{"id":124744,"date":"2006-07-01T12:00:00","date_gmt":"2006-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2006\/07\/schmutzler-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:47:44","modified_gmt":"2023-08-23T21:47:44","slug":"schmutzler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2006\/07\/schmutzler\/","title":{"rendered":"Patente und Innovationen: \u00d6konomische \u00dcberlegungen zu einem komplexen Anreizproblem"},"content":{"rendered":"<p>Die \u00e4ltere Theorie intellektueller Eigentumsrechte betonte den Zielkonflikt zwischen der Anreizwirkung von Patenten und der Ineffizienz, die durch die Monopolmacht des Patenthalters verursacht wird. Neuere Arbeiten weisen nach, dass diese Vorstellung in Anbetracht der sequenziellen Erfindungen zu kurz greift. Der folgende Beitrag befasst sich mit den Auswirkungen von Patenten auf das Ausmass und die Richtung des technischen Fortschritts. Dabei werden Fragen aufgegriffen wie: Welche Vor- und Nachteile haben Patente aus \u00f6konomischer Sicht? Welche Auswirkungen hat ein intensiverer Patentschutz auf das Verhalten potenzieller Erfinder? Wie viel Patentschutz ist w\u00fcnschenswert?<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200607_08_Schmutzler_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"308\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nPatente gew\u00e4hrleisten den tempor\u00e4ren Monopolschutz f\u00fcr die Erfinder, verlangen aber die Offenlegung des Wissens. Eine Reduktion der statischen Effizienz wird in Kauf genommen, um Innovationsanreize zu generieren und gleichzeitig die Verbreitung von Wissen zu sichern. \u00dcber diese Funktion des Patentsystems besteht in der Forschung weit gehende Einigkeit. Deutlich umstrittener ist dagegen die konkrete Ausgestaltung, insbesondere das Ausmass des Schutzes. In einer grundlegenden Arbeit kommt Nordhaus (1969) zu dem Ergebnis, dass l\u00e4ngere Patente zu h\u00f6heren Innovationsanreizen f\u00fchren. Er zeigt, dass mehr Patentschutz w\u00fcnschenswert wird, wenn die Forschungskosten und die Nachfrageelastizit\u00e4t steigen. Das Ausmass des Patentschutzes wird aber nicht nur durch die Dauer des Patents, sondern auch durch die Breite beeinflusst. In der \u00f6konomischen Literatur wird die Breite des Schutzes auf verschiedene Arten quantifiziert, so etwa \u00fcber die Kosten f\u00fcr die Umgehung des Patents. Gallini (1992) argumentiert beispielsweise, dass breite, jedoch kurzlebige Patente hohen Schutz gew\u00e4hren, ohne verschwenderische Imitationsanstrengungen zu induzieren. Gilbert and Shapiro (1990) betonen dagegen die Vorz\u00fcge enger, langlebiger Patente.&#13;<\/p>\n<h2>Neuere Betrachtung von Patenten als sequenzielle Erfindungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie \u00e4ltere \u00f6konomische Literatur betrachtet Erfindungen implizit als isolierte Ereignisse. Viele Erfindungen beruhen indes auf vorherigen, oftmals bereits patentierten Ergebnissen; umgekehrt dienen manche Erfindungen als Grundlagen f\u00fcr nachfolgende. Die Lasertechnologie basiert beispielsweise auf mehreren aufeinander aufbauenden Grundlagenpatenten, die zahllose Anwendungspatente nach sich zogen. In \u00e4hnlicher Weise erfordern viele Erfindungen der modernen pharmazeutischen Industrie die Inputs der Genforschung.\u00a0Die neue Betrachtungsweise sieht Patente als sequenzielle Ereignisse. Dieser erweiterte Blickwinkel bleibt f\u00fcr die Frage, ob die Innovationsf\u00e4higkeit durch Patente stimuliert oder behindert wird, nicht ohne Folgen. In den nachfolgenden Ausf\u00fchrungen geht es um die besonderen Schwierigkeiten von Patentsystemen bei diesen so genannten \u00absequenziellen Erfindungen\u00bb. Die Darstellung im folgenden Abschnitt beruht auf Scotchmer (2004, Kap.5); vgl. auch Harhoff 2004.&#13;<\/p>\n<h3>Eine Ersterfindung und eine potenzielle Anwendungserfindung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nZur Illustration stelle man sich vor, dass es zu einer Ersterfindung eine einzige potenzielle Anwendungserfindung gibt. Dann erhebt sich die Frage, wie man gleichzeitig zwei Ziele erf\u00fcllen kann:\u00a0&#8211; Die Ersterfindung soll nur dann stattfinden, wenn der erwartete Gesamtnutzen beider Erfindungen die Gesamtkosten \u00fcbersteigt.\u00a0&#8211; Die Anwendungserfindung soll nur dann get\u00e4tigt werden, wenn ihr erwarteter zus\u00e4tzlicher Nutzen die damit verbundenen zus\u00e4tzlichen Kosten \u00fcbersteigt.\u00a0\u00a0Zur Vereinfachung nehmen wir weiter an, dass die Ersterfindung ohne Anwendungserfindung keinerlei kommerziellen Wert besitzt. In diesem Fall wird selbst eine w\u00fcnschenswerte Ersterfindung von gewinnorientierten Agenten nur dann in Angriff genommen, wenn der Erfinder am Gewinn aus der Anwendung beteiligt wird, z.B. durch Lizenzen. Zudem gehen wir von folgender Konstellation aus: Die Ersterfindung ist durch derart breite Patentrechte gesch\u00fctzt, dass die Anwendungserfindung ohne Verletzung des Patents der Ersterfindung nicht durchgef\u00fchrt werden kann und umgekehrt auch die Anwendungserfindung patentierbar ist. \u00a0Wird in dieser Konstellation der Preis f\u00fcr die Lizenz in Ex-Post-Verhandlungen &#8211; d.h. nachdem die Anwendungserfindung get\u00e4tigt wurde &#8211; festgelegt, so hat der Anwendungserfinder eine schwierige Verhandlungsposition. Seine Investitionskosten sind versunken, sodass eine Drohung gegen\u00fcber dem Ersterfinder, Forschungsaktivit\u00e4ten nicht durchzuf\u00fchren, wenig glaubw\u00fcrdig ist. Scheinbar paradoxerweise ist diese schlechte Verhandlungsposition des potenziellen Anwenders auch f\u00fcr den Ersterfinder problematisch. Antizipiert n\u00e4mlich der Anwender seine zuk\u00fcnftige Situation, so wird er wom\u00f6glich vor den n\u00f6tigen Forschungsaktivit\u00e4ten zur\u00fcckschrecken. Tritt dieser Fall ein, kann der Ersterfinder die Investitionskosten nicht decken, da er keine Lizenzerl\u00f6se erh\u00e4lt.&#13;<\/p>\n<h3>Mehrere Anwendungserfinder und Forschungsinputs<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Situation stellt sich noch komplizierter dar, wenn Anwendungserfinder auf mehrere patentierte Forschungsinputs (Research Tools) zur\u00fcckgreifen m\u00fcssen, die von verschiedenen Parteien angeboten werden. Die Transaktionskosten k\u00f6nnen dann betr\u00e4chtlich sein; Vgl. Heller and Eisenberg (1998). dar\u00fcber hinaus ist die Abstimmung der Preise f\u00fcr die verschiedenen Lizenzen der Research Tools schwierig: Verlangt einer der Patentbesitzer einen niedrigeren Preis f\u00fcr die Lizenz, so erh\u00f6ht das nicht nur seine Chancen, mit dem Anwender ins Gesch\u00e4ft zu kommen, sondern auch die der anderen Parteien. Zur\u00fcckhaltende Lizenzforderungen bewirken also eine positive Externalit\u00e4t auf die anderen Lizenzanbieter, die von gewinnorientierten Erfindern in der Regel nicht einkalkuliert wird. Aus diesem Grund ist mit h\u00f6heren Lizenzpreisen zu rechnen, als wenn die Lizenzen von einer einzigen Partei angeboten werden. Entscheidend f\u00fcr dieses auf den ersten Blick kontraintuitive Argument ist, dass die verschiedenen Lizenzen in einer komplement\u00e4ren Beziehung stehen. Sind die Lizenzen dagegen Substitute, so dient eine Bereitstellung durch unterschiedliche Anbieter dem Wettbewerb und sollte sinkende Preise nach sich ziehen.&#13;<\/p>\n<h3>Unabh\u00e4ngige Agenten und eine Erfindung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBisher sind wir davon ausgegangen, dass die Parteien erstens als unabh\u00e4ngige Agenten agieren und zweitens im Fall einer Erfindung ein Patent besitzen. Sowohl theoretische \u00dcberlegungen als auch empirische Erfahrungen legen jedoch nahe, dass die geschilderten Probleme Kooperationsanstrengungen zwischen verschiedenen Erfindern induzieren oder das Patentierungsverhalten der Parteien beeinflussen k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h3>Kooperation unter den Parteien<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEin erster Schritt zu einer weiter gehenden \u00f6konomischen Kooperation w\u00e4re die Vergabe von Lizenzen vor der Durchf\u00fchrung der Anwendungsforschung. Vgl. Green und Scotchmer (1995). Wenn die Lizenzverhandlungen abgeschlossen sind, bevor der Anwendungserfinder die Forschungskosten aufgebracht hat, verbessert sich seine Verhandlungsposition, sodass er g\u00fcnstigere Lizenzbedingungen erwarten kann als im Fall der Ex-Post-Verhandlungen. Dies kann aber auch im Interesse des Ersterfinders sein, da dieser nun eher damit rechnen kann, dass die Anwendungserfindung tats\u00e4chlich zustande kommt. Die Praktikabilit\u00e4t von Ex-Ante-Lizenzen wird allerdings vielerorts bezweifelt. Vgl. Gallini (2002). \u00c4hnlich motiviert k\u00f6nnen jedoch noch weiter gehende Formen der Zusammenarbeit sein, wie die vollst\u00e4ndige vertikale Integration von Ersterfindern und Anwendern oder die Bildung von strategischen Allianzen. So er\u00f6ffnen beispielsweise Pharmaunternehmen eigene Biotechnologieabteilungen bzw. \u00fcbernehmen Biotechnologieunternehmen. Vgl. Rai (2001). Novartis kann auf das \u00abGenomics Institute\u00bb zur\u00fcckgreifen, Pfizer auf das \u00abGlobal Research and Development Center\u00bb. Umgekehrt integrieren Biotechnologieunternehmen vorw\u00e4rts, indem sie Pharmaunternehmen \u00fcbernehmen. Die Vorteile einer solchen engen Zusammenarbeit zwischen Ersterfindern und Anwendungserfindern liegen nahe. Die oben geschilderten Anreizprobleme lassen sich beseitigen, wenn die Entscheidungen \u00fcber Grundlagenforschung und Anwendungen in einer Hand liegen. Dar\u00fcber hinaus tragen strategische Allianzen oder vertikale Integration zur verbesserten Koordination der Innovationsaktivit\u00e4ten bei. Allerdings kann allzu enge vertikale Koordination den Wettbewerb behindern und die eingeschlagenen Forschungspfade \u00fcberm\u00e4ssig einengen.&#13;<\/p>\n<h3>Weitere Strategien zur Reduktion von Transaktionskosten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch die horizontale Konsolidierung kann Anreizprobleme bei sequenziellen Erfindungen lindern, zumindest dann, wenn eine Anwendungserfindung mehrere Research Tools als Inputs ben\u00f6tigt. Horizontale Integration zwischen den Besitzern der Patente f\u00fcr solche komplement\u00e4re Erfindungen \u00e4ndert zwar nichts an den Anreizproblemen zwischen Ersterfindern und Anwendern, sollte aber immerhin die Transaktionskosten reduzieren: Statt komplizierter Verhandlungen der Anwender mit mehreren Herstellern von Research Tools bedarf es nun lediglich eines \u00abone-stop-shoppings\u00bb. Ausserdem wird die Abstimmung der Preisbildung f\u00fcr die Lizenzen vereinfacht. Wenn diese Entscheidungen in einer Hand liegen, verschwinden die beschriebenen Externalit\u00e4tsprobleme: Eine Firma, die alle Lizenzen besitzt, profitiert aufgrund der Komplementarit\u00e4t der Lizenzen selbst davon, wenn ein niedrigerer Preis f\u00fcr eine Lizenz auch die Nachfrage nach anderen Lizenzen erh\u00f6ht. Deshalb ist mit niedrigeren Lizenzgeb\u00fchren zu rechnen, als wenn die Lizenzen von verschiedenen Herstellern unkoordiniert angeboten werden. \u00c4hnliche Effekte lassen sich auch ohne vollst\u00e4ndige horizontale Integration erzielen. Patent Pools, in denen die Besitzer verschiedener Grundlagenpatente zwar unabh\u00e4ngig bleiben, aber ihre Lizenzen als B\u00fcndel verkaufen, k\u00f6nnen ebenso die Transaktionskosten reduzieren und eine Preisabstimmung erm\u00f6glichen.&#13;<\/p>\n<h2>Neue Optionen innovierender Firmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBis jetzt haben wir unterstellt, dass Firmen, die \u00fcber die M\u00f6glichkeit der Patentierung verf\u00fcgen, davon auch tats\u00e4chlich Gebrauch machen. Innovierende Firmen haben jedoch verschiedene Optionen neben der &#8211; mit der Ver\u00f6ffentlichung wissenschaftlicher Informationen verbundenen &#8211; Patentierung.&#13;<\/p>\n<h3>Strategisches Patentieren<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nSie k\u00f6nnen beispielsweise versuchen, durch Geheimhaltung zu verhindern, dass das Wissen an andere Firmen fliesst. Auch wenn Manager derartige Strategien oft als effektiver f\u00fcr die Sicherung eines Wissensvorsprungs einstufen als die Alternative der Patentierung, Vgl. Cohen et al. (2000). haben beispielsweise Kortum und Lerner (1998) einen starken Anstieg der Patentierungsneigung von Unternehmen dokumentiert. Hall und Ham Ziedonis (2001) argumentieren anhand von Daten aus der Halbleiterindustrie, dass dieses so genannte \u00abPatent-Paradox\u00bb unter anderem als Reaktion von Unternehmen auf verbesserten Patentschutz &#8211; insbesondere in den USA &#8211; zu verstehen ist: Angesichts der kumulativen Natur des technischen Fortschritts erweist es sich als potenziell n\u00fctzlich, Patente als Verhandlungsmasse zu beschaffen &#8211; die Unternehmen patentieren strategisch, um sich nicht im \u00abPatentdickicht\u00bb zu verirren. Das exakte Wechselspiel von strategischem Patentieren und Innovationsanreizen ist noch ungekl\u00e4rt (vgl. Bessen 2004).&#13;<\/p>\n<h3>Freiwillige Ver\u00f6ffentlichung von Innovationen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf den ersten Blick \u00fcberraschender ist aber eine umgekehrte Tendenz, die in der j\u00fcngeren Vergangenheit ebenfalls in gewissen Industrien beobachtet wird. Bar-Gill und Parchomovsky (2003) argumentieren, dass sich Firmen immer h\u00e4ufiger der M\u00f6glichkeit bedienen, Forschungsergebnisse zumindest teilweise zu ver\u00f6ffentlichen, ohne ein Patent zu beanspruchen. Durch den Verzicht auf die Patentierung schw\u00e4chen die Ersterfinder bewusst die eigene Verhandlungsposition gegen\u00fcber potenziellen Anwendern. Dies wiederum erh\u00f6ht die Chancen des Ersterfinders, von Anwendungen zu profitieren. \u00a0Strategisches Patentieren und die freiwillige Ver\u00f6ffentlichung von Informationen sind zwei Seiten derselben Medaille. Beide Verhaltensweisen sind plausible Antworten auf die kumulative Natur des technischen Fortschritts. Bef\u00fcrchtet ein Erfinder mangelnde eigene Verhandlungsmacht, kann er zum strategischen Patentieren greifen. Erwartet er dagegen mangelnde Anwendungserfindungen, wird er die freiwillige Ver\u00f6ffentlichung von Forschungsergebnissen bevorzugen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Literatur<\/b>&#13;<br \/>\n&#8211; Bar-Gill, Oren, und Gideon Parchomovsky (2003): \u00abThe Value of Giving Away Secrets\u00bb, Harvard Law School, Public Law Research Paper Series, Nr. 64.- Bessen, James (2003): \u00abPatent Thickets: Strategic Patenting of Complex Technologies\u00bb, SSRN working paper, Internet: http:\/\/ssrn.com\/abstract=327760.- Cohen, W. M., Nelson, R. R, und Walsh, J. (2000): \u00abProtecting their Intellectual Assets: Appropriability Conditions and why U.S. Manufacturing Firms Patent (or not)\u00bb, nicht publiziertes Manuskript.- Gallini, Nancy T. (2002): \u00abThe Economics of Patents: Lessons from Recent U.S. Patent Reform\u00bb, in: Journal of Economic Perspectives, Bd. 16\/2, Fr\u00fchling, S. 131-154.- Gilbert, R., und Shapiro, C. (1990): \u00abPatent Length and Breadth with Costly Imitation\u00bb, in: RAND Journal of Economics, 21\/1, S. 106-112.- Green, Jerry R., und Suzanne Scotchmer (1995): \u00abOn the Division of Profit in Sequential Innovation\u00bb, in: RAND Journal of Economics, 26\/1, S. 20-33.- Hall, Bronwyn H., und Rosemary Ham Ziedonis (2001): \u00abThe Patent Paradox Revisited: An Empirical Study of Patenting in the U.S. Semiconductor Industry, 1979-1995\u00bb, in: RAND Journal of Economics, 32\/1, S. 101-128.- Harhoff, Dietmar (2004): \u00abInnovationen und Wettbewerbspolitik &#8211; Ans\u00e4tze zur \u00f6konomischen Analyse des Patentsystems\u00bb, Vortrag bei der Jubil\u00e4umsveranstaltung \u00ab30 Jahre Monopolkommission\u00bb in Berlin.- Heller, Michael A., und Rebecca S. Eisenberg (1998): \u00abCan Patents Deter Innovation? The Anticommons in Biomedical Research\u00bb, in: Science, Mai, 280, S. 698-701.- Kortum, Samuel, und Josh Lerner (1998): \u00abStronger Protection or Technological Revolution: What is Behind the Recent Surge in Patenting?\u00bb, in: Carnegie-Rochester Conference Series on Public Policy, 48, S. 247-304.- Nordhaus, W. (1969): \u00abInvention, Growth and Welfare: A Theoretical Treatment of Technological Change\u00bb, Cambridge Mass.: MIT Press.- Rai, Arti K. (2001): \u00abFostering Cumulative Innovation in the Biopharmaceutical Industry: The Role of Patents and Antitrust\u00bb, Berkeley Technology Law Journal, Bd. 16.- Scotchmer, Suzanne (2004): \u00abInnovation and Incentives\u00bb, Cambridge Mass.: MIT Press.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 2<\/b>&#13;<br \/>\nFirmen passen sich auf vielf\u00e4ltige Art an Patentsysteme an, zum Beispiel durch strategisches Patentieren, die freiwillige Ver\u00f6ffentlichung von Forschungsergebnissen, vertikale oder horizontale Integration oder Patent Pools. Angesichts dieser Vielfalt der m\u00f6glichen Verhaltensweisen potenzieller Erfinder sind einfache Politikempfehlungen schwierig. Sicher scheint aber, dass die Darstellung des Problems intellektueller Eigentumsrechte als Zielkonflikt zwischen gew\u00fcnschten Innovationsanreizen und ungew\u00fcnschter Ex-Post-Ineffizienz im Zusammenhang mit sequenziellen Erfindungen zu kurz greift. Es ist nicht einmal klar, dass mehr Patentschutz erh\u00f6hte Innovationsanreize f\u00fcr die Patenthalter nach sich zieht, da diese mit reduzierten Anwendungserfindungen rechnen m\u00fcssen. Dar\u00fcber hinaus gehende Handlungsempfehlungen erfordern weitere Verbesserungen der \u00f6konomischen Theorie des Patentschutzes, die sich des Problems tats\u00e4chlich in zunehmendem Masse widmet.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00e4ltere Theorie intellektueller Eigentumsrechte betonte den Zielkonflikt zwischen der Anreizwirkung von Patenten und der Ineffizienz, die durch die Monopolmacht des Patenthalters verursacht wird. Neuere Arbeiten weisen nach, dass diese Vorstellung in Anbetracht der sequenziellen Erfindungen zu kurz greift. 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