{"id":124368,"date":"2007-01-01T12:00:00","date_gmt":"2007-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2007\/01\/weber-22\/"},"modified":"2023-08-23T23:45:57","modified_gmt":"2023-08-23T21:45:57","slug":"weber-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2007\/01\/weber-21\/","title":{"rendered":"Das Schweizer Gastgewerbe: Eine Branche im Wandel"},"content":{"rendered":"<p>Das Schweizer Gastgewerbe mit seinen rund 30000 Betrieben und 24000 Besch\u00e4ftigen hat eine bewegte Zeit hinter sich. Die Neunzigerjahre waren von einem eigentlichen Globalisierungsschock gepr\u00e4gt, den die Branche bis heute noch nicht vollst\u00e4ndig \u00fcberwunden hat. Trotz vorhandener Herausforderungen sind die Zukunftsperspektiven aber intakt. F\u00fcr ein Wachstumspotenzial sprechen die in j\u00fcngerer Vergangenheit an die Hand genommenen Strukturoptimierungen und die bereits erzielten Effizienz- und Produktivit\u00e4tssteigerungen. Vorteilhaft f\u00fcr das Schweizer Gastgewerbe sind zudem die hohe Attraktivit\u00e4t der Schweiz als Tourismusdestination sowie die Tatsache, dass die touristischen Nachfragem\u00e4rkte weltweit stark wachsen.&#13;<\/p>\n<h2>Vielf\u00e4ltige Schl\u00fcsselbranche f\u00fcr das Tourismusland Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Gastgewerbe umfasst alle gewerbsm\u00e4ssigen Verpflegungs- und Beherbergungsbetriebe &#8211; wie Restaurants, Bars, Hotels &#8211; sowie Diskotheken und vermietete Ferienwohnungen. In der Schweiz bieten etwa rund 30000 gastgewerbliche Betriebe ihre Dienstleistungen an. Insgesamt wird pro Jahr ein Umsatz von \u00fcber 20 Mrd. Franken erwirtschaftet. Eine wichtige Rolle spielt der Tourismus: Fast die H\u00e4lfte der gesamten Ums\u00e4tze im Schweizer Gastgewerbe werden durch Touristen aus dem In- und Ausland generiert. Das Gastgewerbe stellt die eigentliche Schl\u00fcsselbranche f\u00fcr das Tourismusland Schweiz dar. \u00a0Im Tourismusjahr 2006 entfielen von den 34,1 Mio. in der Schweiz registrierten Hotel\u00fcbernachtungen 19,4 Mio. oder 56,9% auf ausl\u00e4ndische Touristen. Aufgrund des bedeutenden Anteils ausl\u00e4ndischer Touristen sowie deren \u00fcberdurchschnittlich hohen Ausgaben geh\u00f6rt das Gastgewerbe &#8211; hinter der Metall- und Maschinenindustrie, der Chemie und der Uhrenindustrie &#8211; zu den wichtigsten Exportbranchen der Schweizer Volkswirtschaft. \u00a0Im Schweizer Gastgewerbe sind rund 240000 Personen besch\u00e4ftigt. Diese machen 5,7% der gesamten Zahl der Erwerbst\u00e4tigen in der Schweiz aus. Ausserdem ist das Gastgewerbe ein wichtiger indirekter Arbeitgeber mit bedeutenden Auftr\u00e4gen an die Bauwirtschaft, den Handel und die lokalen Dienstleistungsbetriebe. Mit einer j\u00e4hrlichen Bruttowertsch\u00f6pfung von 10,6 Mrd. Franken (2005) tr\u00e4gt das Gastgewerbe 2,3% zum Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) bei. Grund f\u00fcr die geringere Bedeutung im Vergleich zur Erwerbst\u00e4tigkeit ist die relativ tiefe Arbeitsproduktivit\u00e4t.&#13;<\/p>\n<h2>Unterdurchschnittliche Arbeitsproduktivit\u00e4t<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Arbeitsproduktivit\u00e4t des Gastgewerbes ist in der Schweiz &#8211; wie in den meisten L\u00e4ndern &#8211; deutlich geringer als diejenige der Gesamtwirtschaft. Dies liegt unter anderem daran, dass die Wertsch\u00f6pfungserstellung im Gastgewerbe sehr arbeitsintensiv ist. In der Schweizer Gesamtwirtschaft wird pro gearbeitete Stunde eine Wertsch\u00f6pfung von rund 65 Franken generiert. Im Gastgewerbe liegt die Stundenproduktivit\u00e4t bei nur etwa 27 Franken. Die Stundenproduktivit\u00e4t im Schweizer Gastgewerbe entspricht somit nur rund 40% des gesamtwirtschaftlichen Durchschnitts. \u00a0Im internationalen Vergleich f\u00e4llt die Produktivit\u00e4t im Schweizer Gastgewerbe tief aus. In Spanien und \u00d6sterreich ist die Stundenproduktivit\u00e4t des Gastgewerbes deutlich h\u00f6her. Besser ist das Schweizer Gastgewerbe gegen\u00fcber Deutschland positioniert, wo die Produktivit\u00e4t leicht tiefer ist.&#13;<\/p>\n<h2>Wichtige Rolle f\u00fcr die Schweizer Alpenregionen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn den letzten 25 Jahren ist der Anteil des Gastgewerbes an der Schweizer Gesamtwirtschaft geringer geworden. Zwar lag die nominale Bruttowertsch\u00f6pfung 2005 fast doppelt so hoch wie 1980. Die Schweizer Volkswirtschaft wuchs aber im selben Zeitraum deutlich dynamischer, was den Anteil des Gastgewerbes schrumpfen liess. Die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen blieb im Gastgewerbe seit den Achtzigerjahren praktisch unver\u00e4ndert, mit Spitzenwerten Anfang und Ende der Neunzigerjahre. \u00a0Die Bedeutung des Gastgewerbes ist regional sehr unterschiedlich. In vielen alpinen Regionen ist das Gastgewerbe f\u00fcr die regionale Wirtschaft von enormer Bedeutung. Eine entscheidende Rolle spielt hierf\u00fcr der Tourismus. In Engelberg h\u00e4ngen zum Beispiel \u00fcber 70% der Arbeitspl\u00e4tze direkt oder indirekt vom Tourismus ab &#8211; und ohne Gastgewerbe g\u00e4be es auch keinen Tourismus. In den st\u00e4dtischen Agglomerationen und in den nicht touristischen l\u00e4ndlichen Regionen des Schweizer Mittellands nimmt das Gastgewerbe hingegen einen geringeren Stellenwert ein. In knapp der H\u00e4lfte der Schweizer Kantone betr\u00e4gt der Wertsch\u00f6pfungsanteil des Gastgewerbes an der Gesamtwirtschaft unter 2%.&#13;<\/p>\n<h2>Am meisten Wertsch\u00f6pfung in den St\u00e4dten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch wenn das Gastgewerbe anteilsm\u00e4ssig f\u00fcr die Wirtschaft in den grossen St\u00e4dten nicht zentral ist, wird in den Schweizer Metropolen Z\u00fcrich, Genf, Basel, Bern oder Lausanne doch das &#8211; in absoluten Werten &#8211; gr\u00f6sste Wertsch\u00f6pfungsvolumen des Gastgewerbes erzielt. Dies kommt insbesondere aufgrund der hohen Bev\u00f6lkerungszahlen und den damit zusammenh\u00e4ngenden nicht touristischen \u00abAusser-Haus\u00bb-Konsumausgaben in den st\u00e4dtischen Zentren zustande. Daneben profitiert das Gastgewerbe in den Schweizer Metropolen auch vom bedeutenden Gesch\u00e4ftstourismus. \u00a0Abgesehen von den st\u00e4dtischen Agglomerationen konzentriert sich die Wertsch\u00f6pfung im Schweizer Gastgewerbe auf die touristischen Zentren im Alpenbogen. Hervorzuheben sind dabei insbesondere die touristischen Hochburgen Oberengadin, Davos-Klosters, Lago Maggiore, Zermatt\/Saas-Fee, Jungfrauregion und Luzern.&#13;<\/p>\n<h2>Abh\u00e4ngigkeit von der touristischen Nachfrageentwicklung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Gastgewerbe entwickelte sich in der Vergangenheit im Vergleich zur Gesamtwirtschaft deutlich unterdurchschnittlich. In der Zeitperiode 1980 bis 1990 konnte die Wertsch\u00f6pfungsentwicklung im Gastgewerbe mit einer preisbereinigten j\u00e4hrlichen Zuwachs-rate von \u00fcber 2% mit derjenigen der Gesamtschweiz mithalten. Ab 1991 ging es aber stark abw\u00e4rts, so dass Mitte der Neunzigerjahre die Wertsch\u00f6pfung preisbereinigt wieder das Niveau von 1980 erreichte. Die r\u00fcckl\u00e4ufige Wertsch\u00f6pfungsentwicklung ging mit einem sp\u00fcrbaren Besch\u00e4ftigungsr\u00fcckgang einher. Insgesamt gingen im Schweizer Gastgewerbe zwischen 1990 und 2005 rund 8600 Stellen verloren. Dies entspricht einem R\u00fcckgang von 3,5%.&#13;<\/p>\n<h2>Globalisierungsschock im Schweizer Tourismus<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin wichtiger Grund f\u00fcr den negativen Verlauf seit Beginn der Neunzigerjahre ist &#8211; neben dem ver\u00e4nderten Konsumverhalten (siehe Kasten 1 Wie aus der Erhebung des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS) zum Verbrauch der Schweizer Haushalte hervorgeht, machten die Ausgaben der Schweizer Haushalte in Hotels und Restaurants im Jahr 2004 7,6% ihres Konsumbudgets aus. Im Vergleich zu den Konsumausgaben insgesamt entwickelten sie sich in der Vergangenheit stark unterdurchschnittlich. W\u00e4hrend die gesamten realen Konsumausgaben der Schweizer Bev\u00f6lkerung zwischen 1980 und 2004 um 1,4% pro Jahr zunahmen, gingen die Ausgaben in Hotels und Restaurants j\u00e4hrlich um 0,2% zur\u00fcck. Ein Grund f\u00fcr diese Entwicklung ist das sich wandelnde Konsumverhalten der Schweizer Bev\u00f6lkerung: Restaurantbesuche werden h\u00e4ufiger durch (Imbiss-)K\u00e4ufe im Detailhandel substituiert. Die realen Pro-Kopf-Ausgaben in Restaurants und Hotels nahmen in den letzten 25 Jahren insgesamt um 18% ab.) &#8211; die unbefriedigende Entwicklung im Schweizer Tourismus. W\u00e4hrend weltweit starke Zuw\u00e4chse in der touristischen Nachfrage registriert wurden, entwickelte sich diese in der Schweiz unterdurchschnittlich. In der ersten H\u00e4lfte der Neunzigerjahre musste die Schweizer Beherbergungsindustrie einen starken R\u00fcckgang der Zahl der Hotel\u00fcbernachtungen aus dem In- und Ausland hinnehmen. Zwischen 1997 und 2001 erholte sich die touristische Nachfrage, gefolgt von einem neuerlichen bis 2004 andauernden Einbruch, welcher vor allem durch die unsichere geopolitische Lage ausgel\u00f6st wurde. Die j\u00fcngste Vergangenheit zeigt wieder eine erfreuliche Erholungstendenz f\u00fcr den Schweizer Tourismus. Insgesamt lag die Zahl der Hotel\u00fcbernachtungen in der Schweiz im Tourismusjahr 2006 um 4,2% unter dem Spitzenwert von 1990. Dies verdeutlicht, dass von der touristischen Nachfrage \u00fcber diesen Zeitraum keine Wachstumsimpulse f\u00fcr das Gastgewerbe ausgingen. \u00a0Als Gr\u00fcnde f\u00fcr die insgesamt unbefriedigende touristische Nachfrageentwicklung lassen sich die zeitweise schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in wichtigen touristischen Herkunftsm\u00e4rkten, die Nachteile bei den Kostenstrukturen sowie die starke Verbilligung von Fernreisen und die immer intensivere Konkurrenzierung aus dem nahen Ausland anf\u00fchren. Der Schwei-zer Tourismus erlebte in der j\u00fcngeren Vergangenheit einen eigentlichen Globalisierungsschock, was sich sp\u00fcrbar negativ auf die Entwicklung der Gastgewerbebranche niederschlug.&#13;<\/p>\n<h2>Kostennachteile als grosse Herausforderung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGegen\u00fcber dem umliegenden Ausland sind die Vorleistungs- und Arbeitskosten im Schweizer Gastgewerbe deutlich h\u00f6her, was zu ernsthaften Wettbewerbsnachteilen f\u00fchrt, da sie sich in einem h\u00f6heren Preisniveau niederschlagen. Gem\u00e4ss Untersuchungen von BAK Basel Economics liegt im \u00f6sterreichischen Alpenraum das 3-Stern-Hotelpreisniveau um rund einen Drittel, im italienischen Alpenraum um rund einen F\u00fcnftel unter dem Schweizer Niveau. Die existierenden Kostennachteile gegen\u00fcber Konkurrenzregionen stellen eine der gr\u00f6ssten Herausforderungen f\u00fcr das Schweizer Gastgewerbe dar.\u00a0Um die negativen Effekte des kostenbedingt hohen Preisniveaus zu begrenzen, ist das Schweizer Gastgewerbe gezwungen, seine Kostenstrukturen zu optimieren. Dies geschieht insbesondere mittels Schaffung gr\u00f6sserer Unternehmenseinheiten. Die durchschnittliche Hotelgr\u00f6sse nahm in der j\u00fcngeren Vergangenheit stetig zu. 1990 betrug die durchschnittliche Bettenzahl pro Hotel noch gut 40; im Jahr 2005 lag sie bereits bei knapp 50. \u00a0Trotz Strukturanpassungen ist die Dichte von gastgewerblichen Betrieben in unserem Land nach wie vor ausserordentlich hoch. Auf rund 250 Einwohner kommt ein gastgewerblicher Betrieb. Dies verst\u00e4rkt die Konkurrenzsituation und f\u00fchrt zu einem Verdr\u00e4ngungskampf. F\u00fcr die Hotellerie kommt erschwerend die steigende Bedeutung der Parahotellerie und insbesondere der Zweitwohnungen hinzu.&#13;<\/p>\n<h2>Negativer Wachstumsbeitrag<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Vergleich zum westeurop\u00e4ischen Durchschnitt ist der Anteil des Gastgewerbes in der Schweiz leicht unterdurchschnittlich. Der Tourismus (und damit verbunden das Gastgewerbe) ist f\u00fcr unser Land zwar von hoher Bedeutung. Die Schweizer Volkswirtschaft verf\u00fcgt aber \u00fcber weitere entscheidende Branchenschwerpunkte. Beispiele daf\u00fcr sind die Pharmaindustrie oder der Bankensektor. Eine \u00fcberdurchschnittliche Bedeutung nimmt das Gastgewerbe in den drei L\u00e4ndern Italien, \u00d6sterreich und Spanien ein. Insbesondere f\u00fcr Spanien ist das Gastgewerbe eine zentrale Branche, was auf die enorme Bedeutung Spaniens als Tourismusdestination zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. \u00a0Im internationalen Performance-Vergleich schneidet das Schweizer Gastgewerbe schlecht ab. Im Durchschnitt nahm die reale Gastgewerbewertsch\u00f6pfung in Westeuropa in den letzten 25 Jahren um j\u00e4hrlich 1,3% zu, in der Schweiz musste hingegen ein R\u00fcckgang von 0,5% pro Jahr hingenommen werden. \u00a0Von den wichtigsten Vergleichsl\u00e4ndern ist die Schweiz zusammen mit Frankreich das einzige Land, wo das Gastgewerbe in der Periode 1980 bis 2005 einen negativen Wachstumsbeitrag aufweist. In allen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern trug das Gastgewerbe zum Wirtschaftswachstum bei. Am h\u00f6chsten war der Wachstumsbeitrag in den letzten 25 Jahren in Spanien.&#13;<\/p>\n<h2>Intakte Zukunftsperspektiven<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Schweizer Gastgewerbe hat eine schwierige Vergangenheit erlebt. Die Zukunftsperspektiven sind f\u00fcr die Branche aber durchaus intakt. F\u00fcr ein vorhandenes Wachstumspotenzial sprechen insbesondere die in j\u00fcngerer Vergangenheit erzielten Effizienz- und Produktivit\u00e4tssteigerungen sowie die hohe Attraktivit\u00e4t der Schweiz als Tourismusdestination. Die Globalisierung kann in Zukunft als Chance gesehen werden: \u00abNeue\u00bb Nachfrager beispielsweise aus Russland, China und anderen asiatischen M\u00e4rkten entdecken die Schweiz als attraktives Reiseland. \u00a0G\u00fcnstig sind die Aussichten insbesondere f\u00fcr die 4- und 5-Stern-Hotellerie. Die Schweizer Erstklass- und Luxushotellerie entwickelte sich bereits in der Vergangenheit \u00fcberdurchschnittlich und gewann gegen\u00fcber der 1- bis 3-Stern-Hotellerie an Bedeutung. Das Angebot der Schweizer Erstklass- und Luxushotellerie ist attraktiv und international wettbewerbsf\u00e4hig. \u00a0Dank neuer innovativer Angebote ist auch im Tiefpreis-Segment mittelfristig ein leichtes Wachstumspotenzial vorhanden. Problematisch d\u00fcrfte hingegen die Lage im Mittelklassebereich bleiben, wo es f\u00fcr die Betriebe schwierig ist, sich eindeutig zu positionieren. F\u00fcr die 3-Stern-Hotels besteht eine der gr\u00f6ssten Herausforderungen f\u00fcr die Zukunft darin, sich betriebsspezifisch gen\u00fcgend klar zu positionieren und sich mittels Angebotsdifferenzierung von den Konkurrenten abzuheben und damit am Markt bestehen zu k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2>Erfolgreiche Schweizer Destinationen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDass der Schweizer Gastgewerbe- und Tourismussektor \u00fcber international wettbewerbsf\u00e4hige Angebote verf\u00fcgt, l\u00e4sst sich auch auf der Ebene einzelner Destinationen belegen. Gem\u00e4ss einer Studie von BAK Basel Economics geh\u00f6rten drei Schweizer Destinationen zu den zehn erfolgreichsten Destinationen des gesamten europ\u00e4ischen Alpenraums. Dies weist darauf hin, dass der Schweizer Tourismus insbesondere im Top-Segment erfolgreich und im internationalen Vergleich wettbewerbsf\u00e4hig ist. \u00a0Die hohe Angebotsattraktivit\u00e4t spezifischer Schweizer Destinationen l\u00e4sst sich auch quantitativ belegen. Die Winter-Attraktivit\u00e4t der Schweizer Destinationen ist im internationalen Vergleich sehr hoch. Unter den zehn attraktivsten Winter-Destinationen des Alpenraums liegen nicht weniger als f\u00fcnf in der Schweiz. Die attraktivsten Schweizer Winter-Destinationen sind St.Moritz, Davos-Klosters, Verbier, Zermatt und Gstaad.\u00a0Anzuf\u00fcgen ist, dass die Schweiz von einer vorteilhaften Herkunftsstruktur der Besucher profitiert, mit einem einkommensstarken Binnenmarkt, der fast die H\u00e4lfte der Nachfrage ausmacht, und einem hohen Anteil (ausgabefreudiger) Besucher aus Fernm\u00e4rkten (Nordamerika, Asien). Die destinationsspezifischen Studienergebnisse von BAK Basel Economics weisen allerdings auch darauf hin, dass im Bereich der kleineren und mittleren Destinationen noch viel zu tun ist, damit der Schweizer Tourismus zuk\u00fcnftig vom global stark wachsenden Tourismusmarkt profitieren kann.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abGastgewerbe: Anteil der Bruttowertsch\u00f6pfung und der Erwerbst\u00e4tigen an der Schweizer Gesamtwirtschaft, 1980 und 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abEntwicklung der realen Bruttowertsch\u00f6pfung im Gastgewerbe im Vergleich zur Gesamtwirtschaft (ohne Gastgewerbe), 1980-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abRegionale Bedeutung des Gastgewerbes in der Schweiz nach Grossregionen, Kantonen und MS-Regionen, 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 4 \u00abSpezifische Indikatoren f\u00fcr das Schweizer Gastgewerbe: Ausgaben, Tourismusexporte und Anzahl Hotel\u00fcbernachtungen, 1980-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 5 \u00abInternationaler Vergleich: Wachstumsbeitrag des Gastgewerbes an die Gesamtwirtschaft pro Jahr, 1980-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 6 \u00abInternationaler Vergleich: Nominale Stundenproduktivit\u00e4t im Gastgewerbe und in der Gesamtwirtschaft, 2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 7 \u00abDie attraktivsten alpinen Winterdestinationen der Schweiz. Index, Mittelwert gesamter Alpenraum (A, CH, D, I, F) = 100\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Konsumausgaben f\u00fcr das Gastgewerbe Wie aus der Erhebung des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS) zum Verbrauch der Schweizer Haushalte hervorgeht, machten die Ausgaben der Schweizer Haushalte in Hotels und Restaurants im Jahr 2004 7,6% ihres Konsumbudgets aus. Im Vergleich zu den Konsumausgaben insgesamt entwickelten sie sich in der Vergangenheit stark unterdurchschnittlich. W\u00e4hrend die gesamten realen Konsumausgaben der Schweizer Bev\u00f6lkerung zwischen 1980 und 2004 um 1,4% pro Jahr zunahmen, gingen die Ausgaben in Hotels und Restaurants j\u00e4hrlich um 0,2% zur\u00fcck. Ein Grund f\u00fcr diese Entwicklung ist das sich wandelnde Konsumverhalten der Schweizer Bev\u00f6lkerung: Restaurantbesuche werden h\u00e4ufiger durch (Imbiss-)K\u00e4ufe im Detailhandel substituiert. Die realen Pro-Kopf-Ausgaben in Restaurants und Hotels nahmen in den letzten 25 Jahren insgesamt um 18% ab.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: R\u00fcckgang der Hotelbetriebe Die verhaltene Entwicklung der touristischen Nachfrage, kombiniert mit Produktivit\u00e4tssteigerungen und Kosteneinsparungen, f\u00fchrte in der j\u00fcngeren Vergangenheit zu einer schmerzhaften Restrukturierung im Schweizer Gastgewerbesektor. Seit 1990 mussten etwa 1000 Hotelbetriebe in der Schweiz schliessen, was einem R\u00fcckgang von rund 15% entspricht.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schweizer Gastgewerbe mit seinen rund 30000 Betrieben und 24000 Besch\u00e4ftigen hat eine bewegte Zeit hinter sich. Die Neunzigerjahre waren von einem eigentlichen Globalisierungsschock gepr\u00e4gt, den die Branche bis heute noch nicht vollst\u00e4ndig \u00fcberwunden hat. Trotz vorhandener Herausforderungen sind die Zukunftsperspektiven aber intakt. 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