{"id":124213,"date":"2007-04-01T12:00:00","date_gmt":"2007-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/04\/schriber-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:45:22","modified_gmt":"2023-08-23T21:45:22","slug":"schriber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/04\/schriber\/","title":{"rendered":"Der Schweizer Bankensektor &#8211; eine Erfolgsstory mit Risiko"},"content":{"rendered":"<p>Der Bankensektor ist mit einem Anteil von fast 10% am Bruttoinlandprodukt (BIP) eine zentrale Branche f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft. Dank kr\u00e4ftigen Produktivit\u00e4tssteigerungen hat seine Bedeutung seit den Achtzigerjahren stark zugenommen. Entscheidend daf\u00fcr waren die Entwicklungen der Neunzigerjahre: Die neuen Technologien, die tief greifenden Umstrukturierungen in der Branche und die als Folge des Booms der B\u00f6rsen hohen Ertr\u00e4ge in der Verm\u00f6gensverwaltung haben ein massives Wertsch\u00f6pfungswachstum verursacht. Der harte Start ins 21. Jahrhundert mit massiven Kursverlusten an den B\u00f6rsen und mehrj\u00e4hrigem R\u00fcckgang der Wertsch\u00f6pfung im Bankensektor zeigt die Notwendigkeit, mit innovativen Instrumenten und Prozessen die Dienstleistungsqualit\u00e4t st\u00e4ndig weiter auszubauen. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200704_14_Schriber_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"180\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Tragende S\u00e4ule der Schweizer Wirtschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Bankensektor umfasst Banken, Leasinginstitutionen, Anbieter von Konsumkrediten sowie Holdinggesellschaften und geh\u00f6rt zu den wichtigsten Branchen der Schweizer Wirtschaft. Im Jahr 2005 stammte fast 10% des BIP aus dem Bankensektor. Damit ist diese Branche der zweitgr\u00f6sste Sektor der Privatwirtschaft hinter dem Handel (Gross- und Detailhandel zusammen erwirtschaften rund 12% des BIP). Ausserdem stellen die Banken eine zentrale Exportbranche dar. Als Arbeitgeber spielt der Bankensektor mit einem Anteil von rund 3% an der gesamten Zahl der Erwerbst\u00e4tigen eine bescheidenere Rolle. Gemessen am durchschnittlichen Stundenlohn sind die Banken allerdings die attraktivsten Arbeitgeber der Schweiz. Die rund 130000 Personen, die in der Schweiz im Bankensektor t\u00e4tig sind, haben daher eine betr\u00e4chtliche volkswirtschaftliche Bedeutung, sowohl durch ihre Steuer- und Zahlungskraft als auch durch ihr hohes Qualifikationsniveau. Ausserdem sind die Banken wichtige indirekte Arbeitgeber, beispielsweise f\u00fcr die Anbieter von Informations- und Kommunikationstechnologie-Dienstleistungen. \u00a0Der Bankensektor hat in den letzten 25 Jahren seine Bedeutung f\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft mehr als verdoppelt (siehe Grafik 1): Dessen Wertsch\u00f6pfungsanteil am BIP stieg von lediglich 4% im Jahr 1980 auf fast 10% im Jahr 2005 an. Anderseits hat der Anteil der im Bankensektor Besch\u00e4ftigten nur marginal von 2,6% im Jahr 1980 auf 3,1% im Jahr 2005 zugenommen. Diese Eckdaten deuten klar darauf hin, dass in dieser Periode grosse strukturelle Ver\u00e4nderungen stattgefunden haben, die zu einer erheblichen Produktivit\u00e4tssteigerung f\u00fchrten. Vor allem im Verlauf der Neunzigerjahre hat sich die Bankenlandschaft dramatisch ver\u00e4ndert: Einerseits wurden die Abl\u00e4ufe im Bankengesch\u00e4ft durch die Einf\u00fchrung von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien schneller und effizienter; gleichzeitig l\u00f6sten die Fusionen und \u00dcbernahmen bei den Grossbanken umfangreiche Umstrukturierungen aus (in dieser Bankengruppe verringerte sich die Zahl der Besch\u00e4ftigten seit 1995 um einen Viertel).&#13;<\/p>\n<h2>Hohe Bedeutung der Grossbanken und des Kommissionsgesch\u00e4fts<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Bankensektor besteht in der Schweiz gem\u00e4ss Besch\u00e4ftigtenzahlen der Betriebsz\u00e4hlung zu 94% aus Banken und nur zu 6% aus Leasinginstitutionen, Anbietern von Konsumkrediten und Holdinggesellschaften. Die gewichtige Branche der Banken Hier sind die \u00abBanken\u00bb wie in der Statistik der Nationalbank \u00abDie Banken in der Schweiz\u00bb definiert, d.h. ohne Leasinginstitutionen, Anbieter von Konsumkrediten und Holdinggesellschaften. setzt sich in der Schweiz aus verschiedenen Bankengruppen zusammen: \u00a0&#8211; Die gr\u00f6sste Gruppe sind die zwei Grossbanken, die im Jahr 2005 zusammen rund 50% der Ertr\u00e4ge erwirtschafteten und 40% der Arbeitspl\u00e4tze anboten. \u00a0&#8211; An zweiter Stelle finden wir die Auslands- und die Kantonalbanken mit 16% bzw. 13% der Ertr\u00e4ge und je rund 16% der Besch\u00e4ftigten.\u00a0&#8211; Die \u00fcbrigen 20% der Ertr\u00e4ge und 30% der Besch\u00e4ftigten verteilen sich auf Privat-, Raiffeisen- und Regionalbanken.\u00a0\u00a0Insgesamt sind die Schweizer Banken st\u00e4rker als in anderen L\u00e4ndern in der Verm\u00f6gensverwaltung spezialisiert. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgesch\u00e4ft, der haupts\u00e4chlich auf die Verm\u00f6gensverwaltung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, macht insgesamt gut 40%, bei den Auslandsbanken und den Privatbanken sogar zwei Drittel des Erfolgs aus. Das klassische Bankengesch\u00e4ft ist eindeutig weniger profitabel. Es ist aber weiterhin die zweitbedeutendste Ertragsquelle f\u00fcr die Schweizer Banken (ca. ein Drittel der Ertr\u00e4ge) und stellt f\u00fcr die Kantonal-, Regional- und Raiffeisenbanken bei weitem die wichtigste Gesch\u00e4ftssparte dar. Der Erfolg aus der dritten Ertragssparte, dem Handelsgesch\u00e4ft, ist stark von der Entwicklung der Finanzm\u00e4rkte abh\u00e4ngig; dessen Anteil am Gesamterfolg der Banken schwankt \u00fcber die Zeit markant zwischen 8% und 18%. Die Hauptakteure in diesem Gesch\u00e4ft in der Schweiz sind die Grossbanken.&#13;<\/p>\n<h2>Erfolgsstory in der zweiten H\u00e4lfte der Neunzigerjahre &#8230;<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nTrotz unterschiedlicher Entwicklung haben alle Gesch\u00e4ftssparten positiv zum Wachstum des Bankensektors in den letzten Jahrzehnten beigetragen. Wenn die Bewegung der realen Wertsch\u00f6pfung der Banken mit derjenigen der \u00fcbrigen Gesamtwirtschaft verglichen wird (siehe Grafik 2), sticht das starke Wachstum dieser Schweizer Branche ins Auge. Die reale Wertsch\u00f6pfung nahm von 1980 bis 2005 durchschnittlich um 3,5% pro Jahr zu, w\u00e4hrend der Rest durchschnittlich lediglich um 1,3% pro Jahr wuchs. Interessant ist vor allem die Entwicklung der Wertsch\u00f6pfung im Bankensektor seit Mitte der Neunzigerjahre. \u00a0Nach Schwierigkeiten im Kreditgesch\u00e4ft 1994 und an den Finanzm\u00e4rkten 1995 legten die Gesch\u00e4fte der Banken so stark zu, dass von 1995 bis 2000 die reale Wertsch\u00f6pfung im Durchschnitt um fast 11% pro Jahr kletterte. Diese Erfolgsstory wurde vor allem von der Verm\u00f6gensverwaltung und vom Handelsgesch\u00e4ft getragen, die stark vom Boom der New Economy und von der weltweiten rasanten Steigerung der Aktienwerte profitieren konnten. Das Interesse f\u00fcr Aktientitel und Aktienfonds hat sich damals sowohl bei privaten als auch bei institutionellen Anlegern schnell verbreitet, was eine markante Nachfragesteigerung in der Verm\u00f6gensverwaltung und im Asset Management bedeutete. Die Welle von B\u00f6rseng\u00e4ngen sowie von Fusionen und \u00dcbernahmen brachte auch f\u00fcr das Investment Banking satte Erfolge.&#13;<\/p>\n<h2>&#8230; mit einzigartigem Produktivit\u00e4tszuwachs<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nTrotz der bl\u00fchenden Gesch\u00e4fte ging die Besch\u00e4ftigung bei den Banken in der zweiten H\u00e4lfte der Neunzigerjahre kontinuierlich zur\u00fcck. Innerhalb von 5 Jahren waren \u00fcber 9000 Personen weniger im Bankensektor erwerbst\u00e4tig (durchschnittlich -1,4% pro Jahr). Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr wurden bereits erw\u00e4hnt. Eine Folge dieser Entwicklung ist ein markanter Zuwachs der Arbeitsproduktivit\u00e4t: Pro Stunde kletterte diese von 107 Franken im Jahr 1995 auf 193 Franken im Jahr 2000, was einer durchschnittlichen Steigerung von 12,5% pro Jahr entspricht. Keine andere Branche erlebte in der Zeit einen derartigen Aufschwung. Das vergangene Jahrhundert h\u00e4tte f\u00fcr die Banken kaum besser zu Ende gehen k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2>Harter Start ins neue Jahrhundert<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie hohe Nachfrage und die hervorragenden Marktbedingungen motivierten die Banken, ab 2001 wieder Personal einzustellen. Das neue Jahrhundert begann allerdings in unerwartet harter Art, mit gravierenden Folgen f\u00fcr die Anleger und auch f\u00fcr den Bankensektor. Das Platzen der Blase der New Economy und die markanten Kursverluste an den Aktienm\u00e4rkten haben viele \u00fcberrascht und eine mehrj\u00e4hrige Krise f\u00fcr den ganzen Sektor verursacht. Die Nachfrage nach Aktien und Fonds brach ein, und die Anzahl der Unternehmen, die sich noch einen B\u00f6rsengang trauten, halbierte sich von Jahr zu Jahr (Tiefpunkt 2003 mit nur 2 IPO in der ganzen Schweiz). \u00a02001 und 2002 gingen die Ertr\u00e4ge in allen Gesch\u00e4ftssparten des Bankensektors zur\u00fcck. Am st\u00e4rksten sanken der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgesch\u00e4ft und der Erfolg aus dem Handelsgesch\u00e4ft. Im Jahr 2003 erholte sich dank tiefen Zinsen und hoher Hypothekennachfrage das Zinsdifferenzgesch\u00e4ft, was aber nicht gen\u00fcgte, um die gesamten Ertr\u00e4ge der Banken ins Plus zu holen. Dank der Erholung der Finanzm\u00e4rkte seit Mitte 2003 verbesserte sich allm\u00e4hlich auch die Lage in der Verm\u00f6gensverwaltung und im Handelsgesch\u00e4ft, jedoch verringerten sich die Margen im Zinsdifferenzgesch\u00e4ft, und die Konkurrenz versch\u00e4rfte sich deutlich. Insgesamt war 2004 eine positive Trendwende f\u00fcr die gesamten Ertr\u00e4ge der Banken zu erkennen. Gleichzeitig ging die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen im Bankensektor &#8211; nach starken Zuw\u00e4chsen 2001 und 2002 &#8211; von 2003 bis 2005 jedes Jahr zur\u00fcck. \u00a0Die reale Wertsch\u00f6pfung des Bankensektors ging von 2000 bis 2005 um durchschnittlich 2,2% pro Jahr zur\u00fcck, wobei im Schockjahr 2001 ein R\u00fcckgang um 14,5% hingenommen werden musste. 2005 kam die verbesserte Ertragslage endlich mit einem realen Wertsch\u00f6pfungswachstum von gut 10% zum Ausdruck. Da die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen insgesamt von 2000 bis 2005 zunahm (+0,8% pro Jahr), ging die reale Arbeitsproduktivit\u00e4t wieder zur\u00fcck: Pro Stunde lag sie 2005 bei 169 Franken. Allerdings lassen die anhaltend hervorragenden Marktbedingungen darauf hoffen, dass der Aufschwung 2005 eine Trendwende bedeutete und sich die Bankenjahre 2006 und 2007 weiter positiv entwickeln.&#13;<\/p>\n<h2>Regionale Konzentration in den Bankenpl\u00e4tzen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWenn bisher der Schweizer Bankensektor geografisch auf eine Einheit reduziert wurde, darf nicht vergessen werden, dass sich diese Branche sehr ungleich \u00fcber das Land verteilt. Schon immer waren in den St\u00e4dten mehr Banken zu finden als auf dem Land. Die rasante Entwicklung in der zweiten H\u00e4lfte der Neunzigerjahre war aber auch mit einer strategischen Zunahme der Konzentration der Banken in den Zentren verbunden. Heute wird 45% der nationalen Bankenwertsch\u00f6pfung im Kanton Z\u00fcrich erwirtschaftet, 15% in Genf und 7% im Tessin. Damit sind zwei Drittel der Wirtschaftskraft des Bankensektors an diesen drei Bankenpl\u00e4tzen konzentriert (siehe Grafiken 3a und b). \u00a0Entsprechend gross ist die Bedeutung des Bankensektors f\u00fcr die Gesamtwirtschaft dieser Kantone. Fast 20% des BIP der Kantone Genf und Z\u00fcrich sowie 15% des Tessiner BIP werden von den Banken erwirtschaftet. Noch h\u00f6her ist der Anteil des Bankensektor am BIP in diesen Finanzzentren in einer kleinr\u00e4umigeren Betrachtung auf Ebene der MS-Regionen: in Z\u00fcrich rund 30%, in Genf 22% und in Lugano 20%. Die Konzentration in den drei gr\u00f6ssten Bankenpl\u00e4tzen bewirkt positive Synergien und ist vor allem f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t des Schweizer Finanzplatzes im Ausland sehr wichtig. Grosse Pl\u00e4tze werden international besser wahrgenommen; sie sind ein Zeichen der Spezialisierung in der Branche und k\u00f6nnen der Konkurrenz aus dem Ausland besser trotzen. Das ist insbesondere wichtig, wenn es sich um das Anwerben ausl\u00e4ndischer Kundschaft handelt, welche rund die H\u00e4lfte der in der Schweiz verwalteten Verm\u00f6gen besitzt.&#13;<\/p>\n<h2>\u00dcberdurchschnittliche Bedeutung im internationalen Vergleich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAngesichts der zentralen Rolle der Auslandsnachfrage ist die Positionierung des Schweizer Bankensektors im internationalen Vergleich \u00e4usserst wichtig. Verglichen mit anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und den USA (siehe Grafik 5) ist die relative Bedeutung des Bankensektors in der Schweiz am gr\u00f6ssten: Zwischen 1990 und 2005 betrug sein Anteil am BIP durchschnittlich fast 10%, w\u00e4hrend dieser Anteil in den anderen L\u00e4ndern zwischen 2% in Schweden und 6% im Vereinigten K\u00f6nigreich lag. Der Unterschied erkl\u00e4rt sich mit der \u00fcberdurchschnittlichen Spezialisierung der Schweizer Banken im hochproduktiven Private Banking und der hohen Auslandsnachfrage in diesem Bereich. Hinter diesem Erfolg stehen vermutlich auch die liberale Regulierung und das Bankkundengeheimnis, das sowohl bei den inl\u00e4ndischen als auch bei den ausl\u00e4ndischen Kunden gesch\u00e4tzt wird.\u00a0Weniger erfreulich aus Schweizer Sicht ist der Vergleich der durchschnittlichen Wachstumsraten der realen Wertsch\u00f6pfung von 1990 bis 2005. Hier schneidet die Schweiz mit einem Wachstum von 2,6% pro Jahr mittelm\u00e4ssig ab. Erfolgreicher waren in diesem Zeitraum Schweden, das Vereinigte K\u00f6nigreich und die Niederlande. In den wichtigen Nachbarl\u00e4ndern Deutschland, Frankreich und Italien fiel das Wachstum dagegen geringer aus als in der Schweiz. Kombiniert mit einem kleineren Anteil des Bankensektors am BIP in diesen L\u00e4ndern ergibt dies einen deutlich tieferen Wachstumsbeitrag als in der Schweiz. Nur der Bankensektor im Vereinigten K\u00f6nigreich, das von der Krise der Finanzm\u00e4rkte 2001-2003 schw\u00e4cher betroffen wurde, erreichte einen \u00e4hnlichen Beitrag zum BIP-Wachstum wie der Schweizer Bankensektor. Damit ist das Vereinigte K\u00f6nigreich ohne Zweifel ein starker Konkurrent. Es darf aber nicht vergessen werden, dass auch die Gesamtwirtschaft im Vereinigten K\u00f6nigreich doppelt so schnell gewachsen ist wie in der Schweiz, was das starke Wachstum des Bankensektors ein bisschen relativiert. \u00a0Beim Vergleich der Stundenproduktivit\u00e4t im Jahr 2005 (siehe Grafik 6) hat der Schweizer Bankensektor eindeutig die Leadership, was aufgrund des erfolgreichen Private Banking nicht \u00fcberrascht. Mit Abstand an zweiter Stelle kommen das Vereinigte K\u00f6nigreich, die Niederlande und Schweden. \u00dcberraschend tief ist die Produktivit\u00e4t in den USA, wobei nicht zu vergessen ist, dass die USA sehr gross sind und vergleichsweise wenige Finanzpl\u00e4tze aufweisen. Wenn man die Schweiz mit dem Bundesstaat New York vergleichen w\u00fcrde, w\u00e4re der Produktivit\u00e4tsunterschied kleiner. \u00c4hnlich weist der Bankenplatz London eine h\u00f6here Produktivit\u00e4t auf als das ganze Vereinigte K\u00f6nigreich.&#13;<\/p>\n<h2>Abh\u00e4ngigkeit von Aktienm\u00e4rkten und Auslandsnachfrage: Erfolgsoder Risikofaktor?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAus der bisherigen Analyse stellen sich die Aktienm\u00e4rkte und die Auslandsnachfrage als wichtige Einflussfaktoren f\u00fcr die Entwicklung des Bankensektors dar. Wie Grafik 7 zeigt, entwickelt sich das Gesch\u00e4ft mit den ausl\u00e4ndischen Kunden (Kommissionen aus dem Ausland) sehr \u00e4hnlich wie der SPI-Index (als Beispiel f\u00fcr die internationalen Aktienm\u00e4rkte) und B\u00f6rsenums\u00e4tze. Offensichtlich reagieren auch die ausl\u00e4ndischen Kunden negativ auf eine negative Bewegung der Aktienm\u00e4rkte. Letztere und die Aktivit\u00e4t der Anleger spielen f\u00fcr die Banken eine entscheidende Rolle, insbesondere in der Verm\u00f6gensverwaltung, aber nat\u00fcrlich auch im Investment Banking und im Handelsgesch\u00e4ft. Daher \u00fcberrascht nicht, dass die Entwicklung der Wertschriften in Kundendepots ebenfalls stark mit der Bewegung an den Aktienm\u00e4rkten korreliert. \u00a0Ob die seit Mitte der Neunzigerjahre gestiegene Abh\u00e4ngigkeit der Banken in der Schweiz von der Entwicklung der Aktienm\u00e4rkte eher ein Erfolgsoder ein Risikofaktor ist, wird vermutlich je nach B\u00f6rsenstimmung anders beantwortet. In der Tat kann diese Abh\u00e4ngigkeit sowohl Chance als auch Risiko sein. Unbestritten ist, dass der Schweizer Bankenplatz die Qualit\u00e4t seiner Dienstleistungen st\u00e4ndig pflegen und mit innovativen Instrumenten und Prozessen verbessern muss, um attraktiv zu bleiben und weiter zu wachsen. Die Qualit\u00e4t der Dienstleistung ist insbesondere f\u00fcr die Nachfrage aus den Nachbarl\u00e4ndern sehr wichtig.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abAnteil der Bruttowertsch\u00f6pfung und der Zahl der Erwerbst\u00e4tigen im Bankensektor an der Gesamtwirtschaft, 1980-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abEntwicklung der realen Bruttowertsch\u00f6pfung im Bankensektor im Vergleich zur Gesamtwirtschaft (ohne Bankensektor), 1980-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3a \u00abAnteil der Bruttowertsch\u00f6pfung vom Bankensektor an der jeweiligen Gesamtwirtschaft in den Schweizer MS-Regionen, 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3b \u00abVerteilung der nominalen Bruttowertsch\u00f6pfung des Bankensektors in den Schweizer MS-Regionen, 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 4 \u00abNettoertr\u00e4ge der Banken nach Gesch\u00e4ftsbereichen, 1994-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 5 \u00abWachstumsbeitrag des Bankensektors an die Gesamtwirtschaft pro Jahr, 1990-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 6\u00a0\u00abNominale Stundenproduktivit\u00e4t des Bankensektors und der Gesamtwirtschaft, 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 7\u00a0\u00abIndikatoren zur Entwicklung des Gesch\u00e4fts in der Verm\u00f6gensverwaltung\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bankensektor ist mit einem Anteil von fast 10% am Bruttoinlandprodukt (BIP) eine zentrale Branche f\u00fcr die Schweizer Wirtschaft. Dank kr\u00e4ftigen Produktivit\u00e4tssteigerungen hat seine Bedeutung seit den Achtzigerjahren stark zugenommen. Entscheidend daf\u00fcr waren die Entwicklungen der Neunzigerjahre: Die neuen Technologien, die tief greifenden Umstrukturierungen in der Branche und die als Folge des Booms der B\u00f6rsen [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":2975,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[96],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":2975,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Senior Economist, BAK Basel Economics","seco_author_post_occupation_fr":"Senior Economist, BAK Basel Economics, B\u00e2le","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":124216,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"9523","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55d47bfe36b62"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124213"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2975"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=124213"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124213\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128299,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124213\/revisions\/128299"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2975"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=124213"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=124213"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=124213"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=124213"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=124213"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=124213"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}