{"id":124749,"date":"2006-07-01T12:00:00","date_gmt":"2006-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2006\/07\/tartari-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:47:18","modified_gmt":"2023-08-23T21:47:18","slug":"tartari","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2006\/07\/tartari\/","title":{"rendered":"Der Internationale W\u00e4hrungsfonds und seine strategische Ausrichtung"},"content":{"rendered":"<p>Die relative Ruhe auf den internationalen Finanzm\u00e4rkten und die Untervertretung einiger Schwellenl\u00e4nder waren der Ausl\u00f6ser f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Hinterfragung der zuk\u00fcnftigen Rolle des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF). In diesem Kontext wird auch die Diskussion \u00fcber seine strategische Ausrichtung und seine zuk\u00fcnftige Rolle als Garant der internationalen Finanzstabilit\u00e4t gef\u00fchrt. Die Schweiz als wichtiger Finanzplatz hat ein besonderes Interesse am Erhalt dieser Stabilit\u00e4t und beteiligt sich entsprechend aktiv an der Debatte.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200607_21_Tartari_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"269\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>1944: Gr\u00fcndung des IWF<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer IWF wurde 1944 in Bretton Woods (USA) auf Initiative des US-Amerikaners Harry D. White und des Briten John M. Keynes in der Form eines multilateralen Abkommens zwischen 45 Staaten ins Leben gerufen. Folgenschwere wirtschaftliche Entwicklungen im Vorfeld hatten einen dringenden Koordinationsbedarf zwischen den nationalen Wirtschaftspolitiken vor Augen gef\u00fchrt. Als Folge der grossen Depression betrieben einzelne L\u00e4nder zur St\u00e4rkung ihrer Wirtschaft einseitig und isoliert eine auf die systematische Abwertung ihrer W\u00e4hrung und auf die Errichtung von Importbarrieren ausgerichtete Politik. Dies hatte einen R\u00fcckgang der Handelsfl\u00fcsse, eine gr\u00f6ssere Volatilit\u00e4t der Wechselkurse sowie negative Wachstumsraten der Weltwirtschaft zur Folge. \u00a0Als Ausweg aus dieser Negativspirale entschieden sich die Gr\u00fcndungsmitglieder des IWF f\u00fcr die Einf\u00fchrung von Normen zur Regulierung der internationalen Handelsfl\u00fcsse, die f\u00fcr alle L\u00e4nder gleich anzuwenden waren. Das unilaterale Vorgehen der Staaten wurde von einer multilateralen Zusammenarbeit abgel\u00f6st, \u00fcber deren Regeln der IWF fortan als oberster Schiedsrichter zu wachen hatte.&#13;<\/p>\n<h2>Auftrag und Organisation heute<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAls weltumspannende Institution hat der IWF heute den Auftrag, die internationale Zusammenarbeit in der Geld- und W\u00e4hrungspolitik und im internationalen Handel zu f\u00f6rdern, die Finanzstabilit\u00e4t sicherzustellen sowie das Wirtschaftswachstum und die Armutsbek\u00e4mpfung in den Mitgliedstaaten voranzutreiben. Seinen Auftrag erf\u00fcllt der IWF schwergewichtig in den drei T\u00e4tigkeitsbereichen \u00dcberwachung, finanzielle Hilfe und technische Hilfe. Die Finanzierung seiner dazu n\u00f6tigen Betriebsausgaben sichert der IWF in erster Linie mit den Mitteln, die aus der Differenz zwischen den Zinseneinnahmen auf den Kreditvergaben und den Zinsenausgaben an die Kreditoren f\u00fcr das von ihnen bereitgestellte Kapital resultieren.\u00a0Die interne Organisation des IWF muss sicherstellen, dass die T\u00e4tigkeiten unabh\u00e4ngig, effizient und koh\u00e4rent abgewickelt werden k\u00f6nnen. An der Spitze stehen ein Gouverneursrat und ein Exekutivrat. Die Gouverneure treten im Internationalen W\u00e4hrungs- und Finanzausschuss (IMFC) zusammen, welcher die Grundz\u00fcge der IWF-Aktivit\u00e4ten diskutiert und definiert. Er besteht aus 24 Mitgliedern und Vertretern der Stimmrechtsgruppen. Der Exekutivrat \u00fcberwacht die laufenden Gesch\u00e4fte und besitzt die Entscheidungskompetenz f\u00fcr die Ausarbeitung der wirtschaftspolitischen Richtlinien sowie deren Umsetzung durch die Mitgliedstaaten. Die Leitung des Exekutivrats liegt beim Generaldirektor, der vom IWF-Stab unterst\u00fctzt wird. Die Schweiz ist als Vorsitzende einer Stimmrechtsgruppe in diesen beiden zentralen Gremien vertreten. Die Schweizer Stimmrechtsgruppe umfasst Aserbaidschan, Kirgisistan, Polen, Serbien und Montenegro, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Jedes IWF-Mitgliedsland leistet einen Beitrag, der anhand des Bruttoinlandprodukts, der W\u00e4hrungsreserven, dem Aussenhandel und den Exportschwankungen berechnet wird. Die H\u00f6he des bereitgestellten Kredits wird aufgrund dieses Beitrags &#8211; der so genannten Quote &#8211; berechnet.&#13;<\/p>\n<h2>Eine entwicklungsf\u00e4hige Institution<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\n\u00dcber all die Jahre hinweg ist es dem IWF gelungen, zahlreichen durch die wirtschaftlichen und sozialen Umw\u00e4lzungen in seinen Mitgliedstaaten ausgel\u00f6sten Krisen zu trotzen. Dazu musste sein Instrumentarium allerdings kontinuierlich erweitert werden, um sich dem ver\u00e4nderten Umfeld anzupassen. Eine erste grosse Bew\u00e4hrungsprobe hatte der IWF 1971 zu bestehen, als die USA die Goldbindung ihrer W\u00e4hrung aufgaben. In der Folge wurde die bisherige Bretton-Woods-Ordnung &#8211; ein System der fixen Wechselkurse &#8211; durch ein System flexibler Wechselkurse ersetzt. Seither nahm die finanzielle Unterst\u00fctzung von Staaten stets zu. In den Achtzigerjahren wurden Kredite vor allem an Staaten vergeben, die in eine Verschuldungskrise geraten waren; in den Neunzigerjahren flossen diese mehrheitlich an Schwellenl\u00e4nder, die durch Finanzkrisen ersch\u00fcttert wurden. \u00a0Das Wirtschaftsumfeld, in dem der IWF heute operiert, befindet sich in einem st\u00e4ndigen Wandel. So haben sich etwa die privaten Kapitalstr\u00f6me in den Schwellenl\u00e4ndern vervielfacht und \u00fcbersteigen bei weitem die \u00f6ffentlichen Finanzstr\u00f6me. Die immer noch wachsenden globalen Ungleichgewichte waren noch nie so gross wie heute und gef\u00e4hrden die internationale Finanzstabilit\u00e4t. Diese Ungleichgewichte widerspiegeln das Handelsbilanzdefizit der USA und entsprechende \u00dcbersch\u00fcsse in anderen &#8211; namentlich asiatischen &#8211; L\u00e4ndern. In mehreren Teilen der Welt ist das Schreckgespenst des Protektionismus wieder aufgetaucht, w\u00e4hrend die Bedeutung des Multilateralismus, der den IWF-Gr\u00fcndern so wichtig war, unter dem Einfluss der bilateralen oder regionalen Initiativen an Bedeutung zu verlieren droht.&#13;<\/p>\n<h2>Kritik und Misstrauen nehmen zu<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEntsprechend nimmt auch die Kritik am IWF zu. Vor allem wird der Vorwurf erhoben, die interne Organisation widerspiegle die wirtschaftliche Bedeutung der Schwellenl\u00e4nder nicht mehr korrekt und die Institution lasse sich zu stark von den Interessen der reichen Grossstaaten leiten. Zudem seien die Wahlverfahren f\u00fcr die Direktionsmitglieder undurchsichtig und liessen den m\u00e4chtigen Staaten zu viel Spielraum, um ihre Kandidaten durchzusetzen. Das Misstrauen gegen\u00fcber dem IWF ist vor allem in Asien gewachsen, wo sich bereits die Bildung alternativer Zusammenschl\u00fcsse &#8211; wie die Chiang-Mai-Initiative &#8211; zur Diskussion steht. Gleichzeitig wird der Ruf nach einer Neudefinition der Rolle des IWF in den armen L\u00e4ndern laut. In diesen L\u00e4ndern verzettelt sich der W\u00e4hrungsfonds in zahlreichen Bereichen und vernachl\u00e4ssigt dabei seinen eigentlichen Grundauftrag. Erg\u00e4nzt werden muss diese nicht abschliessende Liste von Kritikpunkten durch das Problem einer langfristig nicht optimalen Finanzierungsstruktur des IWF. Aufgrund der sinkenden Anzahl neuer Programme befindet sich das Portfolio der vom IWF vergebenen Kredite gegenw\u00e4rtig auf dem tiefsten Stand seit den Achtzigerjahren, was zu einem drastischen R\u00fcckgang seiner Einnahmen f\u00fchrt (siehe Grafik 1).\u00a0Dieser neue Kontext stellt die Entwicklungsf\u00e4higkeit des IWF auf eine harte Probe. Die geballte Kritik k\u00f6nnte das Potenzial und die Effizienz seiner Aktivit\u00e4ten beeintr\u00e4chtigen &#8211; mit negativen Folgen f\u00fcr die internationale Finanzstabilit\u00e4t.&#13;<\/p>\n<h2>Position der Schweiz gegen\u00fcber der IWF-Reform<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Fr\u00fchjahr 2004 lancierte der Generaldirektor des IWF, Rodrigo de Rato, eine interne Debatte \u00fcber die strategische Ausrichtung. Siehe \u00abThe Managing Director&#8217;s Report on Implementing the Fund&#8217;s Medium-Term Strategy\u00bb, Internet: <a href=\"http:\/\/www.imf.org\/external\/pp\/longres.aspx?id=548\">www.imf.org\/external\/pp\/longres.aspx?id=548<\/a> . Damit weckte er die Hoffnung all jener, die sich eine tief greifende Reform der Institution w\u00fcnschen. Aufgrund dieser Debatte sollte \u00fcber das bisherige Mandat, die T\u00e4tigkeiten und die interne F\u00fchrung der Institution Bilanz gezogen und ihre T\u00e4tigkeit koh\u00e4renter, glaubw\u00fcrdiger und neutraler ausgestaltet werden. Die Beratungen im Exekutivrat und im IMFC zeigten jedoch rasch, dass die zentralen Elemente des IWF-Mandats weiterhin ihre G\u00fcltigkeit haben. Eine radikale Reform der Institution war deshalb nicht zu erwarten. Vielmehr braucht es eine Anpassung ihrer Aktivit\u00e4ten an das sich wandelnde Wirtschaftsumfeld. \u00a0Der Bericht \u00fcber die Umsetzung der mittelfristigen IWF-Strategie, der dem IMFC vom Generaldirektor an der Fr\u00fchjahrstagung 2006 des IWF vorgestellt wurde, markiert den Beginn einer neuen Phase. Die Schweiz besitzt als Land, das stark mit dem internationalen Handel verflochten ist und einen bedeutenden internationalen Finanzplatz aufweist, ein ganz besonderes Interesse an der internationalen Finanzstabilit\u00e4t, die von einem stabilen, anpassungsf\u00e4higen IWF garantiert werden kann. Sie hat deshalb aktiv an den Diskussionen \u00fcber die Reform der IWF-T\u00e4tigkeiten teilgenommen, die vor allem die \u00dcberwachungst\u00e4tigkeit, die Rolle des Fonds in den Schwellen- und den armen L\u00e4ndern sowie Gouvernanzfragen betreffen.&#13;<\/p>\n<h3>\u00dcberwachungst\u00e4tigkeit<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer IWF muss die Priorit\u00e4t auf Krisenpr\u00e4vention legen, da sie letztendlich weniger teuer zu stehen kommt als das L\u00f6sen bereits eingetretener Krisen. Die Schweiz verlangt vom IWF, sich auf weniger, daf\u00fcr wirksamere \u00dcberwachungsaktivit\u00e4ten zu konzentrieren. Sie begr\u00fcsst deshalb die j\u00fcngsten Massnahmen, die eine fokussierte bilaterale \u00dcberwachungst\u00e4tigkeit f\u00f6rdern. Sie unterst\u00fctzt die Bestrebungen zur Vertiefung des Wissens \u00fcber die Wechselkurse sowie \u00fcber die Wechselwirkungen zwischen dem monet\u00e4ren und dem realen Sektor. Bez\u00fcglich der multilateralen \u00dcberwachung schliesst sich die Schweiz den Vorschl\u00e4gen an, die auf eine Verst\u00e4rkung des globalen Charakters zielen. Niederschlagen sollte sich dies in einer gr\u00fcndlicheren Analyse der regionalen Aspekte sowie der Auswirkungen der Politik, die von den systemisch wichtigen L\u00e4ndern gef\u00fchrt wird. Der IWF soll sich entsprechend aktiver f\u00fcr einen geordneten Abbau der Ungleichgewichte einsetzen. Die Schweiz vertritt diesbez\u00fcglich die Auffassung, dass noch keine ausreichend klaren Vorschl\u00e4ge ge\u00e4ussert wurden, wie diese multilaterale \u00dcberwachung konkret aussehen soll. Sie erachtet es als unabdingbar, dass die Beratungen von \u00dcberwachungsfragen im IWF und nicht etwa im Rahmen anderer informeller Gruppen stattfinden sollen. Nur so bleiben die Unparteilichkeit und die Legitimit\u00e4t der Institution gewahrt. \u00a0Abgesehen von den erw\u00e4hnten Fortschritten beim Thema \u00dcberwachungst\u00e4tigkeit kommen die Arbeiten zu den \u00fcbrigen Fragen nur schleppend voran. Trotz zahlreicher Diskussionen gelingt es dem W\u00e4hrungsfonds nicht, sich st\u00e4rker auf sein zentrales Mandat zu konzentrieren, da gewisse Antr\u00e4ge noch immer auf eine Ausweitung der T\u00e4tigkeitsfelder in den Schwellenl\u00e4ndern und den \u00e4rmsten L\u00e4ndern abzielen.&#13;<\/p>\n<h3>T\u00e4tigkeit in den Schwellenl\u00e4ndern<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nInnerhalb des IWF sind gewisse Tendenzen sp\u00fcrbar, das bereits ziemlich umfangreiche Instrumentarium zus\u00e4tzlich zu vergr\u00f6ssern, ohne den Nutzen eines solchen Ausbaus zu hinterfragen. Nachdem der IWF gewissen L\u00e4ndern umfangreiche Finanzpakete genehmigt hatte, ohne dass sich diese den institutionellen Regeln beugen mussten, haben die Schweiz und andere L\u00e4nder den Wunsch ge\u00e4ussert, die Rolle des IWF in den Schwellenl\u00e4ndern neu zu diskutieren. Im Bericht wird die Einf\u00fchrung einer neuen Finanzierungsform f\u00fcr Schwellenl\u00e4nder im Sinne einer vorbeugenden Kreditvereinbarung vorgeschlagen, obwohl im Jahre 2003 ein fast identisches Instrument wieder aufgegeben worden war, da kein einziges Land es beansprucht hatte. \u00a0Die Schweiz hat diesbez\u00fcglich ihre Vorbehalte angebracht. Sie fordert zudem eine koh\u00e4rentere Anwendung der Regeln f\u00fcr den Zugang zu Grosskrediten, um dadurch die richtigen Anreize f\u00fcr eine umsichtige Wirtschaftspolitik f\u00fcr die Schuldnerl\u00e4nder setzen zu k\u00f6nnen. Die j\u00fcngsten Erfahrungen bez\u00fcglich der Schuldentilgung (Beispiel Argentinien) zeigen, dass der IWF M\u00fche hat, zur Schuldenrestrukturierung eine koh\u00e4rente Haltung einzunehmen. Es hat sich demnach als notwendig erwiesen, die Kreditpolitik gegen\u00fcber L\u00e4ndern mit Zahlungsr\u00fcckstand einer eingehenden Analyse zu unterziehen.&#13;<\/p>\n<h3>T\u00e4tigkeit in den armen L\u00e4ndern<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie gegenw\u00e4rtige IWF-Strategie fokussiert das Engagement in den armen L\u00e4ndern nicht auf makro\u00f6konomische Fragen, wie es den Wunschvorstellungen der Schweiz entsprechen w\u00fcrde. Niemand bestreitet, dass die Umsetzung der Millennium-Entwicklungsziele eine enge Zusammenarbeit zwischen den internationalen Institutionen und den Geberl\u00e4ndern zur Aussch\u00f6pfung der Synergien erfordert. Trotzdem sollte sich der IWF auf die Evaluation der makro\u00f6konomischen Folgen der Hilfe statt auf die Mobilisierung von Ressourcen konzentrieren. Die Schweiz lehnt aufgrund ihrer Fokussierungsbestrebungen den Vorschlag einer neuen Kreditfazilit\u00e4t f\u00fcr die armen L\u00e4nder ab. Dies w\u00e4re \u00fcberfl\u00fcssig, weil bereits mehrere \u00e4hnliche Instrumente existieren und weil seine Anwendung keinen Beitrag zu einer erh\u00f6hten Effizienz leisten k\u00f6nnte. Der Bericht enth\u00e4lt keine konkreten Vorschl\u00e4ge zu einem allf\u00e4lligen Aufgabenverzicht des Fonds. Die Schweiz begr\u00fcsst zwar die Bildung eines gemeinsamen Ausschusses von IWF und Weltbank, erwartet jedoch vom IWF-Direktor konkrete Vorschl\u00e4ge zur Arbeitsteilung zwischen beiden Institutionen.&#13;<\/p>\n<h3>Interne Gouvernanz<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nMehrere aufstrebende Schwellenl\u00e4nder sind der Auffassung, sie seien im IWF untervertreten, was seine Legitimierung untergrabe und so seine Rolle in der internationalen Finanzarchitektur schw\u00e4che. Die Schweiz pl\u00e4diert f\u00fcr eine St\u00e4rkung der Legitimit\u00e4t des W\u00e4hrungsfonds und unterst\u00fctzt den Auftrag des Generaldirektors, noch vor den Jahrestagungen einen konkreten Vorschlag zur Anpassung der Quoten im Sinne der untervertretenen L\u00e4nder vorzulegen. Doch die interne Gouvernanz der Institution darf sich nicht auf die Frage der Vertretung beschr\u00e4nken, sondern muss auch die Rolle des Exekutivrats und des IMFC mit einschliessen. Insbesondere m\u00fcssen alle Diskussionen auf Ministerebene \u00fcber konkrete Optionen zu Fragen der IWF-Politik tats\u00e4chlich im Rahmen des IMFC stattfinden. Schliesslich sollte auch die Er\u00f6rterung der langfristigen Finanzierung weitergef\u00fchrt werden, um die Einnahmequellen der Institution zu diversifizieren.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie momentane Ruhe auf den internationalen Finanzm\u00e4rkten bietet f\u00fcr den IWF eine ausgezeichnete Gelegenheit f\u00fcr die Realisierung der notwendigen Reformen, mit deren Hilfe die gegenw\u00e4rtige globale Wirtschaftsdynamik aufrechterhalten und gest\u00e4rkt werden kann. Die Erarbeitung einer mittelfristigen Strategie ist eine erste Etappe in der Weiterentwicklung des IWF. Ihre Umsetzung wird zeigen, wie sehr die Mitgliedstaaten dieser Institution vertrauen und ihre Legitimation zu st\u00e4rken w\u00fcnschen. Die Schweiz wird sich als Mitglied des Exekutivrats weiterhin aktiv engagieren, damit die Wirksamkeit der IWF-T\u00e4tigkeiten bez\u00fcglich der internationalen Finanzstabilit\u00e4t und Armutsbek\u00e4mpfung erh\u00f6ht werden kann.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abInternationaler W\u00e4hrungsfonds (IWF) &#8211; Umfang neuer Kredite und Anzahl neuer Programme, 1980-2005\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die relative Ruhe auf den internationalen Finanzm\u00e4rkten und die Untervertretung einiger Schwellenl\u00e4nder waren der Ausl\u00f6ser f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Hinterfragung der zuk\u00fcnftigen Rolle des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF). In diesem Kontext wird auch die Diskussion \u00fcber seine strategische Ausrichtung und seine zuk\u00fcnftige Rolle als Garant der internationalen Finanzstabilit\u00e4t gef\u00fchrt. 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