetz<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nMit dem 2004 eingef\u00fchrten Berufsbildungsgesetz (BBG) werden s\u00e4mtliche Berufe ausserhalb der Hochschulen einem einheitlichen System unterstellt und damit vergleichbar gemacht. Die Neukonzeption des BBG und die \u00dcberf\u00fchrungen von Regelungskompetenzen an den Bund haben eine integrierende, systematisierende Wirkung auf die Berufsbildung.\u00a0Die betriebliche Berufsbildung &#8211; d.h. Lehre in einem Betrieb bei gleichzeitigem Besuch einer Berufsfachschule &#8211; ist die \u00fcberwiegende Form der beruflichen Ausbildung. Seit 1998 konnte die Zahl der vergebenen Lehrstellen kontinuierlich erh\u00f6ht werden. 1998: 69&nbsp;354 vergebene Ausbildungspl\u00e4tze in der beruflichen Grundbildung; 2005: 73&#8217;773. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass in der beruflichen Grundbildung ein gesundes Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis als Voraussetzung f\u00fcr die hohe Ausbildungsbereitschaft bei den Jugendlichen und in den Betrieben gegeben ist. Die berufliche Grundbildung lohnt sich sowohl f\u00fcr die Lernenden als auch f\u00fcr die Lehrbetriebe.\u00a0Die Mobilit\u00e4tsquote derjenigen, die in einem anderen als dem erlernten Beruf t\u00e4tig sind, lag 2005 bei \u00fcber 60%, Siehe <a href=\"http:\/\/www.bfs.admin.ch\">www.bfs.admin.ch<\/a> , Rubriken \u00abThemen\u00bb, \u00abIndikatorensysteme\u00bb, \u00abBerufsbildungsindikatoren\u00bb, \u00abBerufswechsel\u00bb. was das \u00dcbergewicht der industriellen Lehrbetriebe gegen\u00fcber jenen aus dem Dienstleistungsbereich relativiert. Viele Ausgebildete, die eine berufliche Grundbildung in der Industrie gemacht haben, wechseln sp\u00e4ter in Dienstleistungsbranchen. Dies spricht f\u00fcr einen hohen Anteil an generalisierbarem Wissen, das \u00fcber die berufliche Grundbildung vermittelt wird. Diesem Aspekt muss die Berufsbildungspolitik bei der Ausgestaltung der neuen Bildungsverordnungen weiterhin grosse Beachtung schenken, auch wenn dies nicht im unmittelbaren Interesse der Lehrbetriebe liegt. Aus Sicht der Lehrbetriebe kann die ungleiche Verteilung der Ausbildungsbereitschaft nach Berufen und Branchen so gedeutet werden, dass die Jugendlichen in jenen Betrieben ausgebildet werden, in denen sich im Sinne des Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnisses die Ausbildung am meisten lohnt.&#13;<\/p>\n<h3>Fachhochschulen &#8211; Fortschritte in der Portfoliobereinigung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Fachhochschulen haben die Vielzahl der Reformen gut bew\u00e4ltigt. In der Portfoliobereinigung der Studieng\u00e4nge sind Fortschritte erzielt worden (siehe Grafik 1). Die im Vergleich zu einem Universit\u00e4tsstudium kurze Studiendauer (durchschnittlich 3,9 Jahre im Vergleich zu 5,8 Jahren an den universit\u00e4ren Hochschulen) ist ein Effizienzvorteil eines Fachhochschulstudiums: Fachhochschul-Neuabsolventen und -absolventinnen erzielen im Durchschnitt ein leicht h\u00f6heres Bruttojahreseinkommen als Neuabsolventen und -absolventinnen der universit\u00e4ren Hochschulen. Untersuchungen deuten darauf hin, dass ihr Lebenseinkommen im Durchschnitt nicht signifikant geringer ausf\u00e4llt als jenes der Absolventen einer universit\u00e4ren Ausbildung. Sie erreichen ihren H\u00f6chstlohn aber in deutlich k\u00fcrzerer Zeit. Da gegen\u00fcber den alten Studienreglementen f\u00fcr das Diplomstudium die neuen Bachelorstudieng\u00e4nge im Schnitt eine Verk\u00fcrzung der Studiendauer vorsehen, kann eine leicht verk\u00fcrzte Studiendauer an den Fachhochschulen erwartet werden. Gleichzeitig muss dem Aspekt Sorge getragen werden, dass die Bologna-Reform nicht zu einer Nivellierung der Unterschiede zwischen universit\u00e4rem und Fachhochschulabschluss f\u00fchrt und die relativen Vorteile der Fachhochschulausbildung in Bezug auf die mit ihr erzielbare Bildungsrendite nicht verringert werden.\u00a0Im Sinne des erweiterten Leistungsauftrages und der St\u00e4rkung von Forschung und Entwicklung (F&amp;E) an den Fachhochschulen w\u00e4re es denkbar gewesen, dass die Fachhochschulen ihren wissenschaftlichen Mittelbau st\u00e4rken. Tats\u00e4chlich ist deren Besch\u00e4ftigungszuwachs im Vergleich mit dem Zuwachs bei den Professorinnen und Professoren sowie den \u00fcbrigen Dozierenden aber unterdurchschnittlich, womit sich ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft in Vollzeit\u00e4quivalenten (VZ\u00c4) nicht erh\u00f6ht, sondern gar verringert hat (von 18,5% 2004 auf 16,7% 2005; universit\u00e4re Hochschulen: 48%). Inwieweit dieses Ungleichgewicht hinsichtlich der notwendigen St\u00e4rkung von F&amp;E durch die Zunahme anderer Personalkategorien wie jener der \u00ab\u00fcbrigen Dozierenden\u00bb kompensiert wird, ist nicht eindeutig bestimmbar und von Fachhochschule zu Fachhochschule auch unterschiedlich. Untersuchungen belegen die Fortschritte beim Aufbau der F&amp;E-Kompetenzen an den Fachhochschulen. Bemerkenswert hohe F&amp;E-Anteile an den Betriebsausgaben weisen die Fachbereiche \u00abArchitektur, Bau und Planung\u00bb, \u00abDesign\u00bb und \u00abSoziale Arbeit\u00bb auf. Gleichzeitig zeigen Evaluationen aber, dass die Forschungseinheiten noch stark fragmentiert sind, Forschungskompetenzen noch auf einen vergleichsweise kleinen Teil der Dozierenden konzentriert bleiben und damit in vielen F\u00e4llen die notwendige kritische Masse an Personalressourcen nicht erreicht wird. Es herrscht immer noch ein Mangel an Karrierewegen und Lehrm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Forschungsassistierende, verbunden mit Kosten- und Sal\u00e4rproblemen sowie mangelnder Stabilit\u00e4t in der personellen Besetzung.&#13;<\/p>\n<h3>ETH-Bereich &#8211; viel versprechende Resultate<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBei den ETH stehen gem\u00e4ss Leistungsauftrag w\u00e4hrend der Beitragsperiode 2004-2007 u.a. die Wahrnehmung einer f\u00fchrenden Rolle in der Forschung auf international kompetitivem Niveau, Bem\u00fchungen um das Anwerben der besten Forschenden, die St\u00e4rkung des Mittelbaus sowie die Erh\u00f6hung von Drittmitteln im Zentrum. Erste Resultate sind viel versprechend: Die im Wettbewerb eingeworbenen Forschungsgelder konnten tats\u00e4chlich von 283 Mio. (2003) auf 295 Mio. Franken (2005) weiter erh\u00f6ht werden. Bem\u00fchungen zur Steigerung der Attraktivit\u00e4t der Arbeitsbedingungen wurden unternommen, insbesondere die Einf\u00fchrung eines neuen, leistungsorientierten Lohnsystems per 1. Januar 2006, das eine Flexibilisierung der Anstellungs- und Gehaltsbedingungen im ETH-Bereich mit sich bringt. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Einf\u00fchrung von Graduiertenprogrammen, um die Attraktivit\u00e4t der Arbeitsbedingungen insbesondere bei Nachwuchsforschenden zu erh\u00f6hen. Denn wie an den Fachhochschulen ist der Mittelbau an den universit\u00e4ren Hochschulen mit vielfachen Problemen konfrontiert. Bei den Graduiertenprogrammen ist nun im Vergleich zu den bisherigen Doktoraten nicht mehr ein einzelner Doktorvater oder eine einzelne Doktormutter f\u00fcr Anstellung und Betreuung der Doktorierenden zust\u00e4ndig, sondern ein Ausschuss. Dies b\u00fcrgt f\u00fcr eine breiter abgest\u00fctzte und objektivere Beurteilung und Betreuung der Doktorierenden und ihrer Projekte, aber auch f\u00fcr eine st\u00e4rkere Qualit\u00e4tskontrolle des Doktorats. Internationale Rankings und bibliometrische Untersuchungen zeigen des Weiteren, dass die beiden ETH ihre Spitzenposition in der Forschung im weltweiten Vergleich halten k\u00f6nnen und zu den besten europ\u00e4ischen Hochschulen z\u00e4hlen.&#13;<\/p>\n<h3>Kantonale Universit\u00e4ten &#8211; leichte Entspannung der Betreuungssituation<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBez\u00fcglich der kantonalen Universit\u00e4ten setzt die BFT-Botschaft 2004-2007 im Wesentlichen folgende strategischen Ziele: Die Verbesserung der ungen\u00fcgenden Betreuungsverh\u00e4ltnisse in den Fachbereichen, die am st\u00e4rksten von der grossen Zunahme der Studierendenzahlen in den vergangenen Jahren betroffen sind (Geistes- und Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Recht), die Weiterf\u00fchrung der Bologna-Reform sowie die F\u00f6rderung der Chancengleichheit von Frau und Mann in Lehre und Forschung. \u00a0Die Betreuungsverh\u00e4ltnisse an den kantonalen Universit\u00e4ten konnten gegen\u00fcber dem Jahr 2003 leicht verbessert werden: Bei den Geistes- und Sozialwissenschaften von 64 auf 59 Immatrikulierte pro Professur und in den Wirtschaftswissenschaften von 63 auf 60. Der Fachbereich Recht dagegen verzeichnet nach wie vor ein (zu) hohes Verh\u00e4ltnis von 72 Immatrikulierten pro Professur. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass mit den reservierten Mitteln anstelle von Professuren haupts\u00e4chlich Mittelbaustellen geschaffen worden sind. Ob und wie Nachwuchsforschende noch vermehrt die Betreuung von Studierenden \u00fcbernehmen k\u00f6nnen und sollen, bleibt zu kl\u00e4ren.\u00a0Erfolgreicher sieht es bei der Umsetzung der Bologna-Deklaration aus, die per 2010 abgeschlossen sein soll. Im Wintersemester 2005\/06 gab es an den Universit\u00e4ten St. Gallen und Luzern bereits so gut wie keine Studierenden in Lizenziats- und Diplomstudieng\u00e4ngen mehr; an den \u00fcbrigen Universit\u00e4ten lag der Anteil der Bachelor- und Masterstudierenden zwischen 40% und 70%. Eine Ausnahme bildete dabei die Universit\u00e4t Z\u00fcrich, an der mehrere Fakult\u00e4ten ihre Studieng\u00e4nge erst im Wintersemester 2006\/07 auf das neue System umgestellt haben.\u00a0Auch das Bundesprogramm \u00abChancengleichheit an Universit\u00e4ten\u00bb kann insofern als Erfolg bezeichnet werden, als das Ziel, den Frauenanteil in der Professorenschaft von 7% (1998) auf 14% zu erh\u00f6hen, mittlerweile erreicht worden ist. Das t\u00e4uscht aber nicht dar\u00fcber hinweg, dass Frauen in Lehre und Forschung in allen Fachbereichen nach wie vor stark untervertreten sind.&#13;<\/p>\n<h3>Schweizerischer Nationalfonds &#8211; NFS erf\u00fcllen Erwartungen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nZu den wichtigsten Zielen innerhalb der Leistungsvereinbarung 2004-2007 zwischen Bund und Schweizerischem Nationalfonds (SNF) z\u00e4hlt jenes der Erhaltung und der nachhaltigen St\u00e4rkung der Position der Schweiz in strategisch wichtigen Forschungsbereichen, dies insbesondere durch das Instrument der Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS). Gem\u00e4ss den 2002 durchgef\u00fchrten Evaluationen des SNF wird dieses neue Instrument allen Erwartungen gerecht.\u00a0Dank der Auswahl von sechs NFS im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften im Jahr 2005 und die Weiterf\u00fchrung der laufenden 14 NFS konnte die anvisierte Gesamtzahl von 20 Schwerpunkten erreicht werden. Dass die NFS eine Wirkung auf die Strukturen der Hochschul- und Forschungslandschaft Schweiz haben, zeigt sich beispielsweise anhand der Tatsache, dass 18 bereits vorhandene Lehrst\u00fchle bei ihrer Neubesetzung entsprechend den Bed\u00fcrfnissen der NFS neu ausgerichtet und im Zuge der ersten vierzehn NFS 86 neue Lehrst\u00fchle geschaffen wurden. Dar\u00fcber hinaus tr\u00e4gt das Instrument zur Entwicklung neuer Formen der Zusammenarbeit zwischen dem \u00f6ffentlichen und dem privaten Bereich bei, was sich nicht zuletzt auch anhand des bedeutenden Anteils der Drittmittel am Total des NFS-Budgets zeigen l\u00e4sst (siehe Grafik 2). Schliesslich haben die 14 NFS w\u00e4hrend der Laufzeit von 45 Monaten gut 7600 wissenschaftliche Publikationen und \u00fcber 6700 Beitr\u00e4ge an Kongressen und Messen hervorgebracht sowie gut 120 Patente, 17 Lizenzen und 18 Unternehmensgr\u00fcndungen generiert. Dieser Output kann in der Tat als besonderer Erfolg &#8211; namentlich im Vergleich mit den fr\u00fcheren Schwerpunktprogrammen &#8211; bezeichnet werden.&#13;<\/p>\n<h2>Wie geht es weiter?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNach der Publikation des Zwischenberichts ist f\u00fcr 2008 ein Bericht \u00fcber die Botschaftsperiode 2004-2007 vorgesehen, der die Gesamtwirkung der Botschaft beurteilt. Dieser Bericht wird wie der vorliegende Zwischenbericht mit einem Minimum an Ressourcen und Kapazit\u00e4ten erste Analysen und Beurteilungen der neuen Botschaftsziele 2008-2011 auf der Basis der bisherigen Controllingergebnisse erlauben. Damit will das Controlling seinem Anspruch gerecht werden, nicht nur Rechenschaft abzulegen, sondern auch die laufenden Entwicklungen zu begleiten und den Entscheidungstr\u00e4gern hilfreiche Informationen bei der Umsetzung der beschlossenen Massnahmen zur Verf\u00fcgung zu stellen. F\u00fcr 2007 sind \u00fcberdies eine Evaluation der Methodik und eine Reflexion der Ergebnisse des strategischen Controllings durch externe Experten geplant.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abEntwicklung der Studierendenzahlen und Konzentrationsprozesse an den Fachhochschulen,1998-2005\/2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abMittel f\u00fcr die laufenden 14 NFS nach Herkunft (erste vier Betriebsjahre, in Mio. Fr.)\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abIdentifizierte und bearbeitete Botschaftsziele\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Karrierem\u00f6glichkeiten f\u00fcr Frauen in spezifischen Berufen<\/b>&#13;<br \/>\nNach wie vor werden technik- und naturwissenschaftlich orientierte Berufe \u00fcberwiegend von M\u00e4nnern und gesundheits-, sozialdienstorientierte sowie kaufm\u00e4nnische Berufen \u00fcberwiegend von Frauen gew\u00e4hlt. Frauen wechseln \u00fcberdies im Vergleich zu M\u00e4nnern signifikant h\u00e4ufiger nicht direkt von der obligatorischen Schule in die Berufsbildung, sondern absolvieren eine die Bildungsrendite tendenziell schm\u00e4lernde \u00abZwischenl\u00f6sung\u00bb. Das auf vielf\u00e4ltigen Gr\u00fcnden beruhende Rollenverst\u00e4ndnis ist aus Sicht der geschlechtlichen Gleichstellung weniger problematisch, sofern im Vergleich zu den klassischen M\u00e4nnerberufen in frauendominierten Berufen die Aussichten auf gleich hohe oder h\u00f6here Bildungsrenditen und Karrierem\u00f6glichkeiten gegeben sind. Deshalb ist die Integration frauendominierter Berufe im Gesundheits- und Sozialbereich auf das Terti\u00e4rniveau innerhalb (Fachhochschulen) und ausserhalb der Hochschulen (Terti\u00e4r B-Stufe) und damit die M\u00f6glichkeit einer auf Berufsmaturit\u00e4ten aufbauenden H\u00f6herqualifizierung f\u00fcr Frauen ein wichtiger Reformschritt. Gleichzeitig muss f\u00fcr die richtigen Rahmenbedingungen und Anreize gesorgt werden, damit Frauen in Berufe mit h\u00f6heren Renditeaussichten wechseln wollen und k\u00f6nnen. Die entscheidende Frage wird sein, inwieweit diese Qualifikationen tats\u00e4chlich vom Arbeitsmarkt honoriert werden. Hierzu k\u00f6nnen mangels Daten noch keine schl\u00fcssigen Aussagen getroffen werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 2: Quellen<\/b>&#13;<br \/>\nDer SC-BFT Zwischenbericht ist als Fact Sheet und in der Langfassung auf deutsch, franz\u00f6sisch und italienisch abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.bbt.admin.ch\">www.bbt.admin.ch<\/a> , Rubriken \u00abThemen\u00bb, \u00abBFT 2004-2007\u00bb, \u00abStrategisches Controlling BFT 2004-2007\u00bb, oder unter <a href=\"http:\/\/www.sbf.admin.ch\/controlling-d.htm\">www.sbf.admin.ch\/controlling-d.htm<\/a> .Botschaftstext 2004-2007 unter <a href=\"http:\/\/www.bbt.admin.ch\/bbt\/bft\/index.html\">www.bbt.admin.ch\/bbt\/bft\/index.html<\/a> .Botschaftstext 2008-2011 unter <a href=\"http:\/\/www.sbf.admin.ch\/bfi2008\/index.html\">www.sbf.admin.ch\/bfi2008\/index.html<\/a> .<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Parlament wird in diesem Jahr \u00fcber die bundesstaatlichen Mittel f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation 2008-2011 entschieden. 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