{"id":124363,"date":"2007-01-01T12:00:00","date_gmt":"2007-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/01\/walser-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:45:48","modified_gmt":"2023-08-23T21:45:48","slug":"walser-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/01\/walser-5\/","title":{"rendered":"F\u00fcr mehr Wettbewerb und Eigenverantwortung der Schulen"},"content":{"rendered":"<p>Die Wirtschaft begr\u00fcsste den Entscheid des Bundesrates, die Kredite f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008-2011 j\u00e4hrlich um 6% wachsen zu lassen. Mit einem Budgetvolumen von 21,2 Mrd. Franken (plus 3,3 Mrd. Fr. gegen\u00fcber 2004-2007) sollte es bei gezieltem Einsatz m\u00f6glich sein, die Bed\u00fcrfnisse von Grundlagenforschung, angewandter Forschung, Hochschulen und Berufsbildung abzudecken. Damit r\u00fccken die qualitativen Aspekte der BFI-Botschaft in den Vordergrund. Diese m\u00fcsste deshalb auch aufzeigen, wohin die Reise in einem zunehmend internationalisierten Bildungs- und Wissenschaftsumfeld gehen soll. Welche Entscheide stehen dabei auf strategisch-programmatischer Ebene an?&#13;<\/p>\n<h2>Subsidi\u00e4re Rolle des Bundes in der Bildung &#8211; Primus in der Forschung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nErfolgreiche Schulen gedeihen nur in einem wettbewerblichen Umfeld. Das setzt selbstverantwortliche, autonome Institutionen voraus, die eigene Ziel- und Organisationsentscheide treffen k\u00f6nnen. Nach der Annahme des revidierten Bildungsartikels von 2006 m\u00fcsste klargestellt werden, dass sich die Rolle des Bundes als subsidi\u00e4rer Geldgeber auf die Festlegung der essenziellen Rahmenbedingungen beschr\u00e4nkt. Dazu geh\u00f6ren die Regelung des Zusammenwirkens zwischen Bund und Kantonen in Sachen Qualit\u00e4t und Durchl\u00e4ssigkeit, die Umschreibung einer einheitlichen Hochschulfinanzierung und die Definition jener subsidi\u00e4ren Massnahmen, die der Bund beim Versagen der gemeinschaftlichen Koordination ergreifen kann. Alles andere sollte dem Wettbewerb bzw. den Schulen \u00fcberlassen werden.\u00a0F\u00fcr die von ihm geregelten (Berufsbildung, Fachhochschulen) oder von ihm mitgesteuerten Bildungsbereiche (universit\u00e4re Hochschulen) muss der Bund eine verl\u00e4ssliche und gesetzeskonforme Grundfinanzierung sicherstellen. Das gilt ebenso f\u00fcr die Forschung, f\u00fcr welche der Bund die Hauptlast tr\u00e4gt. Im Lichte der negativen Erfahrungen mit den Entlastungsprogrammen m\u00fcssen L\u00f6sungen (z.B. verbindliche Mehrjahresbudgets) gefunden werden, welche Bildung und Forschung aus den willk\u00fcrlichen j\u00e4hrlichen Budgetschwankungen heraushalten.\u00a0Ein wettbewerbsorientiertes Hochschulsystem braucht eine entsprechende nachfrageorientierte Hochschulfinanzierung. Mit der Einf\u00fchrung von Bologna muss deshalb die Frage nach der Rolle der Studiengeb\u00fchren endlich gekl\u00e4rt werden, zumal der Ausl\u00e4nderanteil auf der Master- und Doktoranden-Stufe erheblich ist. Studiengeb\u00fchren sind nicht nur ein Mittel zur Beschaffung zus\u00e4tzlicher Einnahmen f\u00fcr die Hochschulen, sondern auch ein Element des k\u00fcnftigen internationalen Hochschulwettbewerbs.&#13;<\/p>\n<h2>Positionierung in der internationalen Hochschullandschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Innovationsst\u00e4rke einer Volkswirtschaft liegt nicht zuletzt auch in der Qualit\u00e4t ihrer Hochschulen. Nicht alle der \u00fcber 60 schweizerischen Hochschulen haben das Potenzial, um in der Weltliga der Hochschulen mitspielen zu k\u00f6nnen. Die Schweiz braucht deshalb Hochschulen mit globaler, europ\u00e4ischer und regionaler Ausstrahlung. Die Hochschulfinanzierung des Bundes muss gen\u00fcgend flexibel sein, um eine solche Differenzierung zu erm\u00f6glichen. In diesem Zusammenhang ist die Exzellenz-Initiative der deutschen Bundesregierung ein bemerkenswertes Beispiel, das zum Nachdenken anregt. Grunds\u00e4tzlich sollen sich die Hochschulen zwischen den Eckpfeilern \u00abTeaching University\u00bb auf der einen und Forschungsuniversit\u00e4t auf der anderen Seite selbst positionieren k\u00f6nnen. Dazu ist es erforderlich, dass der heutige gesetzliche Leistungsauftrag der Fachhochschulen je nach Typus flexibler gehandhabt werden kann. \u00a0Die neue Hochschullandschaft verlangt eine klare und einfache Organisationsstruktur. Dabei ist zwischen der Steuerung der einzelnen Hochschule und der Steuerung des Gesamtsystems klar zu unterscheiden. Letztere hat sich auf die Fortentwicklung g\u00fcnstiger Rahmenbedingungen f\u00fcr erfolgreiche Hochschulen anhand klar geregelter Kompetenzen zu beschr\u00e4nken. Weitere Institutionen zur Steuerung der Forschungs- und Innovationst\u00e4tigkeit braucht es nicht.&#13;<\/p>\n<h2>Austausch zwischen Hochschulen und Wirtschaft intensivieren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00f6rderphilosophie und Spielregeln von Nationalfonds und KTI &#8211; als wichtigste nationale Akteure der Forschungsf\u00f6rderung &#8211; haben sich bew\u00e4hrt. Hingegen muss die Frage des Zusammenspiels zwischen nationalen Forschungsschwerpunkten und Kompetenznetzwerken der Fachhochschulen besser geregelt werden. Die politisch gesteuerten Nationalen Forschungsprogramme lassen sich &#8211; neben der Ressortforschung &#8211; nicht mehr begr\u00fcnden. Der Wissens- und Technologietransfer zwischen Hochschulen und Wirtschaft ist weiter zu intensivieren, vor allem um die KMU noch st\u00e4rker in kooperations- und netzwerkbasierte Innovationen einzubinden. Schliesslich muss die Bereitstellung der finanziellen Mittel f\u00fcr die Lancierung neuer, zukunftsweisender Programme wie die Systembiologie m\u00f6glich sein.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wirtschaft begr\u00fcsste den Entscheid des Bundesrates, die Kredite f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008-2011 j\u00e4hrlich um 6% wachsen zu lassen. Mit einem Budgetvolumen von 21,2 Mrd. Franken (plus 3,3 Mrd. Fr. gegen\u00fcber 2004-2007) sollte es bei gezieltem Einsatz m\u00f6glich sein, die Bed\u00fcrfnisse von Grundlagenforschung, angewandter Forschung, Hochschulen und Berufsbildung abzudecken. 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