{"id":124789,"date":"2006-06-01T12:00:00","date_gmt":"2006-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2006\/06\/bosshart-staib-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:47:57","modified_gmt":"2023-08-23T21:47:57","slug":"bosshart-staib","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2006\/06\/bosshart-staib\/","title":{"rendered":"Szenarien zum Detailhandel 2015 in der Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Die Studie \u00abDetailhandel Schweiz 2015\u00bb stellt die Zukunft des Schweizer Detailhandels zur Diskussion. Mit einem zweigleisigen methodischen Konzept wurde der komplexen Aufgabe begegnet, die Entwicklung des schweizerischen Einzelhandelsmarktes f\u00fcr die kommenden zehn Jahre zu entwerfen. Zum einen wurden Einzelgespr\u00e4che und Gruppendiskussionen mit Fachleuten aus der Schweiz, Europa und den USA durchgef\u00fchrt. Dadurch konnten die Meinungen von hochkar\u00e4tigen Praktikern und Experten aus den Bereichen Detailhandel, Konsumg\u00fcterindustrie, Beratung, Wissenschaft, angewandte Forschung und Politik gewonnen werden. Zum anderen wurden zwei je anderthalb Tage dauernde Workshops abgehalten. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200606_09_Bosshart-Staib_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"261\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Triebkr\u00e4fte der Ver\u00e4nderung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn Experten-Workshops wurden zun\u00e4chst die fundamentalen externen Triebkr\u00e4fte der Ver\u00e4nderung identifiziert. Gem\u00e4ss Experten werden folgende Entwicklungen bis 2015 die zentralen Faktoren f\u00fcr die Entwicklung des Detailhandels sein (vgl. Grafik 1):\u00a0&#8211; Alterungsprozess der Schweizer Bev\u00f6lkerung;\u00a0&#8211; zunehmende Knappheit der Ressourcen, insbesondere von Erd\u00f6l;\u00a0&#8211; wachsende Kluft zwischen den Einkommen von Arm und Reich;\u00a0&#8211; zunehmende Verbreitung von Informations- und Vernetzungstechnologien auf Kundenseite und bei den Anbietern;\u00a0&#8211; Liberalisierung, Globalisierung und wachsende internationale Wettbewerbsintensit\u00e4t in allen Bereichen.\u00a0\u00a0Bei der vertieften Betrachtung der einzelnen Triebkr\u00e4fte sticht die sich \u00f6ffnende Einkommensschere besonders heraus.&#13;<\/p>\n<h3>Demografischer Wandel am bedeutendsten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAls wichtigste Triebkraft wurde die demografische Alterung genannt. Die Alterung der westlichen Gesellschaften, die aufgrund kontinuierlich steigender Lebenserwartung bei gleichzeitig zur\u00fcckgehenden Geburtenraten zustande kommt, hat weit reichende Auswirkungen. Dies zeigte sich beispielsweise in der ebenfalls genannten Problematik der zuk\u00fcnftigen Finanzierung der Sozialwerke, die unter den politischen Einflussfaktoren am zweith\u00e4ufigsten genannt wurde. \u00a0Im Gegensatz zum negativen Bild der demografischen Ver\u00e4nderungen unserer Gesellschaft, das derzeit in der Presse dominierend ist, sch\u00e4tzen die Workshop-Teilnehmer die Folgen dieser Ver\u00e4nderung als generell eher positiv ein. Eine wachsende Schicht wohlhabender Senioren stellt ein grosses Potenzial dar. Allerdings sind diese kaufkr\u00e4ftigen Konsumenten auch sehr anspruchsvoll und geben ihr Verm\u00f6gen mehrheitlich f\u00fcr Dienstleistungen und Produkte aus, die jenseits des traditionellen Detailhandels liegen. Hier sind z.B. Sortimentsanpassungen und neue Dienstleistungsangebote von entscheidender Bedeutung.&#13;<\/p>\n<h3>Weitere wichtige Faktoren<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWeitere wichtige Faktoren im politischen Bereich sind prim\u00e4r der fortschreitende Liberalisierungsprozess im Agrarsektor, die Ver\u00e4nderungen bei den technischen Normen sowie beim Standort Schweiz. Im Bereich der nat\u00fcrlichen Umwelt ist die zunehmende Knappheit erd\u00f6lbasierter Rohstoffe die zentrale Triebkraft. Zudem wird mit weiteren Problemen im Lebensmittelbereich &#8211; wie BSE-, Nitrofen- und Hormonskandalen oder dem Vogelgrippevirus &#8211; gerechnet. Im technologischen Bereich dominiert die wachsende digitale Vernetzung die anderen Einflussfaktoren. Dies bedeutet transparentere M\u00e4rkte f\u00fcr die Konsumenten und eine wachsende Bedrohung der station\u00e4ren L\u00e4den durch die virtuellen Verkaufskan\u00e4le, insbesondere im Non-Food-Bereich. Ausserdem steht die Radio Frequency Identification (RFID) als potenzielle Nachfolge des Barcodes im Vordergrund. Bei anhaltenden Leistungssteigerungen d\u00fcrfte der Einfluss von RFID in der Logistik und im Laden vor allem durch zunehmende Automatisierung und neue Selbstbedienungskonzepte enorm sein.&#13;<\/p>\n<h2>Vier Extremszenarien und ihre Entwicklungsdimensionen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm die grunds\u00e4tzlich unterschiedlichen Zukunftsperspektiven aufzuzeigen, wurden vier extreme Entwicklungen der globalen, nationalen und regionalen politischen Rahmenbedingungen beschrieben und die Workshop-Teilnehmer zur Interpretation und Absch\u00e4tzung der Folgen dieser Szenarien f\u00fcr den Schweizer Detailhandel aufgefordert. Mit vier sich kontr\u00e4r und polarisierend erg\u00e4nzenden Bildern der Welt im Jahre 2015 sollen die M\u00f6glichkeiten radikaler Entwicklungen aufgezeigt werden, die dann eintreten, wenn sich gewisse Rahmenbedingungen und Treiber besonders stark bemerkbar machen. Es ist davon auszugehen, dass in der Realit\u00e4t eine Mischform dieser extremen Szenarien eintreten wird. Die Geschichte lehrt uns, dass in der Regel dasjenige Szenario gerade nicht eintritt, das von den meisten als das Wahrscheinlichste bezeichnet wird. So wurde beispielsweise bei Shell nach dem zweiten \u00d6lschock nur widerwillig ein Szenario f\u00fcr den Fall eines massiven Zusammenbruchs des \u00d6lpreises entworfen; genau dieser Fall trat sp\u00e4ter jedoch ein. \u00a0Als kleines exportorientiertes Land ist die Schweiz mehr als die meisten anderen Staaten von der Entwicklung der Weltwirtschaft insgesamt abh\u00e4ngig. Entsprechend wurden f\u00fcr den Zukunftsraum der vier Szenarien die Entwicklungsdimensionen \u00abglobale F\u00fchrungsmacht\u00bb und \u00abweltwirtschaftliches Wachstum\u00bb gew\u00e4hlt.&#13;<\/p>\n<h3>Globale F\u00fchrungsmacht<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWer \u00fcbernimmt die f\u00fchrende Funktion in der Welt in Bezug auf die Festlegung der Rollen in der internationalen Zusammenarbeit? Die Entwicklung kann in zwei grunds\u00e4tzliche Richtungen laufen: Im Fall einer einzigen starken globalen F\u00fchrungsmacht geben die internationalen Institutionen &#8211; wie die Welthandelsorganisation (WTO) und die UNO &#8211; den Ton an. Im Gegensatz dazu findet bei einer geringen globalen F\u00fchrungsmacht die Ausarbeitung von Regeln f\u00fcr Kooperation und Austausch auf einer nationalen, regionalen oder \u00fcberregionalen Ebene statt.&#13;<\/p>\n<h3>Weltwirtschaftliches Wachstum<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie weltwirtschaftliche Entwicklung ist eine Kerngr\u00f6sse, die Konsum und Wohlstand bestimmt. F\u00fcr die Schweiz ist sie angesichts der hohen Exportquote der schweizerischen Wirtschaft von rund 45% umso entscheidender.&#13;<\/p>\n<h2>Szenario 1: Reglobalisierung &#8211; volle Liberalisierung (Eintrittschance 26%)<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine rasche Liberalisierung bringt eine schnellere Standardisierung und Internationalisierung sowie eine Zentralisierung des Angebots in den urbanen R\u00e4umen. Gr\u00f6sste Verlierer sind die Landwirtschaft, die in der Schweiz produzierende Industrie (auch Markenartikelhersteller) sowie die unabh\u00e4ngigen H\u00e4ndler in Kleinst\u00e4dten und l\u00e4ndlichen Gegenden. Gewinner sind die st\u00e4rksten internationalen Fachm\u00e4rkte (\u00abCategory Killers\u00bb) sowie diejenigen Lebensmitteldetailh\u00e4ndler, die wie Category Killers funktionieren (Waldi = Fusion von Walmart mit Aldi). Migros und Coop schrumpfen; Denner gibt es nicht mehr; Manor zieht sich in die grossen St\u00e4dte zur\u00fcck. Das Handelsangebot ist effizienter und vergleichbarer. Die Atmosph\u00e4re bei den Grossanbietern ist k\u00e4lter und kommerzieller. Merchandising und Layout sind einfacher. Es gibt auch viele Nischen, die bl\u00fchen und neue Konzepte entstehen lassen. F\u00fcr Unternehmer und Pioniere gibt es Raum. Der Handel ist generell mobiler, schneller und anpassungsf\u00e4higer. Die Kunden profitieren insbesondere von tiefen Preisen und einer grossen Angebotsvielfalt, die sich im europ\u00e4ischen Kontext angleichen.&#13;<\/p>\n<h2>Szenario 2: Pause &#8211; m\u00f6glichst nichts \u00e4ndern (Eintrittschance 6%)<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Schweizer Detailhandel und die Zulieferer entziehen sich den Globalisierungsprozessen durch konsequente Abschottung. Die sinkenden Einkommen sowie der verst\u00e4rkte Schutz der einheimischen Produzenten und Einzelh\u00e4ndler durch spezifische Regulierungen machen alle Anbieter schrittweise zu Verlierern im internationalen Umfeld. Die wirtschaftliche Entwicklung hat einschneidende Konsequenzen f\u00fcr den Schweizer Markt. Die Kaufkraft bricht enorm ein, was entsprechende Folgen auf die Struktur des Einzelhandels hat. Der grosse Einbruch des Umsatzes im Handel dr\u00fcckt die Investitionst\u00e4tigkeiten auf ein Rekordtief. Ausl\u00e4ndische Anbieter bleiben auch im Detailhandel aussen vor. Ausser in einigen profitableren Nischen im Premiumbereich dominiert der erstarkte Nationaldiscounter \u00abSwenner\u00bb mehr und mehr den Markt, nachdem die deutschen Discounter im Jahr 2011 angesichts der protektionistischen Bestimmungen im Agrarsektor kapitulieren und sich aus dem Markt zur\u00fcckziehen. Aldi beschr\u00e4nkt seine Aktivit\u00e4ten in der Schweiz auf das Angebot von w\u00f6chentlichen Einkaufsbusreisen ins Ausland f\u00fcr weniger mobile Kunden. Unter der Einhaltung der zollfreien Menge ist dies die einzige M\u00f6glichkeit, um von den tiefen europ\u00e4ischen Preisen auch in der Schweiz zu profitieren.&#13;<\/p>\n<h2>Szenario 3: Achterbahn (Eintrittschance 13%)<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Achterbahnszenario f\u00e4hrt die Schweiz mehr oder weniger kontinuierlich durch die stark schwankende Weltwirtschaft. \u00abSwissness\u00bb als Marke f\u00fcr alles sowie Abgrenzung und Integration bestimmen auch die Handelslandschaft in der Schweiz. Die Politik des Rosinenpickens erf\u00e4hrt eine neue Bl\u00fcte; je nach Situation wird der Vorteil in Integration oder Abschottung gesucht. Von einer klaren politischen Linie ist keine Rede. Vielmehr schwankt die Schweiz zwischen Selbstvertrauen und Selbstbehauptung auf der einen sowie R\u00fcckzug und Einkapselung auf der anderen Seite. Die Suche nach Stabilit\u00e4t im instabilen internationalen Umfeld ist noch intensiver und die \u00abVerschweizerung\u00bb der Schweizer noch ausgepr\u00e4gter. Sicherheit und Verl\u00e4sslichkeit, Qualit\u00e4t und nationale Orientierung, Kleinheit und \u00dcberschaubarkeit kommen auch in den Marken zum Ausdruck. Der Mythos Heimat und Schweiz wird im Marketing stark gef\u00f6rdert. Trotzdem geniesst die Schweiz immer noch grosse internationale Sympathien und gilt im Ausland als Hort der Sicherheit. \u00a0Die \u00abvirtuelle Falle\u00bb des Online-Einkaufens macht sich ausgepr\u00e4gt bemerkbar. W\u00e4hrend die einheimischen Anbieter unter den hohen Standortkosten leiden, k\u00f6nnen Online-Direktanbieter aus dem Ausland die Preise unterbieten. Ausser den klassischen Onlineh\u00e4ndlern wie Amazon sind besonders jene Anbieter, die ihre Rolle als Vernetzer von sozialen Gruppen herausstreichen &#8211; wie beispielsweise eBay -, von grosser Bedeutung. Grunds\u00e4tzlich beginnt sich der Markt im Non-Food-Bereich einer Aufteilung in 50% virtuellem und 50% realem Markt anzun\u00e4hern. Die Migros muss deutlich zur\u00fcckstecken. Die 2011 gestartete Expansion ins Ausland ist auf gutem Weg; allerdings steht die Bew\u00e4hrungsprobe noch bevor. Insgesamt findet eine weitere Konsolidierung statt; Wirtschaftwachstum und Konsumausgaben sind gering. Da die Schweiz kein interessantes Ziel darstellt, ist auch der Einfluss ausl\u00e4ndischer Anbieter klein; Polen ist entwicklungsf\u00e4higer. Migros und Manor bleiben, da typisch schweizerisch, weiterhin sehr beliebte Marken. Beide k\u00e4mpfen aber mit eher ung\u00fcnstigen Kostenstrukturen und m\u00fcssen aufgrund des r\u00fcckl\u00e4ufigen Gesamtumsatzes im Detailhandel restrukturieren. Heimm\u00e4rkte und Do-it-yourself-Anbieter boomen; aber auch hier herrscht permanenter Kostendruck.&#13;<\/p>\n<h2>Szenario 4: Regio-Patterns (Eintrittschance 55%)<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDieses Szenario ist von Wirtschaftswachstum in einem regionalisiert integrierten \u00d6ffnungsprozess und wachsender Dominanz von China als Produktionszentrum f\u00fcr G\u00fcter und Indien als Dienstleistungsproduktionsstandort gepr\u00e4gt. Im Schweizer Detailhandel setzen sich vermehrt die internationalen Anbieter in Szene. Der Abbau von Handelsbarrieren in den grenz\u00fcberschreitenden Regionen transformiert den Detailhandel in diesen Gebieten. Die Aufhebung der Grenzh\u00fcrde hat in einem ersten Schritt zur Folge, dass der klassische Einkaufstourismus aus der Schweiz in die Nachbarl\u00e4nder aufgrund der g\u00fcnstigen Preise massiv ansteigt. Gleichzeitig beginnt in den Grenzregionen ein kontinuierlicher Prozess der Angleichung bei L\u00f6hnen, Boden- und Mietkosten. Dies f\u00fchrt dazu, dass die Kosten und Preise der Anbieter auf der ausl\u00e4ndischen Seite der Grenze sich nach oben bewegen, w\u00e4hrend sie auf Schweizer Seite sinken. \u00a0Die schweizerische Detailhandelslandschaft wird rasch vielschichtiger. Erwartungsgem\u00e4ss verlieren die beiden Grossverteiler in diesem Prozess in der Schweiz Marktanteile. Mit der nun erleichterten Expansion ins umliegende Ausland k\u00f6nnen diese Verluste teilweise wieder kompensiert werden. Coop investiert in einer immer kurzfristiger ausgerichteten Welt zu langfristig und besitzt wegen des stagnierenden Umsatzes viele schlecht rentierende Fl\u00e4chen, weshalb Coop 2011 in einer genossenschaftlichen Kooperation mit Rewe aufgeht. Coop kann sich ganz auf die St\u00e4rke im Biobereich konzentrieren und dieses Sortiment vermehrt im Ausland anbieten. Daneben gewinnen auch \u00fcberregionale Kooperationen an Bedeutung. Im Vergleich mit den ausl\u00e4ndischen H\u00e4ndlern sind die Schweizer H\u00e4ndler zwar kleine Spieler im Markt. Aber mit cleveren Strategien schaffen sie es, Nischensegmente im Bereich Qualit\u00e4tsprodukte zu besetzen. Ein grosser Vorteil ist die langj\u00e4hrige Erfahrung in der mehrsprachigen Schweiz &#8211; ein Trumpf, der sich bei der Expansion \u00fcber die Grenze auszahlt.&#13;<\/p>\n<h2>Gemeinsamkeiten zwischen den Szenarien<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Folgen der einzelnen Szenarien unterscheiden sich deutlich. Doch gibt es auch Gemeinsamkeiten: Zum einen ver\u00e4ndert der Siegeszug der digitalen Vernetzungstechnologien das Konsumverhalten nachhaltig. Das Modell eBay ist erst der Anfang des Bestrebens, Kunden(-gruppen) zu vernetzen und so neue Verbindungen zwischen realer und virtueller Welt zu schaffen. E-Commerce geh\u00f6rt bald zum allgemeinen Einkaufsverhalten. Darin waren sich alle Workshop-Teilnehmer einig. Folge davon ist die so genannte \u00abvirtuelle Falle\u00bb: Der Online Bereich stellt eine permanente Bedrohung und Konkurrenz der klassischen Detailhandelsangebote dar. Gerade im Non-Food-Bereich der neu entstehenden Fachm\u00e4rkte hat dies enorme Wirkungen. Online-H\u00e4ndler k\u00f6nnen wesentlich flexibler reagieren als station\u00e4re L\u00e4den mit ihren langen Bewilligungszyklen und hohen Investitionssummen.&#13;<\/p>\n<h3>Wahrscheinlichstes Szenario<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Reise im Schweizer Detailhandel geht am wahrscheinlichsten in Richtung \u00d6ffnungsszenario mit wirtschaftlichem Wachstum. In allen vier Szenarien herrscht jedoch die Ansicht vor, dass die fetten Jahre vorbei sind. Die Menschen werden wohl als Konsumenten, B\u00fcrger und Arbeitnehmende den G\u00fcrtel tendenziell enger schnallen m\u00fcssen. Unter dem Eindruck der globalisierten M\u00e4rkte zieht sich dies durch alle vier Szenarien durch: Stagnierende Einkommen, mehr Steuern, l\u00e4ngeres Arbeiten, permanentes Weiterbilden lautete der generelle Tenor bei den involvierten Experten. \u00a0Wie die Handelslandschaft in zehn Jahren konkret aussehen k\u00f6nnte, h\u00e4ngt aber letztlich in erster Linie davon ab, ob Abschottung oder \u00d6ffnungsprozesse \u00fcberwiegen werden. Unabh\u00e4ngig davon werden sich die Konsolidierungsprozesse der letzten Dekade weiter fortsetzen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abDie zehn wichtigsten Triebkr\u00e4fte der Ver\u00e4nderung\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Angaben zu Studie David Bosshart und Daniel Staib (2005): Detailhandel Schweiz 2015. GDI-Studie Nr. 23, in Zusammenarbeit mit Coop, Denner, Manor, Migros-Genossenschafts-Bund, Valora-Gruppe, Rewe Schweiz und Promarca. ISBN 3-7184-7031-4.Bestelladresse:Gottlieb Duttweiler InstitutLanghaldenstr. 21CH-8803 R\u00fcschlikonE-Mail: studien@gdi.chInternet: <a href=\"http:\/\/www.gdi.ch\/studien\">www.gdi.ch\/studien<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Studie \u00abDetailhandel Schweiz 2015\u00bb stellt die Zukunft des Schweizer Detailhandels zur Diskussion. Mit einem zweigleisigen methodischen Konzept wurde der komplexen Aufgabe begegnet, die Entwicklung des schweizerischen Einzelhandelsmarktes f\u00fcr die kommenden zehn Jahre zu entwerfen. Zum einen wurden Einzelgespr\u00e4che und Gruppendiskussionen mit Fachleuten aus der Schweiz, Europa und den USA durchgef\u00fchrt. 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