{"id":124343,"date":"2007-01-01T12:00:00","date_gmt":"2007-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/01\/parnisari-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:45:33","modified_gmt":"2023-08-23T21:45:33","slug":"parnisari-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/01\/parnisari-3\/","title":{"rendered":"Schweizer Wirtschaftsbranchen &#8211; die neue Artikelserie"},"content":{"rendered":"<p>Rasanter technologische Wandel und Billiglohnkonkurrenz fordern die Schweizer Wirtschaft enorm heraus. Aktivit\u00e4ten in veralteten Technologiebereichen und\/oder in von aufstrebenden neuen Industriel\u00e4ndern mit tiefen Lohnkosten besetzten Feldern k\u00f6nnen hierzulande nicht mehr rentabel wahrgenommen werden. Andere Wirtschaftsaktivit\u00e4ten bl\u00fchen und profitieren von den besonderen Standortvorteilen der Schweiz. Die mit dieser Ausgabe des Magazins \u00abDie Volkswirtschaft\u00bb beginnende Branchenserie beleuchtet die Entwicklungen, strukturellen Ver\u00e4nderungen sowie nationalen und internationalen Positionierungen einzelner Branchen. Die Artikelserie wird von Autoren der BAK Basel Economics verfasst <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200701_15_Parnisari_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Internationaler Standortwettbewerb hat sich intensiviert&#8230;<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine erste Welle versch\u00e4rften internationalen Standortwettbewerbs hat die Schweizer Wirtschaft in den Neunzigerjahren durchlaufen. Ausl\u00f6ser waren die Abl\u00f6sung der Planwirtschaft durch das marktwirtschaftliche Modell im Osten Europas und weiten Teilen Asiens sowie die raschere Gangart des Fortschritts in den Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). In dem Masse, wie sich die Grenzen f\u00fcr G\u00fcter und Kapital \u00f6ffneten, hat sich auch der Standortwettbewerb intensiviert. Gerade f\u00fcr \u00abHochlohnl\u00e4nder\u00bb, zu denen die Schweiz zweifelsohne geh\u00f6rt, bedeutet der intensivierte Wettbewerb um tiefere Arbeitskosten eine Herausforderung, weil immer mehr Unternehmen ihre Produktion &#8211; oder zumindest Teile davon &#8211; ins Ausland verlagern. Zum Export von Waren tritt der Export von Arbeitspl\u00e4tzen. Produziert wird da, wo die Kosten am niedrigsten sind. Die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen stieg zwischen 1990 und 2005 pro Jahr nur um rund ein Viertel Prozent an &#8211; in den Achtzigerjahren waren es noch rund 2% pro Jahr. Dies war in den meisten anderen westlichen Industriel\u00e4ndern der Fall. Einige &#8211; beispielsweise die USA oder Spanien &#8211; hatten allerdings gr\u00f6ssere Erfolge auf dem Arbeitsmarkt. Mit einem realen gesamtwirtschaftlichen Wachstum von rund 1% pro Jahr musste sich die Schweiz in diesem Zeitraum im internationalen Vergleich sogar ganz weit hinten einreihen.&#13;<\/p>\n<h2>&#8230;und die n\u00e4chste Welle kommt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDennoch gilt: Nach wie vor schneidet die Schweizer Wirtschaft in internationalen Standortoder Wettbewerbsf\u00e4higkeitsrankings hervorragend ab. Die Voraussetzungen f\u00fcr ein dynamischeres Wirtschaftswachstum scheinen immer noch vorhanden zu sein. Und der Konjunkturmotor brummt derzeit. Eins ist allerdings klar: Die zweite Welle des versch\u00e4rften Standortwettbewerbs hat schon begonnen. Sie wird dadurch bestimmt, wie gut und wie rasch sich die einzelnen L\u00e4nder und Regionen der Erde den Herausforderungen der wissensbasierten Wirtschaft und Gesellschaft stellen. L\u00e4nder und Regionen, denen es gelingt, auf der ganzen Breite innovations- und besch\u00e4ftigungsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen und\/oder aufrecht zu erhalten, werden zu den Gewinnern geh\u00f6ren.&#13;<\/p>\n<h2>Schweizer Wirtschaft nur so stark wie ihre Branchen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWo liegen aber nun die Potenziale, welche die Schweiz in Zukunft auf der Gewinnerseite stehen lassen? Wer sich mit dieser Frage befasst, muss sich mit Stand, Struktur und Leistungsf\u00e4higkeit der Branchen der Schweizer Wirtschaft auseinandersetzen. Die Erfolgschancen der Schweizer Wirtschaft haben ihre Bestimmungsgr\u00fcnde in den Standortfaktoren und Rahmenbedingungen. Letztendlich sind diese aber abh\u00e4ngig von der Leistungs-, Innovations- und Risikobereitschaft der privaten Haushalte und Unternehmen, die wiederum von der Branchenlandschaft gepr\u00e4gt sind. \u00a0Ein erster Blick auf die Entwicklung der Schweizer Branchen in den letzten rund 15 Jahren zeigt eine zunehmende Tertiarisierung der Schweizer Wirtschaft, wie sie tendenziell in allen \u00abIndustriel\u00e4ndern\u00bb stattgefunden hat. Zwar hat die steigende weltweite G\u00fcternachfrage auch dem produzierenden Gewerbe in der Schweiz positive Impulse beschert. Seit 1990 konnte die reale Wertsch\u00f6pfung des 2. Sektors im Durchschnitt pro Jahr um knapp 1% gesteigert werden. Die zus\u00e4tzliche Nachfrage konnte jedoch durch freie Kapazit\u00e4ten und durch Produktivit\u00e4tsfortschritte befriedigt werden. In der Folge ist die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen im produzierenden Gewerbe pro Jahr im Durchschnitt um rund 1,5% zur\u00fcckgegangen. Diese \u00abSchere\u00bb zwischen Wertsch\u00f6pfung und Erwerbst\u00e4tigen deutet auf einen fortgesetzten Strukturwandel hin. Anders dagegen im Dienstleistungssektor: Dort konnte sowohl die reale Wertsch\u00f6pfung als auch die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen pro Jahr um rund 1% ausgebaut werden. 1990 waren noch 31% der in der Schweiz Erwerbst\u00e4tigen im produzierenden Gewerbe und 64% in den Dienstleistungen besch\u00e4ftigt, was einem Verh\u00e4ltnis von 1:2 entspricht. Im Jahr 2005 lag dieses Verh\u00e4ltnis schon bei 1:3.&#13;<\/p>\n<h2>Zusammenspiel von Exportwirtschaft und Binnensektor muss funktionieren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie vertiefte Betrachtung der Schweizer Branchenlandschaft soll dazu dienen, diesen Wandel besser zu verstehen. Zum langfristigen Erhalt oder Ausbau der Schweizer Wettbewerbsf\u00e4higkeit m\u00fcssen alle wichtigen Branchen beitragen. Eine aussenhandelsabh\u00e4ngige Volkswirtschaft wie die Schweiz verdient letztlich ihr Geld \u00fcber den Export von G\u00fctern und Dienstleistungen. Nur durch \u00fcberdurchschnittliche Pr\u00e4senz auf den Weltm\u00e4rkten &#8211; zumindest in den Schl\u00fcsselbranchen &#8211; k\u00f6nnen die notwendigen Gewinne und Arbeitseinkommen generiert werden, die ein hohes Wohlstandsniveau erlauben und damit auch die Binnenbranchen st\u00fctzen. Dies ist aber wiederum nur m\u00f6glich, wenn auch die Binnenbranchen als Versorger und Zulieferer effizient und wettbewerbsf\u00e4hig und auf dem Stand neuester Technologien sind. \u00a0In der Auseinandersetzung mit den wichtigsten Branchen der Schweizer Wirtschaft stellen sich viele Fragen: Wie entwickeln sich die wichtigsten Branchen? Welchem strukturellen Wandel sind sie unterworfen? Welche Trends bewegen sie? Mit welchen unterschiedlichen Herausforderungen haben sie zu k\u00e4mpfen? Diesen Fragen will sich \u00abDie Volkswirtschaft\u00bb in der Branchenserie widmen. Dabei werden sowohl Industrieals auch Dienstleistungsbranchen vorgestellt. Es werden nicht nur die ,,\u00abSchl\u00fcsselbranchen\u00bb der Schweizer Exportwirtschaft &#8211; Finanzsektor, Investitionsg\u00fcterindustrie, Tourismus und Chemie\/Pharma, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts rund 85% aller Schweizer Exporte tragen &#8211; beleuchtet. Beginnend mit dem Gastgewerbe werden wir die Scheinwerfer ebenso auf die Konsumg\u00fcterindustrien, die Bauwirtschaft, den Energiebereich, den Detailhandel, den Kommunikationssektor, die Verkehrsbranche und auf die \u00fcbrigen Dienstleistungen (Gesundheit, Bildung, IT usw.) richten. Gesamthaft wird sich dadurch f\u00fcr den regelm\u00e4ssigen Leser nach und nach ein Mosaik der Schweizer Branchenlandschaft ergeben, was zum besseren Verst\u00e4ndnis der Erfolgschancen sowie der Entwicklungen der Schweizer Wirtschaft beitr\u00e4gt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: BAK Basel Economics beleuchtet die Schweizer Branchen Das 1980 aus der Universit\u00e4t Basel heraus gegr\u00fcndete Wirtschaftsforschungsunternehmen BAK Basel Economics hat sein Informations-, Forschungs- und Beratungsangebot ab 1994 konsequent auf die Bed\u00fcrfnisse von Regionen und Branchen der schweizerischen Volkswirtschaft ausgerichtet, die sich den Herausforderungen der Standortkonkurrenz proaktiv stellen wollen. Heute bietet BAK Basel Economics diverse zum Teil exklusive Datenbasen f\u00fcr rund 500 L\u00e4nder und Regionen in Europa und den USA an und erbringt darauf aufbauend Forschungs- und Beratungsleistungen, die individuell den Informations-, Analyse- und Beratungsbed\u00fcrfnissen von Branchen und Regionen der schweizerischen Volkswirtschaft entsprechen. BAK Basel Economics besch\u00e4ftigt gegenw\u00e4rtig rund 30 Personen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Branchenentwicklung in den offiziellen Zahlen des BFS und des Seco Dem Bed\u00fcrfnis nach einer branchenspezifischen Betrachtung der Wirtschaftsentwicklung werden die offiziellen Statistiken der Schweiz wie auch der EU-L\u00e4nder schon heute gerecht. Auf Jahresbasis ver\u00f6ffentlicht das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) eine sehr detaillierte Entwicklung der Wertsch\u00f6pfung der Branchen seit 1990. Die erg\u00e4nzende Quartalsentwicklung der Branchen zur Absch\u00e4tzung der aktuellen Konjunkturlage wird vom Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) erfasst. BAK Basel Economics ber\u00fccksichtigt alle Daten der offiziellen Statistiken und verarbeitet diese zur Erstellung ihrer internationalen regionalen Vergleichsdatenbanken, pr\u00e4sentiert und kommentiert in dieser Publikationsreihe aber auch eigene Daten zur Branchenentwicklung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rasanter technologische Wandel und Billiglohnkonkurrenz fordern die Schweizer Wirtschaft enorm heraus. Aktivit\u00e4ten in veralteten Technologiebereichen und\/oder in von aufstrebenden neuen Industriel\u00e4ndern mit tiefen Lohnkosten besetzten Feldern k\u00f6nnen hierzulande nicht mehr rentabel wahrgenommen werden. Andere Wirtschaftsaktivit\u00e4ten bl\u00fchen und profitieren von den besonderen Standortvorteilen der Schweiz. Die mit dieser Ausgabe des Magazins \u00abDie Volkswirtschaft\u00bb beginnende Branchenserie beleuchtet [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":2931,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[154],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":2931,"seco_co_author":[4021,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Mitglied der Gesch\u00e4ftsleitung, BAK Basel Economics, Basel","seco_author_post_occupation_fr":"membre de la direction, BAK Basel Economics, B\u00e2le","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":4021,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Leiter Ressort Konjunktur, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco), Bern.","seco_co_author_post_occupation_fr":"Chef du secteur Conjon\u00adcture, Secr\u00e9tariat d\u2019\u00c9tat \u00e0 \u00adl\u2019\u00e9conomie SECO, Berne"}],"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":124346,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"9451","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5538838d91b9a"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124343"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2931"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=124343"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124343\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128325,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/124343\/revisions\/128325"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4021"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2931"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=124343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=124343"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=124343"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=124343"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=124343"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=124343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}