{"id":124634,"date":"2006-09-01T12:00:00","date_gmt":"2006-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2006\/09\/huber-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:47:00","modified_gmt":"2023-08-23T21:47:00","slug":"huber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2006\/09\/huber\/","title":{"rendered":"Weitere Liberalisierung der M\u00e4rkte als Chance erkennen"},"content":{"rendered":"<p>Die letzte Verhandlungsrunde der WTO mit dem Ziel, den Welthandel weiter zu liberalisieren, ist gescheitert. F\u00fcr die Schweizer Nahrungsmittelindustrie hat dies &#8211; zumindest vorerst &#8211; keine Konsequenzen. Insbesondere auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmen tun jedoch gut daran, sich auf eine weitere \u00d6ffnung der M\u00e4rkte einzurichten. Das Lebensmittelunternehmen Emmi r\u00fcstet sich mit der Schaffung von Europa-kompatiblen Strukturen und der Fokussierung auf das Auslandgesch\u00e4ft f\u00fcr den versch\u00e4rften Wettbewerb und die weiteren Liberalisierungsschritte. Als produzierendes Unternehmen mit einem klaren Bekenntnis zur Schweiz als wichtigem Produktionsstandort und Rohstofflieferant hat Emmi ein vitales Interesse an einer gut funktionierenden, gesunden und marktorientierten Landwirtschaft.&#13;<\/p>\n<h2>Vitales Interesse an einer funktionierenden Landwirtschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNicht erst heute, sondern bereits vor \u00fcber zehn Jahren hat Emmi die Vision kommuniziert, in einem offenen Europa erfolgreich und unabh\u00e4ngig zu sein. Diese Vision haben wir in den letzten Jahren erfolgreich in die Realit\u00e4t umgesetzt. So hat das Unternehmen eine Produktepalette mit gesundheitlichem Zusatznutzen ausgebaut und auch international erfolgreich lanciert. Die Einf\u00fchrung des Lifestyle-Getr\u00e4nks Caff\u00e8 Latte im Fr\u00fchling 2004 hat auf eindr\u00fcckliche Weise gezeigt, dass ein Premiumprodukt mit dem entsprechenden Auftritt im Ausland gute Chancen hat, um gegen grosse internationale Unternehmen bestehen zu k\u00f6nnen. Der erfolgreiche Export von Schweizer K\u00e4se &#8211; zum Beispiel mit Premiumprodukten wie den h\u00f6hlengereiften Kaltbach-Spezialit\u00e4ten &#8211; ist eine gute Basis f\u00fcr weiteres Wachstum und die Beweisf\u00fchrung, dass Lebensmittel mit einer klaren Positionierung und Differenzierung eine Erfolgsstory werden k\u00f6nnen. Zusammen mit Schokolade steht der Schweizer K\u00e4se denn auch deutlich an der Spitze der Lebensmittelexporte.&#13;<\/p>\n<h2>Innovationen und forciertes Wachstum im Ausland<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin hoher Innovationstakt ist f\u00fcr Emmi indes nicht Selbstzweck, sondern eine klare Differenzierung gegen\u00fcber den Mitbewerbern, und zwar sowohl in der Schweiz als auch im Ausland. Je gr\u00f6sser die Differenzierung, desto geringer ist die Preissensitivit\u00e4t. Innovation und Qualit\u00e4t sind deshalb f\u00fcr die Strategie von Emmi von zentraler Bedeutung. Der Ausbau des Auslandgesch\u00e4fts hat f\u00fcr Emmi h\u00f6chste Priorit\u00e4t. Investitionen in die europ\u00e4ischen M\u00e4rkte und in Nordamerika bilden das Fundament f\u00fcr das weitere Wachstum. \u00a0Die Gr\u00fcnde f\u00fcr das forcierte Wachstum im Ausland sind einleuchtend: Nicht zuletzt aufgrund der fortschreitenden Liberalisierung und der Grenz\u00f6ffnung wird ein signifikantes Wachstum in der Schweiz kaum mehr m\u00f6glich sein. So ist einerseits der Konzentrationsprozess in der Milch verarbeitenden Branche weit fortgeschritten; anderseits wird der Konkurrenzkampf durch neue Marktteilnehmer aus dem Ausland weiter versch\u00e4rft. Im Ausland hingegen &#8211; insbesondere in Europa &#8211; k\u00f6nnen kaufkr\u00e4ftige L\u00e4nder aufoder weiter ausgebaut werden. Wer jedoch im Ausland nachhaltig erfolgreich sein will, muss im Heimmarkt \u00fcber eine gesunde Struktur und \u00fcber die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen verf\u00fcgen. Mit dem vorzeitigen Ausstieg aus der Milchkontingentierung und der damit verbundenen Schaffung von marktgerechteren Strukturen wird derzeit ein wichtiger Schritt gemacht. So wird sich ein Milchproduzent im Sinne seiner pers\u00f6nlichen Ausrichtung auf eine Volumenoder auf eine Preisstrategie konzentrieren. Abgesehen von einem weitergehenden Strukturanpassungsprozess wird die Schweizer Landwirtschaft dadurch flexibler und leistungsf\u00e4higer.&#13;<\/p>\n<h2>Gute Voraussetzungen mit wettbewerbsf\u00e4higen Strukturen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit der Zusammenf\u00fchrung der Betriebe von Emmi in Luzern und der Aargauer Zentralmolkerei zur Mittelland Molkerei AG hat Emmi gute Voraussetzungen f\u00fcr eine Effizienzsteigerung in der Produktion von Volumenprodukten &#8211; wie Konsummilch und Butter &#8211; geschaffen, um im europ\u00e4ischen \u00d6ffnungsprozess bestehen zu k\u00f6nnen. Gr\u00f6sse per se ist zwar kein Erfolgsgarant, aber langfristig eine existenzielle Bedingung, um im Verbund mit flexiblen und zukunftsorientierten Partnern in der Schweiz zu wettbewerbsf\u00e4higen Preisen produzieren zu k\u00f6nnen. Professionelles Marketing, eine hohe Produktequalit\u00e4t und Innovationen lassen sich nur realisieren, wenn die Rohstoffbeschaffung und die Produktionseffizienz nachhaltig wettbewerbsf\u00e4hig sind. Wir sind \u00fcberzeugt, dass wir sogar einen \u00abEmmi-Bonus\u00bb erzielen k\u00f6nnen und nicht mit Dumpingpreisen operieren m\u00fcssen. Mit Mut zum Risiko, unternehmerischem Denken und Handeln sowie exzellenten Produkten wird der Rohstoff Schweizer Milch auch in Zukunft Bestand haben und sogar weiter ausgebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzte Verhandlungsrunde der WTO mit dem Ziel, den Welthandel weiter zu liberalisieren, ist gescheitert. 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