{"id":125168,"date":"2005-12-01T12:00:00","date_gmt":"2005-12-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2006\/01\/de-chambrier-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:50:07","modified_gmt":"2023-08-23T21:50:07","slug":"de-chambrier-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2005\/12\/de-chambrier-3\/","title":{"rendered":"Sind die Interessen von Bauleuten und Raumplanern vereinbar? Eine Pilotstudie"},"content":{"rendered":"<p>Bauleute betrachten die Raumplanungsvorschriften oft als zu einschr\u00e4nkend oder gar exzessiv. Aus der Sicht der Raumplaner entsprechen solche Vorschriften aber dem \u00f6ffentlichen Interesse. Um diesen Konflikt besser zu verstehen und zu entsch\u00e4rfen, hat das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (seco) eine Pilotstudie in Auftrag gegeben. Darin wurden die gesetzlichen Bestimmungen der Raumplanung in den 26 Kantonen verglichen und die Problemstellungen, die sich aus den gegens\u00e4tzlichen Interessen der beteiligten Akteure ergeben, identifiziert. Wichtigstes Ziel der Studie war es, aus der Vielzahl der L\u00f6sungsans\u00e4tze, die der Schweizer F\u00f6deralismus hervorgebracht hat, \u00abBest Practices\u00bb herauszusch\u00e4len.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIn der Studie wurde ein Raster der Anforderungen und Zw\u00e4nge entwickelt, mit denen Bauleute und Raumplaner konfrontiert sind. Darauf aufbauend schl\u00e4gt die Studie eine Methode zur Beurteilung der Planungsinstrumente vor und stellt Forschungsfelder zur Diskussion, die es zu vertiefen gilt. Eine zusammenfassende Tabelle im Anhang der Studie stellte die kantonalen planungsrechtlichen Unterschiede dar. Einzelne besonders interessante Ans\u00e4tze werden von den Autoren kurz diskutiert.&#13;<\/p>\n<h2>Beurteilung von Planungsinstrumenten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie bisherigen Studien zum Thema haben sich haupts\u00e4chlich mit administrativen und organisatorischen Umsetzungsproblemen des Bau- und Umweltrechts besch\u00e4ftigt. Der gew\u00e4hlte Ansatz ist daher in doppelter Hinsicht ein Besonderer. Zum einen werden die Beziehungen zwischen Raumplanung und Bauprojekt ins Zentrum des Interesses gestellt. Zum anderen soll die interne Diskussion im Kreis von Raumplanungsfachleuten durch den Einbezug von Bau- und Immobilienvertretern erweitert werden.\u00a0Ein Anspruch der Studie war es, die Problemstellung so zu pr\u00e4sentieren, dass eine gemeinsame Sprache zwischen Raumplanern und Bauleuten gefunden wird, die eine Basis f\u00fcr den Dialog bilden kann. Im ersten Schritt werden die verschiedenen Hindernisse f\u00fcr Bauprojekte erhoben: Es sind dies nicht oder teilweise erschlossenes Gel\u00e4nde, ung\u00fcnstige Parzellierung, zu einschr\u00e4nkende Umweltvorschriften, politische Entwicklungsvorstellungen, Einw\u00e4nde von Interessengruppen und Anwohnern. Zus\u00e4tzlich wird die planungsrechtliche Ausgangssituation ber\u00fccksichtigt. Aus der Kombination der F\u00e4lle ergeben sich vier verschiedene \u00abNachteile\u00bb: l\u00e4ngere Verfahrensdauer, Mehrkosten, eingeschr\u00e4nkte Gestaltungsfreiheit und Planungsunsicherheit. \u00a0Im zweiten Schritt wurden die eigentlichen Planungsinstrumente bez\u00fcglich folgender vier Anforderungen untersucht: planungstechnischer Nutzen, Schutz des \u00f6ffentlichen Interesses, institutionelle Angemessenheit und Vereinbarkeit mit demokratischen Rechten.&#13;<\/p>\n<h2>Forschungsfelder<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf der Basis dieser beiden Schnitte haben die Autoren vier Forschungsfelder definiert, die aus der Perspektive der Optimierung der Schnittstelle zwischen Raumplanung und Bauen vertieft werden sollen:\u00a0&#8211; Inhalt von Zonenpl\u00e4nen (Flexibilit\u00e4t bei Nachfrageumschw\u00fcngen, \u00dcberpr\u00fcfung des \u00f6ffentlichen Interesses, Integration von Umweltaspekten);\u00a0&#8211; Verbindung zwischen Richt- und Nutzungsplanung (regionale, Gemeindebzw. Quartierrichtpl\u00e4ne und Zonenplan);\u00a0&#8211; Geeignete Anwedung der Sondernutzungsplanpflicht und deren Inhalt; \u00a0&#8211; Erschliessungsplanung und Meliorationsverfahren.\u00a0\u00a0\u00dcber die konkreten Ziele hinaus hat die Studie den Handlungsbedarf in zwei Bereichen aufgezeigt: die Zweckm\u00e4ssigkeit der Planungsinstrumente und -verfahren im Verh\u00e4ltnis zu den Ressourcen der Vollzugsbeh\u00f6rden sowie die Mitwirkungsm\u00f6glichkeiten und demokratischen Rechtswege.\u00a0Die Studie schliesst mit dem Entwurf eines Fragebogens, der sich an die Bauherren richtet. Damit soll die Thematik im Bereich der praktischen Anwendung weiterentwickelt und eine bessere Kenntnis der Erfahrungen mit den Planungsanforderungen aus der Sicht der Bauleute erlangt werden. F\u00fcr 2006 plant das seco in Zusammenarbeit mit dem Bauforum &#8211; einer eidg. Expertenkommission &#8211; auf dieser Grundlage eine breite Befragung der betroffenen Akteure.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a class=\"inline-footnote__anchor\">Kasten 1: Angaben zur Studie<\/a> Urs Zuppinger, Christoph von Fischer (Urbaplan): Raumplanung und Bauprojekte, Pilotstudie, Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (SECO), 2005.Die Studie kann auf der Internetseite des seco heruntergeladen werden: <a href=\"http:\/\/www.seco.admin.ch\">www.seco.admin.ch<\/a> , Rubriken \u00abPublikationen\u00bb, \u00abStudien und Berichte\u00bb.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bauleute betrachten die Raumplanungsvorschriften oft als zu einschr\u00e4nkend oder gar exzessiv. Aus der Sicht der Raumplaner entsprechen solche Vorschriften aber dem \u00f6ffentlichen Interesse. Um diesen Konflikt besser zu verstehen und zu entsch\u00e4rfen, hat das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (seco) eine Pilotstudie in Auftrag gegeben. 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