{"id":124964,"date":"2006-04-01T12:00:00","date_gmt":"2006-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2006\/04\/ilmarinen-weiss-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:48:23","modified_gmt":"2023-08-23T21:48:23","slug":"ilmarinen-weiss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2006\/04\/ilmarinen-weiss\/","title":{"rendered":"Erhaltung der Arbeitsf\u00e4higkeit \u00e4lterer Arbeitnehmender: Ein internationaler Vergleich"},"content":{"rendered":"<p>Die Forderung, dass Erwerbst\u00e4tige l\u00e4nger im Arbeitsprozess bleiben sollen, ist nur dann glaubw\u00fcrdig, wenn die Arbeitsbedingungen und die Gesundheit am Arbeitsplatz dies auch erlauben. Diese Ziele realisieren sich nicht von selbst, sondern m\u00fcssen durch ein Zusammenwirken aller Beteiligter &#8211; auch des Staates &#8211; erreicht werden. Gerade weil die Schweiz eine hohe Erwerbst\u00e4tigkeit \u00e4lterer Arbeitnehmender aufweist, ist in unserem Land auf staatlicher Ebene bisher zu wenig geschehen. Die Erfahrungen anderer L\u00e4nder &#8211; insbesondere von Finnland &#8211; zeigen aber auf, dass neben dem Abbau der Segregation \u00e4lterer Arbeitnehmender wirtschaftliche Effizienzgewinne zu bescheidenen Programmkosten erreicht werden k\u00f6nnen. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/200604_05_Ilmarinen-Weiss_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"268\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Alterungsbedingter Leistungswandel im Wandel der Arbeitswelt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Arbeitsmarktchancen \u00e4lterer Arbeitnehmender steigen mit ihrer Arbeitsf\u00e4higkeit und Motivation. Beide Faktoren h\u00e4ngen wesentlich von der Gesundheit ab. Ein l\u00e4ngeres Verbleiben im Arbeitsprozess kann deshalb mit einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen, einer Anpassung der Arbeitsanforderungen und einer St\u00e4rkung der pers\u00f6nlichen Ressourcen gef\u00f6rdert werden. Auch die Eigenverantwortung spielt eine wichtige Rolle.\u00a0 Der wirtschaftliche Wandel und die Technologisierung der Arbeitswelt bringen st\u00e4ndig neue Arbeitsanforderungen und -bedingungen mit sich. Ein Teil der Erwerbst\u00e4tigen bleibt weiterhin in erheblichem Umfang k\u00f6rperlichen Beanspruchungen durch einfache oder repetitive Arbeitst\u00e4tigkeiten ausgesetzt. Der andere Teil der Besch\u00e4ftigten hat mit zunehmender Bewegungsarmut und psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zu k\u00e4mpfen. Ein weiterer Risikofaktor, welcher speziell lernentw\u00f6hnte Arbeitskr\u00e4fte betrifft, ist die geringe Weiterbildungsbereitschaft und -f\u00e4higkeit.\u00a0 Damit die grosse Zahl von Erwerbst\u00e4tigen, welche in etwa zehn Jahren die Altersgrenze von 50 Jahren \u00fcberschreiten, die erforderliche hohe Arbeitsf\u00e4higkeit aufweisen wird, muss bereits heute etwas f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten getan werden. Ein die Arbeitsf\u00e4higkeit erhaltendes Altern verlangt eine langfristige und sorgf\u00e4ltige Bewirtschaftung der Gesundheit, Ausbildung und Kompetenz sowie leistungsgerechte Gestaltung der Arbeit (vgl. Grafik 1 ).\u00a0Heute ist noch immer die Fehlmeinung verbreitet, dass die Leistungsf\u00e4higkeit altersabh\u00e4ngig sei und insgesamt stetig abnehme. Dies ist ein wesentlicher Grund f\u00fcr die aktuelle Diskriminierung \u00e4lterer Arbeitnehmender. Vgl. Bundesamt f\u00fcr Sozialversicherungen (2003). Der alterungsbedingte Leistungswandel verl\u00e4uft individuell sehr unterschiedlich. Zudem zeigen Studien, dass die Leistungsdifferenz zwischen Personen derselben Altersgruppe meist gr\u00f6sser ist als jene zwischen verschiedenen Altersgruppen. Viele Leistungsvoraussetzungen sind in hohem Mass von den Arbeitsbedingungen abh\u00e4ngig, denen eine Person w\u00e4hrend ihres Arbeitslebens ausgesetzt war. Sie k\u00f6nnen durch gezielte F\u00f6rderung erhalten und bei einer Schw\u00e4chung wieder gest\u00e4rkt werden.\u00a0Schon im Jahr 1980 ver\u00f6ffentlichte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) ihre Empfehlung Nr. 162 betreffend die \u00e4lteren Arbeitnehmenden mit folgenden Aktionsschwerpunkten:\u00a0 &#8211; Abbau der Altersdiskriminierung in den Unternehmen;\u00a0&#8211; g\u00fcnstige Regelung der Arbeitszeit (Besch\u00e4ftigungsgrad, Arbeitszeitform und -flexibilit\u00e4t);\u00a0&#8211; leistungsgerechte Arbeitsanforderungen und Arbeitsbedingungen in allen Stadien des Erwerbslebens;\u00a0&#8211; Schutz und F\u00f6rderung der Gesundheit.\u00a0 \u00a0Internationale Erfahrungen zeigen, dass insbesondere eine gute F\u00fchrungsqualit\u00e4t und eine ergonomische Arbeitsgestaltung zur Verbesserung der Arbeitsf\u00e4higkeit beitragen.&#13;<\/p>\n<h2>F\u00f6rderung der Arbeitsf\u00e4higkeit \u00e4lterer Erwerbst\u00e4tiger in der Europ\u00e4ischen Union<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie EU-Kommission besch\u00e4ftigt sich seit den fr\u00fchen Neunzigerjahren mit dem Problem des fr\u00fchen Ausscheidens von \u00e4lteren Erwerbst\u00e4tigen aus dem Arbeitsmarkt. Ein wichtiger Meilenstein zur L\u00f6sungsfindung bildete die Konferenz, welche im Jahr 1999 unter der finnischen Pr\u00e4sidentschaft des Europ\u00e4ischen Rates mit etwa 140 Teilnehmenden aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Forschung, der Arbeitgeberverb\u00e4nde und Gewerkschaften in den EU-Mitgliedstaaten sowie relevanten EU-Einrichtungen in Turku (Finnland) stattfand. In der Diskussion zentral waren die Entwicklung, Erprobung und Evaluierung von aktiven und integrierten Massnahmen zur Besch\u00e4ftigungsf\u00f6rderung \u00e4lterer Arbeitnehmender sowie die gesammelten Erfahrungen. Auf diesen aufbauend sollten Empfehlungen f\u00fcr erfolgreiche Konzepte und Massnahmen formuliert werden. Ein Ausgangspunkt war die \u00dcberzeugung, dass Massnahmen besonders in jenen Politikbereichen umzusetzen seien, die auf die Verbesserung der Gesundheit, die Qualifikation, die Lage auf dem Arbeitsmarkt und die Bedingungen des vorzeitigen Ausscheidens aus dem Erwerbsleben abzielen. Herausragend war dabei die Frage, wie die verschiedenen Akteure und Handlungsebenen miteinander verkn\u00fcpft werden k\u00f6nnen, damit mehr integrierte Ans\u00e4tze sowohl in der Politik wie auch in der betrieblichen Praxis zustande kommen.\u00a0Die europ\u00e4ische Besch\u00e4ftigungsstrategie 2003-2010 verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten nun dazu, \u00ab &#8230; das aktive Altern zu f\u00f6rdern und vor allem die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Arbeitspl\u00e4tze erhalten &#8211; z.B. durch den Zugang zu kontinuierlicher Ausbildung, das Erkennen der besonderen Bedeutung von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, mit innovativen und flexiblen Formen der Arbeitsorganisation &#8211; und die Anreize f\u00fcr ein fr\u00fches Verlassen des Arbeitsmarktes eliminiert werden, besonders durch das Reformieren der Fr\u00fchberentungssysteme und die Gew\u00e4hr, dass es sich lohnt, im Arbeitsmarkt aktiv zu bleiben. Zudem sollen Arbeitgeber motiviert werden, \u00e4ltere Erwerbsf\u00e4hige zu besch\u00e4ftigen. &#8230; \u00bb. Die Lissabonner Zielvorgabe verlangt eine Besch\u00e4ftigungsquote der \u00e4lteren Arbeitskr\u00e4fte von 50% bis 2010; und der Europ\u00e4ische Rat forderte ein um durchschnittlich f\u00fcnf Jahre sp\u00e4teres Ende des Arbeitslebens. Um diese Ziele zu erreichen, entwickelten mehrere L\u00e4nder bereits fr\u00fcher Aktivit\u00e4ten, welche sich &#8211; u.a. wegen ihrer verschiedenen Ausgangslagen &#8211; voneinander unterscheiden (vgl. Tabelle 1 ).\u00a0Das in Finnland 1998-2002 von einer breiten interinstitutionellen Tr\u00e4gerschaft erfolgreich realisierte Nationale Programm f\u00fcr \u00e4ltere Arbeitskr\u00e4fte (FINPAW) gilt international als Modell guter Praxis. Die Ziele dieses vom Finnischen Ministerium f\u00fcr Soziales und Gesundheit geleiteten und den Ministerien f\u00fcr Arbeit und Ausbildung unterst\u00fctzten Programms waren der Abbau der indirekten Altersdiskriminierung und die Verbesserung der Arbeitsf\u00e4higkeit der \u00e4lteren Erwerbst\u00e4tigen. In dessen Verlauf wurden 40 Massnahmen realisiert, welche die wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen ber\u00fccksichtigten und auf die vier Ebenen \u00abArbeitsleben und -markt\u00bb, \u00abUnternehmen\u00bb, \u00abArbeitsplatz\u00bb und \u00abIndividuum\u00ab&nbsp;zielten. Ihre Schwerpunkte waren:\u00a0 &#8211; Langfristige an die Bev\u00f6lkerung gerichtete Informationskampagne, um Fehlmeinungen gegen\u00fcber \u00e4lteren Erwerbst\u00e4tigen abzubauen;\u00a0&#8211; Forschungs- und Entwicklungsprojekte, u.a. um Modelle guter Praxis der betrieblichen Gesundheitsf\u00f6rderung zu sammeln und damit die Informationskampagne zu speisen;\u00a0&#8211; Ausbildungsprogramme f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte und Personalverantwortliche, Ausbilder, Arbeitsinspektoren sowie Sicherheits- und Gesundheitsbeauftragte in Betrieben;\u00a0&#8211; gesetzliche Verpflichtung der Arbeitgeber zur Ber\u00fccksichtigung des Alterns beim Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sowie zur betrieblichen Gesundheitsf\u00f6rderung;\u00a0&#8211; \u00c4nderungen im Pensionierungssystem und bei den Rehabilitationsmethoden;\u00a0&#8211; Einrichtung von Monitoringsystemen f\u00fcr \u00abErfolgsbarometer\u00bb;\u00a0&#8211; neues Dienstleistungssystem der Arbeits- und Arbeitnehmerschutzbeh\u00f6rden zur Unterst\u00fctzung der Betriebe.\u00a0 \u00a0Die Ergebnisse des Programms und der Rentenreform zeigen, dass die Besch\u00e4ftigungsrate der \u00fcber 55-j\u00e4hrigen Personen im Zeitraum 1998-2004 um mehr als 14% anstieg (Stand 2005: 51%). Als f\u00fcr den Erfolg massgebend wurden die folgenden Gr\u00fcnde identifiziert:\u00a0 &#8211; Struktur des nationalen Programms und seine Schwerpunkte;\u00a0&#8211; gute Zusammenarbeit der drei Ministerien sowie die Unterst\u00fctzung der aktiv einbezogenen Arbeitgeberverb\u00e4nde und Gewerkschaften;\u00a0&#8211; Arbeit mit wissenschaftlich gut fundierten Daten;\u00a0&#8211; Abbau der &#8211; v.a. indirekten &#8211; Altersdiskriminierung;\u00a0&#8211; Aufbau eines Netzwerks mit Ausbildungsinstituten f\u00fcr die Promotion des betrieblichen Altersmanagements und der staatlichen Ausbildungslehrg\u00e4nge;\u00a0&#8211; direkte Unterst\u00fctzung von KMU;\u00a0&#8211; laufende Evaluierung der Programmauswirkungen in der betrieblichen Praxis.\u00a0 \u00a0Im Gegensatz zum erfolgreich abgeschlossenen Programm Finnlands sind die Massnahmen und Programme der meisten anderen Staaten gegenw\u00e4rtig in der Planungsoder Umsetzungsphase. Ein wesentliches Ergebnis der Wirkungsanalysen von Massnahmen(-paketen) auf die Entwicklung der Besch\u00e4ftigungsquote \u00c4lterer ist, dass die Auswirkungen einzelner Faktoren nicht extrahiert und pr\u00e4zise angegeben werden konnten. Grund daf\u00fcr sind die vielen unterschiedlichen Einfl\u00fcsse &#8211; wirtschaftlicher Aufschwung, nationale Besonderheiten (Systeme der sozialen Sicherheit, Politik der Sozialpartner etc.), demografische Entwicklung, \u00c4nderungen in der Besch\u00e4ftigungspolitik und in beschr\u00e4nktem Mass auch die Rentenreform &#8211; und all deren Wechselwirkungen.&#13;<\/p>\n<h2>Situation und Handlungsans\u00e4tze in der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie in vielen L\u00e4ndern Europas ist die Diskriminierung von \u00e4lteren Arbeitnehmenden heute auch in der Schweiz verbreitet. Zudem wird dem alterungsbedingten Leistungswandel bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen und Weiterbildung gegenw\u00e4rtig zu selten die notwendige Beachtung geschenkt.\u00a0Eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsf\u00e4higkeit \u00e4lterer Erwerbst\u00e4tiger kann nur durch eine Zusammenarbeit zwischen Staat, Sozialpartnern, Wirtschaft und Erwerbst\u00e4tigen selbst erreicht werden. Nur so ist das gesellschaftspolitische Ziel einer Beseitigung der Segregation \u00c4lterer zu erreichen. Dazu kann sich eine derartige Politik als wirtschaftlich sehr effizient erweisen. Wenn man beachtet, welche Lasten auch nur eine geringf\u00fcgige Senkung der Erwerbsquote \u00e4lterer Erwerbst\u00e4tiger f\u00fcr die Sozialversicherungen (ALV, IV), den Staat (Sozialhilfe) und die Untenehmen verursachen, erweisen sich die f\u00fcr ein entsprechendes Programm einzusetzenden Mittel als sehr bescheiden. Die Erfahrungen in Finnland haben dies deutlich aufgezeigt.\u00a0 Die f\u00fcr eine integrative betriebliche Alterspolitik erforderliche Verhaltens\u00e4nderung macht aber auch deutlich, dass die Interessen je nach Akteur unterschiedlich und besonders bei den Arbeitgebern und Arbeitnehmenden teilweise gegenl\u00e4ufig sind. So stellt eine erh\u00f6hte Flexibilit\u00e4t und Mobilit\u00e4t f\u00fcr die \u00e4lteren Arbeitnehmenden eine zus\u00e4tzliche Belastung, f\u00fcr die Unternehmen dagegen einen Vorteil dar. Bei den leistungsgerechten Arbeitsanforderungen und -bedingungen sind die Belastungen und Vorteile eher umgekehrt verteilt. Flexiblere Arbeitszeiten sind wiederum vorteilhaft f\u00fcr beide Parteien. Das Spannungsfeld neuer Strategien der betrieblichen Alterspolitik ist daher nicht gering. Nicht zuletzt deshalb soll auf der bestehenden gesetzlichen Grundlage eine Paketl\u00f6sung in Form eines nationalen Programms realisiert werden, welches allen Beteiligten gen\u00fcgend Anreize bietet und gegenseitige Blockierungen vermeidet.\u00a0 Weil die Arbeitsf\u00e4higkeit verschiedenartige Einflussfaktoren hat, konzentriert sich der Handlungsbedarf nicht auf einige wenige Akteure. Die Herausforderung muss mit der Realisierung einer breiten interinstitutionell getragenen Strategie bew\u00e4ltigt werden, welche darauf abzielt:\u00a0 &#8211; bereits fr\u00fchzeitig in die Erhaltung der Gesundheit und Arbeitsf\u00e4higkeit der Erwerbst\u00e4tigen aller Altersgruppen zu investieren; \u00a0&#8211; in den Betrieben die besonderen St\u00e4rken der \u00e4lteren Besch\u00e4ftigten zu erkennen, zu nutzen und zu f\u00f6rdern.\u00a0 Das vom Bundesrat Ende 2005 beschlossene Massnahmenpaket Pressemitteilung des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (seco) vom 9.12.2005: Massnahmenpaket zu Gunsten der Arbeitsmarktbeteiligung \u00e4lterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. (Internet: <a href=\"http:\/\/www.seco.admin.ch\">www.seco.admin.ch<\/a> ). tr\u00e4gt diesem Handlungsbedarf mit den folgenden Zielen Rechnung:\u00a0 &#8211; F\u00f6rderung der individuellen Wahrnehmung der Eigenverantwortung f\u00fcr die Gesundheit und Arbeitsf\u00e4higkeit im Alter;\u00a0&#8211; Abbau von Altersdiskriminierung und Fehlmeinungen in den Betrieben und der \u00d6ffentlichkeit;\u00a0&#8211; Erhalt der Gesundheit und Arbeitsf\u00e4higkeit in allen Phasen des Erwerbslebens.\u00a0 \u00a0Der Flexibilisierung der Arbeitszeit &#8211; individuelle Gestaltung, Teilzeitarbeit und Flexibilisierung des Pensionierungszeitpunktes &#8211; wird dabei eine hohe Bedeutung beigemessen.&#13;<\/p>\n<h2>Ein nationales Programm f\u00fcr die Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Entscheid des Bundesrates st\u00fctzte sich auf den Bericht einer interdepartementalen Arbeitsgruppe Bericht der Interdepartementalen Arbeitsgruppe \u00abArbeitsbedingungen und Gesundheit\u00bb, Bern, 30.11.2005., welche nach der Analyse der aktuellen Situation und Trends in der Schweiz sowie der internationalen Erfahrungen mit der Unterst\u00fctzung der Arbeitsf\u00e4higkeit von \u00e4lteren Erwerbst\u00e4tigen ein Massnahmenpaket mit den folgenden Aktivit\u00e4tsmerkmalen (analog zur Tabelle 1 ) vorgeschlagen hatte:\u00a0 &#8211; Zielgruppe: Arbeitskr\u00e4fte aller Altersgruppen, speziell \u00e4ltere;\u00a0&#8211; Handlungsebenen: Staat, \u00fcberbetriebliche Organisationen, Unternehmen, Personen;\u00a0&#8211; Hauptaktivit\u00e4ten: Sensibilisierung, Unterst\u00fctzung, Weiterbildung, Forschung;\u00a0&#8211; Handlungsfelder: Altersdiskriminierung, Arbeitsbedingungen &amp; Gesundheit, flexible Arbeitszeiten, lebenslanges Lernen;\u00a0&#8211; Gesetzes\u00e4nderungen: keine;\u00a0&#8211; Rolle und Beitrag der Regierung: federf\u00fchrend, vermittelnd, unterst\u00fctzend;\u00a0&#8211; Rolle und Beitrag der Sozialpartner: aktiv, hoch;\u00a0&#8211; Beteiligung von NGO: hoch.\u00a0 \u00a0Damit die prim\u00e4r auf Sensibilisierung und Unterst\u00fctzung beruhenden Massnahmen viele Synergieeffekte erzeugen und in der Summe nachhaltig wirken, m\u00fcssen sie als ein aufeinander abgestimmtes Programm \u00abaus einem Guss\u00bb geplant und realisiert werden (vgl. Grafik 2). Mit diesem Vorgehen wird die heutige Politik mit vermehrter Transparenz und Systematik sowie mit einem Controlling gest\u00e4rkt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1 \u00abArbeitsf\u00e4higkeit als Verh\u00e4ltnis der pers\u00f6nlichen Ressourcen zur Arbeitsanforderung\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2 \u00abWirkungsebenen und -zusammenh\u00e4nge des Programms \u00abF\u00f6rderung Arbeitsf\u00e4higkeit\u00bb\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Literatur &#8211; Europ\u00e4ische Kommission, Increasing the Employment of Older Workers and Delaying the Exit from the Labour Market, Br\u00fcssel, COM(2004) 146 final, 3.3.2004.- European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions, Ageing and Work in Europe &#8211; National Social Wodels, A Comparative Analysis, 2004 ( <a href=\"http:\/\/www.eurofound.eu\">www.eurofound.eu<\/a> .int).- European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions, Age and Working Conditions in the European Union, 2003, ISBN 92-897-0208-7 ( <a href=\"http:\/\/www.eurofound.eu\">www.eurofound.eu<\/a> .int). &#8211; Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (D), Ageing and Work in Europe &#8211; Strategies at Company Level and Public Policies in Selected European Countries, Brosch\u00fcrenreihe: Demographie und Erwerbsarbeit, Projekt \u00ab\u00d6ffentlichkeits- und Marketingstrategie demographischer Wandel\u00bb, 2003, ISBN 3-8167-6321-9 ( <a href=\"http:\/\/www.demotrans.de\">www.demotrans.de<\/a> ).- Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt, Politik und Massnahmen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigung \u00c4lterer &#8211; Erfahrungen in ausgew\u00e4hlten EU-L\u00e4ndern, FORBA-Forschungsbericht 9\/2003 ( <a href=\"http:\/\/www.forba.at\">www.forba.at<\/a> ).- Ministry of Social Affairs and Health (FIN), The Many Faces of the National Programme on Ageing Workers &#8211; The Concluding Report on the Programme, Publications 2002:14, ISBN 952-00-1150-1.- Ministry of Social Affairs and Health (FIN), The National Programme on Ageing Workers &#8211; Evaluation, Report 2002:5, ISBN 952-00-1151-X.- Ilmarinen, Juhani E., Ageing Workers in the European Union &#8211; Status and Promotion of Work ability, Employability and Employment, Finnish Institute of Occupational Health, Ministry of Social Affairs and Health and Ministry of Labour (FIN), 1999, ISBN 951-802-306-9.- Bundesamt f\u00fcr Sozialversicherungen, Betriebliche Alterspolitik. Praxis in den Neunzigerjahren und Perspektiven, Bericht im Rahmen des Forschungsprogramms zur l\u00e4ngerfristigen Zukunft der Alterssicherung (IDA ForAlt), Forschungsbericht 4\/03, 2003.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Forderung, dass Erwerbst\u00e4tige l\u00e4nger im Arbeitsprozess bleiben sollen, ist nur dann glaubw\u00fcrdig, wenn die Arbeitsbedingungen und die Gesundheit am Arbeitsplatz dies auch erlauben. Diese Ziele realisieren sich nicht von selbst, sondern m\u00fcssen durch ein Zusammenwirken aller Beteiligter &#8211; auch des Staates &#8211; erreicht werden. 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