{"id":124093,"date":"2007-05-01T12:00:00","date_gmt":"2007-05-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/05\/gentinetta-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:44:55","modified_gmt":"2023-08-23T21:44:55","slug":"gentinetta-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/05\/gentinetta-5\/","title":{"rendered":"Schweiz f\u00fcr Postmarkt\u00f6ffnung bereits gut ger\u00fcstet"},"content":{"rendered":"<p>Die Wirtschaft ist f\u00fcr eine rasche und vollst\u00e4ndige Postmarkt\u00f6ffnung, weil sie im klaren Interesse der Kunden liegt. Im Gegensatz zur weit verbreiteten, jedoch unbegr\u00fcndeten Ansicht, der Universaldienst stelle nur eine finanzielle Last dar, erweist sich der Betrieb eines fl\u00e4chendeckenden Universaldienstes schon heute als ein sehr lukratives Gesch\u00e4ft. Die Schweizerische Post erzielte im Jahre 2006 einen Konzerngewinn von \u00fcber 800 Mio. Franken. Damit schreibt sie zum neunten Mal in Folge schwarze Zahlen. Im Interesse einer unparteiischen Weiterentwicklung der Postmarktordnung ist das Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr und Energie (UVEK) nun gefordert, endlich Transparenz zu schaffen und die Auswirkungen der kompletten Markt\u00f6ffnung auf die Finanzierung des Universaldienstes durch eine unabh\u00e4ngige, fachlich anerkannte Stelle pr\u00fcfen zu lassen. Ohne Kenntnis dieser Fakten beruht jede Neuordnung auf verzerrten Grundlagen.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200705_12_Gentinetta_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"357\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer wirtschaftliche Erfolg der Schweizerischen Post ist nicht nur den vereinzelten Restrukturierungsbem\u00fchungen der Konzernleitung zu verdanken, sondern stammt zu einem nicht unwesentlichen Teil aus der sehr ergiebigen Monopolrente. Es ist damit zu rechnen, dass der Postregulator auch dieses Jahr eine deutliche \u00dcberfinanzierung des Universaldienstes der Post ausweisen wird. Jahr f\u00fcr Jahr tragen die Kunden die Kosten des fehlenden Wettbewerbs.\u00a0Es ist ein mikro\u00f6konomisches Gesetz, dass ein Monopolist wie die Schweizerische Post \u00fcber Marktanteilverluste bei einer Markt\u00f6ffnung klagt. Angesichts der \u00fcberaus komfortablen Ertragsausgangslage des Universaldienstes ist diese Optik allerdings einseitig und f\u00fcr die Ausrichtung der k\u00fcnftigen Postmarktpolitik ungeeignet. Insbesondere werden die betriebswirtschaftlichen Vorteile und Nutzen der aktuellen marktbeherrschenden Position ausgeblendet. F\u00fcr potenzielle Konkurrenten stellt die vorhandene ausgebaute Infrastruktur &#8211; mit ihren zahlreichen Verbundeffekten &#8211; eine nicht zu untersch\u00e4tzende Markteintrittsbarriere dar. \u00a0Die Schl\u00fcsse einer vor einem Jahr ver\u00f6ffentlichten Studie von Economiesuisse bleiben unwidersprochen: Der Universaldienst ist und bleibt bei einer Markt\u00f6ffnung weiterhin finanziell solid sichergestellt. Selbst eine von der Schweizerischen Post in Auftrag gegebene Studie von PricewaterhouseCoopers kommt zum Schluss, dass die Schweiz im europ\u00e4ischen Vergleich auf eine vollst\u00e4ndige Postmarkt\u00f6ffnung insgesamt \u00fcberdurchschnittlich bereit ist. Dieser Befund bringt neue Argumente f\u00fcr eine rasche Postmarkt\u00f6ffnung in der Schweiz. Die PWC-Studie zeigt insbesondere auf, dass der Schweizer Postmarkt punkto Marktattraktivit\u00e4t besonders dank hohen Mengen an Sendung per Einwohner einsam an der Spitze der europ\u00e4ischen L\u00e4nder steht. Zudem wird der schweizerische Universaldienstanbieter, das Unternehmen \u00abSchweizerische Post\u00bb, f\u00fcr eine komplette Markt\u00f6ffnung organisatorisch als \u00fcberdurchschnittlich ger\u00fcstet eingestuft. Noch besser sind diesbez\u00fcglich die entsprechenden Postunternehmen in Holland, Deutschland, \u00d6sterreich, Luxemburg und in den nordischen L\u00e4ndern. Beim Kriterium \u00abUniversaldienstverpflichtungen\u00bb steht die Schweiz eher im Mittelfeld, w\u00e4hrend beim regulatorischen Ger\u00fcst f\u00fcr unser Land ein klarer R\u00fcckstand gegen\u00fcber den \u00fcbrigen L\u00e4ndern ausgewiesen wird.&#13;<\/p>\n<p class=\"author-desc c1\">Dr. Pascal Gentinetta<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wirtschaft ist f\u00fcr eine rasche und vollst\u00e4ndige Postmarkt\u00f6ffnung, weil sie im klaren Interesse der Kunden liegt. 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