{"id":125124,"date":"2006-02-01T12:00:00","date_gmt":"2006-02-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2006\/02\/schedler-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:48:55","modified_gmt":"2023-08-23T21:48:55","slug":"schedler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2006\/02\/schedler\/","title":{"rendered":"E-Government in der Schweiz: Stand und Perspektiven"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz liegt im eEurope-Ranking in den hintersten R\u00e4ngen. Im internationalen Vergleich bietet sie nur sehr wenige staatliche Dienstleistungen online an. W\u00e4hrend der Ausbau von E-Government-Dienstleistungen hierzulande nur zaghaft vorangeht, ist in anderen L\u00e4ndern ein regelrechter E-Government-Boom auszumachen. Weshalb wird das vorhandene Potenzial in der Schweiz nicht ausgen\u00fctzt? Welche Hindernisse sind zu beseitigen? Der Artikel zeigt: Nur ein Umdenken in Bezug auf E-Government kann der Entwicklung in der Schweiz wieder neuen Schwung verleihen.<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/1139052581_11_Schedler_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"283\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nUnter dem Stichwort \u00abElectronic Government\u00bb wird sehr Unterschiedliches verstanden. Definitionen gibt es in kaum mehr \u00fcberschaubarer Anzahl. Vereinfacht kann man E-Government wie folgt umschreiben: Was in der traditionellen \u00f6ffentlichen Verwaltung noch \u00fcber Papierdokumente abgewickelt wurde, findet im E-Government elektronisch statt. Die elektronische Steuererkl\u00e4rung ist nur ein Beispiel. Dabei dominieren heute noch Internet und E-Mail die Anwendungen. F\u00fcr die Zukunft wird bereits vorhergesagt, dass Handys und andere portable Kommunikationsger\u00e4te diese Rolle \u00fcbernehmen werden. Verschiedene Schweizer Gemeinden haben bereits das Abstimmen per Handy getestet. Dannzumal d\u00fcrfte von \u00abMobile Government\u00bb die Rede sein. Aber auch dies ist wohl nicht das Ende der Entwicklungsspirale, das heute noch nicht absehbar ist.&#13;<\/p>\n<h2>Die Schweiz f\u00e4llt immer weiter zur\u00fcck<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEs scheint, dass im Moment eine Art \u00abWettr\u00fcsten\u00bb der L\u00e4nder im E-Government im Gange ist. Dazu tragen wesentlich die internationalen Ranglisten bei, die regelm\u00e4ssig publiziert werden. Die bei uns bekanntesten sind das eEurope-Ranking von Cap Gemini im Auftrag der EU Kommission1 sowie die Studie zur \u00abE-Government Readiness\u00bb der UNO United Nations 2005. (vgl. Tabelle 1). Erstere testet ausschliesslich die Angebote der Verwaltungen im Internet und platziert die Schweiz in den hintersten R\u00e4ngen in Europa (Platz 15 von 18). Letztere vergleicht die Anstrengungen der L\u00e4nder im Angebot von E-Services, das Ausmass der \u00abConnectivity\u00bb &#8211; d.h. die Anschluss-Dichte &#8211; sowie die menschlichen F\u00e4higkeiten, die Angebote \u00fcberhaupt zu nutzen. Die Schweiz befindet sich diesbez\u00fcglich auf Platz 17, mit dem schlechtesten dynamischen Pfad aller Top-L\u00e4nder (von Rang 8 auf Rang 17 in drei Jahren). Im Vergleich des tats\u00e4chlichen Internet-Angebots liegt die Schweiz gar auf Platz 31, direkt vor Slowenien, der Tschechischen Republik und Indien. Selbst im E-Participation-Index, der eigentlich eine Parade-Disziplin der Schweiz betreffen sollte, schaffen wir gerade mal Platz 22.\u00a0Nun k\u00f6nnte man argumentieren, das Ganze sei nicht Besorgnis erregend, w\u00e4re da nicht die WEF-Studie, die f\u00fcr die Schweiz auch die \u00abGovernment prioritization of ICT 2004\u00bb als eher mangelhaft einstuft: Zur Aussage \u00abInformation and communication technologies are an overall priority for the government\u00bb liegen wir nur gerade auf Platz 47, direkt nach Jamaica und vor Litauen, Tanzania und den Philippinen. Dutta und Lopez-Claros 2005. Dennoch behaupten wir, dass unsere (papierbasierte) Verwaltung zu den effizientesten der Welt geh\u00f6rt. Anderseits ist gem\u00e4ss WEF Global Competitiveness Report 2004 die ineffiziente B\u00fcrokratie &#8211; nach Aussage der befragten Firmen &#8211; der problematischste Faktor, in der Schweiz Gesch\u00e4fte abzuwickeln.&#13;<\/p>\n<h2>Positive Entwicklung in absehbarer Zeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWas die administrative Belastung der Unternehmen betrifft, so k\u00f6nnte E-Government wesentliche Vereinfachungen bieten. Musterl\u00f6sungen des Vereins \u00abeCH\u00bb, der sich f\u00fcr die Standardisierungen im E-Government der Schweiz einsetzt (vgl. Kasten 1), zeigen, wie solche Vereinfachungen m\u00f6glich gemacht werden k\u00f6nnen: durch standardisierte Schnittstellen und ein digitales Aktenmanagement, das zudem erheblich k\u00fcrzere Bearbeitungs- und Durchlaufzeiten der Dossiers erm\u00f6glicht. Hristova und Schedler 2005. Die haupts\u00e4chlichen Bereiche administrativer Belastung sind &#8211; neueren Studien zufolge &#8211; die Steuern und das Personalwesen (v.a. Bewilligungen und Abrechnungen). Hier priorisieren denn auch verschiedene Kantone ihre Anstrengungen, sodass in absehbarer Zeit mit einer Zunahme der digitalen Angebote f\u00fcr die Unternehmen zu rechnen ist.\u00a0Privatpersonen in der Schweiz, so die Ergebnisse des Berner Trendbarometers (vgl. Kasten 2), sind mit den Beh\u00f6rdenkontakten zufrieden. Br\u00fccher, Binswanger et al. 2005. Allerdings nutzen sie das Online-Angebot noch wenig: Nur gerade 14% nehmen per Internet Kontakt auf zu den Beh\u00f6rden, w\u00e4hrend 54% angeben, dies \u00fcber das Telefon zu tun. Als prim\u00e4re H\u00fcrden bei Beh\u00f6rdenkontakten geben sie die \u00d6ffnungszeiten der \u00c4mter (33%), die langen Wartezeiten (27%) und zu viele Ansprechpartner (21%) an &#8211; alles Qualit\u00e4tselemente, die mit einem systematischen Einsatz von E-Government-L\u00f6sungen direkt verbessert werden k\u00f6nnten. Nachdem immerhin 38% der Befragten angeben, zuk\u00fcnftig \u00fcber das Internet den Beh\u00f6rdenkontakt pflegen zu wollen, ist zumindest f\u00fcr die weitere Entwicklung mit einem positiven Verlauf zu rechnen.&#13;<\/p>\n<h2>Erkenntnisse aus dem E-Government-Barometer<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDennoch scheint sich die schweizerische E-Government-Landschaft nur sehr langsam zu bewegen, wie im Rahmen des St.Galler E-Government-Barometers gezeigt wurde (vgl. Kasten 3). Schedler und Summermatter 2005. Von einem eigentlichen E-Government-Boom, wie dies in anderen L\u00e4ndern Europas der Fall ist, kann in der Schweiz nicht gesprochen werden. Insgesamt k\u00f6nnen f\u00fcnf wichtige Erkenntnisse hervorgehoben werden:&#13;<\/p>\n<h3>Potenzial f\u00fcr eine raschere Entwicklung w\u00e4re vorhanden<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf allen drei staatlichen Ebenen &#8211; am st\u00e4rksten in den Kantonen &#8211; sind die Befragten der Meinung, die Mitarbeitenden seien f\u00fcr E-Government vorbereitet und motiviert. Vor allem gr\u00f6ssere Verwaltungen investieren dennoch in die weitere Schulung. Zudem sind die Ausstattung mit IT-Mitteln sowie der Zugang zum Internet praktisch durchwegs selbstverst\u00e4ndlich, und wo notwendig, werden externe IT-Experten engagiert. Dass E-Government vor allem als technisches Projekt betrachtet wird, zeigt die Tatsache, dass immer weniger allgemeine Beratung daf\u00fcr beansprucht wird. Hier liesse sich allenfalls kritisch anmerken, dass wohl die kulturellen Hemmnisse untersch\u00e4tzt werden, die einer Einf\u00fchrung von E-Government entgegenstehen k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h3>Die praktische Bedeutung von E-Government wird noch untersch\u00e4tzt<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nZwar ist E-Government auf allen drei Ebenen zunehmend ein Thema f\u00fcr die Verwaltungsf\u00fchrung und die Politik; dennoch bewegt sich diese Entwicklung auf nach wie vor tiefem Niveau. Auf Gemeindeebene wird beispielsweise der Politik nur gerade von einem F\u00fcnftel der Befragten ein positiver Einfluss zugestanden. Die Verbesserung des Images wird von den Gemeinden wie auch den Bundes\u00e4mtern als ein Hauptmotiv f\u00fcr E-Government angegeben. Dabei geben aber dieselben Befragten an, kein Problem mit ihrem Image zu haben. Und obwohl die Kosteneinsparung f\u00fcr alle drei Ebenen eine deutliche steigende Bedeutung erf\u00e4hrt, erwartet die Mehrheit der Befragten, dass mit E-Government eher mehr als weniger Kosten entstehen werden. Mit wenigen Ausnahmen &#8211; auf Gemeindeebene etwa in den Bereichen Steuern und Einwohnerwesen &#8211; scheint E-Government seinen praktischen Nutzen demnach noch nicht aufgezeigt zu haben.&#13;<\/p>\n<h3>Die Knappheit der finanziellen Mittel schafft Notwendigkeiten, die eine Chance sein k\u00f6nnen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Vergleich zur ersten Befragung im Jahr 2002 geben heute auf allen Ebenen mehr Befragte an, Projekte h\u00e4tten wegen Geldmangels abgebrochen oder gek\u00fcrzt werden m\u00fcssen. An sich ist dieses Ph\u00e4nomen in der \u00f6ffentlichen Verwaltung nicht neu: In Zeiten knapper finanzieller Mittel wird oft zuerst bei den Investitionen gek\u00fcrzt, da sie die politisch einfachste Man\u00f6vriermasse darstellen. Dennoch k\u00f6nnte erwartet werden, dass gerade jetzt Rationalisierungspotenziale ausgesch\u00f6pft w\u00fcrden. Damit E-Government aber tats\u00e4chlich zu Kosteneinsparungen f\u00fchrt, m\u00fcssen Entscheide gef\u00e4llt werden: Prozesse m\u00fcssen neu definiert und eingesparte Ressourcen &#8211; d.h. Stellen &#8211; gek\u00fcrzt werden. Nur dann kann E-Government sein Kostensenkungspotenzial aussch\u00f6pfen.\u00a0Wichtig ist aber auch die Aussage, dass das j\u00e4hrliche IT-Budget von 50% der Gemeinden weniger als 22000 Franken betr\u00e4gt, hingegen der H\u00e4lfte der Kantone mehr als 8,4 Mio. Franken zur Verf\u00fcgung stehen. Hier dr\u00e4ngen sich aus rein finanzieller Sicht Verbundl\u00f6sungen auf, die massgeblich von den Kantonen finanziert werden. Gerade kleine Landgemeinden werden nie \u00fcber die Mittel verf\u00fcgen, die eine komfortable E-Government-L\u00f6sung beansprucht, wenn sie isoliert aufgebaut werden muss. Zudem muss von der heute \u00fcblichen Praxis weggekommen werden, das Rad immer und immer wieder neu zu erfinden. Initiativen wie eVanti (um die Zusammenarbeit in der Schweiz zu f\u00f6rdern) oder eCH (um gemeinsame Standards zu entwickeln) sind daher von besonderer Bedeutung, auch wenn deren M\u00f6glichkeiten im Moment noch eher neutral eingesch\u00e4tzt werden.&#13;<\/p>\n<h3>Die Nutzung der technischen M\u00f6glichkeiten nimmt langsam, jedoch auf breiter Basis zu<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nObwohl bislang der Grundtenor unseres Fazits eher kritisch war, so ist dennoch eine sp\u00fcrbare &#8211; wenn auch noch langsame &#8211; Entwicklung zu erkennen. Das Internet wird auf allen drei Staatsebenen immer selbstverst\u00e4ndlicher als Informationsquelle genutzt, was das Bewusstsein f\u00fcr die Wichtigkeit eines eigenen guten Auftritts f\u00f6rdern wird. Innerhalb der Verwaltung, aber auch zwischen den Verwaltungen und sogar mit Dritten wird immer h\u00e4ufiger nicht mehr der schriftliche, sondern der \u00abvirtuelle\u00bb Weg der Kommunikation gew\u00e4hlt. H\u00e4ufiger als 2002 werden heute Eink\u00e4ufe \u00fcber das Internet get\u00e4tigt. F\u00fcr alle drei Ebenen ist die Leistungs- und Qualit\u00e4tssteigerung die Hauptmotivation f\u00fcr E-Government. Das bedeutet, dass gerade auf diesem Gebiet noch einige Entwicklung zu erwarten sein wird.&#13;<\/p>\n<h3>Das (fehlende) Recht wird zunehmend zu einem Hinderungsgrund<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf allen drei Ebenen geben heute deutlich mehr Befragte an, fehlende rechtliche Grundlagen w\u00fcrden zu einem Problem f\u00fcr die weitere Entwicklung des E-Government in ihrem Bereich. Ausserdem beklagen etwa 20% der Gemeinden fehlende Standards f\u00fcr den Datenaustausch mit Dritten, was das E-Government zus\u00e4tzlich hemmt. Dem Bund kommt hier eine Schl\u00fcsselrolle zu, indem mit einem Bundesgesetz einheitliche Grundlagen f\u00fcr die ganze Schweiz geschaffen werden k\u00f6nnten, um damit die Entwicklung voranzutreiben. Das Beispiel unseres Nachbarlandes \u00d6sterreich zeigt, dass mit einem klaren Vorgehen auf nationaler Ebene die Entwicklung eines ganzen Landes markant positiv beeinflusst werden kann.&#13;<\/p>\n<h2>Herausforderungen f\u00fcr Politik und Verwaltung Wohlwollende Gleichg\u00fcltigkeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Ergebnisse unserer Befragungen in den vergangenen drei Jahren machen deutlich, dass E-Government zwar f\u00fcr Insider ein spannendes Ereignis ist, dass es aber die Mehrheit der Verwaltungen noch nicht voll erfasst hat. Die Tatsache, dass die Schweiz international unter \u00abferner liefen\u00bb gef\u00fchrt wird, scheint hierzulande weder die Politik noch die Verwaltungsf\u00fchrung nachhaltig zu beunruhigen. W\u00fcrde dem E-Government ein gr\u00f6sserer politischer oder wirtschaftlicher Stellenwert zugemessen, so w\u00e4re dies wohl anders. So aber steht die Politik dem Thema wohlwollend gleichg\u00fcltig gegen\u00fcber, und solange die Rationalisierungspotenziale des E-Government nicht effektiv ausgesch\u00f6pft werden, d\u00fcrfte sich daran auch in naher Zukunft nichts \u00e4ndern.&#13;<\/p>\n<h3>Mehr als ein technisches Reformprojekt<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIn den K\u00f6pfen vieler F\u00fchrungskr\u00e4fte in Politik und Verwaltung scheint das E-Government noch immer ein Reformprojekt zu sein, das einen klaren Anfangs- und Endzeitpunkt hat und das durch die IT-Spezialisten zu l\u00f6sen ist. Dies ist ein fataler Denkfehler. Die Informatisierung der \u00f6ffentlichen Verwaltung ist ein fl\u00e4chendeckendes Ereignis, das nicht aufzuhalten ist. Betroffen ist jede und jeder im politisch-administrativen System, und es gibt kein Entkommen. Wer sich dieser Entwicklung entzieht, \u00fcberl\u00e4sst das Feld den Technikern, die &#8211; wohl oder \u00fcbel &#8211; eine rein technische Perspektive einnehmen werden.&#13;<\/p>\n<h3>Ausrichtung an den Bed\u00fcrfnissen und M\u00f6glichkeiten der Kunden<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDabei w\u00e4re jetzt der Zeitpunkt, das Zusammenwirken von Staat und Gesellschaft oder &#8211; im Kleineren &#8211; von \u00f6ffentlicher Verwaltung und ihren Kundinnen und Kunden neu zu gestalten. Grunds\u00e4tzlich falsch ist es, das Bestehende einfach zu informatisieren. Noch bevor die technischen Fragen gestellt werden, muss abgekl\u00e4rt werden, welches die legitimen Bed\u00fcrfnisse sind, die durch die Verwaltung befriedigt werden sollen. Jene Prozesse, die danach \u00fcbrig bleiben, m\u00fcssen beim Kunden anfangen und auch dort wieder enden. Die Grenzen der \u00f6ffentlichen Verwaltung d\u00fcrfen nicht das Ende der Prozessoptimierung bedeuten. Die Systeme und M\u00f6glichkeiten der Kunden sind in die Gestaltung der digitalen Prozesse mit einzubeziehen. Dies wiederum bedeutet, dass die \u00f6ffentliche Verwaltung lernt, \u00fcber ihren eigenen Tellerrand hinaus zu sehen und kundenorientiert zu handeln.&#13;<\/p>\n<h3>Prim\u00e4r interne Aufgabe der Verwaltung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Wirtschaft &#8211; so die Ergebnisse einer internen Studie eines Ostschweizer Kantons &#8211; wird dann mitziehen, wenn sie den Eindruck hat, die \u00f6ffentliche Verwaltung schaffe zun\u00e4chst im eigenen Haus Ordnung. Noch immer fordern unterschiedliche \u00c4mter bei den Unternehmen die immer wieder gleiche Information in unterschiedlichen Formaten und Zusammenh\u00e4ngen ein, anstatt sich kantonsintern zu koordinieren. Was im Handelsregister gespeichert ist, muss f\u00fcr die Steuererkl\u00e4rung wieder neu angegeben werden, ebenso wie jene Information, die die Sozialversicherungsanstalt ohnehin gespeichert hat. Es scheint, dass die Automatisierung und Vereinfachung der Beh\u00f6rdenkontakte prim\u00e4r eine schier unl\u00f6sbare Koordinationsaufgabe innerhalb der \u00f6ffentlichen Verwaltung ist &#8211; ein Kampf der E-Government-Verantwortlichen gegen die eigenen Instanzen. Dr\u00fccken wir ihnen die Daumen, dass sie diesen Kampf in absehbarer Zeit gewinnen werden!&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a class=\"inline-footnote__anchor\">Kasten 1: Der Verein eCH<\/a> Der Verein eCH erleichtert die elektronische Zusammenarbeit von Beh\u00f6rden untereinander und mit Dritten, indem entsprechende Standards verabschiedet und koordiniert werden. Die verabschiedeten Standards haben den Charakter von Empfehlungen. Der Verein ist eine Public-Private-Partnership, die in themenbezogene Arbeitsgruppen gegliedert ist. Nebst den Standards werden auch Musterl\u00f6sungen und weitere Empfehlungen publiziert. Bislang hat eCH 7 Standards, 10 Musterl\u00f6sungen und 5 Hilfsmittel publiziert. Internet: <a href=\"http:\/\/www.ech.ch\">www.ech.ch<\/a> .&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a class=\"inline-footnote__anchor\">Kasten 2: E-Government-Trendbarometer<\/a> Seit 2004 ver\u00f6ffentlicht die Berner Fachhochschule mit Unisys j\u00e4hrlich das Trendbarometer, das die Kundensicht des E-Government abfragt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Heide Br\u00fccher werden gut 1000 repr\u00e4sentativ ausgew\u00e4hlte Personen in der ganzen Schweiz telefonisch befragt. Die Studie kann auf der Website von Unisys Schweiz ( <a href=\"http:\/\/www.unisys.ch\">www.unisys.ch<\/a> ) abgerufen werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a class=\"inline-footnote__anchor\">Kasten 3: E-Government-Barometer<\/a> Seit 2002 erhebt die Universit\u00e4t St. Gallen j\u00e4hrlich das E-Government-Barometer, das die Anbietersicht des E-Government abfragt (ab 2006 im Zweijahresrhythmus). Unter der Leitung von Prof. Dr. Kuno Schedler werden s\u00e4mtliche Gemeinden sowie kantonale und Bundes\u00e4mter der Schweiz schriftlich befragt. Die R\u00fccklaufquote betr\u00e4gt gut 25%. Die Studie kann auf der Website des IDT-HSG (www.electronic-government.ch) abgerufen werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a class=\"inline-footnote__anchor\">Kasten 4: Literatur<\/a> &#8211; Br\u00fccher, Heide, Stefanie Binswanger et al. (2005). 2. E-Government Trendbarometer. Nutzen und Trends aus B\u00fcrgersicht. Bern, Berner Fachhochschule &amp; Unisys.- Cap Gemini Ernst &amp; Young (2005). Online Availability of Public Services: How Does Europe Progress? Report of the Fifth Measurement October 2004. Br\u00fcssel, European Commission DG Information Society.- Dutta, Soumitra, und Augusto Lopez-Claros, Eds. (2005). The Global Information Technology Report. Efficiency in an Increasingly Connected World. Houndmills, Palgrave Macmillan.- Hristova, Ralitsa, und Kuno Schedler (2005). Digitales Aktenmanagement: Konzeptionelle Grundlagen, Entwicklungsstand auf kantonaler Verwaltungsebene in der Schweiz und internationale Initiativen. St.Gallen, IDT-HSG.- Schedler, Kuno, und Lukas Summermatter (2005). Electronic-Government-Barometer. Bericht zum Stand von E-Government in der Schweiz 2004. St.Gallen, IDT-HSG.- United Nations (2005). UN Global E-Government Readiness Report 2005. New York, United Nations.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz liegt im eEurope-Ranking in den hintersten R\u00e4ngen. Im internationalen Vergleich bietet sie nur sehr wenige staatliche Dienstleistungen online an. W\u00e4hrend der Ausbau von E-Government-Dienstleistungen hierzulande nur zaghaft vorangeht, ist in anderen L\u00e4ndern ein regelrechter E-Government-Boom auszumachen. Weshalb wird das vorhandene Potenzial in der Schweiz nicht ausgen\u00fctzt? Welche Hindernisse sind zu beseitigen? 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