{"id":125279,"date":"2005-11-01T12:00:00","date_gmt":"2005-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2005\/11\/jaeger-hellwig-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:49:40","modified_gmt":"2023-08-23T21:49:40","slug":"jaeger-hellwig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2005\/11\/jaeger-hellwig\/","title":{"rendered":"Attraktivit\u00e4t und Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweiz als KMU-Standort &#8211; Ergebnisse 2005"},"content":{"rendered":"<p>Wie steht es mit der Attraktivit\u00e4t und Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweiz als KMU-Standort aus der Sicht der Unternehmerinnen und Unternehmer? Zu dieser Frage werden seit 1998 die Teilnehmer des Intensivstudiums f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) an der Universit\u00e4t St. Gallen befragt. Die diesj\u00e4hrige Befragung zeigt, dass besonders im Bereich der Bauvorschriften, der Produkthaftung und der Verf\u00fcgbarkeit von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften standortpolitischer Handlungsbedarf besteht. Positiv beurteilt werden wie 2003 Arbeitsfriede und Arbeitsqualit\u00e4t sowie neu die H\u00f6he der Zinsen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nJedes Jahr nehmen zwischen 30 und 40 KMU-Eigner bzw. -F\u00fchrungskr\u00e4fte an der Befragung teil. Bei der Auswertung des Fragebogens ist zu beachten, dass eine gewisse Verzerrung der Untersuchungsresultate nicht ausgeschlossen werden kann, da die Teilnehmerstruktur positiv selektioniert ist und infolgedessen die Aussagen von \u00fcberdurchschnittlich erfolgreichen Unternehmen stammen. Im Zeitvergleich jedoch sind deswegen keine Verzerrungen zu erwarten. Damit k\u00f6nnen \u00fcber die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweiz als KMU-Standort immerhin einige wesentliche Tendenzaussagen auf Plausibilit\u00e4tsbasis formuliert werden. Siehe z.B. die Ranglisten in \u00abThe World Competitiveness Yearbook\u00bb, International Institute for Management Development, 2002, Lausanne.&#13;<\/p>\n<h2>Strukturelle Merkmale der befragten Unternehmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm ein Strukturbild der beteiligten Unternehmen zu vermitteln, werden die Unternehmen bez\u00fcglich folgender Merkmale unterteilt: \u00a0&#8211; Gr\u00f6ssenklasse;\u00a0&#8211; Branche;\u00a0&#8211; Exportanteil;\u00a0&#8211; Umsatzwachstum im Vergleich zum Branchendurchschnitt. \u00a0\u00a0Die Zahlenwerte beziehen sich auf die neueste Umfrage vom Fr\u00fchjahr 2005. Hinsichtlich der Gr\u00f6sse der Unternehmen wurde die gesamte Mitarbeitendenzahl im In- und Ausland erfasst. Es zeigte sich, dass jeweils knapp 40% der befragten Unternehmen in die zwei Klassen 10 bis 49 und 50 bis 249 Mitarbeitende fallen, w\u00e4hrend 8% nur \u00fcber 1 bis 9 Angestellte verf\u00fcgen. Hinsichtlich der Branchenzugeh\u00f6rigkeit Bei der Untersuchung der Branchen wurden Zwischenstufen der Noga-Unterabschnitte und Noga-Abteilungen verwendet. Vgl. Bundesamt f\u00fcr Statistik, 2003, Statistische Grundlagen und \u00dcbersicht: Nach Auswertung der Betriebsz\u00e4hlung 2001. Die Betriebsz\u00e4hlung 2005 hat am 30. September begonnen. \u00a0Verglichen mit den letzten Jahren ist der Exportanteil der befragten Unternehmen gering: Nur 43% t\u00e4tigen Exporte, die lediglich 25% des Umsatzes ausmachen. In den letzten Jahren gaben jeweils ca. zwei Drittel der befragten Unternehmen an, am Exportgesch\u00e4ft beteiligt zu sein, und bei mehr als einem Viertel machte das Exportgesch\u00e4ft mehr als die H\u00e4lfte der Ums\u00e4tze aus. Diese markante \u00c4nderung ist haupts\u00e4chlich auf den gr\u00f6sseren Anteil der Dienstleister zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Dienstleistungsbranchen exportieren weniger als der Industrie- und Bausektor.\u00a0Die Vermutung, dass es sich bei den befragten Unternehmen um vergleichsweise erfolgreiche KMU handelt, wird dadurch gest\u00fctzt, dass \u00fcber die H\u00e4lfte (56%) der befragten Unternehmen ihre Umsatzentwicklung im Vergleich zum Branchenmittel als \u00fcberdurchschnittlich beurteilen.&#13;<\/p>\n<h2>St\u00e4rke-Schw\u00e4che-Profil: Methodisches<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der Umfrage beurteilten die Teilnehmer die Standortfaktoren in der Schweiz mit Hilfe einer Matrix nach zwei Dimensionen. Zum einen konnte das Angebot eines Standortfaktors als schlecht, ausreichend oder gut bewertet werden, zum anderen wurde nach der Bedeutung des selben Faktors f\u00fcr das Unternehmen (unwichtig, wichtig oder sehr wichtig) gefragt. So ergeben sich neun m\u00f6gliche Antwortkombinationen. Die Felder 1-9 in Tabelle 1 entsprechen diesen Antwortkombinationen. Der Standortfaktor erscheint in der Darstellung in dem Feld mit den h\u00e4ufigsten Nennungen. Daneben steht die Prozentzahl, die besagt, wie viele Befragte, die eine Zuordnung vorgenommen haben, den Faktor diesem Feld zugeordnet haben. Beispielsweise beurteilten 50% das Lohnniveau als ausreichend\/wichtig. Keine andere der neun Antwortkombinationen wurde also bei diesem Faktor mit einer h\u00f6heren Prozentzahl gew\u00e4hlt. Der Faktor Bauvorschriften findet sich in zwei Feldern der Matrix wieder. Bei ihm wurden zwei Antwortkombinationen genau gleich oft genannt, wobei keine andere Antwortkombination \u00f6fter genannt wurde.\u00a0Zur Interpretation der neun Felder in der Profilmatrix ist Folgendes zu bemerken: Wird ein Standortfaktor als schlecht\/sehr wichtig eingesch\u00e4tzt, so ist dringendster standortpolitischer Handlungsbedarf geboten. Hier werden sehr akute Problemfelder sichtbar. Die Antwortkombinationen schlecht\/wichtig und ausreichend\/sehr wichtig weisen auf einen dringlichen standortpolitischen Handlungsbedarf in ernst zu nehmenden Problemfeldern hin. Standortbedingungen, die als ausreichend\/wichtig beurteilt werden, stellen weniger akute Probleme dar. Es besteht allerdings auch hier standortpolitischer Handlungsbedarf, wenn auch weniger dringlich. Standortbedingungen, die durch die restlichen Felder evaluiert werden, stellen keine Problemfelder dar. Standortpolitischer Handlungsbedarf besteht insofern, als daf\u00fcr zu sorgen ist, dass die betreffenden Standortvorteile erhalten bleiben oder sogar verbessert werden. Neben der Einordnung der Standortfaktoren spielt aber auch die Prozentzahl eine Rolle bei der Beurteilung des Ausmasses an Handlungsbedarf: Je gr\u00f6sser diese Zahl ist, desto gr\u00f6sser ist die \u00dcbereinstimmung bei der Zuordnung unter den befragten Unternehmen.&#13;<\/p>\n<h2>Problemfelder 2005<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZun\u00e4chst ist auff\u00e4llig, dass in der Matrix der Tabelle 1 das Feld 3 leer geblieben ist. Ob der Grund daf\u00fcr verbesserte Standortbedingungen sind oder sich die KMU-F\u00fchrungskr\u00e4fte mit den Vor- und Nachteilen des Standortes Schweiz arrangiert haben und folglich nicht mehr klagen, sei dahingestellt. Immerhin unterst\u00fctzt dieses Ergebnis die Aussage, dass \u00fcberdurchschnittlich erfolgreiche Unternehmen an der Umfrage teilgenommen haben.\u00a0Dem Bereich Bauvorschriften schreiben die Unternehmen dringlichen standortpolitischen Handlungsbedarf zu. Zwar haben nur 20% der befragten Unternehmer diesen Standortfaktor in das Feld 2 einsortiert, doch das macht den Handlungsbedarf nicht weniger dringlich, da die am st\u00e4rksten betroffenen Unternehmen aus dem Industrie-\/Bausektor in der Minderheit sind.\u00a0Sektoren\u00fcbergreifend werden die hohen Arbeitskosten (Lohnniveau, Lohnnebenkosten), das fiskalische Umfeld, das Bildungssystem und die Verf\u00fcgbarkeit von qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften kritisiert. Bei allen genannten Faktoren nahmen mindestens ein Drittel der befragten Unternehmer die gleiche Zuordnung vor. Die Dienstleistungsunternehmen scheint der Mangel an qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften besonders zu treffen: Bei der Auswertung der Matrix auf Grundlage der Dienstleister ordnen 35% diesen Faktor sogar in Feld 3 ein. \u00a0Auff\u00e4llig ist der Standortfaktor Produkthaftung: Er erh\u00e4lt die gr\u00f6sste Zustimmung von allen Faktoren. Fast die H\u00e4lfte der Unternehmer nahmen hier eine Zuordnung im Feld ausreichend\/wichtig im Jahr 2005 vor. Erst seit 2003 sehen die Unternehmer bei diesem verunsichernden Rechtsinstitut dringlichen standortpolitischen Handlungsbedarf. Bei den Unternehmen des Industrie- und Bausektors sind es sogar 67%.&#13;<\/p>\n<h2>Mehrj\u00e4hrige Betrachtung 1998-2005<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBetrachtet man die langj\u00e4hrigen Trends (vgl. Grafik 1), werden durchwegs die hohen Arbeitskosten, die Marktmacht der Abnehmer und die mangelnde Einbindung der KMU in den internationalen Arbeitsmarkt von den KMU seit 1998 regelm\u00e4ssig beklagt. Auff\u00e4llig ist, dass der Zugang zum Kapital- und Kreditmarkt in den letzten drei Jahren nicht mehr als akutes Problem bewertet wird. Die Globalisierung scheint die Geldbeschaffung einfacher zu gestalten. Der Marktmacht der Abnehmer wurde in diesem Jahr kein akuter Handlungsbedarf zugeordnet. Dies ist insofern gut, als der staatliche Einfluss auf diesen Standortfaktor sehr gering ist.\u00a0Bei den Faktoren, die im langj\u00e4hrigen Trend als sehr positiv beurteilt werden, stechen der Arbeitsfriede sowie die Arbeitsqualit\u00e4t ins Auge. Diese beiden Komponenten wurden in sieben von acht Erhebungen als gut\/sehr wichtig beurteilt. Sehr zufrieden sind die KMU auch mit der H\u00f6he der Zinsen und der Flexibilit\u00e4t der Arbeitszeit.&#13;<\/p>\n<h2>Forschungs- und Ausbildungsbedingungen in der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Befragung der KMU-Vertreter attestiert dem Schweizer Forschungs- und Ausbildungsplatz eine gute Qualit\u00e4t. Erfreulich ist, dass hinsichtlich der Qualit\u00e4t der Ausbildung die Bewertung \u00abgut\u00bb die gr\u00f6sste Zustimmung seit 1998 erreicht; das gilt f\u00fcr die Facharbeiter sowie f\u00fcr die Akademiker.\u00a0Auch bei der Befragung zur Praxisrelevanz der Ausbildung wurden sehr gute Werte erzielt. Wie immer schneiden die Facharbeiter besser ab als die Akademiker. Der Ruf, wonach die Schweiz sowohl mit Bezug auf ihr F&amp;E-Potenzial und dessen Wertsch\u00f6pfungsbeitrag als auch mit Bezug auf die Leistungsf\u00e4higkeit ihres berufsvorbereitenden Ausbildungssystems im internationalen Vergleich eine gute Position einnimmt,6 wird von den KMU-F\u00fchrungskr\u00e4ften best\u00e4tigt. Denn offensichtlich profitiert davon zunehmend auch der KMU-Bereich, wobei allerdings der Praxisbezug &#8211; insbesondere der akademischen Berufsvorbereitung &#8211; noch verbessert werden sollte.&#13;<\/p>\n<h2>Rekrutierungsprobleme des schweizerischen Arbeitsangebots<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Rekrutierung von qualifiziertem Personal ist f\u00fcr KMU wichtig, dies insbesondere im Lichte migrationspolitisch motivierter Freiz\u00fcgigkeitsbeschr\u00e4nkungen. Dabei f\u00e4llt auf, dass sich die Rekrutierung vor allem auf der Ebene der Facharbeiter als schwierig erweist. Einerseits reichen die Zeitfenster der KMU oft nicht aus, um selbst Facharbeiter auszubilden. Andererseits sind sich die ausbildenden Unternehmen bewusst, dass das hohe Risiko einer Abwerbung von ausgebildeten Fachkr\u00e4ften besteht. Die Bef\u00fcrchtung vieler KMU, dadurch eigenfinanzierte Humankapital-Investitionen vorzeitig abschreiben zu m\u00fcssen (bzw. Know-how zur Konkurrenz zu transferieren), scheint nicht unbegr\u00fcndet. KMU verf\u00fcgen meist nicht \u00fcber die notwendigen finanziellen Mittel, um diese stark nachgefragten Facharbei-ter halten zu k\u00f6nnen.\u00a0Zus\u00e4tzliche Rekrutierungsprobleme f\u00fcr Kaderleute und Spezialisten sind in der Schweiz auch eine Folge der begrenzten Personenfreiz\u00fcgigkeit, die einen Beizug ausl\u00e4ndischer Spitzenkr\u00e4fte in vielen F\u00e4llen schwierig macht. Mit den bilateralen Vertr\u00e4gen, die am 1. Juni 2002 in Kraft getreten sind und die berufliche Mobilit\u00e4t zwischen Schweizern und EU-B\u00fcrgern verbessern, ist ein wichtiger Schritt zur einfacheren und schnelleren Rekrutierung hoch qualifizierter Arbeitskr\u00e4fte getan worden. Mit der Annahme des Referendums \u00fcber die Personenfreiz\u00fcgigkeit vom 25.September 2005 sollten die Rekrutierungsprobleme bei den KMU nachhaltig gelindert werden.&#13;<\/p>\n<h2>Analyse des Marktmachtproblems<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInsbesondere f\u00fcr KMU als Zulieferer von Vorleistungen und Investitionsg\u00fctern besteht ein Problem der Kundenabh\u00e4ngigkeit. Dies ist unter anderem eine Folge von Marktmachtasymmetrien. Sie sind umso ausgepr\u00e4gter &#8211; d.h. die Marktposition des KMU-Zulieferanten ist gegen\u00fcber dem Marktpartner umso schw\u00e4cher -, je ausschliesslicher sie auf einen oder einige wenige Kunden ausgerichtet sind. \u00a0Die Befragung macht deutlich, dass die Abh\u00e4ngigkeit von einem einzigen Grosskunden bei den befragten Unternehmen zwar nicht sehr ausgepr\u00e4gt, aber zunehmend ist. In der Umfrage 2005 gaben \u00fcber ein Drittel der befragten KMU an, dass 20% bis 50% des Umsatzes von ihrem gr\u00f6ssten Kunden stammen; der Durchschnitt der letzten Jahre lag bei nur 20%. Trotzdem liegt die Vermutung nahe, dass Marktmachtasymmetrien im schweizerischen KMU-Bereich keine starke Rolle zukommen, auch wenn mit Blick auf einzelne Kunden erhebliche Marktmachtasymmetrie auftreten kann. Deshalb \u00e4ndert sich das Bild, wenn man in Rechnung stellt, wie die KMU die Marktmacht ihrer Kunden einsch\u00e4tzen, wie oft Letztere von ihrer marktbeherrschenden Stellung Gebrauch machen und auf welche Art und Weise sie ihre Marktmacht aus\u00fcben. 79% der Befragten beklagen sich \u00fcber eine asymmetrische Verteilung der Marktmacht bzw. dar\u00fcber, dass die Kunden entweder \u00fcber starke oder wenigstens mittlere Marktmacht verf\u00fcgen. Doch ist klar: Erst wenn die Kunden ihre Marktmacht aus\u00fcben oder gar missbrauchen, werden die KMU mit Schwierigkeiten konfrontiert. \u00a0Untersucht man die Frage, in welchem Ausmass die Grosskunden gegen\u00fcber ihren Zulieferern von ihrer Marktmacht Gebrauch machen, so zeigt sich, dass zwei Drittel der Kunden ihre Marktmacht meistens auch aus\u00fcben. Von besonderem Interesse ist, auf welche Art und Weise Marktmacht gegen\u00fcber den KMU ausge\u00fcbt wird. Die entsprechenden Ergebnisse sind in Grafik 2 zusammengefasst. Preis-, Termin- und Qualit\u00e4tsdruck treten dabei am h\u00e4ufigsten auf &#8211; und das schon seit 1998.\u00a0Marktmachtasymmetrien pr\u00e4gen die KMU-Kundenbeziehungen vor allem dann, wenn die KMU als Zulieferer eines oder einiger weniger dominierender Kunden agieren. Die KMU versuchen dann, den empfangenen Druck an ihre eigenen Zulieferer weiterzugeben. So wird ein innovations- und wachstumshemmender Einkommenstransfer vom KMU-Bereich zu den Grossunternehmen induziert.&#13;<\/p>\n<h2>Ausmass und Gr\u00fcnde der Standortverlagerung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie KMU-Umfrage er\u00f6rtert zum Schluss m\u00f6gliche Gr\u00fcnde, die Unternehmen dazu bewegen k\u00f6nnen, ihren Standort zu verlagern. Gem\u00e4ss der Untersuchung fassen 66% der befragten Unternehmen eine Auslagerung ins Auge. Eine r\u00e4umliche Verlagerung des ganzen Unternehmens ziehen 37% in Betracht. Zu Beginn unserer Beobachtungsperiode (1998) waren es nur 16%, die eine Ganzverlagerung und 56%, welche eine Teilverlagerung ihres Betriebs in Betracht zogen. Fragt man nach den Gr\u00fcnden (siehe Grafik 3), die eine KMU-F\u00fchrung veranlassen k\u00f6nnen, den r\u00e4umlichen Standort des Unternehmens oder Teile davon zu verlagern, so f\u00e4llt auf, dass die offensiv motivierten Standortentscheide (Marktn\u00e4he und bessere Absatzm\u00f6glichkeiten) eine wesentlich gr\u00f6ssere Rolle spielen als die defensiv motivierten (tiefere Kosten). Unterstrichen wird diese Aussage dadurch, dass das Motiv \u00abVerk\u00fcrzung des Transportswegs\u00bb unwichtig geworden ist. Das bedeutet, dass die Unternehmen tats\u00e4chlich neue M\u00e4rkte im Ausland erschliessen wollen, da das Ziel ihrer Suche nach Marktn\u00e4he anscheinend nicht dazu dient, Transportkosten zu sparen. Dieser Effekt ist sicherlich auch zum Teil auf den steigenden Anteil der Dienstleistungsunternehmen in der Grundgesamtheit zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Erschliessung neuer M\u00e4rkte kann dem Schweizer Wirtschaftswachstum nur Schwung geben.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie steht es mit der Attraktivit\u00e4t und Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweiz als KMU-Standort aus der Sicht der Unternehmerinnen und Unternehmer? Zu dieser Frage werden seit 1998 die Teilnehmer des Intensivstudiums f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) an der Universit\u00e4t St. Gallen befragt. 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