{"id":124138,"date":"2007-05-01T12:00:00","date_gmt":"2007-05-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/05\/stocker-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:45:05","modified_gmt":"2023-08-23T21:45:05","slug":"stocker-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/05\/stocker-5\/","title":{"rendered":"Die Schweizer Konsumg\u00fcterindustrie in Zeiten zunehmender Globalisierung"},"content":{"rendered":"<p>Das Schweizer Gewerbe von konsumnahen G\u00fctern musste sich in den vergangenen Jahren vermehrt der internationalen Konkurrenz auf den freien M\u00e4rkten stellen. Staatliche Marktst\u00fctzen in Form von Subventionen oder Exportf\u00f6rderung wurden stetig abgebaut. Gleichzeitig wurden die Z\u00f6lle auf importierten Produkten im Zuge der Marktliberalisierung deutlich reduziert. Der stark zunehmende Druck ausl\u00e4ndischer Konkurrenten &#8211; vor allem auch aus Billiglohnl\u00e4ndern &#8211; f\u00fchrte zu einer erheblichen Anpassung der Branchenstrukturen und einer konsequenten Ausrichtung der exportorientierten Unternehmen auf hochqualitative Produkte. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200705_17_Stocker_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"241\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Lebens- und Genussmittelindustrie sowie das Textil- und Bekleidungsgewerbe verloren beide in den vergangenen Jahren in einer von Dienstleistungsbranchen und Investitionsg\u00fcterindustrien dominierten Schweizer Volkswirtschaft zusehends an Bedeutung. Diese nat\u00fcrliche, von Nachfrage und Standortentscheiden verursachte Strukturanpassung zeigte sich in der Textil- und Bekleidungsbranche deutlich ausgepr\u00e4gter als im Nahrungs- und Genussmittelsektor. Die Nahrungs- und Genussmittelbranche steuerte 1980 rund 2,3% zur nationalen Wertsch\u00f6pfung bei. Bis zum Jahr 2005 sank der Anteil auf knapp unter 2,0%. Das durchschnittliche Wachstum der realen Bruttowertsch\u00f6pfung betrug in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie zwischen 1980 und 2005 rund 0,9% pro Jahr (Gesamtwirtschaft: 1,5%). Erheblich mehr an Bedeutung b\u00fcsste das Textil- und Bekleidungsgewerbe ein. Der Wertsch\u00f6pfungsanteil reduzierte sich zwischen 1980 und 2005 von 1,3% auf 0,3%. Der gesamte Zeitraum war gepr\u00e4gt von einer kontinuierlichen Abnahme der realen Wertsch\u00f6pfung von 4,2% im Jahresdurchschnitt. Keine andere Branche innerhalb der Schweizer Volkswirtschaft erlebte in den letzten 25 Jahren einen vergleichbaren Produktionsr\u00fcckgang.\u00a0Ein \u00e4hnliches Bild ergibt sich bei der Erwerbst\u00e4tigkeit. In der Textil- und Bekleidungsbranche reduzierte sich die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen um durchschnittlich 5,6% pro Jahr. 1980 waren noch rund 72000 Menschen in diesem Produktionszweig t\u00e4tig; heute sind es lediglich etwas mehr als 16700. Der Anteil der Erwerbst\u00e4tigen an der Gesamterwerbszahl reduzierte sich von 2,2% auf 0,4%. In der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sank der Erwerbst\u00e4tigenanteil von 2,0% auf 1,5% innerhalb der letzten 25 Jahre, was einem durchschnittlichen R\u00fcckgang von 0,3% pro Jahr entspricht. Im Jahr 2005 waren knapp 62700 Personen in der Lebens- und Genussmittelindustrie besch\u00e4ftigt (1980: ca. 67000).&#13;<\/p>\n<h2>Textil- und Bekleidungssektor: Historisch gewachsene regionale Verteilung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie ist in der Ostschweiz (SG, AR, AI, TG, GL, SH) und im Tessin \u00fcberproportional vertreten. Seit Anbeginn der Industrialisierung war die Ostschweiz das eigentliche schweizerische Ballungszentrum der Textilproduktion (Webereien, Textilveredelung, Herstellung von konfektionierten Textilwaren), was sich auch in der heutigen regionalen Verteilung noch widerspiegelt. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden leistet der Textil- und Bekleidungssektor mit 7,2% im Jahr 2005 einen beachtlichen Teil zur kantonalen Gesamtwertsch\u00f6pfung. In den Kantonen Appenzell Innerrhoden (3,3%) und Glarus (2,0%) besitzt die Branche im schweizerischen Vergleich einen \u00fcberdurchschnittlichen Stellenwert. Im Kanton Tessin spielt vor allem die Bekleidungsindustrie eine zentrale Rolle. Rund 90% der Besch\u00e4ftigten in der Tessiner Textil- und Bekleidungsbranche arbeiten in der Herstellung von Bekleidung.\u00a0Eine vergleichbare regionale Konzentration l\u00e4sst sich in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie nicht beobachten. Fast 40% der nationalen Branchenwertsch\u00f6pfung werden in den Mittellandkantonen Z\u00fcrich, Bern und Aargau generiert; daneben haben insbesondere in den Kantonen St. Gallen, Waadt und Luzern namhafte Unternehmen ihren Sitz. Aus Logistik- und Verteilungsgr\u00fcnden befinden sich keine gr\u00f6sseren Produktionsst\u00e4tten der Nahrungs- und Genussmittelindustrie in den Alpen- und Jurakantonen.&#13;<\/p>\n<h2>Stagnierende Inlandsnachfrage und zunehmender Preisdruck<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Nahrungs- und Genussmittelindustrie setzt ihre Produkte vorwiegend \u00fcber den Gross- und Detailhandel ab. Als weitere Abnehmer fungieren Restaurants und Hotels. F\u00fcr die Hersteller von Bekleidung \u00fcbernimmt der Gross- und Detailhandel ebenfalls eine zentrale Funktion zwischen den Produzenten und den Konsumenten. Die Schweizer M\u00e4rkte f\u00fcr Nahrungs- und Genussmittel sowie f\u00fcr Bekleidung zeigten sich in den letzten Jahren ges\u00e4ttigt. W\u00e4hrend sich der gesamte private Konsum zwischen 1980 bis 2005 um durchschnittlich 1,4% pro Jahr erh\u00f6hte, nahmen die Konsumausgaben f\u00fcr Nahrungs- und Genussmittel um lediglich 0,5% pro Jahr zu. F\u00fcr Bekleidung und Schuhe gaben die Schweizer im Jahr 2005 sogar weniger Geld aus als noch im Jahr 1980.\u00a0Neben der stagnierenden Nachfrage dr\u00fcckte vor allem auch der gestiegene Preisdruck von Seiten der Produktabnehmer auf die Margen der Konsumg\u00fcterproduzenten. Der Eintritt ausl\u00e4ndischer Discounter in den Schweizer Markt versch\u00e4rfte die Situation der heimischen Lebensmittelproduzenten zus\u00e4tzlich. Gleichzeitig erh\u00f6hte sich die Nachfragemacht bei den Detailh\u00e4ndlern durch diverse Zusammenschl\u00fcsse und Aufk\u00e4ufe kleinerer Ladenketten durch die grossen Player. Obwohl der Schweizer Markt im Lebens- und Genussmittelbereich &#8211; vor allem bei landwirtschaftlichen Produkten &#8211; nach wie vor stark von ausl\u00e4ndischen Produkten abgeschottet wird, versuchten die Detailh\u00e4ndler je l\u00e4ngere je mehr, die g\u00fcnstigeren Produkte aus dem Ausland zu importieren. Durch eine effizientere Betriebsorganisation und ein straf-fes Kostenmanagement wurde versucht, die Preisanspr\u00fcche des Marktes zu erf\u00fcllen. \u00a0Dieser Prozess von immer tieferen Verkaufspreisen und erh\u00f6htem Wettbewerbsdruck f\u00fchrte schlussendlich vor allem im Textil- und Bekleidungssektor zu vielen Betriebsschliessungen. Wie aus den Betriebsz\u00e4hlungsdaten des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS) hervorgeht, schlossen in der Textil- und Bekleidungsbranche zwischen 1995 und 2005 rund 800 Unternehmen ihre Tore. Dies bedeutet eine Abnahme von 36% gegen\u00fcber dem Stand von 1995. Im Zuge der Betriebsschliessungen ging innert zehn Jahren jeder zweite Arbeitsplatz in der Branche verloren. \u00a0In der Nahrungs- und Genussmittelindustrie resultierte zwischen 1995 und 2005 ebenfalls ein deutlicher R\u00fcckgang bei den Arbeitsst\u00e4tten von 22,4%. Im Gegensatz zur Textil- und Bekleidungsbranche kam es aber vermehrt zu Unternehmenszusammenschl\u00fcssen oder -\u00fcbernahmen, welche oft keinen erheblichen Personalabbau verursachten. Zwar ist eine Abnahme bei den Besch\u00e4ftigten zu beobachten, die aber im Vergleich zur Textil- und Bekleidungsbranche mit -4,7% zwischen 1995 und 2005 relativ bescheiden ausf\u00e4llt.&#13;<\/p>\n<h2>Produktionsverlagerung in Billiglohnl\u00e4nder&#8230;<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Textil- und Bekleidungsbranche schritt die Auslagerung der Produktion in asiatische und sp\u00e4ter auch in osteurop\u00e4ische L\u00e4nder schon seit Anfang der Neunzigerjahre z\u00fcgig voran. Vor allem in der Massenproduktion von g\u00fcnstigen Produkten ist der Standort Schweiz mit seiner Kostenstruktur keine Alternative mehr. Die im 21. Jahrhundert in der Schweiz verbliebenen Manufakturen suchen ihr Gl\u00fcck auf den internationalen M\u00e4rkten mit einer konsequenten Qualit\u00e4tsstrategie ihrer Produkte. Durch immer neue Innovationen und hochstehendes Design im Textil- und Bekleidungsbereich werden weltweit Abnehmer der Schweizer Spezialprodukte gefunden. Die Exporte der Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie (2006: 4,48 Mrd. Fr.) gingen in den letzten 15 Jahren wertm\u00e4ssig zwar um 10% zur\u00fcck, werden aber heute von deutlich weniger Unternehmen geleistet. Dies zeigt die starke Exportorientierung der noch vorhandenen Produzenten.&#13;<\/p>\n<h2>&#8230;und Export von \u00abSwiss Quality\u00bb<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch f\u00fcr die Nahrungs- und Genussmittelindustrie gewinnen die ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkte immer mehr an Bedeutung. Die voranschreitende, beidseitige \u00d6ffnung der M\u00e4rkte zwischen der Schweiz und der Europ\u00e4ischen Union bringt neue M\u00f6glichkeiten. Zwischen 2002 und 2006 erh\u00f6hten sich die Exporte um durchschnittlich 7,8% pro Jahr (Gesamtexporte: 5,9%). Wie bei den Produzenten im Textil- und Bekleidungsgewerbe werden die ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkte mit relativ teueren, aber hochqualitativen Produkten bedient. Dabei nutzen die Schweizer Nahrungsmittelproduzenten h\u00f6chst erfolgreich das Label \u00abSwiss Quality\u00bb f\u00fcr Marketingzwecke. Folglich k\u00f6nnen h\u00f6here Verkaufspreise durchgesetzt werden, die vom Konsumenten auch goutiert werden. Die Strategie der Premium-Produkte ist f\u00fcr die Schweizer Produzenten in vielen Nahrungsmittelsegmenten (K\u00e4se, Jogurt, Schokolade usw.) zu einer lukrativen Nische auf den Weltm\u00e4rkten geworden. In den letzten Jahren zeichnet sich auch ein neuer Trend bei den mittelgrossen Schweizer Nahrungsmittelproduzenten ab. Die Produktion wird n\u00e4her zum Kunden gebracht, indem Produktions- und Vertriebsstrukturen im Ausland aufgebaut resp. Kooperationen mit ausl\u00e4ndischen Produzenten eingegangen werden. Im Gegensatz zur Textil- und Bekleidungsbranche wird aber weiterhin auch im Inland produziert. Eine komplette Produktionsauslagerung in andere L\u00e4nder ist im Nahrungs- und Genussmittelbereich auch wegen der oben genannten \u00abSwissness\u00bb-Strategie nicht absehbar. \u00a0F\u00fcr die Schweizer Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist die Europ\u00e4ische Union (EU) der zentrale Absatzmarkt. 70% der wertm\u00e4ssigen (in Franken) Ausfuhren wurden im Jahr 2006 in die EU25 geliefert. Innerhalb der EU waren Deutschland (Anteil: 19%), Frankreich (11%) und das Vereinigte K\u00f6nigreich (10%) die gr\u00f6ssten Abnehmerl\u00e4nder. In die USA wurden rund 6% der Gesamtexporte geliefert. Erst schwach vertreten waren die Schweizer Nahrungs- und Genussmittelhersteller auf den aufstrebenden M\u00e4rkten China (0,3%), Indien (0,1%) oder Brasilien (0,3%). Importe stammten 2006 vorwiegend aus Frankreich (18%), Italien (17%) und Deutschland (16%). \u00dcberseel\u00e4nder wie die USA (3%) oder Brasilien (3%) spielten nur eine untergeordnete Rolle bei den Herkunftsl\u00e4ndern. Bei der Art der exportierten Produkte nahmen die konsumfertigen Nahrungsmittel mit einem Exportanteil von 67% den Spitzenplatz ein. Lediglich 3% der Ausfuhren waren Ausgangsstoffe f\u00fcr die Nahrungsmittelindustrie. Demgegen\u00fcber betrafen 16% der Importe solche Rohstoffe. Ebenfalls grosses Gewicht bei den Einfuhren besassen die konsumfertigen Nahrungsmittel (61%) und Getr\u00e4nke (20%).\u00a0Das Textil- und Bekleidungsgewerbe lieferte 2006 rund 63% ihrer wertm\u00e4ssigen Exporte in die EU25, allen voran Deutschland (22%). Gefragt sind die Schweizer Textil- und Bekleidungsprodukte auch in den USA (11%) und Italien (10%). Textil- und Bekleidungsprodukte wurden haupts\u00e4chlich aus Deutschland (Importanteil: 31%), Italien (24%) und China (8%) importiert. Bez\u00fcglich der Handelsstruktur f\u00e4llt auf, dass sich die Textil- und die Bekleidungsprodukte bei den Exporten mit einem Anteil von je 50% die Waage hielten. Bei den Importen belief sich der Anteil der Bekleidungsst\u00fccke auf 71%.&#13;<\/p>\n<h2>Hohe Produktivit\u00e4t<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm auf den globalisierten M\u00e4rkten bestehen zu k\u00f6nnen, muss die Schweizer Konsumg\u00fcterindustrie ihre Produkte zu Weltmarktpreisen anbieten k\u00f6nnen. Die zurzeit unumg\u00e4nglichen Kostennachteile in der Produktion &#8211; vor allem bei den Vorleistungskosten wie Rohmaterialeinkauf, Energie, Mieten, Telekommunikation &#8211; m\u00fcssen durch eine h\u00f6here Produktivit\u00e4t wettgemacht werden. Ein Vergleich mit den wichtigen europ\u00e4ischen Konkurrenten und den USA zeigt auf, dass die Schweizer Nahrungs- und Genussmittelindustrie eine \u00fcberdurchschnittliche nominale Stundenproduktivit\u00e4t aufweisen kann. Ein Schweizer Arbeitnehmer erzielt im Jahr 2005 eine Wertsch\u00f6pfung von 84 Franken pro Stunde &#8211; fast das Doppelte des westeurop\u00e4ischen Durchschnitts. Eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die hohe Produktivit\u00e4t in der Schweiz ist die konsequente Ausrichtung der exportorientierten Unternehmen auf hochqualitative Produkte mit vergleichsweise hohen Preisen.\u00a0Der durchschnittliche j\u00e4hrliche Wachstumsbeitrag der Nahrungs- und Genussmittelindustrie liegt in der Schweiz zwischen 1980 und 2005 leicht unterhalb des westeurop\u00e4ischen Durchschnitts. Deutliche h\u00f6here Beitr\u00e4ge an das nationale Gesamtwachstum lieferte die Branche in Spanien, Finnland und im Nachbarland \u00d6sterreich. Im internationalen Vergleich zeigt sich aber, dass nur in Deutschland und Spanien der Anteil der Nahrungs- und Genussmittelindustrie am Bruttoinlandsprodukt noch gr\u00f6sser als in der Schweiz ausf\u00e4llt. Das langfristige reale Wachstum (1980-2005) der Schweizer Nahrungs- und Genussmittelindustrie liegt nur marginal unter dem durchschnittlichen Wachstum der wichtigsten westeurop\u00e4ischen L\u00e4nder. \u00a0Die Textil- und Bekleidungsbranche erzielte zwischen 1980 und 2005 nur in den USA und in Schweden ein positives reales Wertsch\u00f6pfungswachstum. In den anderen hier untersuchten L\u00e4ndern verlor die Branche wie in der Schweiz deutlich an Bedeutung. Die Auslagerung der Produktion in asiatische und &#8211; seit der EU-Osterweiterung &#8211; vermehrt in osteurop\u00e4ische L\u00e4nder zeigt sich auch in den anderen westeurop\u00e4ischen \u00abHochlohn-L\u00e4ndern\u00bb deutlich. Eine im internationalen Vergleich \u00fcberdurchschnittliche Bedeutung h\u00e4lt das Textil- und Branchengewerbe im \u00abModeland\u00bb Italien. Allerdings sank auch im s\u00fcdlichen Nachbarstaat die reale Wertsch\u00f6pfung im Durchschnitt um 0,7% pro Jahr.&#13;<\/p>\n<h2>Zukunft: Hightech im traditionellen Gewerbe?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit einigen traditionellen Produkten l\u00e4sst sich weder im Nahrungs- und Genussmittelbereich noch in der Textil- und Bekleidungsbranche grosses Wachstum erzielen. Die Zukunft der Nahrungs- und Genussmittelbranche wird mehr und mehr Lifestyle- und Gesundheitsprodukten sowie Convenience geh\u00f6ren, welche dem Konsumenten neben der reinen Nahrungsaufnahme einen (gesundheitlichen) Zusatznutzen bringen. So vertreiben bereits erste Nahrungsmittelhersteller innovative Produkte auf den M\u00e4rkten, welche beispielsweise leicht erh\u00f6hten Blutdruck oder den Cholesterinspiegel g\u00fcnstig beeinflussen. Den Trend in diese Richtung zeigt auch die verst\u00e4rkte Zusammenarbeit zwischen Nahrungsmittelherstellern und Pharmaindustrie (Stichwort Medical Nutrition). Um die Anforderungen des Marktes und die Bed\u00fcrfnisse der Konsumenten zu befriedigen, wird die Nahrungs- und Genussmittelindustrie l\u00e4ngerfristig das Bild eines traditionellen Gewerbes immer mehr verlieren und verst\u00e4rkt zu einer Branche heranwachsen, die der Forschung&amp;Entwicklung und der damit verbundenen Innovationskraft einen zentralen Stellenwert in der Unternehmensphilosophie einr\u00e4umt.\u00a0\u00c4hnliches gilt auch f\u00fcr die Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie. Nur mit innovativen und neuartigen Hightech-Textilien kann sie auf den globalisierten M\u00e4rkten bestehen. Hierbei wird vor allem die markttaugliche Nutzung von neuen Technologien (z.B. Nanotechnologie) eine entscheidende Rolle spielen. Zukunftsweisend ist, dass vom Schweizerischen Textilverband (TVS) eine engere Zusammenarbeit zwischen technischen Hochschulen und den Produzenten angestrebt wird, um das Wissen und die Forschungsresultate in praktische Anwendungen umzuwandeln.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abAnteile der Konsumg\u00fcterindustrie an der Gesamtwirtschaft, 1980 und 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abEntwicklung der realen Bruttowertsch\u00f6pfung in der Konsumg\u00fcterindustrie im Vergleich zur Gesamtwirtschaft (ohne Konsumg\u00fcterindustrie), 1980-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abVerteilung der nominalen Bruttowertsch\u00f6pfung der Konsumg\u00fcterindustrie in den Schweizer MS-Regionen, 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 4 \u00abPrivate Konsumausgaben der Schweizer Haushalte f\u00fcr die Bereiche der Konsumg\u00fcterindustrie und Total, 1980-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 5 \u00abExporte der Schweizer Konsumg\u00fcterindustrie und der Gesamtwirtschaft, 1990-2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 6 \u00abWachstumsbeitrag der Konsumg\u00fcterindustrie an die Gesamtwirtschaft pro Jahr, 1980-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 7 \u00abNominale Stundenproduktivit\u00e4t der Konsumg\u00fcterindustrie und der Gesamtwirtschaft, 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Branchen der Konsumg\u00fcterindustrie<\/b>&#13;<br \/>\nZum Branchenaggregat \u00abHerstellung von Nahrungs- und Genussmitteln\u00bb geh\u00f6ren nach der Allgemeinen Systematik der Wirtschaftszweige (Noga) des Bundesamtes f\u00fcr Statistik von 2002 die Branchen \u00abHerstellung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie Getr\u00e4nk\u00bb (Noga 15) und die \u00abTabakverarbeitung\u00bb (Noga 16). Das Branchenaggregat \u00abHerstellung von Textilien und Bekleidung\u00bb besteht aus \u00abHerstellung von Textilien\u00bb (Noga 17) und \u00abHerstellung von Bekleidung\u00bb (Noga 18).<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schweizer Gewerbe von konsumnahen G\u00fctern musste sich in den vergangenen Jahren vermehrt der internationalen Konkurrenz auf den freien M\u00e4rkten stellen. Staatliche Marktst\u00fctzen in Form von Subventionen oder Exportf\u00f6rderung wurden stetig abgebaut. Gleichzeitig wurden die Z\u00f6lle auf importierten Produkten im Zuge der Marktliberalisierung deutlich reduziert. Der stark zunehmende Druck ausl\u00e4ndischer Konkurrenten &#8211; vor allem auch [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":2948,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[154],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":2948,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Economist, BAK Basel Economics, Basel","seco_author_post_occupation_fr":"Economist, BAK Basel Economics, B\u00e2le","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":124141,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"9559","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55d4587214c6c"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124138"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2948"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=124138"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124138\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128284,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124138\/revisions\/128284"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2948"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=124138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=124138"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=124138"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=124138"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=124138"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=124138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}