{"id":124348,"date":"2007-01-01T12:00:00","date_gmt":"2007-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/01\/renold-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:45:51","modified_gmt":"2023-08-23T21:45:51","slug":"renold-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/01\/renold-3\/","title":{"rendered":"Bildung, Forschung, Innovation in den Jahren 2008-2011"},"content":{"rendered":"<p>Am 24. Januar 2007 hat der Bundesrat die Weichen gestellt. Er \u00fcberwies dem Parlament die Botschaft \u00fcber die F\u00f6rderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) in den Jahren 2008-2011. Der mit dieser Botschaft beantragte Rahmenkredit von 21,2 Mrd. Franken folgt dem politisch breit abgest\u00fctzten Finanzplan des Bundesrates, wonach das Total der Bundesinvestitionen in den BFI-Bereich ab dem Jahr 2008 um j\u00e4hrlich durchschnittlich 6% gesteigert werden darf. Dank dieser Priorisierung kann der Bund seinen gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen und eine zukunftsweisende BFI-F\u00f6rderung sicherstellen.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200701_04_Renold_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit der BFI-Botschaft 2008-2011 unterbreitet der Bundesrat dem Parlament die Leitlinien und Ziele der eidgen\u00f6ssischen F\u00f6rderpolitik zugunsten von Bildung, Forschung und Innovation in den kommenden vier Jahren &#8211; einschliesslich die f\u00fcr die Umsetzung und Zielerreichung erforderlichen finanziellen Ressourcen &#8211; zur Genehmigung. In Form von elf Finanzierungsbeschl\u00fcssen beantragt er einen Gesamtkredit von 20 Mrd. Franken. Diese Summe umfasst alle nationalen F\u00f6rdermassnahmen in den Bereichen Berufsbildung, Hochschulen (Eidg. Technische Hochschulen mit ihren Forschungsanstalten, Universit\u00e4ten, Fachhochschulen), Grundlagenforschung, anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung (aF&amp;E), Innovation und Wissenstransfer in Gesellschaft und Wirtschaft. Sie umfasst aber auch die bilaterale und multilaterale internationale Zusammenarbeit, die Weltraumpolitik sowie die Bildungszusammenarbeit mit der EU.&#13;<\/p>\n<h2>H\u00f6chster je gesprochener Betrag zur BFI-F\u00f6rderung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBereits vergangenen Dezember haben die eidg. R\u00e4te einen Kredit zur integralen Teilnahme der Schweiz am 7. Forschungsrahmenprogramm der EU (2007-2013) in der H\u00f6he von insgesamt 2,5 Mrd. Franken genehmigt. Davon entfallen gut 1,3 Mrd. Franken auf die Jahre 2008-2011. Stimmen die R\u00e4te auch den mit der j\u00fcngsten BFI-Botschaft gestellten Kreditbegehren zu, wird sich das Total der Bundesinvestitionen in Bildung, Forschung und Innovation w\u00e4hrend der Jahre 2008-2011 auf insgesamt rund 21,2 Mrd. Franken belaufen (vgl. Grafik 1). Dass dieser in der Geschichte der eidgen\u00f6ssischen BFI-F\u00f6rderung bislang unerreichte Betrag zustande kommen kann, ist der (finanz-)politischen Priorisierung des BFI-Bereichs zu verdanken: Im Oktober 2006 hat der Bundesrat &#8211; eingedenk zahlreicher parlamentarischer Vorst\u00f6sse &#8211; entschieden, dem BFI-Bereich ab dem Jahr 2008 statt der zun\u00e4chst vorgesehenen j\u00e4hrlichen Budgetsteigerung von 4,5% neu eine solche von 6% zukommen zu lassen.&#13;<\/p>\n<h2>Weshalb die Erh\u00f6hung der Bundesmittel?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nW\u00e4hrend der Kreditperiode 2004-2007 haben sich wichtige Neuerungen ergeben, die f\u00fcr die aktuelle Vorlage von Bedeutung sind. Wegweisend sind die vom Stimmvolk und den Kantonen am 21. Mai 2006 mit einem klaren Mehr von \u00fcber 85% angenommenen neuen Verfassungsbestimmungen zu BFI. Sie bilden die Grundlage, auf der Bund und Kantone den schweizerischen Bildungs-, Forschungs- und Innovationsraum k\u00fcnftig gemeinsam ausgestalten. Artikel 61a der Bundesverfassung verpflichtet die beiden Partner dazu, f\u00fcr eine hohe Qualit\u00e4t und Durchl\u00e4ssigkeit des Bildungsraums Schweiz zu sorgen, ihre Anstrengungen zu koordinieren, die Zusammenarbeit sicherzustellen und sich daf\u00fcr einzusetzen, dass die allgemein bildenden und berufsbezogenen Bildungswege eine gleichwertige gesellschaftliche Anerkennung finden. Insbesondere verankern die neuen Verfassungsartikel das Prinzip eines breiten und durchl\u00e4ssigen Angebots in der Berufsbildung. F\u00fcr die kommende BFI-Periode 2008-2011 pr\u00e4gend ist ferner, dass die eidg. R\u00e4te das Berufsbildungsgesetz total- und das Fachhochschulgesetz teilrevidiert haben. Die Konsequenzen dieser Legiferierung zeigen sich insbesondere auch in finanziellen Folgewirkungen f\u00fcr den Bund.&#13;<\/p>\n<h2>Kompetenzverteilung zwischen Bund und Kantonen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Kompetenzen bez\u00fcglich Steuerung und Finanzierung sind in den verschiedenen Bereichen des BFI-Systems unterschiedlich. In der Berufsbildung und im ETH-Bereich hat der Bund die alleinige Regelungskompetenz. Letzteren finanziert er vollst\u00e4ndig, w\u00e4hrend in der Berufsbildung Hauptkosten und -nutzen von der privaten Wirtschaft getragen werden; von den \u00f6ffentlichen Kosten tragen die Kantone heute rund 83%, w\u00e4hrend der Bund 17% beisteuert. An der Finanzierung der Universit\u00e4ten und der Fachhochschulen beteiligt sich der Bund mit 20% bis 30%; die finanzielle Hauptlast tragen hier die Kantone. Die Universit\u00e4ten stehen denn auch in der Regelungskompetenz und unter Aufsicht der Kantone, w\u00e4hrend der Bund diese Aufgaben f\u00fcr die Fachhochschulen \u00fcbernimmt. In der Verantwortung des Bundes liegen zudem die F\u00f6rderung der wissenschaftlichen Forschung und der Innovation sowie die internationale Zusammenarbeit in Bildung und Wissenschaft.&#13;<\/p>\n<h2>Leistungsf\u00e4higkeit des Bildungssystems erhalten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweiz ist eines der L\u00e4nder, deren BFI-System international als \u00fcberdurchschnittlich leistungsf\u00e4hig gilt. Der Vorsprung auf vergleichbare Staaten schmilzt jedoch &#8211; und zwar mit zunehmendem Tempo. Deshalb besteht in allen Bereichen des Schweizer BFI-Systems Handlungsbedarf.\u00a0Das Schweizer Bildungssystem beweist seine Leistungsf\u00e4higkeit in vielen Bereichen. Eine der wesentlichen St\u00e4rken ist das duale Bildungssystem auf der Sekundarstufe II. Zudem steigen die Quote der Hochschulabsolventen und die Abschl\u00fcsse im Bereich der h\u00f6heren Berufsbildung stetig; 2005 verf\u00fcgten 19% der Schweizer Wohnbev\u00f6lkerung \u00fcber einen Hochschulabschluss und rund 10% \u00fcber einen Abschluss in der h\u00f6heren Berufsbildung. Die Schweizer Universit\u00e4ten verm\u00f6gen im europ\u00e4ischen Vergleich mitzuhalten und liegen in den Rankings zum Teil auf Spitzenpl\u00e4tzen. Ein Qualit\u00e4tsmerkmal der Universit\u00e4ten ist auch, dass Lehrk\u00f6rper und Studierende stark international zusammengesetzt sind. In der Weiterbildung (Quart\u00e4rbereich) schliesslich liegt die Schweiz zusammen mit Schweden und Island an der Spitze.&#13;<\/p>\n<h2>Weitere Qualit\u00e4tssteigerung als gr\u00f6sste Herausforderung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDiese positiven Ergebnisse d\u00fcrfen aber nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass es im Schweizer Bildungsbereich auch Verbesserungspotenzial und grosse Herausforderungen gibt. Deren gr\u00f6sste ist sicher, die heutige Qualit\u00e4t des Angebots konsequent weiter zu steigern. Bund, Kantone und Sozialpartner haben sich darauf verst\u00e4ndigt, die Quote der Sekundarstufen-II-Abschl\u00fcsse bis im Jahre 2015 auf 95% zu erh\u00f6hen, laufen doch Personen ohne einen postobligatorischen Abschluss zunehmend Gefahr, im Laufe ihrer Erwerbskarriere vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen und von sozialer Armut betroffen zu werden. Verbesserungsf\u00e4hig ist ferner die Quote der Personen mit abgeschlossener Terti\u00e4rausbildung. Die Schweiz liegt heute hier mit rund 29% lediglich im europ\u00e4ischen Mittelfeld, bei den Personen mit einem Abschluss in exakten, Natur- und technischen Wissenschaften gar noch tiefer und unter dem europ\u00e4ischen Mittel. Zu beachten ist auch der demografisch bedingte Anstieg der Studierendenzahlen auf der gesamten Terti\u00e4rstufe; an den Hochschulen sind bis 2014 \u00fcber 20000 Studierende mehr zu erwarten als bisher (vgl. Grafik 2). Um die Betreuungsverh\u00e4ltnisse befriedigend zu gestalten, sind zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4ten erforderlich.\u00a0Auch in den Bereichen Grundlagenforschung, aF&amp;E und Innovation versch\u00e4rft sich der Wettkampf an der Spitze. In fast allen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern hat der Anteil der in F&amp;E Besch\u00e4ftigten in den letzten Jahren st\u00e4rker zugenommen als in der Schweiz. Weiter verzeichnet die Schweiz ein deutlich geringeres Wachstum bei der Publikation von wissenschaftlichen Schriften als andere Industrienationen. In Disziplinen wie der klinischen Forschung oder in den Geistes- und Sozialwissenschaften figuriert die Schweiz nicht in den vorderen R\u00e4ngen der Zitationsindizes. Und schliesslich ist die Innovationsf\u00e4higkeit der Schweiz zwar Spitze; diese Positionierung muss aber erhalten bleiben, wenn die Schweiz weiterhin zu den wettbewerbsf\u00e4higsten Wissensgesellschaften geh\u00f6ren will.\u00a0Im F&amp;E-Bereich besteht die Herausforderung darin, der weltweiten Konkurrenz zu begegnen. Deshalb muss die Verlangsamung im Anstieg der \u00f6ffentlichen Ausgaben korrigiert werden. Die rund 0,7% des BIP, welche die \u00f6ffentliche Hand derzeit in die Forschung investiert, sind im internationalen Vergleich relativ gering (vgl. Grafik 3) und stellen die Zukunftsf\u00e4higkeit der Schweizer Forschung in Frage.&#13;<\/p>\n<h2>Leitlinien der BFI-Politik 2008-2011<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBereits in den Neunzigerjahren hat der Bundesrat einen \u00fcber die Jahre hinweg kontinuierlichen Reformprozess im gesamten BFI-Bereich in Gang gesetzt. Dieser Prozess ist in Zusammenarbeit mit den Kantonen und den \u00fcbrigen Partnern in der Periode 2008-2011 zu konsolidieren. Dazu geh\u00f6ren namentlich der Abschluss der Umsetzung der Bologna-Deklaration bis 2010, die vollst\u00e4ndige Umsetzung der Reformen gem\u00e4ss Berufsbildungsgesetz, die Erarbeitung eines neuen Hochschulrahmengesetzes und die damit verbundene Neuordnung der Hochschullandschaft Schweiz sowie die Schaffung eines eigenen Bundesgesetzes, das erlaubt, zusammen mit den Kantonen die Wirkungszusammenh\u00e4nge des Bildungssystems zu ergr\u00fcnden. Basierend auf Art. 64a der Bundesverfassung soll im Laufe der Legislatur auch ein Weiterbildungsgesetz ausgearbeitet werden. Vor diesem Hintergrund orientiert sich die bundesr\u00e4tliche BFI-Politik f\u00fcr die Jahre 2008-2011 an zwei Leitlinien:&#13;<\/p>\n<h3>Bereich Bildung: Nachhaltige Sicherung und Steigerung der Qualit\u00e4t<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n&#8211; Bund und Kantone setzen sich f\u00fcr ein \u00f6ffentliches Bildungssystem ein, das inhaltlich aktuell und zukunftsf\u00e4hig ist und den sich \u00e4ndernden Bed\u00fcrfnissen der Gesellschaft entspricht.\u00a0&#8211; Bund und Kantone engagieren sich f\u00fcr ein vielf\u00e4ltiges Bildungsangebot, das dem Grundsatz des individuell zugeschnittenen und lebenslangen Lernens entspricht und sich durch Durchl\u00e4ssigkeiten auszeichnet, die mithelfen, Bildungswege zu verk\u00fcrzen.\u00a0&#8211; Bund und Kantone setzen sich partnerschaftlich daf\u00fcr ein, dass Qualit\u00e4t und Angebotsvielfalt ein Markenzeichen des Bildungsplatzes Schweiz bleiben.\u00a0&#8211; Schulisch schw\u00e4chere und sozial benachteiligte Jugendliche erhalten \u00fcber niederschwellige Angebote bessere Integrationschancen.\u00a0&#8211; Die Akteure im Bildungsraum Schweiz bauen den l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Austausch von Personen und Ideen weiter aus.&#13;<\/p>\n<h3>Bereich Forschung und Innovation: Erh\u00f6hung von Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Wachstum<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n&#8211; Der Bund investiert in die freie Grundlagenforschung zur erfolgreichen Weiterentwicklung des Denkplatzes Schweiz. Er f\u00f6rdert den Wissenstransfer aus den Hochschulen in die Wirtschaft.\u00a0&#8211; Der Bund verst\u00e4rkt besonders zukunftstr\u00e4chtige anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben durch Aufstockung der Mittel bei seiner F\u00f6rderagentur f\u00fcr Innovation KTI.\u00a0&#8211; Der Bund sichert und f\u00f6rdert den wissenschaftlichen Nachwuchs.\u00a0&#8211; Der Bund setzt auf die Hochschulen und Forschungsanstalten des ETH-Bereichs, deren Qualit\u00e4t und Leistungsf\u00e4higkeit den Massstab f\u00fcr das gesamte BFI-System abgeben.\u00a0&#8211; Der Bund st\u00e4rkt Berufsbildung und Fachhochschulen und schafft damit eine starke praxisorientierte fachliche Basis, deren Absolventinnen und Absolventen das R\u00fcckgrat der Schweizer Volkswirtschaft bilden.\u00a0&#8211; Der Bund schafft f\u00fcr die Akteure des Schweizer BFI-Systems die bestm\u00f6glichen Rahmenbedingungen durch die Mitgliedschaft in strategisch wichtigen internationalen F\u00f6rderorganisationen und -programmen &#8211; insbesondere auf europ\u00e4ischer Ebene &#8211; und durch den Ausbau der bilateralen Beziehungen mit interessierten Partnerl\u00e4ndern, vor allem in Asien.&#13;<\/p>\n<h2>Einsatz der F\u00f6rdermittel und politische Priorit\u00e4ten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Bundesrat stellt in seiner BFI-Botschaft fest, dass die Zahl bildungswilliger Menschen zunimmt, noch ungenutztes Forschungs- und Innovationspotenzial besteht und der BFI-Bereich von hoher gesellschaftlicher Bedeutung ist. Er formuliert deshalb eine F\u00f6rderpolitik, die einerseits der konsequenten Steigerung von Effizienz verpflichtet und andererseits auf eine gr\u00f6sstm\u00f6gliche Wirkung ausgerichtet ist. Auf diese beiden Gebote werden die Empf\u00e4nger von Bundesmitteln verpflichtet. Im Zentrum stehen die folgenden Strategien:&#13;<\/p>\n<h3>Moderate Anpassung der Ausgaben im Bildungsbereich<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nUnter Anrechnung der Studierendenzahlen und der Teuerung werden das Globalbudget des ETH-Bereichs und die Grundbeitr\u00e4ge an die kantonalen Universit\u00e4ten gesteigert. Die Betriebsbeitr\u00e4ge an die Fachhochschulen und die Bundessubvention der Berufsbildung werden im Rahmen der gesetzlichen Verpflichtungen erh\u00f6ht. Mit dieser Massnahme gew\u00e4hrleistet der Bund zusammen mit den Kantonen den Bildungsinstitutionen die finanziellen Mittel, die sie angesichts der demografischen Entwicklung und der neuen gesetzlichen Anforderungen f\u00fcr eine zukunftsgerichtete Planung ben\u00f6tigen. Gleichzeitig bewirkt er damit, dass weitere Initiativen zur Portfoliobereinigung und Schwerpunktsetzung ergriffen werden.&#13;<\/p>\n<h3>Deutliche Erh\u00f6hung der F\u00f6rdermittel f\u00fcr nationale Forschungs- und Innovationst\u00e4tigkeiten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Schweizerische Nationalfonds (SNF) und die F\u00f6rderagentur f\u00fcr Innovation (KTI) dienen nach dem Grundsatz von Wettbewerb und Konkurrenz der F\u00f6rderung der jeweils besten Forschenden, Ideen, Projekte und Institutionen (vgl.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1<\/b>&#13;<br \/>\nBereits heute arbeiten der Schweizerische Nationalfonds (SNF) und die F\u00f6rderagentur f\u00fcr Innovation KTI intensiv zusammen. Diese Zusammenarbeit wird in den kommenden Jahren noch verst\u00e4rkt:- Pr\u00fcfung der M\u00f6glichkeit einer gemeinsamen Finanzierung von Projekten, die in der ersten Phase Grundlagenforschung ben\u00f6tigen, in der zweiten Phase anwendungsorientiert sind (z.B. Machbarkeitsstudien);- St\u00e4rkung der Koordination im Bereich der Nationalen Forschungsprogramme (NFP) durch gemeinsam durchgef\u00fchrte Projekte und bessere Nutzung des Umsetzungspotenzials;- systematische Vernetzung von NFP und Nationalen Forschungsschwerpunkten mit den WTT-Konsortien und den an Fachhochschulen aufgebauten F&amp;E-Konsortien.Diese Massnahmen sind von struktureller Bedeutung, denn sie zielen darauf ab:- die Forschungs- und Innovationsf\u00f6rderung insgesamt besser zu koordinieren;- Wettbewerbsvorteile der Schweiz im internationalen Umfeld besser zu nutzen;- das hohe Innovationspotenzial der Grundlagenforschung f\u00fcr den Standort Schweiz noch besser einzusetzen.). Damit erzielen die von SNF und KTI zugesprochenen Mittel eine doppelte Wirkung: \u00a0&#8211; Zum einen f\u00f6rdern sie herausragende Projekte der Grundlagenforschung, der aF&amp;E und der Innovation.\u00a0&#8211; Zum andern steigern sie Qualit\u00e4t und Konkurrenzf\u00e4higkeit der an den gef\u00f6rderten Projekten beteiligten Personen und Institutionen. \u00a0\u00a0Der Bundesrat will deshalb die Budgets von SNF und KTI deutlich erh\u00f6hen und zudem beim SNF neu das Instrument \u00abOverhead\u00bb als zus\u00e4tzlichen Anreiz f\u00fcr die Hochschulen zur Akquisition von F\u00f6rdermitteln einf\u00fchren. Er verspricht sich davon eine international konkurrenzf\u00e4higere Qualit\u00e4t und Exzellenz im Schweizer Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsbereich, eine vermehrte Kr\u00e4ftekonzentration und Arbeitsteilung im Bereich der Forschung an Hochschulen und &#8211; damit verbunden &#8211; entsprechende Steuerungseffekte auf das Schweizer BFI-System insgesamt. Dazu geh\u00f6ren auch verbesserte Chancen f\u00fcr den Mittelbau und den wissenschaftlichen Nachwuchs an den ETH, Universit\u00e4ten und Fachhochschulen sowie einen quantitativen Ausbau und eine qualitative Steigerung bei der Zusammenarbeit zwischen \u00f6ffentlichen und privaten Partnern in den Bereichen Wissens- und Technologietransfer und Innovation.&#13;<\/p>\n<h3>Zus\u00e4tzliche Mittel f\u00fcr den BFI-Bereich \u00fcbergreifende F\u00f6rder- und Monitoringmassnahmen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nMit projektgebundenen Mitteln plant der Bundesrat einerseits, Anreize f\u00fcr zus\u00e4tzliche Angebotsbereinigungen im Hochschulbereich zu schaffen. Andererseits beantragt er Mittel, dank derer erkannte L\u00fccken in den Bereichen der BFI-Statistik und des BFI-Monitorings in Zusammenarbeit mit den Kantonen rechtzeitig geschlossen werden k\u00f6nnen. Mit diesen Massnahmen werden die folgenden Effekte erzielt: \u00a0&#8211; eine dank Portfoliobereinigung und Schwerpunktsetzung weiter erh\u00f6hte Ausbildungsqualit\u00e4t;\u00a0&#8211; eine dank leistungsf\u00e4higer nationaler Exzellenzzentren st\u00e4rkere internationale Konkurrenzf\u00e4higkeit des ganzen Schweizer BFI-Bereichs;\u00a0&#8211; eine dank eines sukzessive auf- und ausgebauten Steuerungswissens k\u00fcnftig noch evidenzbasiertere und wirkungsorientiertere BFI-Politik als partnerschaftliche Aufgabe von Bund und Kantonen (vgl.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 2<\/b>&#13;<br \/>\nBasierend auf der neuen Bildungsverfassung steuern Bund und Kantone das Bildungssystem gemeinsam. Daf\u00fcr brauchen sie insbesondere vertiefte Kenntnisse der Wirkungszusammenh\u00e4nge sowie der Fakten und Hintergr\u00fcnde. Der Bildungsbericht Schweiz 2006 zeigt auf, welche L\u00fccken in der Datenlage und beim Forschungsstand \u00fcber das ganze Bildungssystem von der Vorschule bis zur Weiterbildung bestehen. Er bildet die Grundlage daf\u00fcr, dass Bund und Kantone ihre Arbeit im Bildungsbereich koordinieren und ihre Zusammenarbeit sicherstellen. Der Bildungsbericht Schweiz 2006 ist jedoch erst als Pilotbericht zu verstehen. Die mit der BFI-Botschaft beantragten Mittel gew\u00e4hrleisten eine Weiterf\u00fchrung des Monitorings in der Periode 2008-2011 und die Publikation eines zweiten, vertieften Berichts.Zur strategischen Steuerung geh\u00f6ren auch die gemeinsamen Anstrengungen zugunsten eines nationalen Bildungsportals Schweiz, das s\u00e4mtlichen Bildungsstufen zur Verf\u00fcgung stehen soll, und das gemeinsame Engagement f\u00fcr Leistungsmessungen auf der Sekundarstufe I (Pisa), deren Resultate f\u00fcr die Steuerung und f\u00fcr die Gestaltung der Nahtstelle zwischen obligatorischer Schule und Sekundarstufe II immer wichtiger werden.).&#13;<\/p>\n<h3>Zus\u00e4tzliche Mittel f\u00fcr die bilaterale Zusammenarbeit mit L\u00e4ndern ausserhalb Europas<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nInstitutionen des Schweizer Wissenschaftsbereichs sollen neue Initiativen in bilateraler Zusammenarbeit mit Partnern aus strategisch wichtigen aussereurop\u00e4ischen L\u00e4ndern &#8211; wie China, Indien und Korea &#8211; erfolgreich umsetzen. Davon erwartet der Bundesrat eine sinnvolle Erg\u00e4nzung zur bisher fast ausschliesslich auf Europa fokussierten Wissenschaftspolitik des Landes. Die st\u00e4rker als heute resultatorientierte Verwendung der F\u00f6rdermittel wird mit der bereichs\u00fcbergreifend angewendeten Verpflichtung auf jeweils spezifische Zielgr\u00f6ssen angestrebt. Das Erreichen dieser Ziele wird im Rahmen eines strategischen Controlling im BFI-Bereich \u00fcberpr\u00fcft.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Botschaft \u00fcber die F\u00f6rderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008-2011 zeigt, dass sich der Bundesrat der entscheidenden Rolle von Bildung, Forschung und Innovation f\u00fcr das Wohlergehen der Schweiz bewusst ist. Mit der Botschaft r\u00e4umt er diesem Bereich in seiner Finanzplanung der kommenden Jahre einen priorit\u00e4ren Platz ein. Vom j\u00e4hrlichen Mittelzuwachs um durchschnittlich 6% verspricht er sich eine weitere St\u00e4rkung des BFI-Bereichs, Impulse f\u00fcr die Verbesserung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Landes und die Umsetzung notwendiger Strukturreformen. Nicht zuletzt wird sich die Schweiz dank der zus\u00e4tzlichen Mittel auch im internationalen BFI-Umfeld noch besser positionieren k\u00f6nnen, was eine der Grundlagen f\u00fcr Wohlstand und Wohlergehen der Menschen in unserem Land ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abBFI-F\u00f6rdermittel im Vergleich: 2004-2007 zur Verf\u00fcgung stehende und f\u00fcr 2008-2011 beantragte Gelder\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abSchweiz: Zahl der Hochschulstudierenden 1995-2005, Prognosen bis 2015\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abInternationaler Vergleich: Finanzierung von F+E durch die \u00f6ffentliche Hand in&nbsp;% des BIP, 2004\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Zusammenarbeit zwischen SNF und KTI<\/b>&#13;<br \/>\nBereits heute arbeiten der Schweizerische Nationalfonds (SNF) und die F\u00f6rderagentur f\u00fcr Innovation KTI intensiv zusammen. Diese Zusammenarbeit wird in den kommenden Jahren noch verst\u00e4rkt:- Pr\u00fcfung der M\u00f6glichkeit einer gemeinsamen Finanzierung von Projekten, die in der ersten Phase Grundlagenforschung ben\u00f6tigen, in der zweiten Phase anwendungsorientiert sind (z.B. Machbarkeitsstudien);- St\u00e4rkung der Koordination im Bereich der Nationalen Forschungsprogramme (NFP) durch gemeinsam durchgef\u00fchrte Projekte und bessere Nutzung des Umsetzungspotenzials;- systematische Vernetzung von NFP und Nationalen Forschungsschwerpunkten mit den WTT-Konsortien und den an Fachhochschulen aufgebauten F&amp;E-Konsortien.Diese Massnahmen sind von struktureller Bedeutung, denn sie zielen darauf ab:- die Forschungs- und Innovationsf\u00f6rderung insgesamt besser zu koordinieren;- Wettbewerbsvorteile der Schweiz im internationalen Umfeld besser zu nutzen;- das hohe Innovationspotenzial der Grundlagenforschung f\u00fcr den Standort Schweiz noch besser einzusetzen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 2: Strategische Steuerung des Bildungssystems<\/b>&#13;<br \/>\nBasierend auf der neuen Bildungsverfassung steuern Bund und Kantone das Bildungssystem gemeinsam. Daf\u00fcr brauchen sie insbesondere vertiefte Kenntnisse der Wirkungszusammenh\u00e4nge sowie der Fakten und Hintergr\u00fcnde. Der Bildungsbericht Schweiz 2006 zeigt auf, welche L\u00fccken in der Datenlage und beim Forschungsstand \u00fcber das ganze Bildungssystem von der Vorschule bis zur Weiterbildung bestehen. Er bildet die Grundlage daf\u00fcr, dass Bund und Kantone ihre Arbeit im Bildungsbereich koordinieren und ihre Zusammenarbeit sicherstellen. Der Bildungsbericht Schweiz 2006 ist jedoch erst als Pilotbericht zu verstehen. Die mit der BFI-Botschaft beantragten Mittel gew\u00e4hrleisten eine Weiterf\u00fchrung des Monitorings in der Periode 2008-2011 und die Publikation eines zweiten, vertieften Berichts.Zur strategischen Steuerung geh\u00f6ren auch die gemeinsamen Anstrengungen zugunsten eines nationalen Bildungsportals Schweiz, das s\u00e4mtlichen Bildungsstufen zur Verf\u00fcgung stehen soll, und das gemeinsame Engagement f\u00fcr Leistungsmessungen auf der Sekundarstufe I (Pisa), deren Resultate f\u00fcr die Steuerung und f\u00fcr die Gestaltung der Nahtstelle zwischen obligatorischer Schule und Sekundarstufe II immer wichtiger werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 24. Januar 2007 hat der Bundesrat die Weichen gestellt. Er \u00fcberwies dem Parlament die Botschaft \u00fcber die F\u00f6rderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) in den Jahren 2008-2011. Der mit dieser Botschaft beantragte Rahmenkredit von 21,2 Mrd. 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