{"id":124118,"date":"2007-05-01T12:00:00","date_gmt":"2007-05-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/05\/mueller-28\/"},"modified":"2023-08-23T23:44:53","modified_gmt":"2023-08-23T21:44:53","slug":"mueller-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/05\/mueller-27\/","title":{"rendered":"Postmarkt: Abbau der Monopol-\u00dcberreste dr\u00e4ngt sich auf"},"content":{"rendered":"<p>Die bisher vollzogenen Schritte zur Liberalisierung des Postmarktes in der Schweiz sind ungen\u00fcgend und bleiben teilweise weit hinter den Entwicklungen in Europa zur\u00fcck. Trotzdem haben die zaghaften bei den Paketen erfolgten Liberalisierungsschritte die Erwartungen von Kunden und Markt zu einem grossen Teil erf\u00fcllt: Flexiblere Angebote decken die Kundenbed\u00fcrfnisse besser ab, die Abl\u00e4ufe sind einfacher und die Dienstleistungen effizienter geworden &#8211; und das alles zu einem besseren Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis. Weder eine spezielle Unterstellung von Postdienstleistern unter den Post-GAV, noch eine langfristige Aufrechterhaltung des Postmonopols sind angebracht. Da die Teilnehmer am Kurier-, Express- und Paketmarkt gleich von zwei Beh\u00f6rden (Preis\u00fcberwacher und Postregulator) \u00fcberwacht werden, ist gen\u00fcgend Sicherheit gew\u00e4hrleistet, damit der Abbau solcher Monopol-\u00dcberreste gesetzeskonform verl\u00e4uft.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs ist an sich unbestritten, dass eine Liberalisierung im Interesse der Kunden ist und dass der Markt bei entsprechenden Rahmenbedingungen dynamischer wird sowie innovativere Dienstleistungen hervorbringt. Bestes Beispiel daf\u00fcr ist die 2004 erfolgte Liberalisierung der Paketpost. Sie hat den Kunden neue Produkte und Dienstleistungen wie Abholdienst, Sendungsverfolgung oder individuelle und flexible Zustellformen gebracht. Sowohl die Aufgabem\u00f6glichkeit von internationalen Express-Sendungen f\u00fcr Private an Bahnh\u00f6fen wie auch der Import mit Kurierdiensten wie DHL, die im Gegensatz zur Post die weltweite Kontrolle \u00fcber Abholung, Transport und Verzollung aus einer Hand erm\u00f6glichen, w\u00fcrden ohne Wettbewerb auch heute noch nicht existieren.&#13;<\/p>\n<h2>Von der Liberalisierung profitieren alle<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDabei profitieren die Kunden von einem deutlich besseren Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis. Um gegen die Post bestehen zu k\u00f6nnen, mussten die privaten Postdienstleister in erster Linie effizientere Dienstleistungen anbieten. Das bedeutet automatisch optimierte Fahrten, k\u00fcrzere Umschlagszeiten, weniger Papierl\u00f6sungen und &#8211; als Folge davon &#8211; eine umweltschonendere Produktion. DHL Express Schweiz verfolgt seit Jahren ein umweltfreundliches Transportkonzept und baut beispielsweise ihre Fahrzeugflotte von Biogas-Transportern in diesem Jahr auf 20 aus. DHL Schweiz ist als einziger Express- und Logistikanbieter in der Schweiz nach der Umweltnorm ISO 14001 zertifiziert.\u00a0Nicht nur Umwelt und Kunden, auch die Schweizer Volkswirtschaft als Ganzes hat von der Liberalisierung des Postmarktes profitiert: Laut einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts f\u00fcr Infrastruktur- und Kommunikationsdienste (WIK) haben die privaten Postdienstleister seit April 2004 mehr als 3000 neue Stellen geschaffen. F\u00fcr die Arbeitnehmenden heisst das: neue, moderne Logistikberufe, die Freiheit, unter mehreren Arbeitgebern w\u00e4hlen zu k\u00f6nnen, eine Erh\u00f6hung des eigenen \u00abMarktwertes\u00bb sowie mehr Entwicklungsm\u00f6glichkeiten vor allem auch auf internationaler Ebene. Der offene Markt schafft aber auch neue Lehrstellen. So bildet DHL Schweiz derzeit j\u00e4hrlich 80 Lehrlinge in verschiedenen Berufen aus und bietet eine fundierte Aus- und Weiterbildung an.\u00a0Tats\u00e4chlich hat sich keine der Bef\u00fcrchtungen der Liberalisierungs-Gegner bewahrheitet: Weder kam es zu Lohndumping (DHL Schweiz bezahlt h\u00f6here als die branchen\u00fcblichen Mindestl\u00f6hne), noch gef\u00e4hrden die privaten Paketdienste den Service Public, also die fl\u00e4chendeckende schweizweite Versorgung mit Paketdienstleistungen. Das Gegenteil ist der Fall: Die privaten Logistikunternehmen wie DHL bieten ihre Leistungen schweizweit zu einheitlichen, attraktiven und transparenten Bedingungen an. Die Postleistungen sind f\u00fcr Firmenwie auch f\u00fcr Privatkunden attraktiver geworden und haben so die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Standortes Schweiz gest\u00e4rkt.&#13;<\/p>\n<h2>Private sind nach wie vor benachteiligt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nTrotz der Liberalisierung des Paketpostmarktes stehen nicht allen Postdienstleistern gleich lange Spiesse zur Verf\u00fcgung. So gilt etwa das Nacht- und Sonntagsfahrverbot f\u00fcr Private, nicht aber f\u00fcr die Post. Pakete der privaten Kurier- und Paketfirmen werden also zwangsl\u00e4ufig sp\u00e4ter ausgeliefert. Auch bei der Postverzollung (f\u00fcr postalische Pakete gelten g\u00fcnstigere Sonderbestimmungen) oder bei der Strassenverkehrssteuer (nur f\u00fcr die Post zu einem reduzierten Tarif) wird der Wettbewerb verzerrt. Zudem ist jeder private Anbieter konzessionspflichtig &#8211; nicht aber die privaten Tochtergesellschaften der Post. Zur Beseitigung dieser eklatanten Ungleichbehandlungen ist dringender Handlungsbedarf angesagt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die bisher vollzogenen Schritte zur Liberalisierung des Postmarktes in der Schweiz sind ungen\u00fcgend und bleiben teilweise weit hinter den Entwicklungen in Europa zur\u00fcck. 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