{"id":124528,"date":"2006-10-01T12:00:00","date_gmt":"2006-10-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2006\/10\/aeppli-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:46:25","modified_gmt":"2023-08-23T21:46:25","slug":"aeppli-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2006\/10\/aeppli-5\/","title":{"rendered":"Situation der Ausgesteuerten in der Schweiz im Jahr 2005 &#8211; die vierte Studie"},"content":{"rendered":"<p>Seit 1995 wird die Situation der ausgesteuerten Personen in der Schweiz erhoben. Die letzte dieser Untersuchungen fand im Jahr 1999 statt. Die vorliegende Studie kn\u00fcpft an diese Reihe an und analysiert die Lage der Ausgesteuerten f\u00fcr das Jahr 2005. Deren Situation hat sich 2005 gegen\u00fcber 1999 insgesamt leicht verschlechtert. 2005 fanden 48% eine neue Stelle; 1999 waren es 51%. \u00dcber alle vier Studien best\u00e4tigt sich, dass Personen ab einem Alter von 50 Jahren und ungelernte Personen bei der Arbeitssuche besonders grosse Probleme haben. Die Bedeutung der Sozialhilfe als Quelle zur Finanzierung des Lebensunterhalts von Ausgesteuerten wird st\u00e4ndig wichtiger.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie vorliegende Arbeit entstand im Auftrag der Aufsichtskommission f\u00fcr den Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung (ALV). Sie wurde zu 100% vom Ausgleichsfonds finanziert und ist das Nachfolgeprojekt zu den drei vorherigen Untersuchungen \u00fcber die Situation der Ausgesteuerten, die 1995, 1997 und 1999 durchgef\u00fchrt wurden. Vgl. Aeppli, Hotz, Hugentobler &amp; Theiss (1996); Aeppli, Hoffmann &amp; Theiss (1998); Aeppli (2000). Ebenfalls mit der Situation der Ausgesteuerten befasste sich eine Studie des Nationalfonds Vgl. Aeppli, K\u00e4lin, Ott &amp; Peters (2004)., die sich jedoch auf die Kantone Basel-Stadt und Genf sowie auf die Stadt Z\u00fcrich beschr\u00e4nkte.\u00a0In der vorliegenden Arbeit wird die offizielle Definition des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) f\u00fcr Ausgesteuerte verwendet: \u00abBei den Ausgesteuerten handelt es sich um Personen, die entweder ihren H\u00f6chstanspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung ausgesch\u00f6pft haben oder deren Anspruch auf Arbeitslosentaggelder nach Ablauf der zweij\u00e4hrigen Rahmenfrist erloschen ist und die anschliessend keine neue Rahmenfrist er\u00f6ffnen k\u00f6nnen.\u00bb\u00a0Das Ziel des Forschungsprojekts war es, umfassende, fundierte, aktuelle und f\u00fcr die gesamte Schweiz g\u00fcltige Daten \u00fcber die Situation der Ausgesteuerten zu gewinnen. Die zentrale Fragestellung lautete: Was geschieht mit den Arbeitslosen, die von der ALV ausgesteuert wurden, nach ihrer Aussteuerung?&#13;<\/p>\n<h2>Wer hat wieder Arbeit gefunden?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVon den befragten 1044 Ausgesteuerten verf\u00fcgten zum Zeitpunkt der Befragung (September und Oktober 2005) 48% wieder \u00fcber Arbeit (unselbstst\u00e4ndig erwerbst\u00e4tig, selbstst\u00e4ndig erwerbst\u00e4tig oder in einem Besch\u00e4ftigungsprogramm). 1995 waren es 50%, 1997 43% und 1999 51% gewesen. Wie hoch der Anteil der Ausgesteuerten ausf\u00e4llt, die wieder Arbeit finden, h\u00e4ngt in erster Linie von der Entwicklung der Arbeitslosigkeit ab und in zweiter Linie vom Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP). So war z.B. 1997, als am wenigsten Ausgesteuerte wieder Arbeit fanden, die j\u00e4hrliche Arbeitslosenquote mit \u00fcber 5% im Verlauf der letzten zw\u00f6lf Jahre am h\u00f6chsten und das Wachstum des BIP mit 1% recht tief.\u00a0Mehr als ein Drittel aller Ausgesteuerten war zum Zeitpunkt der Befragung unselbstst\u00e4ndig erwerbst\u00e4tig. Etwas mehr als 10% waren selbstst\u00e4ndig erwerbend oder befanden sich in einem Besch\u00e4ftigungsprogramm. Fast ein Drittel konnte sich bisher nicht wieder in die Arbeitswelt eingliedern. Einem F\u00fcnftel ist dies nur vor\u00fcbergehend gelungen. Sie fanden Arbeit, verloren diese aber wieder; oder ihr Besch\u00e4ftigungsprogramm lief aus, ohne dass eine Anschlussl\u00f6sung bestand (siehe Grafik 1). Im Weiteren ist festzustellen, dass etwas mehr als ein Viertel der Ausgesteuerten ohne Arbeit sich nicht mehr um eine neue Stelle bem\u00fchte. Diese Personen haben sich aus der Arbeitswelt zur\u00fcckgezogen und sind &#8211; im statistischen Sinne &#8211; nicht mehr als Arbeitslose zu betrachten, auch wenn die Gr\u00fcnde ihres R\u00fcckzuges vielf\u00e4ltig sein k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h3>Probleme der Altersgruppe 50+ &#8230;<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nZwischen den Altersgruppen wurden wie in den Vorstudien erhebliche Unterschiede festgestellt. Die Chancen der Gruppe der \u00fcber 49-j\u00e4hrigen Ausgesteuerten, wieder eine Arbeit zu finden, waren entschieden schlechter als diejenigen der beiden j\u00fcngeren Altersgruppen. Von den unter 30-J\u00e4hrigen und den 30- bis 49-J\u00e4hrigen fanden mehr als die H\u00e4lfte wieder eine Stelle. Von den \u00fcber 49-J\u00e4hrigen waren es nur gerade 36%. Dieser Unterschied war schon 1995, 1997 und 1999 aufgetreten. 1997, als insgesamt am wenigsten Personen zu einer neuen Arbeit gelangten, war die Differenz besonders gross. Die Chancen der \u00e4lteren Menschen, wieder eine Stelle zu finden, nehmen jedoch mit einer verbesserten Wirtschaftslage deutlich weniger stark zu als diejenigen der j\u00fcngeren.&#13;<\/p>\n<h3>&#8230; und der niedrig Qualifizierten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Wahrscheinlichkeit, wieder eine Arbeit zu finden, steigt mit zunehmender Qualifikation deutlich an. Unter den ungelernten Ausgesteuerten hatten zum Zeitpunkt der Befragung 37% eine Arbeit; unter den Angelernten waren es 41% und unter den Gelernten 54%. Dieser Unterschied ist hoch signifikant. Er bestand schon 1999 und hat sich weiter akzentuiert. \u00a01997 wurde nur nach der Schulbildung der Antwortenden gefragt. Es konnte aber damals schon nachgewiesen werden, dass Personen, die nur die obligatorische Schule besucht haben, auf \u00fcberdurchschnittliche Schwierigkeiten bei der Stellensuche stossen.&#13;<\/p>\n<h2>Vermittlungswege und Art der Arbeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin Drittel der 499 Ausgesteuerten, die zum Zeitpunkt der Befragung eine Arbeit hatten, fand diese durch eigene Bewerbung auf ein Inserat oder eine Spontanbewerbung. Ein Viertel kam durch die Vermittlung von Freunden, Verwandten oder Bekannten zum Erfolg und lediglich ein F\u00fcnftel durch die \u00f6ffent-liche oder private Stellenvermittlung. \u00a055&nbsp;% der Ausgesteuerten, die wieder Arbeit fanden, mussten den Beruf wechseln. Die H\u00e4lfte hatte keine feste Stelle (befristete Stelle, tempor\u00e4re Arbeit, Arbeit auf Abruf oder Besch\u00e4ftigungsprogramm; siehe Grafik 2). Fast zwei F\u00fcnftel arbeiteten Teilzeit. Der Anteil der Teilzeitarbeitenden ist somit unter den Ausgesteuerten \u00fcberdurchschnittlich hoch.\u00a059% der Befragten mit Arbeit gaben an, dass die neue Stelle den Vorstellungen und W\u00fcnschen zu Beginn der Arbeitssuche voll entspreche. F\u00fcr immerhin 41% stimmten Vorstellungen und neue Arbeit nur teilweise oder gar nicht \u00fcberein. Als h\u00e4ufigster Grund f\u00fcr die Unzufriedenheit mit der Arbeit wurde ein zu tiefer Lohn angegeben (von 29% der Antwortenden mit Arbeit genannt). \u00a0F\u00fcr mehr als ein F\u00fcnftel der wieder erwerbst\u00e4tigen Ausgesteuerten bedeutet die neue Arbeit einen beruflichen Abstieg, f\u00fcr ebenfalls mehr als ein F\u00fcnftel entspricht die neue Arbeit nicht der Ausbildung. Mehr als zwei F\u00fcnftel der Ausgesteuerten mit Arbeit suchen weiter nach einer besser zusagenden Stelle.&#13;<\/p>\n<h2>Lohnsituation<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVon den 499 Personen, die wieder Arbeit fanden, verdiente fast die H\u00e4lfte deutlich weniger als vor der Arbeitslosigkeit. Nur etwas mehr als ein Drittel konnte den Lohn gleich halten oder verbessern. Gut ein Viertel der Ausgesteuerten erzielte mit der neuen Arbeit einen Verdienst, der deutlich unter dem Betrag ihrer zuletzt erhaltenen Arbeitslosenentsch\u00e4digung lag. Demgegen\u00fcber erhielt fast ein Viertel einen neuen Lohn, der den Betrag der letzten Arbeitslosenentsch\u00e4digung deutlich \u00fcbertraf. Es ist anzunehmen, dass manche eine Arbeit akzeptierten, die sie vor der Aussteuerung wegen ungen\u00fcgender Bezahlung als unzumutbar abgelehnt h\u00e4tten.&#13;<\/p>\n<h2>Wie finanzieren die Ausgesteuerten ohne Arbeit ihren Lebensunterhalt?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNach wie vor finanzieren die Partner mit einem Anteil von 45% am h\u00e4ufigsten den Lebensunterhalt der ausgesteuerten Menschen ohne Arbeit (siehe Grafik 3). \u00a0Die zweitwichtigste Finanzquelle sind mit einem Anteil von einem Drittel die Ersparnisse. Bevor man Unterst\u00fctzung von der Sozialhilfe beantragen kann, muss ein grosser Teil der Ersparnisse aufgebraucht sein. Deshalb leben viele Betroffene vorerst vom gesparten Verm\u00f6gen. \u00a0Die drittwichtigste Finanzquelle ist die Sozialhilfe mit einem Anteil von 29%, gefolgt von den Eltern und Verwandten mit einem Anteil von einem F\u00fcnftel. Gelegentliche Arbeit, erneute Arbeitslosenentsch\u00e4digung aufgrund eines neuen Anspruchs und die Invalidenversicherung (Bez\u00fcger und angemeldete Personen zusammen) tragen zwischen 14% und 16% zum Lebensunterhalt bei. Da Mehrfachnennungen m\u00f6glich waren, ergibt das Total weit mehr als 100%. 1999 bezogen erst 23% der Ausgesteuerten ohne Arbeit Sozialhilfe.\u00a0Somit sind deutlich mehr als zwei F\u00fcnftel aller Ausgesteuerten ohne Arbeit entweder von der Sozialhilfe oder der Invalidenversicherung abh\u00e4ngig. Diese Institutionen werden also durch die Aussteuerungen stark belastet.&#13;<\/p>\n<h2>Mit wem wurde die Stellensuche besprochen&#8230;<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZwei Drittel der antwortenden Ausgesteuerten gaben an, die Stellensuche im Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) besprochen zu haben. Allerdings ist es f\u00fcr Ausgesteuerte nicht mehr obligatorisch, das RAV aufzusuchen, weshalb es von einem Drittel gar nicht erw\u00e4hnt wird. \u00a0Ausser den RAV gibt es drei Personengruppen, mit denen die ausgesteuerten Menschen die Stellensuche oft besprechen und deren Anteile nahe beieinander liegen: Der Freundesbzw. Kollegenkreis mit einem Anteil von 30%, die Lebenspartner, Familie, Verwandte mit 29% sowie die privaten Stellenvermittlungsb\u00fcros mit 25%. Alle anderen Amtsstellen und Organisationen &#8211; wie z. B. das Sozialamt, die Arbeitslosenkasse, die Berufsberatung, die Invalidenversicherung oder die Gewerkschaften &#8211; haben nur eine geringe Bedeutung und bleiben unter einem Anteil von 10%. Nachdenklich stimmt, dass 9% der Ausgesteuerten die Stellensuche mit niemanden besprechen. Dies zeigt, wie die Arbeitslosigkeit in die Isolation f\u00fchren kann.&#13;<\/p>\n<h2>&#8230;und mit welchem Erfolg?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZus\u00e4tzlich fragten wir, wie viel die von den Ausgesteuerten angegebene Personengruppe bzw. Institution bei der Stellensuche geholfen habe. Von allen Personen, die das RAV als Gespr\u00e4chspartner angegeben hatten, sagten nur rund ein Sechstel, dieses habe bei der Stellensuche viel oder sehr viel geholfen. Fast zwei Drittel waren im Gegenteil der Auffassung, das RAV habe nicht viel oder \u00fcberhaupt nicht geholfen. Hingegen fand mehr als ein Drittel aller Personen, welche die Arbeitssuche im Freundes- und Kollegenkreis besprachen, dieser habe viel oder sehr viel beigetragen, und nur ein Drittel, dieser habe nicht viel oder \u00fcberhaupt nichts geholfen. Gar noch besser schnitten die Lebenspartner bzw. -partnerinnen, Familie und Verwandte ab: 47% fanden hier viel oder sehr viel Hilfe bei der Arbeitssuche.\u00a0Dazu muss allerdings angef\u00fcgt werden, dass viele Ausgesteuerte nur Kontakt mit dem RAV hatten, als sie noch Arbeitslosenentsch\u00e4digung beziehen konnten, und diese Erfahrungen deshalb oft weiter in der Vergangenheit liegen als die Gespr\u00e4che im Freundes- und Kollegenkreis. Die Ergebnisse der privaten Stellenvermittlung sind \u00fcbrigens mit denjenigen der RAV praktisch identisch.&#13;<\/p>\n<h2>Gesundheit und Zukunftsaussichten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie bereits in der Nationalfondsstudie Vgl. Aeppli, K\u00e4lin, Ott &amp; Peters (2004). zeigte sich auch in unserer Untersuchung, dass sich die Gesundheit der Ausgesteuerten je nach Erwerbsstatus stark unterscheidet. W\u00e4hrend sich unter den ausgesteuerten Menschen, die wieder eine Arbeit fanden, nur 5% \u00fcber eine schlechte bis sehr schlechte Gesundheit beklagten, waren es unter den weiterhin Erwerbslosen 16%. Die entsprechende Frage zur aktuellen Gesundheit stammt aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS). Gem\u00e4ss der letzten Gesundheitsbefragung im Jahre 2002 betrug der Anteil der Personen in der schweizerischen Gesamtbev\u00f6lkerung, die ihre Gesundheit als schlecht oder sehr schlecht beurteilten, lediglich 3%. Unter den weiterhin erwerbslosen Ausgesteuerten sind also anteilsm\u00e4ssig \u00fcber f\u00fcnfmal mehr Personen mit schlechter oder sehr schlechter Gesundheit als unter der Gesamtbev\u00f6lkerung.\u00a0Der Anteil der weiterhin arbeitslosen Ausgesteuerten, die sich sehr h\u00e4ufig oder ziemlich h\u00e4ufig einsam f\u00fchlten, ist mit 38% deutlich h\u00f6her als der Anteil unter den Personen mit Arbeit (23%). Dies erstaunt nicht, denn w\u00e4hrend der Arbeit entstehen viele Kontakte, auf welche die erwerbslosen Menschen verzichten m\u00fcssen. Ausserdem ziehen sich viele Arbeitslose von sich aus eher zur\u00fcck. Gem\u00e4ss der letzten Gesundheitsbefragung betrug der Anteil der Personen in der schweizerischen Gesamtbev\u00f6lkerung, bei denen das Gef\u00fchl der Einsamkeit ziemlich h\u00e4ufig oder sehr h\u00e4ufig vorkam, lediglich 2%. Unter den Ausgesteuerten mit und ohne Arbeit f\u00fchlen sich also anteilsm\u00e4ssig 12- bis 19-mal mehr Personen ziemlich h\u00e4ufig oder sehr h\u00e4ufig einsam als unter der Gesamtbev\u00f6lkerung.\u00a0Wer \u00fcber Arbeit verf\u00fcgt, sieht seine allgemeinen Zukunftsaussichten bedeutend positiver als jemand, der ohne Stelle ist. Mehr als zwei Drittel der Ausgesteuerten mit Arbeit beurteilten ihre allgemeinen Zukunftsaussichten als gut oder sehr gut. Unter den weiterhin arbeitslosen Ausgesteuerten sind es lediglich etwas mehr als ein Drittel. Das zeigt, welch grosse Bedeutung die Arbeit auch heute noch hat. Sie gilt anscheinend f\u00fcr sehr viele immer noch als wichtiger Zugang zu einer aussichtsreichen Zukunft.&#13;<\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBesondere Probleme, nach der Aussteuerung wieder eine Arbeit zu finden, haben vor allem die folgenden Gruppen:\u00a0&#8211; Personen im Alter von \u00fcber 50 Jahren;\u00a0&#8211; ungelernte Personen;\u00a0&#8211; Hilfskr\u00e4fte.\u00a0Um den \u00e4lteren und den ungelernten ausgesteuerten Menschen wieder einen Zugang zur Arbeitswelt zu verschaffen, braucht es speziell grosse Anstrengungen. Dies kann geschehen, indem die bestehenden Institutionen diese Personen intensiver betreuen und bei der Stellensuche unterst\u00fctzen oder indem eine neue Institution speziell zu diesem Zweck geschaffen wird. Heute f\u00fchlt sich n\u00e4mlich keine der bestehenden Institutionen wirklich f\u00fcr Ausgesteuerte zust\u00e4ndig. Ein grosses Problem bei der Stellensuche der \u00e4lteren Personen besteht darin, dass die Pr\u00e4mienans\u00e4tze der Pensionskassen mit zunehmendem Alter stark ansteigen, was Firmen davon abh\u00e4lt, \u00e4ltere Menschen einzustellen. Den ungelernten Personen k\u00f6nnen Weiterbildung und Umschulung neue T\u00fcren zur Arbeitswelt \u00f6ffnen, soweit sie bildungsf\u00e4hig sind. \u00a0Da die Eigeninitiative und ein funktionierendes Beziehungsnetz bei der Arbeitssuche besonders hilfreich sind, braucht es geeignete Massnahmen, um diese zu f\u00f6rdern. Viele Arbeitslose fl\u00fcchten in die Isolation. Die weiterhin arbeitslosen Ausgesteuerten m\u00fcssen deshalb dazu ermutigt werden, Kontakte zu pflegen und \u00fcber ihre Arbeitslosigkeit zu sprechen. Dies kann in Kursen und Besch\u00e4ftigungsprogrammen nebenbei oder als zentrales Thema vermittelt werden. Um die Eigeninitiative zu verbessern, w\u00e4ren unseres Erachtens gezielte und sehr gut vorbereitete Bewerbungen &#8211; je nach Bedarf unter fachlicher Betreuung und Beratung &#8211; f\u00f6rderlich.\u00a0Die Bedeutung der Sozialhilfe als Quelle zur Finanzierung des Lebensunterhalts von Ausgesteuerten wird st\u00e4ndig wichtiger. 1999 betrug ihr Anteil bei den Personen ohne Arbeit noch 23%. Im Jahre 2005 waren es bereits 29%; das sind f\u00fcr die ganze Schweiz insgesamt ungef\u00e4hr 5500 Personen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abAktuelle Arbeitssituation der befragten Ausgesteuerten\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abArt der gefundenen Stelle, 1995-2005\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3 \u00abWovon leben Personen ohne Arbeit?\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1 \u00abMethode und Durchf\u00fchrung\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Literaturhinweise &#8211; Aeppli, D., Hotz, C., Hugentobler, V. &amp; Theiss, R.: Die Situation der Ausgesteuerten. Verlag Paul Haupt, Bern, 1996. &#8211; Aeppli\u00a0, D., Hoffmann, B. &amp; Theiss, R.: Ausgesteuerte in der Schweiz. Verlag Paul Haupt, Bern, 1998.- Aeppli, D.: Die Situation der Ausgesteuerten in der Schweiz &#8211; Die dritte Studie. Verlag Paul Haupt, Bern, 2000.- Aeppli, D., K\u00e4lin, R., Ott, W. &amp; Peters, M.: Wirkungen von Besch\u00e4ftigungsprogrammen f\u00fcr ausgesteuerte Arbeitslose. Forschungsprojekt des Schweizerischen Nationalfonds im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 45 \u00abProbleme des Sozialstaats\u00bb. Z\u00fcrich\/Chur, Verlag R\u00fcegger, 2004.- Aeppli, D.: Die Situation der Ausgesteuerten in der Schweiz &#8211; Vierte Studie im Auftrag der Arbeitslosenversicherung. Bern, seco, 2006.- Curti, M. &amp; Fontaine, P.: Aussteuerung: eine komplexe Realit\u00e4t. In: Die Volkswirtschaft, Nr. 10, Oktober 1999.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 1995 wird die Situation der ausgesteuerten Personen in der Schweiz erhoben. Die letzte dieser Untersuchungen fand im Jahr 1999 statt. Die vorliegende Studie kn\u00fcpft an diese Reihe an und analysiert die Lage der Ausgesteuerten f\u00fcr das Jahr 2005. 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