{"id":125129,"date":"2006-02-01T12:00:00","date_gmt":"2006-02-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2006\/02\/scheidegger-16\/"},"modified":"2023-08-23T23:49:11","modified_gmt":"2023-08-23T21:49:11","slug":"scheidegger-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2006\/02\/scheidegger-15\/","title":{"rendered":"Vorschl\u00e4ge zu einer besseren Koordination der Landeswerbung"},"content":{"rendered":"<p>Mehrere staatliche und halbstaatliche Organisationen werben im Ausland f\u00fcr die Schweiz als Wirtschafts-, Kultur- und Lebensraum. Diese in der so genannten Landeswerbung t\u00e4tigen Akteure stehen seit geraumer Zeit unter Beschuss der eidgen\u00f6ssischen R\u00e4te. Der Bundesrat wurde in zwei Postulaten dazu aufgefordert, bis Ende 2005 bzw. 2006 einen Bericht mit einem Konzept f\u00fcr eine bessere Koordination der Landeswerbung vorzulegen. Im bundesr\u00e4tlichen Bericht werden vier Alternativen aufgezeigt, mit denen die Aktivit\u00e4ten zur Landeswerbung verst\u00e4rkt abgestimmt werden k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit dem unaufhaltsamen Globalisierungsprozess geht ein Wettbewerb zwischen den Standorten um mobile Produktionsfaktoren einher. Dabei sind &#8211; neben komparativen Faktorvorteilen &#8211; vor allem auch die staatlichen Rahmenbedingungen von Bedeutung. Die Staaten k\u00f6nnen sich im Standortwettbewerb profilieren, indem Regulierungen angepasst, Arbeitsm\u00e4rkte flexibel gestaltet sowie Mitarbeitende qualifiziert werden. Der Standortwettbewerb wird letztlich \u00fcber die Qualit\u00e4t der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gef\u00fchrt. Die Schweiz verf\u00fcgt im internationalen Vergleich alles in allem \u00fcber gute Rahmenbedingungen. Diese m\u00fcssen im Ausland vermarktet werden. Es braucht starke Promotionsinstrumente, welche die Vorz\u00fcge der Schweiz im Interesse von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik im Ausland bekannt machen.&#13;<\/p>\n<h2>Landeswerbung als Aufgabe des Bundes<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUnter Landeswerbung werden alle T\u00e4tigkeiten des Bundes verstanden, die dazu dienen, im Ausland f\u00fcr die Schweiz als Wirtschafts-, Kultur- und Lebensraum Verst\u00e4ndnis und Interesse zu wecken. Bei diesen T\u00e4tigkeiten handelt es sich um Promotionsmassnahmen des Bundes, die aufgrund unterschiedlicher Zwecke im Ausland eingesetzt werden. Gemeinsames Merkmal dieser T\u00e4tigkeiten ist der Kommunikationscharakter und die Tatsache, dass diese direkt und indirekt das Image unseres Landes im Ausland verbessern.\u00a0Das Landesimage entsteht grunds\u00e4tzlich als Koppelprodukt von Aktivit\u00e4ten von Unternehmen, des Staates und seiner B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. Bundesratsreisen ins Ausland, H\u00f6chstleistungen schweizerischer Spitzensportler, kulturelle Auftritte &#8211; sie alle pr\u00e4gen das Bild der Schweiz mit. Das allgemeine und grundlegende Image der Schweiz als Ganzes &#8211; gewissermassen die Summe aller Teilimages &#8211; ist tr\u00e4ge und kann nur schwer ver\u00e4ndert werden. Es ist emotionell geladen, von Stereotypen gepr\u00e4gt und durch Werbung nur wenig beeinflussbar. Das Landesimage muss in seiner Gesamtheit als gegeben betrachtet werden und ist nur in Teilbereichen ver\u00e4nderbar. \u00a0In spezifischen Teilbereichen unterst\u00fctzt der Bund Promotionsmassnahmen, die zu einem positiven Image der Schweiz im Ausland beitragen. Es handelt sich dabei um Massnahmen in den Bereichen der Landeskunde, der Standortpolitik, der Tourismuspolitik, der Kulturpflege und der Landwirtschaftspolitik. Bei diesen Massnahmen geht es um Anliegen wie beispielsweise die Gewinnung zus\u00e4tzlicher Besucherinnen und Besucher oder die Werbung f\u00fcr landwirtschaftliche Produkte. Sofern diese Promotionsanstrengungen erfolgreich sind, werfen sie gleichzeitig einen Nutzen f\u00fcr das Image der Schweiz ab. \u00a0Das gute Image der Schweiz im Ausland ist ein \u00f6ffentliches Gut, da niemand vom Nutzen ausgeschlossen werden kann. Die privaten Nutzniesser sind in der Regel deshalb auch nicht daran interessiert, f\u00fcr die Imagewerbung des Landes aufzukommen. Deshalb unterst\u00fctzt der Bund die T\u00e4tigkeiten im Bereich der Landeswerbung.&#13;<\/p>\n<h2>Instrumente der Landeswerbung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas bestehende Promotionsinstrumentarium des Bundes ist nach und nach entstanden. Es entspricht einerseits den Bed\u00fcrfnissen der verschiedenen Politikbereiche des Bundes. Andererseits tr\u00e4gt es der Tatsache Rechnung, dass es Werbung braucht, um die guten Rahmenbedingungen zu nutzen.\u00a0Aufgrund gesetzlicher Auftr\u00e4ge k\u00f6nnen folgende bundesstaatlich unterst\u00fctzten Institutionen der Landeswerbung im engeren Sinn zugeordnet werden: Pr\u00e4senz Schweiz, Pro Helvetia, Osec, Schweiz Tourismus, Standort:Schweiz, Agro-Marketing Schweiz, Swiss Wine Communication AG, Switzerland Cheese Marketing AG und Swissinfo.\u00a0Diese Institutionen sind aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen zu einer ziel- und wirkungsorientierten Promotion verpflichtet. Die Landeskunde von Pr\u00e4senz Schweiz soll \u00fcber die Schweiz informieren und \u00fcber die Beeinflussung von Sympathietr\u00e4gern Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Besonderheiten und die Kultur der Schweiz wecken. Die Standortpromotion Standort:Schweiz hat f\u00fcr die Ansiedlung von Unternehmen, Technologie- und Wissenschaftskooperationen und Investitionen aus dem Ausland zu sorgen. Die Exportf\u00f6rderung von Osec wird f\u00fcr die Internationalisierung der schweizerischen Klein- und Mittelunternehmen (KMU) eingesetzt. Die Tourismuswerbung von Schweiz Tourismus soll Besucherinnen und Besucher f\u00fcr die Schweiz als Reise-, Ferien- und Kongressland anziehen. Die landwirtschaftliche Absatzf\u00f6rderung hat die Produkte der Landwirtschaft im Ausland zu vermarkten. Pro Helvetia pflegt gem\u00e4ss gesetzlichem Auftrag die kulturellen Beziehungen mit dem Ausland, insbesondere durch Werbung um das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr schweizerisches Gedanken- und Kulturgut. Swissinfo hat den Kontakt zu den Auslandschweizern zu erleichtern und im Ausland die Pr\u00e4senz der Schweiz und das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr deren Anliegen zu f\u00f6rdern.&#13;<\/p>\n<h2>Finanzielle Mittel<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie erw\u00e4hnten Institutionen stehen alle unter der Aufsicht des Bundes und erhalten von diesem Finanzhilfen. Das globale Budget aller im Bereich der Landeswerbung im Ausland t\u00e4tigen Organisationen betr\u00e4gt gem\u00e4ss Voranschlag 2005 rund 143,2 Mio. Franken. Davon m\u00fcssen allerdings die Ausgaben abgezogen werden, die nicht eindeutig oder gar nicht der Landeswerbung zugeteilt werden k\u00f6nnen. So sorgt die Osec neben dem Produktmarketing im Ausland in erster Linie f\u00fcr die Exportf\u00f6rderung von KMU mit Informations-, Erstberatungs- und Messedienstleistungen in der Schweiz. Pro Helvetia f\u00f6rdert neben dem Auslandauftritt schweizerischer Kulturschaffender vor allem auch Kulturprojekte im Inland. \u00a0Im Sinne einer m\u00f6glichst weit gehenden Transparenz wurde aufgrund der Angaben der betroffenen Organisationen versucht, die f\u00fcr die Erschliessung von Synergiepotenzialen im Bereich der Koordination der Landeswerbung in Frage kommenden Anteile der Bundesbeitr\u00e4ge festzulegen. So wird beispielsweise bei den Messen der Osec im Ausland, die in erster Linie f\u00fcr die Kunden der Exportf\u00f6rderung organisiert werden, von einem Zusatznutzen f\u00fcr die Landeswerbung ausgegangen; dabei werden die anfallenden Kosten im Bereich der Promotion und des daf\u00fcr n\u00f6tigen Betriebes gesch\u00e4tzt. Bei anderen Organisationen mit Messet\u00e4tigkeiten wurde gleich vorgegangen.\u00a0Aufgrund dieser Vorgaben wurden die f\u00fcr die Koordination der Landeswerbung relevanten Anteile der Bundesbeitr\u00e4ge, die ein grunds\u00e4tzliches Synergiepotenzial in diesem Bereich aufweisen, auf rund 88 Mio. Franken gesch\u00e4tzt (vgl. <a title=\"Auftritt der Schweiz im Ausland: Ausgaben f\u00fcr die Landeswerbung\">Grafik 1<\/a>). Bei Schweiz Tourismus, Pr\u00e4senz Schweiz, Standort:Schweiz und Swissinfo wurde der Anteil der Bundesbeitr\u00e4ge mit Synergiepotenzial im Bereich der Landeswerbung auf 100% festgelegt. Bei allen anderen Institutionen und Organisationen, die nur zum Teil Promotionst\u00e4tigkeiten erbringen und deshalb einen geringeren Zusatznutzen f\u00fcr die Landeswerbung abwerfen, wurden lediglich die f\u00fcr die Koordination der Landeswerbung relevanten Anteile der Bundesbeitr\u00e4ge gesch\u00e4tzt. Die Bundesbeitr\u00e4ge sind nicht identisch mit den Gesamtbudgets der einzelnen Institutionen, da bei einzelnen Institutionen Beitr\u00e4ge Dritter hinzukommen.&#13;<\/p>\n<h2>Grenzen der bisherigen Koordination<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit der Schaffung von Pr\u00e4senz Schweiz im Jahre 2000 gewannen die Koordinationsanstrengungen in der Landeswerbung an Bedeutung. Bisher zeigte sich aber, dass sich eine materielle Koordination der Werbebotschaften aufgrund der Vielfalt der gesetzlichen Werbeauftr\u00e4ge kaum verwirklichen l\u00e4sst. Die bestehende materielle Koordination der einzelnen T\u00e4tigkeiten ist stark projektorientiert, strategisch aber nicht abgesprochen. Sie folgt in der Regel sektoriellen Interessen, was zu Einzelaktionen und programmatischem Aktionismus sowie zu Doppelspurigkeiten f\u00fchrt.\u00a0Es bestehen auch wenige Anreize, die betriebliche Zusammenarbeit zu st\u00e4rken. Jede Institution f\u00fchrt ihren eigenen Betriebsapparat und vergibt selbstst\u00e4ndig Auftr\u00e4ge an Dritte. So wurde beispielsweise der Internetauftritt mit einer Ausnahme durch jede einzelne Organisation unterschiedlich gel\u00f6st. Auch beim Einkauf \u00e4hnlicher G\u00fcter und Dienstleistungen wird nicht systematisch angestrebt, m\u00f6gliche Synergiepotenziale zu nutzen. Die unterschiedliche institutionelle Organisation f\u00fchrt zu einer mangelnden Vergleichbarkeit der Budgets und der Ausgaben der einzelnen Promotionsorganisationen. Es ist deshalb kaum m\u00f6glich, die Gesamtwirkung der eingesetzten Instrumente im Bereich der Landeswerbung zu beurteilen.&#13;<\/p>\n<h2>Varianten der verbesserten Koordination<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Bundesrat legt in seinem Bericht vom 9. Dezember 2005 \u00fcber die Koordination Landeswerbung vier organisatorische L\u00f6sungsvarianten vor, von denen vor allem die beiden am weitesten gehenden Integrationsvarianten die Koordination der Landeswerbung erheblich verst\u00e4rken w\u00fcrden.\u00a0In einer ersten L\u00f6sungsvariante w\u00fcrde die Koordination mit einem Kooperationsvertrag zwischen den im Kernbereich der Landeswerbung t\u00e4tigen Institutionen des Bundes verst\u00e4rkt. In einer zweiten L\u00f6sungsvariante w\u00fcrde f\u00fcr alle vom Bund finanzierten Organisationen eine Managementgesellschaft geschaffen, die eine einheitlichere F\u00fchrung gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnte. Die parlamentarischen Auftr\u00e4ge verlangen aber L\u00f6sungen mit einem st\u00e4rkeren Integrationsgrad als die soeben erw\u00e4hnten.&#13;<\/p>\n<h3>Integration Kernbereich<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Bericht wird deshalb als dritte und vierte L\u00f6sungsvariante die Schaffung einer vorl\u00e4ufig mit \u00abLandeswerbung Schweiz\u00bb bezeichneten Organisation vorgeschlagen. Diese beiden Varianten unterscheiden sich durch die unterschiedliche Anzahl der vom Bund finanzierten Organisationen, die unter einem gemeinsamen Dach zusammengelegt w\u00fcrden. Die neue Organisation k\u00f6nnte in einer schlanken Variante als \u00f6ffentlich-rechtliche K\u00f6rperschaft die Kernorganisationen im Bereich der Landeswerbung &#8211; Pr\u00e4senz Schweiz, Schweiz Tourismus, Standort:Schweiz und Swissinfo &#8211; zusammenf\u00fchren (vgl. <a title=\"Variante \u00abIntegration Kernbereich\u00bb\">Grafik 2<\/a>). Die neue Organisation w\u00e4re f\u00fcr das Tourismusmarketing, die Standortpromotion sowie die Landeskunde mit ihren multidisziplin\u00e4ren Projekten wie Weltausstellungen und die Informationsleistungen von Swissinfo zust\u00e4ndig. Sie m\u00fcsste vor allem auch f\u00fcr eine ganzheitliche Markenf\u00fchrung sorgen, die sowohl f\u00fcr die in die Organisation integrierten Institutionen als auch f\u00fcr alle anderen unter der \u00abMarke Schweiz\u00bb operierenden und vom Bund finanzierten Organisationen verbindlich w\u00e4re, insbesondere die Institutionen der Aussenhandelsf\u00f6rderung (Business Network Switzerland, BNS), der Landwirtschaft (LW) und der Kultur (Pro Helvetia).&#13;<\/p>\n<h3>Integration erweiterter Bereich<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nMit einer weitergehenden Variante k\u00f6nnten zus\u00e4tzlich auch die Osec, die Auslandsprogramme von Pro Helvetia sowie Swiss Wine Communication AG, Switzerland Cheese Marketing AG und Agro-Marketing Schweiz integriert werden (vgl. <a title=\"Variante \u00abIntegration erweiterter Bereich\u00bb\">Grafik 3<\/a>). Diese L\u00f6sung w\u00fcrde eine flexible organisatorische Gestaltung der einzelnen Fachabteilungen der Gesellschaft erm\u00f6glichen. So k\u00f6nnten die heute bestehenden T\u00e4tigkeiten im Netzwerk der Landeswerbung zu drei gr\u00f6sseren Abteilungen zusammengefasst werden: \u00a0&#8211; im Bereich des Produktmarketings eine Abteilung \u00abTourismus- und Landwirtschaftsmarketing\u00bb; \u00a0&#8211; im Bereich der Ansiedlung und Internationalisierung von Unternehmen eine Abteilung \u00abExportf\u00f6rderung und Standortpromotion\u00bb; \u00a0&#8211; im Bereich der Imagewerbung eine Abteilung \u00abLandeskunde, Information, multidisziplin\u00e4re Projekte und Auslandprogramme Kultur\u00bb. \u00a0 \u00a0Auch bei diesem Gesch\u00e4ftsmodell w\u00fcrde die Gesch\u00e4ftsleitung der Gesellschaft f\u00fcr die Markenf\u00fchrung sorgen und den einzelnen spezialisierten Divisionen die daf\u00fcr notwendigen Kommunikationsmittel zentral zur Verf\u00fcgung stellen. Sie w\u00fcrde zudem die zentralen Dienste oder Management-Services f\u00fchren und f\u00fcr ein schlagkr\u00e4ftiges und koordiniertes Aussennetz sorgen.\u00a0Beide hier sehr grob skizzierten Integrationsvarianten entsprechen den Anliegen der eidgen\u00f6ssischen R\u00e4te. Die Variante \u00abIntegration Kernbereich\u00bb w\u00fcrde grosse Wirkung erzielen, da die Organisationen mit ausschliesslicher T\u00e4tigkeit im Bereich der Kommunikation mit ihren Teilbereichen Information, Werbung und \u00d6ffentlichkeitsarbeit in einer neuen Gesellschaft zusammengef\u00fchrt w\u00fcrden. Diese k\u00f6nnte mit einer konsequenten Markenf\u00fchrung und anzubietenden Dienstleistungen im Bereich der Kommunikation und der zentralen Dienste auch starke Anreize f\u00fcr die Zusammenarbeit mit den Organisationen schaffen, die nicht in die neue Promotionsorganisation integriert w\u00fcrden. Das Synergiepotenzial w\u00e4re erheblich. Es w\u00fcrde eine schlanke Organisation mit einheitlicher F\u00fchrung und straffer Aufsicht geschaffen. \u00a0Die Variante \u00abIntegration erweiterter Bereich\u00bb w\u00fcrde s\u00e4mtliche Promotionst\u00e4tigkeiten des Bundes in einer einzigen Organisation zusammenf\u00fchren. Sie w\u00fcrde die gr\u00f6ssten Synergiepotenziale erzielen. Im Falle dieser L\u00f6sung k\u00f6nnten gewisse T\u00e4tigkeiten am ehesten reduziert werden. Sie w\u00fcrde allerdings zu Wirkungsverlusten f\u00fchren, da beispielsweise bei einer Integration der Auslandprogramme von Pro Helvetia neue Schnittstellenprobleme zu den \u00fcbrigen T\u00e4tigkeiten dieser Organisation entst\u00fcnden. Privatisierte landwirtschaftliche Absatzf\u00f6rderungsorganisationen m\u00fcssten wieder in eine staatliche, vom Bund wesentlich mitgestaltete Institution eingef\u00fchrt werden. Bei dieser L\u00f6sung w\u00e4ren F\u00fchrung und politische Aufsicht besonders anspruchsvoll. Die Umsetzung dieser am weitesten gehenden Variante w\u00e4re eine grosse organisatorische Herausforderung, die kostspielig w\u00e4re und viel Zeit in Anspruch nehmen d\u00fcrfte.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAlles in allem kommt die leichter umsetzbare Variante \u00abIntegration Kernbereich\u00bb den Anliegen des st\u00e4nder\u00e4tlichen Postulats n\u00e4her. Die Variante \u00abIntegration erweiterter Bereich\u00bb entspricht mehr den nationalr\u00e4tlichen Forderungen, bringt aber gr\u00f6ssere Risiken bei der Umsetzung mit sich. Beide Integrationsvarianten w\u00fcrden die Wirkung der Werbung f\u00fcr die Schweiz verst\u00e4rken und gr\u00f6ssere Synergien freisetzen. Sie w\u00e4ren aber auch mit rechtlichen, organisatorischen und politischen Herausforderungen verbunden. \u00a0F\u00fcr die rechtliche Umsetzung der vorgeschlagenen Varianten w\u00e4re der Erlass eines Rahmengesetzes erforderlich, das Zweck, Organisation, Finanzierung und Aufsicht der neuen Organisation regeln m\u00fcsste. Der Bundesrat rechnet damit, dass eine solche Vorlage von den eidgen\u00f6ssischen R\u00e4ten fr\u00fchestens Ende 2008 verabschiedet werden k\u00f6nnte.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a title=\"Auftritt der Schweiz im Ausland: Ausgaben f\u00fcr die Landeswerbung\">Grafik 1 \u00abAuftritt der Schweiz im Ausland: Ausgaben f\u00fcr die Landeswerbung\u00bb<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a title=\"Variante \u00abIntegration Kernbereich\u00bb\">Grafik 2 \u00abVariante \u00abIntegration Kernbereich\u00bb\u00bb<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a title=\"Variante \u00abIntegration erweiterter Bereich\u00bb\">Grafik 3 \u00abVariante \u00abIntegration erweiterter Bereich\u00bb\u00bb<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a class=\"inline-footnote__anchor\">Kasten 1: Eindeutige parlamentarische Forderungen<\/a> Das Postulat der Kommission f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben des St\u00e4nderates (WAK-S) vom 30. M\u00e4rz 2004 (04.3199) im Wortlaut:\u00abDer Bundesrat wird eingeladen, ein neues Konzept und allf\u00e4llige Massnahmen f\u00fcr eine koordinierte Landeswerbung vorzulegen. Dabei sind unter der Federf\u00fchrung des <a href=\"http:\/\/www.evd.admin.ch\/\">EVD<\/a> folgende Aspekte zu er\u00f6rtern und bis Ende 2006 in einem Bericht an die eidgen\u00f6ssischen R\u00e4te zusammenzufassen:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEs ist darzulegen, wie aufgrund des immer h\u00e4rter werdenden Standortwettbewerbs die Anstrengungen der heute von mehreren vom Bund gest\u00fctzten Institutionen durchgef\u00fchrten Landeswerbung besser geb\u00fcndelt werden k\u00f6nnten; es ist zu \u00fcberlegen, wie die einzelnen staatlichen und halbstaatlichen Werbestellen, insbesondere Schweiz Tourismus, Standort:Schweiz und Pr\u00e4senz Schweiz, sowie ihr Mitteleinsatz besser koordiniert werden k\u00f6nnten;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nes soll aufgezeigt werden, wie dieses Konzept unter der Federf\u00fchrung des <a href=\"http:\/\/www.evd.admin.ch\/\">EVD<\/a> m\u00f6glichst umgehend umgesetzt werden k\u00f6nnte.\u00bb Das Postulat der Kommission f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates (WAK-N) vom 24. August 2004 (04.3434) im Wortlaut: \u00abDer Bundesrat wird eingeladen, den eidgen\u00f6ssischen R\u00e4ten in Form eines Berichtes ein Konzept f\u00fcr eine koordinierte Landeswerbung der Schweiz bis sp\u00e4testens Ende 2005 vorzulegen. Das Konzept hat s\u00e4mtliche staatlichen Marketingmassnahmen, seien diese kultureller, politischer oder wirtschaftlicher Natur, inklusive Produktf\u00f6rderungsmassnahmen einzubeziehen. Es sind alle vom Bund gest\u00fctzten Institutionen &#8211; insbesondere Schweiz Tourismus, Standort:Schweiz, Pr\u00e4senz Schweiz, Osec, Pro Helvetia &#8211; in das Konzept Gesamtkoordination Landeswerbung Schweiz einzubeziehen. Die Zielsetzungen des Konzeptes sind folgende:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie vom Bund eingesetzten Mittel sind ziel- und wirkungsorientiert einzusetzen; aufgrund der desolaten Finanzsituation des Bundes sind auch gewisse Aufgaben des Bundes zu reduzieren, was dank einer klaren Koordination und einer damit einhergehenden Effizienzsteigerung erreicht werden kann;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nklare Unterstellung unter ein Departement und eindeutige F\u00fchrungsstruktur;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nPr\u00fcfung des Einbezugs von Privaten (Verb\u00e4nden) in die organisatorische Umsetzung des Konzepts angemessen ihrer eingebrachten Eigenleistung.\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehrere staatliche und halbstaatliche Organisationen werben im Ausland f\u00fcr die Schweiz als Wirtschafts-, Kultur- und Lebensraum. Diese in der so genannten Landeswerbung t\u00e4tigen Akteure stehen seit geraumer Zeit unter Beschuss der eidgen\u00f6ssischen R\u00e4te. 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