{"id":124478,"date":"2006-11-01T12:00:00","date_gmt":"2006-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2006\/11\/lehmann-8\/"},"modified":"2023-08-23T23:46:18","modified_gmt":"2023-08-23T21:46:18","slug":"lehmann-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2006\/11\/lehmann-7\/","title":{"rendered":"Grosses Exportpotenzial von Dienstleistungsbranchen"},"content":{"rendered":"<p>Der Dienstleistungssektor tr\u00e4gt von allen Sektoren mit Abstand am meisten zu den Exporten der Schweizer Wirtschaft bei. Die bisherige Exportf\u00f6rderung richtet sich aber vor allem nach den Bed\u00fcrfnissen der Produktionsunternehmen. Dies soll sich in Zukunft \u00e4ndern. Die Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft Chur untersuchte in Kooperation mit Osec Business Network Switzerland, \u00fcber welches Exportpotenzial schweizerische Dienstleistungsbranchen verf\u00fcgen und auf welche Branchen die exportf\u00f6rdernden Massnahmen ausgerichtet werden sollten. Das gr\u00f6sste unausgesch\u00f6pfte Potenzial zur Steigerung des Exportanteils ist im Bankensektor, bei den Architektur- und Ingenieurb\u00fcros sowie in der Beratungsbranche vorhanden. Als Co-Autorinnen und -Autoren dieses Artikel zeichnen Sandra Rauchenstein, Betriebs\u00f6konomin FH, Alexandra Stocker, Betriebs\u00f6konomin FH, Robert Sutter, Betriebs\u00f6konom FH und Mathias Willi, Betriebs\u00f6konom FH.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200611_15_Lehmann_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Dienstleistungssektor hat in der Schweizer Wirtschaft eine dominierende Stellung erreicht. Rund drei Viertel der Unternehmensums\u00e4tze werden im terti\u00e4ren Sektor erarbeitet. Doch die Dienstleistungsunternehmen sind nicht nur f\u00fcr die Schweiz, sondern in zunehmendem Mass auch f\u00fcr das Ausland t\u00e4tig: 2003 betrug der Anteil der Dienstleistungsexporte an den Ausfuhren der Schweizer Wirtschaft gem\u00e4ss der Mehrwertsteuerstatistik der Eidg. Steuerverwaltung (ESTV) beinahe 80% (vgl. Grafik 1). \u00a0Diese Entwicklung erstaunt auf den ersten Blick. Dienstleistungen scheinen f\u00fcr den Export nicht geeignet zu sein. Sie sind immateriell, lassen sich nur schwer transportieren und nicht lagern. Sie k\u00f6nnen nicht wie Maschinen verpackt und verschickt werden. Ihre Erbringung geschieht in engem Kundenkontakt und der Verkauf basiert auf Vertrauen. Trotzdem wird ein grosser Anteil der Dienstleistungen f\u00fcr ausl\u00e4ndische Kunden erbracht.&#13;<\/p>\n<h2>Welche Gr\u00fcnde f\u00fchren schweizerische Dienstleistungsunternehmen ins Ausland?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInternational t\u00e4tige Industrieunternehmen beziehen Dienstleistungen aus einer Hand, um die Beschaffung zu vereinfachen und die Qualit\u00e4t sicherzustellen. Dies bedingt f\u00fcr die Dienstleister eine internationale Pr\u00e4senz. Die internationale T\u00e4tigkeit stellt f\u00fcr viele Dienstleistungsunternehmen eine Referenz dar, die ihre Wettbewerbsposition auch im Inland verst\u00e4rkt. Hinzu kommt, dass die Schweizer Dienstleistungsm\u00e4rkte zunehmend ges\u00e4ttigt sind und die grossen Wachstumspotenziale im Ausland liegen. Vgl. Lehmann (2005).\u00a0Diese Entwicklungen lassen sich in immer zahlreicheren Dienstleistungsbranchen beobachten. Der Handel mit nicht landwirtschaftlichen Halbwaren wie Brennstoffen, Erzen und Metallen weist einen Exportanteil von 90% auf. Nachfolgende Zahlen zu den Exportanteilen der Dienstleistungsbranchen gem\u00e4ss Mehrwertsteuerstatistik 2003. Die Anbieter von Sicherheitsdiensten exportieren 89% ihrer Leistungen, die Speditionsfirmen 79%, Forschung und Entwicklung (F&amp;E) im naturwissenschaftlichen Bereich 68%, Rechts-, Steuer- und Unternehmensberater 38%, Banken 32% und Softwareunternehmen 28%. Daneben gibt es Dienstleistungsbranchen, die nach wie vor lokal ausgerichtet sind. Der Unterhaltungssektor weist eine Exportquote von lediglich 1% auf. Die Exporte des Reinigungssektors, der Versicherungen und Hochschulen machen 3% des Umsatzes aus. Die Erwachsenenbildung kommt auf 6%. \u00a0Der Beitrag der Dienstleistungsexporte wird untersch\u00e4tzt &#8211; nicht nur von der betriebswirtschaftlichen Forschung, die sich bisher noch kaum mit der Internationalisierung von Dienstleistungsunternehmen auseinander gesetzt hat, sondern auch von der Wirtschaftspolitik, deren F\u00f6rdermassnahmen bis heute massgeblich auf die Internationalisierung von Produktionsunternehmen ausgerichtet war. Osec Business Network Switzerland will dies \u00e4ndern. Sie beabsichtigt, die Exportf\u00f6rderung in Zukunft vermehrt auf die Unterst\u00fctzung von Dienstleistungsunternehmen auszurichten. Dabei stellt sich die Frage, welche Branchen unterst\u00fctzt werden sollen. Exportf\u00f6rderung ist am effektivsten, wenn sie sich an jene Unternehmen richtet, die gute Voraussetzungen zum Export mitbringen, die M\u00f6glichkeiten des Exports aber noch wenig nutzen. Die Differenz aus diesen beiden Gr\u00f6ssen, der Exportf\u00e4higkeit und dem Exportanteil, entspricht dem Exportpotenzial einer Branche.&#13;<\/p>\n<h2>Methode und Studienanlage<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Studie wurde als deskriptiv-empirische Querschnittuntersuchung angelegt. Die Operationalisierung des Faktors Exportf\u00e4higkeit basierte auf empirischen Erkenntnissen \u00fcber die Unterschiede zwischen exportierenden und nicht exportierenden Unternehmen, erfolgreichen und erfolglosen Exporteuren sowie Barrieren, die Unternehmen am Export hindern. Vgl. u.a. Bilkey (1978), Moini (1995), Kedia, Chokar (1986). Integriert zeigen diese Erkenntnisse, dass die Exportf\u00e4higkeit eines Unternehmens durch die Faktoren \u00abCompetitiveness\u00bb, \u00abCapabilities\u00bb und \u00abCommitment\u00bb bestimmt wird. Vgl. Casanova (2001). Diese wiederum sind abh\u00e4ngig von Variabeln wie dem Differenzierungs- und Reifegrad der Produkte, der Qualit\u00e4t des Produktionsstandortes und der internationalen Ausrichtung der Gesch\u00e4ftsleitung. Der Faktor Exportanteil wurde operationalisiert als Anteil des Umsatzes, den die Unternehmen einer Branche f\u00fcr Kunden mit Sitz im Ausland erwirtschaften.\u00a0Die Stichprobe bestand aus neun Dienstleistungsbranchen. Diese resultierten aus einer Vorselektion, in der die Gesamtheit der schweizerischen Dienstleistungsbranchen (auf der dritten Stufe der Noga-Klassifikation) bez\u00fcglich Exportf\u00e4higkeit und -anteil beurteilt und jene Branchen bestimmt wurden, die das gr\u00f6sste Exportpotenzial aufweisen. Es sind dies folgende Branchen: Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatung, Zentralbanken und Kreditinstitute, Forschung und Entwicklung, Gesundheit, Spedition, Architektur- und Ingenieurb\u00fcros, Softwareunternehmen, Kulturelle Leistungen sowie Ausbildung.\u00a0Die Einsch\u00e4tzung dieser Branchen bez\u00fcglich Exportf\u00e4higkeit erfolgte durch teilstrukturierte Interviews mit Branchenexperten, die sich aufgrund ihrer T\u00e4tigkeit f\u00fcr Verb\u00e4nde, die Wirtschaftsf\u00f6rderung oder Forschung eine gute Kenntnis der betroffenen Branchen erarbeitet hatten. Die Beurteilung der Exportanteile wurde anhand der Mehrwertsteuerstatistik 2003 der ESTV vorgenommen. Diese erfasst die Ums\u00e4tze mit Dienstleistungen an Empf\u00e4nger im Ausland, da sie von der Steuer befreit und f\u00fcr die Unternehmen abzugsf\u00e4hig sind. \u00a0Bei der Interpretation der Resultate ist indes Vorsicht geboten. Die Analysen haben gezeigt, dass innerhalb der Branchen zum Teil grosse Unterschiede hinsichtlich des Exportanteils und der Exportf\u00e4higkeit bestehen, die in der summarischen Darstellung nicht zum Ausdruck kommen. Die Einsch\u00e4tzung der Exportf\u00e4higkeit basiert auf dem nicht repr\u00e4sentativen Urteil eines Branchenexperten; deren durchschnittliche Einstufung kann dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass einzelne Kriterien den Export von Dienstleistungen verunm\u00f6glichen k\u00f6nnen. Die Ums\u00e4tze der Bankbranche k\u00f6nnten aufgrund von finanzwirtschaftlichen Transaktionen \u00fcberbewertet, diejenigen der Sektoren Gesundheit, Hochschulen und Kultur aufgrund des relativ grossen Anteiles an nicht mehrwertsteuerpflichtigen Unternehmen unterbewertet sein. \u00a0Trotz dieser Unsicherheiten stellen die Erkenntnisse der Studie eine wertvolle Grundlage f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Ausgestaltung der Exportf\u00f6rderung dar. Sie zeigen auf, welche Branchen \u00fcber das gr\u00f6sste Exportpotenzial verf\u00fcgen und wie die Mittel der Exportf\u00f6rderung am effektivsten eingesetzt werden k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2>Exportpotenzial der einzelnen Branchen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie f\u00fcr jede Branche ermittelten Werte zur Exportf\u00e4higkeit und zum Exportanteil wurden einander in einer Matrix gegen\u00fcbergestellt. Die Gr\u00f6sse der Kreise entspricht den erzielten Jahresums\u00e4tzen (vgl. Grafik 2). Die Positionen der einzelnen Branchen werden im Folgenden kurz erl\u00e4utert.&#13;<\/p>\n<h3>Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatungsgesch\u00e4ft wurde 2003 ein Umsatz von 28323 Mio. Franken erwirtschaftet. Der Exportanteil betrug 35%. Zu den St\u00e4rken der schweizerischen Beratungsgesellschaften geh\u00f6ren die Mehrsprachigkeit und die Diskretion im Umgang mit dem Kunden. Die Leistungen weisen im internationalen Vergleich eine gute Qualit\u00e4t auf, k\u00f6nnen sich aber gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen Angeboten nicht deutlich abheben. Beratung ist nur schwer transportierbar, in hohem Mass kulturabh\u00e4ngig und basiert h\u00e4ufig auf pers\u00f6nlichen Beziehungen. Viele Unternehmen m\u00f6chten wachsen, weil sich daraus Gr\u00f6ssenvorteile erzielen liessen, verf\u00fcgen aber nicht \u00fcber die personellen Kapazit\u00e4ten zur internationalen Expansion. Mandate im Ausland werden deshalb h\u00e4ufig mittels Allianzen mit ausl\u00e4ndischen Partnerfirmen wahrgenommen. Im Bereich der Rechts- und Steuerberatung behindern zudem die unterschiedlichen Gesetze und l\u00e4nderspezifischen Berufspr\u00fcfungen die Internationalisierung der Unternehmen.&#13;<\/p>\n<h3>Bankensektor<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Bankensektor erwirtschaftete einen Umsatz von 227533 Mio. Franken. Der Exportanteil betrug lediglich 4%. F\u00fcr die Exportf\u00e4higkeit von Bankdienstleistungen sprechen: die relativ einfache \u00abTransportierbarkeit\u00bb der Dienstleistung, der hohe internationale Standardisierungsgrad der Produkte, das gute Image der Schweizer Banken im Ausland, die vorteilhaften Standortbedingungen, die neuen Karrierem\u00f6glichkeiten der Mitarbeitenden bei Auslandeins\u00e4tzen, eine relativ hohe Risikobereitschaft und &#8211; da der Heimmarkt bereits stark ges\u00e4ttigt ist &#8211; der Wille zur Internationalisierung. Gegen die Exportf\u00e4higkeit spricht die Tendenz, dass ausl\u00e4ndische Kunden zunehmend weniger in die Schweiz kommen, um Bankdienstleistungen zu beziehen und der Verkauf von Bankleistungen ein Vertrauensverh\u00e4ltnis &#8211; h\u00e4ufig sogar eine pers\u00f6nliche Beziehung &#8211; zum Kunden voraussetzt.&#13;<\/p>\n<h3>Forschung und Entwicklung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Umsatz im Bereich F&amp;E betrug 2105 Mio. Franken; der gr\u00f6sste Teil davon liegt in den Bereichen Natur-, Ingenieur- und Agrarwissenschaften sowie Medizin. 68% der Leistungen wurden f\u00fcr ausl\u00e4ndische Kunden erstellt. Die Schweiz belegt im Rahmen der F&amp;E international einen Spitzenplatz. Die Standortbedingungen f\u00fcr F&amp;E sind gut. Die internationale Orientierung der Forschenden und die Bereitschaft, im Ausland t\u00e4tig zu werden, sind hoch. Die Einstellung des Staates gegen\u00fcber der Forschung ist allerdings eher risikoavers, was deren Entwicklung bremst.&#13;<\/p>\n<h3>Gesundheitswesen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Gesundheitswesen erwirtschaftete einen Umsatz von 6488 Mio. Franken &#8211; lediglich 3% davon im Ausland. Verschiedene Gr\u00fcnde erkl\u00e4ren diese tiefe Exportquote: die fehlende Differenzierung der Schweizer Dienstleistungsangebote, die hohen Kosten des Standortes Schweiz, der eingeschr\u00e4nkte Wettbewerb zwischen den kantonal finanzierten Spit\u00e4lern, die hohe Auslastung der Spitaleinrichtungen (die den Willen zur Expansion bremst), das fehlende internationale Management-Knowhow und die Problematik, medizinische Dienstleistungen ins Ausland zu transportieren.&#13;<\/p>\n<h3>Spedition<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nMit Spedition wurde in der Schweiz im Jahr 2003 ein Umsatz von 11983 Mio. Franken erzielt. Der Exportanteil betrug 79%. Die Schweiz gilt gem\u00e4ss dem Experten als Wiege der Spedition, profitiert aber l\u00e4ngst nicht mehr von ihrem traditionellen Standortvorteil im Zentrum Europas. Dank Internet sind Speditionsdienstleistungen heute international unabh\u00e4ngig vom Standort vermarktbar. Als Vorteil erweist sich dagegen f\u00fcr die Schweizer Unternehmen der hohe Ausbildungsstand der Arbeitskr\u00e4fte, die internationale Zusammensetzung der Belegschaften, das grosse Management-Knowhow und der Wille zur Expansion. Nachteilig f\u00fcr die Internationalisierung der Speditionsunternehmen sind die vielen international unterschiedlichen Normen und die hohen Personalkosten am Standort Schweiz.&#13;<\/p>\n<h3>Architektur- und Ingenieurb\u00fcros<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Architektur- und Ingenieurb\u00fcros wiesen einen Gesamtumsatz von 18159 Mio. Franken bei einem Auslandanteil von 19% auf. Die Schweizer Architektur steht f\u00fcr Innovation und Qualit\u00e4t. Im Ausland hat sie durch die Bekanntheit einiger individueller Architekten und Ingenieure einen guten Ruf erlangt. Die Qualit\u00e4t der Ausbildung in der Schweiz ist hoch, die Anspr\u00fcche der Kundschaft gross und der Wettbewerb intensiv. Trotzdem sind die meisten Architektur- und Ingenieurb\u00fcros nur lokal t\u00e4tig. Die Grund daf\u00fcr liegt in der starken Fragmentierung der Branche. Die meisten Unternehmen sind sehr klein und verf\u00fcgen nur \u00fcber einige wenige Mitarbeitende. Der Wille zur internationalen Expansion ist nicht vorhanden, und die dazu notwendigen Fremdsprachenkenntnisse sowie Beziehungsnetze fehlen.&#13;<\/p>\n<h3>Softwareunternehmen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie schweizerischen Softwareh\u00e4user erzielten einen Umsatz von 15334 Mio. Franken. Der Exportanteil betrug 28%. Die Internationalisierung von Softwareleistungen wird beg\u00fcnstigt durch die relativ einfache Transportierbarkeit der Produkte und die N\u00e4he zu renommierten Forschungsanstalten wie die ETH Z\u00fcrich. Ung\u00fcnstig wirken sich der lokale Bezug, der hohe Differenzierungsgrad und die fehlende internationale Ausrichtung der mehrheitlich kleinen Unternehmen aus. Softwareberatung erfordert aufgrund ihrer Komplexit\u00e4t und Individualit\u00e4t die N\u00e4he zum Kunden, h\u00e4ufig sogar eine pers\u00f6nliche Beziehung. Entsprechend ist die Mehrheit der Anbieter lokal ausgerichtet und hegt keine Absicht, international t\u00e4tig zu werden.&#13;<\/p>\n<h3>Kulturelle Leistungen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Bereich der Kultur (Theater, Oper, Schauspiel, Konzerte) hat die Schweiz Dienstleistungen im Wert von 863 Mio. Franken erbracht. Der Exportanteil betrug lediglich 7%. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr liegen in der starken Fragmentierung der Branche. Die meisten Anbieter sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden, denen die Mittel f\u00fcr eine internationale Ausrichtung fehlen. Die Kosten zur Produktion von kulturellen Leistungen sind in der Schweiz relativ hoch, und der Vertrieb st\u00f6sst sehr schnell an sprachliche Grenzen, so dass die meisten Unternehmen auf einen bestimmten Sprachraum fixiert sind.&#13;<\/p>\n<h3>Ausbildung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nMit Ausbildung sind Ums\u00e4tze von 1520 Mio. Franken erzielt worden. Der Exportanteil betrug 3%. Die Qualit\u00e4t der schweizerischen Hochschul- und Berufsausbildung ist im internationalen Vergleich hoch. Die Dichte der Ausbildungsinstitutionen ist gross; die Ausbildungskonzepte sind ausgereift, die Lehrkr\u00e4fte gut qualifiziert und die Infrastrukturen modern. Die Schweiz verf\u00fcgt diesbez\u00fcglich auch \u00fcber einen guten Ruf im Ausland. Dass der Exportanteil trotzdem nur 3% betr\u00e4gt, liegt daran, dass die internationale Ausrichtung der mehrheitlich \u00f6ffentlichen Bildungsinstitutionen sehr gering ist. Ihre Budgets h\u00e4ngen ab von der Anzahl Schweizer Studenten, und es bestehen wenig Anreize, zus\u00e4tzlich ausl\u00e4ndische Studenten anzuwerben. Anders sieht die Situation bei privaten Ausbildungseinrichtungen wie den Hotelfachschulen aus, die sehr international ausgerichtet sind und einen grossen Anteil an ausl\u00e4ndischen Studierenden aufweisen. Ihr Umsatzanteil am gesamten Bildungswesen der Schweiz f\u00e4llt aber relativ gering aus.&#13;<\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInsgesamt zeigt die Gegen\u00fcberstellung von Exportf\u00e4higkeit und Exportanteil, dass &#8211; mit Ausnahme der Spedition, Forschung und Software &#8211; alle untersuchten Dienstleistungsbranchen \u00fcber ein relativ hohes Exportpotenzial verf\u00fcgen. G\u00fcnstigste Voraussetzungen f\u00fcr eine Exportf\u00f6rderung haben vor allem der Bankensektor, die Architektur- und Ingenieurb\u00fcros sowie die Beratungsbranche. Sie alle verzeichnen relativ grosse Ums\u00e4tze; die Exportf\u00e4higkeit ist gegeben und die Exportanteile sind noch klein. Die Kultur- und die Bildungsbranche liegen ebenfalls in der oberen H\u00e4lfte bez\u00fcglich Exportpotenzial. Deren Ums\u00e4tze sind aber so gering, dass sich eine F\u00f6rderung mit staatlichen Mitteln kaum lohnt. Die Gesundheitsbranche muss differenziert betrachtet werden. Den \u00f6ffentlichen Spit\u00e4lern fehlen der Wille und die Mittel zur Internationalisierung. Eine F\u00f6rderung m\u00fcsste sich auf die privaten Anbieter konzentrieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abUmsatz-, Export- und Direktinvestitionsanteile der Dienstleistungsbranchen in der Schweiz, 1998-2003\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abExportpozenziale von Dienstleistungsbranchen\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1 <strong>Literatur<\/strong>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Bilkey, W.J., An Attempted Integration of the Literature on the Export Behaviour of Firms, in: Journal of International Business Studies, Fr\u00fchling\/Sommer 1978, S. 33\u201346.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Casanova F., Die Exportf\u00e4higkeit von kleinen und mittleren Unternehmen, Diplomarbeit Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft Chur 2001.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Kedia, B.L., Chhokar, J., Factors Inhibiting Export Performance of Firms, in: Management International Review, Vol. 26, April 1986, S. 33\u201343.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Lehmann R., Eintritt von Schweizer Dienstleistungsunternehmen in ausl\u00e4ndische M\u00e4rkte, in: Die Volkswirtschaft, 12-2005, S. 53ff.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Moini, A.H., An Inquiry into Successful Exporting, in: Journal of Small Business Management, Juli 1995, S. 9\u201325.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<strong>Internet<\/strong>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Eidgen\u00f6ssische Steuerverwaltung, Mehrwertsteuerstatistik, <a href=\"http:\/\/www.estv.admin.ch\">www.estv.admin.ch<\/a>.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2013 Schweizerische Nationalbank, Statistisches Monatsheft 2004, <a href=\"http:\/\/www.snb.ch\">www.snb.ch<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Dienstleistungssektor tr\u00e4gt von allen Sektoren mit Abstand am meisten zu den Exporten der Schweizer Wirtschaft bei. 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