{"id":124599,"date":"2006-09-01T12:00:00","date_gmt":"2006-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2006\/09\/bourgeois-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:46:40","modified_gmt":"2023-08-23T21:46:40","slug":"bourgeois-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2006\/09\/bourgeois-3\/","title":{"rendered":"Neuausrichtung der Agrarpolitik &#8211; eine (zu) grosse Herausforderung f\u00fcr die Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Die Agrarpolitik kommt nicht zur Ruhe: Im Moment steht das neuste Reformpaket AP 2011 vor der Beratung im Parlament. Dieses muss nun die vom Bundesrat unterlassenen Korrekturen in der Botschaft vornehmen, damit die Folgen f\u00fcr die Schweizer Familienbetriebe ertr\u00e4glich und die in jedem Fall kommenden Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen sind. Insbesondere beim Zahlungsrahmen, bei der Marktst\u00fctzung, dem b\u00e4uerlichen Boden- und Pachtrecht sowie den Kostensenkungspotenzialen gilt es, die in der Vorlage enthaltenen grossen Schw\u00e4chen auszumerzen. Der Schweizerische Bauernverband (SBV) erwartet vom Parlament, dass es die Weichen so stellt, dass die B\u00e4uerinnen und Bauern mit der notwendigen Energie und Innovationskraft die Zukunft anpacken k\u00f6nnen.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200609_07_Bourgeois_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"254\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSeit \u00fcber einem Jahrzehnt ist die Schweizer Agrarpolitik eine Baustelle, an der gebaut und ge\u00e4ndert wird. Die Bauernfamilien haben in bemerkenswerter Weise auf die schnell \u00e4ndernden Rahmenbedingungen reagiert. Sie haben die Betriebsstrukturen angepasst, ihre Produktion konsequent auf den Markt ausgerichtet sowie Nischenm\u00e4rkte erschlossen. Die Agrarreformen der Vergangenheit haben aber auch ihren Tribut gefordert. Seit 1990 haben \u00fcber 30&nbsp;000 oder rund ein Drittel aller Betriebe ihre Tore f\u00fcr immer geschlossen. Keine andere Branche hat in so kurzer Zeit einen derart massiven Strukturwandel durchgemacht. Mit der AP 2011 steht nun bereits ein weiterer Reformschritt vor der T\u00fcre. \u00a0Nach \u00fcber einem Jahrzehnt Agrarreformen stellen sich zuerst einmal Fragen: Wo stehen wir heute? Wurden die Erwartungen erf\u00fcllt? Wird die Landwirtschaft dem Anspruch der Nachhaltigkeit gerecht? Der Schweizerische Bauernverband hat die aktuelle \u00f6kologische, \u00f6konomische und soziale Situation der Landwirtschaft unter die Lupe genommen.&#13;<\/p>\n<h2>\u00d6kologische Ziele sind erreicht<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSehr beeindruckend sehen die Entwicklungen beim Umwelt- und Tierschutz seit Anfang der Neunzigerjahre aus. Heute werden rund 98% der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che nach strengen \u00f6kologischen Kriterien bewirtschaftet, fast 11% sogar nach den noch strengeren Richtlinien des biologischen Landbaus. So genannte \u00f6kologische Ausgleichsfl\u00e4chen &#8211; also wenig bewirtschaftetes Land &#8211; machen ebenfalls 11% aus. Der Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln ging seit dem Beginn der Reformen um 35% zur\u00fcck, und jener von Minerald\u00fcnger sank &#8211; je nach D\u00fcngerart &#8211; zwischen 24% und 68%. Zwei Drittel aller Tiere haben mittlerweile regelm\u00e4ssigen Auslauf im Freien, und \u00fcber ein Drittel wird in speziell tierfreundlichen Stallhaltungssystemen gef\u00fcttert. Die 2002 in der Botschaft des Bundesrates zur AP 2007 festgehaltenen Ziele im Bereich \u00d6kologie und Tierwohl sind damit weit gehend erf\u00fcllt. Diese Errungenschaften d\u00fcrfen keinesfalls in Frage gestellt werden. Auf der anderen Seite besteht f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit auch kein weiterer Handlungsbedarf. Neue kostentreibende Auflagen sind in der heutigen schwierigen Situation f\u00fcr die Bauernfamilien unbedingt zu vermeiden.&#13;<\/p>\n<h2>Bauernfamilien sind \u00abhard working poor\u00bb<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin deutlich d\u00fcstereres Bild zeigt sich, wenn man die finanzielle Lage der Landwirtschaftsbetriebe betrachtet. Trotz den grossen Anstrengungen der Bauernfamilien hat sich die wirtschaftliche Situation auf den Einzelbetrieben zugespitzt. Besonders beunruhigend ist die sich \u00f6ffnende Schere zwischen den Produzenten- und Konsumentenpreisen. So sind die Produzentenpreise in den letzten 15 Jahren um 25% gesunken, w\u00e4hrend die Ladenpreise im Detailhandel um 15% stiegen. Die Preissenkungen bei den Bauern wurden folglich nicht an die Konsumenten weitergegeben, sondern erh\u00f6hten die Margen in der Verarbeitung und im Handel. Besonders folgenschwer ist dabei die Tatsache, dass die Bauern ihre Produktionsmittel ebenfalls immer teurer einkaufen m\u00fcssen &#8211; deren Preise erh\u00f6hten sich um rund einen Viertel. Die Konsequenz aus diesen Entwicklungen ist ein landwirtschaftliches Einkommen auf stagnierend tiefem Niveau. Eine Familienarbeitskraft, die 100% auf dem Betrieb arbeitet, verdient zurzeit rund 38800 Franken. Damit ist das Einkommen in der Landwirtschaft nur rund halb so hoch wie in den \u00fcbrigen Wirtschaftszweigen. Ber\u00fccksichtigt man zus\u00e4tzlich den \u00fcberdurchschnittlichen Stundenaufwand, muss man bei den B\u00e4uerinnen und Bauern von \u00abhard working poor\u00bb sprechen. Nebenerwerb und Quersubventionierung der Landwirtschaft sind f\u00fcr immer mehr Betriebe \u00fcberlebensnotwendig &#8211; wen wunderts, wenn bei 70% die Kapitalrentabilit\u00e4t negativ ausf\u00e4llt.&#13;<\/p>\n<h2>Strukturwandel voll im Gang<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie wirtschaftliche Lage f\u00fchrt dazu, dass jedes Jahr 2,5% der Betriebe die Landwirtschaft aufgeben. Da der Strukturwandel aber mehrheitlich \u00fcber den Generationenwechsel abl\u00e4uft, ist er sozial einigermassen vertr\u00e4glich. Die schlechte wirtschaftliche Lage zwingt die Bauern zum Verzicht. So gibt ein Bauernhaushalt pro Person 827 Franken f\u00fcr den laufenden Konsum aus. Die durchschnittlichen Ausgaben \u00fcber alle Haushalte liegen hingegen bei 2012 Franken pro Kopf. Zusammen mit den langen Arbeitszeiten f\u00fchrt die prek\u00e4re finanzielle Lage dazu, dass weniger als 40% der landwirtschaftlichen Bev\u00f6lkerung glaubt, dass die Existenz ihres Betriebs l\u00e4ngerfristig gesichert ist. Im Allgemeinen sehen die Bauernfamilien der Zukunft entsprechend ungewiss entgegen.\u00a0Das Fazit aus diesen Erkenntnissen lautet: Die gr\u00f6ssten Defizite der vergangenen Agrarreformen liegen bei der Wirtschaftlichkeit des Agrarsektors. Der Fokus der k\u00fcnftigen Reformen muss entsprechend auf die St\u00e4rkung der wirtschaftlichen Situation gelegt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Vorschlag des Bundesrates ungen\u00fcgend<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer anfangs Juli 2006 in der Kommission f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben des St\u00e4nderates (WAK-S) zum ersten Mal behandelte Vorschlag des Bundesrates f\u00fcr die n\u00e4chste Etappe der Agrarpolitik will auf f\u00fcnf Achsen ansetzen:\u00a01. Die Konkurrenzf\u00e4higkeit durch Umlagerung von Marktst\u00fctzungsmitteln in Direktzahlungen verbessern und Massnahmen zur Kostensenkung einleiten;\u00a02. mit einem einfachen Direktzahlungssystem die gemeinwirtschaftlichen Leistungen (Pflege des Kulturlandes und der Landschaft, Besiedlung dezentraler Gegenden) sichern;\u00a03. die Wertsch\u00f6pfung im l\u00e4ndlichen Raum f\u00f6rdern;\u00a04. den Strukturwandel erleichtern und sozial abfedern;\u00a05. die Administration vereinfachen und Kontrollen koordinieren. \u00a0\u00a0Mit Ausnahme der Umlagerung der Mittel zur Marktst\u00fctzung in Direktzahlungen unterst\u00fctzt der Schweizerische Bauernverband diese Ziele vollumf\u00e4nglich. Der Hund liegt in der Interpretation und den Mitteln zur Zielerreichung begraben. Der gr\u00f6sste Knackpunkt sind einmal mehr die f\u00fcr die geplanten Massnahmen vorgesehenen Mittel. Diese sollen gegen\u00fcber dem Budget der letzten Reformetappe um 630 Mio. Franken gek\u00fcrzt werden. In Anbetracht der bereits angeschlagenen finanziellen Situation inakzeptabel, die den Rahmenkredit weiter zusammenzustreichen.&#13;<\/p>\n<h2>Die Landwirtschaft bietet mehr &#8211; aber wie lange noch?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweizer Bauernfamilien produzieren heute Nahrungsmittel von h\u00f6chster Qualit\u00e4t. Die St\u00e4rken der inl\u00e4ndischen Landwirtschaft liegen in der tier- und umweltfreundlichen, regionalen und damit frischen Produktion sowie der R\u00fcckverfolgbarkeit. Neben Nahrungsmitteln erbringt die Landwirtschaft zahlreiche unentbehrliche Leistungen f\u00fcr die Gesellschaft. Sie schafft abwechslungsreiche Kulturlandschaft sowie attraktive Lebens- und Erholungsr\u00e4ume. Sie tr\u00e4gt wesentlich zur wirtschaftlichen und sozialen Vitalit\u00e4t der l\u00e4ndlichen R\u00e4ume bei. Diese Leistungen sind ohne ausreichendes Einkommen aus der Landwirtschaft langfristig nicht gew\u00e4hrleistet. Das vom Bundesrat vorgeschlagene Programm bietet daf\u00fcr ganz klar zu wenig Perspektiven und steht im Widerspruch zu einer St\u00e4rkung der wirtschaftlichen Situation. Die vorgesehenen Mittelk\u00fcrzungen und die Umlagerung der Marktst\u00fctzung haben weit reichende und existenzielle Folgen f\u00fcr die Einkommenssituation in der Landwirtschaft. Die entstehenden L\u00fccken k\u00f6nnen nicht mehr durch Wachstum der Fl\u00e4chen, Effizienzsteigerung, Mechanisierung oder die Erschliessung von Nischenm\u00e4rkten geschlossen werden. Und man darf sich keine Illusionen machen: Auch die Wertsch\u00f6pfung der vor- und nachgelagerten Branchen h\u00e4ngt von einer produktiven Landwirtschaft ab!&#13;<\/p>\n<h2>Es braucht umfassende Korrekturen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm die Bauernfamilien nicht noch mehr von der \u00fcbrigen Bev\u00f6lkerung abzukoppeln, braucht es deshalb tief greifende Anpassungen im Reformpaket der AP 2011. Dabei sollten die drei folgenden Stossrichtungen im Zentrum stehen: \u00a0&#8211; Die Produktion von Nahrungsmitteln und Rohstoffen f\u00fcr die Ern\u00e4hrungsindustrie darf nicht weiter an Attraktivit\u00e4t verlieren.\u00a0&#8211; Die gesetzlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr die Landwirtschaft und den landwirtschaftlichen Nebenerwerb m\u00fcssen gelockert werden: M\u00e4rkte f\u00fcr Vorleistungen deregulieren, Raumplanung lockern, Parallelimporte zulassen und \u00e4hnliches mehr. \u00a0&#8211; Gemeinwirtschaftliche Leistungen sind fair abzugelten.\u00a0\u00a0Um diese Ziele zu erreichen und dem Anspruch einer nachhaltigen Landwirtschaft gerecht zu werden, m\u00fcssen die folgenden Punkte erf\u00fcllt werden:\u00a0&#8211; Der Zahlungsrahmen ist nicht zu senken, sondern beizubehalten und um die Teuerung zu erh\u00f6hen. Der Strukturwandel verl\u00e4uft schnell genug, und die internationalen Verpflichtungen bringen grossen Druck mit sich, der innenpolitisch nicht weiter verst\u00e4rkt werden darf. Die Einkommen der Bauernfamilien sind tief. Bereits heute sind viele vom materiellen Wohlstand der restlichen Schweiz abgekoppelt. \u00dcberm\u00e4ssige Einbussen infolge der WTO oder anderen bioder internationalen Verpflichtungen m\u00fcssen separat abgegolten werden.\u00a0&#8211; Die Marktst\u00fctzungsmassnahmen sind nicht \u00fcberm\u00e4ssig abzubauen. Es gibt keinen Grund, weiter zu gehen, als dies die WTO-Verpflichtungen erfordern. Diese Instrumente haben sich in den letzten Jahren bew\u00e4hrt: Sie wirken effizienter und einkommensrelevanter als der gleiche Betrag in Form von Direktzahlungen. \u00a0&#8211; Der Bundesrat muss Ernst machen, was Massnahmen zur Senkung der Produktionskosten anbelangt: Parallelimporte zulassen, Vorschriften mit der EU harmonisieren und das gegenseitige Cassis-de-Dijon-Prinzip einf\u00fchren. Zudem darf der Blick nicht allein auf die Landwirtschaft gerichtet sein. Vor- und nachgelagerte Stufen m\u00fcssen ebenfalls einbezogen und so die Wettbewerbskraft der gesamten Ern\u00e4hrungskette verbessert werden. Von den 46 Mrd. Franken, welche die Konsumenten im Jahr f\u00fcr die Ern\u00e4hrung ausgeben, verbleiben n\u00e4mlich nur gerade 1,2 Mrd. Franken oder 3% in der Landwirtschaft. \u00a0&#8211; Die Bauernfamilien haben in den vergangenen Jahren auf den wachsenden wirtschaftlichen Druck unter anderem mit der Erschliessung von neuen Einkommensquellen in der Paralandwirtschaft reagiert. Unter Paralandwirtschaft fallen T\u00e4tigkeiten, die einen engen Bezug zum Landwirtschaftsbetrieb haben, wie beispielsweise Ferien auf dem Bauernhof, Schlafen im Stroh, Direktvermarktung, Pensionspferdehaltung usw. Um der zunehmenden Bedeutung gerecht zu werden, sind die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Paralandwirtschaft zu verbessern. \u00a0&#8211; Das Boden- und das Pachtrecht sind f\u00fcr die Landwirtschaft von grosser Bedeutung. Sie d\u00fcrfen deshalb nicht ausgeh\u00f6hlt werden. Mit anderen Worten: Die Gewerbegrenze ist nicht \u00fcbertrieben zu erh\u00f6hen und die Preisbegrenzung sowie die Pachtzinskontrolle sind weiterzuf\u00fchren. Der Schutz der landwirtschaftlichen Familienbetriebe ist andernfalls nicht mehr gew\u00e4hrleistet.&#13;<\/p>\n<h2>Vogel-Strauss-Taktik des Bundesrates<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDass diese Forderungen weder \u00fcberrissen noch unangebracht sind, zeigte das Vernehmlassungsverfahren zur AP 2011. In diesem hat eine breite Allianz den Bundesrat zu Korrekturen aufgefordert. Nicht nur die Landwirtschaft und andere Organisationen, sondern auch eine \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Kantonsregierungen und einige Parteien verlangten \u00c4nderungen am aktuellen Reformpaket. Insbesondere der zu tief angesetzte Zahlungsrahmen, das zu forsche Tempo bei der Umlagerung der Marktst\u00fctzung, die ungen\u00fcgenden Kostensenkungsmassnahmen und die Liberalisierung des b\u00e4uerlichen Bodenrechtes wurden kritisiert. Die Forderungen des SBV stiessen also auf breite Unterst\u00fctzung. Leider steckte der Bundesrat den Kopf in den Sand: Er ber\u00fccksichtigte nur einen winzigen Teil der Resultate aus der Vernehmlassung und schickte die Botschaft praktisch unver\u00e4ndert ins Parlament zur weiteren Beratung. Das Vernehmlassungsverfahren wurde so zur Farce. Die Kommission f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben des St\u00e4nderates (WAK-S) wird sich Anfang September als Erstrat damit befassen. Bereits haben sich erste Mitglieder des Gremiums ge\u00e4ussert und ebenfalls ihre Bedenken kundgetan, so zum Beispiel der freisinnige St\u00e4nderat Fritz Schiesser, der das Tempo gem\u00e4ss der Zeitschrift Cash als zu schnell betrachtet. Sein Kommissionskollege von der CVP, Bruno Frick, \u00e4usserte sich im selben Artikel noch konkreter: Das Reformtempo bei der Agrarpolitik solle erst dann beschleunigt werden, wenn die f\u00fcr die Bauern kostspieligen Handelshemmnisse beseitigt sind. Der SBV erwartet vom Parlament, dass es das Reformpaket der AP 2011 korrigiert und damit der Landwirtschaft den dringend n\u00f6tigen R\u00fcckhalt und neue Perspektiven gibt.&#13;<\/p>\n<h2>Mit Zeit und Durchsetzungskraft zum Erfolg<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie B\u00e4uerinnen und Bauern sind bereit, sich den Herausforderungen zu stellen, wettbewerbsf\u00e4higer zu werden und sich auch vermehrt dem internationalen Wettbewerb auszusetzen. Aber die dazu n\u00f6tigen Anpassungen k\u00f6nnen nicht von heute auf morgen erfolgen. Die bereits voll laufende Strukturentwicklung muss und wird weiter gehen. Die Bauern werden zeigen, dass sie innovativ und motiviert genug sind, um einen Weg zu finden. Mit dem n\u00f6tigen R\u00fcckhalt der Schweizer Regierung, dem Parlament und den Beh\u00f6rden sowie einem vern\u00fcnftigen Reformtempo &#8211; das heisst einer korrigierten Version der AP 2011 &#8211; wird die Mehrheit der Schweizer B\u00e4uerinnen und Bauern auch diese H\u00fcrde meistern!&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abAuswirkungen des Vorschlags des Bundesrates zur AP 2011 auf das landwirtschaftliche Einkommen Gesch\u00e4tztes landwirtschaftliches Einkommen in&nbsp;% zu 2002\/2003\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1<\/b>&#13;<br \/>\nIm folgenden Jahrzehnt setzte die Rationalisierung und Mechanisierung auf den Betrieben ein. Die Zahl der st\u00e4ndigen Arbeitskr\u00e4fte in der Landwirtschaft sackte auf einen Drittel zusammen, w\u00e4hrend die Produktion gleichzeitig sp\u00fcrbar anstieg. Die rationelle, kosteng\u00fcnstige Landwirtschaft f\u00fchrte zu \u00f6kologischen Problemen. Zus\u00e4tzlich traten neben der Produktion von Nahrungsmitteln andere Aufgaben der Landwirtschaft in den Vordergrund. Diese multifunktionalen Aufgaben wurden in der agrarpolitischen Diskussion der Neunzigerjahre verst\u00e4rkt eingebracht. Die Anforderungen an die Landwirtschaft wuchsen: Die Gesellschaft verlangte eine \u00f6kologischere und tierfreundlichere Produktion, aber auch mehr Markt im Bereich der landwirtschaftlichen Produkte. Auf dem internationalen Parkett wurden der Abbau der Agrarst\u00fctzung und ein m\u00f6glichst freier Handel mit Agrarprodukten gefordert. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts kam es schliesslich zu einem radikalen Umbau der agrarpolitischen Rahmenbedingungen. Basis waren einerseits die Annahme der Gatt\/WTO-Vertr\u00e4ge, andererseits der am 9. Juni 1996 durch das Stimmvolk gutgeheissene neue Landwirtschaftsartikel in der Bundesverfassung und die darauf basierenden neuen Landwirtschaftsgesetze. In der Verfassung wurden die multifunktionalen Aufgaben der Landwirtschaft und die staatliche Hilfe festgehalten. Die neue Agrarpolitik unter dem Begriff AP 2002, aber auch das Inkrafttreten der bilateralen Vertr\u00e4ge mit der EU und dem damit verbundenen gegenseitigen Marktzutritt f\u00fchrten zu sinkenden Preisen f\u00fcr Landwirtschaftsprodukte und steigenden Anforderungen an die Produktion. Dies erh\u00f6hte den wirtschaftlichen Druck und f\u00fchrte zu massiven Strukturanpassungen. In den letzten 15 Jahren ging die Anzahl Betriebe um einen Drittel zur\u00fcck, die Produktivit\u00e4t stieg, die Betriebe spezialisierten sich, erschlossen neue M\u00e4rkte und Nischen. Diese Entwicklung geht weiter &#8211; die Geschichte der Schweizer Bauern ist noch nicht zu Ende erz\u00e4hlt!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Agrarpolitik kommt nicht zur Ruhe: Im Moment steht das neuste Reformpaket AP 2011 vor der Beratung im Parlament. Dieses muss nun die vom Bundesrat unterlassenen Korrekturen in der Botschaft vornehmen, damit die Folgen f\u00fcr die Schweizer Familienbetriebe ertr\u00e4glich und die in jedem Fall kommenden Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen sind. 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