{"id":124243,"date":"2007-03-01T12:00:00","date_gmt":"2007-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/03\/jervelund-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:45:29","modified_gmt":"2023-08-23T21:45:29","slug":"jervelund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/03\/jervelund\/","title":{"rendered":"Regulierungen des internationalen Roaming in Mobilfunknetzen"},"content":{"rendered":"<p>Schweizer Endverbraucher, die ihr Mobiltelefon im Ausland ben\u00fctzen, zahlen Geb\u00fchren, die weit \u00fcber den Kosten liegen. Dabei ist es ein schwacher Trost, dass die Geb\u00fchren in der Europ\u00e4ischen Union (EU) \u00e4hnlich hoch sind. Deshalb hat die Europ\u00e4ische Kommission vorgeschlagen, die Auslandsroaming-Geb\u00fchren in der EU sowohl auf der Grosskundenals auch auf der Endverbraucherebene zu regulieren. Die Auswirkungen dieser Massnahmen f\u00fcr Schweizer Endverbraucher d\u00fcrften allerdings gering sein. Angesichts der limitierten Interventionsm\u00f6glichkeiten der Schweizer Regulierungsbeh\u00f6rden ist davon auszugehen, dass die Schweizer Konsumenten mindestens kurz- und mittelfristig weiterhin \u00fcberh\u00f6hte Auslandsroaming-Geb\u00fchren zahlen m\u00fcssen.&#13;<\/p>\n<h2>Schweizer Roaming-Geb\u00fchren im Vergleich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Roaming-Geb\u00fchren von Schweizer Endverbrauchern, wenn sie ihr Mobiltelefon in einem anderen Land ben\u00fctzen, werden mit den Geb\u00fchren verglichen, welche die Endverbraucher des besuchten Landes f\u00fcr die gleichen Telefondestinationen bezahlen. Als Beispielland wurde Frankreich gew\u00e4hlt, da es ein beliebtes Reiseziel f\u00fcr Schweizer Touristen und Gesch\u00e4ftsleute ist. Ausserdem geh\u00f6ren die franz\u00f6sischen Mobilfunkgeb\u00fchren seit jeher zu den h\u00f6chsten in der EU. Wenn also die schweizerischen Auslandsroaming-Geb\u00fchren im Vergleich mit den franz\u00f6sischen Geb\u00fchren hoch erscheinen, liegt dies nicht an den besonders niedrigen Inlands- und internationalen Geb\u00fchren Frankreichs. Wir vergleichen die Geb\u00fchren f\u00fcr die drei am h\u00e4ufigsten vorkommenden Arten von Auslandtelefonaten:\u00a0&#8211; Ein Schweizer Endverbraucher, der in Frankreich einen Endverbraucher in der Schweiz anruft;\u00a0&#8211; ein Schweizer Endverbraucher, der in Frankreich einen anderen Endverbraucher anruft;\u00a0&#8211; ein Schweizer Endverbraucher, der in Frankreich von einem Endverbraucher in der Schweiz angerufen wird.\u00a0\u00a0Es zeigt sich, dass Schweizer Endverbraucher f\u00fcr die gleichen Telefondestinationen viel h\u00f6here Geb\u00fchren bezahlen als die franz\u00f6sischen Endverbraucher (siehe Grafik 2). Der Preis ist etwa doppelt so hoch f\u00fcr einen Schweizer Endverbraucher, der eine Person in der Schweiz anruft (3.20 Fr.) wie f\u00fcr einen franz\u00f6sischen Endverbraucher, der eine Person in der Schweiz anruft (1.70 Fr.). Bei einem Anruf an eine andere Person in Frankreich ist der Preisunterschied sogar noch frappanter (2.30 statt 0.90 Fr.). \u00a0Damit bewegt sich die Geb\u00fchr f\u00fcr einen erhaltenen Anruf deutlich \u00fcber den Kosten. Die Europ\u00e4ische Kommission sch\u00e4tzt die durchschnittlichen Nettokosten, um innerhalb von Europa einen Anruf von zwei Minuten entgegenzunehmen, auf 0.32 Franken. Handelt es sich jedoch um einen Schweizer Endverbraucher, der in Frankreich einen Anruf entgegennimmt, so liegt der Preis mit 1.20 Franken fast viermal h\u00f6her.\u00a0Zwar k\u00f6nnen diese Ergebnisse nur als illustratives Beispiel betrachtet werden. Die Preisstruktur unterliegt einem stetigen Wandel und stellt deshalb eine Momentaufnahme dar, w\u00e4hrend die von uns genannten Geb\u00fchren nur einige der Abos abdecken. Nichtsdestotrotz decken sich unsere Ergebnisse voll und ganz mit jenen der Europ\u00e4ischen Kommission (siehe Kasten 2 Die Europ\u00e4ische Kommission sch\u00e4tzt, dass die europ\u00e4ischen Endkundengeb\u00fchren f\u00fcr Auslandsroaming viermal h\u00f6her sind als die inl\u00e4ndischen Geb\u00fchren. Die Kommission st\u00fctzt sich bei diesem Ergebnis auf vertrauliche Zahlen und bewertet die Auslandsroaming-Geb\u00fchren sowohl im Grosskundenwie auch im Endverbraucherbereich als viel zu hoch.Im Durchschnitt sind die Grosskundengeb\u00fchren f\u00fcr Auslandsroaming viermal h\u00f6her als die Kosten. Ferner ist das Preisniveau f\u00fcr Endverbraucher in Europa ca. 50% h\u00f6her als dasjenige f\u00fcr durchschnittliche Grosskunden. Durchschnittlich betr\u00e4gt das Endkundenentgelt f\u00fcr Auslandsroaming 2.30 Euro (3.60 Fr.) f\u00fcr einen zweimin\u00fctigen Anruf innerhalb der EU.Diese Zahlen lassen vermuten, dass die schweizerischen Auslandsroaming-Geb\u00fchren f\u00fcr einen Anruf in Frankreich (zwischen 2.3 und 3.2 Franken) leicht unter dem EU-Durchschnitt liegen. Dies ist jedoch nicht der Fall, da die EU-Durchschnittsgeb\u00fchren auch Telefonate beinhalten, bei denen h\u00f6here Durchquerungskosten anfallen, weil auch Anrufe in ein Drittland mitgerechnet werden (Beispiel: ein D\u00e4ne, der aus Griechenland jemanden in Polen anruft). Vergleicht man die beiden Niveaus der Durchschnittsgeb\u00fchren ohne diese Variante, liegen die EU-Geb\u00fchren etwas tiefer und n\u00e4hern sich dadurch den schweizerischen Geb\u00fchren an.) sowie der nationalen Regulierungsbeh\u00f6rden in EU-Mitgliedsstaaten: Auslandsroaming-Geb\u00fchren in Europa sind um ein Vielfaches h\u00f6her als nationale Geb\u00fchren, und es gibt keine Hinweise darauf, dass diese Erkenntnisse nicht auch f\u00fcr die Schweiz Geltung haben.&#13;<\/p>\n<h2>Voraussichtliche Auswirkungen des EU-Vorschlags in der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDa die Schweiz kein Mitglied der EU ist, wird sie vom Vorschlag der Kommission, die Roaming-Geb\u00fchren zu regulieren, nicht direkt betroffen sein. Die Schweizer Roaming-Geb\u00fchren f\u00fcr Endverbraucher werden deshalb nicht automatisch fallen, sollte der Vorstoss der Kommission den politischen Prozess erfolgreich durchlaufen. Weil Roaming immer zwischen zwei L\u00e4ndern stattfindet, kann diese Angelegenheit nur auf einer internationalen Ebene wirkungsvoll angegangen werden.&#13;<\/p>\n<h3>Grosskunden: Geb\u00fchren k\u00f6nnten sinken<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDennoch besteht unserer Ansicht nach die M\u00f6glichkeit, dass die schweizerischen Grosskundengeb\u00fchren f\u00fcr das Auslandsroaming sinken k\u00f6nnten. Der Grund f\u00fcr diese Annahme ist die Tatsache, dass die neue Technologie den Mobilfunkbetreibern erm\u00f6glicht, ihren Auslandsroaming-Verkehr auf die Netze derjenigen Betreiber zu leiten, welche die tiefsten Roaming-Geb\u00fchren anbieten. Der versch\u00e4rfte Wettbewerb bei den Grosskunden w\u00fcrde zu tieferen Grosskundengeb\u00fchren f\u00fchren. Dieser Trend k\u00f6nnte sich auch auf schweizerische Mobilfunkbetreiber \u00fcbertragen, zumal schweizerische Mobilfunkbetreiber zu Allianzen mit Betreibern in der EU geh\u00f6ren. Gegen eine solche Entwicklung spricht, dass es im Interesse von Betreibern in der EU liegt, den Schweizer Betreibern Geb\u00fchren zu berechnen, welche die (zuk\u00fcnftigen) durch die EU regulierten Geb\u00fchren \u00fcbersteigen. Deshalb liegt es zwar im Bereich des M\u00f6glichen, aber nicht unbedingt des Wahrscheinlichen, dass die Schweizer Grosskunden im Roaming-Bereich tiefere Geb\u00fchren erleben werden.&#13;<\/p>\n<h3>Endverbraucher: Stabile Geb\u00fchren zu erwarten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf der Endverbraucherebene k\u00f6nnten Marktunvollkommenheiten verhindern, dass Endverbraucher in der Schweiz von den gesunkenen Grosskundenentgelten f\u00fcr das Auslandsroaming profitieren k\u00f6nnen. Daf\u00fcr sprechen insbesondere zwei Gr\u00fcnde:\u00a0&#8211; Zum einen besteht f\u00fcr die meisten Endverbraucher wenig Veranlassung, bei der Wahl ihres Abos den Auslandsroaming-Geb\u00fchren grosse Beachtung zu schenken. Die Kosten f\u00fcr das Auslandsroaming sind ein integraler Teil des Mobiltelefon-Abos und stellen f\u00fcr die meisten Endverbraucher einen ziemlich kleinen Teil ihrer Ausgaben f\u00fcr das mobile Telefonieren dar. Dies bedeutet, dass viele Endverbraucher &#8211; insbesondere Konsumenten &#8211; bei der Wahl ihres Abos nicht darauf achten, wer die niedrigsten Roaming-Geb\u00fchren hat, und stattdessen anderen, wirtschaftlich wichtigeren Aspekten des Abos Beachtung schenken.\u00a0&#8211; Dass die Endverbraucher die Auslandsroaming-Geb\u00fchren nicht in den Vordergrund stellen, liegt auch am Mangel an Transparenz. Derzeit ist es f\u00fcr die meisten Endverbraucher schwierig, sich einen \u00dcberblick dar\u00fcber zu verschaffen, welche Anbieter tats\u00e4chlich die niedrigsten Geb\u00fchren haben. Die Geb\u00fchren variieren, je nachdem, ob der Endverbraucher ein Ortsgespr\u00e4ch im Land macht, in dem er sich gerade befindet, ob er daheim oder ein Drittland anruft oder ob er einen Anruf entgegennimmt, w\u00e4hrend er sich im Ausland befindet. Ausserdem sind die Geb\u00fchren zwischen den Anbietern auch unterschiedlich in Bezug darauf, ob es sich um Hauptverkehrszeiten handelt oder nicht oder ob jemand auf einem Festnetzoder einem Mobilanschluss angerufen wird. Die verschiedenen Betreiber k\u00f6nnen ihre Geb\u00fchren je nachdem auch pro Sekunde, pro 15, 30 oder 60 Sekunden berechnen. Solch komplexe Preisstrukturen reduzieren die Transparenz f\u00fcr die Endverbraucher.\u00a0\u00a0So besteht f\u00fcr Mobilfunkbetreiber wenig Anlass, ihre Auslandsroaming-Geb\u00fchren im Endkundensektor zu senken, um damit Kunden anzuziehen. Daraus l\u00e4sst sich wiederum schliessen, dass die Endverbraucher nur teilweise von sinkenden Auslandsroaming-Geb\u00fchren im Grosskundensektor werden profitieren k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2>Neue Technologien: Internet-Telefonie und internationale SIM-Karten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nHohe Auslandsroaming-Geb\u00fchren k\u00f6nnen technologische Innovationen und Entwicklungen im Bereich Auslandsroaming ankurbeln. Nachstehend betrachten wir die zwei Alternativen, die unserer Ansicht nach das gr\u00f6sste Potenzial haben, Endverbraucherpreise zu senken. Eine preissenkende Wirkung werden beide Technologien wenn \u00fcberhaupt erst langfristig entfalten k\u00f6nnen.\u00a0Die erste Alternative ist die Internet-Telefonie (Voice over IP), die bereits massive Auswirkungen auf die Fixnet-Telefonie hat. Durch die Entstehung von 3G- und Wireless-Netz-Technologien &#8211; wie Wi-Fi &#8211; sowie neue Terminals wird es technisch m\u00f6glich, auch die IP-Mobilfunk-Technologie auszun\u00fctzen. Die meisten Endverbraucher werden kurzoder mittelfristig aus den durch IP-Telefonie billiger gewordenen Auslandsroaming-Geb\u00fchren keinen Nutzen ziehen.\u00a0Die zweite Alternative sind internationale SIM-Karten, welche es den Endverbrauchern erm\u00f6glichen, viel g\u00fcnstiger aus dem Ausland zu telefonieren. Diese Technologie wird von Betreibern wie Riing Mobile und United Mobile angeboten. Um den Endverbrauchern im Ausland bessere Geb\u00fchren anbieten zu k\u00f6nnen, erwerben diese Anbieter entweder internationale Interkonnektions-Leitungen zu tiefen Geb\u00fchren oder sie sind im Besitz von eigenen internationalen Netzen. Bei dieser L\u00f6sung m\u00fcssen die Endverbraucher jedoch oft eine neue Handynummer beantragen, was bedeutet, dass sie alle ihre Kontakte entsprechend informieren m\u00fcssen. Aus diesem Grund ist diese Variante auch nur f\u00fcr die Kunden eine gute L\u00f6sung, die viel international unterwegs sind.&#13;<\/p>\n<h2>Regulierung kann eine Senkung der Endverbrauchergeb\u00fchren bewirken<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAngesichts des Befunds, dass die Roaming-Geb\u00fchren f\u00fcr schweizerische Endverbraucher trotz sinkender Preise f\u00fcr Grosskunden kaum fallen werden, r\u00fcckt die M\u00f6glichkeit einer regulatorischen Intervention vermehrt ins Blickfeld der Beh\u00f6rden. Eine solche Intervention erweist sich jedoch als schwierig, gelten doch hierzulande keine EU-internen Binnenmarktvorschriften, sondern nur Bestimmungen des Wettbewerbsrechts, sektorspezifische Bestimmungen und\/oder Regeln \u00fcber den Preismissbrauch. Die Eidg. Kommunikationskommission (ComCom) hat zurzeit keine Kompetenzen in Bezug auf Auslandsroaming-Geb\u00fchren. Zudem sind die Prozesse langwierig, da Rekurse zu langen Verfahrensdauern f\u00fchren.\u00a0Aufgrund des Mangels an Regulierungsm\u00f6glichkeiten der Roaming-Geb\u00fchren im Endverbrauchersektor k\u00f6nnte es von Vorteil sein, stattdessen die beiden Marktschw\u00e4chen zu beheben, welche die Endkunden direkt betreffen: den Mangel an Transparenz und die fehlende Sensibilit\u00e4t der Endverbraucher. \u00a0Eine m\u00f6gliche Massnahme zur Sensibilisierung der Endverbraucher w\u00e4re die Ver\u00f6ffentlichung von Preisvergleichen der Roaming-Geb\u00fchren verschiedener Anbieter im Internet. Weiter k\u00f6nnten die Schweizer Beh\u00f6rden verlangen, dass Mobilfunkbetreiber ihren Endverbrauchern kostenlose Informationen zu den Roaming-Geb\u00fchren &#8211; entweder per SMS oder telefonisch &#8211; zukommen lassen. Auch k\u00f6nnten Mobilfunkanbieter potenzielle neue Abonnenten mit Informationen zu den geltenden Roaming-Geb\u00fchren versorgen. Und schliesslich k\u00f6nnten die Schweizer Wettbewerbsorgane die Auslandsroaming-Geb\u00fchren in der EU als Massstab f\u00fcr Schweizer Anbieter verwenden, um dadurch tiefere Auslandsroaming-Geb\u00fchren f\u00fcr Schweizer Endverbraucher zu fordern. Dieser letzte Vorschlag kann jedoch nur dann funktionieren, wenn die Roaming-Geb\u00fchren in der EU nicht auf dem gleichen \u00fcberh\u00f6hten Niveau verharren wie in der Schweiz.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abAuslandsroaming am Beispiel Schweiz-Frankreich\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abGeb\u00fchren f\u00fcr aus Frankreich telefonierende Schweizer und franz\u00f6sische Endverbraucher, 2006\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Was ist Auslandsroaming? Man spricht von Auslandsroaming, wenn Endverbraucher ihr Mobiltelefon im Ausland ben\u00fctzen. Nehmen wir beispielsweise an, ein Schweizer Swisscom-Kunde ruft mit seinem Mobiltelefon von Frankreich aus seine Freundin in der Schweiz an, die ein Sunrise-Abo hat. Um von Frankreich aus einen Anruf zu t\u00e4tigen, wird das Mobiltelefon des Schweizer Endverbrauchers zun\u00e4chst mit einem franz\u00f6sischen Netz verbunden, zum Beispiel mit Orange France (siehe Grafik 1). Orange France \u00fcbermittelt den Anruf anschliessend an das Netz von Sunrise in der Schweiz. Dazu erhebt Orange France eine Geb\u00fchr von seinem Grosskunden, d.h. von Swisscom. Gleichzeitig verlangt Swisscom vom Schweizer Endverbraucher eine Endverbrauchergeb\u00fchr, da dieser ja ein Swisscom-Abo hat.a Neben Anrufen in sein Heimatland macht unser Schweizer Endverbraucher, der aus Frankreich telefoniert, aber auch andere Telefonate. Er ruft zum Beispiel eine andere Person in Frankreich an. In diesem Falle \u00fcberquert der Anruf die franz\u00f6sische Grenze nicht. In einer dritten Variante schliesslich telefoniert der Schweizer Endverbraucher mit jemandem, der sich in einem Drittland, nehmen wir an in Deutschland, aufh\u00e4lt.In allen drei F\u00e4llen ruft der Schweizer Endverbraucher entweder auf ein Mobiltelefon oder auf einen Festnetzanschluss an. Der Schweizer Endverbraucher bezahlt jeweils an seinen Betreiber zu Hause eine Endverbrauchergeb\u00fchr, w\u00e4hrend gleichzeitig der Betreiber daheim dem Betreiber des besuchten Netzes eine Grosskundengeb\u00fchr f\u00fcr das Auslandsroaming entrichten muss.b&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Untersuchungsergebnisse der Europ\u00e4ischen Kommission Die Europ\u00e4ische Kommission sch\u00e4tzt, dass die europ\u00e4ischen Endkundengeb\u00fchren f\u00fcr Auslandsroaming viermal h\u00f6her sind als die inl\u00e4ndischen Geb\u00fchren. Die Kommission st\u00fctzt sich bei diesem Ergebnis auf vertrauliche Zahlen und bewertet die Auslandsroaming-Geb\u00fchren sowohl im Grosskundenwie auch im Endverbraucherbereich als viel zu hoch.Im Durchschnitt sind die Grosskundengeb\u00fchren f\u00fcr Auslandsroaming viermal h\u00f6her als die Kosten. Ferner ist das Preisniveau f\u00fcr Endverbraucher in Europa ca. 50% h\u00f6her als dasjenige f\u00fcr durchschnittliche Grosskunden. Durchschnittlich betr\u00e4gt das Endkundenentgelt f\u00fcr Auslandsroaming 2.30 Euro (3.60 Fr.) f\u00fcr einen zweimin\u00fctigen Anruf innerhalb der EU.Diese Zahlen lassen vermuten, dass die schweizerischen Auslandsroaming-Geb\u00fchren f\u00fcr einen Anruf in Frankreich (zwischen 2.3 und 3.2 Franken) leicht unter dem EU-Durchschnitt liegen. Dies ist jedoch nicht der Fall, da die EU-Durchschnittsgeb\u00fchren auch Telefonate beinhalten, bei denen h\u00f6here Durchquerungskosten anfallen, weil auch Anrufe in ein Drittland mitgerechnet werden (Beispiel: ein D\u00e4ne, der aus Griechenland jemanden in Polen anruft). Vergleicht man die beiden Niveaus der Durchschnittsgeb\u00fchren ohne diese Variante, liegen die EU-Geb\u00fchren etwas tiefer und n\u00e4hern sich dadurch den schweizerischen Geb\u00fchren an.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schweizer Endverbraucher, die ihr Mobiltelefon im Ausland ben\u00fctzen, zahlen Geb\u00fchren, die weit \u00fcber den Kosten liegen. Dabei ist es ein schwacher Trost, dass die Geb\u00fchren in der Europ\u00e4ischen Union (EU) \u00e4hnlich hoch sind. Deshalb hat die Europ\u00e4ische Kommission vorgeschlagen, die Auslandsroaming-Geb\u00fchren in der EU sowohl auf der Grosskundenals auch auf der Endverbraucherebene zu regulieren. Die [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":2953,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[154],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":2953,"seco_co_author":[2954,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Senior Economist, Copenhagen Economics, Kopenhagen","seco_author_post_occupation_fr":"\u00c9conomiste principal, Copenhagen Economics, Copenhague","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":2954,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Economist, Copenhagen Economics, Kopenhagen","seco_co_author_post_occupation_fr":"Economist, Copenhagen Economics, Copenhague"}],"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":124246,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"9481","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55d490bcdd768"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124243"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2953"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=124243"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124243\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128305,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124243\/revisions\/128305"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2954"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2953"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=124243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=124243"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=124243"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=124243"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=124243"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=124243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}