{"id":124308,"date":"2007-01-01T12:00:00","date_gmt":"2007-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/01\/davatz-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:45:41","modified_gmt":"2023-08-23T21:45:41","slug":"davatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/01\/davatz\/","title":{"rendered":"Gleichbehandlung von beruflicher und schulischer Bildung"},"content":{"rendered":"<p>Rund zwei Drittel aller Arbeitnehmenden sind in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) t\u00e4tig. Ein Grossteil von ihnen hat eine berufliche Grundbildung absolviert. Auch heute w\u00e4hlen \u00fcber 60% aller 16-J\u00e4hrigen diesen Weg. Das Kader hat meist eine h\u00f6here Berufsbildung, sei es eine Berufs-\/Meisterpr\u00fcfung oder ein Diplom einer h\u00f6heren Fachschule. Diese durch unser Berufsbildungssystem erm\u00f6glichte und gew\u00e4hrleistete hohe Fachkompetenz z\u00e4hlt &#8211; auch im Vergleich zum Ausland &#8211; zu unseren grossen St\u00e4rken. Sie zu sichern und zu f\u00f6rdern, ist die Aufgabe der Berufsverb\u00e4nde, die f\u00fcr die qualitative Weiterentwicklung ihrer Aus- und Weiterbildungen verantwortlich sind.&#13;<\/p>\n<h2>Gewerbliche Wirtschaft f\u00fcr h\u00f6here BFI-Investitionen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBildung, Forschung und Innovation (BFI) sind f\u00fcr die gewerbliche Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Nur wenn alle drei Bereiche auf einem hohen Niveau gew\u00e4hrleistet sind, sind wir wettbewerbsf\u00e4hig, k\u00f6nnen wir Arbeitspl\u00e4tze sichern und neue schaffen. So war es f\u00fcr den Schweizerischen Gewerbeverband (SGV) klar, aktiv zu werden, als der Bundesrat im Sommer des letzten Jahres verlauten liess, f\u00fcr die Investitionen im BFI-Bereich ab dem Jahr 2008 lediglich eine Erh\u00f6hung des Kreditrahmens um j\u00e4hrlich 4,5% vorzusehen und erst noch im neuen Berufsbildungsgesetz und im Fachhochschulgesetz die Bundesanteile drastisch k\u00fcrzen zu wollen. An einer Pressekonferenz zusammen mit den Kantonen und den Sozialpartnern wehrten wir uns gegen dieses Ansinnen und das Parlament unterst\u00fctzte uns dabei. Der Bundesrat sieht nun neu eine j\u00e4hrliche Wachstumsrate von 6% f\u00fcr den ganzen BFI-Bereich vor und verzichtet auf die \u00abangedrohten\u00bb Gesetzes\u00e4nderungen. Der Verteilkampf auf die verschiedenen Bereiche ist damit allerdings nicht abgewendet.&#13;<\/p>\n<h2>Harzige Umsetzung des Berufsbildungsgesetzes<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie technologischen Entwicklungen machen auch vor den traditionellen gewerblichen Berufen nicht Halt und fordern alle aufs H\u00f6chste. Mit dem Inkrafttreten des neuen Berufsbildungsgesetzes im Jahr 2004 sind die Rahmenbedingungen, um diesen Anspr\u00fcchen gerecht zu werden, stark verbessert worden. Allerdings sind damit auch die Anforderungen an alle Beteiligten in der Berufsbildung gestiegen. Die Reformen verlangen von den Ausbildenden, Lehrbetrieben, Pr\u00fcfungsexpertinnen und -experten, aber auch von den Organisationen der Arbeitswelt (OdA) und den Beh\u00f6rden ein hohes Engagement an Geld und Zeit. Das im Gesetz vorgesehene neue Finanzierungssystem &#8211; der Bund bezahlt k\u00fcnftig Pauschalen an die Kantone und nur noch in ganz wenigen Ausnahmef\u00e4llen direkt an die OdA &#8211; soll bereits 2008 eingef\u00fchrt werden. Die Anpassungen in den Kantonen &#8211; h\u00e4ufig gepr\u00e4gt durch ihre angespannte Finanzlage &#8211; sind im Gange. \u00a0Gerade im Bereich der h\u00f6heren Berufsbildung &#8211; also z.B. bei den Vorbereitungskursen f\u00fcr Berufs- und h\u00f6here Fachpr\u00fcfungen &#8211; harzt es an einigen Orten mit der zwingend notwenigen Unterst\u00fctzung. Nachdem das Schweizer Volk am 21. Mai 2006 mit 86% Ja-Stimmen die neuen Bildungsartikel in der Bundesverfassung angenommen hat, darf diese Entwicklung auf keinen Fall hingenommen werden.&#13;<\/p>\n<h2>Ungleiche Spiesse von Hochschulen und Berufsbildung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Jahr 2003 flossen rund 15% (520 Mio. Fr.) aller Bildungsmittel des Bundes in die berufliche Grund- und h\u00f6here Berufsbildung und 82% (2896 Mio. Fr.) in den Hochschulbereich. Noch krasser ist das Missverh\u00e4ltnis, wenn wir die gesamten Ausgaben des Bundes und der Kantone f\u00fcr die h\u00f6here Berufsbildung und f\u00fcr den Hochschulbereich miteinander vergleichen. F\u00fcr die h\u00f6here Berufsbildung gaben Bund und Kantone total 240 Mio. Franken aus, f\u00fcr den Hochschulbereich 6383 Mio. Franken. Der Anteil der Ausgaben f\u00fcr die h\u00f6here Berufsbildung lagen demnach bei 3,6%, w\u00e4hrend der Hochschulbereich 96,4% erhielt. Und dies, obschon im Jahre 2004 die Abschl\u00fcsse der h\u00f6heren Berufsbildung 40% aller Terti\u00e4rabschl\u00fcsse ausmachten. \u00a0Die \u00f6ffentliche Hand beteiligt sich also kaum an den Kosten der h\u00f6heren Berufsbildung, obwohl diese Qualifikationen f\u00fcr unsere Wirtschaft von eminenter Bedeutung sind. Der Bund darf sich deshalb auf keinen Fall noch weiter aus seiner Verantwortung f\u00fcr diesen Bereich stehlen. Die Berufsbildung sollte nicht nur am 1. August f\u00fcr die hervorragenden Leistungen und ihre Effizienz gelobt werden, sondern muss noch st\u00e4rker &#8211; auch mit finanziellen Mitteln &#8211; unterst\u00fctzt werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund zwei Drittel aller Arbeitnehmenden sind in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) t\u00e4tig. Ein Grossteil von ihnen hat eine berufliche Grundbildung absolviert. Auch heute w\u00e4hlen \u00fcber 60% aller 16-J\u00e4hrigen diesen Weg. Das Kader hat meist eine h\u00f6here Berufsbildung, sei es eine Berufs-\/Meisterpr\u00fcfung oder ein Diplom einer h\u00f6heren Fachschule. 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