{"id":125158,"date":"2005-12-01T12:00:00","date_gmt":"2005-12-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2006\/01\/jaumotte-pain-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:49:17","modified_gmt":"2023-08-23T21:49:17","slug":"jaumotte-pain","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2005\/12\/jaumotte-pain\/","title":{"rendered":"Determinanten der Innovationst\u00e4tigkeit &#8211; Ergebnisse l\u00e4ndervergleichender OECD-Studien"},"content":{"rendered":"<p>Innovation ist ein zentrales wirtschaftspolitisches Anliegen, bringt sie doch langfristig gr\u00f6ssere Wachstumsm\u00f6glichkeiten. In einer Reihe von Studien haben die Autoren die Hauptdeterminanten der Innovation identifiziert. Dabei st\u00fctzten sie sich auf empirische Daten von rund 20 OECD-L\u00e4ndern, die sich \u00fcber den Zeitraum von 1982 bis 2001 erstrecken. Die Studien zeigen, dass die Rahmenbedingungen (Wettbewerb, internationale \u00d6ffnung und Verf\u00fcgbarkeit von Finanzmitteln) mindestens so wichtig sind wie die eigentliche Innovationspolitik, das heisst die F\u00f6rderung der privaten Forschung, die Finanzierung der Grundlagenforschung, die Beg\u00fcnstigung des Wissenstransfers zwischen Hochschulen und Unternehmen sowie die Sicherstellung einer qualitativ ausgewiesenen Hochschulbildung. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/1134652548_04_Jaumotte-Pain01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"254\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit der Lissabonner Strategie hat sich die Europ\u00e4ische Union (EU) das Ziel gesetzt, das europ\u00e4ische Wachstum zu dynamisieren. In diesem Kontext sollen die EU-Mitgliedsl\u00e4nder ihre Ausgaben f\u00fcr Forschung und Entwicklung (F&amp;E) bis 2010 auf 3% des Bruttoinlandprodukts (BIP) anheben. Andere L\u00e4nder verfolgen \u00e4hnliche Ziele. Innovation ist aber ein Konzept, das weit \u00fcber den Rahmen der F&amp;E-Ausgaben hinausreicht. Rein technisch betrachtet ist Innovation die Einf\u00fchrung eines neuen oder zumindest deutlich verbesserten Produkts oder Verfahrens. F&amp;E-Aktivit\u00e4ten, Patentanmeldungen oder die Nutzung anderer Schutzmechanismen f\u00fcr Erfindungen bilden Zwischenstufen des Innovationsprozesses und f\u00fchren nicht unbedingt zur Einf\u00fchrung neuer Produkte oder Verfahren. Zur Innovation geh\u00f6rt auch die \u00dcbernahme von im Ausland realisierten Erfindungen, was nicht in der inl\u00e4ndischen F&amp;E- bzw. Patentstatistik erscheint. Die j\u00fcngste Innovationsforschung hat zur Entwicklung neuer, umfassenderer Indikatoren gef\u00fchrt, die einen st\u00e4rkeren Bezug zum Endprodukt der Innovation aufweisen. Die neuen Studien erweitern die Messung der Innovationsinputs und des Erfinderschutzes. Sie ber\u00fccksichtigen neben der F&amp;E auch den f\u00fcr Innovationszwecke notwendigen Erwerb von Spezialmaschinen sowie die Ausbildung und den Beizug von Fremdwissen. Zudem liefern sie Daten zum Anteil von Unternehmen, die ein neues Produkt oder Verfahren eingef\u00fchrt haben, sowie zum Anteil neuer Produkte am Umsatz der betreffenden Unternehmen. Diese Messungen sind allerdings mit gewissen Unzul\u00e4nglichkeiten behaftet, da die Neuartigkeit eines Produkts oder Verfahrens der Einsch\u00e4tzung des Unternehmens selbst \u00fcberlassen ist &#8211; eine Einsch\u00e4tzung, die \u00fcberdies von kulturellen Unterschieden beeinflusst wird. Immerhin geht aus der OECD-Studie hervor, dass eine enge Beziehung zwischen F&amp;E, Patentanmeldungen und Innovation besteht. Zu den innovativsten L\u00e4ndern geh\u00f6ren Schweden, Finnland, Japan, die USA und die Schweiz (vgl. Grafiken 1 und 2).&#13;<\/p>\n<h2>G\u00fcnstige Rahmenbedingungen f\u00fcr Innovation<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine rege Innovationst\u00e4tigkeit geht h\u00e4ufig einher mit kr\u00e4ftigem Wirtschaftswachstum, geringer Inflation, einem realen Wechselkurs, der eine gute Wettbewerbsf\u00e4higkeit widerspiegelt, sowie mit niedrigen Realzinsen. Letztere haben einen direkten Einfluss auf die (Opportunit\u00e4ts-)Kosten f\u00fcr F&amp;E-Ausgaben. Ein Vergleich von Innovationsleistungen und Politik der OECD-L\u00e4nder l\u00e4sst erkennen, dass auch andere Faktoren von entscheidender Bedeutung sind &#8211; insbesondere Wettbewerb, internationale \u00d6ffnung und Zugang zu Kapital.&#13;<\/p>\n<h3>Wettbewerb und Innovation<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Theorie ist die Beziehung zwischen Wettbewerb und Innovation ambivalent. Ein Unternehmen ist innovativ, um sich von der Konkurrenz abzuheben oder ihr zuvorzukommen. Bei sehr intensivem Wettbewerb kann die potenzielle Innovationsrendite allerdings derart gering sein, dass sich eine Investition in F&amp;E nicht mehr lohnt; abgesehen davon schm\u00e4lert der Wettbewerb die Margen und damit die zur Finanzierung von Innovationen verf\u00fcgbaren Eigenmittel. In der Praxis hat der Wettbewerb aber einen klar positiven Effekt auf die Innovation &#8211; unabh\u00e4ngig davon, ob die Wirkung auf F&amp;E, auf Patentanmeldungen oder auf den Anteil innovativer Unternehmen gemessen wird.1 Die schwache Produktmarktregulierung in Australien, den USA und Grossbritannien erh\u00f6ht die F&amp;E-Intensit\u00e4t um 10% gegen-\u00fcber dem OECD-Durchschnitt.<a class=\"inline-footnote__anchor\">2<\/a> Die hier angegebenen&nbsp;%-Werte beziehen sich auf eine Skala, in der 100% dem OECD-Durchschnitt der F&amp;E-Ausgaben entspricht. Die strenge Produktmarktregulierung in der Schweiz hingegen induziert &#8211; im Vergleich zum OECD-Mittel &#8211; eine um 5% niedrigere F&amp;E-Intensit\u00e4t. Die Arbeitsmarktregulierung scheint sich ihrerseits eher auf die Art und weniger auf die Quantit\u00e4t der Innovationen auszuwirken. Bei einer geringen Flexibilit\u00e4t des Produktionsfaktors Arbeit neigen die Unternehmen zu mehr Verfahrensinnovationen, indem sie die spezifischen Kompetenzen ihrer Arbeitnehmer ausnutzen. Dies hat zwar keinen Einfluss auf die F&amp;E-Ausgaben und den entsprechenden Anteil innovierender Firmen, schl\u00e4gt sich aber in einer geringeren Zahl von Patentanmeldungen nieder, da Patente zum Schutz von Verfahrensinnovationen weniger geeignet sind.&#13;<\/p>\n<h3>Internationale \u00d6ffnung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie internationale \u00d6ffnung verst\u00e4rkt nicht nur den Wettbewerb auf den betroffenen Binnenm\u00e4rkten, sondern erm\u00f6glicht auch den Zugang zu den im Ausland realisierten Erfindungen. Der Zugang kann verschiedene Formen annehmen &#8211; von der einfachen Informationsvermittlung, dem G\u00fcter- und Dienstleistungsaustausch sowie ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen bis hin zur Mobilit\u00e4t der Forschenden. Aus der OECD-Studie geht hervor, dass ein Anstieg des im Ausland erschliessbaren Wissens die F&amp;E-Ausgaben und die inl\u00e4ndischen Patentanmeldungen stimuliert. Dieser Effekt ist umso st\u00e4rker, je h\u00f6her die Absorptionsf\u00e4higkeit in Bezug auf Fremdwissen &#8211; gemessen an der Anzahl Forschender im Bereich der inl\u00e4ndischen F&amp;E &#8211; ist.<a class=\"inline-footnote__anchor\">3<\/a> F\u00fcr ein gegebenes Jahr errechnet sich der Vorrat an Fremdwissen als gewichtete Summe des F&amp;E-Kapitalstocks der erfassten L\u00e4nder, wobei die Gewichtung auf den Importen der beteiligten L\u00e4nder beruht. L\u00e4nder wie Belgien, Irland, die Niederlande und die Schweiz profitieren besonders von internationaler \u00d6ffnung.&#13;<\/p>\n<h3>Finanzierung &#8211; ein heikles Problem<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nInnovationen werden haupts\u00e4chlich mit Eigenkapital finanziert. Denn das damit verbundene hohe Risiko und die asymmetrische Informationsverteilung zwischen Kreditgebern und -nehmern machen die externe Finanzierung teuer. Die Aktienfinanzierung &#8211; insbesondere das Risikokapital &#8211; eignet sich am besten f\u00fcr Innovationen. Risikoinvestoren zeichnen sich zumeist durch ein grosses Fachwissen aus; dies verringert die Informationsasymmetrie und erlaubt den Investoren \u00fcberdies, die Unternehmen zu beraten. Die OECD-Studie zeigt, dass die Innovationsleistung mit der Rentabilit\u00e4t der Unternehmen und der H\u00f6he der B\u00f6rsenkapitalisierung steigt; eine Zunahme des Risikokapitals geht mit abnehmenden Finanzierungsengp\u00e4ssen von Innovationen einher. Auf Grundlage dieser Indikatoren &#8211; und unter Ausschluss des Risikokapitals &#8211; geh\u00f6ren Norwegen, Grossbritannien und die Schweiz zu den L\u00e4ndern mit den innovationsfreundlichsten Finanzierungsbedingungen. Die F&amp;E-Intensit\u00e4t dieser L\u00e4nder erh\u00f6ht sich aus diesem Grund um mehr als 10%. \u00d6sterreich und D\u00e4nemark weisen die ung\u00fcnstigsten Finanzierungsbedingungen auf. Allerdings bewegt sich das Risikokapital in der Schweiz gegen\u00fcber den USA, Grossbritannien oder anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern auf einem bescheidenen Niveau.&#13;<\/p>\n<h2>Gestaltung eines innovationsfreundlichen Umfelds<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEinige innovationspolitische Massnahmen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Die OECD-Studien zeigen, dass die \u00f6ffentliche Forschung ausserordentlich innovationsf\u00f6rdernd ist. Besonders die Grundlagenforschung ist eine bedeutende Quelle wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts, der den Unternehmen neue M\u00f6glichkeiten der angewandten Forschung er\u00f6ffnet. Die Grundlagenforschung ist oft auf die Unterst\u00fctzung der \u00f6ffentlichen Hand angewiesen, weil die kommerziellen Verwertungsm\u00f6glichkeiten ungewiss und erst nach geraumer Zeit erschliessbar sind. Der Nettoeffekt der \u00f6ffentlichen Forschung auf die private F&amp;E ist klar positiv, auch wenn ein gewisses Konkurrenzverh\u00e4ltnis zwischen \u00f6ffentlicher und privater Forschung besteht. Das f\u00fchrt bei mehr \u00f6ffentlicher Forschung zu einem tendenziell h\u00f6heren Lohnniveau bei den Forschungskr\u00e4ften. In Schweden und Finnland, deren \u00f6ffentliche Forschung um rund 25% \u00fcber dem OECD-Mittel liegt, sind positive Wirkungen auf die F&amp;E-Intensit\u00e4t der Privatwirtschaft auszumachen; die Schweiz bewegt sich bez\u00fcglich der \u00f6ffentlichen Forschungst\u00e4tigkeit im Durchschnittsbereich.&#13;<\/p>\n<h3>Verbesserte Effizienz der \u00f6ffentlichen Forschung notwendig<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEin guter Austausch zwischen Wissenschaft und Unternehmen verbessert entscheidend die Wirkung der \u00f6ffentlichen Forschung. Mehrere L\u00e4nder haben die entsprechenden Initiativen verst\u00e4rkt. So werden etwa die Universit\u00e4ten dazu ermutigt, aktiver von ihren geistigen Eigentumsrechten Gebrauch zu machen. Viele L\u00e4nder schaffen Stellen f\u00fcr den Technologietransfer, um die kommerzielle Verwertung ihrer Erfindungen zu beg\u00fcnstigen. Ausserdem versuchen zahlreiche L\u00e4nder, die Kooperation zwischen den Universit\u00e4ten und den Unternehmen bei der Entwicklung neuer Produkte oder Verfahren zu erh\u00f6hen, so etwa \u00fcber die finanzielle Unterst\u00fctzung von Kooperationsprojekten. In der Schweiz wird diese Aufgabe von der F\u00f6rderagentur f\u00fcr Innovation KTI wahrgenommen. Die Beziehungen zwischen Universit\u00e4ten und Unternehmen sind schwer messbar. Doch best\u00e4tigt die OECD-Studie anhand eines Teilindikators &#8211; dem Anteil der \u00f6ffentlichen F&amp;E, die durch den Privatsektor finanziert wird -, dass engere Beziehungen zwischen den Hochschulen und dem Privatsektor die Forschungsaktivit\u00e4t der Unternehmen tendenziell stimulieren.&#13;<\/p>\n<h3>Beschr\u00e4nkter Einfluss direkter Finanzbeihilfen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie meisten L\u00e4nder unterst\u00fctzen die privaten Forschungsaktivit\u00e4ten mit direkten Finanzierungshilfen in Form von Steueranreizen oder Subventionen. Dies mag aus theoretischer Sicht in bestimmten F\u00e4llen gerechtfertigt sein.<a class=\"inline-footnote__anchor\">4<\/a> F\u00fcr ein gegebenes Jahr errechnet sich der Vorrat an Fremdwissen als gewichtete Summe des F&amp;E-Kapitalstocks der erfassten L\u00e4nder, wobei die Gewichtung auf den Importen der beteiligten L\u00e4nder beruht. In der Praxis erweist sich die Bewertung der Effizienz dieser Beihilfen allerdings als problematisch. So ist eine positive Korrelation zwischen Direktsubventionen und F&amp;E der Unternehmen nicht unbedingt auf die F\u00f6rderung zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern kann vielmehr einfach die Tatsache widerspiegeln, dass die Beh\u00f6rden bevorzugt Unternehmen unterst\u00fctzen, die bereits in F&amp;E erfolgreich sind. Zudem ist bei der positiven Korrelation zwischen den Steueranreizen f\u00fcr Innovationen und der privaten Forschung zu ber\u00fccksichtigen, dass die Unternehmen &#8211; zumindest teilweise &#8211; gewisse Ausgaben als Forschung deklarieren, um von den Steuerabz\u00fcgen oder Steuerkrediten zu profitieren. Die OECD-Studie zeigt, dass die direkte Hilfe einen positiven, wenn auch meist eher bescheidenen Einfluss auf die private F&amp;E hat. Dabei sind Steueranreize effizienter als Direktsubventionen; bei Unternehmen mit geringer Rentabilit\u00e4t steigt allerdings die Wirkung von Direktsubventionen. Zudem generieren sowohl Steueranreize wie auch Direktsubventionen \u00f6ffentliche Kosten, die entweder durch Steuererh\u00f6hungen oder Ausgabensenkungen in anderen Bereichen finanziert werden m\u00fcssen. Verschiedene L\u00e4nder mit einem tiefen Niveau \u00f6ffentlicher Direkthilfen &#8211; darunter auch die Schweiz &#8211; geh\u00f6ren zu den L\u00e4ndern mit den h\u00f6chsten F&amp;E-Intensit\u00e4tsraten.&#13;<\/p>\n<h3>Schutz des geistigen Eigentums<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Rechte geistigen Eigentums (IPR) gelten als wichtiger Innovationsstimulus, da sie dem Innovator eine gewisse Aneignung seiner Innovation gew\u00e4hrleisten. Ausserdem beg\u00fcnstigen sie den Wissenstransfer und tragen somit zur Vermeidung doppelter Forschungsanstrengungen bei, da Forschende ihre Erfindungen sonst wohl geheim halten w\u00fcrden. Der Schutz der IPR hat sich tendenziell verst\u00e4rkt; unter den OECD-L\u00e4ndern l\u00e4sst sich eine gewisse Konvergenz beobachten. Allerdings ist die Beziehung zwischen IPR und Innovation komplex. Ein \u00fcberm\u00e4ssiger Schutz durch IPR kann die Nutzung von Wissen und den Zugang zu Forschungsinstrumenten blockieren und damit einer Innovation im Wege stehen. Das betrifft insbesondere Bereiche wie Biotechnologie und Informations- und Kommunikationstechnologie, wo der Forschungsprozess kumulativ ist. Die OECD-Studie stellt die Berechtigung der IPR nicht in Frage, unterstreicht aber, dass kontraproduktive Auswirkungen auftreten k\u00f6nnen, wenn der Schutz durch IPR zu weit geht. Eine Verst\u00e4rkung der IPR erh\u00f6ht zwar die Patentanmeldungen deutlich, jedoch kaum die F&amp;E-T\u00e4tigkeit der Unternehmen. Mit anderen Worten: Die IPR motivieren die Unternehmen dazu, Patente anzumelden und\/oder ihre Forschung auf Aktivit\u00e4ten zu konzentrieren, die durch Patente gesch\u00fctzt werden; sie geben aber nur wenig Anreiz f\u00fcr eine Steigerung der Forschungsintensit\u00e4t. Ausserdem scheint eine Verst\u00e4rkung der IPR die Effizienz der Forschen-den &#8211; m\u00f6glicherweise aus den erw\u00e4hnten Gr\u00fcnden &#8211; zu beeintr\u00e4chtigen.&#13;<\/p>\n<h3>Verf\u00fcgbare personelle Forschungskapazit\u00e4ten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Personalkosten machen im Schnitt 50% der F&amp;E-Ausgaben aus. Der OECD-Studie zufolge richtet sich das Angebot an Forschenden einerseits nach dem durchschnittlichen Ausbildungsniveau der Bev\u00f6lkerung (je mehr Hochschulabsolventen, desto mehr Diplomierte in Naturwissenschaften und Ingenieurwesen), andererseits nach dem Lohngef\u00e4lle zwischen Diplomierten und Abg\u00e4ngern anderer Bildungsg\u00e4nge. L\u00e4nder mit besseren Lohnkonditionen f\u00fcr Wissenschafter ziehen mehr ausl\u00e4ndische Forschende an und verm\u00f6gen heimische Wissenschafter besser an sich zu binden. Grunds\u00e4tzlich besteht keine Veranlassung, in die Marktmechanismen einzugreifen, um die Verf\u00fcgbarkeit der Forschenden zu erh\u00f6hen. Es bleibt aber Aufgabe des Staates, f\u00fcr ein ausreichendes, effizientes und erstklassiges Bildungsangebot &#8211; ob \u00f6ffentlich oder privat &#8211; zu sorgen. Da die Ausbildung zum Wissenschafter oder Ingenieur mindestens 4-5 Jahre dauert, reagiert das Angebot an Forschenden auf die Marktsignale &#8211; d.h. die L\u00f6hne &#8211; erst um mehrere Jahre verz\u00f6gert. Somit besteht das Risiko, dass die zus\u00e4tzlich in die Forschung fliessenden finanziellen Mittel anf\u00e4nglich die L\u00f6hne der Forscher anheben, anstatt das Angebot an Forschern zu steigern. Die M\u00f6glichkeiten, die F&amp;E-Intensit\u00e4t einer Volkswirtschaft rasch zu erh\u00f6hen, sind also begrenzt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a class=\"inline-footnote__anchor\">Kasten 1: Literaturhinweise<\/a> &#8211; Jaumotte, F. and Pain, N. (2005): Innovation Policies: Innovation in the Business Sector, in: OECD Economics Department Working Paper, Paris (erscheint demn\u00e4chst).- Jaumotte, F. and Pain, N. (2005): An Overview of Public Policies to Support Innovation, in: OECD Economics Department Working Paper, Paris (erscheint demn\u00e4chst).- Jaumotte, F. and Pain, N. (2005): From Ideas to Development: The Determinants of R&amp;D and Patenting, in: OECD Economics Department Working Paper, Paris (erscheint demn\u00e4chst). &#8211; Jaumotte, F. and Pain, N. (2005): From Innovation Development to Implementation: Evidence from the Community Innovation Survey, in: OECD Economics Department Working Paper, Paris (erscheint demn\u00e4chst).- OCDE (2003): Les sources de la croissance \u00e9conomique dans les pays de l&#8217;OCDE, Paris.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innovation ist ein zentrales wirtschaftspolitisches Anliegen, bringt sie doch langfristig gr\u00f6ssere Wachstumsm\u00f6glichkeiten. 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