{"id":124228,"date":"2007-03-01T12:00:00","date_gmt":"2007-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/03\/grass-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:45:21","modified_gmt":"2023-08-23T21:45:21","slug":"grass-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/03\/grass-5\/","title":{"rendered":"Effekte der Liberalisierung des internationalen Warenverkehrs auf den Detailhandel"},"content":{"rendered":"<p>Die Preise im Schweizer Detailhandel sind im europ\u00e4ischen Vergleich hoch. Als zentraler Grund f\u00fcr die hohen Preise wird h\u00e4ufig die Abschottung des Schweizer Marktes genannt. Diese ergebe sich aus staatlichen H\u00fcrden (z.B. Z\u00f6llen, technischen Handelshemmnissen) oder aufgrund von Vertikalabsprachen. Die Beseitigung der Hemmnisse im Warenhandel wird als wichtiges Instrument zur Reduktion der Konsumentenpreise angesehen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie hier vorgestellte Studie diskutiert verschiedene Aspekte der Hemmnisse im Warenhandel und quantifiziert m\u00f6gliche Preiseffekte bei einer Liberalisierung des internationalen Warenhandels zwischen der EU und der Schweiz. Die Untersuchung erfolgt in drei Schritten: \u00a0&#8211; Erstens werden die verschiedenen staatlichen Regulierungen im Bereich der internationalen Warenbeschaffung im Detail analysiert. \u00a0&#8211; Zweitens werden am Beispiel des EU-Beitritts von \u00d6sterreich 1995 m\u00f6gliche Effekte einer Liberalisierung im Bereich des internationalen Warenhandels dank dem Wegfall der staatlichen Importh\u00fcrden aufgezeigt. \u00a0&#8211; Drittens wird anhand einer Simulationsanalyse untersucht, welche Kosten- und Preiseffekte sich in einem Freihandelsszenario im Schweizer Detailhandel ergeben w\u00fcrden.&#13;<\/p>\n<h2>Regulatorische Rahmenbedingungen f\u00fcr den Detailhandel<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWelche Rolle spielen nun die staatlichen Regulierungen f\u00fcr die beobachteten Differenzen? Die Regulierung der eigentlichen Dienstleistungen ist in der Schweiz recht liberal ausgestaltet. In den f\u00fcr den Bericht zur Dienstleistungsliberalisierung Vgl. SECO, 2005. quantifizierten Regulierungsfeldern Gesch\u00e4ftsaufnahme, Werbung, Vertrieb und Verkauf weist der Schweizer Detailhandel eine niedrigere Regulierungsdichte auf als der EU15-Durchschnitt. Lediglich hinsichtlich der gesetzlichen Laden\u00f6ffnungszeiten muss f\u00fcr die Schweiz eine \u00fcberdurchschnittliche Regulierungsintensit\u00e4t festgestellt werden. \u00a0Im Handel sind aber auch Regulierungen von Bedeutung, die nicht ausschliesslich oder direkt den Handel betreffen, f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung des Handels aber trotzdem schwer wiegende Konsequenzen aufweisen. Dies betrifft die Regulierungen im Zusammenhang mit dem internationalen Warenhandel, staatliche Vorgaben im Baurecht und lange Bewilligungsverfahren im Hinblick auf die Baut\u00e4tigkeit sowie die Produktmarktregulierung in anderen Schweizer Branchen, die sich beim Detailhandel in erh\u00f6hten Beschaffungs- und Vorleistungspreisen niederschlagen. In diesen Bereichen sind die Schweizer Regulierungen insgesamt restriktiver ausgestaltet als im EU-Durchschnitt.\u00a0Ein \u00dcbermass staatlicher Eingriffe in den Marktprozess f\u00fchrt in der Regel zu Effizienzverlusten und h\u00f6heren Kosten und wirkt sich so hemmend auf das Wirtschaftswachstum aus. Deshalb wird die Produktmarktliberalisierung als zentrale wirtschaftspolitische Stossrichtung auf dem Weg zu mehr Wachstumsdynamik angesehen. Aufgrund des Zusammenhangs zwischen Regulierung und Kosten k\u00f6nnen aus einer Analyse verschiedener Kostenfaktoren und deren Ursachen auch Schlussfolgerungen im Blick auf die Relevanz unterschiedlicher Auspr\u00e4gungen staatlicher Regulierung gezogen werden.&#13;<\/p>\n<h2>Internationaler Vergleich der Preise und Kosten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZahlreiche Studien belegen, dass die Preise in der Schweiz im internationalen Vergleich hoch sind. Vgl. \u00abDie Volkswirtschaft\u00bb, 7-2003, S. 4ff f\u00fcr einen \u00dcberblick verschiedener Studien im Rahmen der Strukturberichterstattung des SECO 2003. Eine aktuellere Studie von BAK Basel Economics (2006) untersucht die Konsumentenpreise im Detailhandel im internationalen Vergleich. Ein wichtiger Grund daf\u00fcr sind die Kostennachteile des Schweizer Detailhandels beim Warenimport. Dies zeigt eine Analyse der wichtigsten Kostenfaktoren Warenbeschaffung, Vorleistungen und Arbeitskosten im internationalen Vergleich mit Deutschland, Frankreich, \u00d6sterreich und Italien (EU4). BAK Basel Economics, 2006. Im Durchschnitt liegen die Warenbeschaffungskosten beim Import in den vier analysierten L\u00e4ndern um 39% tiefer als in der Schweiz. \u00dcber die H\u00e4lfte der beobachteten Preisunterschiede von 15% zwischen dem Schweizer Detailhandel und dem EU4-Durchschnitt kann mit diesem Kostennachteil erkl\u00e4rt werden. \u00a0F\u00fcr die h\u00f6heren Beschaffungskosten des Schweizer Detailhandels beim Warenimport gibt es eine Vielzahl von Ursachen, die teilweise unmittelbar mit staatlichen Eingriffen im Bereich der Warenbeschaffung zusammenh\u00e4ngen: Hierzu geh\u00f6ren unter anderem Z\u00f6lle, zollrechtliche Deklarationsbestimmungen, technische Handelshemmnisse, patentrechtliche Regelungen sowie das Vorgehen gegen Vertikalabreden (siehe Kasten 1 &#8211; Z\u00f6lle: Im Food-Sektor spielen Einfuhrz\u00f6lle noch eine wichtige Rolle. F\u00fcr in die Schweiz importierte Food-Produkte betr\u00e4gt der durchschnittliche implizite Zollaufschlag gegen\u00fcber der EU 2005 rund 8%.- Zollrechtliche Deklarationsbestimmungen: Aufwendigere Zollformalit\u00e4ten, kurze Zoll\u00f6ffnungszeiten oder lange Wartezeiten an der Grenze erh\u00f6hen die Transaktionskosten. Wie eine Studie von Avenir Suisse (2006) aufzeigt, betragen die Transaktionskosten im Zusammenhang mit den Zollschranken 2,3% des Importwertes.- Technische Handelshemmnisse: Gesetze und Bestimmungen hinsichtlich Beschaffenheit, Eigenschaften, Verpackung, Beschriftung, Herstellung, Transport, Lagerung, Pr\u00fcfung, Konformit\u00e4tsbewertung, Anmeldung und Zulassung von Produkten. Weichen die schweizerischen Vorschriften von jenen des umliegenden Auslandes ab, f\u00fchrt dies dazu, dass f\u00fcr den relativ kleinen Schweizer Markt Spezialanfertigungen bei den ausl\u00e4ndischen Produzenten n\u00f6tig sind, was zu h\u00f6heren St\u00fcckpreisen f\u00fcr den Schweizer Importeur f\u00fchrt.- Patentrechtliche Regelungen: Aufgrund der nationalen Ersch\u00f6pfung im Schweizer Patentrecht wird der Direktimport bestimmter Produkte unterbunden. Die Warenbeschaffung muss \u00fcber den offiziellen Importeur abgewickelt werden, der unter Umst\u00e4nden mehr verlangt, als das Produkt im Endverkauf im Ausland kostet.- Vertikalabsprachen: In vielen F\u00e4llen versuchen Produzenten, H\u00e4ndler in einem bestimmten Land dazu zu zwingen, den Import \u00fcber einen Generalimporteur abzuwickeln, anstatt direkt zu importieren. Dies gelingt beispielsweise durch die Androhung, Service- oder Garantieleistungen nicht mehr zu erbringen, sollte der H\u00e4ndler direkt importieren. Vertikale Abreden k\u00f6nnen sowohl nach schweizerischem wie auch nach EU-Recht unter gewissen Voraussetzungen wettbewerbsrechtlich verfolgt werden. Bei grenz\u00fcberschreitenden vertikalen Abreden lassen sich allf\u00e4llige Sanktionen seitens der Schweiz im Ausland jedoch kaum durchsetzen. Zudem sind dem Informationsaustausch zwischen den schweizerischen und ausl\u00e4ndischen Wettbewerbsbeh\u00f6rden enge Grenzen gesetzt.- Skaleneffekte: Sie resultieren aus Gr\u00f6ssenvorteilen ausl\u00e4ndischer Detailh\u00e4ndler beim Warenimport.). Hinzu kommt, dass zwischen den Faktoren, die zur Verhinderung von Parallelimporten f\u00fchren, Interdependenzen bestehen. Technische Handelshemmnisse, Patentrecht und Vertikalbindungen verst\u00e4rken sich in ihrer Wirkung oftmals gegenseitig. Vgl. Balast\u00e8r\/Elias, 2006. Ein zentraler Grund f\u00fcr Importpreisunterschiede ist auch in Skaleneffekten zu sehen. Aufgrund ihrer Gr\u00f6ssenvorteile beschaffen Eink\u00e4ufer aus Deutschland, Frankreich oder Italien ihre Waren zu g\u00fcnstigeren Konditionen als Eink\u00e4ufer, die den schweizerischen Markt bedienen.&#13;<\/p>\n<h3>Importpreisunterschiede im Food-Bereich&#8230;<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweizer Importeure bezahlen gem\u00e4ss BAK Basel Economics f\u00fcr den gleichen Importg\u00fcterwarenkorb im Food-Segment rund 30% (EU4-Durchschnitt) mehr als ihre Pendants im Ausland. Die gr\u00f6ssten Preisdifferenzen resultieren hier bei den Waren tierischen Ursprungs (37% zum EU4-Schnitt) und bei den Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie (33%). Vor allem bei den bearbeiteten Produkten ausl\u00e4ndischer Lebensmittelhersteller wirken sich technische Handelshemmnisse und Vertikalabsprachen preistreibend f\u00fcr die Schweizer Importeure aus. Skaleneffekte bilden wohl den entscheidenden Kostennachteil in den anderen Produktgruppen. Aufgrund des kleinen Absatzmarkts liegen die St\u00fcckkosten in der Schweiz um einiges h\u00f6her als im EU-Binnenmarkt.&#13;<\/p>\n<h3>&#8230;und im Non-Food-Bereich<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBei den G\u00fctern im Non-Food-Bereich betrug die Preisdifferenz im Jahr 2005 sogar fast 40%. Hier lassen die empirischen Befunde auf die Gr\u00f6ssenvorteile als entscheidendes Kriterium der Importpreisunterschiede schliessen. Mit \u00d6sterreich und der Schweiz haben die beiden L\u00e4nder mit dem kleinsten Absatzmarkt die mit Abstand h\u00f6chsten Einstandspreise zu bezahlen. Im Non-Food-Bereich importiert \u00d6sterreich deutlich mehr G\u00fcter aus dem Nicht-EU-Raum als bei den Food-Produkten, so dass der Vorteil aufgrund des EU-Binnenmarktes gegen\u00fcber der Schweiz, die in \u00e4hnlichem Umfang Waren aus L\u00e4ndern wie China importiert, schwindet. Den zweiten Grund f\u00fcr die hohen Schweizer Importpreise bilden die technischen Handelshemmnisse und die Anwendung der nationalen Ersch\u00f6pfung bei Patenten. \u00a0Importpreisunterschiede existieren aber auch zwischen den EU-Staaten &#8211; ein Hinweis darauf, dass der EU-Binnenmarkt noch nicht vollkommen ist und historisch gewachsene Vertriebsstrukturen weiterhin eine grosse Rolle spielen. Denn in einem integrierten und kompetitiven Markt w\u00e4ren die Detailh\u00e4ndler gezwungen, ihre Strukturen rasch anzupassen und Skaleneffekte auszusch\u00f6pfen, z.B. \u00fcber Fusionen, Anpassung der logistischen Strukturen oder Einkaufskooperationen.&#13;<\/p>\n<h2>EU-Integrationseffekte in \u00d6sterreich nach 1995<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn diesem Zusammenhang ist es wertvoll, die Effekte der Integration \u00d6sterreichs in die EU zu untersuchen. Denn mit dem EU-Beitritt \u00d6sterreichs 1995 kam es hinsichtlich der staatlichen Rahmenbedingungen beim Warenimport zu einer deutlichen Verbesserung in Form eines Wegfalls von Z\u00f6llen, dem Abbau von technischen Handelshemmnissen sowie der Integration des Patentrechts in das EU-Regime der regionalen Ersch\u00f6pfung. \u00a0In der Tat waren mit dem EU-Beitritt in \u00d6sterreich deutliche Preiseffekte zu beobachten. Bei den Importpreisen kam es vor allem im Food-Sektor zu einer Verbesserung der Einkaufskonditionen. Die Konsumentenpreise sanken im Bereich der Nahrungsmittel allerdings 1995 weniger stark als erwartet. Offensichtlich wurden die Kosteneinsparungen nicht sofort vollumf\u00e4nglich an die Konsumenten weitergegeben. Die Entwicklungen in den nachfolgenden Jahren deuten jedoch darauf hin, dass die Kostensenkungen infolge des zunehmenden Wettbewerbs nach und nach auch die Konsumenten erreichten.\u00a0Mit dem EU-Beitritt kam es im \u00f6sterreichischen Detailhandel &#8211; auch durch den zunehmenden Markteintritt ausl\u00e4ndischer Anbieter &#8211; zu einer Zunahme des Wettbewerbsdrucks. Dies und der damit verbundene Strukturwandel machten sich deutlich in der positiven wirtschaftlichen Entwicklung des \u00f6sterreichischen Detailhandels bemerkbar.&#13;<\/p>\n<h2>Freihandelsszenarien &#8211; Auswirkungen auf Schweizer Detailhandel<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWeitere Anhaltspunkte f\u00fcr die Auswirkungen einer Liberalisierung des internationalen Warenhandels ergeben sich aus quantitativen Simulationen m\u00f6glicher Spielr\u00e4ume f\u00fcr Kosten- und Preissenkungen im Schweizer Detailhandel bei Eintritt unterschiedlicher Liberalisierungsszenarien.\u00a0In der Simulation eines Freihandelsszenarios, bei dem die Beseitigung s\u00e4mtlicher Importbarrieren unterstellt wird, ergibt sich f\u00fcr den Schweizer Detailhandel ein Preissenkungspotenzial von rund 4%. Damit blieben auch nach einer Markt\u00f6ffnung im Vergleich zu den europ\u00e4ischen Nachbarstaaten signifikante Unterschiede bei den Konsumentenpreisen bestehen.\u00a0Eine deutlich st\u00e4rkere D\u00e4mpfung der Kosten- und Preisrelationen l\u00e4sst sich laut den Simulationsergebnissen bei einer zus\u00e4tzlichen Deregulierung des Schweizer Binnensektors erreichen (siehe Grafik 2, Szenario \u00abFreihandel ++\u00bb). Das Preissenkungspotenzial betr\u00e4gt in diesem Szenario 15%. Dabei geh\u00f6ren der Agrar- und der Energiesektor zu den wichtigsten Liberalisierungsbranchen. Das gesamte Preissenkungspotenzial kann aber nur bei einer generell liberal ausgerichteten Ausgestaltung der Produktmarktregulierung in allen Sektoren erreicht werden.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die wirtschaftspolitische Priorit\u00e4tensetzung kann zusammengefasst werden, dass die \u00abHochpreisinsel Schweiz\u00bb durch eine Liberalisierungspolitik erodiert werden kann. Eine Analyse der Regulierungsintensit\u00e4t im Schweizer Detailhandel zeigt, dass im Bereich des internationalen Warenverkehrs eine Reihe staatlicher Regulierungen besteht, die sich preistreibend auswirken und oftmals gegenseitig verst\u00e4rken. \u00a0Eine Freihandelspolitik kann in der Schweiz zu sp\u00fcrbaren Preissenkungen f\u00fchren. Beschr\u00e4nken sich die Reformen allerdings auf den internationalen Warenverkehr, d\u00fcrften im Vergleich mit dem europ\u00e4ischen Durchschnitt weiterhin erhebliche Konsumentenpreisunterschiede bestehen bleiben. Erst bei einer umfassenden Liberalisierung aller M\u00e4rkte k\u00f6nnten die Preise im Schweizer Detailhandel auf ein mit der EU vergleichbares Niveau sinken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abRelative Importpreisniveaus f\u00fcr G\u00fcter im Food- und Non-Food-Segment, 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abIndexiertes relatives Preisniveau im Schweizer Detailhandel, Referenz EU4\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: M\u00f6gliche Gr\u00fcnde f\u00fcr unterschiedliche Kosten beim Warenimport &#8211; Z\u00f6lle: Im Food-Sektor spielen Einfuhrz\u00f6lle noch eine wichtige Rolle. F\u00fcr in die Schweiz importierte Food-Produkte betr\u00e4gt der durchschnittliche implizite Zollaufschlag gegen\u00fcber der EU 2005 rund 8%.- Zollrechtliche Deklarationsbestimmungen: Aufwendigere Zollformalit\u00e4ten, kurze Zoll\u00f6ffnungszeiten oder lange Wartezeiten an der Grenze erh\u00f6hen die Transaktionskosten. Wie eine Studie von Avenir Suisse (2006) aufzeigt, betragen die Transaktionskosten im Zusammenhang mit den Zollschranken 2,3% des Importwertes.- Technische Handelshemmnisse: Gesetze und Bestimmungen hinsichtlich Beschaffenheit, Eigenschaften, Verpackung, Beschriftung, Herstellung, Transport, Lagerung, Pr\u00fcfung, Konformit\u00e4tsbewertung, Anmeldung und Zulassung von Produkten. Weichen die schweizerischen Vorschriften von jenen des umliegenden Auslandes ab, f\u00fchrt dies dazu, dass f\u00fcr den relativ kleinen Schweizer Markt Spezialanfertigungen bei den ausl\u00e4ndischen Produzenten n\u00f6tig sind, was zu h\u00f6heren St\u00fcckpreisen f\u00fcr den Schweizer Importeur f\u00fchrt.- Patentrechtliche Regelungen: Aufgrund der nationalen Ersch\u00f6pfung im Schweizer Patentrecht wird der Direktimport bestimmter Produkte unterbunden. Die Warenbeschaffung muss \u00fcber den offiziellen Importeur abgewickelt werden, der unter Umst\u00e4nden mehr verlangt, als das Produkt im Endverkauf im Ausland kostet.- Vertikalabsprachen: In vielen F\u00e4llen versuchen Produzenten, H\u00e4ndler in einem bestimmten Land dazu zu zwingen, den Import \u00fcber einen Generalimporteur abzuwickeln, anstatt direkt zu importieren. Dies gelingt beispielsweise durch die Androhung, Serviceoder Garantieleistungen nicht mehr zu erbringen, sollte der H\u00e4ndler direkt importieren. Vertikale Abreden k\u00f6nnen sowohl nach schweizerischem wie auch nach EU-Recht unter gewissen Voraussetzungen wettbewerbsrechtlich verfolgt werden. Bei grenz\u00fcberschreitenden vertikalen Abreden lassen sich allf\u00e4llige Sanktionen seitens der Schweiz im Ausland jedoch kaum durchsetzen. Zudem sind dem Informationsaustausch zwischen den schweizerischen und ausl\u00e4ndischen Wettbewerbsbeh\u00f6rden enge Grenzen gesetzt.- Skaleneffekte: Sie resultieren aus Gr\u00f6ssenvorteilen ausl\u00e4ndischer Detailh\u00e4ndler beim Warenimport.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Literatur &#8211; Avenir Suisse (2006): Teure Grenzen, M\u00e4rz 2006.- BAK Basel Economics (2006): Internationaler Vergleich der Kosten und Preis bestimmenden Faktoren im Detailhandel, Studie im Auftrag der Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz IG DHS, September 2006.- BAK Basel Economics (2007): Auswirkungen einer Liberalisierung des internationalen Warenverkehrs auf den Schweizer Detailhandel, Studie im Auftrag des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (SECO).- Peter Balast\u00e8r, Jiri Elias (2006): Staatliche Einfl\u00fcsse auf die Preisbildung im Detailhandel, In: Die Volkswirtschaft 10-2006, S.48-51.- SECO (2005): Bericht zur Dienstleistungsliberalisierung in der Schweiz im Vergleich zur EU, Grundlagen der Wirtschaftspolitik Nr. 12D.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Preise im Schweizer Detailhandel sind im europ\u00e4ischen Vergleich hoch. 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