{"id":125329,"date":"2005-10-01T12:00:00","date_gmt":"2005-10-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2005\/10\/buri-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:49:45","modified_gmt":"2023-08-23T21:49:45","slug":"buri","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2005\/10\/buri\/","title":{"rendered":"Finanzen und Leistungen der Invalidenversicherung"},"content":{"rendered":"<p>Die Invalidenversicherung (IV) steckt in einer finanziellen Krise und hat aufgelaufene Schulden von rund 6 Mrd. Franken (Stand Ende 2004). Das Defizit betrug im letzten Berichtsjahr (2004) 1,6\u00a0Mrd. Franken, was etwa 16% der Ausgaben von 11,1\u00a0Mrd. Franken entspricht. Diese Schulden der IV werden \u00fcber den AHV-Ausgleichsfonds finanziert. Ohne Korrekturen werden die aufgelaufenen Schulden der IV im Jahre 2011 den gleichen Betrag ausmachen wie der Stand des AHV-Ausgleichsfonds. Mit der 5.\u00a0IVG-Revision1 will der Bundesrat wirksam Gegensteuer geben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Invalidenversicherung z\u00e4hlt etwa eine halbe Million Bez\u00fcgerinnen und Bez\u00fcger von individuellen Leistungen. Diese Leistungen gehen von den medizinischen Massnahmen \u00fcber Massnahmen f\u00fcr besondere Schulung, Massnahmen beruflicher Art sowie der Abgabe von Hilfsmitteln bis hin zu Renten und Hilflosenentsch\u00e4digungen. In der Schweiz beziehen insgesamt 7% der Menschen, die das AHV-Rentenalter noch nicht erreicht haben, eine Leistung der IV.&#13;<\/p>\n<h2>Rechnung 2004<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Ausgaben der IV betrugen 2004 11,1\u00a0Mrd. Franken. Der gr\u00f6sste Teil davon &#8211; n\u00e4mlich 63% &#8211; ging in die Geldleistungen, dies vor allem in Form von Renten. 18% wurden als Beitr\u00e4ge an Institutionen und Organisationen ausgerichtet. Weitere 14% wurden f\u00fcr individuelle Massnahmen ausgegeben wie medizinische Massnahmen bei Geburtsgebrechen, besondere Schulungen, Massnahmen beruflicher Art sowie Hilfsmittel. Die restlichen 5% entfielen auf andere Ausgaben, insbesondere ausf\u00fchrende Aufgaben und Verwaltungskosten.&#13;<\/p>\n<h3>Finanzierung der IV-Leistungen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBund und Kantone \u00fcbernahmen &#8211; basierend auf der gesetzlichen Grundlage &#8211; 50% der Ausgaben. Die Beitr\u00e4ge der Versicherten und der Arbeitgeber deckten dagegen nur 34%, sodass die restlichen 16% der Ausgaben \u00fcber Verschuldung beim AHV-Fonds gedeckt werden mussten. Die aufgelaufene Schuld der IV beim AHV-Fonds belief sich Ende 2004 auf gut 6\u00a0Mrd. Franken, was 54% der Ausgaben 2004 entspricht. Wenn die Verschuldung der IV so weitergeht, wird der AHV-Fonds gegen 2011 vollst\u00e4ndig geleert sein. M\u00fcsste sich die IV allein durch Sparmassnahmen sanieren, hiesse das, bei einem Defizit von 1,6 Mrd.Franken, dass 3,2\u00a0Mrd. Franken gespart werden m\u00fcssten, um eine ausgeglichene Rechnung zu pr\u00e4sentieren. Bei zwei gesparten Franken wird auch der Anteil von Bund und Kantonen um einen Franken kleiner. So m\u00fcsste die Versicherung den doppelten Fehlbetrag einsparen, um das finanzielle Gleichgewicht zu erreichen. Das bedeutet, dass in etwa die H\u00e4lfte der Ausgaben f\u00fcr Renten eingespart werden m\u00fcsste!&#13;<\/p>\n<h2>Finanzlage 1960-2004<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie IV konnte in ihrer Geschichte nur in ganz wenigen Jahren schwarze Zahlen schreiben. Das letzte Mal war das in der Periode 1988-1992. In diesen Jahren konnte sogar die aufgelaufene Schuld beim AHV-Fonds abgebaut werden und ein bescheidenes Kapitalkonto von 240\u00a0Mio.\u00a0Franken erzielt werden &#8211; dank der damaligen Erh\u00f6hung des Beitragssatzes von 1,0% auf 1,2%. Mit der letzten Erh\u00f6hung des Beitragssatzes im Jahre 1995 auf 1,4% war der Rechnungsausgleich nicht mehr m\u00f6glich. Mit zwei Kapitaltransfers von der Erwerbsersatzordnung zur IV wurde das Schuldenloch in der Folge etwas gestopft.&#13;<\/p>\n<h3>Ursachen des Fehlbetrages<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss Gesetz tragen Bund und Kantone 50% der Kosten der Versicherung; das heisst, dass mittelfristig auch die Beitr\u00e4ge der Versicherten und Arbeitgeber 50% der Kosten tragen sollten. Alles in allem war somit die IV \u00fcber die meiste Zeit hinweg unterfinanziert, da die Finanzierung \u00fcber Versicherte und Arbeitgeber mit dem Kostenwachstum nicht mehr Schritt halten konnte. Zwar sind Bund und Kantone &#8211; bis auf vier Jahre &#8211; ihren Verpflichtungen nachgekommen, doch gen\u00fcgen die Einnahmen der IV im Bereich der Beitr\u00e4ge von Versicherten und Arbeitgebern seit 1993 nicht mehr, um eine ausgeglichene Rechnung zu pr\u00e4sentieren. Verschiedene Vorschl\u00e4ge des Bundesrates, die IV durch Beitragserh\u00f6hungen bzw. durch eine Mehrwertsteuererh\u00f6hung zu sanieren, sind in den parlamentarischen Debatten und Abstimmungen abgelehnt worden.&#13;<\/p>\n<h2>Leistungen der Invalidenversicherung im \u00dcberblick<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Schweiz lag die Wahrscheinlichkeit, eine IV-Leistung zugesprochen zu erhalten (individuelle Eingliederungsmassnahme und Rente), im Jahre 2004 bei 7,0%. Diese Wahrscheinlichkeit h\u00e4ngt dabei jeweils stark vom Alter und von der Geschlechtszugeh\u00f6rigkeit der betreffenden Personen ab. F\u00fcr M\u00e4nner variiert sie von etwa 3% in der Altersgruppe 25-29 Jahre bis zu fast 22% in der Altersgruppe der 60- bis 64-J\u00e4hrigen. Im Zeitraum zwischen 1992 und 2004 hat sich die Wahrscheinlichkeit, eine IV-Leistung zu beziehen, mit einer Steigerung von 4,6% auf 7,0% um mehr als einen Drittel erh\u00f6ht.&#13;<\/p>\n<h3>IV-Leistungen im Einzelnen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBei den 430000 in der Schweiz wohnhaften IV-Leistungsbez\u00fcgerinnen und Bez\u00fcgern handelt es sich je etwa zur H\u00e4lfte um Bez\u00fcger von individuellen Eingliederungsmassnahmen sowie von Renten. Bei den individuellen Eingliederungsmassnahmen variieren die durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Kosten pro Person je nach Massnahmentyp sehr stark: von 3000\u00a0Franken f\u00fcr die Hilfsmittel bis zu mehr als 22000\u00a0Franken f\u00fcr die beruflichen Massnahmen.\u00a0Im Januar 2005 wurden 290000 Invalidenrenten ausbezahlt; davon blieben 249000 (86%) in der Schweiz, und 40000 (14%) gingen ins Ausland. Mehr als drei Viertel davon waren ganze Renten. Die monatliche Summe dieser ganzen Rente betrug &#8211; ohne Einbezug allf\u00e4lliger Zusatzrenten &#8211; durchschnittlich 1525\u00a0Franken. In der Schweiz lag die Wahrscheinlichkeit, eine Invalidenrente zu beziehen, bei 5,4% im Falle der Bev\u00f6lkerung im erwerbsf\u00e4higen Alter. 1992 lag sie noch bei 3,2%. Mit zunehmendem Alter steigt diese Wahrscheinlichkeit rasch an, wobei je nach der Geschlechtszugeh\u00f6rigkeit erhebliche Unterschiede bestehen. So weist die Bev\u00f6lkerungsgruppe der \u00e4lteren M\u00e4nner ein maximales Risiko auf: Einer von f\u00fcnf M\u00e4nnern kurz vor der Pensionierung ist IV-Rentner. \u00a0Die Hauptursache f\u00fcr Invalidit\u00e4t liegt vor allem in Krankheiten begr\u00fcndet (197000\u00a0Personen), w\u00e4hrend etwa Geburtsgebrechen (28000) und Unf\u00e4lle (24000) als Invalidit\u00e4tsursache nur eine untergeordnete Rolle spielen. Im Januar 2005 wurden an 27000 Personen &#8211; es handelt sich haupts\u00e4chlich um IV-Rentnerinnen und -Rentner &#8211; Hilflosenentsch\u00e4digungen ausgerichtet. Das Risiko der Hilflosigkeit ist bei IV-Rentenbez\u00fc-gern aufgrund eines Geburtsgebrechens besonders hoch: Fast jede zweite Person dieser Kategorie bezieht eine Hilflosenentsch\u00e4digung.&#13;<\/p>\n<h3>Individuelle Massnahmen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Jahr 2004 verg\u00fctete die IV 222000\u00a0individuelle Eingliederungsmassnahmen. Die Gesamtzahl der Leistungsbez\u00fcger liegt mit 200000 tiefer, da eine versicherte Person innerhalb des untersuchten Zeitrahmens mehrere Leistungstypen in Anspruch nehmen kann.\u00a0Die Abkl\u00e4rungsmassnahmen, die von externen Fachleuten durchgef\u00fchrt werden (174000\u00a0Personen, 113\u00a0Mio. Franken), dienen der \u00dcberpr\u00fcfung der IV-Leistungsanspr\u00fcche.\u00a0Unter den individuellen Eingliederungsmassnahmen waren die medizinischen Massnahmen f\u00fchrend (103000 Personen, 555\u00a0Mio. Franken). Diese Leistungen kosteten im Durchschnitt 5395\u00a0Franken. Es handelt sich hierbei vorwiegend um die Kostendeckung der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Geburtsgebrechen. In diesem Bereich interveniert die IV ungeachtet der sp\u00e4teren Erwerbsf\u00e4higkeit; sie verh\u00e4lt sich somit wie eine Krankenversicherung.\u00a0Im Jahre 2004 hat die IV an 62000\u00a0Personen Hilfsmittel abgegeben. Am h\u00e4ufigsten abgegeben wurden H\u00f6rger\u00e4te. \u00a042000\u00a0Kinder haben Beitr\u00e4ge f\u00fcr Massnahmen im Bereich der besonderen Schu-lung erhalten. Etwa die H\u00e4lfte dieser Kinder besuchten eine Sonderschule, w\u00e4hrend die andere H\u00e4lfte entweder im Vorschulalter oder parallel zum Volksschulunterricht p\u00e4dagogisch-therapeutische Massnahmen in Anspruch nahmen. Die Beitr\u00e4ge der IV an diese Massnahmen beliefen sich auf 364\u00a0Mio.\u00a0Franken; das sind im Schnitt etwa 8608\u00a0Franken pro Kind. Dennoch vermittelt dieser Betrag nur ein unvollst\u00e4ndiges Bild \u00fcber die Aufwendungen der IV im Bereich der Massnahmen f\u00fcr die besondere Schulung: Die Versicherung unterst\u00fctzte n\u00e4mlich zus\u00e4tzlich &#8211; mit einem Beitrag von 43\u00a0Mio.\u00a0Franken &#8211; die Kantone f\u00fcr die im Bereich der Sprachheilbehandlung t\u00e4tigen privaten, kommunalen und kantonalen Dienste. Zudem richtete die IV Betriebsbeitr\u00e4ge von 413\u00a0Mio.\u00a0Franken an Heilp\u00e4dagogische Schulen und Fr\u00fcherziehungsdienste aus.\u00a0Die seltensten Massnahmen sind gleichzeitig die kostenintensivsten: 15000\u00a0Personen befanden sich in einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder in einer Umschulung, wof\u00fcr durchschnittlich \u00fcber 22644 Franken pro Person investiert wurden. Dieser Beitrag deckte alle zus\u00e4tzlichen beruflichen Kosten, die infolge der Invalidit\u00e4t entstanden sind.&#13;<\/p>\n<h3>Anzahl und Betrag der ausgerichteten IV-Renten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Januar 2005 richtete die IV 487000 Invalidenrenten in einer Gesamtsumme von \u00fcber 480\u00a0Mio.\u00a0Franken aus. Bei 290000\u00a0F\u00e4l-len handelte es sich hierbei um Invalidenrenten (390 Mio. Franken), bei 197000 um Zusatzrenten (91 Mio. Franken). Die Invalidenrenten werden den berechtigten Personen aufgrund ihrer Invalidit\u00e4t ausbezahlt; Zusatzrenten erhalten dieselben Bez\u00fcger, jedoch bedingt durch ihre famili\u00e4re Situation. Seit dem In-Kraft-Treten der 4. IVG-Revision am 1. Januar 2004 werden keine neuen Zusatzrenten mehr zugesprochen. Vor diesem Zeitpunkt zugesprochene Zusatzrenten bleiben jedoch erhalten; sie setzten sich aus 85000\u00a0Ehegattenrenten sowie 112000\u00a0Kinderrenten zusammen. \u00a0Insgesamt 15% der Renten wurden ins Ausland \u00fcberwiesen. In Wirklichkeit entspricht diese Summe jedoch bloss knapp 11% des Gesamtbetrags. Diese Differenz erkl\u00e4rt sich aus der Tatsache, dass die im Ausland ausgerichteten Renten vorwiegend an Personen ausl\u00e4ndischer Nationalit\u00e4t ausbezahlt werden, welche aufgrund einer k\u00fcrzeren Beitragsperiode oder eines niedrigeren Einkommens durchschnittlich tiefere Leistungsanspr\u00fcche aufweisen.&#13;<\/p>\n<h3>Merkmale der invaliden Rentenbez\u00fcger in der Schweiz<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Tatsache, IV-Rentner zu werden, h\u00e4ngt &#8211; wie die Verschlechterung des Gesundheitszustandes &#8211; mit dem Alter zusammen. W\u00e4hrend im Januar 2005 5,4% der gesamten Bev\u00f6lkerung im erwerbsf\u00e4higen Alter eine Invalidenrente bezogen, waren es in der Altersklasse zwischen 50 Jahren und dem Pensionsalter bereits etwa 11%.\u00a055% aller IV-Rentenbez\u00fcger in der Schweiz waren M\u00e4nner. Deren Wahrscheinlichkeit, eine IV-Rente zu beziehen, lag gesamthaft um ein F\u00fcnftel h\u00f6her als jene der Frauen.\u00a0Verbindet man die beiden Risikofaktoren \u00abMann\u00bb und \u00aberh\u00f6htes Alter\u00bb, so zeigt sich, dass fast ein Drittel aller Bez\u00fcger zu der Gruppe der \u00fcber 50-j\u00e4hrigen M\u00e4nner geh\u00f6ren. In der Schweiz beziehen kurz vor dem Pensionsalter etwa 20% der M\u00e4nner eine Invalidenrente.&#13;<\/p>\n<h3>Gebrechen der invaliden Rentenbez\u00fcger in der Schweiz<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nFast 80% der IV-Rentnerinnen und -Rentner (197000) sind infolge einer Krankheit invalid geworden. Geburtsgebrechen (28000) und Unf\u00e4lle (24000) kommen als Invalidit\u00e4tsursachen weniger h\u00e4ufig vor. Unter den Krankheiten geh\u00f6rten vor allem die psychischen St\u00f6rungen zu den am h\u00e4ufigsten auftretenden Invalidit\u00e4tsursachen. Jede dritte Rente wurde aufgrund dieser Diagnose zugesprochen.&#13;<\/p>\n<h3>Neurentenbez\u00fcger in der Schweiz und im Ausland<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Verteilung der Neurentenbez\u00fcger nach demografischen und gesundheitlichen Kriterien ist ein zentraler Faktor der Versicherungsf\u00fchrung. Gut 87% der 28077\u00a0Neurentenbez\u00fcger hatten ihren Wohnsitz in der Schweiz, w\u00e4hrend knapp 13% \u00fcber einen Wohnort im Ausland verf\u00fcgten. \u00a0F\u00fcr die Neurentenbez\u00fcger, die im Ausland wohnen, k\u00f6nnen keine Quoten berechnet werden, weil die entsprechenden Bev\u00f6lkerungsdaten fehlen. Es muss daher ein anderer Weg gefunden werden, um die statistischen Unterschiede darstellen zu k\u00f6nnen. Aufgrund der Verteilung der Neurentenbez\u00fcger nach Alter und Gebrechen soll gezeigt werden, wie sich die vier Populationen \u00abSchweizer\/innen in der Schweiz\u00bb, \u00abAusl\u00e4nder\/innen in der Schweiz\u00bb, \u00abSchweizer\/innen im Ausland\u00bb und \u00abAusl\u00e4nder\/innen im Ausland\u00bb voneinander unterscheiden.&#13;<\/p>\n<h3>Nationalit\u00e4t und Ursache<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch die Betrachtung der Verteilung nach Gebrechen zeigt, dass die Unterschiede nach Wohnsitz gr\u00f6sser sind als die Unterschiede nach Nationalit\u00e4t. Die Gruppe \u00abSchweizer\/innen in der Schweiz\u00bb weist bei den Neuberentungen als Folge von Geburtsgebrechen und wegen psychischer Erkrankungen den gr\u00f6ssten Anteil aus (vgl. Grafik 5).\u00a0Im Fall der Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder in der Schweiz weisen bei den Neuberentungen Gebrechen im Bereich der Knochen und Bewegungsorgane den h\u00f6chsten Anteil aus, was angesichts des hohen Ausl\u00e4nderanteils in der Baubranche nicht weiter erstaunlich ist. Eher \u00fcberraschend ist hingegen, dass etwa 40% der Schweizer mit Wohnsitz in der Schweiz wegen psychischer Gebrechen neu berentet werden, w\u00e4hrend der betreffende Anteil bei den Schweizern im Ausland lediglich 24% betr\u00e4gt. Bei den Ausl\u00e4ndern mit Wohnsitz in der Schweiz liegen die entsprechenden Werte mit 38% doppelt so hoch wie bei den Ausl\u00e4ndern, die im Ausland ans\u00e4ssig sind (19%); sie variieren somit noch st\u00e4rker. Es zeigt sich, dass bei der Struktur der Neurenten der Wohnsitz \u00abSchweiz\u00bb oder \u00abAusland\u00bb einen bestimmenderen Einfluss hat als die Nationalit\u00e4t. Mit anderen Worten: Der Anteil der Neurenten als Folge psychischer Krankheiten spielt in der Schweiz eine viel gr\u00f6ssere Rolle als im Ausland, w\u00e4hrend im Ausland die Neurenten vorwiegend wegen anderer Gebrechen gew\u00e4hrt werden.?&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a class=\"inline-footnote__anchor\">Kasten 1: Weitere Informationen<\/a> Die IV-Statistik 2004 kann &#8211; wie alle Sozialversicherungsstatistiken &#8211; mit dem Link <a href=\"http:\/\/www.bsv.admin.ch\/statistik\/details\/d\/index.htm\">www.bsv.admin.ch\/statistik\/details\/d\/index.htm<\/a> als pdf-Datei heruntergeladen werden.Die gedruckte Version kann beim Bundesamt f\u00fcr Bauten und Logistik (BBL) \u00fcber die E-Mail-Adresse verkauf.zivil@bbl.admin.ch bestellt werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Invalidenversicherung (IV) steckt in einer finanziellen Krise und hat aufgelaufene Schulden von rund 6 Mrd. Franken (Stand Ende 2004). 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