{"id":125074,"date":"2006-03-01T12:00:00","date_gmt":"2006-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2006\/03\/stiefel-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:48:45","modified_gmt":"2023-08-23T21:48:45","slug":"stiefel-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2006\/03\/stiefel-3\/","title":{"rendered":"Volkswirtschaftliche Chance &#8211; einfach nicht verpassen"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz hat letztes Jahr f\u00fcr den Import von Erd\u00f6lprodukten ganze 6 Mrd. Franken ausgegeben. Das ist dreimal mehr als noch Mitte der Neunzigerjahre. Dass Erd\u00f6l immer teurer wird, \u00fcberrascht nicht, ganz im Gegenteil: Die Erd\u00f6lreserven werden knapper und m\u00fcssen kostenaufw\u00e4ndiger erschlossen werden. Bei gleich-zeitiger Zunahme des weltweiten Verbrauchs werden die Preise in Zukunft noch st\u00e4rker steigen. Dieses zus\u00e4tzliche Geld, das ins Ausland fliesst, k\u00f6nnten wir in der Schweiz investieren, wenn wir die dazu erforderlichen Rahmenbedingungen endlich schaffen w\u00fcrden. Im Interesse der Bev\u00f6lkerung und des Wirtschaftsraumes Schweiz m\u00fcssen jetzt die dazu n\u00f6tigen politischen Entscheide getroffen werden und die Wende schaffen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Abh\u00e4ngigkeit von Krisengebieten bei der Erd\u00f6lversorgung wird in den n\u00e4chsten Jahrzehnten st\u00e4rker werden. Das kann uns sehr teuer zu stehen kommen und uns in den Ruin treiben. Wenn wir unsere Lebensqualit\u00e4t und unseren Wohlstand f\u00fcr die n\u00e4chste Generationen sichern wollen, m\u00fcssen wir handeln und unsere Erd\u00f6labh\u00e4ngigkeit abbauen. Der Nutzen w\u00e4re in der Tat gross, wenn Erd\u00f6l durch erneuerbare Energien und Energieeffizienz substituiert w\u00fcrde: Zum einen w\u00fcrde unsere Gesundheit von einer Senkung des \u00d6lverbrauchs unmittelbar profitieren, liessen sich doch dadurch der Gehalt an Feinpartikeln, Stickoxiden und anderen Schadstoffen in der Luft massiv reduzieren. Zum anderen liesse sich die Umweltkosten als Folge der hohen CO2-Emissionen senken. Allein die \u00dcberschwemmung vom letzten Sommer hat die Schweiz 2,5 Mrd. Franken gekostet.&#13;<\/p>\n<h2>Erd\u00f6labh\u00e4ngigkeit kann verringert werden<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAlle Zeichen sprechen daf\u00fcr, dass wir die Erd\u00f6labh\u00e4ngigkeit verringern m\u00fcssen. Die Folgen eines Zuwartens w\u00e4ren fatal. Einerseits verpassen wir auf diese Weise die Chance, neue Technologien in der Schweiz zu entwickeln. Andererseits ist gerade im Geb\u00e4udebereich jede falsche Sanierung oder jeder schlechte Neubau mindestens 30 Jahre Klimawirksam. Die notwendigen technischen L\u00f6sungen zur Verbesserung der Energieeffizienz &#8211; bei gleichzeitiger Wahrung der Lebensqualit\u00e4t &#8211; sind vorhanden. Die ETH Z\u00fcrich hat dazu die Idee einer \u00ab2000-Watt-Gesellschaft\u00bb entwickelt. Das bedeutet, dass wir mit nur einem Drittel der heutigen Energiemenge auskommen k\u00f6nnten. Die Attraktivit\u00e4t der Energieerzeugung aus neuen erneuerbaren Quellen ist auch aus \u00f6konomischer Sicht deutlich gestiegen. Die Erfahrungen aus Deutschland, \u00d6sterreich und Spanien zeigen, dass durch diese Energiequellen ein immer gr\u00f6sserer Anteil des Gesamtbedarfs abgedeckt werden kann, sofern der politische Wille vorhanden ist.&#13;<\/p>\n<h2>Zwei Weichenstellungen &#8211; Umsetzung CO2-Gesetz und Stromversorgungsgesetz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDieses Jahr stehen in der Schweiz zwei politische Gesch\u00e4fte an, welche bez\u00fcglich unserer Erd\u00f6labh\u00e4ngigkeit von entscheidender Bedeutung sind: die Umsetzung des CO2-Gesetzes und das Stromversorgungsgesetz. Die ETH Z\u00fcrich rechnet vor, dass die Schweizer Volkswirtschaft mit der Einf\u00fchrung der Lenkungsabgaben einen j\u00e4hrlichen Nettonutzen von etwa 200 Mio. Franken generieren w\u00fcrde. Es w\u00e4re deshalb unverst\u00e4ndlich, wenn die Lenkungsabgabe auf Treibstoffen durch eine private Steuer wie den Klimarappen ersetzt und damit die Lenkungsabgabe weiter auf die lange Bank geschoben w\u00fcrde. Die Umsetzung des CO2-Gesetzes w\u00fcrde damit definitiv zum Trauerspiel werden.\u00a0Auch die Lenkungsabgabe auf Brennstoffen hatte Mitte Januar dieses Jahres in der zust\u00e4ndigen Umweltkommission des Nationalrats einen schweren Stand und wurde von dieser an den Bundesrat zur\u00fcckgewiesen. National- und St\u00e4nderat k\u00f6nnen diesen Entschluss noch korrigieren. Trotzdem wurde auch hier die Einf\u00fchrung eines volkswirtschaftlich effizienten Anreizinstrumentes weiter verz\u00f6gert. Es scheint, dass in den bisherigen Beratungen die betriebswirtschaftlichen Anliegen der Erd\u00f6lbranche h\u00f6her gewichtet wurden als die volkswirtschaftlichen Innovationsm\u00f6glichkeiten des Wirtschaftsstandortes Schweiz. Der Verzicht auf die Lenkungsabgabe w\u00fcrde jedenfalls unsere Erd\u00f6labh\u00e4ngigkeit noch verst\u00e4rken. \u00a0Das Stromversorgungsgesetz mit der damit verbundenen \u00c4nderung des Energiegesetzes ist eine zweite wichtige Weichenstellung. 17 europ\u00e4ische L\u00e4nder haben bereits mit Erfolg die so genannte Einspeiseverg\u00fctung f\u00fcr neue erneuerbare Energien eingef\u00fchrt. Sie ist ein Anreizsystem, welches die Produktionskosten senkt und die erneuerbaren Energien wettbewerbsf\u00e4hig macht. Der Nationalrat hat sich in der Herbstsession 2005 daf\u00fcr ausgesprochen. Das Instrument erlaubt, das grosse Potenzial in der Schweiz auch auszusch\u00f6pfen. Nicht zuletzt deswegen wird dieses Instrument auch vom Schweizerischen Bauernverband und vom Schweizerischen Baumeisterverband unterst\u00fctzt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz hat letztes Jahr f\u00fcr den Import von Erd\u00f6lprodukten ganze 6 Mrd. Franken ausgegeben. 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